DE10039918C2 - Selbstadaptierende Power-Factor-Regelung - Google Patents

Selbstadaptierende Power-Factor-Regelung

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Description

Bei der Spannungsregelung von mehreren Drehstromtransformatoren, die parallel geschaltet sind, gibt es das Problem der Kreisströme, die bei unterschiedlichen EMK's der Transformatoren entstehen und zu erheblichen Belastungen für die einzelnen Transformatoren und des Netzes führen können.
Bei der Parallelschaltung an einer Sammelschiene wird dieses Problem dadurch gelöst, dass bei analogen Reglern die entsprechenden Ströme und Spannungen im allgemeinen einer Zusatzeinrichtung zugeführt werden, und daraus eine dem Kreisstrom proportionale Größe ermittelt und den Spannungsreglern zugeführt wird. Bei digitalen Reglern mit Mikroprozessor-Steuerung wird dies durch eine Busverbindung über einen digitalen Datenstrom erreicht und die proportionale Größe zum Kreisstrom berechnet. Diese Größe wird in beiden Fällen dazu verwendet, die EMK's der Transformatoren derart zu verändern, dass die Kreisströme minimiert werden.
Bei der Parallelschaltung von Transformatoren, die an verschiedenen Orten in ein gemeinsames Versorgungsnetzwerk einspeisen (Bild 1), kann eine derartige Verbindung in der Regel nicht realisiert werden.
In diesem Fall wird das sogenannte Power-Factor-Verfahren (PF-Verfahren) angewendet. Die fehlende Verbindung zwischen den Spannungsreglern wird ersetzt durch die Vorgabe eines Sollwerts und die Messung des cosϕ am Einspeisepunkt jedes Transformators.
Aus den an den Einspeisepunkten gemessenen Strömen und Spannungen wird der tatsächliche cosϕ berechnet und mit dem eingestellten Sollwert verglichen. Unter der Voraussetzung, dass der Leistungsfaktor des Netzes dem Soll-cosϕ des Netzes entspricht, repräsentiert die Abweichung den im Netz fließenden Kreisstrom (Bild 2).
Der Kreisstrom ergibt sich dann zu
IKr = Isinϕist - Isinϕsoll (1)
Aus der Gleichung 1 ist ersichtlich, dass auch dann Kreisströme erkannt werden, wenn der tatsächliche Leistungsfaktor des Netzes nicht dem cosϕsoll entspricht. D. h. es ist zwar kein Kreisstrom vorhanden, aber durch die Veränderung des Leistungsfaktors im Netz wird dem Regler ein Kreisstrom vorgetäuscht. Der Regler versucht nun diesen virtuellen Kreisstrom durch die Verstellung der EMK und damit der Spannung im Netz zu kompensieren. Es entsteht damit eine bleibende Regelabweichung der Spannung, die abhängig von der Größe der Abweichung des Leistungsfaktors das zulässige Maß überschreiten kann.
Um diesen Effekt zu vermeiden wird erfindungsgemäß der Sollwert des cosϕ für die Kreisstromminimierung ständig dem aktuellen Wert des Netzes nachgeführt. Das Prinzip ist in Bild 3 dargestellt.
Ein Verfahren zur selbsttätigen rechnergestützten Erkennung der Anlagenkonfiguration bei einer Vielzahl von an unterschiedlichen Sammelschienen beliebig parallelgeschalteten Stufentransformatoren, die unterschiedliche Stufenzahlen und Spannungsstufen aufweisen können, sowie deren Regelung ist aus der DE-C-40 04 671 bekannt. Bei jeder Änderung der Anlagenkonfiguration, d. h. des Netzleistungsfaktors, wird dieser aus der Summe der Wirk- und Blindströme sämtlicher an einer Sammelschiene betriebenen Transformatoren ermittelt und als korrigierter Sollwert den Reglern zur Minimierung der Kreisblindströme übergeben.
Erfindungsgemäß ist eine selbstadaptierende Power-Factor-Regelung (PF- Regelung) zur Minimierung von durch parallel geschaltete Drehstromtransformatoren in Netzen entstehenden Kreisströmen, wobei die elektromotorische Kraft (EMK) der Transformatoren abhängig von einem ermittelten Wert verändert wird, der durch Vergleich des cosϕ am Einspeisepunkt jedes Transformators (cosϕist) mit einem Soll-cosϕ des Netzes (cosϕsoll) gewonnen wird, dadurch gekennzeichnet, daß der einmalig bei der Einstellung der Kreisstrom-Minimierung korrekt eingegebene cosϕsoll der darauf folgenden zeitlichen Veränderungen der Netzverhältnisse selbständig angepasst wird. Das selbstadaptierende Verfahren erfährt durch Einführen eines freien Parameters k eine variabel starke Anbindung der zeitlichen Veränderung an den Vorgabewert cosϕsoll.
Nach der bevorzugten Ausführung der Erfindung wird der aus der Phasenbeziehung zwischen U und I am Meßeingang an einem Transformator gewonnene Wert des cosϕist mit dem als freiem Parameter eingegebenen Multiplikator k beaufschlagt, wobei der so beaufschlagte cosϕist mit dem cosϕsoll summiert wird, wobei aus einer Anzahl nacheinander so ermittelter Werte in einem Integrator über eine Zeit t ein rollierender Mittelwert cosϕsoll/adapt gebildet wird, wobei ein Regler R aus dem cosϕist den Ist-Blindstrom Iqist am Einspeisepunkt ermittelt und über den Vorgabewert cosϕsoll/adapt und dem gemessenen Strom den Soll-Blindstrom Iqsoll berechnet und wobei die Differenz zwischen Iqist und Iqsoll den Kreisstrom IKr ergibt und aus dem Vergleich zwischen IKr und dem zulässigen Kreisstrom IKrz die Stellgröße XP für die Regelung der EMK des Transformators bestimmt wird. k ist eine reelle Zahl ≧ 0 und die Integrationszeit t für die rollierende Mittelwertbildung entsprechend den Anforderungen des zu regelnden Netzes ist vorzugsweise frei eingebbar.
Der gemessene Strom und die gemessene Spannung werden gemeinsam an den Funktionsblock "Ermittlung Istwert cosϕ" (1) angeschlossen. Der cosϕist geht dann an den Multiplikator *k und wird dort mit dem Bewertungsfaktor k multipliziert und auf einen Summationspunkt gegeben. Auf den selben Summationspunkt wird der cosϕsoll gegeben. Im Summationspunkt werden die Größen summiert.
Im Integrator (2) wird über die Zeit t ein rollierender Mittelwert gebildet und normiert. Der Mittelwert verhindert, daß sich kurzzeitige starke Änderungen des cosϕist direkt auf die PF-Regelung (3) auswirkt.
So ergibt sich für
wobei n = Index des aktuellen integrierten Wertes
l = Anzahl der Abtastungen der Integration
Die Integrationszeit t ergibt sich zu
T = l.τ
wobei τ = Abtastintervall
Der cosϕsoll/adapt ist der Wert, auf den die selbstadaptierende PF-Regelung (3) regelt. Der Wert k gibt an, wie stark sich die PF-Regelung (3) an den aktuellen cosϕ des Netzes angleicht. Bei k = 0 wird der Istwert überhaupt nicht berücksichtigt. Mit steigendem k wird dieser immer stärker einbezogen. Bei Werten für k zwischen 2 und 5 ist der cosϕsoll als langfristiger Mittelwert zu betrachten, an den der cosϕsoll/adapt angebunden ist.
Der Vorteil dabei ist, daß sich der Vorgabewert für die PF-Regelung (3) nicht beliebig weit von einem Erfahrungswert wegbewegen kann.
Ist dies nicht gewünscht, so kann k groß gewählt werden, und die Anbindung an den Erfahrungswert wird entsprechend locker.
Die PF-Regelung (3) ermittelt aus cosϕist den Ist-Blindstrom Iqist der am Einspeisepunkt fließt. Über den Vorgabewert cosϕsoll/adapt und dem gemessenen Strom wird der Soll-Blindstrom Iqsoll berechnet. Aus diesen beiden Werten wird der Kreisstrom IKr berechnet
Iqist - Iqsoll = IKr (3)
Dieser wird mit dem zulässigen Kreisstrom IKrz verglichen und daraus die Stellgröße XP abgeleitet.
Der wesentliche Vorteil des Verfahrens ist, dass die Regler ohne jede Hardware- Verbindung in einer Parallelregelung arbeiten und Ergebnisse liefert, die denen von bekannten Parallelregelverfahren mit Hardware-Verbindung vergleichbar sind.
Als weiterer Vorteil muß gewertet werden, dass die Adaption des cosϕ je nach Bedürfnis des Netzbetreibers unterschiedlich stark an einen Erfahrungswert angebunden werden kann.

Claims (5)

1. Selbstadaptierende Power-Factor-Regelung (PF-Regelung) zur Minimierung von durch parallel geschaltete Drehstromtransformatoren in Netzen entstehenden Kreisströmen,
wobei die elektromotorische Kraft (EMK) jedes Drehstromtransformators mittels je eines Reglers durch den Vergleich des cosϕ-Istwertes am Einspeisepunkt des Drehstromtransformators (cosϕist) mit einem Soll-cosϕ-Sollwert (cosϕsoll/adapt) eingestellt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der cosϕ-Sollwert (cosϕsoll/adapt) jedes Reglers ausgehend von einem einmalig bei der Einstellung der Kreisstrom-Minimierung eingegebenen cosϕ-Sollwert (cosϕsoll) durch Korrektur mit dem cosϕ-Istwerte (cosϕist) der zeitlichen Veränderung der Netzverhältnisse selbständig nachgeführt wird.
2. Selbstadaptierende Power-Factor-Regelung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß das selbstadaptierende Verfahren durch Einführen eines freien Parameters k eine variabel starke Anbindung der zeitlichen Veränderung an den Vorgabewert cosϕsoll erfährt.
3. Selbstadaptierende Power-Factor-Regelung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der aus der Phasenbeziehung zwischen U und I am Meßeingang an einem Transformator gewonnene Wert des cosϕist mit dem als freiem Parameter eingegebenen Multiplikator k beaufschlagt wird,
daß der so beaufschlagte cosϕist mit dem cosϕsoll summiert wird,
daß aus einer Anzahl nacheinander so ermittelter Werte in einem Integrator über eine Zeit t ein rollierender Mittelwert cosϕsoll/adapt gebildet wird,
daß ein Regler R aus dem cosϕist den Ist-Blindstrom Iqist am Einspeisepunkt ermittelt und über den Vorgabewert cosϕsoll/adapt und dem gemessenen Strom den Soll-Blindstrom Iqsoll berechnet,
wobei die Differenz zwischen Iqist und Iqsoll den Kreisstrom IKr ergibt und aus dem Vergleich zwischen IKr und dem zulässigen Kreisstrom IKrz die Stellgröße XP für die Regelung der EMK des Transformators bestimmt wird.
4. Selbstadaptierende Power-Factor-Regelung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß k eine reelle Zahl ≧ 0 ist.
5. Selbstadaptierende Power-Factor-Regelung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Integrationszeit t für die rollierende Mittelwertbildung entsprechend den Anforderungen des zu regelnden Netzes frei eingebbar ist.
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