DE10024882A1 - Verfahren zur Herstellung einer photoelektrisch aktiven Verbindungshalbleiterschicht mit Alkalimetall-Dotieranteil - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer photoelektrisch aktiven Verbindungshalbleiterschicht mit Alkalimetall-DotieranteilInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer photoelektrischen aktiven Verbindungshalbleiterschicht mit Alkalimetall-Dotieranteil, wobei wenigstens ein Teil der Verbindungshalbleiterschicht in einem zugehörigen Aufdampfschritt gebildet wird. DOLLAR A Erfindungsgemäß wird der Alkalimetall-Dotieranteil mittels Koverdampfung des Alkalimetallmaterials während des Aufdampfschrittes in die Verbindungshalbleiterschicht eingebracht. DOLLAR A Verwendung z. B. zur Herstellung von Na-dotierten CIGS-Absorberschicht für Dünnschichtsolarzellen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung
einer photoelektrisch aktiven Verbindungshalbleiterschicht
mit Alkalimetall-Dotieranteil, wobei wenigstens ein Teil der
Verbindungshalbleiterschicht in einem zugehörigen Aufdampf
schritt gebildet wird.
Photoelektrisch aktive Halbleiterbauelemente, wie Dünn
schichtsolarzellen, beinhalten eine sogenannte Absorber
schicht, welche sichtbares Licht oder nicht sichtbare elekt
romagnetische Strahlung absorbiert und in elektrische Energie
wandelt. Ein in der Praxis häufig verwendeter Absorber
schichttyp sind Verbindungshalbleiterschichten mit kristalli
ner oder amorpher Struktur auf Chalkopyritbasis in Form ter
tiärer, quaternärer oder penternärer Verbindungen mit stö
chiometrischen oder nicht-stöchiometrischen Anteilen der be
teiligten drei, vier bzw. fünf chemischen Elemente. Eine
wichtige Klasse solcher Absorberschichten beinhaltet Verbin
dungen der Form Cu(Inx, Ga1-x)(Sey, S1-y)2 mit 0 < x, y ≦ 1.
Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass sich besonders
gute Wirkungsgrade der photoelektrischen Umwandlung durch die
Absorberschicht erzielen lassen, wenn letztere bei relativ
hohen Temperaturen auf einem alkalimetallhaltigen Trägermate
rial aufgebracht wird, wie einem Träger, d. h. Substrat, aus
Natron-Kalk-Glas, der mit einer Rückkontaktschicht z. B. aus
Molybdän beschichtet ist. Als Ursache für den im Vergleich zu
Absorberschichten auf alkalimetallfreien Trägern verbesserten
Wirkungsgrad konnte ein Dotieren der Absorberschicht mit dem
im Trägermaterial enthaltenen Alkalimetall, wie Na, durch
Diffusion desselben in die Absorberschicht identifiziert wer
den. Dabei wird innerhalb des durch Diffusion erreichbaren
Dotierkonzentrationsbereichs ein Ansteigen des Wirkungsgrades
mit höherer Substratbeschichtungstemperatur beobachtet. Die
Absorberschichten mit Alkalimetall-Dotieranteil weisen um ein
bis mehrere Zehnerpotenzen erhöhte Leitfähigkeitswerte und
eine um etwa den Faktor zehn höhere Majoritätsladungsträger
konzentration auf, was zu einer erhöhten Leerlaufspannung
führt. Ursache der erhöhten Leitfähigkeit scheint ausschließ
lich die größere effektive Akzeptordichte zu sein, während
die Löcherbeweglichkeit weitgehend unverändert bleibt.
Daher werden bei einer entsprechenden herkömmlichen Technik
zumindest während eines Teils der Beschichtungszeit zum Auf
bringen der Absorberschicht auf das Substrat vergleichsweise
hohe Substrattemperaturen gewählt, im Fall eines Glassub
strats Temperaturen nahe der Glaserweichung, um möglichst
viel Na durch Diffusion aus einem Na-haltigen Träger in die
Absorberschicht einzubringen. Mit dieser Technik können in
Cu(InxGa1-x)Se2-Absorberschichten, abgekürzt CIGS-Absorber
schichten, Na-Konzentrationen im Bereich von 0,1 at% bis 0,5
at% erzielt werden, siehe D. W. Niles et al., J. Vac. Sci.
Technol. A 15 (1997), Seite 3044 und D. Braunger et al.,
Proc. 2nd. World Conf. PVSEC, 1998.
Für die industrielle Fertigung ist eine Reduzierung der Sub
strattemperatur während des Aufbringens der Absorberschicht
von großem Vorteil. Ein z. B. mit Molybdän beschichtetes Glas
substrat weist große mechanische Spannungen auf, so dass
schon mit beginnender Erweichung eine Durchbiegung des Glassubstrates
auftreten kann, was eine Bedampfung eines hängen
den Glassubstrates von unten mit dem Absorberschichtmaterial
nicht möglich macht. Außerdem ist der Alkalimetall-Einbau
durch Diffusion aus einem Substrat in die Absorberschicht auf
die Verwendung alkalimetallhaltiger Substrate beschränkt.
Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde bereits vorgeschlagen, vor
der Absorberschichtabscheidung eine alkalimetallhaltige Vor
läufer- bzw. Precursor-Schicht aufzubringen, die dann als Al
kalimetallquelle dient, siehe die Patentschrift DE 44 40 878 C2.
Na-haltige Precursor-Schichten können z. B. aus Na2Se,
Na2S oder NaF bestehen. Die bislang mit dieser Technik er
zielten Alkalimetallkonzentrationen sind jedoch begrenzt, wo
bei als eine Ursache angenommen wird, dass ein Teil der Pre
cursor-Schicht wieder abzudampfen scheint, siehe M. Bodegard
et al. Thin Solid Films 361-362 (2000), Seiten 9 bis 16. Bei
Erhöhung der Dicke der Precursor-Schicht tritt zudem das
Problem auf, dass eventuell nicht alles Material aufgebraucht
wird und sich das zurückgebliebene Precursor-Schichtmaterial
in einem späteren Prozess-Schritt löst, z. B. während eines
nass-chemischen Prozess-Schrittes, wodurch dann die Absorber
schicht abblättert.
Der Erfindung liegt als technisches Problem die Bereitstel
lung eines Verfahrens zur Herstellung einer photoelektrisch
aktiven Verbindungshalbleiterschicht zugrunde, in die auf
vorteilhafte Weise ein Alkalimetall in einer gewünschten Do
tierkonzentration eingebracht werden kann.
Die Erfindung löst dieses Problem durch die Bereitstellung
eines Herstellungsverfahrens mit den Merkmalen des Anspruches
1. Bei diesem Verfahren wird der Alkalimetall-Dotieranteil
charakteristischerweise mittels Koverdampfung eines Alkalime
tallmaterials während des Aufdampfschrittes, in welchem we
nigstens ein Teil der Verbindungshalbleiterschicht gebildet
wird, in selbige eingebracht. Als das in einer entsprechenden
Verdampferquelle thermisch verdampfte Alkalimetallmaterial
kann das Alkalimetall selbst dienen, wie Na, oder aber eine
Verbindung desselben, wie Na2Se, Na2S oder NaF.
Mit diesem Herstellungsverfahren ist es möglich, photoelekt
risch aktive Verbindungshalbleiterschichten mit Alkalimetall
konzentrationen bis zu 1 at% und mehr bei sehr guter Haftung
am Trägersubstrat zu realisieren. Die so hergestellte, alka
limetalldotierte Verbindungshalbleiterschicht löst sich auch
bei einer späteren nass-chemischen Weiterverarbeitung nicht
ab. Durch entsprechenden Steuerung der Alkalimetall-Verdamp
fungsrate kann eine gewünschte Dotierkonzentration von z. B.
bis zu 1018cm-3 und mehr vergleichsweise genau eingestellt
werden. Durch die Koverdampfung des Alkalimetallmaterials mit
wenigstens einem Teil des Verbindungshalbleitermaterials der
Absorberschicht wird das Alkalimetall direkt in die Absorber
schicht eingebaut, so dass kein Diffusionsschritt erforder
lich ist.
Das Verfahren ermöglicht kurze Prozesszeiten bei hoher Repro
duzierbarkeit der Schichteigenschaften. Ein weiterer besonde
rer Vorteil besteht darin, dass sich vergleichsweise hohe Al
kalimetallkonzentrationen in der Absorberschicht auch schon
bei relativ niedrigen Substrattemperaturen deutlich unterhalb
typischer Glaserweichungstemperaturen erzielen lassen. Dies
ermöglicht auch eine Beschichtung hängender Trägersubstrate
mit der Absorberschicht von unten sowie die Bildung einer Ab
sorberschicht mit gewünschtem Alkalimetallgehalt auf alkali
metallfreien Substraten, wie Metall- und Polymerfolien. In
allen diesen Fällen können Absorberschichten mit sehr gutem
photoelektrischem Umwandlungswirkungsgrad erzielt werden.
In einer Ausgestaltung des Verfahrens nach Anspruch 2 wird
zum Einbringen eines Natrium-Dotieranteils in die Absorber
schicht während des Aufdampfschrittes Na, Na2Se, Na2S oder
NaF mit dem Verbindungshalbleitermaterial für die Absorber
schicht koverdampft.
In einer Weiterbildung des Verfahrens nach Anspruch 3 wird
die Alkalimetall-Koverdampfungsrate auf die Erzielung einer
Alkalimetall-Dotierkonzentration von bis zu etwa 1018cm-3 ein
gestellt, und die Substrattemperatur wird während des gesam
ten Aufdampfprozesses der alkalimetalldotierten Verbindungs
halbleiterschicht unterhalb von 480°C, bevorzugt unterhalb
von 450°C, gehalten.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfol
gend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben,
in denen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer Aufdampfanlage zur
Herstellung von Dünnschichtsolarzellen mit photo
elektrisch aktiver, einen Alkalimetall-Dotieranteil
enthaltender Verbindungshalbleiterschicht,
Fig. 2 ein Kennliniendiagramm einer auf Natron-Kalk-
Glasträger hergestellten Niedertemperatur-CIGS-
Absorberschicht mit Natrium-Dotieranteil und
Fig. 3 ein Kennliniendiagramm entsprechend Fig. 2, jedoch
für den Fall eines alkalimetallfreien Glasträgers.
In Fig. 1 ist nur der vorliegend interessierende Teil einer
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeigneten
Aufdampfanlage schematisch gezeigt, mit der Substrate groß
flächig im Durchlaufverfahren von unten bedampft werden kön
nen, um darauf eine photoelektrisch aktive Verbindungshalb
leiterschicht mit Alkalimetall-Dotieranteil zu erzeugen, z. B.
zur Fertigung von Dünnschichtsolarzellen. Dazu beinhaltet die
Aufdampfanlage eine Aufdampfkammer 1, in welcher in Durch
laufrichtung D des jeweiligen Substrats 2 die jeweils erfor
derliche Anzahl von Verdampferquellen hintereinanderliegend
angeordnet sind, im gezeigten Beispiel fünf Verdampferquellen
V1 bis V5. Die Verdampferquellen V1 bis V5 sind als sogenann
ten Linienquellen ausgelegt, die das in ihnen enthaltene Verdampfungsgut
linienförmig quer zur Durchlaufrichtung D von
unten auf das darüber vorbeibewegte Substrat 2 aufdampfen.
Die einzelnen Verdampferquellen V1 bis V5 weisen je ein hier
für geeignetes Dampfaustrittsöffnungsprofil in ihrem oberen
Bereich auf.
Eine der Verdampferquellen V1 bis V5 enthält ein Alkalimetall
oder eine Verbindung desselben zum kontrollierten Einbringen
eines gewünschten Alkalimetall-Dotieranteils in die Absorber
schicht 3 mittels Koverdampfung, d. h. während des Aufdampfens
der eigentlichen Absorberschichtkomponenten, wie z. B. Kupfer,
Indium, Gallium und Selen, was insgesamt in dem gemeinsamen
In-line-Aufdampfprozess durch die übrigen Verdampferquellen
erfolgt. Entsprechende Alkalimetall-Linienquellen und Linien
quellen für die Verbindungshalbleiterelemente sind kommer
ziell erhältlich.
Durch entsprechende Steuerung der Alkalimetall-Verdampfer
quelle kann das Alkalimetall in einer in weitem Bereich vari
ierbaren Dotierkonzentration von beispielsweise bis zu 1 at%
und mehr in die Absorberschicht eingebracht werden, ohne dass
Probleme hinsichtlich schlechter Haftung der Absorberschicht
3 auf dem Trägersubstrat 2 auftreten.
Durch die Koverdampfungs-Dotiertechnik lässt sich diese Alka
limetallkonzentration unabhängig davon realisieren, ob das
Substrat 2 alkalimetallhaltig oder alkalimetallfrei ist. Ins
besondere lassen sich somit auch flexible, alkalimetallfreie
Polymer- und Metallfolien mit einer solchermaßen alkalime
tallobtierten Absorberschicht versehen. Das Verfahren der Al
kalimetall-Dotierung durch Koverdampfung erfordert keinen zu
sätzlichen Prozess-Schritt und kann leicht in die industri
elle Fertigung umgesetzt werden.
Als eine der möglichen Ausführungsformen der Erfindung sei
die Herstellung einer CIGS-Absorberschicht mit Na-Dotier
anteil erwähnt. Dabei wurde die CIGS-Absorberschicht in herkömmlicher
Weise durch Koverdampfung in einem einzigen Auf
dampfschritt erzeugt und gleichzeitig auch der Na-Dotier
anteil als weitere Koverdampfungskomponente eingebracht. Die
Na-Verdampfungsrate wurde so eingestellt, dass sich eine ge
wünschte Na-Dotierkonzentration in der Absorberschicht von
beispielsweise bis zu 1018cm-3 ergab. Die Substrattemperatur
wurde während dieses Koverdampfungsprozesses zur Bildung der
Na-dotierten Absorberschicht konstant auf einem vergleichwei
se niedrigen Wert von höchstens etwa 480°C, vorzugsweise etwa
450°C, gehalten.
In den Fig. 2 und 3 sind Strom-Spannungs-Kennlinien derge
stalt hergestellter CIGS-Absorberschichten mit ihren zugehö
rigen Solarzellen-Leistungsdaten wiedergegeben, wobei Fig. 2
den Fall einer auf einem Natron-Kalk-Glasträger abgeschiede
nen Absorberschicht und Fig. 3 den Fall einer auf einem nat
riumfreien Glasträger abgeschiedenen Absorberschicht darstel
len. Wie in den Fig. 2 und 3 angegeben, lassen sich mit die
ser Vorgehensweise Dünnschichtsolarzellen mit guten Leis
tungsdaten, insbesondere mit Wirkungsgraden über 10%, in in
dustriellem Maßstab fertigen, speziell auch auf alkalimetall
freien Substraten.
Wenngleich oben das Beispiel einer mit Na-dotierten CIGS-
Absorberschicht explizit beschrieben wurde, versteht es sich,
dass die Erfindung auch die Herstellung anderer Verbindungs
halbleiterschichten herkömmlicher Zusammensetzung und Dotie
rung mit Na oder einem anderen Alkalimetall umfasst. Des wei
teren versteht es sich, dass sich das erfindungsgemäße Ver
fahren auch für im Batchbetrieb statt im Durchlaufbetrieb ar
beitende Aufdampfanlagen eignet und statt der gezeigten Li
nienquellen auch andere Verdampferquellen verwendbar sind,
z. B. punktförmig emittierende Quellen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung einer photoelektrisch aktiven
Verbindungshalbleiterschicht mit Alkalimetall-Dotieranteil,
insbesondere für eine Dünnschichtsolarzelle, bei dem
- - wenigstens ein Teil der Verbindungshalbleiterschicht in ei nem zugehörigen Aufdampfschritt gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass
- - der Alkalimetall-Dotieranteil mittels Koverdampfung eines entsprechenden Alkalimetallmaterials während des Aufdampf schrittes in die Verbindungshalbleiterschicht eingebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, weiter dadurch gekennzeich
net, dass Na als Alkalimetall verwendet und als entsprechen
des Alkalimetallmaterial Na, Na2Se, Na2S oder NaF gewählt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, weiter dadurch ge
kennzeichnet, dass die Alkalimetall-Koverdampfungsrate auf
eine Dotierkonzentration von bis zu etwa 1018cm-3 gesteuert
und die Verbindungshalbleiterschicht auf einem Substrat (2)
gebildet wird, das während des Aufdampfschrittes auf einer
Temperatur von nicht mehr als 480°C, vorzugsweise nicht mehr
als 450°C, gehalten wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10024882A DE10024882A1 (de) | 2000-05-19 | 2000-05-19 | Verfahren zur Herstellung einer photoelektrisch aktiven Verbindungshalbleiterschicht mit Alkalimetall-Dotieranteil |
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|---|---|---|---|
| DE10024882A DE10024882A1 (de) | 2000-05-19 | 2000-05-19 | Verfahren zur Herstellung einer photoelektrisch aktiven Verbindungshalbleiterschicht mit Alkalimetall-Dotieranteil |
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