DE10045960A1 - Leimpumpe mit getrenntem Flüssigkeits- und Antriebsbereich - Google Patents

Leimpumpe mit getrenntem Flüssigkeits- und Antriebsbereich

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Abstract

Damit eine Vorrichtung zum Fördern dick- und dünnflüssiger Medien, wie flüssige Klebstoffe, insbesondere Etikettierleim, nicht nur robust und nahezu wartungsfrei ist, ist ein Kolbenstangenelement (16), das eine Antriebseinheit (28) mit einer Förderventileinheit (1, 4, 6, 9, 10) verbindet, außerhalb eines Medienführungselements (17) und wenigstens teilweise in einem Gehäuse (19, 31) angeordnet.

Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern dick- und dünnflüssiger Medien, wie flüssige Klebstoffe, insbesondere Etikettierleim, die wenigstens aufweist,
  • - ein Gehäuseelement, in dem wenigstens eine Antriebseinheit angeordnet ist,
  • - ein Medienführungselement, an dessen einem Ende das Gehäu­ seelement und an dessen gegenüberliegenden Ende eine Ven­ tilfördereinheit angeordnet ist, und
  • - wenigstens ein Kolbenstangenelement, das zwischen der Antriebseinheit und der Ventilförderein­ heit angeordnet ist.
Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist aus dem vor­ veröffentlichten DE-Prospekt der Firma Timmer Pneumatik: Pneumatische Kolbendosierpumpe, S. 1 bis 4, bekannt. Sie be­ steht aus einem Saugrohr, an dessen einem Ende ein Gehäuse und an dessen anderen Ende eine Förderventileinheit angeord­ net ist. Im Saugrohr befindet sich ein Heizelement. Im Gehäu­ se ist ein Antriebskolben angeordnet, der mit der Förderven­ tileinheit verbunden ist. Am Gehäuse ist ein Steuergehäuse angeordnet, in dem sich ein Magnetventil, ein Zeitrelais, ein Vorwahlzähler, ein Temperaturregler und ein pH-Meßverstärker befinden, denen ein Temperaturfühler zugeordnet ist.
Nachteilig ist, daß sich die Kolbenstange im Inneren des Saugrohrs befindet, so daß Förder- und Antriebseinheit die gleichen sind. Da Leim schnell aushärtet und die erforderli­ chen Dichtungen ebenfalls schnell verschleißen, zerstört der Leim den Antriebsbereich.
Aus der DE 31 39 381 A1 ist eine Leimpumpe für Etikettierma­ schinen bekannt. Sie besteht aus einer pneumatisch oder hy­ draulisch bewegbaren Kolben-Zylinder-Einheit, die einen nach unten aus dem Zylinder austretende, bewegbare Kolbenstange und eine in einen Leimbehälter einsetzbare, als Kolbenpumpe ausgebildete Leimfördereinheit aufweist. Von einem Pumpenrohr werden die Kolbenstange und von einem weiteren Rohr die vom Leimfluß umströmte Heizvorrichtung zum Erwärmen des Leims aufgenommen. Beide Rohre sind durch Dichtungen gegeneinander abgedichtet In einem Gehäuse, in dem die Heizeinrichtung be­ festigt ist, ist eine Temperaturfühlereinrichtung angeordnet. Mit der Temperaturfühlereinrichtung ist eine elektrische Steuerschaltung verbunden.
Nachteilig ist, daß zwei getrennte Rohre vorgesehen werden müssen, die die Leimpumpe nicht nur kompakt ausbilden, son­ dern auch den Förder- und den Aufheizraum für den Leim zu La­ sten des Pumpenrohrs verkleinern. Außerdem muß der angepumpte Leim um 180° herumgelenkt werden. Ein sehr wesentlicher Nach­ teil besteht darin, daß bei einem Verschleiß oder dgl. die Dichtungen undicht werden können, so daß Leim in den Antrieb eintreten und ihn zerstören kann.
Schließlich ist aus dem DE-GM 77 27 990 eine Leimpumpe für Etikettiermaschinen bekannt, die von einer pneumatisch oder hydraulisch bewegbaren Kolbenzylindereinheit mit nach unten aus dem Kolben geführter hin und her bewegbarer Kolbenstange und mit an deren unterem Ende verbundener, in einen Leimbe­ hälter einsetzbarer als Kolbenpumpe ausgebildeter Leimför­ dereinheit gebildet wird. In einem Gehäuse der Leimpumpe ist eine Heizpatrone angeordnet, der den durch ein Rohr geförder­ ten Leim auf eine gleichmäßige Temperatur bringt.
Allerdings befindet sich im Rohr in dem Leimfluß die Kolben­ stangen, so daß schnell aushärtender Leim die Kolbenzylinder­ einheit und die erforderlichen Dichtungen zerstört.
Es stellt die Aufgabe, eine Vorrichtung der eingangs genann­ ten Art so weiter zu entwickeln, daß sie nicht nur robust und nahezu wartungsfrei ist, sondern auch den Leim sicher verar­ beitet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des An­ spruchs 1 gelöst.
Mit andereren Worten, es ist durch die Anordnung des Kolben­ stangenelements außerhalb eines Saugrohres als Medienfüh­ rungselement nach zehnjähriger Forschung überraschenderweise gelungen, den Flüsigkeitsbereich, der insbesondere durch die Ventilfördereinheit und das Saugrohr mit einem darin befind­ lichen Heizelement als Heizeinheit gebildet wird, von dem An­ triebsbereich, der insbesondere durch die Antriebseinheit ge­ bildet wird, total zu trennen. Selbst wenn die Dichtungen im Bereich der Ventilfördereinheit undicht werden, fließt höch­ stens der Leim seitwärts aus, kommt aber nicht mit der An­ triebseinheit in Berührung.
Die hiermit erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß eine Verschmutzung des Antriebs durch den Leim nicht mehr auftreten kann. Trotz dieser Trennung zwischen Antrieb und Flüssigkeitsbereich ist nach wie vor gesichert, daß der Leim ohne Umlenkungen gerade in und durch das Saugrohr eingepumpt wird.
Im Inneren des Heizungswendelelements kann sich ein gerade ausgebildetes Heizungsstabelement befinden, das sichert, daß der Leimstrom gerade durch das Heizungswendelelement geführt und dadurch allseitig das Heizungselement umspült wird. Das Heizungsstabelement verhindert darüber hinaus die Ausbildung von Luftblasen vor dem ansonsten hohlen Heizungswendelelement und vermeidet hierdurch ein Verbrennen des Leims im Inneren des Heizungswendelelements. Durch das gerade Hindurchführen des Leims durch das so ausgebildete Heizungselement wird ge­ sichert, daß der Leim gleichmäßig unter Ausnutzung der Heiz­ leistung des Heizungselements erwärmt wird und hierdurch das Erreichen einer vorgeschriebenen Verarbeitungstemperatur ge­ sichert wird.
Das Saugrohr ist nicht die einzige Ausführungsmöglichkeit für das Medienführungselement. Vielmehr kann hierfür ein beliebig gestalteter Hohlkörper eingesetzt werden, in dem der Leim entlangfließen kann. Dieser Hohlkörper kann ein flexibler Schlauch sein. Einen solchen flexiblen Schlauch setzt man im­ mer dann ein, wenn der Förderweg vom Leimgefäß zum Verarbei­ tungsort nicht linear ist. Da in diesem Fall das starre Saug­ rohr als mechanische Stütze zwischen Gehäuseelement und An­ triebseinheit entfällt, können hier starre Stützelemente ein­ gesetzt werden.
Der Einsatz einer Heizeinheit ist nicht in jedem Fall erfor­ derlich. Ist eine Verarbeitung des Leims bei Raumtemperatur möglich, kann die Heizeinheit entfallen.
Da aber gefunden wurde, daß bei einer bestimmten Temperatur der Leim beste Klebeeigenschaften bei gleichzeitig optimaler Einsatzmenge aufweist, kommt bei hohen Anforderungen von auf Flaschen zu verklebenden Etiketten eine Heizeinheit zum Ein­ satz.
Die Ausbildung der Heizeinheit beschränkt sich nicht nur al­ lein auf das Heizelement in Form eines Heizungswendelele­ ments. Vielmehr kann die Heizeinheit eine Patrone sein. Diese Heizpatrone kann ebenfalls in das Saugrohr, aber auch in den flexiblen Schlauch, eingebettet sein. Die Heizeinheit kann darüber hinaus als ein eingebetteter Heizdraht ausgeführt werden. Dieser eingebettete Heizdraht kommt vorzugsweise bei flexiblen Schläuchen zum Einsatz. Hierdurch wird eine sehr gezielte und vor allem allseitige Erwärmung des durch den Schlauch fließenden Leims erreicht.
Anstelle einer Kolbenstange können zwei sich gegenüberliegen­ de oder mehrere Kolbenstangen vorgesehen werden, die eben­ falls außerhalb des Saugrohrs sich frei bewegend angeordnet sind. Hierdurch wird eine einfache und sichere Übertragung der Kraft vom Antriebselement auf die Förderventileinheit ge­ sichert.
Das Förderventil kann dabei aus einem geschlitzten Saugrohr­ element bestehen, an dem zu beiden Seiten je eine Ventilkugel angeordnet ist. Der ersten Ventilkugel kann ein Saugventil und der zweiten Ventilkugel ein Saugkolbenelement zugeordnet werden. Hierdurch wird ein sicheres Ansaugen des Leims, ins­ besondere Etikettierleims, gewährleistet.
Das Gehäuseelement kann aus einem Gehäuseunterteilelement und einem darauf befindlichen Gehäuseoberteil bestehen. Das Ge­ häuseunterteilelement kann durch eine Gehäusetrennwand in ei­ nen Leimförderungshohlraum und einen Steuerungshohlraum un­ terteilt werden. Die Unterteilung sichert, daß der Leimstrom von den empfindlichen Steuerungsteilen fern gehalten wird.
In dem Steuerungshohlraum kann wenigstens teilweise die Steu­ ereinheit angeordnet sein. Die Steuereinheit kann dabei eine frei programmierbare Rechnereinheit mit einer angeschlossenen Programmiereinheit sein. Die Steuereinheit kann dann im Inne­ ren des Steuerungshohlraums angeordnet sein. Die Program­ miereinheit hingegen kann sich auf dem oder an dem Gehäuseo­ berteil befinden.
Die Antriebseinheit kann unterschiedlich ausgebildet werden. Sie kann elektropneumatisch oder hydraulisch ausgebildet sein. Sie kann aus einem Kolben bestehen, der sich in einem Hohlraum des Gehäuseoberteils hin und her bewegt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zei­ gen in schematischer Darstellung
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Leimpumpe,
Fig. 2 einen vergrößerten Teil eines Längsschnitts einer Leimpumpe gemäß Fig. 1 mit einer Förderventileinheit,
Fig. 3 einen vergrößerten Teilschnitt eines Längsschnitts einer Leimpumpe gemäß Fig. 1 mit einer Gehäuseein­ heit,
Fig. 4a einen Querschnitt durch ein Gehäuse einer Leimpumpe gemäß den Fig. 1 und 3,
Fig. 4b eine geöffnete Gehäuseeinheit einer Leimpumpe gemäß den Fig. 1, 3 und 4a,
Fig. 5 ein Blockschaltbild eines Temperaturreglers für eine Leimpumpe gemäß den Fig. 1 bis 4b und
Fig. 6 ein Diagramm, das den Verlauf einer Verarbeitungstem­ peratur in Abhängigkeit von der zugeführten Wärmemen­ ge eines mit einer Leimpumpe gemäß den Fig. 1 bis 5 erwärmten Etikettierleims darstellt.
Eine Leimpumpe ist in den Fig. 1, 2, 3, 4a und 4b darge­ stellt.
Die Leimpumpe besteht aus einem Saugrohr 17, an dessen einen Ende eine Förderventileinheit 1, 4, 6, 9, 10 und an dessen gegenüberliegenden Ende ein Gehäuseelement 19, 31 angeordnet ist.
Fig. 2 zeigt in vergrößerter Darstellung den vorderen Teil der Leimpumpe mit der Förderventileinheit, die wenigstens um­ faßt ein Saugventil 1, zwei Ventilkugeln 4, 9, ein geschlitz­ tes Saugrohrelement 6 und ein Saugkolbenelement 10.
Das Saugventil 1 ist mit einem O-Ring 2 versehen. In einer anschließenden Kammer, die einen O-Ring 3 aufweist, ist die Ventilkugel 4 angeordnet. Dahinter ist das Saugventil 1 mit einem Sicherheitsstift 5 gesichert.
Auf das sich anschließende geschlitzte Saugrohrelement folgt ein O-Ring 7, der gegenüber der Ventilkugel 9 angeordnet ist. Die Ventilkugel 9 ist wenigstens teilweise mit einem Füh­ rungsbandelement 8 umgeben. In dem Saugkolbenelement 10 be­ findet sich die Ventilkugel 9. Das Saugkolbenelement 10 wird durch einen Sicherheitsstift 11 gesichert. Neben dem Sicher­ heitsstift 11 ist ein Führungsbandelement 12 gezeigt, das zwischen dem Saugkolbenelement 10 und einem Rohrverbinder 13 angeordnet ist. Mittels Zylinderschrauben 14 wird das Saug­ kolbenelement 10 mit zwei sich gegenüberliegenden Kolbenstan­ genelementen 16 verbunden. Diese beiden Kolbenstangenelemente 16 sind außerhalb des Saugrohrs 17 angeordnet und mit einer Antriebseinheit 28, die im Inneren des Gehäuseelements 19, 31 sich befindet, verbunden.
Im Inneren des Saugrohrs 17 befindet sich ein Heizungselement 18. Es besteht, wie die Fig. 1, 2, 3 zeigen, aus einem Hei­ zungswendelelement 18.1 und einem Heizungsstabelement 18.2, das beginnend vom Ende durch das gesamte Heizungswendelele­ ment 18.1 bis hin zu seinen Anschlüssen in dem Gehäuseelement 19, 31 geführt ist.
Wie die Fig. 1 und insbesondere Fig. 3 zeigt, besteht das Ge­ häuseelement aus einem Gehäuseunterteilelement 19 und einem Gehäuseoberteil 31.
Das Gehäuseunterteilelement 19 ist gegenüber dem Saugrohr 17 mit Hilfe einer Flachdichtung 22 abgedichtet. In diesem Be­ reich ist das Saugrohr 17 mit einer Zylinderschräge 21 verse­ hen, in deren Bereich ein O-Ring 20 angeordnet ist.
Mit Hilfe von Buchsen 23, Stangendichtungselementen 24, Stützscheiben 25 und Flachringen 26 werden die beweglichen Kolbenstangenelemente 16 in dem Gehäuseunterteilelement be­ weglich gehalten.
Die Enden der beiden Kolbenstangenelemente 16 sind mit Hilfe von Senkkolbenschrauben 26 mit einem Kolben 28 verbunden, der sich in einer Ausnehmung des Gehäuseunterteilelements 19 als Antriebseinheit hin und her bewegen kann. Der Kolben 28 wird zu beiden Seiten von Kolbendichtungselementen 27 in der Hohl­ raumausnehmung abgedichtet gehalten. Zu beiden Seiten ist er von konischen Federelementen 38 gehalten, die über O-Ringe 35, 36 und einen Sicherheitsring 37 verfügen. Im Inneren des Kolben ist eine Stangendichtung 39 vorgesehen, die eine End­ schalterstange 40 abdichtet. Am Ende der Endschalterstange 40 befindet sich eine Stützscheibe 41 und ein O-Ring 42. Am Ende der Endschalterstange 40 befindet sich ein O-Ring 32, ein Endschalterdeckel 33 und ein Dichtsatz 34.
In Fig. 4a ist ein Längsschnitt durch das Gehäuseelement ge­ zeigt. Hierbei ist mit 43 ein Ventilelement bezeichnet, das über eine Feder 44, einen Ventilstößel 45, einen Ventilzwi­ schendeckel 46, einen Ventilkolben 47, einen O-Ring 48, eine Ventilkolbendichtung 49, einen Sicherheitsring 50 und einen Ventildeckel 51 verfügt.
Mit 54 ist ein Drosselelement bezeichnet, das über einen Schalldämpfer 52, eine Scheibe 53 und einen O-Ring 55 ver­ fügt.
Das Ventilelement 43 ist mit einem nicht bezeichneten Kanal­ system mit dem Drosselelement 54 verbunden.
Fig. 4b zeigt das Gehäuseunterteilelement 19 bei abgenommenem Gehäuseoberteil 31. Hierbei ist erkennbar, daß durch eine ge­ schwungene Gehäusetrennwand 56 der Hohlraum des Gehäuseunter­ teils unterteilt wird in einen Leimförderhohlraum 19.1 und in einen Steuerungshohlraum 19.2. In der Gehäusetrennwand 56 sind mit 57 bezeichnete Befestigungsausnehmungen zum Halten des Gehäuseoberteils 31 bezeichnet.
In Fig. 5 ist ein Blockschaltbild eines Temperaturreglers ge­ zeigt.
Der Temperaturregler besteht aus einer frei programmierbaren Rechnereinheit 60, an der ein Temperaturfühler 61, eine Pro­ grammiereinheit 62, ein Voll-Leistungs-Heizelement 63, ein Teil-Leistungs-Heizelement 64, ein Teil-Teil-Leistungs- Heizelement 65 und eine Fördereinrichtung 66 angeordnet ist.
Durch das Heizelement 18 wird
  • - das Voll-Leistungs-Heizelement 63 mit 1400 W
  • - das Teil-Leistungs-Heizelement 64 mit 700 W und
  • - das Teil-Teil-Leistungs-Heizelement 65 mit 350 W
realisiert.
Die Fördereinrichtung 66 wird durch die mit 1, 4, 6, 9 und 10 bezeichneten und beschriebenen Teile der Förderventileinheit und die beschriebene Antriebseinheit mit dem Kolben 28 gebil­ det.
Der Temperaturfühler 61 ist, wie Fig. 4b zeigt, vorzugsweise im Leimförderungshohlraum 19.1 im Bereich der angedeuteten Ausgangsausnehmung angeordnet. Im Steuerungshohlraum 19.2 be­ findet sich die frei programmierbare Rechnereinheit 60. In die äußere Deckfläche des Gehäuseoberteils 31 ist vorzugswei­ se die Programmiereinheit 62 integriert.
Die Arbeitsweise der Leimpumpe, wie sie sich aus dem darge­ stellten Ausführungsbeispiel ergibt, sei erläutert:
In die Programmiereinheit 62 wird die Förderleistung einpro­ grammiert. Anschließend wird das Saugrohr 17 mit der Förder­ ventileinheit in einen mit Etikettierleim gefüllten Behälter eingeführt. Durch wechselseitiges Beaufschlagen des Kolbens 28 werden die beiden am Saugrohr 17 vorbeigeführten Kolben­ stangenelemente 16 auf und ab bewegt und über das Saugventil mit Hilfe der Ventilkugeln 4, 9 durch das geschlitzte Saug­ rohrelement 6 der Etikettierleim angesaugt und durch das Saugrohr 17 hindurch gepumpt. Dadurch, daß der beschriebene pneumatische Antriebsbereich, der insbesondere aus den beiden Kolbenstangenelementen 16 und dem sich bewegenden Kolben 28 besteht, außerhalb des Förderstroms für den Etikettierleim liegt, kommt dieser Bereich mit dem Leim nicht in Berührung. Wie insbesondere Fig. 4b zeigt, strömt der Etikettierleim über den Leimförderhohlraum 19.1 an dem Temperaturfühler 61 vorbei und dann aus dem angedeuteten Ausgang heraus und wie­ der in den Leimtopf zurück. Die Gehäusetrennwand 56 sorgt da­ für, daß der Leimfluß wirksam von den übrigen Teilen, insbe­ sondere der Rechnereinheit 60 getrennt wird.
Die frei programmierbare Rechnereinheit 60 tastet ständig die vom Temperaturfühler 61 aufgenommenen Temperaturwerte ab und stellt hiernach den programmtechnisch eingegebenen Ablauf des Zugriffs auf die Voll- bis Teil-Teil-Leistungs-Heizelemente 63, 64, 65 ein.
Wie Fig. 6 zeigt, wird zuerst das Voll-Leistungs-Heizelement 63 mit 1400 W eingestellt. Würde das Voll-Leistungs-Heizele­ ment erst bei Erreichen einer Verarbeitungstemperatur ts100 ab­ geschaltet werden, würde der Etikettierleim aufgrund der Restwärme des Heizelements 18 bis zu einer Überschwingtempe­ ratur tü überschwingen. Wie Fig. 6 deutlich macht, liegt diese Überschwingtemperatur tü wesentlich höher als die geforderte Verarbeitungstemperatur ts100.
Die Verarbeitungstemperatur ts100 muß für Etikettierleime bei 29,5°C liegen. Bei dieser Temperatur hat der Etikettierleim seine beste Verarbeitungs- und Klebeeigenschaften. Wird z. B. der Etikettierleim für das Ankleben von metallisierten Fla­ schenaufklebern eingesetzt, ist der Leimauftrag nicht durch das metallisierte Etikett sichtbar. Wird hingegen die genann­ te Verarbeitungstemperatur ts100 = 29,5°C über- oder unter­ schritten, wird entweder zu viel oder zu wenig Etikettierleim auf die Rückseite des Etiketts aufgetragen. Ist zu viel Eti­ kettierleim auf der Rückseite des Etiketts vorhanden, scheint dieser durch das metallisierte Etikett hindurch. Zu viel Leim ist auch bei glatten und spiegelnden Papieretiketten sicht­ bar. Wird hingegen zu wenig Etikettierleim auf der Rückseite des Etiketts aufgetragen, klebt das Etikett nicht an der Fla­ sche und fällt vorzeitig herunter.
Um das zu verhindern, wird der Etikettierleim mit dem Voll- Leistungs-Heizelement 63 mit 1400 W mit einer Voll-Wärmepumpe Ll400 bis zu einer Haupt-Vorwärmtemperatur ts80 aufgewärmt. Die Haupt-Vorwärmtemperatur beträgt etwa 80% der mit 100% ange­ setzten Verarbeitungstemperatur ts100.
Wie der Temperaturverlauf in Fig. 6 deutlich macht, kommt es auch hier zu einem Überschwingen der Temperatur durch die vorhandene Restwärme des Voll-Leistungs-Heizelementes 63. Die Überschwingtemperatur ist hier mit ts80ü bezeichnet. Um den Temperaturverlauf besonders deutlich zu machen, ist die Über­ schwingtemperatur ts80ü überdeutlich gezeichnet.
Nachdem die Haupt-Vorwärmtemperatur ts80 erreicht worden ist, wird mit den vom Temperaturfühler 61 abgefühlten Temperatur­ werte mit Hilfe der frei programmierbaren Recheneinheit 60 das Teil-Leistungs-Heizungselement 64 mit einer Leistung von 700 W in Betrieb genommen. Mit Hilfe dieses Heizelements 64 wird der Etikettierleim von der Haupt-Vorwärmtemperatur ts80 mit einer Teil-Wärmemenge L700 auf die Teil-Vorwärmtemperatur ts90 aufgeheizt. Die Teil-Vorwärmtemperatur ts90 beträgt etwa 90% der zu erreichenden Verarbeitungstemperatur ts100. Ist die Teil-Vorwärmtemperatur ts90 erreicht, kommt es auch hier auf­ grund der vorhandenen Restwärme des Heizelements 18 bei der vorhandenen Teilleistung von 700 W zu einer Überschwingtempe­ ratur ts90ü, wobei auch hier der Temperaturverlauf deutlich dargestellt ist.
Nach dem Erreichen der Teil-Vorwärmtemperatur ts90 wird durch die frei programmierbare Recheneinheit 60 mit den vom Tempe­ raturfühler 60 abgefühlten Temperaturwerten die kleinste Stu­ fe des Heizelements 18, nämlich das Teil-Teil-Leistungs- Heizelement 65 mit einer Leistung von 350 W eingeschaltet. Mit dem Teil-Teil-Leistungs-Heizelement 65 wird der Etiket­ tierleim mit einer Teil-Teil-Wärmemenge L350 von der Teil- Vorwärmtemperatur ts90 bis auf die Verarbeitungstemperatur ts100 aufgeheizt. Da in der letzten Stufe bei 350 W die Restwärme des Heizelements 18 nach dem Abschalten kaum mehr vorhanden ist, wird hier so gut wie keine Überschwingtemperatur er­ zeugt, so daß die im wesentlichen gerade verlaufende Verar­ beitungstemperatur ts = 29,5°C erreicht wird.
Damit diese Verarbeitungstemperatur ständig konstant gehalten werden kann, werden sowohl das Voll-Leistungs-Heizelement 63, das Teil-Leistungs-Heizelement 64 als auch das Teil-Teil- Heizelement 65 eingeschaltet und mit der von diesen Heizele­ menten abgegebenen Wärmemenge der Etikettierleim aufgeheizt. Die frei programmierbare Recheneinheit berücksichtigt bei dem Einschalten der einzelnen Stufen des Heizelements 63, 64, 65 auch den Zufluß kalten Etikettierleims, wie er entweder kon­ tinuierlich oder in bestimmten Abständen dem im Behältnis be­ findlichen Etikettierleim hinzugegeben wird, um den Etiket­ tierprozeß nicht wegen fehlenden Leims unterbrechen zu müs­ sen.
Ist der Etikettiervorgang beendet, wird das Heizelement 18 und danach die beschriebene Antriebseinheit ausgeschaltet.
Um den restlichen Etikettierleim aus der Leimpumpe zu entfer­ nen, wird diese mit Hilfe eines Spülmittels ausgespült. Da­ durch, daß die Antriebsteile außerhalb des Leimflusses lie­ gen, können diese nicht von dem sehr schnell aushärtenden Leim beschädigt bzw. außer Betrieb gesetzt werden. Leimreste, die an den Kolbenstangenelementen 16 haften bleiben, stören nicht deren Betrieb. Auch ist es nicht mehr notwendig, zwi­ schen den leimführenden und nicht-leimführenden Teilen der Leimpumpe besondere Dichtungen vorzusehen, die durch den aus­ härtenden Leim ebenfalls beschädigt werden können. Vielmehr wird durch die Trennung zwischen dem Leimfluß und den übrigen Teilen, wie sie auch durch die Fig. 4b besonders deutlich ge­ macht wird, erreicht, daß die Pumpe ständig einsatzbereit ist. Die Leimpumpe zeichnet sich in ihrem Aufbau besonders durch eine hohe Robustheit aus und ist nahezu wartungsfrei.
Es soll an dieser Stelle besonders darauf aufmerksam gemacht werden, daß durch die Umgestaltung des Heizungselements 18 der Leimfluß durch das Saugrohr 17 erleichtert wird. Mit Hil­ fe des gerade verlaufenden Heizungsstabelements 18.2 wird er­ reicht, daß der Etikettierleim durch das Innere des Heizungs­ wendelelements 18.1 geleitet wird. Hierdurch wird gesichert, daß der Etikettierleim allseitig erwärmt und nicht durch ein freiliegendes Heizungswendelelement 18.1 abschnittsweise ver­ brannt wird, wie es in dem Fall sein könnte, wenn vor der un­ tersten Heizungswendel der Etikettierleim in einer Blase ste­ hen bleibt, die ein weiteres Hindurchdringen des Etikettier­ leims durch das hohle Heizungswendelelement 18.1 verhindern würde.

Claims (17)

1. Vorrichtung zum Fördern dick- und dünnflüssiger Medien, wie flüssige Klebstoffe, insbesondere Etikettierleim, die we­ nigstens aufweist,
  • - ein Gehäuseelement (19, 31), in dem wenigstens eine Antriebseinheit (28) angeordnet ist,
  • - ein Medienführungselement (17), an dessen einem Ende das Gehäuseelement (19, 31) und an dessen gegenüberlie­ genden Ende eine Ventilfördereinheit (1, 4, 6, 9, 10) angeordnet ist, und
  • - wenigstens ein Kolbenstangenelement (16), das zwischen der Antriebseinheit (28) und der Ventil­ fördereinheit (1, 4, 6, 9, 10) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
  • - daß das Kolbenstangenelement (16), das die Antriebsein­ heit (28) mit der Förderventileinheit (1, 4, 6, 9, 10) verbindet, außerhalb des Medienführungselements (17) und wenigstens teilweise im Gehäuse (19, 31) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Medienführungselement eine Heizeinheit (18) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich­ net, daß das Medienführungselement ein Saugrohr (17), ein flexibler Schlauch oder dergleichen ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinheit ein Heizelement (18), ei­ ne Heizpatrone, ein eingebetteter Heizdraht oder dergleichen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Heizdraht in den flexiblen Schlauch eingebettet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das im Saugrohr (17) angeordnete Heizele­ ment (18) aus einem Heizungswendelelement (18.1) besteht, in dessen Inneren von dem zur Fördereinheit (1, 4, 6, 9, 10) zeigenden Ende beginnend ein gerades Heizungsstabelement (18.2) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehrere sich gegenüberliegende Kolbenstangenelemente (16) vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß im Gehäuseelement (19, 31) außer der An­ triebseinheit (28) eine Steuereinheit (60, 62) und ein Tempe­ raturfühler (61) angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderventileinheit besteht aus einem geschlitzten Saugrohrelement (6), an dem zu beiden Seiten je eine Ventilkugel (4, 9) angeordnet ist, wobei der ersten Ven­ tilkugel (4) ein Saugventil (1) und der zweiten Ventilkugel (9) ein Saugkolbenelement (10) zugeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuseelement aus einem Gehäuseun­ terteilelement (19) besteht
- das durch eine Gehäusetrennwand (56) in einen Leimför­ derungshohlraum (19.1) und einen Steuerungshohlraum (19.2) unterteilt ist und
  • - das durch ein Gehäuseoberteil (31) zu verschließen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß im Steuerungshohlraum (19.1) die Steuereinheit (60, 62) wenigstens teilweise angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit eine Rechnereinheit (60) ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß an die Rechnereinheit (60) eine Programmiereinheit (62) angeschlossen ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinheit ein Kolben (48) einer Druckluftpumpe ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das im Saugrohr (17) angeordnete Hei­ zungselement (18) unterteilt ist in
  • - ein Voll-Leistungs-Heizelement (63) und
  • - wenigstens ein Teil-Leistungs-Heizelement (64, 65).
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Voll-Leistungs-Heizelement (63) des Heizelements (61) eine Leistung von 1400 W, das Teil-Leistungs-Heizelement (54) eine Leistung von 700 W und ein Teil-Teil-Leistungs- Heizelement (65) eine Leistung von 350 W hat.
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