AT135445B - Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate.

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AT135445B
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August Karreth
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August Karreth
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  Verfahren zur   Herstellung sehaumentwiekelnder   Präparate. 
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 die nötige äussere Festigkeit zu gewährleisten, sondern auch um die Entwicklung von Gasen und   Schaum     vollkommen zu verhindern, während   sie bei höherer Temperatur, z. B. etwa   350 C,   die Entwicklung 
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 wird und keine feste Form behält. 



   Die Herstellung der neuen Präparate kann vorteilhaft beispielsweise in der Art   vorgenommen   werden, dass man zerkleinerte Teile des zuerst hergestellten und bereits erstarrten Gels, das die eine   Kom-   ponente des Präparates bildet, mit der andern noch flüssigen Komponente bei einer Temperatur mischt, bei der diese noch kurze Zeit flüssig bleibt, ohne jedoch die bereits erstarrte Komponente nochmals zum Schmelzen zu bringen. Auf diese Weise überzieht die flüssige Komponente nicht nur die einzelnen Teile der andern, erstarrten Komponente, sondern dringt auch in die Hohlräume zwischen den zerkleinerten Partikelchen ein, füllt diese ans und verbindet sich mit ihnen. 



   Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform, die auf diese Weise hergestellt ist. Die mit 1 bezeichneten Teile stellen die Masse dar, die die gasentwickelnde Substanz erhält. Die mit 2 bezeichneten Teile stellen die Masse dar, die die gaserzeugende Substanz enthält. 



   Will man ein Präparat herstellen, das sich besonders langsam unter   Sehaumentwicklung     löst,   so muss man die   Berührungsflächen   der beiden Komponenten wesentlich reduzieren. Dies erreicht man dadurch, dass man die feste Komponente nicht in viele kleine Partikelchen zerkleinert, sondern indem man dieser Komponente beispielsweise eine Halbkugel-oder eine andre Form gibt. Ein derartiges Präparat ist in Fig. 2 dargestellt, in der wieder der mit 1 bezeichnete Teil die die   gasentwickelnde   Substanz enthaltende Masse darstellt und der mit 2 bezeichnete Teil die Masse die die gaserzeugende Substanz enthält. 



   Um eine genügende Haltbarkeit der Präparate bei hohen Temperaturen, z. B. in den Tropen. zu gewährleisten, können die einzelnen aneinander angrenzenden oder die einander   umschliessenden   Teile durch dünne Zwischenschichten voneinander getrennt werden. Hiefür eignet sich feste Gelatine, eine Oblate, Collodium oder Paraffin oder Wachs oder Fett ; insbesondere hat sich Kakaobutter   gegebenen-   falls mit Zusatz andrer Fette oder Öle bewährt. 



   Fig. 3 zeigt ein derartiges Präparat, das dem in Fig. 1 dargestellten im übrigen entspricht. Die Zwischenschicht ist mit 3 bezeichnet. 



   Fig. 4 stellt ebenfalls ein Präparat mit Zwischenschichten dar, das im übrigen dem in Fig. 2 dargestellten Präparat entspricht. 



   Die Trennungsschichten legt man entweder schon während des Giessprozesses zwischen die beiden Komponenten oder man vereinigt die beiden Komponenten mit der Trennungssehieht nach dem Abkühlen durch geeignete Bindemittel, wie z. B. Gummi arabicum. Derartige Zwischenschichten bringen jedoch unter Umständen Fremdkörper in die Präparate, deren Zuführung unerwünscht ist. Deshalb ist es oft vorteilhaft, an der den beiden Komponenten gemeinsamen Fläche ein Gel von höherer   Konzen-   tration an Gelatine zu verwenden. Oder man verzichtet ganz auf eine Trennungssehicht und vereinigt die beiden Komponenten mit geeigneten Bindemitteln an der   Berührungsfläche.   



   Fig. 5 erläutert eine weitere Ausführungsart des neuen Verfahrens. Bei diesem Präparat wird der   Vorteil erreicht, dass der eine Bestandteil nicht nur an den andern angrenzt, sondern diesen vollständig umschliesst. Präparate dieser Art können in verschiedener Weise hergestellt werden.   



   Für manche Zwecke ist es vorteilhaft, ein Präparat, das nach einem der im vorstehenden beschriebenen Verfahren hergestellt ist, aussen mit einer Schicht zu versehen, wie dies in Fig. 7 dargestellt ist. 



  Der mit 2 bezeichnete Teil stellt wieder den Kern dar, der mit 1 bezeichnete Teil die Hülle und der mit. 3 bezeichnete Teil eine Zwischenschicht. Der mit 4 bezeichnete Teil stellt die äussere Schicht dar. Diese kann beispielsweise aus Kakaobutter bestehen und einen gaserzeugenden Stoff, wie eine Säure oder ein saures Salz, sowie einen gasentwickelnden Stoff, z. B. Natriumbicarbonat, und ausserdem einen die Schaumbildung fördernden Stoff, wie Seife oder Eiweiss, enthalten. Wird ein derartiges Präparat in eine Körperhöhle eingeführt, in der Flüssigkeit vorhanden ist, so entwickelt erst die äussere Schicht 4 Schaum ; all-   mählich   gelangt dann bei entsprechender Temperatur das Präparat selbst zu intensiver   Sehaumentwick-   ung.

   Enthält die Körperhöhle aber keine Flüssigkeit, so fliesst die Schicht 4 infolge der Körpertemperatur   lu,   ohne Schaum zu entwickeln, während das Präparat nun intensiv zu schäumen beginnt. 



   Bei der Herstellung der   sehaumentwickelnden   gelatinösen Präparate nach den oben angegebenen Verfahren erhält man im allgemeinen Produkte, deren beide gelatinösen Komponenten einen verschiedenen Schmelzpunkt haben. 



   Da das Gelatinierungsvermögen der Gelatine bei ihrem insoelektrischen Punkt (PH =   1'7)   am   grössten   ist und nach beiden Seiten vom isoelektrischen Punkt verschieden schnell abnimmt, ausserdem 
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 Komponenten zweckmässig verschiedene   Gelatinekonzentrationen gewählt, welche   dem fertigen Präparat einen einheitlichen Schmelzpunkt geben. 



   Die Gelatinekonzentration muss der Natur des Salzes (je nachdem es stark oder schwach alkalis eh 
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  Man muss also den Gelatinezusatz von Fall zu Fall eigens bestimmen. Zur Erläuterung sei folgendes Beispiel gegeben :
Man löst 30 g Gelatine allein oder in einem Gemisch mit einem andern Kolloid in 50   g   Wasser unter Erwärmen auf und setzt noch 50 g Glycerin (Dichte 1-22) hinzu. Nach dem Abkühlen auf eine Temperatur   von 37 bis 38  C rührt man 15 g Natriumbicarbonat in die Masse ein. Man lässt diese Masse erstarren und zerkleinert sie zu Schrotkorngrösse und kühlt sie in der Form, die am besten aus Metall ist, auf zirka     4  ab.   Anderseits löst man 40 g Gelatine in 50   g   Wasser unter Erwärmen auf und setzt noch 50 g Glycerin (Dichte   1'22)   gleichzeitig mit 15 g Weinsäure hinzu.

   Diese Masse lässt man nicht erstarren, sondern bringt sie auf eine   Temperatur von zirka 370 C und giesst sie über   die zu   Schrotkorngrösse   zerkleinerte Komponente. 



  Nach dem Erstarren der gesamten Masse resultiert ein   Präparat, welches   bei zirka   350 C schmilzt   und Schaum entwickelt. Man kann, während die Massen noch flüssig sind, z. B. in die saure Komponente   0'2 g Nikotinsulfat   einbetten oder man kann in jede der beiden Komponenten z. B. je 10 g Jodoform oder je 10   g   Bism.   subga1lic.   oder einen andern gewünschten Stoff einbetten. 



   Vielfach wird das Ziel der Anwendung der   Schaumpräparate   lediglich die Gasentwicklung sein. z. B. die   Möglichkeit   der therapeutischen Einwirkung eines Gases auf Schleimhaut-, Wund-oder andre
Flächen oder Körperkanäle. Das sieh bildende Gas kann Kohlensäure, Sauerstoff, Schwefeldioxyd,
Ammoniak oder irgendein andres geeignetes Gas sein. Man kann den neuen Präparaten aber auch geeignete
Desinfektions-oder Heilmittel zusetzen, wie z. B. Nikotin zur   Schädlingsbekämpfung,   Jodoform, Bismut.   subgallie.   oder irgendeinen andern erwünschten Zusatz. 



   Die nach der Erfindung hergestellten Präparate können für die verschiedensten Zwecke Anwendung finden.   Sie kommen beispielsweise zur Bekämpfung von Baumschädlingen zur Anwendung, auch solchen,   die sich in den Rindenritzen befinden, wie z. B. Blutläuse. Hiezu wird den Präparaten irgendein Gift- stoff, wie z. B. Nikotin, zugesetzt ; sie werden sodann beispielsweise in die Ritzen der Rinden von Bäumen eingeführt oder als Band oder Platte um die   geschädigten   Stellen gelegt, wo sie unter der Einwirkung der Sonnenstrahlen oder auch warmer Luft Gas und Schaum entwickeln, die sich nach allen Seiten, auch senkrecht nach oben, ausbreiten, in die verstecktesten Buchten eindringen, die Schädlinge vollständig benetzen und den Giftstoff genügend lange am Ort der Einwirkung festhalten. 



   Die neuen Präparate eignen sich ferner beispielsweise zur Behandlung von Wunden und Körperhöhlen, wie z. B. in der Otorhinologie und Odontologie, zur Behandlung des Magens und des Darmes usw. 



   Entsprechende Anwendungsgebiete bestehen auch in der Veterinärmedizin. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate, welche eine zur   Schaumentwiek-   lung dienende aufbrausende Mischung sowie die Schaumbildung begünstigende Stoffe enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass jede Komponente der aufbrausenden Mischung für sich in Form einer Gallerte in die Präparate eingebracht wird, welche das zur Umsetzung der Komponenten nötige Wasser wohl enthält, aber eine solche Konsistenz hat, dass die verschiedenen, die Komponenten einzeln enthaltenden nebeneinanderliegenden Gallertteile erst nach ihrer Schmelzung bei höherer Temperatur aufeinander zur Einwirkung und damit zur Schaumbildung gelangen können.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate nach Anspruch 1, dadurch gekennzeiehnet, dass ein Teil des Präparates, der eine Komponente der aufbrausenden Mischung enthält, einen andern Teil des Präparates, der eine andre Komponente der aufbrausenden Mischung enthält, vollständig umschliesst.
    3. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Teil des Präparates, der die gasentwickelnden Stoffe enthält, und dem Teil, der die gaserzeugenden Stoffe enthält, eine Zwischenschicht, z. B. eine Oblate oder eine höher konzentrierte Gelschicht oder eine Schicht aus Kollodium oder Wachs oder Paraffin oder Fett, angeordnet wird.
    4. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zwischenschicht aus Kakaobutter, gegebenenfalls unter Zusatz andrer Öle und Fette, angeordnet wird.
    5. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration des Gels, das die Grundmasse der gallertigen schaumentwiekelnden Präparate bildet, so gewählt wird, dass die Präparate bei gewöhnlicher Temperatur feste Konsistenz besitzen, während sie bei höherer Temperatur erweichen und Gas und Schaum entwickeln.
    6. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration des Gels, das die Grundmasse der gallertigen schaumentwickelnden <Desc/Clms Page number 4> Präparate bildet, für die beiden Komponenten entsprechend den verschiedenen Zusätzen verschieden hoch gewählt wird, so dass das gesamte Präparat einen einheitlichen Schmelzpunkt besitzt.
    7. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Präparat aussen mit einer Schicht aus beispielsweise Kakaobutter umgeben wird, der gasentwickelnde und gaserzeugende Stoffe und ein die Schaumbildung fördernder Stoff zugesetzt werden können.
    8. Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass einem oder beiden Teilen des Präparates ein Desinfektionsmittel oder ein Heilmittel oder ein Gift, z. B. Nikotin, einverleibt wird.
    9. Verfahren zur Herstellung sehaumentwickelnder Präparate nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass man zerkleinerte Teile des bereits erstarrten Gels, das die eine Komponente des gelatinösen schaumentwiekelnden Präparates bildet, mit der andern noch flüssigen Komponente bei einer Temperatur mischt, bei der diese noch kurze Zeit flüssig bleibt, jedoch die bereits erstarrte Komponente nicht zum Schmelzen bringt. EMI4.1
AT135445D 1929-12-23 1930-12-01 Verfahren zur Herstellung schaumentwickelnder Präparate. AT135445B (de)

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