CH638561A5 - Reinigungsmittel fuer textile flaechen. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Reinigungsmittel für textile Flächen, insbesondere textile Bodenbeläge, welches ein pulverförmiges, poröses Trägermaterial aufweist, das aus einem aufgeschäumten Kunststoff besteht und mit Reinigungssubstanzen angereichert ist.
Derartige Reinigungsmittel sind bekannt, indem ein anorganisches Material pulverförmig und porös sowie wasserunlöslich vorliegt, dessen Teilchen mit 80 bis 60 Gewichtsteilen einer wässrigen Lösung mit wasserlöslichen, niedermolekularen Alkoholen und einer waschaktiven Substanz verbunden werden. Speziell wird hiefür als pulverförmiges, anorganisches Material gemahlener Bimsstein, gemahlener Kalktuff, gemahlene Ziegel, gemahlener Schaumbeton oder Kieselgel verwendet. Bei dieser vorgeschlagenen Lösung zeigt es sich als nachteilig, dass die Trägermaterialien nur eine begrenzte Aufnahmemöglichkeit für die Wirkstofflösung haben. Weiterhin ist es nachteilig, dass bei der Verarbeitung dieses Materials Feinstäube entstehen, die beim Entfernen des getrockneten Reinigungsmittels mittels eines handelsüblichen Staubsaugers die Filtertüten verstopfen oder aber als Feinstaub an die Umgebung wieder abgegeben werden und damit die Umwelt beeinträchtigen. Ein weiterer Nachteil bei derartigen Materialien liegt in der teils stark abrasiven Wirkung in bezug auf die textilen Flächengebilde. Darüber hinaus ergibt sich bei den vorgeschlagenen Materialien anwendungstechnisch der Nachteil, dass das so erzeugte Reinigungsmittel eine starke Verklebungs- bzw. Verschmierungsneigung im zu behandelnden textilen Flor zeigt. Ausserdem sind die anorganischen Materialien auf Grund ihrer höheren spezifischen Gewichte sehr schwer entfernbar.
Weiterhin ist ein Verfahren zum Entfernen von Flecken in feuchtem Zustand von Textilmaterialien bekannt, wobei ein Material mit hoher Saugfähigkeit aus einem Harn-Zellular-kunststoff mit einer Volumendichte von etwa 18 bis 20 kg/m3 verwendet wird. Dieses Material soll aus einem zellförmigen Kunststoffblock mit einer hohen Saugfähigkeit und solch einer Sprödigkeit bestehen, dass sich Teilchen des zellförmigen Kunststoffs nacheinander aus dem Block lösen, wenn er auf dem Textilmaterial gerieben wird.
Auch bei dieser Lösung zeigt es sich als nachteilig, dass bei Verwendung eines Materials aus Harn-Zellularkunststoff mit einer Volumendichte von ca. 18-20 kg/m3 dieses Material für die Ganzflächenreinigung, unter Anwendung eines mechanischen Gerätes zur Einarbeitung in den Teppichflor, zu leicht ist, da es durch die zu verwendende Mechanik zu feinem Pulver verrieben wird.
Ein weiterer Nachteil bei dem beschriebenen Verfahren ist, dass es lediglich manuell angewendet werden kann und nur auf einzelne Flecken ausgerichtet ist. Eine Ganzflächenreinigung wird mit diesem Verfahren also nicht ermöglicht.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Reinigungsmittel zu schaffen, welches sich, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile, maschinell sehr gut zur Flächenreinigung anwenden lässt. Weiterhin hat es zur Aufgabe, das dem aufgeschäumten und zerkleinerten Kunststoffschaum innehaftende tensidhaltige Wasser in Verbindung mit einer starken Hilfskombination zu einem wirkungsvollen Reinigungsmittel, insbesondere auf ebenen textilen Flächengebilden, zu verhelfen.
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass das Trägermaterial ein plastifizierter Harnstoff-Formaldehyd-Harzschaum mit einem Raumgewicht von 30-60 kg/m3 sowie einem Schüttgewicht von 50-150 g/1 mit einer Korngrösse von 0,1-6 mm in zerkleinertem Zustand ist.
In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung zeigt es sich günstig, wenn der Harnstoff-Formaldehyd-Harzschaum max. 80 Gewichtsprozent vollständig homogen gespeichertes tensidhaltiges Wasser, und das fertig konfektionierte Produkt 0,1-0,5 Gewichtsprozente eines die Absaugbarkeit fördernden Antistatikums und 0,1-2 Gewichtsprozent eines flüchtigen Alkalis enthält.
Damit das Reinigungsmittel den textilen Bodenbelag hygienisch einwandfrei behandelt und sich mittels eines herkömmlichen Staubsaugers mühelos vom Belag entfernen lässt, ist es von Vorteil, wenn dem Reinigungsmittel Hilfsstoffe, wie z.B. niedermolekulare Alkohole, Bakterizide, Duftstoffe oder ähnliches zugeschlagen sind. Das Antista-tikum verhindert die statische Aufladung beim Reinigen und senkt die Bindung zwischen Reinigungsmittelrückständen und Textilfasern.
Da die Polymer-Tensid-Kombination nicht schäumt und die Wiederanschmutzung der Textilfasern vermindert, wird die sogen. Spachtelwirkung vermieden.
Bei der nunmehr vorgeschlagenen Lösung ist es vorteilhaft, dass das erfindungsgemässe Reinigungsmittel in der beanspruchten Zusammensetzung eine gleichmässige Reinigungswirkung, auch intensiv verschmutzter Stellen, ohne Hinterlassung von gelösten Schmutzrückständen zeigt, da das hydrophile, kapillaraktive Schaumstoffgerüst des Harn-stoff-Formaldehyd-Harzschaumes enorm absorptiv auf die angelösten Schmutzpartikel wirkt.
Ein weiterer Vorteil bietet sich mit der Erfindung durch die grosse innere Oberfläche der Kunststoffpartikel und die davon ausgehende Wirkung, indem die Trocknungszeiten eines solchen Reinigungsmittels in Pulverform weit unter den bisherigen Erfahrungswerten der sogenannten Pulverreinigung liegen. Das nach dem Trocknen verbleibende schmutz-beladene Trägermaterial (pulverförmiger Harnstoff-Formal-dehyd-Harzschaum) des der Erfindung zugrundeliegenden Reinigungsmittels lässt sich weiterhin vorteilhaft mit den in ihm haftenden Tensid- und Schmutzrückständen problemlos und vollständig durch Absaugen mittels eines herkömmlichen Haushaltsstaubsaugers entfernen.
Im folgenden soll die Erfindung an Hand eines Beispiels näher erläutert werden:
Die maschinell mit einem ungewöhnlich hohen Raumgewicht erstellten Harnstoff-Formaldehyd-Harzschaumblöcke werden maschinell auf eine Korngrösse von 0,1-6 mm zerkleinert. Hiernach wird dieses Grundmaterial (Trägermaterial), welches ungetrocknet einen bis zu 80%igen Anteil an tensidhaltigem Wasser beinhaltet, mit einer Wirkstofflösung in Verbindung gebracht, indem sich das Wirkstoffkonzentrat
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mit dem im Trägermaterial enthaltenen, tensidhaltigen Wasser homogen vermischt, wobei der pulverförmige Charakter des fertigen Reinigungsmittels erhalten bleibt.
Das fertig konfektionierte Reinigungsmittel wird auf die zu reinigende textile Fläche aufgebracht, indem es beispielsweise von Hand aufgestreut wird. Mittels eines handelsüblichen Bodenpflegegeräts mit einer speziellen Einarbeitungsmechanik in Form einer oszillierenden Bewegung, die speziell auf das nach der Erfindung vorliegende Reinigungsmittel abgestimmt ist, wird das somit auf dem Boden befindliche Reinigungsmittel in den Textilflor eingearbeitet.
Hierauf trennt sich die Wirkstoff lösung aufgrund der mechanischen Einwirkung vom Trägermaterial und wirkt auf den im Bodenbelag befindlichen Schmutz ein, indem dort der Schmutz angelöst, abgelöst, dispergiert und emulgiert wird. Ist dies erfolgt, so wandert die schmutzbeladene Wirkstofflösung zurück an den Träger, wo sie wieder absorbiert und gebunden wird. Dies geschieht nach Ausschalten der oben beschriebenen Reinigungsmechanik und damit mit Beginn des Trocknungsprozesses, indem die physikalischen Eigenschaften des hydrophilen HFS-Schaumes die Aufnahme der schmutzbeladenen Tenside gewährleisten.
Von Wichtigkeit ist noch, dass, bedingt durch das Kornspektrum, die Oberfläche, insbesondere die innere, struktur-5 bedingte Oberfläche, eine grösstmögliche Absorption garantiert.
Damit die vorgenannten Eigenschaften erzielt werden, muss ein offenzelliger Harnstoff-Formaldehyd-Harzschaum Verwendung finden. Dieser HFS-Schaum wird nun so modi-10 fiziert, dass bei einem höheren Raumgewicht, einem feineren Kornspektrum und einer Beaufschlagung mit Tensiden, Antistatika, Entschäumern, flüchtigem Alkali, Duftstoffen etc. ein für die mechanische Einarbeitung in den Bodenbelag verwendbares Reinigungsmittel entsteht.
Dabei ist es zwingend notwendig, dass das Kornspektrum den angegebenen Werten entspricht, um auch eine mechanische Reinigungswirkung im Bodenbelag zu erzielen und die nachfolgende Absaugbarkeit des ausgetrockneten, schmutzbeladenen Trägermaterials zu gewährleisten.
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Claims (3)
1. Reinigungsmittel für textile Flächen, insbesondere textile Bodenbeläge, welches ein pulverförmiges, poröses Trägermaterial aufweist, das aus einem aufgeschäumten Kunststoff besteht und mit Reinigungssubstanzen angereichert ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial ein plastifizierter Harnstoff-Formaldehyd-Harzschaum mit einem Raumgewicht von 30-60 kg/m3 sowie einem Schüttgewicht von 50-150 g/I mit einer Korngröse von 0,1-6 mm ist.
2. Reinigungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Harnstoff-Formaldehyd-Harzschaum max. 80 Gewichtsprozent vollständig homogen gespeichertes tensidhaltiges Wasser, und das fertig konfektionierte Produkt 0,1-0,5 Gewichtsprozent eines die Absaugbarkeit fördernden Antistatikums und 0,1-2 Gewichtsprozent eines flüchtigen Alkalis enthält.
3. Reinigungsmittel nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigungsmittel zusätzlich Hilfsstoffe, wie z.B. niedermolekulare Alkohole, Bakterizide oder Duftstoffe enthält.
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