DE10027129C1 - Vorformling zur Herstellung eines Bauelements aus Faserverbundwerkstoff - Google Patents
Vorformling zur Herstellung eines Bauelements aus FaserverbundwerkstoffInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Vorformling zur Herstellung eines Bauelements aus Faserverbundwerkstoff, der in ein für ein RTM-Verfahren verwendetes Formwerkzeug einlegbar ist, wobei das Formwerkzeug aus einem eine Metallform bildenden Oberformteil und Unterformteil besteht, die den Vorformling umschließt und der Vorformling mit Harz imprägnierbar und aushärtbar ist. DOLLAR A Aufgabe der Erfindung ist es, bei Herstellung eines Bauelements aus Faserverbundwerkstoff nach dem RTM-Verfahren während des Imprägnierens eines Vorformlings Harzabflüsse aus dem das Bauelement umschließenden Formwerkzeug zu vermeiden. DOLLAR A Die Aufgabe wird gelöst entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 1.
Description
Die Erfindung betrifft einen Vorformling zur Herstellung eines Bauelements aus
Faserverbundwerkstoff, der in ein für ein RTM-Verfahren verwendetes Formwerkzeug
einlegbar ist, wobei das Formwerkzeug aus einem eine Metallform bildenden
Oberformteil und Unterformteil besteht, die den Vorformling umschließt und der
Vorformling mit Harz imprägnierbar und aushärtbar ist.
Das RTM-(resin transfer molding) Verfahren dient der Herstellung eines Bauelements
aus Faserverbundwerkstoff. Unter dem Begriff des RTM-Verfahrens ist eine Vielzahl
unterschiedlicher Verfahren zusammengefaßt.
Beim RTM-Verfahren ist bekannt ein komplett einen Vorformling umschließendes,
abgedichtetes Formwerkzeug. Der Vorformling entspricht der Gestalt des Bauelements.
Dickwandige, monolitische Bauelemente bei denen es auf exakte Außenmaße ankommt,
werden nach einem RTM-Verfahren hergestellt, welches eine Metallform verwendet.
Die Metallform wird aus einem Oberformteil und einem Unterformteil gebildet, die
dichtend zusammenfügbar sind. Der Oberformteil und der Unterformteil sowie die
Einlegeteile umschließen das Bauelement und ergeben ein geschlossenes und
abgedichtetes Formwerkzeug. Die Luft im Formwerkzeug ist mittels eines
Anschlußmittels evakuierbar. Das Anschlußmittel ist mit einer Saugeinrichtung und einer
Injektionseinrichtung verbunden. Beide Einrichtungen sind steuerbar.
In dieses Formwerkzeug wird der Vorformling, der der Struktur des Bauelements
entspricht, eingelegt und anschließend mit Reaktionsharzmasse imprägniert, um dann
ausgehärtet zu werden. Die Reaktionsharzmasse ist ein Gemisch aus Harz und Härter
und wird nachfolgend kurz "Harz" genannt.
Das Ergebnis ist ein Bauelement aus Faserverbundwerkstoff.
Der Vorformling, in Fachkreisen auch "Preform" genannt, besteht aus Fasermaterial
bzw. Lagen von Fasermaterial, die bereits räumlich angeordnet sein können. Sie
können auch bereits mit anderen Bauelementen konfektioniert sein.
Die Metallform als Formwerkzeug besteht aus einer Grundplatte, einer sogenannten
Glocke und den Einlageteilen, die zwischen Grundplatte und Glocke einlegbar sind und
in ihrer Zuordnung die Außenform des Bauelements ergeben. Zwischen Grundplatte
und Glocke ist mindestens umfangseitig ein Dichtungsmittel angeordnet, um ein
Entweichen des Harzes während der Injektion zu vermeiden. Diese Metallform ist
zwischen einer oberen und einer unteren, beheizbaren Preßplatte einspannbar. Die
Metallform ist außerdem notwendig, da beim Injizieren des im flüssigen Zustand
gehaltenen Harzes mit hohen Drücken (bis 30 bar) und Temperaturen von etwa 180°C
gearbeitet wird.
Um die homogene Imprägnierung des Vorformlings mit Harz sicher zu stellen, müssen
sogenannte Einlageteile zueinander sowie zur Glocke und zur Grundplatte exakt
maßhaltig gefertigt sein, so daß zwischen Harzeinlaß auf der einen Seite des
Formwerkzeugs und Auslaß auf der gegenüberliegenden Seite des Formwerkzeugs kein
Fließkanal entstehen kann. Die Bildung eines solchen Fließkanals wird häufig
verursacht durch Maßungenauigkeiten der Einlageteile oder durch Unebenheiten auf
der Paßfläche zwischen Grundplatte und Glocke. Diese Maßungenauigkeiten können
auch zu Undichtigkeiten am Formwerkzeug trotz Dichtungsmittel führen, so daß es zu
unkontrollierten Harzabflüssen kommt. Damit ist keine kontinuierliche und homogene
Imprägnierung des Vorformlings sichergestellt.
Aufgabe ist es, bei Herstellung eines Bauelements aus Faserverbundwerkstoff nach
dem RTM-Verfahren während des Imprägnierens eines Vorformlings Harzabflüsse aus
dem das Bauelement umschließenden Formwerkzeugs zu vermeiden.
Die Aufgabe wird durch einen Vorformling mit den Merkmalen des Anspruch 1 gelöst.
Der Vorformling besteht aus Fasermaterial bzw. Lagen von Fasermaterial, die bereits
räumlich ausgebildet sein können und mit anderen Bauelementen konfektioniert sein
können. Dieser Vorformling ist von einem Umhüllungsmittel umschlossen. Das
Umhüllungsmittel hat Anschlußmittel (in der Regel mindestens zwei), welche
verschließbare Öffnungen haben. Das Umhüllungsmittel umschließt den Vorformling
vollständig. Eine der beiden verschließbaren Öffnungen des Umhüllungsmittels wird
benötigt, um die Luft aus dem Umhüllungsmittel zu evakuieren (zu saugen), damit das
Umhüllungsmittel sich formschlüßig an den Vorformling anlegt.
Der Vorformling mit dem ihn umgebenden Umhüllungsmittel wird in das Formwerkzeug
eingelegt, wobei vorher die Luft aus dem Zwischenraum zwischen Umhüllungsmittel und
Vorformling evakuiert wurde. Das Umhüllungsmittel besteht aus einem
kunststoffelastischen Material, welches den Vorformling umschließt, z. B. in
schlauchförmiger oder kissenförmiger Gestalt. Es sind auch andere Gestaltungen
möglich. Das Umhüllungsmittel kann die Einlegeteile sowohl umschließen als auch nicht
umschließen. Das ist wählbar.
Durch den Einsatz eines Umhüllungsmittels ist es nicht mehr notwendig, daß das
Formwerkzeug mit einer Dichtung versehen werden muß. Daraus folgt
vorteilhafterweise eine wesentlich konstruktiv vereinfachte Bauweise des
Formwerkzeuges.
Mit dem Einsatz des Umhüllungsmittels kann die bisherige Verwendung von Trennmittel
zwischen Einlegeteilen und Formwerkzeug bzw. zwischen Vorformling und
Formwerkzeug entfallen. Das Umhüllungsmittel sichert, daß das Formwerkzeug nicht
mit Harz in Berührung kommt. Es wird somit eine weitere Verwendung des Trennmittels
hinfällig.
Da das Formwerkzeug nicht mehr mit Harz in Berührung kommt, vereinfacht sich
deutlich auch der Aufwand zur nachträglichen Reinigung des Formwerkzeuges. Der
bisherige Einsatz von Lösungsmittel zur Entfernung von Harz aus dem Formwerkzeug
kann entfallen.
Der Vorformling besitzt mit dem Umhüllungsmittel bereits ein Verpackungsmittel. Der
Vorformling ist mittels des Umhüllungsmittels lagerfähig und transportbereit.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und im folgenden
näher beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 Vorformling
Fig. 2 Umhüllungsmittel
Fig. 3 Vorformling mit Umhüllungsmittel im evakuierten Zustand
Fig. 4 Formwerkzeug mit eingelegtem Vorformling und evakuiertem
Umhüllungsmittel sowie dazugehörigen Anschlußmitteln
Fig. 5 Querschnitt des Formwerkzeuges mit eingelegtem
Vorformling und evakuiertem Umhüllungsmittel
Fig. 1 zeigt einen möglichen Vorformling. Dieser ist U-förmig gestaltet. Das
Verfahren läßt jedoch auch andere geometrischen Formen des Vorformling zu. Der
Vorformling besteht aus Fasermaterial oder Gewirk. Es besteht keine Einschränkung
dieses Fasermaterial oder Gewirk in mehreren Lagen aufeinander anzuordnen. Wie
Fig. 1 zeigt, kann der Vorformling bereits 3-dimensional geformt sein. Er könnte auch
zusätzlich Konfektionierungsteile angeordnet haben.
Der Vorformling 1 widerspiegelt die grundlegende Gestalt des herzustellenden
Bauelements. Die Herstellung eines Bauelements in Faserverbundbauweise erfordert
neben dem Herstellen des Vorformlings das Imprägnieren des Vorformlings mit Harz
und das anschließende Aushärten. Um ein Bauelement im RTM-Verfahren herstellen zu
können, wird ein zur Umgebung geschlossenes und abgedichtetes Formwerkzeug
benötigt, in welches der Vorformling einlegbar und anschließend mit Harz imprägnierbar
ist, um abschließend im Formwerkzeug ausgehärtet zu werden. Der Vorformling 1 kann
beispielsweise die Gestalt eines Trägers haben wie er als Bauelement für eine
Zellenstruktur im Hubschrauberbau Verwendung finden kann.
Fig. 2 zeigt ein Umhüllungsmittel 2. Die geometrische Gestalt des Umhüllungsmittels
2 ist abhängig von der Geometrie des zu umhüllunden Vorformlings 1. Im
Ausführungsbeispiel handelt es sich beim Vormformling 1 um einen rechtwinklig
gebogenen U-Träger. Bei einem solchen Vormformling 1 ist ein schlauchförmiges
Umhüllungsmittel 2 sinnvoll. Das entspricht einer optimalen Geometrie. Als Material
für das Umhüllungsmittel 2 ist vorteilhafterweise ein elastisches Material zweckmäßig.
Sehr gute Eignung besitzt eine elastische Kunststoffolie. Die zu einem Schlauch
geformte elastische Kunststoffolie ist entlang ihres Umfangs vollständig dicht. An den
beiden offenen Enden werden Anschlußmittel 3 und Anschlußmittel 30 angeordnet.
Das Anschlußmittel 3, 30 kann beispielsweise aus einem äußeren Ring 300, 301 gebildet
werden, der ein Ende der Kunststoffolie umschließt, wobei eine Zylinderscheibe innen
in den Ring 302, 303 einschiebbar ist, so daß in einer Endstellung die Folie zwischen
Ring 300, 301 und Zylinderscheibe 302, 303 dauerhaft geklemmt ist. Die
Zylinderscheibe hat ein Ventil 304, 305 angeordnet. Das Umhüllungsmittel 2
gewährleistet, daß kein flüssiges Harz mit dem umgebenden Formwerkzeug in
Berührung kommt. Das Anschlußmittel 3 kann beispielsweise mit seinem Ventil 304 an
eine Saugeinrichtung und das Anschlußmittel 30 beispielsweise an eine
Injektionseinrichtung zur Injektion vom flüßigen Harz angeschlossen werden.
Fig. 3 zeigt den Vorformling 1 mit Umhüllungsmittel 2 in evakuierten Zustand. Der
Geometrie des Vorformling 1 folgend ist das Umhüllungsmittel 2 schlauchförmig
ausgebildet. Die beiden Enden des Umhüllungsmittels 2 besitzen ein Anschlußmittel 3
und Anschlußmittel 30. Das Umhüllungsmittel 2 sollte sich grundsätzlich der
Geometrie des betreffenden Vorformling 1 anpassen. Das Umhüllungsmittel 2 kann
kissenförmig und kugelförmig gestaltet sein, d. h. letztlich jede gewünschte
geometrische Gestalt verkörpern, die den Vorformling vollständig umschließt. Das
Umhüllungsmittel 2 besteht aus einem relativ dünnen, elastischen Material. Das kann
beispielsweise eine Kunststoffolie sein. Das Umhüllungsmittel 2 hat mindestens zwei
verschließbare Öffnungen, wobei eine mindestens im Anschlußmittel 3 und die andere
im Anschlußmittel 30 angeordnet sein kann. Eine der beiden verschließbaren
Öffnungen wird benötigt, um die Luft aus dem Umhüllungsmittel 2 zu evakuieren (zu
saugen), damit sich das Umhüllungsmittel 2 formschlüßig am Vorformling 1 anlegt.
Dies ist notwendig, um den Vorformling 1 im ein Formwerkzeug einlegen zu können.
Fig. 2 zeigt diesen evakuierten Zustand. Zum besseren Verständnis wurde in Fig. 2
bildlich eine Unterbrechung im Umhüllungsmittel 2 gemacht, um den darunterliegenden
Vorformling 1 sichtbar zu machen.
Fig. 4 zeigt ein Formwerkzeug 4 mit eingelegtem Vorformling und evakuiertem
Umhüllungsmittel 2 und dem dazugehörigen Anschlußmittel 600, 601.
Anschlußmittel 600 ist beispielsweise mit einer Saugeinrichtung 602 verbunden. Das
Anschlußmittel 601 ist über seinen Ventilanschluß mit einer Injektionseinrichtung 603
verbunden. Saugeinrichtung 602 und Injektionseinrichtung 603 werden von einer
Steuerung 604 gesteuert. Dabei wird über den Ventilanschluß des Anschlußmittels 601
flüßiges Harz injiziert, welches den Vorformling imprägniert. Das Harz wird dabei von
der Saugeinrichtung 602 in Richtung des Anschlußmittels 602 gesaugt, so daß der
Vorformling vollständig und homogen mit Harz imprägniert wird.
Fig. 5 zeigt den Querschnitt A-A eines Formwerkzeuges 4 nach Fig. 4. Das
Formwerkzeug 4 besteht aus einem Oberformteil 40 und einem Unterformteil 41.
Zwischen Oberformteil 40 und Unterformteil 41 befindet sich der Verformling 1 mit
Umhüllungsmittel 2. Als Einlegeteile 5 werden verwendet die Seitenteile 50, 51 sowie
ein Innenteil 52. Diese Einlegeteile 5 ergeben die Außenform des Vorformlings 1.
Anhand Fig. 5 ist zu erkennen, daß der Vorformling 1 vollständig von dem
Umhüllungsmittel 2 umschlossen ist. Es ist zu erkennen, daß das Umhüllungsmittel 2
auf je einen der beiden U-förmigen Schenkel des Vorformlings 1 je einen Kanal 60, 61
bildet. Der Kanal 60 dient als Vorlauf und ist beispielsweise mit dem Anschlußmittel
600 verbunden. Der Kanal 61 dient als Rücklauf und er ist mit dem Anschlußmittel 601
verbunden. Am Anschlußmittel 600 (Fig. 4) wird eine Saugeinrichtung 602
angeschlossen, die das flüssige Harz während des Injektionsvorganges ansaugt. Am
Anschlußmittel 601 wird eine Injektionseinrichtung 603 angeschlossen, die das Harz in
das Umhüllungsmittel 2 mit Vorformling 1 injiziert. Beide Einrichtungen 602, 603 werden
von einer Steuerung 604 gesteuert.
Der Vorformling 1 mit Umhüllungsmittel 2 sowie den Einlegeteilen 5 ist zwischen
Oberformteil 40 und Unterformteil 41 eingespannt. Beide stehen mit einer Heizung z. B.
Elektroheizung in Verbindung, so daß die Wärmeenergie über Oberformteil 40 und
Unterformteil auf die Einlegeteile 5 und den Vorformling übertragbar ist. Die Heizung
ist während des Injektionsvorganges und dem späteren Aushärtevorgang in Betrieb.
Fig. 5 zeigt, daß eine Dichtung am Formwerkzeug 4 entfallen kann.
Claims (5)
1. Vorformling zur Herstellung eines Bauelements aus Faserverbundwerkstoff, der in ein für
ein RTM-Verfahren verwendetes Formwerkzeug einlegbar ist, wobei das Formwerkzeug
aus einem eine Metallform bildenden Oberformteil und Unterformteil besteht, die den
Vorformling umschließt und der Vorformling mit Harz imprägnierbar und aushärtbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vorformling (1) von einem Umhüllungsmittel (2) aus
kunststoffelastischem Material umgeben ist, welches Anschlußmittel (3, 30) ausgebildet
hat.
2. Vorformling nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das kunststoffelastische
Umhüllungsmittel schlauchförmig ist.
3. Vorformling nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das kunststoffelastische
Umhüllungsmittel (2) kissenförmig ist.
4. Vorformling nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er mit Einlegeteilen (5) vom
kunststoffelastischen Umhüllungsmittel (2) umschlossen ist.
5. Vorformling nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er ohne Einlegeteile vom
kunststoffelastischen Umhüllungsmittel (2) umschlossen ist.
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