DE10009736A1 - Hafenmobilkran zum kombinierten Container-und Schüttgutumschlag - Google Patents
Hafenmobilkran zum kombinierten Container-und SchüttgutumschlagInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Hafenmobilkran zum kombinierten Container- und Schüttgutumschlag, mit einem Unterwagen und einem auf dem Basisrahmen des Unterwagens drehbar angebrachten Oberwagen, auf dem ein Turm mit einem um eine horizontale Achse verschwenkbaren Ausleger angeordnet ist. Dabei sind an dem Basisrahmen (8) des Unterwagens (4) jeweils um vertikale Achsen verschwenkbar vier Abstützträger (9) symmetrisch zur Fahrzeuglängs- und Querachse angelenkt, an deren freien Enden vertikal wirkende Nivellierzylinder (10) vorgesehen sind, mit denen sich die Abstützträger (9) über Ballanciers (12) zur gleichmäßigen Verteilung der Stützkräfte auf den Rädern (14) mehrerer Fahrwerkgruppen (11) abstützen.
Description
Die Erfindung betrifft einen Hafenmobilkran zum kombinierten Container- und
Schüttgutumschlag, mit einem Unterwagen und einem auf dem Basisrahmen des
Unterwagens drehbar angebrachten Oberwagen, auf dem ein Turm mit einem um eine
horizontale Achse verschwenkbarem Ausleger angeordnet ist.
Hafenmobilkrane der vorbeschriebenen Bauart sind in der Standardausführung für
Kaianlagen konzipiert, die relativ hohe Achslasten von etwa 60 t/Achse und
Flächenlasten unter vorgesehenen Abstützplatten von etwa 50 bis 60 t/m2 zulassen.
Die Achslasten bzw. Flächenlasten können gegebenenfalls kundenspezifisch dadurch
reduziert werden, dass zusätzliche Achsen und größere Abstützplatten verwendet
werden.
In vielen Teilen der Welt sind jedoch die vorstehenden Maßnahmen an den
vorhandenen Hafenmobilkranen nicht technisch realsierbar oder nicht ausreichend,
weil stark überalterte Kaianlagen vorhanden sind. Aber auch die Bauart neuerer Kais,
bei denen in der Regel Standardbetonteile aus dem Strassenbrückenbau verwendet
werden, läßt vielfach nur relativ kleine Achs- bzw. Flächenlasten zu.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Hafenmobilkran zum kombinierten
Container- und Schüttgutumschlag so zu konzipieren, dass das mobile Umschlaggerät
mit deutlich reduzierten Stützlasten auch in solchen See- und Binnenhäfen zum Be-
bzw. Entladen von Schiffen eingesetzt werden kann, deren Kaianlagen nicht geeignet
sind, die Stützlasten von Hafenmobilkranen in Standardausführung aufzunehmen.
Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass an dem
Basisrahmen des Unterwagens jeweils um vertikale Achsen verschwenkbar vier
Abstützträger symmetrisch zur Fahrzeuglängs- und -querachse angelenkt sind, an
deren freien Enden vertikal wirkende Nivellierzylinder vorgesehen sind, mit denen sich
die Abstützträger über Balanciers zur gleichmäßigen Verteilung der Stützkräfte auf den
Rädern mehrerer Fahrwerkgruppen abstützen.
Mit dem erfindungsgemäßen Hafenmobilkran wird ein neuartiges Umschlaggerät
geschaffen, das äußerst mobil und flexibel in der Anwendung ist. Gegenüber einem
kundenspezifisch angepaßten Hafenmobilkran entstehen keine Mehrkosten. Trotzdem
garantiert das Balanciersystem eine gleichmäßige, den zulässigen Kaibelastungen
angepaßte Achslast, und zwar sowohl in der Transportstellung als auch in der
Arbeitsstellung des Gerätes. Zusätzliche vergrößerte Abstützplatten sind nicht mehr
erforderlich, denn der sockelartige Basisrahmen des Unterwagens dient als Lagerung
für die vier Abstützträger, die über die Balanciers die Stützkräfte des Hafenmobilkran in
die Fahrwerkgruppen einleiten. Dabei hat das Fahrwerk eine minimale Abstützbasis
beim Transport des Gerätes und eine maximale Abstützbasis beim Arbeitseinsatz, weil
die Abstützträger in die Arbeits- und die Transportstellung verschwenkbar sind.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass zwischen dem
Basisrahmen und dem Balancier jeder Fahrwerksgruppe jeweils eine mit dem
Abstützträger ein Parallelogrammgetriebe bildende Koppelstange vorgesehen ist, mit
der die Fahrwerkgruppe in jeder Schwenkstellung der Abstützträger parallel zur
Fahrzeuglängsachse einstellbar ist. Die Koppelstangen sorgen beim und nach dem
Verschwenken der Abstützträger für eine Grundstellung der Räder aller
Fahrwerksgruppen in jeweils ein und derselben Richtung, nämlich in Richtung der
Fahrzeuglängsachse, gleichgültig wie groß der Verschwenkwinkel der Abstützträger
ist.
Um in der Arbeitsstellung und auch in der Transportstellung stabile Verhältnisse zu
erhalten, ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass die
Abstützträger sowohl in ihrer ausgeschwenkten Arbeitsstellung als auch in ihrer
eingeschränkten Transportstellung mittels teleskopierbarer Arretiereinrichtungen
fixierbar sind, die zwischen dem Basisrahmen und dem freien Ende der Abstützträger
angeordnet sind.
Das Verstellen der Abstützträger erfolgt mit Mitteln des Fahrwerkes selbst, indem nach
einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgeschlagen wird, dass die um ±90°
verschwenkbaren Achsen der Fahrwerke zum Verstellen der Abstützträger zwischen
der Transport- und der Arbeitsstellung rechnergesteuert und überwacht auf einem
gemeinsamen Lenkpol einstellbar sind, und die Verschwenkbewegungen der
Abstützträger durch Betätigen der Fahrwerksantriebe durchführbar ist. Die Stellung der
Achsen wird dabei mittels Drehwinkelgeber überwacht, die Schwenkung erfolgt
automatisch so, dass sich alle Achsen beispielsweise in Richtung der Gerätemitte
(Mitte Drehverbindung) einstellen. Auf diese Weise lassen sich die Stützträger ohne
zusätzliche Hydraulikzylinder oder ähnliche Einrichtungen schwenken.
Da häufig nur relativ schmale Kais vorhanden sind, bei denen nach Abzug der
notwendigen LKW-Fahrspur von der Kaibreite nicht ausreichend Standfläche verbleibt,
um einen Hafenmobilkran der Standardbaureihe mit der erforderlichen Tragkraft
aufzustellen, bietet der erfindungsgemäße Fahrzeugkran nach einem weiteren
Merkmal der Erfindung einen freien Raum zwischen den Fahrwerken des
Hafenmobilkrans in dessen Längsrichtung zum Unterfahren des Hafenmobilkrans mit
Transportfahrzeugen.
Weil der erfindungsgemäße Hafenmobilkran keine separate Abstützung mehr erfordert,
muß das gleichzeitig als Abstützung dienende Fahrwerk entsprechend
schwingungsgedämpft sein. Um dies zu erreichen, wird nach einem anderen Merkmal
der Erfindung vorgeschlagen, dass die Fahrwerkgruppen des Hafenmobilkranes bereift
sind und die Reifen der Räder zur Schwingungsdämpfung des Gerätes zu ca. 75% mit
Wasser gefüllt sind. Die schwingungsdämpfende Wirkung dieser Maßnahme ist
insbesondere für das Gerät in Arbeitsstellung erwünscht. Gegebenenfalls ist die
Wasserfüllung mit Frostschutzmittel versehen.
Die Erfindung schafft ein flexibles und mobiles Umschlaggerät, das kostengünstig und
damit wirtschaftlich auch auf schmalen Kaianlagen mit niedrigerer Standfestigkeit des
Untergrundes eingesetzt werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird
nachfolgend beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine Vorder- und Seitenansicht des Hafenmobilkranes in der
Arbeitsstellung,
Fig. 2 eine Detailansicht aus Fig. 1,
Fig. 3 eine Detailansicht aus Fig. 1,
Fig. 4 eine Draufsicht des Fahrwerkes in Arbeitsstellung,
Fig. 5 eine Draufsicht des Fahrwerkes in Transportstellung,
Fig. 6 eine Draufsicht auf ein anderes Fahrwerk in Arbeitsstellung, und
Fig. 7 eine Draufsicht auf noch ein anderes Fahrwerk in Arbeitsstellung.
In Fig. 1 ist mit 1 der Hafenmobilkran bezeichnet, der ein vor einem Kai 2 liegendes
Containerschiff 3 bedient. Der Hafenmobilkran 1 besteht aus dem Unterwagen 4, dem
Oberwagen 5, dem Turm 6 und dem Ausleger 7.
In Fig. 2 erkennt man auf dem Kai 2 in Vorderansicht den Unterwagen 4, bestehend
aus dem Basisrahmen 8, an dem die Abstützträger 9 gelenkt sind. Mit 10 sind die
Nivellierzylinder bezeichnet, die auf der Fahrwerkgruppe 11 abgestützt sind. Die
Fahrwerksgruppe 11 besteht aus dem Balanciersystem 12, den Balanciers 12.1, 12.2
und 12.3, den Achsen 13 und den Rädern 14. Das Lichtraumprofil unterhalb des
Sockels bietet ausreichend Raum für die Durchfahrt von zwei LKW 15.
Fig. 3 ist ebenfalls eine Detailansicht aus Fig. 1 und zeigt den Unterwagen 4 des
Hafenmobilkranes 1 in der Seitenansicht. Gleiche Teile sind gleich bezeichnet.
Eine Draufsicht auf das erfindungsgemäße Fahrwerk in Arbeitsstellung des
Hafenmobilkranes 1 ist in Fig. 4 dargestellt. Erkennbar ist der Unterwagen 4 mit dem
Basisrahmen 8, den Abstützträgern 9 sowie die Fahrwerksgruppen 11. Die
Fahrwerksgruppen bestehen jeweils aus dem Balanciersystem 12 mit den Balanicers
12.1, 12.2 und 12.3, den Achsen und den Rädern 14. Die vier Fahrwerksgruppen 11
werden jeweils durch die Koppelstangen 16 parallel zur Gerätelängsachse gehalten.
Die maximale Abstützbasis zur Arbeitsstellung wird in ihrer Endlage mittels
teleskopierbarer Arretiereinrichtungen 17 fixiert.
Fig. 5 zeigt das Gerät nach Fig. 4 in einer Draufsicht, wobei hier die
Transportstellung dargestellt ist. Gleiche Teile sind gleich bezeichnet, erkennbar sind
die Abstützträger 9 nahezu parallel zur Längsachse des Hafenmobilkranes 1
geschwenkt, so dass die Abstützbreite des Gerätes deutlich reduziert ist. Die
Koppelstangen 16 haben die vier Fahrwerksgruppen 11 parallel zur Gerätelängsachse
fixiert, so dass das Gerät nunmehr in Längsrichtung verfahrbar ist. Die maximale
Abstützbasis zur Transportstellung ist ebenfalls, wie die Arbeitsstellung mittels der
teleskopierbaren Arretiereinrichtung 17 fixierbar.
In Fig. 6 ist ein Gerät mit geringerer Tragfähigkeit ebenfalls in der Draufsicht auf den
Unterwagen 4 dargestellt. Das geringere Transportgewicht und die geringere
Transportfähigkeit erlauben eine geringere Anzahl von Achsen, z. B. sechs Achsen in
der Fahrwerksgruppe 18. Ansonsten sind gleiche Teile gleich bezeichnet.
In Fig. 7 ist ein Gerät mit noch geringerer Tragfähigkeit und kleinerem
Transportgewicht dargestellt, das es erlaubt, die Abstützung auf vier Achsen pro
Fahrwerksgruppe 20 zu verteilen.
Claims (6)
1. Hafenmobilkran zum kombinierten Container- und Schüttgutumschlag, mit
einem Unterwagen und einem auf dem Basisrahmen des Unterwagens drehbar
angebrachten Oberwagen, auf dem ein Turm mit einem um eine horizontale
Achse verschwenkbarem Ausleger angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Basisrahmen (8) des Unterwagens (4) jeweils um vertikale Achsen
verschwenkbar vier Abstützträger (9) symmetrisch zur Fahrzeuglängs- und
Querachse angelenkt sind, an deren freien Enden vertikal wirkende
Nivellierzylinder (10) vorgesehen sind, mit denen sich die Abstützträger (9) über
Ballanciers (12) zur gleichmäßigen Verteilung der Stützkräfte auf den Rädern
(14) mehrerer Fahrwerkgruppen (11) abstützen.
2. Hafenmobilkran nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Basisrahmen (8) und dem Ballancier (12) jeder
Fahrwerkgruppe (11) jeweils eine mit dem Abstützträger (9) ein
Parallelogrammgetriebe bildende Koppelstange (16) vorgesehen ist, mit der die
Fahrwerkgruppe (11) in jeder Schwenkstellung der Abstützträger (9) parallel zur
Fahrzeuglängsachse einstellbar ist.
3. Hafenmobilkran nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstützträger (9) sowohl in ihrer ausgeschwenkten Arbeitsstellung
(Fig. 4) als auch in ihrer eingeschwenkten Transportstellung (Fig. 5) mittels
teleskopierbarer Arretiereinrichtungen (17) fixierbar sind, die zwischen dem
Basisrahmen (8) und dem freien Ende der Abstützträger (9) angeordnet sind.
4. Hafenmobilkran nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die um ±90° verschwenkbaren Achsen (13) der Fahrwerkgruppen (11)
zum Verstellen der Abstützträger (9) zwischen der Transport- und der
Arbeitsstellung rechnergesteuert und überwacht auf einen gemeinsamen
Lenkpol einstellbar sind und die Verschwenkbewegung der Abstützträger (9)
durch Betätigung der Fahrwerkantriebe durchführbar ist.
5. Hafenmobilkran nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen den Fahrwerksgruppen (11) des Hafenmobilkranes (1) in dessen
Längsrichtung Raum zum Unterfahren des Hafenmobilkran (1) mit
Transportfahrzeugen (15) belassen ist.
6. Hafenmobilkran nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fahrwerkgruppen (11) des Hafenmobilkranes (1) bereift sind und die
Reifen der Räder (14) zur Schwingungsdämpfung des Gerätes zu ca. 75% mit
Wasser gefüllt sind.
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