DE10032182A1 - Steer-by-wire-Lenksystem - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Lenksystem bei einem Kraftfahrzeug, das zur Durchführung eines Steer-by-wire-Betriebs ausgebildet ist. Mit einer Lenksäule sind einerseits eine Lenkhandhabe und andererseits ein Handmomentensteller antriebsverbunden. Eine Istmoment-Geberanordnung weist ein in die Lenksäule eingebundenes Torsionsfederelement, einen handhabenseitigen Lenkwinkelgeber und einen momentenstellerseitigen Lenkwinkelgeber auf und ermöglicht aus der Differenz der Lenkwinkelwerte der beiden Lenkwinkelgeber sowie aus einer Federkonstanten des Torsionsfederelements die Ermittlung von Istwerten des Handmoments. Eine Sollmoment-Erzeugeranordnung generiert in Abhängigkeit von Parametern, zumindest eines Lenkwinkelsollwertes, Momentsollwerte. Eine Steuerung betätigt in einem Normalbetrieb in Abhängigkeit eines Soll-Ist-Vergleichs der Momentwerte den Handmomentensteller im Sinne einer Regelung. DOLLAR A Die Betriebssicherheit des Lenksystems kann dadurch erhöht werden, daß eine Kompensatoranordnung vorgesehen ist, die aus Momentsollwerten Steuersignale zur Betätigung des Handmomentenstellers generiert, wobei die Steuerung die Funktion der beiden Lenkwinkelgeber der Istmoment-Geberanordnung überwacht und bei Ausfall eines der beiden Lenkwinkelgeber in einen Notbetrieb umschaltet, in dem die Steuerung den Handmomentensteller mit den Steuersignalen der Kompensatoranordnung im Sinne einer Steuerung betätigt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Lenksystem eines Kraftfahrzeuges,
das zur Durchführung eines Steer-by-Wire-Betriebs ausgebildet
ist.
Ein solches Lenksystem weist eine Lenkhandhabe, vorzugsweise
ein Lenkhandrad auf, die mit einer Lenksäule antriebsverbunden
ist und zur Einleitung von Handmomenten in diese Lenksäule
dient. Mit der Lenkhandhabe wird ein Lenkwinkel-Sollwertgebet
betätigt. Des weiteren besitzt ein solches Lenksystem
üblicherweise einen Lenkstellantrieb, der mit lenkbaren
Antriebsrädern mechanisch gekoppelt ist und zu deren
Betätigung dient. Ein Lenkwinkel-Istwettgeber wird mit den
lenkbaren Fahrzeugrädern betätigt. Im Steer-by-Wire-Betrieb
des Lenksystems besteht keine mechanische oder hydraulische
Zwangskopplung zwischen der Lenkhandhabe und den lenkbaren
Fahrzeugrädern. Die Übertragung des Fahrerwunsches in eine
Lenkverstellung der Fahrzeugräder wird durch eine Steuerung
realisiert, die in Abhängigkeit eines Soll-Ist-Vergleichs der
Lenkwinkelwerte den Lenkwinkelsteller betätigt. Insoweit
besteht eine elektronische Kopplung zwischen der Lenkhandhabe
und den lenkbaren Fahrzeugrädern.
Da im Steer-by-Wire-Betrieb des Lenksystems die Lenkhandhabe
von den gelenkten Fahrzeugrädern mechanisch getrennt ist, kann
der Fahrer von der Fahrbahnoberfläche ausgehende und an den
lenkbaren Fahrzeugrädern angreifende Reaktionskräfte an der
Lenkhandhabe nicht mehr spüren, die bei einer mechanischen
Zwangskopplung zwischen Lenkhandhabe und Fahrzeugrädern vom
Fahrer wahrgenommen werden könnten. Um dieses Problem zu
beseitigen, weisen derartige Lenksysteme einen
Handmomentensteller auf, der mit der Lenksäule
antriebsverbunden ist und zur Einleitung von Gegenmomenten in
die Lenksäule dient. Bei einer entsprechenden Betätigung
dieses Handmomentenstellers kann dem Fahrer an der
Lenkhandhabe das Gefühl vermittelt werden, als ob die
Lenkhandhabe mit den lenkbaren Fahrzeugrädern mechanisch
zwangsgekoppelt wäre.
Um einen solchen Handmomentensteller in der gewünschten Weise
betätigen zu können, weist ein Lenksystem der eingangs
genannten Art einen Istmoment-Geberanordnung auf, die ein
Torsionsfederelement umfaßt, das zwischen Lenkhandhabe und
Handmomentensteller in die Lenksäule antriebsgekoppelt
eingebunden ist. Ein solches Torsionsfederelement kann
beispielsweise durch einen Drehfederstab gebildet sein. Die
Istmoment-Geberanordnung weist außerdem einen
handhabenseitigen Lenkwinkelgeber auf, der einem der
Lenkhandhabe zugewandten Ende des Torsionsfederelements
zugeordnet ist. Außerdem besitzt die Istmoment-Geberanordnung
einen momentenstellerseitigen Lenkwinkelgeber, der einem dem
Handmomentensteller zugeordneten Ende des
Torsionsfederelements zugeordnet ist. Aus der Differenz der
Lenkwinkelwerte der beiden Lenkwinkelgeber sowie aus einer
Federkonstanten des Torsionsfederelements können dann Istwerte
für das an der Lenkhandhabe wirksame Handmoment ermittelt
werden.
Des weiteren benötigt das eingangs genannte Lenksystem eine
Sollmoment-Erzeugeranordnung, die in Abhängigkeit von
Parametern, z. B. der Fahrzeuggeschwindigkeit, zumindest jedoch
in Abhängigkeit eines Lenkwinkel-Sollwertes, einen Sollwert
für das Gegenmoment generiert, das vom Fahrer an der
Lenkhandhabe spürbar sein soll. Eine Steuerung des
Handmomentenstellers bzw. eine Steuerung des Lenksystems - die
Funktionen der Handmomentensteller-Steuerung können in die
Lenksystem-Steuerung integriert sein - betätigt dann den
Handmomentensteller in Abhängkeit eines Soll-Ist-Vergleichs
der Momentwerte, so daß die an der Lenkhandhabe wirksamen
Momente geregelt werden.
Um für ein solches Lenksystem eine hohe Betriebssicherheit
erzielen zu können, werden beispielsweise die Lenkwinkelgeber
der Istmoment-Geberanordnung redundant, also in doppelter
Ausführung angeordnet, um bei Ausfall eines der Sensoren die
Funktion des Handmomentenstellers gewährleisten zu können.
Eine ordnungsgemäße Funktion des Handmomentenstellers ist zur
Aufrechterhaltung eines sicheren Fahrgefühls besonders
wichtig. Die redundante Bauweise der Lenkwinkelgeber erfordert
einerseits einen relativ großen Bauraum und ist andererseits
kostspielig.
Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem,
für ein Lenksystem der eingangs genannten Art eine
Ausführungsform anzugeben, die relativ preiswert ist und die
mit einem niedrigen Bauraumbedarf auskommt, wobei die
Fahrzeugsicherheit gewährleistet werden soll, wenn einer der
Lenkwinkelgeber ausfällt.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch einen Lenksystem mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, das an der
Lenkhandhabe spürbare Moment in einem Normalbetrieb, bei dem
beide Lenkwinkelgeber ordnungsgemäß arbeiten, zu regeln und in
einem Notbetrieb, bei dem nur noch einer der Lenkwinkelgeber
zur Verfügung steht, zu steuern. Zu diesem Zweck besitzt das
erfindungsgemäße Lenksystem eine Kompensatoranordnung, die aus
Moment-Sollwerten Steuersignale zur Betätigung des
Handmomentenstellers generiert. Mit Hilfe dieser
Kompensatoranordnung wird dabei versucht, den
Handmomentensteller so anzusteuern, daß das aufgrund dieser
Ansteuerung an der Lenkhandhabe resultierende, jedoch von der
Steuerung nicht mehr meßbare, Istmoment möglichst exakt dem
Sollmoment entspricht.
Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform ist die
Kompensatoranordnung so ausgestaltet, daß sie die über die
Lenksäule realisierte physikalische Kopplung zwischen der
Lenkhandhabe und dem Handmomentensteller kompensiert. Diese
physikalische oder mechanische Kopplung beinhaltet dynamische
Effekte, die beim Betätigen der Lenkhandhabe sowie des
Handmomentenstellers bewirken, daß das am Handmomentensteller
erzeugte Moment von dem an der Lenkhandhabe spürbaren Moment
abweichen kann, wodurch die Lenkung dem Fahrer das gewünschte
Lenkgefühl bei herkömmlichen Lenksystemen nicht übermitteln
kann. Bei der Erfindung werden im Normalbetrieb derartige
Abweichung ausgeregelt und im Notbetrieb durch die
Kompensatoranordnung kompensiert, so daß das erfindungsgemäße
Lenksystem in beiden Betriebsarten das gewünschte Lenkgefühl
vermitteln kann.
Dynamische Effekte, die die Momentübertragung zwischen
Handmomentsteller und Lenkhandhabe beeinflussen, sind
beispielsweise Massenträgheitsmomente, Dämpfungswerte,
Reibungswiderstände, die z. B. an der Lenkhandhabe bzw. am
Handmomentensteller bzw. an der Lenksäule wirksam sind und
insbesondere vom Lenkwinkel, von der Lenkwinkelgeschwindigkeit
und von der Lenkwinkelbeschleunigung abhängen.
Bei speziellen Ausführungsformen können die
Kompensatoranordnung oder die Sollmoment-Erzeugeranordnung bei
der Generierung der Steuersignale bzw. der Momentsollwerte
berücksichtigen, ob der handhabenseitige Lenkwinkelgeber oder
der momentenstellerseitige Lenkwinkelgeber ausgefallen ist. Da
das Torsionsfederelement zwischen den beiden Lenkwinkelgebern
angeordnet ist, besteht regelmäßig eine Differenz zwischen den
Lenkwinkelwerten der beiden Lenkwinkelgeber. Daraus
resultierende Abweichungen hinsichtlich des Sollmoments bzw.
der Steuersignale können durch die erfindungsgemäße Maßnahme
ausgeglichen werden.
Zweckmäßigerweise kann die Steuerung überwachen, ob im
Zeitpunkt des Ausfalls eines der Lenkwinkelgeber eine
Differenz zwischen dem letzten ordnungsgemäß geregelten
Steuersignal des Normalbetriebs und dem ersten gesteuerten
Steuersignal des Notbetriebs besteht. Für den Fall, daß eine
kritische Differenz besteht, berücksichtigt die Steuerung bei
den Steuersignalen des Notbetriebs diese Differenz und gleicht
diese sukzessive aus. Auf diese Weise wird verhindert, daß bei
Vorliegen einer Differenz ein für den Fahrer unerwarteter
Handmomentensprung spürbar wird, wenn das Lenksystem in den
Notbetrieb umschaltet.
Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus den
Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand
der Zeichnungen.
Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die
nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der
jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den
Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den
Zeichnungen dargestellt und wird in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen, jeweils schematisch,
Fig. 1 einen schaltplanartigen, stark vereinfachten Aufbau
eines erfindungsgemäßen Lenksystems und
Fig. 2 ein Blockschaltbild des Lenksystems bei Ausfall eines
Lenkwinkelgebers.
Entsprechend Fig. 1 weist ein erfindungsgemäßes Lenksystem 1
eine Lenkhandhabe 2, hier ein Lenkhandrad auf, das von einem
Fahrzeugführer manuell betätigbar ist. Die Lenkhandhabe 2 ist
mit einer Lenksäule 3 antriebsverbunden, so daß der Fahrer
über die Lenkhandhabe 2 ein Handmoment in die Lenksäule 3
einleiten kann. An der Lenksäule 3 ist ein Lenkwinkel-
Sollwertgeber 45 angeordnet, der über eine Signalleitung 46
mit einer Steuerung 8 verbunden ist. Mit Hilfe dieses
Lenkwinkel-Sollwertgebers 45 kann der Fahrerwunsch für eine
Betätigung des Lenksystems 1 ermittelt werden.
Die Lenksäule 3 ist mit einer Zahnscheibe 10 drehfest
verbunden, über die ein Handmomentensteller 11 an der
Lenksäule 3 angreift. Der Handmomentensteller 11 ist
vorzugsweise nach Art eines Elektromotors aufgebaut und kann
über eine Steuerleitung 47 von der Steuerung 8 betätigt
werden. Zwischen der Lenkhandhabe 2 und dem
Handmomentensteller 11 ist in der Lenksäule 3 eine Istmoment-
Geberanordnung 44 angeordnet, die durch eine geschweifte
Klammer symbolisiert ist. Diese Istmoment-Geberanordnung 44
weist einen Torsionsstab 9 auf, der antriebsgekoppelt in die
Lenksäule 3 eingebunden ist. Beiderseits des Torsionsstabes 9
sind Lenkwinkelgeber 4 und 5 angeordnet, die über
Signalleitungen 6 und 7 mit der Steuerung 8 des Lenksystems 1
verbunden sind. Der eine Lenkwinkelgeber 4 ist demjenigen Ende
des Torsionsstabes 9 zugeordnet, das mit der Lenkhandhabe. 2
verbunden ist, so daß dieser Lenkwinkelgeber 4 im folgenden
als handhabenseitiger Lenkwinkelgeber 4 bezeichnet wird. Im
Unterschied dazu ist der andere Lenkwinkelgeber 5 an
demjenigen Ende des Torsionstabes 9 angeordnet, das mit dem
Handmomentensteller 11 verbunden ist, so daß dieser
Lenkwinkelgeber 5 im folgenden als momentenstellerseitiger
Lenkwinkelgeber 5 bezeichnet wird.
Das an der Lenkhandhabe 2 wirksame Handmoment kann mit Hilfe
der Istmoment-Geberanordnung 44 aus der Differenz der
Lenkwinkelwerte der Lenkwinkelgeber 4 und 5 in Verbindung mit
der Federkonstanten oder der Kennlinie des Torsionstabes 9
ermittelt werden. Das an der Lenkhandhabe 2 fühlbare
Handmoment wird im folgenden auch als Istmoment bezeichnet.
Die Lenksäule 3 endet mit einem als Spindelstange
ausgebildeten Endabschnitt 12 in einem Geberzylinder 13 und
treibt darin einen Kolben 14 an. Dieser Kolben 14 trennt im
Geberzylinder 13 zwei Kammern 15 und 16, die über
Hydraulikleitungen 17 und 18 mit entsprechenden Kammern 19 und
20 eines Lenkstellantriebs 21 verbunden sind. Der
Lenkstellantrieb 21 ist dabei als Kolben-Zylinder-Aggregat
ausgebildet, dessen Kolbenstange 22 über Spurstangen 23 und 24
an lenkbaren Fahrzeugrädern 25 und 26 angreift, wobei eine
Verstellung der Kolbenstange 22 eine Lenkbetätigung der
Fahrzeugräder 25 und 26 bewirkt. Mit der Kolbenstange 22 wirkt
ein Lenkwinkel-Istwertgeber 42 zusammen, der über eine
Signalleitung 43 mit der Steuerung 8 verbünden ist.
Auf der Kolbenstange 22 sitzen zwei Kolben 27 und 28, die im
Inneren eines Zylinders 29 des Lenkstellantriebs 21 vier
Kammern ausbilden, nämlich die vorgenannten, axial
außenliegenden Kammern 19 und 20 sowie axial innenliegende
Kammern 30 und 31, die im Zylinder 29 durch eine zylinderfeste
Trennwand 32 voneinander axial getrennt sind.
Die axial innenliegenden Kammern 30 und 31 sind über
Hydraulikleitungen 33 und 34 an ein Servoventil 35
angeschlossen, das über eine Steuerleitung 36 durch die
Steuerung 8 betätigbar ist, und über eine Hochdruckleitung 37
mit einer Servopumpe 38 und über eine Niederdruckleitung 39
mit einem relativ drucklosen Hydraulikmittelreservoir 40
verbunden. Die Servopumpe 38 ist saugseitig ebenfalls an das
Hydraulikmittelreservoir 40 angeschlossen und kann über eine
Steuerleitung 41 von der Steuerung 8 betätigt werden.
Des weiteren enthält die Steuerung 8 eine Sollmoment-
Erzeugeranordnung 48 sowie eine Kompensatoranordnung 49. Die
Sollmoment-Erzeugeranordnung 48 kann in Abhängigkeit eines
Lenkwinkelsollwertes sowie gegebenenfalls weiterer Parameter,
wie z. B. die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit, Sollwerte für
ein Gegenmoment generieren, das vom Handmomentensteller 11 in
die Lenksäule 3 eingeleitet werden und an der Lenkhandhabe 2
spürbar sein soll. Dieses erwünschte Gegenmoment wird im
folgenden als Sollmoment bezeichnet. Der Kompensator 49
generiert aus Momentsollwerten Steuersignale zur Betätigung
des Handmomentenstellers 11, mit denen die Steuerung 8 in
einem Notbetrieb der Istmoment-Geberanordnung 44 den
Handmomentensteller 11 steuert.
Das erfindungsgemäße Lenksystem 1 arbeitet wie folgt:
Im Steer-by-Wire-Betrieb vergleicht die Steuerung 8 permanent
die Istwerte und Sollwerte der Lenkwinkel und steuert
dementsprechend das Servoventil 35 sowie die Servopumpe 38.
Die hydraulische Kopplung zwischen dem Geberzylinder 13 und
den einen Nehmerzylinder bildenden axial außenliegenden
Kammern 19 und 20 des Lenkstellantriebes 21 kann hierbei offen
sein, wobei entsprechende Ventilmittel oder dergleichen hier
aus Gründen der Übersicht weggelassen sind.
Die Steuerung 8 überwacht permanent die ordnungsgemäße
Funktion der Lenkwinkelgeber 4 und 5 der Istmoment-
Geberanordnung 44. Sofern beide Lenkwinkelgeber 4, 5
ordnungsgemäß arbeiten, liegt für die Istmoment-Geberanordnung
44 ein Normalbetrieb vor, in dem die Steuerung 8 aus der
Differenz der Lenkwinkelwerte beider Lenkwinkelgeber 4 und 5
sowie aus der Kennlinie des Torsionsstabes 9 das Istmoment
ermittelt.
Die Sollmoment-Erzeugeranordnung 48 liefert das für den
aktuellen Fahrzustand gewünschte Sollmoment, wozu die
Sollmoment-Erzeugeranordnung 48 vorzugsweise den Lenkwinkel-
Sollwert des Lenkwinkel-Sollwertgebers 45 heranzieht. Ebenso
ist es möglich, daß die Sollmoment-Erzeugeranordnung 48 zur
Ermittlung des Sollmoments auf den Lenkwinkelwert des
handhabenseitigen Lenkwinkelgebers 4 oder auf den
Lenkwinkelwert des momentenstellerseitigen Lenkwinkelgebers 5
zurückgreift. Über die Steuerleitung 47 betätigt die Steuerung
8 dann den Handmomentensteller 11 im Sinne einer Regelung, das
heißt die Steuerung führt einen Soll-Ist-Vergleich der Momente
durch, um diese in Übereinstimmung zu bringen.
Für den Fall, daß einer der beiden Lenkwinkelgeber 4 und, 5
fehlerhaft arbeitet und somit ausfällt, schaltet die Steuerung
8 auf einen Notbetrieb der Istmoment-Geberanordnung 44 um, mit
der Folge, daß die Steuerung 8 den Handmomentensteller 11
nunmehr mit den Steuersignalen des Kompensators 49 im Sinne
einer Steuerung betätigt. Die Steuersignale werden dabei vom
Kompensator 49 so erzeugt, daß sich das erwünschte Sollmoment
an der Lenkhandhabe 2 möglichst exakt einstellt. Dabei
berücksichtigt die Kompensatoranordnung dynamische Effekte,
die bei der Betätigung der aus Lenkhandhabe 2, Lenksäule 3 und
Handmomentensteller 11 gebildeten physikalischen Strecke oder
Kopplung entstehen. Beispielsweise weisen der
Handmomentensteller 11 und die Lenkhandhabe sowie die
Lenksäule 3 Trägheitsmomente auf, die einer direkten
Momentübertragung entgegenwirken. Ebenso besitzt der
gleichzeitig mitverstellte Geberzylinder 13 ein
Trägheitsmoment, das ebenfalls berücksichtigt werden muß.
Außerdem berücksichtigt die Kompensatoranordnung 49
Dämpfungseffekte und Reibungswiderstände sämtlicher
mitbewegter Elemente.
Die Kompensatorfunktion beruht auf der Basis des folgenden
Gleichungssystems:
Dabei sind:
θLR = Winkel der Lenkhandhabe 2,
JLR = Massenträgheitsmoment der Lenkhandhabe 2,
dLR = Dämpfung der Lenkhandhabe 2,
KT = Steifigkeit des Torsionsstabs 9
θLS = Winkel des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
JLS = Trägheitsmoment des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
dLS = Dämpfung des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
bLS = Koeffizient der trockenen Reibung des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
uM = Motorspannung des Handmomentenstellers 11,
KM = Spannungs-Drehmomentumwandlung im Handmomentensteller 11,
TF = Handmoment des Fahrers.
θLR = Winkel der Lenkhandhabe 2,
JLR = Massenträgheitsmoment der Lenkhandhabe 2,
dLR = Dämpfung der Lenkhandhabe 2,
KT = Steifigkeit des Torsionsstabs 9
θLS = Winkel des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
JLS = Trägheitsmoment des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
dLS = Dämpfung des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
bLS = Koeffizient der trockenen Reibung des momentenstellerseitigen Teils der Lenksäule 3,
uM = Motorspannung des Handmomentenstellers 11,
KM = Spannungs-Drehmomentumwandlung im Handmomentensteller 11,
TF = Handmoment des Fahrers.
Dieses Gleichungssystem beruht auf der Vereinfachung, daß die
Lenksäule 3 zwischen dem handhabenseitigen Lenkwinkelgeber 4
und der Lenkhandhabe 2 sowie zwischen dem
momentenstellerseitigen Lenkwinkelgeber 5 und dem
Handmomentensteller 11 starr ist. Eine weitere Vereinfachung
ergibt sich dadurch, daß sämtliche dynamischen Effekte
zwischen der Lenkhandhabe 2 und dem handhabenseitigen
Lenkwinkelgeber 4 in den Werten der Lenkhandhabe 2
berücksichtigt sind, während die entsprechenden dynamischen
Effekte zwischen dem momentstellerseitigen Lenkwinkelgeber 5
und dem Handmomentensteller 11, einschließlich denjenigen des
Handmomentenstellers 11, bei den Werten der Lenksäule 3
berücksichtigt sind. Des weiteren können auch die dynamischen
Effekte der anderen mitbewegten Elemente, z. B. Geberzylinder,
bei den Werten der Lenkhandhabe 2 und/oder bei den Werten des
Handmomentenstellers 11 berücksichtigt sein.
Bezugnehmend auf Fig. 2 findet sich Gleichung 1 des obigen
Gleichungssystems dort im Bereich der links wiedergebenden
Verknüpfung 50 wieder, die durch ein Kreissymbol dargestellt
ist. Eingangsseitig erhält diese Verknüpfung 50 zum einen das
Handmoment TF des Fahrers und zum anderen das Torsionsmoment
aus der Verwindung des Torsionsstabes 9. Dieses Torsionsmoment
ergibt sich dabei aus dem Lenksäulenwinkel θLS und der
Steifigkeit KT des Torsionsstabes 9, die in Fig. 2 durch ein
Rechteck symbolisiert ist. Das Ergebnis dieser Verknüpfung 50
wird bei 51 mit dem Kehrwert eines Polynoms pLR(s) verknüpft,
das sich aus einer Laplace-Transformation der Gleichung 1
ergibt. Diese Verknüpfung 51 liefert im Ergebnis den
Handhabenwinkel θLR.
In Fig. 2 ist rechts in einem die obengenannte Gleichung 2
repräsentierenden Bereich eine Verknüpfung 52 durch ein
Kreissymbol dargestellt, die eingangsseitig ein Torsionsmoment
erhält, das sich aus dem Handhabenwinkel θLR und der
Steifigkeit KT des Torsionsstabes 9 ergibt. Außerdem erhält die
Verknüpfung 52 das Motormoment des Handmomentenstellers 11,
das sich aus der Motorspannung uM und dem Koeffizienten KM für
die Spannungs-Drehmomentumwandlung im Handmomentensteller 11
ergibt. Außerdem können hier Störgrößen ν berücksichtigt
werden. Das Ergebnis dieser Verknüpfung 52 wird bei 53 mit dem
Kehrwert eines Polynoms pLS(s) verknüpft, das sich aus einer
Laplace-Transformation der Gleichung 2 ergibt. Die
letztgenannte Verknüpfung 53 liefert dann den Lenksäulenwinkel
θLS.
Die Motorspannung uM bildet hierbei das Steuersignal, das vom
Kompensator 49 in Abhängigkeit des von der Sollmoment-
Erzeugeranordnung 48 generierten Sollwertes für das
Gegenmoment generiert wird. Dieses Sollmoment wird hierbei in
Abhängigkeit des Lenksäulenwinkel θLS ermittelt, wenn der
handhabenseitige Lenkwinkelgeber 4 ausgefallen ist. In
entsprechender Weise wird das Sollmoment in Abhängigkeit des
Handhabenwinkel θLR ermittelt, wenn der momentstellerseitige
Lenkwinkelgeber 5 ausgefallen ist.
Mit Hilfe der Sollmoment-Erzeugeranordnung 48, die ein
Handmoment generiert, und des Kompensators 49 kann durch
Rückkopplung des Signals eines der beiden Lenkwinkelgeber 4
und 5 auf den Handmomentensteller 11 ein vorgegebenes
dynamisches Verhalten des Lenksystems gezielt eingestellt
werden.
Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel in folgendem:
Der Kompensator 49 bildet dabei eine Inversion der zwischen
Handmomentensteller 11 und Lenkhandhabe 2 wirksamen
physikalischen Strecke, die durch das obige Gleichungssystem
vereinfacht dargestellt ist. Diese inverse Strecke oder
invertierte Strecke des Kompensators 49 ist dabei modifiziert,
um Störeinflüsse, z. B. mittels einer Tiefpass-Charakteristik,
zu reduzieren.
Claims (7)
1. Zur Durchführung eines Steer-by-Wire-Betriebs ausgebildetes
Lenksystem (1) eines Kraftfahrzeuges,
mit einer Lenkhandhabe (2), z. B. Lenkhandrad, die mit einer Lenksäule (3) antriebsverbunden ist und zur Einleitung von Handmomenten in die Lenksäule (3) dient,
mit einem Handmomentensteller (11) der mit der Lenksäule (3) antriebsverbunden ist und zur Einleitung von Gegenmomenten in die Lenksäule (3) dient,
mit einer Istmoment-Geberanordnung (44), die ein zwischen Lenkhandhabe (2) und Handmomentensteller (11) in die Lenksäule (3) antriebsgekoppelt eingebundenes Torsionsfederelement (9), einen der Lenkhandhabenseite des Torsionsfederelements (9) zugeordneten handhabenseitigen Lenkwinkelgeber (4) und einen der Handmomentenstellerseite des Torsionsfederelements (9) zugeordneten momentenstellerseitigen Lenkwinkelgeber (5) aufweist und die aus der Differenz der Lenkwinkelwerte der beiden Lenkwinkelgeber (4, 5) sowie aus einer Federkonstanten des Torsionsfederelements (9) die Ermittlung von Momentistwerten ermöglicht,
mit einer Sollmoment-Erzeugeranordnung (48) die in Abhängigkeit von Parametern, zumindest eines Lenkwinkel- Sollwertes, Momentsollwerte generiert,
mit einer Steuerung (8), die in einem Normalbetrieb der Istmoment-Geberanordnung (44) in Abhängigkeit eines Soll-Ist- Vergleichs der Momentwerte den Handmomentensteller (11) regelnd betätigt,
wobei eine Kompensatoranordnung (49) vorgesehen ist, die aus Momentsollwerten Steuersignale zur Betätigung des Handmomentenstellers (11) generiert,
wobei die Steuerung (8) die Funktion der beiden Lenkwinkelgeber (4, 5) der Istmoment-Geberanordnung (44) überwacht und bei Ausfall eines der beiden Lenkwinkelgeber (4, 5) in einen Notbetrieb der Istmoment-Geberanordnung (44) umschaltet, in dem die Steuerung (8) den Handmomentensteller (11) mit den Steuersignalen der Kompensatoranordnung (4) steuernd betätigt.
mit einer Lenkhandhabe (2), z. B. Lenkhandrad, die mit einer Lenksäule (3) antriebsverbunden ist und zur Einleitung von Handmomenten in die Lenksäule (3) dient,
mit einem Handmomentensteller (11) der mit der Lenksäule (3) antriebsverbunden ist und zur Einleitung von Gegenmomenten in die Lenksäule (3) dient,
mit einer Istmoment-Geberanordnung (44), die ein zwischen Lenkhandhabe (2) und Handmomentensteller (11) in die Lenksäule (3) antriebsgekoppelt eingebundenes Torsionsfederelement (9), einen der Lenkhandhabenseite des Torsionsfederelements (9) zugeordneten handhabenseitigen Lenkwinkelgeber (4) und einen der Handmomentenstellerseite des Torsionsfederelements (9) zugeordneten momentenstellerseitigen Lenkwinkelgeber (5) aufweist und die aus der Differenz der Lenkwinkelwerte der beiden Lenkwinkelgeber (4, 5) sowie aus einer Federkonstanten des Torsionsfederelements (9) die Ermittlung von Momentistwerten ermöglicht,
mit einer Sollmoment-Erzeugeranordnung (48) die in Abhängigkeit von Parametern, zumindest eines Lenkwinkel- Sollwertes, Momentsollwerte generiert,
mit einer Steuerung (8), die in einem Normalbetrieb der Istmoment-Geberanordnung (44) in Abhängigkeit eines Soll-Ist- Vergleichs der Momentwerte den Handmomentensteller (11) regelnd betätigt,
wobei eine Kompensatoranordnung (49) vorgesehen ist, die aus Momentsollwerten Steuersignale zur Betätigung des Handmomentenstellers (11) generiert,
wobei die Steuerung (8) die Funktion der beiden Lenkwinkelgeber (4, 5) der Istmoment-Geberanordnung (44) überwacht und bei Ausfall eines der beiden Lenkwinkelgeber (4, 5) in einen Notbetrieb der Istmoment-Geberanordnung (44) umschaltet, in dem die Steuerung (8) den Handmomentensteller (11) mit den Steuersignalen der Kompensatoranordnung (4) steuernd betätigt.
2. Lenksystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kompensatoranordnung (49) die über die Lenksäule (3)
realisierte physikalische Kopplung zwischen der Lenkhandhabe
(2) und dem Handmomentensteller (11) kompensiert.
3. Lenksystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kompensatoranordnung (49) Massenträgheitsmomente
und/oder Dämpfungswerte und/oder Reibungswiderstände der
Lenkhandhabe (2) und/oder des Handmomentenstellers (11)
und/oder der Lenksäule (3) berücksichtigt.
4. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kompensatoranordnung (49) bei der Generierung der
Steuersignale berücksichtigt, ob der handhabenseitige
Lenkwinkelgeber (4) oder der momentenstellerseitige
Lenkwinkelgeber (5) ausgefallen ist.
5. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sollmoment-Erzeugeranordnung (48) bei der Generierung
der Momentsollwerte berücksichtigt, ob der handhabenseitige
Lenkwinkelgeber (4) oder der momentenstellerseitige
Lenkwinkelgeber (5) ausgefallen ist.
6. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung (8) im Notbetrieb der Istmoment-
Geberanordnung (44) die Lenkwinkelwerte des verbleibenden
Lenkwinkelgebers (4, 5) als Lenkwinkel-Sollwerte für die
Sollmoment-Erzeugeranordnung (48) verwendet.
7. Lenksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung (8) überwacht, ob im Zeitpunkt des Ausfalls
eines der Lenkwinkelgeber (4, 5) eine Differenz zwischen dem
letzten ordnungsgemäß geregelten Steuersignal des
Normalbetriebs und dem ersten gesteuerten Signal des
Notbetriebs besteht, und für den Fall, daß eine kritische
Differenz besteht, diese bei den Steuersignalen des
Notbetriebs berücksichtigt und sukzessive ausgleicht.
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