DE10043970A1 - Arbeitsverfahren im Gleisanlagenbau - Google Patents

Arbeitsverfahren im Gleisanlagenbau

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Arbeitsverfahren zur Wiederherstellung und/oder Verbesserung der Tragfähigkeit, der Wasserundurchlässigkeit und der Frostbeständigkeit des Unterbaus von Gleisanlagen, und es wird vorgeschlagen, ein gleisgebundenes Arbeitsverfahren in der Weise durchzuführen, daß die nicht-demontierten Gleise bis auf ein solches Maß angehoben werden, daß darunter ein Fräs- und Mischrotor mit horizontaler und quer zu den Gleisen verlaufender Achse arbeiten kann, der die vorhandene Planumsschutzschicht auffräst und mit einem Bindemittel und ggf. weiteren Zuschlagstoffen vermischt.

Description

Die Erfindung betrifft ein Arbeitsverfahren zur Wiederherstellung und/oder Verbesserung der Tragfähigkeit, der Wasserundurchlässig­ keit und der Frostbeständigkeit des Unter­ baus von Gleisanlagen.
In der Praxis ist es bekannt, den Unterbau von Gleisanlagen ( = Planumsschutzschicht) wie auch den Unterbau von Straßen, Wegen und sonstigen Verkehrsflächen in der Weise zu verfestigen (zu stabilisieren), daß z. B. Zement oder Kalk oder ein sonstiges Binde­ mittel (z. B. eine Bitumen-Emulsion) in den Unterbau eingearbeitet wird. Das erfolgt mit großen, selbstfahrenden, radbereiften Baumaschinen, die bodenseitig mindestens einen Fräs- und Mischrotor aufweisen, der die obere Schicht des Unterbaus z. B. bis zu einer Gesamttiefe von 30 cm auffräst und der das aufgefräste Material des Unter­ baus mit Bindemitteln und ggfs. weiteren Zuschlagstoffen vermischt, so daß in einem einzigen, fortlaufenden Arbeitsgang eine verbesserte Planumsschutzschicht und/oder Tragschicht des Unterbaus entsteht.
Dieses Verfahren wird sowohl bei der Neu­ herstellung von Straßen und Verkehrsflächen als auch für die Wiederherstellung und/oder Verbesserung der Tragfähigkeit von Verkehrs­ flächen und Gleisanlagen angewendet, wobei im letzteren Fall natürlich vorher die Verkehrsflächen-Deckschicht bzw. der Gleis­ schotter des Oberbaus einer Gleisanlage entfernt und nach der Wiederherstellung und/oder Verbesserung des Unterbaus bzw. der Planumsschutzschicht wieder aufgebracht und verdichtet werden muß.
Bei Gleisanlagen ist der Aufwand beträcht­ lich. Es müssen nicht nur die vorhandenen Gleise demontiert und zwischengelagert werden, sondern auch der Zugang zu dem jeweiligen Streckenabschnitt der Gleise muß für die großen, selbstfahrenden Baumaschinen gewährleistet sein, was in der Praxis meist nur dann rationell durch­ führbar ist, wenn parallele Straßenverläufe, Verkehrsflächen oder Nebengleise zur Verfügung stehen, auf denen die Baumaschinen an die Bau­ stelle herangeführt werden können.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein neues Arbeits­ verfahren für die Wiederherstellung und/oder Verbesserung der Tragfähigkeit, der Wasser- undurchlässigkeit und der Frostbeständigkeit des Unterbaus, d. h. der vorhandenen Planums­ schutzschicht von Gleisanlagen zu entwickeln, das die erforderlichen Arbeitsabläufe wesentlich vereinfacht und dennoch sehr gute Arbeits­ ergebnisse garantiert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Arbeitsverfahren gleisgebunden durchgeführt wird derart, daß mittels eines auf dem Gleis laufenden Arbeitswagens die Gleise im nicht-demontierten Zustand mitsamt den Bahnschwellen von ihrem Schotterbett ab­ gehoben und bogenförmig angehoben werden, daß sodann der Gleisschotter entfernt und auf einem hinter dem Arbeitswagen laufenden Containerwagen zwischengelagert wird, worauf­ hin mittels eines Fräs- und Mischrotors, der unter den bogenförmig angehobenen Gleisen arbeitet, das Bindemittel in die Planums­ schutzschicht eingearbeitet wird und an­ schließend der zwischengelagerte Gleisschotter wieder auf die Planumsschutzschicht aufge­ bracht wird.
Die Lehre der Erfindung kombiniert die an sich be­ kannte Methode (die darin besteht, bei gleisge­ bundenen Arbeiten die Gleise ohne Demontage bogen­ förmig anzuheben und unter den angehobenen Gleisen den Gleisschotter mittels quer­ arbeitender Kratzförderer o. dergl. auszubauen und einzubauen), mit der neuen Idee, die Gleise bis auf ein solches Maß anzuheben, daß darunter ein Fräs- und Mischrotator mit horizontaler und quer zu den Gleisen verlaufender Achse arbeiten kann, der die vorhandene Planums­ schutzschicht bis auf deren Gesamttiefe von z. B. 50 cm auffräst und mit einem Bindemittel und ggfs. weiteren Zuschlagstoffen vermischt, woraufhin in demselben fortlaufenden Arbeits­ gang das verbesserte Material der Planums­ schutzschicht wieder verdichtet wird und dabei das erforderliche Seitengefälle der oberen Fläche der Planumsschutzschicht wieder hergestellt wird. In demselben fortlaufenden Arbeitsgang oder in einem nachfolgenden Arbeitsgang wird sodann der Gleisschotter in bekannter Weise wieder auf die Planumsschutz­ schicht aufgebracht und verdichtet und nach dem Absenken der Gleise auf das Schotterbett auch zwischen den Schwellen (in den Schwellen­ fächern) verdichtet, um die Gleislage und Druckverteilung zu sichern.
Das neue Arbeitsverfahren hat erhebliche Vor­ teile. Es ist gleisgebunden durchführbar (d. h. ohne die Notwendigkeit der Benutzung von nebengeordneten Verkehrsflächen und/oder nebengeordneten Gleisen), wobei die von einem vorherigen Bodengutachten vorgegebenen Sollwerte der Materialmischung des jeweiligen Streckenabschnitts der Planumsschutzschicht zielgenau zu erreichen sind, da alle Ver­ fahrensschritte unterhalb des auf dem Gleis laufenden Arbeitswagens weitgehend witterungs­ geschützt durchgeführt werden können.
Das Bindemittel, das vorzugsweise aus trockenem Zement oder trockenem Kalk besteht, und eventuelle sonstige Zuschlagstoffe werden nach dem Ausbau des Gleisschotters am zweckmäßigsten mittels eines Dosier-Streugerätes vom Arbeits­ wagen auf die freiliegende Planumsschutzschicht aufgestreut, und zwar kurz bevor der Fräs- und Mischrotor die Planumsschutzschicht auffräst und durchmischt. Dabei kann die Bindemittel­ zugabe mikroprozessorgesteuert entsprechend den Sollwerten des Streckenabschnittsplans des Bodengutachtens durchgeführt werden. Die Gefahr des Verwehens des trockenen Bindemittels kann durch eine planumsnahe Anordnung des Dosier- Streugerätes und durch einen seitlichen Wind­ schutz am Arbeitswagen verhindert werden. Eine Zugabe von Sprühwasser ist nur dann ange­ zeigt, wenn die aufzuarbeitende Planumsschutz­ schicht keinen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt aufweist.
Als Fräs- und Mischrotor können handelsübliche Werkzeuge verwendet werden, wie sie vom Straßenbau her bekannt sind und z. B. von der Fa. Wirtgen, D-53578 Windhagen, zum Stabilisieren von Böden mittels Kalk oder Zement angeboten werden. Solche Rotoren sind mit einem äußeren Durchmesser ( = Schnittkreis) von ca. 100 cm erhältlich, so daß sie eine Planumsschutz­ schicht von z. B. 50 cm Gesamttiefe problemlos auffräsen und durchmischen können, ohne daß ihre Rotationsachse in das Material der auf­ zuarbeitenden Planumsschutzschicht eintaucht.
Am zweckmäßigsten wird ein solcher Fräs- und Mischrotor am Beginn eines Streckenabschnitts, in dem nach dem erfindungsgemäßen Arbeitsverfahren gearbeitet werden soll, in ein Kofferloch einge­ setzt, das unterhalb der Gleise entsprechend der aufzufräsenden Gesamttiefe ausgehoben ist, so daß die bogenförmige Anhebung der Gleise nur gering ausfällt und z. B. bei einem Rotor mit 100 cm Schnittkreisdurchmesser und 50 cm Arbeitstiefe nur eine Anhebung der Gleise von ca. 70 cm über die obere Fläche der vor­ handenen Planumsschutzschicht erforderlich macht, was bei einer vorher ausgeräumten Gleisschotterschicht von z. B. 30 cm Dicke letztendlich nur eine IST-Anhebung von 40 cm über die vorgegebene SOLL-Gleislage bedingt.
Für den Fall, daß die IST-Anhebung der Gleise trotz höchstmöglicher Frästiefe des Fräs- und Mischrotors weiter verringert werden soll, wird gemäß Anspruch 3 der vorliegenden An­ meldung eine Vorrichtung mit einem Fräs- und Mischrotor zur Durchführung des erfindungs­ gemäßen Arbeitsverfahrens vorgeschlagen, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Achse des Fräs- und Mischrotors, die horizontal und quer unter den angehobenen Gleisen verläuft, endseitig gekapselte Rotationslager besitzt und daß diese Rotationslager oder die Enden der Rotationsachse jeweils in einem nachge­ schleppten, am Arbeitswagen angelenkten Schwenkhebel gelagert sind, so daß die Arbeits­ tiefe des Fräs- und Mischrotors durch Ver­ ändern der Winkellage der Schwenkhebel wähl­ bar ist.
Ein in dieser Weise gebauter und gelagerter Fräs- und Mischrotor kann mit dem größten Teil seines Schnittkreis-Durchmessers in die aufzufräsende Planumsschutzschicht eintauchen und kann deshalb trotz einer großen Frästiefe mit einem kleineren äußeren Durchmesser gebaut werden. Daraus resultiert, daß die IST-Anhebung der Gleise, unter der ein solcher Fräs- und Mischrotor arbeitet, deutlich verringert ist und z. B. trotz einer Frästiefe von 50 cm in die vorhandene Planumsschutzschicht nur eine IST-Anhebung der Gleise um 10 cm über die vorgegebene SOLL-Gleislage erfordert.

Claims (3)

1. Arbeitsverfahren zur Wiederherstellung und/oder Verbesserung der Tragfähigkeit, der Wasserundurchlässig­ keit und der Frostbeständigkeit des Unterbaus von Gleisanlagen,
bei dem zunächst der Gleisschotter des Ober­ baus entfernt
und sodann die freiliegende Planumsschutz­ schicht des Unterbaus durch Einarbeiten eines Bindemittels stabilisiert wird,
woraufhin der Gleisschotter wieder auf die Planumsschutzschicht aufgebracht und ver­ dichtet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Arbeitsverfahren gleisgebunden durch­ geführt wird derart,
daß mittels eines auf dem Gleis laufenden Arbeitswagen die Gleise im nicht-demontierten Zustand mitsamt den Bahnschwellen von ihrem Schotterbett abgehoben und bogenförmig ange­ hoben werden,
daß sodann der Gleisschotter entfernt und auf einem hinter dem Arbeitswagen laufenden Containerwagen zwischengelagert wird,
woraufhin mittels eines Fräs- und Mischrotors, der unter den bogenförmig angehobenen Gleisen arbeitet, das Bindemittel in die Planumsschutz­ schicht eingearbeitet wird,
und anschließend der zwischengelagerte Gleis­ schotter wieder auf die Planumsschutzschicht aufgebracht wird.
2. Arbeitsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß trockener Kalk oder trockener Zement in die Planumsschutzschicht eingearbeitet wird.
3. Vorrichtung mit einem Fräs- und Mischrotor zur Durchführung des Arbeitsverfahrens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Achse des Fräs- und Mischrotors, die horizontal und quer unter den angehobenen Gleisen verläuft, endseitig gekapselte Rotationslager besitzt,
daß die Rotationslager und/oder die Enden der Rotationsachse jeweils in einem nach­ geschleppten, am Arbeitswagen angelenkten Schwenkhebel gelagert sind,
und daß die Arbeitstiefe des Fräs- und Misch­ rotors durch Verändern der Winkellage der Schwenkhebel wählbar ist.
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