DE10044918A1 - Verfahren zum Schutz der Insassen eines Kraftfahrzeuges bei einem Unfall - Google Patents
Verfahren zum Schutz der Insassen eines Kraftfahrzeuges bei einem UnfallInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schutz der Insassen eines Kraftfahrzeuges (1) bei einem Unfall, wobei die Signale (A¶ij¶) von wenigstens zwei Beschleunigungssensoren (10, 11, 12, 13, 14, 15, 16) ausgewertet und miteinander verknüpft werden, um eine Verfeinerung der Auslösephilosophie von Insassenschutzsystemen wie etwa Airbags zu ermöglichen. Durch die Verknüpfung der Beschleunigungssignale (A¶ij¶) mittels einer Recheneinrichtung (17) wird die Aufprallstelle (b) an der Kraftfahrzeugkarosserie wenigstens näherungsweise abgeschätzt. Die Erfindung kann vorteilhaft für Insassenschutzsysteme wie z. B. Airbags, Gurtstraffer oder jede andere Art von Systemen angewandt werden, die in dem Fahrzeug befindliche Personen oder Gegenstände vor Schäden infolge eines Aufpralls des Fahrzeugs schützen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schutz der Insassen eines Kraftfahrzeuges bei
einem Unfall gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Ein gattungsgemäßes Verfahren ist aus der DE 199 25 265 A1 bekannt.
Bei dem bekannten Verfahren wird neben einem in einem Airbag-Steuergerät in etwa in
der Mitte des Fahrzeugs angeordneten Beschleunigungssensor ein weiterer
Beschleunigungssensor, dort Hilfsbeschleunigungssensor genannt, verwendet, mittels
dessen Signal in Verbindung mit dem Signal des in dem Airbag-Steuergerät
angeordneten Beschleunigungssensors die Steuerung der Auslösung der Airbags
dahingehend verfeinert werden kann, daß die Richtung eines Aufpralls, der auf ein
Fahrzeug ausgeübt wird, abgeschätzt wird, indem die Beschleunigungssignale
miteinander verknüpft werden. Eine derartige Methode zur Richtungsabschätzung hat
sich in der Praxis jedoch nicht bewährt, da sie aufgrund der unterschiedlichen Zeitpunkte,
zu denen ein zentral und ein peripher angeordneter Beschleunigungssensor
Beschleunigungswerte infolge eines Aufpralls ermitteln, relativ ungenau ist. Außerdem
hat sich herausgestellt, daß die Kenntnis der Aufprallrichtung für sich genommen für eine
Verfeinerung der Auslösephilosophie von Airbags nicht ausreichend ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Schutz der Insassen
eines Kraftfahrzeugs bei einem Unfall anzugeben, welches eine Verfeinerung der
Auslösephilosophie von Insassenschutzsystemen wie etwa Airbags ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch die in dem Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Insassenschutzsysteme im Sinne der Erfindung sind z. B. Airbags, Gurtstraffer oder jede
andere Art von Systemen, die in dem Fahrzeug befindliche Personen oder Gegenstände
vor Schäden infolge eines Aufpralls des Fahrzeugs schützen.
Die Erfindung hat den Vorteil, mittels einfacher Rechenschritte eine relativ genaue
Bestimmung des Aufprallpunkts an einer Kraftfahrzeugkarosserie zu erlauben. Die
Rechenschritte können mit wenig Aufwand als Erweiterung des Regelalgorithmus eines
elektronischen Steuergerätes, z. B. des Airbag-Steuergeräts, realisiert werden. Bei
bereits vorhandenen Beschleunigungssensoren, z. B. für die Seitenairbags oder
ähnliches, können deren Signale mitverwendet werden, so daß sich die Erfindung im
wesentlichen kostenneutral realisieren läßt. Ein weiterer Vorteil ist, daß die Verfeinerung
und Sicherheit bei der Auslösung der Insassenschutzsysteme durch zusätzliche
Beschleunigungssensoren steigerbar ist, ohne daß von dem erfindungsgemäßen Prinzip
abgewichen werden muß. Mit anderen Worten, es lassen sich auf einfache Weise
zusätzliche Beschleunigungssensoren in einen das erfindungsgemäße Verfahren
ausführenden Rechenalgorithmus integrieren und hierdurch die Sicherheit steigern.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden die
Beschleunigungssignale der Beschleunigungssensoren einer Plausibilitätsprüfung
unterzogen und bei einer auffälligen Abweichung eines oder mehrerer
Beschleunigungssignale von erwarteten Werten ein Fehler angezeigt bzw. die Auslösung
der Insassenschutzsysteme unterdrückt. Hierdurch können Fehlauslösungen von Airbags
vermieden werden.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung werden die Amplituden der Signale der
Beschleunigungssensoren bzw. deren Unterschiede derart ausgewertet, daß sogenannte
Misuse-Fälle, wie z. B. ein gegen den Unterboden des Kraftfahrzeugs im Bereich des
Airbag-Steuergeräts prallender Gegenstand, erkannt werden und nicht als die
Insassenschutzsysteme auslösendes Kriterium fehlinterpretiert werden.
Die Erfindung wird im folgenden unter Nennung weiterer Vorteile anhand eines
Ausführungsbeispiels unter Verwendung von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Kraftfahrzeug in schematischer Darstellung mit
einer Mehrzahl von Beschleunigungssensoren und
Fig. 2 und 3 eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens als
Flußdiagramme.
In den Figuren werden für einander entsprechende Teile und Signale gleiche
Bezugszeichen verwendet.
Das in der Fig. 1 dargestellte Fahrzeug (1) weist die üblichen Komponenten eines
Personenkraftwagens auf, so z. B. Vorderräder (2, 3) und Hinterräder (4, 5). Um eine
übersichtliche Darstellung zu erhalten, wurden weitere, für die Erfindung nicht
wesentliche Details des Fahrzeugs (1) nicht dargestellt. Das Fahrzeug (1) ist im übrigen
bezüglich eines zweidimensionalen Koordinatensystems (x, y) dargestellt, wobei die
Koordinate (x) in Längsrichtung in Fahrtrichtung des Fahrzeuges (1) weist und die
Koordinate (y) in Querrichtung des Fahrzeugs (1) nach rechts.
Hinsichtlich der Insassenschutzvorrichtungen ist das Fahrzeug (1) mit sieben
Beschleunigungssensoren (10, 11, 12, 13, 14, 15, 16) ausgestattet, die jeweils eine
Beschleunigungskomponente in x-Richtung und eine Beschleunigungskomponente in y-
Richtung sensieren. Die Beschleunigungssensoren (10, 11) sind im vorderen
Fahrzeugbereich in der Nähe der Längsträger angeordnet, die Beschleunigungssensoren
(12, 15) sind an der linken und rechten Fahrzeugseite etwa fahrzeugmittig, z. B. im
Bereich der B-Säule, angeordnet, und die Beschleunigungssensoren (13, 14) sind im
Fahrzeugheck im Bereich der Kotflügel angeordnet. Der verbleibende
Beschleunigungssensor (16) ist, wie aus dem Stand der Technik bekannt, innerhalb
eines als Recheneinrichtung verwendeten elektronischen Steuergerätes (17) zur
Steuerung der Insassenschutzeinrichtungen des Fahrzeugs (1) angeordnet. Die
Beschleunigungssensoren (10, 11, 12, 13, 14, 15, 16) sind über eine Datenverbindung
(6), z. B. ein CAN-Netzwerk, mit dem Steuergerät (17) zum Datenaustausch verbunden.
Das Steuergerät (17) ist vorzugsweise in der Mitte des Fahrzeuges (1) angeordnet, z. B.
im Bereich der Fahrgastzelle (7). In dem Steuergerät (17) ist ein nichtflüchtiger Speicher
(18), z. B. ein EEPROM, vorgesehen, in dem unter anderem die abgeschätzte
Aufprallstelle für eine spätere Unfallanalyse gespeichert werden kann.
Im folgenden sei angenommen, daß das Fahrzeug (1) sich in Vorwärtsfahrt, d. h. in x-
Richtung, befindet und frontseitig an der Stelle (8) auf ein Hindernis prallt, was durch den
Pfeil (9) angedeutet sei. Ausgehend von dem Ort des Beschleunigungssensors (11)
befindet sich die Aufprallstelle (8) um den Abstand (b) von diesem Sensor entfernt. Als
weitere geometrische Größe sei der Abstand (B) zwischen den
Beschleunigungssensoren (10, 11) definiert.
Die nachfolgend für die Signale der Beschleunigungssensoren (10, 11, 12, 13, 14, 15,
16) verwendeten Größen sowie daraus abgeleitete Größen sind mit jeweils zwei Indizes
bezeichnet, von denen der erste Index angibt, ob es sich um die x-Komponente in
Fahrzeuglängsrichtung oder um die y-Komponente in Fahrzeugquerrichtung handelt. Der
zweite Index gibt an, um welchen Beschleunigungssensor es sich handelt. Allgemein
werden die Indizes mit (i, j) bezeichnet, wobei somit folgende Wertebereiche auftreten
können:
i: {x, y}
j: {10, 11, 12, 13, 14, 15, 16}
j: {10, 11, 12, 13, 14, 15, 16}
Die im folgenden näher erläuterte bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß Fig. 2 und 3 beginnt in der Fig. 2 mit einem Block (20). Es sei
angenommen, daß die Signale (Aij) der Beschleunigungssensoren (10, 11, 12, 13, 14,
15, 16) bereits eingelesen worden sind.
In einem darauffolgenden Zuweisungsblock (21) werden die Beschleunigungssignale (Aij)
mit Gewichtungsfaktoren (Sij) multiplikativ bewertet. Die Gewichtungsfaktoren (Sij) geben
dabei die Steifigkeit des Karosseriepunkts jeweils in x- und y-Richtung an. Das Ergebnis
der Zuweisung des Blocks (21) sind korrigierte Beschleunigungssignale (AKij). Aus
diesen korrigierten Beschleunigungssignalen (AKij) wird sodann in den
Zuweisungsblöcken (22, 23) zunächst der größte auftretende Wert (AKmax) und der
zweitgrößte Wert (AK2max) ausgewählt. Die Auswahl erfolgt in den Blöcken (22, 23) nach
einem Algorithmus, der aus einer vorgegebenen Wertemenge (hier AKij) den größten
Wert auswählt. In dem Block (23) wird die verfügbare Wertemenge (AKij) ohne den in
dem Block (22) schon bestimmten Maximalwert (AKmax) verwendet.
In einem Verzweigungsblock (24) wird sodann überprüft, ob die zuvor bestimmten
Maximalwerte (AKij, AK2max) von den Signalen benachbarter Sensoren bestimmt wurden,
d. h. z. B. von den Beschleunigungssensoren (10, 11). Hierbei handelt es sich um eine
Plausibilitätsprüfung, durch die das unerwünschte Auslösen von
Insassenschutzeinrichtungen infolge defekter Sensoren oder sonstiger unplausibler
Sensorsignale vermieden werden soll. So würde beispielsweise ein Fall von
Unplausibilität vorliegen, wenn die größten Beschleunigungswerte von
Beschleunigungssensoren an gegenüberliegenden Stellen des Fahrzeugs (1) ermittelt
werden, z. B. von den Beschleunigungssensoren (10, 13). In einem solchen Fall, in dem
die Sensoren nicht benachbart sind, wird zu dem Block (25) verzweigt, in dem ein Fehler
erkannt und angezeigt wird. Des weiteren wird die Auslösung der
Insassenschutzeinrichtungen vermieden, solange die Unplausibilität besteht.
Wenn die Beschleunigungssignale als plausibel anzusehen sind, so wird von dem
Verzweigungsblock (24) zu einem Unterprogrammblock (26) verzweigt, wo die
Aufprallstelle anhand der zuvor bestimmten Maximalwerte der Beschleunigungssignale
(AKij, AK2max) wenigstens näherungsweise bestimmt wird. Dieser Unterprogrammblock
(26) ist in der Fig. 3 im einzelnen dargestellt, wie im folgenden noch erläutert wird.
Nach dem Unterprogrammblock (26) folgt die eigentliche Auslösung der
Insassenschutzeinrichtung in dem Block (27), die dort lediglich beispielhaft dadurch
umschrieben ist, daß der zur Aufprallstelle korrespondierende Airbag ausgelöst wird. Das
Verfahren gemäß Fig. 2 endet sodann mit dem Block (28).
Der in der Fig. 3 im einzelnen dargestellte Unterprogrammblock (26) beginnt mit einem
Block (30), an den sich ein Zuweisungsblock (31) anschließt. Dort wird gemäß der
nachfolgenden Formel ein Schätzwert (b) für die Aufprallstelle an der
Fahrzeugkarosserie berechnet:
Diese Berechnung ist in der Fig. 3 beispielhaft anhand der
Längsbeschleunigungskomponenten der Beschleunigungssensoren (10, 11) dargestellt.
Hierbei wurde angenommen, daß es sich bei dem Maximalwert (AKmax) um den Wert
(AKx10) handelt um bei dem zweitgrößten Wert (AK2max) um den Wert (AKx11).
Der Schätzwert (b) für die Aufprallstelle kann beispielsweise direkt als Zahlenwert in die
Entscheidung zur Auslösung der Insassenschutzeinrichtung einfließen. Der Schätzwert
(b) wird außerdem in dem nichtflüchtigen Speicher (18) für eine spätere Unfallanalyse
gespeichert.
In einer bevorzugten Ausgestaltung wird, wie in Fig. 3 dargestellt, eine Klassifikation des
Schätzwerts (b) in bestimmte Fahrzeugbereiche vorgenommen. Konkret wird anhand der
Blöcke (32, 33, 34, 35, 36) eine Grobunterscheidung in drei Bereiche vorgenommen,
nämlich die Bereiche links, mittig, rechts, bezogen auf die Frontseite des Fahrzeugs (1),
an der im vorliegenden Beispiel der Aufprall angenommen wird. Diese lediglich zu
Erläuterungszwecken vorgenommene relativ grobe Einteilung kann nach Bedarf beliebig
verfeinert werden, durch Festlegung weiterer Klassifikationsschwellen.
Im vorliegenden Beispiel gemäß Fig. 3 werden als Klassifikationsschwellen 25 Prozent
und 75 Prozent der Breite der Frontseite des Fahrzeugs (1) verwendet. So wird in dem
Verzweigungsblock (32) zunächst geprüft, ob der Schätzwert (b) bezüglich der
Fahrzeugbreite (B) bzw. des Abstands der Sensoren (10, 11) bei weniger als 25 Prozent
liegt. Wenn dies der Fall ist, so wird zu einem Block (34) verzweigt, in dem gespeichert
wird, daß der Aufprall im linken Bereich der Fahrzeugfront aufgetreten ist. Anderenfalls
wird zu einem weiteren Verzweigungsblock (33) verzweigt, in dem überprüft wird, ob 75
Prozent der Fahrzeugbreite (B) überschritten werden. In diesem Fall wird zu einem Block
(36) verzweigt, in weichem gespeichert wird, daß der Aufprall im rechten Bereich der
Fahrzeugfront aufgetreten ist. Anderenfalls wird von dem Verzweigungsblock (33) zu
dem Block (35) verzweigt, in welchem gespeichert wird, daß der Aufprall im wesentlichen
mittig aufgetreten ist.
Sodann wird mittels der Blöcke (37, 38, 39, 40) eine sogenannte Pfahlerkennung
durchgeführt, d. h., es wird überprüft, ob das Fahrzeug (1) frontseitig auf einen im
Verhältnis zur Fahrzeugbreite (B) relativ dünnen Pfahl auftrifft. Hierzu werden die y-
Komponenten der von den Beschleunigungssensoren (10, 11) ermittelten
Beschleunigungen herangezogen. Wenn diese Beschleunigungskomponenten (AKy10,
AKy11) einen im wesentlichen gleichen betragsmäßigen Verlauf aufweisen, jedoch
unterschiedliche Vorzeichen haben, so kann davon ausgegangen werden, daß das
Fahrzeug (1) mittig oder nahezu mittig auf einen Pfahl aufprallt. Bei einer gewissen
Abweichung der betragsmäßigen Werte, jedoch unterschiedlichen Vorzeichen ist
ebenfalls davon auszugehen, daß auf einen Pfahl aufgeprallt wird, da die
Beschleunigungswerte darauf hindeuten, daß sich die Fahrzeuglängsträger im
Frontbereich des Fahrzeuges (1) aufeinanderzu bewegen.
Im einzelnen wird in dem Verzweigungsblock (37) geprüft, ob die Beschleunigungswerte
(AKy10, AKy11) bei unterschiedlichen Vorzeichen betragsmäßig eine gewisse
Mindestschwelle (K1) überschreiten. Wenn dies der Fall ist, so wird zu einem Block (38)
verzweigt, in welchem gespeichert wird, daß das Fahrzeug (1) auf einen Pfahl aufprallt.
Anderenfalls wird zu dem Block (41) verzweigt, mit dem das Verfahren gemäß Fig. 3
endet.
Ansonsten wird in dem Verzweigungsblock (39) noch überprüft, ob die unterschiedliche
Vorzeichen aufweisenden Beschleunigungswerte (AKy10, AKy11) im wesentlichen gleiche
Beträge aufweisen, indem geprüft wird, ob ihre Summe einen relativ klein gewählten
Schwellenwert (K2) unterschreitet. Wenn dies der Fall ist, so wird in einem Block (40)
gespeichert, daß der Aufprall mittig erfolgt, unabhängig von der bereits durch die Blöcke
(34, 35, 36) vorgenommenen Festlegung. Ansonsten wird unter Umgehung des Blocks
(40) das Verfahren mit dem Block (41) beendet.
In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird anhand der
Zeitverläufe der Beschleunigungssignale der Aufprall von Gegenständen gegen die
Fahrzeugunterseite erkannt. Ein derartiger Aufprall hat bei früheren
Insassenschutzeinrichtungen gelegentlich unerwünschterweise die Auslösung von
Airbags oder Gurtstraffern bewirkt. In vorteilhafter Weise werden die Zeitverläufe
derjenigen Beschleunigungssignale, die von dem Aufprallpunkt am nächsten liegenden
Beschleunigungssensoren erzeugt werden, mit dem Verlauf des Beschleunigungssignals
des Beschleunigungssensors (16) in dem Steuergerät (17) verglichen. Die dem
Aufprallpunkt am nächsten liegenden Beschleunigungssensoren werden dabei durch das
zuvor erläuterte erfindungsgemäße Verfahren ermittelt.
Wird hierbei nun erkannt, daß der Signalverlauf des von dem Beschleunigungssensor
(16) erzeugten Signals die gleiche oder eine größere Amplitude aufweist als die Signale
der Beschleunigungssensoren in der Nähe der Aufprallstelle, so wird dies als ein Fall
detektiert, bei dem ein Gegenstand gegen den Fahrzeugunterboden schlägt und zu einer
Anregung des Beschleunigungssensors (16) in dem im wesentlichen zentral in dem
Fahrzeug (1) angeordneten Steuergerät (17) führt. In diesem Fall wird die Auslösung der
Insassenschutzeinrichtung verhindert. Gleichermaßen wird verfahren, wenn von den
Beschleunigungssensoren (10, 11, 12, 13, 14, 15) an den Fahrzeugaußenseiten keine
Beschleunigungssignale in nennenswerte Höhe vorliegen.
Claims (9)
1. Verfahren zum Schutz der Insassen eines Kraftfahrzeuges (1) bei einem Unfall,
wobei die Signale (Aij) von wenigstens zwei Beschleunigungssensoren (10, 11,
12, 13, 14, 15, 16) ausgewertet und miteinander verknüpft werden, dadurch
gekennzeichnet, daß durch die Verknüpfung der Beschleunigungssignale (Aij)
mittels einer Recheneinrichtung (17) die Aufprallstelle (b) an der
Kraftfahrzeugkarosserie wenigstens näherungsweise abgeschätzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet; daß die
Beschleunigungssignale (Aij) die jeweils am Ort des Sensors auftretenden
Beschleunigungen (Axj) in Längsrichtung (x) des Fahrzeuges (1) angeben.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Beschleunigungssignale (Aij) die jeweils am Ort des Sensors auftretenden
Beschleunigungen (Ayj) in Querrichtung (y) des Fahrzeuges (1) angeben.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Beschleunigungssignale (Aij) voneinander nicht linear abhängige
Beschleunigungen (Axj, Ayj) an der Kraftfahrzeugkarosserie angeben.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zeitverläufe der Beschleunigungssignale (Aij) miteinander verglichen
werden und aus dem Vergleichsergebnis abgeleitet wird, ob ein fahrzeugmittiger
Aufprall oder ein Offset-Crash auftritt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Gewichtung der Beschleunigungssignale (Aij) mit einem von der
jeweiligen Steifigkeit der Karosserie des Fahrzeuges abhängigen Wichtungsfaktor
(Sij) vorgenommen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschleunigungssignale (Aij) einer Plausibilitätsprüfung unterzogen
werden und bei einer auffälligen Abweichung eines oder mehrerer
Beschleunigungssignale (Aij) von einem erwarteten Signalverlauf ein Fehler
angezeigt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß überprüft wird, ob die Signale von frontseitig an dem Fahrzeug angeordneten
Beschleunigungssensoren eine größere Amplitude aufweisen als die Signale
weiter hinten angeordneter Beschleunigungssensoren, wobei eine Auslösung
einer Unfallschutzvorrichtung verhindert wird, wenn die Amplitude der Signale
frontseitig angeordneter Beschleunigungssensoren nicht größer ist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die abgeschätzte Aufprallstelle (b) in einem nichtflüchtigen Speicher (18),
z. B. in der Recheneinrichtung (17), für eine spätere Unfallanalyse gespeichert
wird.
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|---|---|---|---|
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE10044918A1 true DE10044918A1 (de) | 2002-03-21 |
| DE10044918B4 DE10044918B4 (de) | 2008-09-11 |
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ID=7655831
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE10044918A Expired - Lifetime DE10044918B4 (de) | 2000-09-12 | 2000-09-12 | Verfahren zum Schutz der Insassen eines Kraftfahrzeuges bei einem Unfall |
Country Status (1)
| Country | Link |
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