AT513275B1 - Verfahren zur Rückgewinnung von Aufschlusslösung - Google Patents

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AT513275B1 AT506272012A AT506272012A AT513275B1 AT 513275 B1 AT513275 B1 AT 513275B1 AT 506272012 A AT506272012 A AT 506272012A AT 506272012 A AT506272012 A AT 506272012A AT 513275 B1 AT513275 B1 AT 513275B1
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung von Aufschlusslösung aus der beim Kochen von Zellstoff in einem Kocher erhaltenen Kochlauge eines Magnesiumbisulfit- Aufschlussverfahrens, umfassend eine thermische Zersetzung eines Teilstromes einer Magnesiumbisulfitlösung in eine MgSO3 enthaltende Lösung und ein SO2 enthaltendes Gas, wobei ein Teil des erhaltenen SO2 enthaltenden Gases gegebenenfalls nach Verdichtung und/oder Verflüssigung als freies SO2 der geklärten Magnesiumbisulfitlösung, der Aufschlusslösung oder direkt dem Kocher zugeführt wird.

Description

österreichisches Patentamt AT513 275 B1 2014-03-15
Beschreibung
VERFAHREN ZUR RÜCKGEWINNUNG VON AUFSCHLUSSLÖSUNGEN
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung von Aufschlusslösung aus der beim Kochen von Zellstoff in einem Kocher erhaltenen Kochlauge eines Magnesi-umbisulfit-Aufschlussverfahrens.
[0002] Ein typisches Magnesiumbisulfit-Aufschlussverfahren zur Herstellung von Zellstoff besteht darin, dass Holzchips in einem Kocher mit einer sauren Aufschlusslösung, welche unterschiedliche Gehalte an Magnesiumbisulfit (MgHS03) und physikalisch gelöstem S02 enthält, gekocht werden.
[0003] Während des Aufschlusses werden Lignine und Hemicellulosen so weit wie möglich aus den Holzchips in der Kochlauge gelöst, während die Cellulose ungelöst zurückbleibt. Die Kochlauge wird am Ende des Aufschlussverfahrens vom erhaltenen Zellstoff separiert und mittels verschiedener Schritte wieder aufbereitet.
[0004] Im Zuge dieser Schritte fallen Gasströme, welche S02 enthalten, an. Diese werden in der sogenannten „primären Rückgewinnung" in Aufbewahrungstanks bei unterschiedlichen Druckniveaus zusammen mit der Aufschlusslösung gesammelt und somit die Aufschlusslösung mit physikalisch gelöstem S02 angereichert.
[0005] Das Rückgewinnungssystem für S02 in einer Magnesiumbisulfit-Aufschlussanlage wird üblicherweise in drei Sektionen realisiert. Die erste Sektion ist das primäre Säure-Akkumulationssystem, mittels welchem S02-Abgase aus verschiedenen Stufen des Kochverfahrens in die unter Druck stehenden Aufbewahrungstanks gehalten werden. Das primäre Rückgewinnungssystem kann einen S02-Gaskompressor enthalten, welcher als Flüssigkeitsringkompressor ausgestaltet sein kann, wie in der AT 408 672 B gelehrt. Weitere Verfahren separieren direkt aus den S02-Abgasen des Kochverfahrens das S02 mittels Kühlung und Kondensation unter Darstellung von flüssigem S02.
[0006] Im sekundären Rückgewinnungssystem wird die Kochlauge nach einer Eindickung verbrannt, wobei Hitze (Dampf) generiert und MgO sowie S02 gewonnen werden. Das im Rauchgas enthaltene MgO wird aus dem Gasstrom separiert und anschließend mit Wasser zur Bildung eines Mg (OH)2 enthaltenden Slurrys hydriert. Der eingedickte Slurry wird zur Absorption des im Abgas der Verbrennung enthaltenen S02 eingesetzt. Dieses Abgas wird in mehreren Absorptionsstufen mit dem Mg(OH)2-Slurry bei unterschiedlichen pH-Werten versetzt. In den Absorptionsstufen mit einem pH-Wert von 6,6 bis 7,5 (,,Monosulfit"-Stufen) wird durch die Reaktion des S02 mit dem Mg(OH)2-Slurry MgS03 hergestellt, welches teils gelöst, teils ungelöst vorliegt. Bei saureren pH-Werten von 5-4,5 reagiert das MgS03 mit S02 unter Bildung von Magnesiumbisulfit, der sogenannten „Rohsäure" ("Bisulfit"-Stufen). Die Rohsäure enthält nach wie vor unlösliche Anteile an MgS03, CaS04, CaS03, Metalloxiden und Ruß. Die schwefelhaltigen Mg- und Ca-Verbindungen können auch als schlecht lösliche kristallwasserhältige Verbindungen vorliegen. Die Rohsäure muss daher in einem Klärer geklärt werden. Die geklärte Rohsäure wird (großteils) direkt und gegebenenfalls über den S02-Kompressor zu den Aufbewahrungstanks der primären Rückgewinnung rückgeführt. Der entstandene Schlamm wird in einer Kammerfilterpresse filtriert, getrocknet und entsorgt.
[0007] Ein weiteres, tertiäres Rückgewinnungssystem zur Gewinnung von freiem S02 als zu verflüssigendes oder in einem Aufstärkturm zu absorbierendes Gas ist in der AT 347 236, der AT 397 929 und der AT 398 129 beschrieben. Dabei wird aus dem sekundären Rückgewinnungssystem ein MgS03 enthaltender Teilstrom genommen, filtriert, getrocknet und thermisch bei 750°C zu MgO und S02-Gas zersetzt. Das entstandene S02-Gas muss bei hohen Temperaturen filtriert werden (AT 383 163 B) und mit Schwefelsäure getrocknet werden. Dann wird das Gas gekühlt, verdichtet und verflüssigt. Das verflüssigte S02 wird wieder im Aufschlussverfahren eingesetzt. Das entstandene MgO wird mit Wasser wiederum zu einem Mg(OH)2 enthaltenden Slurry hydriert. Der Slurry wird zur sekundären Rückgewinnung zur Absorption von S02 1 /9 österreichisches Patentamt AT 513 275 B1 2014-03-15 rückgeführt. Dieses Verfahren wird im Folgenden als „MSS-Verfahren" bezeichnet.
[0008] Die AT 348 327B beschreibt ein Verfahren zur Rückgewinnung von freiem S02 aus Rohsäure. Ein Teil der im sekundären Rückgewinnungssystem anfallenden Mg(HS03)2-Lösung, welches noch ungelöstes MgS03 enthält, wird zur Erzeugnung von MgS03 und S02 erhitzt. Das abgetrennte S02 wird mit dem anderen Teil der Lösung in Kontakt gebracht, sodass das restliche MgS03 in der Lösung zu Mg(HS03)2 reagiert und freies S02 in der noch ungeklärten Rohsäure absorbiert wird.
[0009] In einigen Dokumenten, wie z.B. der US 3 477 815 und US 3 485 581 wird die Absorption von S02 aus Rauchgasen in verschiedenen Scrubbing-Lösungen beschrieben. Die entstehende Bisulfitlösung kann durch Erhitzen in das jeweilige Sulfit sowie S02 und Wasserdampf zersetzt werden.
[0010] Die US 3 607 037 beschreibt ein Absorptionsverfahren für S02 enthaltende Rauchgase durch Kontaktieren des Rauchgases mit wässerigem Natrium-, Lithium- oder Berylliumsulfit.
[0011] In einigen weiteren Dokumenten (US 3 607 038, US 3 607 039, US 3 627 464, US 3 687 623, US 3 687 624 und US 3 687 625) werden Absorptionsverfahren von S02 enthaltenden Rauchgasen durch Kontaktieren des Rauchgases mit wässerigem Kalium-, Cäsium- oder Rubidiumsulfit beschrieben.
[0012] Die existierenden Systeme zur Rückgewinnung von S02 in einer Magnesiumbisulfit-Aufschlussanlage haben große Nachteile: [0013] Es ist nach wie vor nicht möglich, das gesamte im Aufschlussverfahren eingesetzte flüssige S02 als flüssiges S02 zurückzugewinnen. Es gibt ein Ungleichgewicht zwischen dem Bedarf an freiem S02 im Aufschlussverfahren und der Menge an in den Rückgewinnungs-Sektionen rückgewonnenem S02. Als Konsequenz daraus fallen große Mengen an Sulfit enthaltendem Rohsäureschlamm an, welcher schlussendlich mit hohen Kosten entsorgt werden muss. Das existierende MSS-Verfahren wiederum ist aufgrund der erforderlichen hohen Temperaturen (ca. 750°C) ein energieintensiver Schritt und entsprechend aufwendig, sowohl was den Betrieb (Einsatz von Erdgas zur Beheizung) als auch die Instandhaltung betrifft.
[0014] Die vorliegende Erfindung stellt sich zur Aufgabe, ein Verfahren zur Rückgewinnung von Aufschlusslösung zur Verfügung zu stellen, mit welchem insbesondere die Ausbeute an freiem S02 in der Rückgewinnung erhöht werden kann.
[0015] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren gelöst, umfassend die Schritte [0016] a) Herstellung einer Magnesiumbisulfitlösung aus durch Eindampfen und Verbrennen der Kochlauge gewonnenem MgO und S02 [0017] b) Abtrennen eines Teilstromes der Magnesiumbisulfitlösung [0018] c) Thermische Zersetzung des Teilstromes in eine MgS03 enthaltende Lösung und ein S02 enthaltendes Gas [0019] d) Rückführung des im Schritt c) erhaltenen MgS03 zum Schritt a) [0020] e) Klärung der im Schritt a) erhaltenen Magnesiumbisulfitlösung [0021] f) Rückführung der geklärten Magnesiumbisulfitlösung zu Aufbewahrungstanks für die
Aufschlusslösung, [0022] welches dadurch gekennzeichnet ist, dass zumindest ein Teil des im Schritt c) erhaltenen S02 enthaltenden Gases gegebenenfalls nach Verdichtung und/oder Verflüssigung als freies S02 der geklärten Magnesiumbisulfitlösung, der Aufschlusslösung oder direkt dem Kocher zugeführt wird.
[0023] Die Erfindung betrifft weiters eine Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. 2/9 österreichisches Patentamt AT513 275 B1 2014-03-15
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0024] Figur 1 zeigt schematisch den Aufbau einer Anlage zur Durchführung des erfindungs gemäßen Verfahrens.
[0025] Figur 2 zeigt schematisch eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
[0026] Die vorliegende Erfindung beruht auf der Idee, einen Teil der in der sekundären Rückgewinnung entstandenen Rohsäure (Magnesiumbisulfit-Lösung) thermisch zu gasförmigem S02 und MgS03 zu zersetzen und das erhaltene S02 enthaltende Gas direkt oder nach Verdichtung und/oder Verflüssigung in die geklärte Magnesiumbisulfitlösung (Rohsäure) bzw. in die unter Druck stehenden Aufbewahrungstanks der primären Rückgewinnung zurückzuführen, oder zusätzlich zur Aufschlusslösung direkt dem Kocher zuzuführen. Die konzentrierte flüssige Phase, welche Bisulfit und gelöste sowie ungelöste Monosulfite enthält, wird zur Bisulfit-Stufe des sekundären Rückgewinnungssystems rückgeführt.
[0027] Im Unterschied zu dem in der AT 348 327B beschriebenen Verfahren wird das S02 enthaltende Gas nicht der noch ungeklärten Magnesiumbisulfitlösung (Rohsäure) zugeführt, sondern der bereits im Schritt e) geklärten Magnesiumbisulfitlösung. Es wurde gefunden, dass eine Zuführung des S02-Gases zur ungeklärten Lösung eine so starke Reduzierung des pH-Wertes bewirkt, dass die Klärung unvollständig verläuft und insbesondere CaS04 nicht ausreichend abgetrennt werden kann.
[0028] Erfindungsgemäß kann das S02 enthaltende Gas der Magnesiumbisulfitlösung in allen Verfahrensstufen nach deren Klärung und vor bzw. während ihres Wiedereinsatzes im Kocher zugeführt werden. Bevorzugt erfolgt die Rückführung in die unter Druck stehenden Aufbewahrungstanks der Aufschlusslösung.
[0029] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird zumindest ein Teil des erhaltenen S02 enthaltenden Gases in verflüssigter Form direkt dem Kocher zugeführt.
[0030] Die thermische Zersetzung gemäß Schritt c) des erfindungsgemäßen Verfahrens kann bevorzugt mehrstufig durchgeführt werden.
[0031] Das in der thermischen Zersetzung erhaltene S02 enthaltende Gas ist typischerweise ein Gasgemisch aus S02 und Wasser. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vor der Rückführung des S02 enthaltenden Gases der Gehalt an Wasser reduziert, und zwar besonders bevorzugt mittels Kondensation.
[0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird ein Teil des S02 enthaltenden Gases bzw. eines Kondensates davon zur Auflösung von MgS03-Ablagerungen eingesetzt. Bei diesen Ablagerungen kann es sich insbesondere um bei der Zersetzung anfallendes kristallisiertes MgS03 handeln.
[0033] Eine Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst eine Einrichtung zur thermischen Zersetzung von Magnesiumbisulfitlösung in eine MgS03 enthaltende Lösung und ein S02 enthaltendes Gas und zumindest eine Leitung zur Abführung des S02 enthaltenden Gases wahlweise zu einem Verdichter, einer Verflüssigungseinrichtung und/oder direkt zu Aufbewahrungstanks für die Aufschlusslösung.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Anlage dadurch gekennzeichnet, dass eine Leitung von der Verflüssigungseinrichtung zu dem Zellstoffkocher vorgesehen ist.
[0035] Die Einrichtung zur thermischen Zersetzung von Magnesiumbisulfitlösung in eine MgS03 enthaltende Lösung und ein S02 enthaltendes Gas kann bevorzugt mehrstufig und in Form von zumindest zwei miteinander verbundenen Wärmeaustauschern ausgestaltet sein. Die Wärmetauscher können bevorzugt Röhren-Wärmeaustauscher sein. 3/9 österreichisches Patentamt AT513 275 B1 2014-03-15 [0036] Mit der vorliegenden Erfindung können mehrere Vorteile erzielt werden: [0037] - Ein höherer Freiheitsgrad zur Einstellung der Aufschlussbedingungen [0038] - Das Ermöglichen von saureren Aufschlussbedingungen, um bei gleichbleibender
Zellstoffqualität eine höhere Ausbeute an Nebenprodukten zu erzielen [0039] - Eine Verringerung der Menge an anfallendem Rohsäureschlamm [0040] - Eine höhere S02-Rückgewinnung und dadurch Verringerung an notwendigem Make-
Up-MgO sowie Make-Up-S02 [0041] - Gegebenenfalls das Ersetzen des aufwendigen MSS-Verfahrens.
[0042] Beispiel [0043] Figur 1 zeigt schematisch den Aufbau einer Anlage zur Rückgewinnung von Aufschlusslösung aus einem Magnesiumbisulfit-Aufschlussverfahren.
[0044] Die in der Figur angegebenen Stoffströme bedeuten dabei:
MgO bzw. Mg(OH)2 enthaltende Stoff ströme Verflüssigtes SO2
Gasförmiges SO2 aus der Bisulfitspaltung (erfindungsgemäß) Gasförmiges SO2 (gemäß Stand der Technik)
Magnesiumbi sulfitlösung bzw. Aufschlusslösung
Kochlauge -► ** + *«««
Zellstoff
Abfallstrom [0045] In einem Kocher 1 werden Holzschnitzel mit der in unter Druck stehenden Aufbewahrungstanks 2 stammenden Aufschlusslösung, enthaltend Magnesiumbisulfit und physikalisch gelöstes (sog. „freies") S02, gekocht. Der nach dem Kochprozess erhaltene Zellstoff wird über einen Blastank 3 und eine Wascheinrichtung 4 geführt und weiterbehandelt (nicht dargestellt).
[0046] Die anfallende Kochlauge durchläuft einen Stripper 5 und wird in einer Eindampfanlage 6 eingedampft. Wie aus Figur 1 schematisch ersichtlich, werden die in den Aggregaten 1 bis 6 anfallenden S02-Gase auf verschiedene Art und Weise gesammelt bzw. rückgewonnen, z.B. durch Rückführung in die Aufbewahrungstanks 1 gegebenenfalls nach Verdichtung in einem Verdichter 10 oder Verflüssigung in einer Verflüssigungseinrichtung 11 (primäre Rückgewinnung). Ein Teil der Gase kann auch zur im Folgenden näher erläuterten sekundären Rückgewinnung 7 geführt werden.
[0047] In der sekundären Rückgewinnung 7 wird die eingedampfte Kochlauge in einem Laugeverbrennungskessel 71 verbrannt. Das MgO im Rauchgas wird entweder trocken (z.B. in Multizyklonen oder Elektrofilter, 72a) abgeschieden und separat mit Wasser hydratisiert oder aus dem Rauchgas direkt in einem Nasswäscher 72b mit Wasser zur Bildung einer Mg(OH)2-Suspension abgeschieden und in einem Sedimentationstank 73 eingedickt. Das S02 enthaltende Abgas des Laugeverbrennungskessels 71 wird nunmehr in der Mg(OH)2-Suspension in mehreren Stufen 74, 75 bei unterschiedlichen pH-Werten absorbiert. Die erhaltene Bisulfitlösung wird in einem Klärer 8 geklärt und in die Aufbewahrungstanks 2 der Aufschlusslösung rückgeführt.
[0048] Mit der Bezugsziffer 12 ist in der Figur die Variante einer tertiären Rückgewinnung durch Spaltung von in den ersten Stufen 74 des Absorptionsverfahrens gewonnem Monosulfit 4/9 österreichisches Patentamt AT513 275 B1 2014-03-15 (MgS03) in MgO und S02 angedeutet („MSS-Verfahren").
[0049] Erfindungsgemäß ist nunmehr eine Einrichtung 9 vorgesehen, in welcher ein Teil der aus der sekundären Rückgewinnung stammenden Magnesiumbisulfit-Lösung thermisch in eine MgS03 enthaltende Lösung und ein S02 enthaltendes Gas zersetzt wird. Die erhaltene MgS03-Lösung wird zur sekundären Rückgewinnung, und zwar zum Ende der Monosulfitstufen 74 bzw. in die Bisulfitstufen 75 rückgeführt.
[0050] Das erhaltene S02 enthaltende Gas wird erfindungsgemäß der geklärten Magnesium-bisulfitlösung bzw. der Aufschlusslösung zugeführt und zwar insbesondere durch folgende Varianten: [0051] (i) über die Verflüssigungseinrichtung 11 [0052] (ii) direkt (ohne vorgehende Verflüssigung oder Verdichtung) und/oder [0053] (iii) nach Verdichtung im Verdichter 10.
[0054] In einer bevorzugten Ausführungsform wird zumindest ein Teil von verflüssigtem S02 über eine Leitung (iv) direkt dem Kocher 1 zugeführt.
[0055] Figur 2 zeigt eine Ausführungsform der Einrichtung 9 zur thermischen Zersetzung der rohen Bisulfitlösung in MgS03 und S02 enthaltendes Gas.
[0056] In dieser Figur bedeuten: [0057] Punktierte Linien (....) gasförmige Ströme [0058] Strichlierte Linien (—-) Kondensatströme und [0059] Durchgezogene Linien (_) die Stoffströme der Rohsäure [0060] Die aus der sekundären Rückgewinnung stammende Rohsäure wird über einen Zyklon 91 geführt, in welchem Feststoffe abgeschieden werden. Die geklärte Säure wird über einen Wärmetauscher 92 auf eine Temperatur von z.B. 70-85°C aufgewärmt und in die zweite Verdampferstufe 93 (in Figur 3 in Form von drei aufeinanderfolgenden Stufen dargestellt) geführt. Die Verdampferstufen sind bevorzugt in Form von Röhrenwärmetauschern mit aufgesetztem Ausdampfergefäß ausgestaltet. Am unteren Ende des Röhrenwärmetauschers sorgt eine Umwälzpumpe für die interne Rezirkulation. Dadurch kann ein Blockieren des Röhrenheizkörpers mit ausgefallenem Magnesiummonosulfit verhindert werden.
[0061] Die zweite Verdampferstufe 93 wird durch die Brüden der ersten Verdampferstufe 94 beheizt. Die erste Verdampferstufe 94 wird durch Dampf (strichlierte Linie) beheizt. Die zweite Verdampferstufe wird unter Vakuum (z.B. 0,1 bis 0,7 bar absolut) betrieben. Die erste Verdampferstufe wird bei höheren Temperaturen (z.B. 85-120°C) und daraus resultierendem Druck betrieben.
[0062] Nach dem Verlassen der zweiten Verdampferstufe 93 wird die Rohsäure in die erste Verdampferstufe 94 geführt. Das bedeutet, dass Rohsäure und die entstehenden Gase im Gegenstrom geführt werden.
[0063] Auf diese Weise setzt die Rohsäure in der ersten Verdampferstufe 94 Wasserdampf und gasförmiges S02 frei, welche zum Teil in der zweiten Verdampferstufe 93 als saures Kondensat kondensieren. Die nicht-kondensierbaren Gase verbinden sich mit dem Wassserdampf und gasförmigen S02 aus der zweiten Verdampferstufe 94 und bilden einen S02-hältigen Wasserdampf. Beide Verdampferstufen sind mit einer Vakuumpumpe 95 verbunden, welche diese Dämpfe zu einem der Vakuumpumpe vorgeschalteten Kondenser 96 abzieht. Innerhalb des Kondensers 96 wird saures Kondensat von nicht-kondensierbarem gasförmigem S02 abgetrennt und in dem Tank 97 gelagert. Das gebildete gasförmige S02wird erfindungsgemäß der geklärten Magnesiumbisulfit-Lösung bzw. der Aufschlusslösung zugeführt.
[0064] Die nach der ersten Verdampferstufe 94 erhaltene heisse und teil verdampfte Rohsäure, welche nun an S02 verarmt ist und dadurch ungelöstes Mg-Monosulfit enthält, wird im Wärme- 5/9 österreichisches Patentamt AT513 275 B1 2014-03-15 tauscher 92 im Gegenstrom mit der eintretenden Rohsäure gekühlt und mit den sauren Kondensaten in einem Behälter 98 vereinigt. Diese Suspension wird zu der/den Bisulfitstufe(n) 75 der sekundären Rückgewinnung geführt, um dort erneut mit S02 aus dem Abgas nach 72a oder 72b Magnesiumbisulfit zu erzeugen.
[0065] Der in der Figur 2 gezeigte Kondenser 96 ist als Mischkondenser ausgestaltet. In einer alternativen Ausführungsform kann der Kondenser 96 auch als indirekter Kondenser ausgestaltet sein. 6/9

Claims (9)

  1. österreichisches Patentamt AT513 275B1 2014-03-15 Patentansprüche 1. Verfahren zur Rückgewinnung von Aufschlusslösung aus der beim Kochen von Zellstoff in einem Kocher erhaltenen Kochlauge eines Magnesiumbisulfit- Aufschlussverfahrens, umfassend die Schritte a) Herstellung einer Magnesiumbisulfitlösung aus durch Eindampfen und Verbrennen der Kochlauge gewonnenem MgO und S02 b) Abtrennen eines Teilstromes der Magnesiumbisulfitlösung c) Thermische Zersetzung des Teilstromes in eine MgS03 enthaltende Lösung und ein S02 enthaltendes Gas d) Rückführung des im Schritt c) erhaltenen MgS03 zum Schritt a) e) Klärung der im Schritt a) erhaltenen Magnesiumbisulfitlösung f) Rückführung der geklärten Magnesiumbisulfitlösung zu Aufbewahrungstanks für die Aufschlusslösung dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des im Schritt c) erhaltenen S02 enthaltenden Gases gegebenenfalls nach Verdichtung und/oder Verflüssigung als freies S02 der geklärten Magnesiumbisulfitlösung, der Aufschlusslösung oder direkt dem Kocher zugeführt wird.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt c) mehrstufig durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das S02 enthaltende Gas ein Gasgemisch aus S02 und Wasser ist.
  4. 4. Verfahren gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Rückführung des S02 enthaltenden Gases der Gehalt an Wasser reduziert wird, bevorzugt mittels Kondensation.
  5. 5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des erhaltenen Kondensats zur Auflösung von MgS03-Ablagerungen eingesetzt wird.
  6. 6. Anlage zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche.
  7. 7. Anlage gemäß Anspruch 6, umfassend eine Einrichtung (9) zur thermischen Zersetzung von Magnesiumbisulfitlösung in eine MgS03 enthaltende Lösung und ein S02 enthaltendes Gas und zumindest eine Leitung (i, ii, iii) zur Abführung des S02 enthaltenden Gases wahlweise zu einem Verdichter (10), einer Verflüssigungseinrichtung (11) und/oder direkt zu Aufbewahrungstanks (2) für die Aufschlusslösung.
  8. 8. Anlage gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Leitung (iv) von der Verflüssigungseinrichtung (11) zu einem Zellstoffkocher (1) vorgesehen ist.
  9. 9. Anlage gemäß Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur thermischen Zersetzung mehrstufig in Form von zumindest zwei miteinander verbundenen Wärmeaustauschern ausgestaltet ist. Hierzu 2 Blatt Zeichnungen 7/9
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