DE10032279A1 - Elektrische Passivierung der Randgebiete von Solarzellen - Google Patents
Elektrische Passivierung der Randgebiete von SolarzellenInfo
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Abstract
Das beschriebene Verfahren zur Passivierung von Randdefekten von Solarzellen ist dafür geeignet, bei minimalen Flächenverlusten alle Randdefekte zu passivieren und damit ggf. den Wirkungsgrad auch von schon fertig produzierten Solarzellen nachhaltig zu erhöhen. DOLLAR A Die Methode ist für mono- und multikristalline Si Solarzellen verwendbar; sie ist gut reproduzierbar. DOLLAR A Der Verlust an Fläche und damit an Kurzschlußstrom ist vernachlässigbar, d. h. die Passivierung hat keinen nachteiligen Einfluß auf SZ ohne Randdefekte. DOLLAR A Es existieren mehrere Varianten zur Durchführung des Verfahrens bzgl. der Art der Ätzlösung und der Durchführung der Ätzung; das Verfahren kann damit an bestehende Produktionsprozesse und Einrichtungen leicht angepaßt werden. DOLLAR A Das Verfahren kann nicht nur nach Abschluß des eigentlichen Herstellungsprozesses als letzter Schritt eingesetzt werden, sondern auch schon vorher, z. B.: DOLLAR A È nach der Diffusion des Emitters, DOLLAR A È nach der Metallisierung, DOLLAR A È nach dem Aufdampfen der AR-Schicht. DOLLAR A Das Verfahren kann standardmäßig als Teil des Produktionsprozesses (prophylaktisch) für alle SZ verwendet werden oder gezielt nur für aussortierte Zellen mit Randdefekten.
Description
Bei der Herstellung von Solarzellen (SZ), insbesondere von Silizium-Solarzellen, werden die
SZ am Ende getestet und klassifiziert. Die Klassifizierung der SZ geschieht anhand ihrer
Kennlinien und der daraus entnommenen Kenngrößen Kurzschlußstrom ISC, Leerlaufspannung
Voc, Serienwiderstand RS, Kurzschlußwiderstand RSh, maximale Leistung Pmax, Füllfaktor FF
und Wirkungsgrad η.
Lokale elektrische Kurzschlüsse (kurz "Shunts") der Diode, spielen eine wichtige Rolle für
den Wirkungsgrad der SZ; sie können einen dramatischen Einfluß auf die Strom-Spannungs-
(IV)-Kennlinie haben und den Gesamtwirkungsgrad stark erniedrigen bei gleichzeitiger Erhö
hung des Leckstroms. Shunts treten häufig am Rande der Solarzelle auf, da hier der p-n-
Übergang entweder freiliegt oder der Emitterbereich sich sogar über die Kante bis zum Rück
seitenkontakt erstreckt.
Selbst wenn die "Shunts" den Wirkungsgrad einer einzelnen Solarzelle nicht merklich redu
zieren, kann in einer Reihenschaltung vieler Solarzellen in einem Solarzellenmodul ein
"Shunt" das gesamte Modul zerstören: Aufgrund der hohen Spannung in der Reihenschaltung
kann unter einer "open circuit"-Bedingung auch ein schwacher "Shunt" durchbrechen, sich
lokal sehr stark erwärmen und so zur Zerstörung des gesamten Moduls führen.
Die hier vorgestellte Erfindung betrifft eine Methode zur Passivierung dieser "Shunts" (und
anderer Defekte; im folgenden Randdefekte genannt) an den Randgebieten der SZ. Sie kann
an unterschiedlichen Stationen des Solarzellenprozesses eingesetzt werden, z. B.:
- a) Nach der Diffusion des Emitters
- b) Nach der Metallisierung
- c) Nach dem Aufdampfen der Antireflex (AR)-Schicht
und dies sowohl selektiv nur auf der SZ mit schlechtem Wirkungsgrad oder prophylaktisch
auf allen SZ.
Die Vorrichtung ist gekennzeichnet durch eine rein chemische oder elektrochemische Be
handlung nur des Randgebiets einer Solarzelle. Die erforderlichen Reaktionen können auf
verschiedene Weise aktiviert werden und laufen dann sehr schnell ab. Sie führen in jedem
Fall zu einer Beseitigung der Randdefekte und damit zu einer Verbesserung der SZ.
Leckströme am Rand einer SZ (Randdefekte) können durch viele Arten von Defekten verur
sacht werden, die zum überwiegenden Teil während der SZ Herstellung induziert werden
[1, 2, 3]. Zur Zeit sind mehrere Methoden zur Passivierung des Randes bekannt:
- - "Coin Staking"; d. h. Plasmaätzung der Randbereiche eines ganzen Stapels von Solarzel len [4]. Dieses Verfahren führt nur bedingt zum Erfolg und hat erhebliche Nachteile bei Kosten und Durchsatz.
- - Mechanisches Polieren der Ränder.
- - Trimmen mit einer Säge.
Alle Randdefekte einer SZ sind zu isolieren oder zu passivieren. Die Methode soll die folgen
den Bedingungen erfüllen:
- - Passivierung aller Randdefekte (z. B. "Shunts" durch Kratzer, mechanische Beschädigun gen, induzierte Kristallbaufehler oder Diffusionsüberlapp mit der Rückseite); d. h. es sol len vom Rand keine nachteiligen elektrischen Effekte mehr ausgehen. Dies kann mit ei ner ortsaufgelösten Meßtechnik (z. B. mit dem "CELLO"-Verfahren [5]) überprüft wer den.
- - Minimaler Verlust an Fläche des p-n-Übergangs und dadurch bedingte verringerte Isc Werte.
- - Volle Kompatibilität mit dem Herstellungsprozeß.
- - Selektiv, d. h. beeinflußt nur Randdefekte.
- - Reproduzierbar unter Produktionsbedingungen.
- - Einfach, billig und schnell (hoher Durchsatz).
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch chemisches oder elektrochemisches Herausät
zen der Randdefekte. Sie kombiniert fünf Komponenten, um die obigen Kriterien zu erfüllen.
Diese Komponenten sind (hier für den Fall der rein chemischen Passivierung geschildert):
- 1. Geeignete Ätzmittel.
- 2. Definierte Ätzgeometrie (nur der Randbereich kommt in Kontakt mit dem (flüssigen) Ätzmittel).
- 3. Von der Berührung mit dem Ätzmittel getrennte Anregung bzw. Beschleunigung der Re aktion.
- 4. Vermeidung von Niederschlägen des Ätzmitteldampfes außerhalb des Randbereichs.
- 5. Einfacher Aufbau für geringe Kosten, hoher Durchsatz und generelle Reproduzierbarkeit.
Zunächst sollen die Möglichkeiten der Erfindung an einem Beispiel demonstriert werden,
danach werden die einzelnen Komponenten der Erfindung besprochen.
Abb. 1 zeigt die Kennlinie einer handelsüblichen (käuflich erworbenen) relativ
schlechten Solarzelle. Sie zeigt die typischen Merkmale eines "Shunts", d. h. eines massiven
(vermutlich lokalen) Kurzschlusses. Am Punkt maximaler Leistung können bei der gewählten
(nicht genormten) Beleuchtung 0,1633 Watt realisiert werden, ISC = 550 mA, und FF = 0,49
werden gemessen. Die Leerlaufspannung liegt bei ca. 0.57 V.
Nach der Passivierung ist zwar der Kurzschlußstrom etwas zurückgegangen auf ISC = 513 mA,
dafür sind aber der Füllfaktor und die Leerlaufspannung erheblich höher: Die max. Lei
stung liegt jetzt bei 0,211 W; dies entspricht einer Erhöhung des Gesamtwirkungsgrads um
25%!
Im folgenden werden die o. g. 5 Punkte der Erfindung detailliert.
Grundsätzlich muß etwas Si aufgelöst, d. h. abgeätzt werden. Es sind viele Chemikalien be
kannt, mit denen Silizium geätzt werden kann [7, 8, 9, 10], weiterhin sind viele chemische oder
elektrochemische Ätzmethoden veröffentlicht. Prinzipielle Möglichkeiten sind:
- - Starke Oxidationsmittel mit HF Zusatz; z. B. die Standardätzen auf der Basis von HNO3/HAc/HF Mischungen. Diese Mittel sind zwar prinzipiell verwendbar, aber mit Nachteilen behaftet in Bezug auf schlecht kontrollierbare, heftig gasende Reaktionen die schon beim unmittelbaren Kontakt einsetzen. Die meisten dieser Säuregemische wirken außerdem korrodierend auf die Passivierapparatur und auf alle Bestandteile der Solarzelle und stellen erhebliche Sicherheitsrisiken dar. Durch die Hitze und Gasentwicklung gibt es außerdem die Tendenz zu Spritzern, so daß die Reaktion nur schwer auf den Randbereich zu beschränken ist. Andererseits kann die Passivierung sehr schnell erfolgen.
- - HF mit anorganischen oder organischen Zusätzen und anodischem (oder kathodischem) Stromfluß; d. h. elektrochemisches Ätzen. Diese Methodik ist prinzipiell sehr gut anwend bar, insbesondere weil die Reaktion vom Kontakt mit der Flüssigkeit vollständig entkop pelt und durch die Steuerung des Stroms sehr gut kontrolliert werden kann. Sie ist aber mit Nachteilen bei der Durchführung verbunden, da die Solarzelle elektrisch kontaktiert werden muß.
- - Alkalisches Ätzen, z. B. KOH oder TMAH. Häufig wird eine merkliche Ätzwirkung nur bei höherer Temperatur erzielt. Ätzen aus diesem Bereich lassen sich mit gutem Erfolg verwenden.
Im folgenden werden daher ohne Beschränkung der Allgemeinheit nur noch Ätzen auf KOH-
Basis besprochen.
Die hier vorgestellte Erfindung beruht vor allem auf der Trennung zweier Prozesse:
- - Dem Aufbringen der Ätze auf definierte (Rand-)Bereiche.
- - Dem Aktivieren oder Beschleunigen der chemischen Reaktionen durch verschiedene Pro zesse, wie sie unter Punkt 3) beschrieben werden.
Für das Aufbringen des Ätzmittels am Rande der Solarzellen bieten sich mehrere Möglich
keiten an. Am effektivsten und definiertesten wird das Ätzmittel über ein definiert in Ätzmit
tel getränktes Filztuch auf die Solarzelle übertragen. Dies läßt sich in einem kontinuierlichen
Prozeß sehr homogen durchführen, wenn das Filztuch auf einer rotierenden Walze befestigt
wird, wie in Abb. 2 dargestellt. Durch z. B. zwei gegenläufige Walzen läßt sich das Ätzmittel
gleichmäßig auf der Walze verteilen und überschüssiges Ätzmittel abstreifen. Zur besseren
Haftung kann man die Viskosität des Ätzmittels erhöhen, z. B. indem man das Ätzmittel z. B.
in ein Gel einbettet.
In dem Zustand, wie sie auf die Solarzelle aufgebracht werden, sind KOH basierte Ätzmittel
gar nicht, bzw. nur sehr schwach reaktiv. So wird für die Solarzelle, wie auch für die Passi
vierapparatur die Wahrscheinlichkeit für eine ungewollte Korrosion reduziert. Während des
Aufbringens des Ätzmittels besteht z. B. nicht die Gefahr, daß die chemische Reaktion an der
zuerst benetzten Stelle schon einsetzt, während der restliche Bereich noch überhaupt keinen
Kontakt zum Ätzmittel hat. Das Ätzmittel läßt sich homogener aufbringen und alle nachfol
genden Prozesse laufen räumlich und zeitlich viel homogener ab.
Verschiedene Klassen rein chemischer Ätzen zeigen eine starke Abhängigkeit der Ätzrate von
der Temperatur, z. B. ätzt KOH bei Raumtemperatur sehr langsam, bei 80°C ist jedoch ein
starker Ätzabtrag zu beobachten. Für die meisten elektrochemischen Ätzen gilt, daß sie nur
unter Anlegen einer elektrischen Spannung Silizium auflösen. So kann man die in Punkt 2
beschriebene Trennung erreichen, indem man nach dem Aufbringen des "passiven" Ätzmittels
durch z. B. Erwärmen oder Anlegen einer Spannung in die aktive Phase umschaltet. Neben
dem Aufbringen des Ätzmittels läßt sich hierbei die Lokalisierung noch verstärken, indem
man die Position der Gegenelektrode und den Widerstand des Elektrolyten geschickt wählt,
oder die Erwärmung des Ätzmittels auf den Randbereich der Solarzelle beschränkt. Für die
lokale Erwärmung bieten sich mehrere Möglichkeiten für die Erwärmung des Ätzmittels an,
z. B.:
- - Beleuchtung mit eine Infrarotlampe (Fokussierung auf den Rand der Solarzelle durch Spalt, Spiegel oder Linse)
- - Zufuhr von Heißluft (Fokussierung und laminare Strömung mit Hilfe einer Düse [11], siehe Abb. 3)
- - Lokaler Kontakt mit einem heißen Körper
sind für einen kontinuierlichen Passivierungsprozeß geeignet. Die Beleuchtung und die
Heißluftzufuhr sind berührungslose Techniken und erfordern deshalb weniger Justieraufwand,
damit die leicht zerbrechlichen Solarzellen nicht während der Passivierung zerbrechen. Be
nutzt man jedoch z. B. eine durch Federdruck an die Solarzellen gepreßte metallische Walze
zum lokalen Erhitzen der Solarzellenränder, so ist auch diese Variante leicht zu realisieren.
Für die Langzeitstabilität der Solarzelle im Modul kann es erforderlich sein, daß eventuelle
Reaktionsrückstände (z. B. Salze) entfernt werden. Dies kann z. B. durch Reinigung mit destil
liertem Wasser und anschließender Lufttrocknung erfolgen.
Punkt 2 und 3 erlauben trotz minimaler Dosierung des Ätzmittels eine sehr effektive Ät
zung/Passivierung des Randes der Solarzelle. Idealerweise wird die Menge des Ätzmittels so
begrenzt, daß es während der reaktiven Phase in möglichst kurzer Zeit vollständig umgesetzt
wird. Aufgrund der geringen Menge entsteht auch nur wenig Gas. Da Spritzer des Ätzmittels
das gleichzeitige Vorhandensein von flüssiger und Gasphase voraussetzen, ist dies ein großer
Vorteil. Aufgrund der geringen Benetzung des Randbereiches treten Spritzer bei dem oben
beschriebenen Verfahren nicht auf. Nutzt man für die Erwärmung des Ätzmittels Heißluft, so
können durch die Führung des Luftstromes die restlichen Gase von der Solarzelle ferngehal
ten werden, so daß es zu keinem Niederschlag von Ätzmitteln auf der Scheibe kommen kann.
Falls die geringe Ätzmittelmenge für eine genügende Ätzung des Randes nicht ausreichen
sollte, können die Prozeduren mit Aufbringen und Aktivieren des Ätzmittels auch mehrmals
wiederholt werden.
Die oben beschriebenen Schritte zur Randpassivierung
- - Aufbringen des Ätzmittels
- - Aktivieren der chemischen Reaktion
- - Ätzung der Randbereiche
lassen sich alle in einem Durchlaufprozeß realisieren, indem die Solarzellen auf einem För
derband oder einer anderen geeigneten Transporteinrichtung an den entsprechenden Stationen
vorbeilaufen.
Alle drei Varianten für die Erwärmung des Ätzmittels
- - Beleuchtung mit einer Infrarotlampe
- - Zufuhr von Heißluft
- - Erwärmung der SZ durch Kontakt mit einem heißen Körper
sind für einen kontinuierlichen Passivierungsprozeß geeignet. Die Beleuchtung und die
Heißluftzufuhr sind berührungslose Techniken und erfordern deshalb weniger Justieraufwand,
damit die leicht zerbrechlichen Solarzellen nicht während der Passivierung zerbrechen. Be
nutzt man jedoch z. B. eine durch Federdruck an die Solarzellen gepreßte metallische heiße
Walze zum lokalen Erhitzen der Solarzellenränder, so ist auch diese Variante leicht zu reali
sieren.
Die technische Durchführung der Randpassivierung ist nach den obigen Ausführungen in
vielen Varianten möglich. Im Labormaßstab hat folgende Variante zu sehr guten Ergebnissen
geführt:
- 1. Ein Schwamm mit sehr kleinen Poren (oder ein Filztuch) wird mit 10%iger KOH-Lösung (auf Raumtemperatur) getränkt. Der Schwamm liegt auf dem Boden eines Glas- oder Tef longefäßes mit ebenem Boden (siehe Abb. 4).
- 2. Eine Heizplatte wird auf 100°C vorgeheizt.
- 3. Die Solarzelle wird mit der zu passivierenden Seite mit definiertem Druck auf den feuch ten Schwamm gedrückt.
- 4. Der angefeuchtete Rand der Solarzelle wird für 5-10 Sec. senkrecht auf die Heizplatte aufgesetzt.
- 5. Die Schritte 3-4 werden gegebenenfalls mehrmals wiederholt.
- 6. Die Schritte 3-5 werden für die restlichen Seiten der Solarzelle wiederholt.
- 7. Abschließend wird die Solarzelle mit destilliertem Wasser gespült und mit Druckluft oder N2 getrocknet.
Bei diesem Verfahren wurde keine meßbare Verschlechterung der Kennlinie, bzw. des Wir
kungsgrades guter Solarzellen gemessen (siehe Abb. 5a). Auf Solarzellen mit Randde
fekten wurden zum Teil drastische Verbesserungen erzielt, wie z. B. in Abb. 5b demon
striert.
Literatur:
[1] R. F. Pierret, Semiconductor Device Fundamentals, Addison-Wesley, 1996
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[4] L. D. Patrin: Solar Cells and their Applications, Wiley, 1995, Seiten 60-61
[5] J. Carstensen, G. Popkirov, J. Bahr and H. Föll: CELLO: An Advanced LBIC Measure ment for Solar Cell Local Characterization, 16 EUROPEAN Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition, Glasgow, 2000
[6] M. H. Al-Rifai, J. Carstensen, H. Föll: Improvement of the Efficiency of Silicon Solar Cells Using the Electrochemical Passivation of the High Leakage Current Areas in the pn-Junction, EUROMAT 99, München, in press
[7] H. Löwe, P. Keppel, D. Zach: Halbleiterätzverfahren, Akademie-Verlag Berlin, 1990, Seite 67
[8] Q. Vu, D. A. Stricker, P. M. Zavracky: Surface Characteristics of (100) Silicon Ani sotropically Etched in Aqueous KOH, J. Electrochem. Soc., Vol. 143, Nr. 4, April 1996
[9] W. Menz, J. Mohr: Mikrosystemtechnik für Ingenieure, WILEY-VCH, 1997, Seite 198
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[11] T. Dorfmüller, W. T. Hering, K. Stierstadt, G. Fischer: Lehrbuch der Experimentalphy sik, Band 1, 11. Auflage, W. de G., 1998, Seiten 488-500
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[11] T. Dorfmüller, W. T. Hering, K. Stierstadt, G. Fischer: Lehrbuch der Experimentalphy sik, Band 1, 11. Auflage, W. de G., 1998, Seiten 488-500
Kennlinie einer monokristallinen Solarzelle vor (Kurve 1) und nach (Kurve 2)
der Randpassivierung.
Das Ätzmittel wird durch gegenläufige Walzen auf den Rand der Solarzelle
aufgebracht.
Erwärmung (Anregung der Reaktion) des Randgebietes mit Heißluft.
Die SZ wird auf ein feuchtes Filztuch gestellt, um eine geringe Menge KOH
auf den Rand aufzubringen.
- a) Gute Solarzelle ohne Randdefekte. Durch die Passivierung kann der Wirkungsgrad nicht mehr verbessert werden, die Flächenverluste (Verluste in ISC) sind jedoch so klein, daß im Rahmen der Meßungenauigkeit keine Wirkungsgradreduktion beobachtet wurde.
- b) Schlechte Solarzelle mir Randdefekten: Trotz einer kleinen Verringerung des Kurzschlußstroms steigt die max. Leistung bzw. der Wirkungsgrad nach der Passivierung um 43%.
Claims (27)
1. Vorrichtung zur chemischen Passivierung von Randdefekten aller Art bei Silizium-
Solarzellen, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) nur der Rand der Solarzelle in Kontakt mit einer geeigneten Ätzlösung gebracht wird und damit die chemische Reaktion auf ein schmales Randgebiet beschränkt bleibt,
- b) die Ätzlösungen bevorzugt alkalische Komponenten wie KOH enthalten,
- c) die chemische Reaktion am Rande der Solarzelle nach dem Aufbringen des Ätzmittels nur sehr langsam abläuft und erst durch geeignete Methoden stark beschleunigt wird,
- d) parasitäre Reaktionen außerhalb des Randbereichs (z. B. durch aufsteigende Dämpfe der Ätzlösung) durch geeignete Maßnahmen verhindert werden und
- e) es auch möglich ist, Defekte ("Shunts", Kratzer, . . .) auf der ganzen Fläche der Solarzelle mit der vorherigen Methode, sowohl chemisch als auch elektrochemisch, zu passivieren.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Technik bei geeigneter
Modifizierung auch für Solarzellen aus anderen Materialien als Si anwendbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Passivierung für
verschiedene Arten von Solarzellen durchgeführt werden kann.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß statt einer rein chemischen
Ätzung auch eine elektrochemische Ätzung verwendet werden kann; dabei dient der
Rückseitenkontakt der Solarzelle als ein elektrischer Anschluß; eine in die Ätzlösung
ragende Pt-Elektrode als zweiter Anschluß für den Stromdurchgang. Bei geeigneter Wahl
der Parameter erfolgt die passivierende Reaktion nur an den Defekten; eine Lokalisierung
des Ätzmittels entfällt in diesem Fall.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1a) dadurch gekennzeichnet, daß der Innenbereich der
Solarzelle mit einer geeigneten Schutzschicht überzogen wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1a) dadurch gekennzeichnet, daß das Ätzmittel durch
Eintauchen des Randbereichs auf die Solarzelle aufgebracht wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1a) dadurch gekennzeichnet, daß das Ätzmittel über ein
definiert in Ätzmittel getränktes Filztuch auf die Solarzelle aufgebracht wird.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1a) dadurch gekennzeichnet, daß das Ätzmittel mit einem
Schwamm auf die Solarzelle aufgebracht wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1a) dadurch gekennzeichnet, daß das Ätzmittel in ein Gel
eingebettet auf die Solarzelle aufgebracht wird.
10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 6) und 7) dadurch gekennzeichnet, daß der Schwamm
bzw. das Filztuch auf einer Walze aufgebracht ist und somit einen einfachen
kontinuierlichen Betrieb für eine Passivierungsanlage erlaubt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1b) dadurch gekennzeichnet, daß die Ätzlösung aus 10%
KOH in Wasser mit geeignetem kommerziellem Netzmittel besteht.
12. Vorrichtung nach Anspruch 1b) dadurch gekennzeichnet, daß die Ätzlösung aus weiteren
alkalischen Komponenten, z. B. KOH, NaOH; NH4OH, organischen Laugen wie z. B.
TMAH, Cholin, alkalischen Persulfat-Lösungen z. B. (KOH + (NH4)2S2O8),
(NaOH + (NH4)2S2O8), Säuren wie (HNO3 + HF), (HNO3 + HF + CH3COOH),
(HNO3 + HF + CH3COOH + HCLO4) oder Hydrazin-Lösungen (N2H4) oder anderen
bekannten Siliziumätzlösungen besteht.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1b) dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration der
alkalischen oder sauren Komponenten in der Ätzlösung modifizierbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1c) dadurch gekennzeichnet, daß die
Reaktionsbeschleunigung durch Erhitzen der gesamten oder nur des Randbereiches der
Solarzelle auf ca. 90-100°C durchgeführt wird.
15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1c) und 3) dadurch gekennzeichnet, daß die
Reaktionsbeschleunigung nach benetzen des Randes durch Kontaktierung und Anlegen
einer elektrischen Spannung elektrochemisch erfolgt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 1c) dadurch gekennzeichnet, daß die
Reaktionsbeschleunigung durch Erhitzen der gesamten oder nur des Randbereiches der
Solarzelle auf mehr oder weniger als 90-100°C möglich ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15) dadurch gekennzeichnet, daß das Erhitzen der Solarzelle
durch Anblasen der Randbereiche mit Heißluft aus geeignet geformten Düsen
vorgenommen wird.
18. Vorrichtung nach Anspruch 15) dadurch gekennzeichnet, daß das Erhitzen der Solarzelle
durch Beleuchtung mit einer Infrarotlampe erfolgt.
19. Vorrichtung nach Anspruch 15) dadurch gekennzeichnet, daß das Erhitzen der Solarzelle
durch Kontakt mit einem heißen Körper oder mit anderen geeigneten
Anregungsmethoden vorgenommen wird.
20. Vorrichtung nach Anspruch 17) dadurch gekennzeichnet, daß die Beleuchtung mit
geeigneten Methoden auf den Rand der Solarzelle fokussiert wird (z. B. durch einen Spalt,
durch Linsen oder mit Spiegeln).
21. Vorrichtung nach Anspruch 1c) dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Reak
tion für jede Ätzlösung optimiert wird.
22. Vorrichtung nach Anspruch 1d) dadurch gekennzeichnet, daß parasitäre Reaktionen wie
ätzende Gase oder Tröpfchenbildung durch geringe Dosierung des Ätzmittels und lokales
Aufbringen am Rand der Solarzelle minimiert werden.
23. Vorrichtung nach Anspruch 1d) dadurch gekennzeichnet, daß parasitäre Reaktionen auf
der Solarzelle durch Beblasen der Solarzelle mit Gas oder Absaugen der
Reaktionsdämpfe vermieden werden. (Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch
gekennzeichnet, daß parasitäre Reaktionen durch Ätzmitteldämpfe durch eine geeignete
Luftströmung verhindert werden.)
24. Vorrichtung nach den Ansprüchen 16) und 22) dadurch gekennzeichnet, daß die
Erhitzung des Randes und das Wegblasen von Reaktionsprodukten durch geeignete
Führung des Heißluftstromes gleichzeitig erreicht werden.
25. Vorrichtung nach Anspruch 1e) dadurch gekennzeichnet, daß das Ätzmittel lokal an den
zu passivierenden Stellen auf der Solarzelle aufgebracht wird und anschließend die
Reaktion aktiviert wird.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25 dadurch gekennzeichnet, daß die lokale Reaktion durch
eine elektrochemische Reaktion erreicht wird.
27. Vorrichtung nach Anspruch 25 dadurch gekennzeichnet, daß die nicht zu passivierenden
Bereiche durch eine Maske abgedeckt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10032279A DE10032279B4 (de) | 2000-07-03 | 2000-07-03 | Elektrische Passivierung der Randgebiete von Solarzellen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10032279A DE10032279B4 (de) | 2000-07-03 | 2000-07-03 | Elektrische Passivierung der Randgebiete von Solarzellen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10032279A1 true DE10032279A1 (de) | 2002-01-17 |
| DE10032279B4 DE10032279B4 (de) | 2006-09-28 |
Family
ID=7647608
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10032279A Expired - Fee Related DE10032279B4 (de) | 2000-07-03 | 2000-07-03 | Elektrische Passivierung der Randgebiete von Solarzellen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10032279B4 (de) |
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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