AT166487B - - Google Patents

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AT166487B
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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description


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 Form
Celluloid und seine organischen Lösungsmittel (Aceton,   Äthyl-oder   Butylacetat, Alkohol, Benzin   usw. ), sind äusserst feuergefährliche Stoffe und   ihre Anwendung hat sowohl bei der Herstellung des Kappenstoffes als bei der Anwendung in der Schuhfabrikation schon schwere Unfälle verursacht. Schon bei dem notwendigen Ausschärfen der Kappen, das auf rotierenden Schmirgelscheiben geschieht, entstehen durch Funkenbildung Entzündungen, die Fingerverbrennungen der Arbeiter und durch Übergreifen auf gestapeltes Material grössere Brände verursachen können. 



   Die darauf folgende Massnahme des Erweichens des Kappenstoffes mit organischen Lösungsmitteln (Aceton, Estern, Alkohol, Benzin) birgt auch eine Feuergefahr in sich und der Geruch der Lösungsmittel ist für die Arbeiter sehr belästigend und zum Teil gesundheitsschädlich. 



   Überdies spielt der Verlust durch Verdunsten der teuren Lösungsmittel in der Preisberechnung eine ausschlaggebende Rolle. 



   Ein weiterer Vorschlag, durch den die eben geschilderten Nachteile nur zu einem geringen
Teil beseitigt wurden, ging dahin, Filz mit einer
Lösung einer Mischung aus Nitrozellulose und einem Kunstharz, wie   Phenolformaldehyd-oder     Harnstofformaldehydharz   oder einem Harz aus einer   Polyvinyl Verbindung,   z. B. Polyvinylacetat, zu imprägnieren und dann zu trocknen. 
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 vornehmen, da dies mit dem Gang der Schuhfabrikation nicht vereinbar ist. Überdies muss die erhärtete Kappe absolut wasserunlöslich sein, d. h. beim Netzen nicht erweichen. 



   Die Anwendung der härtbaren Kondensationsprodukte gestaltet sich wie folgt :
Zwecks Herstellung des Steifkappenstoffes wird der Faserstoff mit einer wässerigen Lösung der Kondensationsprodukte imprägniert und hernach bei mässiger Temperatur getrocknet. 



   Um den so erhaltenen Kappenstoff zur Kappe zu verarbeiten, wird er in einer wässerigen Lösung plastisch gemacht, die das   Härtungsmittel   enthält, wodurch das Kondensationsprodukt bei gewöhnlicher Temperatur in die unlösliche gehärtete Form übergeht, womit gleichzeitig die Versteifung der Kappe erzielt wird. 



   Unter Umständen kann das Verfahren noch dahin abgeändert werden, dass der Faserstoff mit der wässerigen Lösung des Kondensationsproduktes unter Zugabe des Härtungsmittels imprägniert und in diesem Zustande direkt, d. h. ohne vorgängige Trocknung zur Herstellung der Steifkappe benutzt wird. Da die Beständigkeit einer derartigen Lösung beschränkt ist, muss die Weiterverarbeitung des Steifkappenstoffes behufs Vermeidung vorzeitiger Härtung möglichst bald nach der Imprägnierung erfolgen. 



   Gemäss diesen durch die Gegebenheiten der Schuhindustrie vorgeschriebenen Arbeitsweisen schalten für die Verwendung zum vorliegenden Zwecke von vornherein die PhenolformaldehydKondensationsprodukte aus, da für ihre Härtung entweder höhere Temperaturen oder aber solche Säurekonzentrationen erforderlich sind, welche die Gewebe zerstören. 



   Als geeignet haben sich dagegen die Harze der Carbamidreihe erwiesen, worunter hier verstanden werden die Formaldehyd-Kondensationsprodukte des Harnstoffs, Thioharnstoffs, Cyanamids, Dicyandiamids oder Mischharze aus diesen Komponenten. Mit diesen Kondensationsprodukten imprägnierte Kappenstoffe lassen sich durch
Befeuchten mit wässerigen Lösungen, die ein geeignetes Härtungsmittel saurer Natur enthalten, bei gewöhnlicher oder wenig erhöhter Temperatur härten, d. h. in eine Form   überführen,   in der sie dem Angriff von Nässe und Feuchtigkeit beim normalen Gebrauch widerstehen. 



   Ganz besondere Eignung für den vorliegenden Zweck weisen die   Formaldehyd-Kondensations-   produkte der Aminotriazinreihe, u. zw. vorzugsweise jene des 2,4, 6-Triamino-1, 3,5-triazins (Melamins) auf. Mit diesen Harzen imprägnierte Faserstoffe sind unter den für vorliegenden Zweck in Betracht kommenden, beispielsweise unter den im vorigen Absatz genannten Bedingungen nicht nur zu kaltwasser-, sondern zu   heiss-bzw. kochwasserfesien   Erzeugnissen härtbar. 
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 Melam, ferner   2-Chlor-4,     6-diamin-1,   3,   5-triazin,   2-Oxy-4, 6-diamin-1, 3, 5-triazin (Ammelin) u. dgl. oder Gemische verschiedener   Aminotriazinc   verwendet werden.

   Ebenso kommen in Betracnt   Carbamid-Aminotriazin-Mischharze   oder andere Mischkondensationsprodukte, die mindestens eine Carbamid-oder eine Aminotriazinkomponente enthalten. 



   Als   Härtungsmittel   eignen sich sowohl freie Säuren als auch saure Salze bzw. solche Verbindungen, die unter den Bedingungen ihrer Anwendung freie Säure abspalten. Für den vorliegenden Zweck eignen sich besonders flüchtige organische Säuren wie Ameisensäure oder Ammoniumsalze wie Ammoniumsulfat, Ammoniumphosphat oder Ammoniumrhodanat u. dgl. 



   Für die Herstellung der Steifkappen nach dem vorliegenden Verfahren eignen sich die verschiedensten Faserstoffe, beispielsweise ein-oder beidseitig gerauhte oder verfilzte Baumwollstoffe, Viscose-Fasern oder andere künstliche Faserstoffe, saugender Zellulosefaserkarton u. dgl. 



   Selbstverständlich können den Imprägnieroder Härtungslösungen gewünschtenfalls Zusätze wie Füllmittel, Farbstoffe, wasserabstossende Mittel, Weichmachungsmittel u.   dgl. zugefügt   werden. 



   Die Erfindung wird durch folgende Beispiele erläutert, ohne jedoch auf diese Ausführungsformen beschränkt zu sein :
Beispiel l : Man imprägniert ein aufgerauhtes oder verfilztes Baumwollgewebe mit einer wässerigen Lösung eines Formaldehyd-Kondensationsproduktes des 2,4,   6- triamine-1,   3,5-tria- zins (erhalten durch Erwärmen von 1 Mol des Aminotriazins mit 3 Mol 30   Vol.-"igem   For- maldehyd auf etwa   80 C,   bis eine Probe des
Gemisches mit dem 3fachen Volumen Wasser verdünnt eine milchige Trübung zeigt). Hierauf wird das so behandelte Gewebe in einem Luft- trockenapparat bei 60-70 C getrocknet. Selbst- verständlich können der Imprägnierlösung auch
Füllstoffe, wie Kreide, Lithopone, Zinkweiss u. dgl., sowie auch passende Weichmachungs- mittel, z.

   B. wässerige Lösungen von Türkisch- rotöl, Seife oder wässerige Emulsionen von Ölen, Fetten, Paraffin u. dgl. zugesetzt werden. 



   Nach der Trocknung ist der Stoff zur Anwendung für Steifkappen bereit. Er enthält das   Aminotriazinformaldehyd- Kondensations-   produkt in noch wasserlöslicher Form. 



   Zwecks Herstellung der Steifkappe selbst   wird nun der getrocknete, passend ausgeschnittene und ausgeschärfte Stoff bei Zimmertemperatur   mit einer wässerigen Lösung befeuchtet, die den zum Wasserunlöslichmachen und Erhärten des Kondensationsproduktes nötigen Katalyten enthält. Es eignet sich hiefür beispielsweise eine wässerige Lösung, die   8-5%   Ameisensäure oder 10% Ammoniumsulfat enthält. 



   Nach einigen Augenblicken ist die Kappe erweicht und in einem klebrigen Zustand, der das sofortige Aufziehen auf die Form gestattet. Das bei der Befeuchtung des Stoffes angewandte Härtungsmittel bewirkt eine Härtung des Konden- 

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 sationsproduktes und damit eine Versteifung der Kappe. Diese Versteifung ist sowohl gegen kaltes wie gegen warmes Wasser beständig. 



   Beispiel 2 : Bei gleicher Arbeitsweise wie in Beispiel   l   wird als Imprägnierungsmittel eine wässerige Lösung   eines Hamstoff-Formaldehyd-   Kondensationsproduktes verwendet (erhalten durch Kondensieren von 1 Mol Harnstoff mit 2 Mol Formaldehyd in schwach saurer Lösung, bis eine Probe mit dem doppelten Volumen Wasser bei Zimmertemperatur eine Fällung gibt, Einengen der erhaltenen Lösung auf   65%   Festgehalt und Weiterkondensieren des Produktes bei 
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 von rund   15 x 103 Centipoisen),   Als Härter wird eine   5-10%igue   wässerige Ammoniumchloridlösung verwendet. 



   Die so erhaltenen Steifkappen bleiben in kaltem Wasser über Nacht unverändert, erweichen aber beim Einlegen in Wasser von 60   C nach etwa 3 Stunden. 



   Beispiel 3 : Verwendet man bei sonst gleicher Arbeitsweise wie in Beispiel 2 ein Gemisch von 2 Teilen Harnstoffharz (erhalten wie in Beispiel 2 angegeben) und 3 Teilen Melaminformaldehydharz (erhalten wie in Beispiel 1 angegeben), so wird eine Steifkappe erhalten, die auch gegen Wasser von 60  C widerstandsfähig ist. 



   Beispiel 4 : Man stellt eine Imprägnierlösung wie folgt her : 100 Teile der nach Beispiel 2 erhaltenen   Harnstoff- Formaldehyd- Harzlösung   von 15 x 103 Centipoisen wird mit 200 Teilen Wasser verdünnt und mit einer   5% eigen   Am-   moniumchlorid-Lösung   versetzt. 



   Ein Faserstoff, beispielsweise ein saugender Zellulosefaserkarton, wird nun mit dieser Lösung imprägniert und ohne vorherige Trocknung direkt in üblicher Weise zur Steifkappe geformt. 



  Die Härtung tritt in normaler Zeit bei gewöhnlicher Temperatur ein. Die erhaltene Steifkappe entspricht hinsichtlich ihrer Wasserbeständigkeit der nach Beispiel 2 erhaltenen. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Herstellung eines nicht feuergefährlichen Steifkappenstoffes aus Faserstoffen unter Verwendung härtbarer AminoplastKunststoffe als Versteifungsmittel für Schuhwerk sowie von Steifkappen daraus, dadurch gekennzeichnet, dass man den Faserstoff mit einer wässerigen Lösung eines in Gegenwart eines Härtungsmittels bei gewöhnlicher oder wenig erhöhter Temperatur härtbaren Kondensationsproduktes aus Formaldehyd mit einem   Carbamid,   vorzugsweise Harnstoff, oder mit einem Aminotriazin, insbesondere 2,4, 6Triamine-1, 3,5-triazin   (Melamin),   oder beiden oder mit einer wässerigen Lösung zweier oder mehrerer solcher Kondensationsprodukte imprägniert und in Gegenwart eines Härtungsmittels zur Steifkappe formt. 



   2. Verfahren zur Herstellung eines nicht feuergefährlichen Steifkappenstoffes nach Anspruch   1,   dadurch gekennzeichnet, dass der Faserstoff mit der wässerigen Lösung des Kondensationsproduktes in Abwesenheit von Härtungsmitteln imprägniert und getrocknet wird.

Claims (1)

  1. 3. Verfahren zur Herstellung einer Steifkappe gemäss Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der nach Anspruch 2 hergestellte Steifkappenstoff mit einer wässerigen Lösung, die das zur Versteifung des Kappenstoffes erforderliche Härtungsmittel enthält, befeuchtet und dann zur Steifkappe geformt wird.
    4. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Härtungsmittel schon der Imprägnierlösung zugefügt und der mit dieser Lösung imprägnierte Steifkappenstoff direkt, ohne vorherige Trocknung, zur Steifkappe geformt wird.
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