DE10011564C1 - Verfahren zur Herstellung von Polyorganosiloxanemulsionen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von PolyorganosiloxanemulsionenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyorganosiloxanemulsionen, deren innere Phase den Polyorganosiloxanwirkstoff und deren äußere Phase einen Emulgator oder ein Emulgatorgemisch und gegebenfalls ein emulsionsstabiliserendes Schutzkollid gelöst oder dispergiert enthält, die so erhältlichen Polysiloxanemulsionen sowie insbesondere die Verwendung dieser derart hergestellten Makroemulsionen als Entschäumer. DOLLAR A Eine erste Ausführungsform der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyorganosiloxanemulsion, gekennzeichnet durch DOLLAR A a) Formulierung eines Gemisches aus: DOLLAR A 5 bis 50 Gew.-% gegebenenfalls hydrophobe Festkörper enthaltenden Polyorganosiloxanen, DOLLAR A 0 bis 20 Gew.-% organischem Öl, DOLLAR A 0,5 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer nichtionischer oder anionischer Emulgatoren, DOLLAR A 40 bis 95 Gew.-% Wasser sowie DOLLAR A gegebenenfalls Verdicker, Schutzkolloide und/oder Konservierungshilfsmittel, DOLLAR A b) Durchleiten dieses Gemisches und Dispergierung in wenigstens einer Interaktionskammer mit einer Kapillardicke von 100 bis 500 mum in einem Druckbereich von 100 bis 1000 bar und DOLLAR A c) Entspannung dieses Gemisches in einem Auslass-Reservoir, wobei die mittleren Tröpfchengrößen 0,5 bis 100 mum betragen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Polyorganosiloxanemulsionen, deren innere Phase den
Polyorganosiloxanwirkstoff und deren äußere Phase einen
Emulgator oder ein Emulgatorgemisch und gegebenenfalls ein
emulsionsstabilisierendes Schutzkolloid gelöst oder dispergiert
enthält, die so erhältliche Polysiloxanemulsion sowie
insbesondere die Verwendung dieser derart hergestellten
Makroemulsionen als Entschäumer.
Bekannte Entschäumeremulsionen sind dem Stand der Technik
entsprechend (DE 28 29 906 A, DE 42 37 754 A) Makroemulsionen,
deren dispergierte Phase Teilchen mit mittleren Teilchengrößen
bis 100 µm aufweist. Dabei besteht die innere Phase aus dem
Entschäumerwirkstoff oder enthält ihn in einem Trägermedium wie
zum Beispiel einem Lösemittel.
Die Verwendung von Polyorganosiloxanen, zum Beispiel in Form
von Siliconölen oder Polyethersiloxancopolymeren als
Entschäumeröle ist bekannt (US 3,763,021 A, US 5,804,099 A).
Dabei können in den Ölen feinteilige Feststoffe enthalten sein,
welche die entschäumende Wirkung noch verstärken. Beispiel
eines solchen geeigneten feinteiligen Feststoffes ist
hochdisperse, meist pyrolytisch gewonnene Kieselsäure, die
durch Behandlung mit Organosiliciumverbindungen hydrophobiert
sein kann (R. E. Patterson, Coll. And Surfaces A, 74, 115
(1993)).
Die Verwendung dieser Polyorganosiloxane ist insbesondere in
Form ihrer o/w-Emulisonen bevorzugt, weil in Abhängigkeit von
der gewählten Rühr- und Homogenisiermechanik eine
Teilchengrößenvoreinstellung der Entschäumeröltröpfchen möglich
ist. Diese Verteilung kann bei nur geringem Scherkrafteintrag
in das zu entschäumende System übertragen werden. Die jeweilige
Teilchengrößenverteilung ist entscheidend für die
Charakteristik des Entschäumers in dem zu entschäumenden
System. Auch im Hinblick auf die Dosierbarkeit ist die
Verwendung von o/w-Emulsionen gegenüber den reinen Wirkstoffen
deutlich bevorzugt.
Allerdings sind zur Herstellung solcher o/w-Emulsionen vielfach
aufwendige Mehrstufenverfahren notwendig, insbesondere sind
resultierende Produktqualitäten dieser Makroemulsionen häufig
zudem unzureichend.
Derartige Polyorganosiloxanemulsionen neigen beispielsweise
infolge ihrer relativ großen Teilchen in der dispersen Phase zu
Sedimentation und Koaleszenz. Insbesondere sind daher auch die
Eigenschaftsprofile (Wirksamkeit, Neigung zu Ober
flächendefekten) solcher Entschäumeremulsionen schwankend und
mit der Zeit veränderlich, was immer wieder zu
Anwendungsproblemen führt. Zwar lässt sich mit Hilfe von
Schutzkolloiden durch Viskositätssteigerung diesem Effekt
entgegenwirken. Trotzdem sind in vielen Fällen erreichbare
Wärme- und Schüttelstabilitäten unzureichend. Auch hat es nicht
an Versuchen gefehlt durch höhere Emulgatorgehalte diese
Eigenschaften zu verbessern. Nur ist es dem Fachmann geläufig,
dass mit zunehmendem Emulgatorgehalt die Wirksamkeit von
Entschäumern über die Zeit drastisch abnimmt.
Ein Dispergierprozess basierend auf der Serienschaltung von
Produktgemischen ist bislang zur Herstellung von
Tintenstrahldruckerfarben (US 5,168,022 A, US 5,026,427 A) oder
Magnetpulverdispersionen (US 5,927,852 A) beschrieben.
Ein ähnliches Prinzip ist zur Herstellung von Mikroemulsionen
(alle Tröpfchen < 1 µm) bekannt (US 4,908,154 A). Allerdings
wird in diesem Falle der Produktstrom in zwei Teile geteilt,
ändert seine Richtung, kollidiert mit sich selbst im
Gegenstromverfahren und fließt anschließend wieder in einem
Strom zusammen.
Die Herstellung von Polyorganosiloxanemulsionen mittels dieses
Verfahrens ist unbekannt.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
Polyorganosiloxanemulsionen herzustellen, welche koaleszenz-
und sedimentationsstabiler bei Wärme- und Schüttelbelastung
sind, emulgatorärmer sind, gute entschäumende Eigenschaften
besitzen, und diese Performance über längere Zeit beibehalten.
Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird über
raschenderweise dadurch gelöst, dass folgendes Verfahren zur
Herstellung der Polyorganosiloxanemulsionen eingesetzt wird:
- a) Formulierung eines Gemisches aus:
5 bis 50 Gew.-% gegebenenfalls hydrophobe Festkörper enthaltenden Polyorganosiloxanen,
0 bis 20 Gew.-% organischem Öl,
0,5 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer nichtionischer oder anionischer Emulgatoren,
40 bis 95 Gew.-% Wasser sowie
gegebenenfalls Verdicker, Schutzkolloide und/oder Konser vierungshilfsmittel, - b) Durchleiten dieses Gemisches und Dispergierung in wenigstens einer Interaktionskammer mit einer Kapillardicke von 100 bis 500 µm in einem Druckbereich von 100 bis 1000 bar und
- c) Entspannung dieses Gemisches in einem Auslaß-Reservoir,
wobei die mittleren Tröpfchengrößen 0,5 bis 100 µm betragen.
Überraschenderweise sind die Emulsionsstabilitäten
erfindungsgemäß hergestellter O/W-Polyorganosiloxanemulsionen
im Vergleich zu nach herkömmlichen Methoden
(Hochdruckhomogenisator, Rotor-Stator-Systeme, Kolloidmühle
u. a.) hergestellten Emulsionen signifikant verbessert
respektive lassen sich Emulsionen mit deutlich geringerem
Emulgatorbedarf und demzufolge verbessertem Eigenschaftsprofil
herstellen. Dabei wird die Formulierung aus Polyorganosiloxan,
Emulgator(en), Wasser und gegebenenfalls weiteren Zusätzen
unter einem Druck von 100 bis 1000 bar, vorzugsweise 100 bis
600 bar, insbesondere bevorzugt 150 bis 450 bar durch ein oder
mehrere Mikrokanäle mit Kapillardicken von 100 bis 500 µm,
idealerweise von 200 bis 400 µm, geleitet. Dabei sind diese
kapillaren Mikrokanäle vorzugsweise dadurch gekennzeichnet,
dass sie an wenigstens einer Stelle geknickt sind, so dass der
Produktstrom in seiner Richtung umgelenkt wird. Nach
Entspannung und Auffangen der Polyorganosiloxanemulsion erhält
man ein Produkt, das durch mittlere Tröpfchengrößen von 0,5 bis
100 µm charakterisiert ist.
Die vorteilhafte Eignung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
Herstellung dieser makrodispersen Polyorganosiloxanemulsionen
ist daher überaus überraschend.
Derartige Polyorganosiloxanemulsionen können nicht nur als
Entschäumer Verwendung finden, sondern eignen sich auch als
Trennmittel oder Bautenschutzmittel.
Die erfindungsgemäß herzustellenden Entschäumeremulsionen
können in an sich bekannter Weise unter anderem zur
Entschäumung von Tensidlösungen, Tensidkonzentraten, Latices,
Reinacrylatdispersionen (beispielsweise für Papierbeschich
tungen, Klebstoffe, Dispersionsfarben), Lacken und wässrigen
Druckfarben verwendet werden.
Als nichtionische Emulgatoren enthalten die gemäß dem
erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten und einzusetzenden
Polyorganosiloxanemulsionen ein oder mehrere nichtionische oder
anionische Emulgatoren. Beispiele nichtionischer Emulgatoren
sind die Fettsäureester mehrwertiger Alkohole, deren
Polyalkylenglycolderivate, die Polyglycolderivate von
Fettsäuren und Fettalkoholen, Alkylphenolethoxylate sowie
Blockcopolymere aus Ethylenoxid und Propylenoxid, ethoxylierte
Amine, Aminoxide, Acetylendioltenside und Silicontenside.
Vorzugsweise werden Ethoxylierungsderivate fettchemischer
Rohstoffe verwendet. Besonders bevorzugt sind nichtionische
Oleyl- und Stearylderivate.
Beispiele anionischer Emulgatoren sind Dialkylsulfosuccinate
(Emcol® 4500), Alkylethersulfate und -phosphate, Alkylsufate
(Witcolate® D5-10) und alpha-Olefinsulfonate (Witconate® AOS).
Auch spezielle blockcopolymere Emulgatoren, wie sie in der
DE 198 36 253 A beschrieben sind, seien erwähnt.
Beispielhafte Schutzkolloide und Verdicker sind Cellu
losederivate wie Methylcellulose, Carboxymethylcellulose,
Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylcellulose, ferner synthe
tische Polymere wie Polyvinylalkohol, Polyacrylate und
Maleinsäureanhydridcopolymere (US 4,499,233 A, US 5,023,309 A)
oder insbesondere lineare und verzweigte Polyurethane
(US 4,079,028 A, US 4,155,892 A), Polyharnstoffe,
Polyetherpolyole (US 4,288,639 A, US 4,354,956 A, US 4,904,466 A)
sowie biosynthetische Polymere wie zum Beispiel Xanthan Gum.
Beispiele anorganischer Feststoffe sind gegebenenfalls
hydrophobierte Kieselsäure, Aluminiumoxid, Erdalkalicarbonate
oder ähnliche aus dem Stand der Technik bekannte und übliche
feinteilige Feststoffe. Als organische feinteilige Substanzen
können für diesen Zweck bekannte Erdalkalisalze von
langkettigen Fettsäuren mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen, die
Amide dieser Fettsäuren sowie Polyharnstoffe verwendet werden.
Erfindungsgemäß herzustellende Polyorganosiloxanemulsionen sind
beispielhaft in den Ausführungsbeispielen beschrieben. Dabei
entsprechen die stofflichen Formulierungen dem Stand der
Technik, wie er beispielsweise in DE 24 43 853 A, DE 38 07 247 A
und DE 42 37 754 A beschrieben ist.
Zu 74,55 Teilen 60°C warmem Wasser wurden 5 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid (Atlas®
G1300 der Firma ICI) und ethoxylierter Fettsäure (Brij® 72 der
Firma ICI) gegeben. In diese warme Mischung wurden nun 0,25
Teile eines anionischen Polyacrylamides (Praestol® der Firma
Stockhausen) eingestreut. Man ließ die Mischung 10 Minuten
rühren und gab 20 Teile eines SiO2 (5 Teile Sipernat® D10 der
Firma Degussa)-enthaltenden Organosiloxanes (Tego® Glide B1484
der Firma Tego), welches eine Viskosität von 800 mPas und eine
mittlere Molekularmasse von 8500 g/mol aufwies, dazu. Nach
weiterem 10-minütigem Rühren wurde die Mischung bei 300 bar
durch zwei in Reihe geschaltete Interaktionskammern, wobei die
Kapillardicke der ersten Kammer 400 µm und die der zweiten
Kammer 200 µm betrug, gepumpt. Am Auslass wurde die Mischung
mittels eines Plattenkühlers auf < 30°C gekühlt. Es bildete
sich eine Emulsion, welche sowohl unverdünnt als auch verdünnt
keine Abscheidungen aufwies.
Zu 73,29 Teilen 60°C warmem Wasser wurden 5 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid gemäß
Beispiel 1 und ethoxylierter Fettsäure gemäß Beispiel 1
gegeben. In diese warme Mischung wurden nun 0,16 Teile des
Polyacrylamides gemäß Beispiel 1 und 1,35 Teile eines linearen,
wasserdispergierbaren Polyurethanes (Coatex® BR 910 der Firma
Coatex) eingestreut. Man ließ die Mischung 10 Minuten rühren
und gab 16,00 Teile des SiO2-enthaltenden Organosiloxanes gemäß
Beispiel 1 und 4,00 Teile eines Polyalkylenglycolethers (Arcol®
2000 N der Firma Lyondell) mit einem MG von ca. 2000 g/mol dazu.
Nach weiterem 10-minütigem Rühren wurde die Mischung bei
150 bar durch eine Interaktionskammer, deren Kapillardicke
400 µm betrug, gepumpt. Am Auslass wurde die Mischung mittels
eines Plattenkühlers auf < 30°C gekühlt. Es bildete sich eine
Emulsion, welche sowohl unverdünnt als auch verdünnt keine
Abscheidungen aufwies.
Zu 74,55 Teilen 70°C warmem Wasser wurden 5 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid gemäß
Beispiel 1 und ethoxylierter Fettsäure gemäß Beispiel 1
gegeben. In diese warme Mischung wurden nun 0,25 Teile des
Polyacrylamides gemäß Beispiel 1 eingestreut. Man ließ die
Mischung 10 Minuten rühren und gab 20 Teile eines SiO2 (5 Teile
Sipernat® D10 der Firma Degussa)-enthaltenden Organosiloxanes
(Tego® Antifoam EH 7284-6 der Firma Goldschmidt), welches eine
Viskosität von 1600 mPas und eine mittlere Molekularmasse von
12000 g/mol aufwies, dazu. Nach weiterem 10-minütigem Rühren
wurde die Mischung bei 250 bar durch zwei in Reihe geschaltete
Interaktionskammern, wobei die Kapillardicke der ersten Kammer
400 µm und die der zweiten Kammer 200 µm betrug, gepumpt. Am
Auslass wurde die Mischung mittels eines Plattenkühlers auf
< 30°C gekühlt. Es bildete sich eine Emulsion, welche sowohl
unverdünnt als auch verdünnt keine Abscheidungen aufwies.
Zu 74,55 Teilen 70°C warmem Wasser wurden 3 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid gemäß
Beispiel 1 und ethoxylierter Fettsäure gemäß Beispiel 1
gegeben. In diese warme Mischung wurden nun 0,25 Teile des
Polyacrylamides gemäß Beispiel 1 eingestreut. Man ließ die
Mischung 10 Minuten rühren und gab 20 Teile eines
SiO2-enthaltenden Organosiloxanes gemäß Beispiel 3 dazu. Nach
weiterem 10-minütigem Rühren wurde die Mischung bei 150 bar
durch zwei in Reihe geschaltete Interaktionskammern, wobei die
Kapillardicke der ersten Kammer 400 µm und die der zweiten
Kammer 200 µm betrug, gepumpt. Am Auslass wurde die Mischung
mittels eines Plattenkühlers auf < 30°C gekühlt. Es bildete
sich eine Emulsion, welche sowohl unverdünnt als auch verdünnt
keine Abscheidungen aufwies.
Zu 10,00 Teilen 60°C warmem Wasser wurden 5,00 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid gemäß
Beispiel 1 und ethoxylierter Fettsäure gemäß Beispiel 1 gegeben
und 10 Minuten mit einer Turbine bei einer
Umfangsgeschwindigkeit von 6 m/s gerührt. In diese warme
Mischung gibt man 20 Teile des SiO2-enthaltenden
Organosiloxanes gemäß Beispiel 1 innerhalb von 5 Minuten dazu.
Nach weiterem 10-minütigem Rühren bei 6 m/s wurden, unter
Kühlung, 50,00 Teile der 0,5%igen Polyacrylamidlösung gemäß
Beispiel 1 zugegeben. Danach erfolgte die Zugabe von
10,00 Teilen Wasser. Das Ganze wurde bis zum Erreichen einer
Temperatur von < 30°C, mindestens jedoch 10 Minuten, gerührt.
Danach wurde die Mischung bei 50 bar durch einen
Spalthomogenisator gepumpt. Es bildete sich eine Emulsion,
welche sowohl unverdünnt als auch verdünnt keine Abscheidungen
aufwies.
Zu 10,00 Teilen 60°C warmem Wasser wurden 5,00 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid gemäß
Beispiel 1 und ethoxylierter Fettsäure gemäß Beispiel 1 gegeben
und 10 Minuten mit einer Turbine bei einer
Umfangsgeschwindigkeit von 6 m/s gerührt. In diese warme
Mischung gab man 16,00 Teile des SiO2-enthaltenden
Organosiloxanes gemäß Beispiel 1 und 4,00 Teile des
Polyalkylenglycolethers gemäß Beispiel 2 dazu. Nach weiterem
10-minütigem Rühren bei 6 m/s wurden, unter Kühlung,
32,00 Teile der 0,5%igen Polyacrylamidlösung gemäß Beispiel 1
und 30,00 Teile einer 4, 5%igen Mischung eines linearen,
wasserdipergierbaren Polyurethanes gemäß Beispiel 2 zugegeben.
Das Ganze wurde bis zum Erreichen einer Temperatur von < 30°C,
mindestens jedoch 10 Minuten, gerührt. Danach wurde die
Mischung bei 50 bar durch einen Spalthomogenisator gepumpt. Es
bildete sich eine Emulsion, welche sowohl unverdünnt als auch
verdünnt keine Abscheidungen aufwies.
Zu 10,00 Teilen 60°C warmem Wasser wurden 5,00 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid gemäß
Beispiel 1 und ethoxylierter Fettsäure gemäß Beispiel 1 gegeben
und 10 Minuten mit einer Turbine bei einer
Umfangsgeschwindigkeit von 6 m/s gerührt. In diese warne
Mischung gab man 20 Teile des SiO2-enthaltenden Organosiloxanes
gemäß Beispiel 3 innerhalb von 5 Minuten dazu. Nach weiterem
10-minütigem Rühren bei 6 m/s wurden, unter Kühlung,
50,00 Teile der 0,5%igen Polyacrylamidlösung gemäß Beispiel 1
zugegeben. Danach erfolgte die Zugabe von 10,00 Teilen Wasser.
Das Ganze wurde bis zum Erreichen einer Temperatur von < 30°C,
mindestens jedoch 10 Minuten, gerührt. Danach wurde die
Mischung bei 50 bar durch einen Spalthomogenisator gepumpt. Es
bildete sich eine Emulsion, welche sowohl unverdünnt als auch
verdünnt keine Abscheidungen aufwies.
Zu 10,00 Teilen 60°C warmem Wasser wurden 3,00 Teile einer
Mischung aus gleichen Teilen ethoxyliertem Triglycerid gemäß
Beispiel 1 und ethoxylierter Fettsäure gemäß Beispiel 1 gegeben
und 10 Minuten mit einer. Turbine bei einer
Umfangsgeschwindigkeit von 6 m/s gerührt. In diese warme
Mischung gab man 20 Teile des SiO2-enthaltenden Organosiloxanes
gemäß Beispiel 2 innerhalb von 5 Minuten dazu. Nach weiterem
10-minütigem Rühren bei 6 m/s wurden, unter Kühlung,
50,00 Teile der 0,5%igen Polyacrylamidlösung gemäß Beispiel 1
zugegeben. Danach erfolgte die Zugabe von 10,00 Teilen Wasser.
Das Ganze wurde bis zum Erreichen einer Temperatur von < 30°C,
mindestens jedoch 10 Minuten, gerührt. Danach wurde die
Mischung bei 50 bar durch einen Spalthomogenisator gepumpt. Es
bildete sich eine Emulsion, welche unverdünnt leichte und im
verdünnten Zustand starke Wirkstoffabscheidungen aufwies.
Die Teilchenverteilungen der Beispiele 1 bis 4 und
Vergleichsbeispiele 1 bis 4 wurden mittels eines Coulter LS 230
vermessen.
Infolge der Produktinstabilität war eine Teilchengrößen
bestimmung der Vergleichsemulsion 4 nicht möglich.
Die erfindungsgemäß herzustellenden Entschäumeremulsionen
wiesen insbesondere die folgenden verbesserten anwendungs
technischen Eigenschaften auf:
In ein 250 ml Becherglas wurden 5 g Entschäumeremulsion auf
einer Waage eingewogen.
Die Emulsion wurde nun unter Zugabe von 45 ml
entionisiertem Wasser zügig durch Schwenken des
Becherglases bis zur vollständigen Verteilung dispergiert.
Die Beurteilung erfolgte sofort nach der Verdünnung nach
folgender Benotung:
Eine 100 ml-Pulverflasche wurde zu 80% mit der zu
untersuchenden Emulsion gefüllt, verschraubt und auf einer
Schüttelmaschine bei einer Auslenkung von 30 mm und einer
Frequenz von 300 min-1 geschüttelt. Die Emulsionen wurden
stündlich visuell auf ihre Stabilität überprüft. Nach max.
8 h wurde der Test abgebrochen.
Die in Beispielen 1 bis 4 und Vergleichsbeispielen 1 bis 3 her
gestellten Emulsionen wurden hinsichtlich der Gefrierstabilität
überprüft, indem die Emulsionen bei -15°C eingefroren und dann
auf Raumtemperatur aufgetaut wurden. Dieses Einfrieren wurde
3 mal nacheinander durchgeführt. Die Emulsionen wurden
anschließend mit entionisiertem Wasser verdünnt und dann beno
tet.
Bei der Bestimmung der Wärmestabilität erfolgte eine 2-wöchige
Lagerung der Emulsionen bei 50°C. Nach dem Abkühlen wurden die
Proben mit entionisiertem Wasser verdünnt und dann beurteilt.
Allein der Stabilitätsvergleich der Emulsion 4 und der Ver
gleichsemulsion 4 verdeutlichte, dass nach erfindungsgemäßem
Verfahren die Herstellung dieser Emulsion sogar mit geringerem
Emulgatorbedarf bei deutlichst verbessertem Stabilitätsverhal
ten möglich wurde.
Zur Überprüfung der Stabilität in Tensidkonzentraten wurde das
Tensidkonzentrat Marlosol® 013/50 (Hüls AG) mit 1%
Entschäumeremulsion versetzt. Diese Mischung wurde dann mit
entionisiertem Wasser auf 1% verdünnt und in einem
Begasungstest überprüft. Im Begasungstest wurde 1 Liter
Verdünnung in einem graduierten 2 Liter-Messzylinder, mittels
einer Fritte der Porosität D1, mit 6 Liter Luft/Minute begast.
Es wurde die Zeit gemessen bis sich 1 Liter Schaum gebildet
hat. Um den Wirkungsabfall, welcher durch Lagerung der
Tensid/Entschäumermischung auftrat, festzustellen wurde der
Test nach 4-wöchiger Lagerung wiederholt.
Zur Überprüfung der anwendungstechnischen Eigenschaften wurde
nach folgender Rezeptur ein Drucklack formuliert, wobei sich
die Mengenangaben auf Gew.-% bezogen.
Als letzter Rezepturbestandteil wurde die Entschäumeremulsion
hinzugegeben, wobei die Einarbeitung mittels einer
Perlmillscheibe 3 Min. bei 1500 U/Min. erfolgte.
50 g des wässrigen Drucklackes wurden in ein 150 ml-Becherglas
eingewogen und 1 Min. bei 2500 U/Min. mit einer
Dissolverscheibe (3 cm Durchmesser) geschert. Anschließend
wurden 45 g in einen Standzylinder eingewogen und die
Schaumhöhe in ml angegeben.
Der wässrige Drucklack wurde mittels eines Spiralrakels (12 µm)
nass auf transparenter PVC-Folie aufgerakelt. Der so
applizierte, getrocknete Film wurde visuell auf
Benetzungsstörungen hin untersucht. Die Beurteilung erfolgte
nach einer Skala von 1 bis 4, wobei 1 einen störungsfreien Film
beschrieb, 4 von starken Benetzungsstörungen zeugte.
Zur Überprüfung weiterer anwendungstechnischer Eigenschaften
wurde die folgende Dispersionsfarbenrezeptur ausgewählt
(Mengenangaben in Gew.-%):
Alle Rezepturbestandteile wurden in Lieferform eingesetzt. Als
letzter Rezepturbestandteil wurde jeweils die entsprechende
Entschäumeremulsion hinzugegeben. Dabei erfolgte die
Einarbeitung eine Minute bei 1000 U/Min.
Die Wirksamkeit wurde anhand des nachfolgend beschriebenen
Rollentestes überprüft.
Der sogenannte Rollentest kam den praktischen Bedingungen
relativ nahe, so dass eine gute Differenzierung zwischen den
unterschiedlichen Entschäumerzubereitungen auch im Hinblick auf
einzusetzende Konzentrationen möglich war.
Beim Rollentest wurden mittels einer offenporigen Schaumrolle
40 g der zu untersuchenden Dispersionsfarbe auf einer nicht
saugenden Prüfkarte mit einer Gesamtfläche von 500 cm2
verteilt. Die Schaumstoffrolle wurde vor der Farbapplikation
mit Wasser benetzt. Es wurde dabei sichergestellt, dass immer
die gleiche zusätzliche Wassermenge in die vorgelegte Farbe
eingebracht wurde und damit die Trocknungszeit des Lackes stets
gleich blieb. Die Nassfilmauflage betrug ca. 300 g/m2 Fläche.
Nach 24-stündigem Trocknen des Films wurden die Prüftafeln
hinsichtlich des vorhandenen Makroschaums (Zahl der Blasen auf
100 cm2), hinsichtlich des vorhandenen Mikroschaums (Zahl der
Nadelstiche durch Vergleich mit Prüftafeln mit verschieden
stark ausgeprägten Störungsbildern, Skala von 1 (sehr gut) bis
5 (mangelhaft, viele Nadelstiche) sowie hinsichtlich etwaiger
Benetzungsdefekte bewertet.
Diese Tests wurden wiederholt mit der additivierten
Dispersionsfarbe, die 6 Wochen bei 50°C gelagert worden war.
Es wurde die Überlegenheit der nach erfindungsgemäßem Verfahren
hergestellten Entschäumer in Hinblick auf ihre Effizienz als
auch insbesondere im Hinblick auf ihre Langzeitwirksamkeit
evident.
Wie aus den vorhergehenden anwendungstechnischen Beispielen
ersichtlich ist, zeichnen sich die nach erfindungsgemäßem
Verfahren hergestellten Entschäumeremulsionen durch verbesserte
Produktstabilitäten wie verbesserte Schüttel- und
Wärmestabilitäten aus, was in vielen Fällen erstmals deren
Transport und nachfolgenden Gebrauch erst ermöglicht. Bedingt
durch die grundlegend bessere Stabilisierung dieser
Makroemulsionen ergibt sich auch in allen Fällen eine
verbesserte Verdünnungsstabilität. Auch lassen sich vereinzelte
Emulsionen mit geringerem Emulgatorbedarf herstellen, was den
Gebrauch dieser meistenteils ökotoxikologisch bedenklichen
Tenside zumindest einschränkt. Insbesondere ergeben sich jedoch
in anwendungsrelevanten Prüfsystemen durchgehend deutlich ver
besserte Eigenschaften.
Claims (10)
1. Verfahren zur Herstellung von Polyorganosiloxanemulsionen,
gekennzeichnet durch
- a) Formulierung eines Gemisches aus:
5 bis 50 Gew.-% gegebenenfalls hydrophobe Festkörper enthaltenden Polyorganosiloxanen,
0 bis 20 Gew.-% organischem Öl,
0,5 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer nichtionischer oder anionischer Emulgatoren,
40 bis 95 Gew.-% Wasser sowie
gegebenenfalls Verdicker, Schutzkolloide und/oder Konservierungshilfsmittel, - b) Durchleiten dieses Gemisches und Dispergierung in wenigstens einer Interaktionskammer mit einer Kapillardicke von 100 bis 500 µm in einem Druckbereich von 100 bis 1000 bar und
- c) Entspannung dieses Gemisches in einem Auslass- Reservoir,
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man
zwei in Reihe geschaltete Interaktionskammern zur
Dispergierung einsetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass man in einem Druckbereich von 100 bis 600 bar,
insbesondere 150 bis 450 bar arbeitet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass man die mittleren Tröpfchengrößen von
1 bis 20 µm einstellt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass man Mikrokanäle mit einer
Kapillardicke von 200 bis 400 µm einsetzt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, dass man Mikrokanäle mit einem Umlenkknick
einsetzt.
7. Polyorganosiloxanemulsionen erhältlich nach einem Verfahren
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6.
8. Polyorganosiloxanemulsionen nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, dass Polyorganosiloxane Polyethersiloxan
copolymere umfassen.
9. Verwendung von Polyorganosiloxanemulsionen nach Anspruch 7
als Entschäumer, Trennmittel oder Bautenschutzmittel.
10. Verwendung nach Anspruch 9 als Entschäumer, dadurch
gekennzeichnet, dass man als Emulgatoren polymere
Emulgatoren mit einer mittleren Molekularmasse größer 1000
Dalton einsetzt.
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