DE10022831A1 - Verriegelungseinrichtung, insbesondere für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Verriegelungseinrichtung, insbesondere für ein KraftfahrzeugInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Verriegelungseinrichtung (1) für ein Kraftfahrzeug mit einem zwischen einer ersten und einer zweiten Position bewegbaren Sperrbolzen (3) zur Verriegelung eines funktionsrelevanten Bauteils. Bei dem funktionsrelevanten Bauteil kann es sich um die Lenkradsäule (2), den Getriebeschalthebel o. dgl. handeln. Der Sperrbolzen (3) ist in der ersten Position in blockierenden Eingriff mit dem Bauteil bringbar und steht in der zweiten Position außer Eingriff mit dem Bauteil. In der Verriegelungseinrichtung (1) ist ein Lastschalter (28) zum Schalten von Stromkreisen des Kraftfahrzeugs angeordnet.
Description
Die Erfindung betrifft eine Verriegelungseinrichtung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Derartige Verriegelungseinrichtungen dienen als Lenkungsverriegelung zum Verriegeln der
Lenksäule in einem Kraftfahrzeug, um den Diebstahlschutz zu erhöhen. Sie werden
insbesondere bei Betätigung des Zündschlosses im Kraftfahrzeug ver- oder entriegelt.
In Kraftfahrzeugen kann anstelle eines mechanischen Zündschlosses ein elektronisches
Zündschloß verwendet werden. Zur näheren Ausgestaltung eines elektronischen
Zündschlosses wird auf die DE 44 34 587 A1 verwiesen. Das elektronische Zündschloß
kann einen Lastschalter zum Schalten von Stromkreisen im Bordnetz des Kraftfahrzeugs
aufweisen.
Bei einem elektronischen Zündschloß kann auch die Lenkungsverriegelung durch einen
Elektromotor angetrieben werden. Der Elektromotor wird nur dann angesteuert, wenn die
codierten Daten des elektronischen Schlüssels richtig sind. Es handelt sich bei einer
derartigen Lenkungsverriegelung um eine sogenannte elektrische Lenkungsverriegelung.
Aus der DE 37 39 172 C1 ist eine solche elektrische Lenkungsverriegelung für ein
Kraftfahrzeug bekannt, die einen zwischen einer ersten und einer zweiten Position
bewegbaren Sperrbolzen zur Verriegelung der Lenkradsäule aufweist. Der Sperrbolzen ist in
der ersten Position in blockierenden Eingriff mit der Lenkradsäule bringbar und steht in der
zweiten Position außer Eingriff mit der Lenkradsäule. Die Verriegelungseinrichtung besitzt
einen Antrieb für die Bewegung des Sperrbolzens, wobei der Antrieb in
Entriegelungsrichtung für die Bewegung des Sperrbolzens in Richtung zur zweiten Position
sowie in Verriegelungsrichtung für die Bewegung des Sperrbolzens in Richtung zur ersten
Position ansteuerbar ist.
Solche elektrische Lenkungsverriegelungen erhöhen zwar die Diebstahlsicherheit, bringen
jedoch andererseits folgendes Problem mit sich. Es muß während der Fahrt des
Kraftfahrzeugs mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, daß der Elektromotor
angesteuert wird und die Lenkradsäule verriegelt wird. Denn eine verriegelte Lenkung
würde während der Fahrt mit großer Sicherheit zu einem Unfall führen und das Leben der
Kraftfahrzeuginsassen wäre in Gefahr. Es sind jedoch Fehlermöglichkeiten oder
Fehlfunktionen der Lenkungsverriegelung während der Fahrt denkbar, von denen
nachfolgende Liste nur eine kleine Auswahl darstellen kann. Das Programm des
Mikroprozessors, der die Ansteuerung des Antriebs des Elektromotors der
Lenkungsverriegelung bewirkt, besitzt einen nicht entdeckten Fehler, welcher unter ganz
bestimmten Umständen ein Verriegeln der Lenkradsäule verursacht. Durch
elektromagnetische Störeinstrahlung kommt es zu einer Fehlfunktion der Elektronik der
Lenkungsverriegelung. Wegen einer schadhaften Lötstelle löst sich, beispielsweise aufgrund
der ständigen Erschütterungen des Kraftfahrzeugs, ein Bauteil der Elektronik der
Lenkungsverriegelung. Elektrische Bauteile, beispielsweise der den Elektromotor
ansteuernde Transistor, sind defekt.
Eine prinzipielle Möglichkeit, die elektrische Lenkungsverriegelung während der Fahrt zu
sichern, kann dadurch realisiert werden, daß im elektronischen Zündschloß ein Schalter
angeordnet wird, welcher die Spannungsversorgung der elektrischen Lenkungsverriegelung
in Fahrtstellung des Zündschlosses mechanisch unterbricht. Jedoch bestehen Überlegungen
für neuartige Bedienmöglichkeiten von Kraftfahrzeugen, die sogenannte "Keyless-Go-
Funktionalität", bei denen der Start des Kraftfahrzeugmotors nicht mehr durch das Drehen
am Zündschloß erfolgt. In solchen Fällen ist folglich eine mechanische
Spannungsabschaltung der elektrischen Lenkungsverriegelung während der Fahrt des
Kraftfahrzeugs nicht mehr möglich. Ebenso ist dann die Möglichkeit eingeschränkt, den
Lastschalter im Zündschloß anzuordnen. Ein gegebenenfalls noch vorhandenes Zündschloß
dient dann lediglich zur Notbetätigung bei einem etwaigen Ausfall der Keyless-Go-
Funktionalität.
Der Erfindung liegt ausgehend von diesem Stand der Technik die Aufgabe zugrunde, eine
Anordnung des Lastschalters in Verbindung mit der Verriegelungseinrichtung
vorzuschlagen. Insbesondere soll die Verriegelungseinrichtung für ein Fahrzeug mit
Keyless-Go-Funktionalität einsetzbar sein.
Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Verriegelungseinrichtung durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, den Lastschalter zum Schalten für die
Stromkreise im Bordnetz des Kraftfahrzeugs in die Verriegelungseinrichtung zu integrieren.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Verriegelungseinrichtung weist einen Antrieb für die Bewegung des Sperrbolzens auf.
Der Antrieb besteht zweckmäßigerweise aus einem Elektromotor. Der Antrieb ist mit einer
Antriebswelle gekoppelt ist, so daß die Antriebswelle in wenigstens eine Schaltstellung
bewegbar ist. Dabei wirkt die Antriebswelle in der Schaltstellung auf einen Schaltkontakt
des Lastschalters betätigend ein, womit letztendlich der Lastschalter an den Antrieb für die
elektrische Lenkungsverriegelung gekoppelt ist. Zur Realisierung der Betätigung kann eine
Nockenscheibe an der Antriebswelle angeordnet sein. Mittels der Nockenscheibe wird dann
der Schaltkontakt des Lastschalters betätigt.
Der Antrieb ist mit einer ersten Antriebswelle für den Sperrbolzen gekoppelt. Dabei kann es
sich anbieten, ein Getriebe zwischen dem Antrieb und der ersten Antriebswelle anzuordnen.
Die Antriebswelle für den Lastschalter ist wiederum mit der ersten Antriebswelle gekoppelt.
Für die Kopplung der beiden Antriebswellen kann ein Schrittgetriebe verwendet werden, so
daß die zweite Antriebswelle zugeordnete Stellungen als Schaltstellungen des Lastschalters
entsprechend der Ansteuerung des Antriebs einnimmt.
Bevorzugterweise besteht das Schrittgetriebe aus einem Malteserkreuz-Getriebe. Das
Malteserkreuz-Getriebe weist ein an der Antriebswelle für den Lastschalter angeordnetes
Malteserrad und einen exzentrisch an einer Scheibe der ersten Antriebswelle für den
Sperrbolzen angeordneten Mitnehmer auf. Dadurch ist die Antriebswelle für den
Lastschalter schrittweise in die zugeordneten Stellungen bewegbar.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß eine verbesserte
Funktionssicherheit der Verriegelungseinrichtung erzielt wird. Eine Gefährdung der
Fahrzeuginsassen aufgrund eines unkontrollierten Verriegelns der Verriegelungseinrichtung
bei Fehlfunktionen ist mit hoher Sicherheit ausgeschlossen. Eine weitere Erhöhung der
Sicherheit wird dadurch erreicht, daß das Kraftfahrzeug nur gestartet werden kann, wenn die
Verriegelungseinrichtung entriegelt ist. Diese Bedingung wird über eine besonders
funktionssichere mechanische Kopplung realisiert.
Die Integration des Lastschalters in die Verriegelungseinrichtung führt zu einer verbesserten
Diebstahlsicherheit und Manipulationssicherheit. Hier ist der Lastschalter für Unbefugte
weitaus weniger leicht zugänglich wie bei der herkömmlichen Anordnung im Zündschloß.
Außerdem können durch die Anordnung des Lastschalters in der Verriegelungseinrichtung
verschiedene Relais im Kraftfahrzeug ersetzt werden, die ansonsten zur Nachbildung des
Lastschalters bei Keyless-Go-Funktionalität ohne Betätigung eines Zündschlosses
notwendig sind. Dies ergibt wiederum eine Reduzierung von Kosten.
Weiterhin ist die erfindungsgemäße Verriegelungseinrichtung für Kraftfahrzeuge mit
Keyless-Go-Funktionalität geeignet und gewährleistet auch bei derartigen Kraftfahrzeugen
die gewünschte Sicherheit. Eine solche Verriegelungseinrichtung steigert dadurch auch den
Bedienkomfort für den Benutzer des Kraftfahrzeugs. Im übrigen ist eine Elektronik mit
gegebenenfalls einem Prozessor für die Wegfahrsperre zur Decodierung des übermittelten
Codes in der elektrischen Lenkungsverriegelung bereits enthalten, so daß diese Elektronik
nunmehr kostengünstig für die Keyless-Go-Funktionalität mitgenutzt werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit verschiedenen Weiterbildungen und mit
weiteren Ausgestaltungen ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher
beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 bis 4 schematisch eine Verriegelungseinrichtung in Seitenansicht in
verschiedenen Zuständen,
Fig. 5 schematisch ein Zustandsdiagramm entsprechend der Arbeitsweise der
Verriegelungseinrichtung,
Fig. 6 einen Schnitt entlang der Linie 6-6 in Fig. 3,
Fig. 7 einen Schnitt entlang der Linie 7-7 in Fig. 3,
Fig. 8 einen Schnitt entlang der Linie 8-8 in Fig. 4,
Fig. 9 schematisch eine Abwicklung der Hubkurve zur Bewegung des
Sperrbolzens und
Fig. 10 eine Ansicht der Verriegelungseinrichtung aus Richtung X in Fig. 3.
In Fig. 1 bis 4 ist eine Verriegelungseinrichtung 1 für ein Kraftfahrzeug, die zur
Verriegelung der Lenkradsäule 2 dient, in verschiedenen Zuständen gezeigt. Anstelle der
Lenkradsäule 2 kann die Verriegelungseinrichtung selbstverständlich auch zur Verriegelung
eines sonstigen funktionsrelevanten Bauteils des Kraftfahrzeugs dienen. Im nachfolgenden
wird die Verriegelungseinrichtung 1 der Einfachheit halber am Beispiel einer elektrischen
Lenkungsverriegelung näher beschrieben.
Die Verriegelungseinrichtung 1 besitzt einen Sperrbolzen 3, der zwischen einer ersten und
einer zweiten Position bewegbar ist. In Fig. 1 befindet sich der Sperrbolzen 3 in der ersten
Position, in der der Sperrbolzen 3 in blockierenden Eingriff mit der Lenkradsäule 2 bringbar
ist. Bei entsprechender Stellung der Lenkradsäule 2 kann der in der ersten Position
befindliche Sperrbolzen 3 dann in eine Aussparung 4 der Lenkradsäule 2 eingreifen, wie in
Fig. 2 gezeigt ist, so daß die Lenkradsäule 2 dementsprechend blockiert ist. Die
Lenkungsverriegelung ist somit verriegelt. In Fig. 3 befindet sich der Sperrbolzen 3 in der
zweiten Position, in der der Sperrbolzen 3 außer Eingriff mit der Lenkradsäule 2 steht, so
daß die Lenkradsäule 2 freigegeben ist. Folglich ist die Lenkungsverriegelung hier
entriegelt. In Fig. 4 ist schließlich ein weiterer, zwischen der zweiten und der ersten Position
des Sperrbolzens 3 eingenommener Zustand der Verriegelungseinrichtung 1 gezeigt, der
nachfolgend noch näher erläutert wird.
Zur Bewegung des Sperrbolzens 3 weist die Verriegelungseinrichtung 1 einen Antrieb 5 auf.
Der Antrieb 5 ist in Entriegelungsrichtung für die Bewegung des Sperrbolzens 3 in Richtung
zur zweiten Position gemäß Fig. 3 sowie in Verriegelungsrichtung für die Bewegung des
Sperrbolzens 3 in Richtung zur ersten Position entsprechend der Fig. 1 ansteuerbar. Aus
Sicherheitsgründen ist während des Fahrbetriebs des Kraftfahrzeugs zu gewährleisten, daß
der Sperrbolzen 3 nicht aufgrund einer Fehlfunktion in blockierenden Eingriff mit der
Lenkradsäule 2 gemäß Fig. 2 gelangen kann.
Hierzu ist der Sperrbolzen 3, beispielsweise mittels eines Sicherungselementes 16, in einen
Sicherungszustand und einen Entsicherungszustand bringbar. In der zweiten Position
befindet sich der Sperrbolzen 3 im Sicherungszustand, was in Fig. 3 zu sehen ist, wobei im
Sicherungszustand der blockierende Eingriff des Sperrbolzens 3 in die Lenkradsäule 2
gesperrt ist. Im Entsicherungszustand, der in den Fig. 1 und 2 gezeigt ist, ist hingegen der
blockierende Eingriff des Sperrbolzens 3 in die Lenkradsäule 2 freigegeben.
Erfindungsgemäß bleibt der Sperrbolzen 3 bei Ansteuerung des Antriebs 5 aus der zweiten
Position in Verriegelungsrichtung zunächst im Sicherungszustand. Eine Zustandsänderung
des Sperrbolzens 3 in den Entsicherungzustand erfolgt nur dann, wenn der Antrieb 5
anschließend wiederum in Entriegelungsrichtung angesteuert wird. Eine Ansteuerung des
Antriebs 5 lediglich in Verriegelungsrichtung führt somit noch nicht zur Verriegelung der
Verriegelungseinrichtung 1. Vielmehr ist ein bestimmter Ablauf, nämlich eine zusätzliche
Ansteuerung in Entriegelungsrichtung, einzuhalten. Da die Verriegelung der
Verriegelungseinrichtung 1 nur dann möglich ist, wenn genau dieser Ablauf eingehalten
wird, kann man mit sehr großer Sicherheit davon ausgehen, daß ein solcher Ablauf im
Fehlerfall gerade nicht vorkommen wird. Die Nichtverriegelung der
Verriegelungseinrichtung 1 im Fehlerfall ist somit mit hoher Sicherheit gewährleistet.
Nachfolgend sollen vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen einer
Verriegelungseinrichtung 1 mit einer solchen Arbeitsweise näher beschrieben werden.
Wie anhand von Fig. 3 zu sehen ist, bewegt sich der Sperrbolzen 3 bei Ansteuerung des
Antriebs 5 aus der zweiten Position in Verriegelungsrichtung zunächst noch nicht. Vielmehr
bleibt der Sperrbolzen 3 zunächst im wesentlichen in der zweiten Position stehen, da der
Sperrbolzen 3 noch im Sicherungszustand befindlich ist. Erst nach erfolgter
Zustandsänderung des Sperrbolzens 3 in den Entsicherungszustand gemäß Fig. 4 kann dann
der Sperrbolzen 3 in die erste Position bewegt werden.
Der Sperrbolzen 3 ist in der ersten Position im Entsicherungszustand befindlich, was anhand
von Fig. 1 oder 2 näher hervorgeht. Bei Ansteuerung des Antriebs 5 aus der ersten Position
in Entriegelungsrichtung wird eine Zustandsänderung derart vorgenommen, daß der
Sperrbolzen 3 bei Erreichen der zweiten Position gemäß Fig. 3 im Sicherungszustand
befindlich ist.
Eine besonders bevorzugte Arbeitsweise der Verriegelungseinrichtung 1 geht näher aus dem
Zustandsdiagramm gemäß Fig. 5 hervor.
Der Antrieb 5 ist aufgrund seiner Ansteuerung zwischen einer Ausgangsstellung 0, einer
Endstellung 11 und einer zwischen der Ausgangsstellung 0 und der Endstellung 11
befindlichen, in Fig. 4 sichtbaren Zwischenstellung I bewegbar. In der Ausgangsstellung 0
befindet sich das Kraftfahrzeug außer Betrieb (Halt) und die Verriegelungseinrichtung 1 ist
verriegelt sowie im Entsicherungszustand, wie auch in Fig. 2 zu erkennen ist. In der
Endstellung 11 ist die Verriegelungseinrichtung 1 entriegelt sowie im Sicherungszustand
befindlich, was ebenfalls anhand Fig. 3 zu sehen ist. Gegebenfalls kann der Antrieb 5 noch
in weitere, auf die Endstellung 11 folgende Stellungen III, IV, V bewegbar sein. So wird in
der Stellung III der Spannungskreis für das Radio geschlossen. Bei der Stellung N handelt
es sich um die "Fahrt"-Stellung, bei der das Kraftfahrzeug in Betrieb ist. Die Stellung V
schließlich ist die "Anlasser"-Stellung, in der der Motor des Kraftfahrzeugs gestartet wird. In
den Stellungen 0 bis V des Antriebs 5 werden folglich auch Schaltstellungen zum Schalten
der Spannungskreise des Kraftfahrzeugs eingenommen, was noch nachfolgend näher
erläutert wird.
Die Ausgangsstellung 0 des Antriebs 5 korrespondiert zur ersten Position des Sperrbolzens
3, während die Endstellung 11 sowie gegebenenfalls die weiteren Stellungen III, IV, V zur
zweiten Position des Sperrbolzens 3 korrespondieren. Zum Entriegeln des Sperrbolzens 3
wird dann der Antrieb 5 aus der Ausgangsstellung 0 bis in die Endstellung 11 sowie
gegebenenfalls anschließend in die weiteren Stellungen III, IV, V bewegt. Zum Verriegeln
des Sperrbolzens 3 hingegen wird der Antrieb 5 von der Endstellung II bzw. den weiteren
Stellungen III, IV, V in die Ausgangsstellung 0, danach wiederum von der Ausgangsstellung
0 in die Zwischenstellung I und anschließend von der Zwischenstellung I in die
Ausgangsstellung 0 bewegt. Der jeweils vorliegende Zustand "entriegelt" oder "verriegelt"
sowie "gesichert" oder "entsichert" des Sperrbolzens 3 der Verriegelungseinrichtung 1 ist in
Fig. 5 in der unteren Zeile eingezeichnet. Es ist somit ersichtlich, daß zum Verriegeln der
Verriegelungseinrichtung 1 eine Bewegung des Antriebs 5 in wenigstens zwei verschiedene
Drehrichtungen bis in definierte Schaltstellungen notwendig ist.
Eine Weiterbildung der beschriebenen Arbeitsweise zur nochmaligen Erhöhung der
Sicherheit sieht vor, daß der Antrieb 5 noch eine weitere Schaltstellung, nämlich die
Fehlerstellung-I erreichen kann. Die Fehlerstellung -I wird im regulären Betrieb der
Verriegelungseinrichtung I nicht angefahren. Lediglich im Fehlerfall und/oder bei einer
Fehlfunktion des Antriebs 5 bei dessen Ansteuerung in Verriegelungsrichtung wird der
Antrieb 5 über die Ausgangsstellung 0 hinaus in die Fehlerstellung -I bewegt. In der
Fehlerstellung-I erfolgt eine Selbstabschaltung der Spannungsversorgung des Antriebs 5.
Beispielsweise kann in der Fehlerstellung-I die Betätigung eines der in Fig. 7 gezeigten
elektrischen Schalter 29 erfolgen. Wenn nun also bei einer Fehlfunktion die Fehlerstellung
-I angefahren wird, so schaltet sich sicherheitshalber die Verriegelungseinrichtung 1 selbst
die Spannungsversorgung ab.
Die nähere Ausgestaltung des Antriebs 5 ist in Fig. 10 zu sehen. Der Antrieb 5 besteht aus
einem Elektromotor 7, der mit einer ersten Antriebswelle 10 für den Sperrbolzen 3
gekoppelt ist. Es bietet sich zur Realisierung der Kopplung an, daß die Abtriebswelle 8 am
Elektromotor 7 über ein Getriebe 9, das beispielsweise aus einem Schneckenrad besteht, auf
die erste Antriebswelle 10 einwirkt. Wie aus Fig. 2 hervorgeht, befindet sich an der ersten
Antriebswelle 10 eine mit einem schraubenartigen Abschnitt 12 ausgestaltete Hubkurve 11,
in die ein Zapfen 14 des Sperrbolzens 3 derart eingreift, daß der Sperrbolzen 3 mittels des
schraubenartigen Abschnitts 12 der Hubkurve 11 zwischen den beiden Positionen bewegt
wird. Weiter besitzt die Hubkurve 11 einen gemäß Fig. 3 der zweiten Position zugeordneten,
plateauartigen Abschnitt 13. Der Eingriff des Zapfens 14 in den plateauartigen Abschnitt 13
bewirkt ein Verbleiben des Sperrbolzens 3 in der zweiten Position trotz Bewegung des
Antriebs 5, wie anhand von Fig. 3 und 4 deutlich ist. Um den Sperrbolzen 3 von der zweiten
in die erste Position bewegen zu können, ist der plateauartige Abschnitt 13 der Hubkurve 11
mit einem in Fig. 9, die eine schematische Abwicklung der Hubkurve 11 zeigt, angedeuteten
Durchlaß 15 zum schraubenartigen Abschnitt 12 versehen. Allerdings gelangt der Zapfen 14
des Sperrbolzens 3 nur dann durch den Durchlaß 15 vom plateauartigen Abschnitt 13 in den
schraubenartigen Abschnitt 12, wenn der Sperrbolzen 3 sich zusätzlich im
Entsicherungszustand gemäß Fig. 4 befindet.
Zur Realisierung des Sicherungs- sowie Entsicherungszustandes des Sperrbolzens 3 ist ein
Sicherungselement 16 vorgesehen, wie anhand der Fig. 1 bis 4 zu sehen ist. Das
Sicherungselement 16 wirkt koordiniert mit der Bewegung der ersten Antriebswelle 10
derart mit dem Sperrbolzen 3 zusammen, daß der Sperrbolzen 3 in den Sicherungszustand
oder in den Entsicherungszustand bringbar ist. Bei dem Sicherungselement 16 handelt es
sich um ein mechanisches Sicherungselement, das bevorzugterweise in der Art eines
Schiebers ausgebildet ist. Am Sperrbolzen 3 befindet sich eine zum Sicherungselement 16
korrespondierende Nut 17. Das Sicherungselement 16 greift im Sicherungszustand in die
Nut 17 ein sowie ist im Entsicherungszustand außer Eingriff mit der Nut 17.
Zur Koordinierung der Bewegung des Sperrbolzens 3 und der Bewegung des
Sicherungselementes 16 ist der Antrieb 5 mit einer zweiten Antriebswelle 18 gekoppelt. Es
bietet sich dabei an, die zweite Antriebswelle 18 über die erste Antriebswelle 10 mit dem
Elektromotor 7 zu koppeln, Bevorzugterweise ist zur Kopplung ein Schrittgetriebe 19
zwischen der ersten Antriebswelle 10 für den Sperrbolzen 3 und der zweiten Antriebswelle
18 für das Sicherungselement 16 angeordnet, derart daß die zweite Antriebswelle 18
zugeordnete definierte Stellungen, nämlich die Ausgangsstellung 0, die Zwischenstellung I
und die Endstellung 11, entsprechend der Ansteuerung des Antriebs 5 einnimmt.
Gegebenenfalls kann die zweite Antriebswelle 18 noch weitere Stellungen III, IV, V
einnehmen. Zweckmäßigerweise besteht das Schrittgetriebe 19 aus einem Malteserkreuz-
Getriebe, wie insbesondere der Fig. 10 zu entnehmen ist. Das Malteserkreuz-Getriebe weist
ein an der zweiten Antriebswelle 18 für das Sicherungselement 16 angeordnetes Malteserrad
20 und einen exzentrisch an einer Scheibe 22 der ersten Antriebswelle 10 für den
Sperrbolzen 3 angeordneten Mitnehmer 21 auf, so daß die zweite Antriebswelle 18 durch
jeweils eine Umdrehung der Scheibe 22 schrittweise in die zugeordneten Stellungen I, II, III,
IV, V bewegbar ist. Die Scheibe 22 wird nach einer Umdrehung aufgrund der Betätigung
des in Fig. 1 bis 4 gezeigten elektrischen Endschalters 6 angehalten. Durch die weitere,
halbmondförmig ausgebildete Scheibe 31 an der ersten Antriebswelle 10 wird das
Malteserrad 20 in den Stellungen I, II, III, IV, V gehalten.
Zur eigentlichen Steuerung der Bewegung des Sicherungselementes 16 ist an der zweiten
Antriebswelle 18 ein Nockenrad 23 angeordnet, wie in Fig. 6 und 8 zu sehen ist. Das
Nockenrad 23 ist mit zwei übereinanderliegenden, einen Winkelversatz aufweisenden
Nocken 24, 25 versehen. Jeweils einer der beiden Nocken 24, 25 greift bei Bewegung der
zweiten Antriebswelle 18 mittels des Antriebs 5 an einem Ansatz 26 am Sicherungselement
16 an. Zum einen greift der eine Nocken 24 bei Ansteuerung des Antriebs 5 in
Entriegelungsrichtung am Ansatz 26 an, derart daß entsprechend Fig. 6 das
Sicherungselement 16 in die Nut 17 eingeschoben wird, womit eine Zustandsänderung in
den Sicherungszustand für den Sperrbolzen 3 erfolgt. Zum anderen greift der andere Nacken
25 bei Ansteuerung des Antriebs 5 in Verriegelungsrichtung am Ansatz 26 an, derart daß
entsprechend Fig. 8 das Sicherungselement 16 aus der Nut 17 herausgezogen wird, womit
eine Zustandsänderung in den Entsicherungszustand für den Sperrbolzen 3 erfolgt. Das
Sicherungselement 16 ist aufgrund einer Verrastung 27 im wesentlichen schnappend
zwischen dem Sicherungs- und Entsicherungszustand bewegbar und jeweils im Sicherungs-
sowie Entsicherungszustand selbsthemmend gehalten, wie anhand von Fig. 6 zu erkennen
ist.
Den Sicherheitsanforderungen an die Verriegelungseinrichtung 1 wird prinzipiell bereits
dadurch Genüge getan, daß die zweite Antriebswelle 18 die definierten Stellungen 0, I, II
aufweist, die in der beschriebenen Arbeitsweise angefahren werden. Allerdings ist es
besonders vorteilhaft, wenn der Lastschalter 28 zum Schalten für die im Bordnetz des
Kraftfahrzeugs befindlichen Stromkreise in der Verriegelungseinrichtung 1 angeordnet
angeordnet oder auch integriert ist, wozu die zweite Antriebswelle 18 noch weitere
Schaltstellungen III, IV, V anfahren kann. Erfindungsgemäß dient somit die Antriebswelle
18 zusätzlich oder alternativ als Betätigungselement für elektrische Schaltkontakte 29 des
Lastschalters 28, wie anhand eines der Schaltkontakte 29 exemplarisch in Fig. 7 zu sehen ist.
Wie bereits erwähnt, weist die Verriegelungseinrichtung 1 einen Antrieb 5 für die
Bewegung des Sperrbolzens 3 auf, wobei der Antrieb 5 insbesondere aus einem
Elektromotor 7 besteht. Der Antrieb 5 ist mit der Antriebswelle 18 derart gekoppelt, daß die
Antriebswelle 18 neben der Schaltstellung 0 in wenigstens eine definierte Schaltstellung III,
IV, V bewegbar ist. Zur Kopplung wird ein Schrittgetriebe 19 verwendet, und zwar
bevorzugterweise ein Malteserkreuz-Getriebe, womit die Antriebswelle 18 für den
Lastschalter 28 schrittweise in die zugeordneten Stellungen als Schaltstellungen 0, III, IV, V
des Lastschalters 28 entsprechend der Ansteuerung des Antriebs 5 bewegbar ist. In der
jeweiligen Schaltstellung III, IV, V wirkt die Antriebswelle 18 betätigend auf den
zugehörigen Schaltkontakt 29 des Lastschalters 28 ein. Zur eigentlichen Betätigung des
Schaltkontakts 29 des Lastschalters 28 dient eine Nockenscheibe 30, die an der
Antriebswelle 18 angeordnet ist. Zu beachten ist, daß für jeden vorhandenen Schaltkontakt
29 eine solche Nockenscheibe 30 angeordnet ist, die gerade beim jeweils zugeordneten, in
Fig. 5 angegebenen Drehwinkel der Antriebswelle 18 den jeweiligen Schaltkontakt 29
schaltet.
In Fig. 5 sind neben dem Bewegungsablauf des Sperrbolzens 3 zur Ver- und/oder
Entriegelung der Verriegelungseinrichtung 1 noch in den oberen Zeilen die Schaltstellungen
mitsamt den von der Antriebswelle 18 eingenommenen Drehwinkeln für die mittels des
Lastschalters 28 zu schaltenden Stromkreise eingezeichnet. Zum jeweiligen Stromkreis ist in
der linken Spalte die bei Kraftfahrzeugen übliche Klemmenbezeichnung mitsamt der Größe
des maximal zu schaltenden Stroms beispielhaft angegeben. Die angegebene
Klemmenbezeichnung findet beispielsweise auch bei herkömmlichen Kraftfahrzeug-
Zündschlössern Verwendung. Wenn mittels des Lastschalters 28 in der
Verriegelungseinrichtung 1 die Klemme 15, d. h. die Zündung in der Schaltstellung IV,
geschaltet wird, ist noch zusätzlich die folgende Sicherheit gegeben. Das Kraftfahrzeug kann
nur gestartet werden entsprechend Drehung der Antriebswelle 18 in die Schaltstellung V,
wenn die Verriegelungseinrichtung 1 entriegelt ist. Diese Bedingung wird bei der
erfindungsgemäßen Verriegelungseinrichtung 1 durch rein mechanische Kopplung des
Sicherungselements 16 mit den Schaltstellungen III, IV, V des Lastschalters 28 über die
Antriebswelle 18 erfüllt.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene und dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt. Sie umfaßt vielmehr auch alle fachmännischen Weiterbildungen im Rahmen des
Erfindungsgedankens. So kann eine derartige Verriegelungseinrichtung nicht nur an der
Lenkradsäule sondern auch an einem sonstigen funktionsrelevanten Betriebsaggregat des
Kraftfahrzeugs Verwendung finden. Bei einem solchen Betriebsaggregat kann es sich
beispielsweise um den Getriebeschalthebel, um den Wählhebel für ein Automatikgetriebe,
um den Anlasser o. dgl. handeln.
1
Verriegelungseinrichtung
2
Lenkradsäule
3
Sperrbolzen
4
Aussparung (in der Lenkradsäule)
5
Antrieb (für den Sperrbolzen)
6
elektrischer Endschalter
7
Elektromotor
8
Abtriebswelle (des Elektromotors)
9
Getriebe
10
erste Antriebswelle (für Sperrbolzen)
11
Hubkurve
12
schraubenartiger Abschnitt (der Hubkurve)
13
plateauartiger Abschnitt (der Hubkurve)
14
Zapfen (von Sperrbolzen)
15
Durchlaß (in Hubkurve)
16
Sicherungselement
17
Nut
18
zweite Antriebswelle (für Sicherungselement und Lastschalter)
19
Schrittgetriebe
20
Malteserrad
21
Mitnehmer
22
Scheibe (an erster Antriebswelle)
23
Nockenrad
24
,
25
Nocken (an Nockenrad)
26
Ansatz (am Sicherungselement)
27
Verrastung
28
Lastschalter
29
Schaltkontakt (von Lastschalter)
30
Nockenscheibe (von Lastschalter)
31
halbmondförmige Scheibe
Claims (5)
1. Verriegelungseinrichtung für ein Kraftfahrzeug mit einem zwischen einer ersten und
einer zweiten Position bewegbaren Sperrbolzen (3) zur Verriegelung eines
funktionsrelevanten Bauteils, wie der Lenkradsäule (2), des Getriebeschalthebels o. dgl.,
wobei der Sperrbolzen (3) in der ersten Position in blockierenden Eingriff mit dem Bauteil
bringbar ist und in der zweiten Position außer Eingriff mit dem Bauteil steht, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Lastschalter (28) zum Schalten von Stromkreisen des
Kraftfahrzeugs in der Verriegelungseinrichtung (1) angeordnet ist.
2. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verriegelungseinrichtung (1) einen Antrieb (5) für die Bewegung des Sperrbolzens (3)
aufweist, wobei der Antrieb (5) insbesondere aus einem Elektromotor (7) besteht, daß
vorzugsweise der Antrieb (5) mit einer Antriebswelle (18) gekoppelt ist, derart daß die
Antriebswelle (18) in wenigstens eine Schaltstellung (0, I, II, III, IV, V) bewegbar ist, und
daß weiter vorzugsweise die Antriebswelle (18) in der Schaltstellung (0, I, II, III, IV, V) auf
einen Schaltkontakt (29) des Lastschalters (28) betätigend einwirkt.
3. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schaltkontakt (29) des Lastschalters (28) mittels einer Nockenscheibe (30) betätigbar ist,
und daß vorzugsweise die Nockenscheibe (30) an der Antriebswelle (18) angeordnet ist.
4. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Antrieb (5), gegebenenfalls über ein Getriebe (9), mit einer ersten Antriebswelle (10) für den
Sperrbolzen (3) gekoppelt ist, daß vorzugsweise die Antriebswelle (18) für den Lastschalter
(28) mit der ersten Antriebswelle (10) gekoppelt ist, wobei insbesondere ein Schrittgetriebe
(19) zur Kopplung der beiden Antriebswellen (10, 18) angeordnet ist, derart daß die
Antriebswelle (18) zugeordnete Stellungen als Schaltstellungen (0, I, II, III, IV, V) des
Lastschalters (28) entsprechend der Ansteuerung des Antriebs (5) einnimmt.
5. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Schrittgetriebe (19) aus einem Malteserkreuz-Getriebe besteht, wobei vorzugsweise das
Malteserkreuz-Getriebe ein an der Antriebswelle (18) für den Lastschalter (28) angeordnetes
Malteserrad (20) und einen exzentrisch an einer Scheibe (22) der ersten Antriebswelle (10)
für den Sperrbolzen (3) angeordneten Mitnehmer (21) aufweist, derart daß die Antriebswelle
(18) für den Lastschalter (28) schrittweise in die zugeordneten Schaltstellungen (0, I, II, III,
IV, V) bewegbar ist.
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| DE2000122831 DE10022831B4 (de) | 2000-05-10 | 2000-05-10 | Verriegelungseinrichtung, insbesondere für ein Kraftfahrzeug |
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