DE10049437A1 - Bioreaktor für die Kultivierung von Mikroorganismen sowie Verfahren zur Herstellung desselben - Google Patents
Bioreaktor für die Kultivierung von Mikroorganismen sowie Verfahren zur Herstellung desselbenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Bioreaktor für die Kultivierung von Mikroorganismen, sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der Bioreaktor (1) zwei baugleiche Grundkörper (2, 3) umfaßt, die wannenförmig ausgebildet sind und aus einem Bodenteil (4) und vier auf dem Bodenteil (4) angeordneten, eine lichte Tiefe T¶1¶ aufweisende Seitenteile (5) bestehen. Der Grundkörper (2, 3) besteht aus einem lichtdurchlässigen Material. Die baugleichen Grundkörper (2, 3) sind deckungsgleich aufeinander angeordnet. Im Inneren der baugleichen Grundkörper (2, 3) ist eine Strömungsleiteinrichtung angeordnet.
Description
Die Erfindung betrifft einen Bioreaktor für die
Kultivierung von Mikroorganismen. Ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines
solchen Bioreaktors.
Bioreaktoren sind Fermenter, in denen biologische
Stoffumwandlungen mit Enzymen, Mikroorganismen
(Bakterien, Pilze, Hefen, Algen) sowie tierischen
und pflanzlichen Zellen durchgeführt werden. Im
Bioreaktor sollen jeweils prozessspezifisch die op
timalen Bedingungen hinsichtlich Temperatur, pH-
Wert und Nährstoffkonzentration hergestellt werden
können. Zu den Aufgaben eines Bioreaktors gehören
daher der Stofftransport innerhalb der Flüssigphase
(Durchmischen), das Dispergieren einer zweiten Pha
se, meist Luft, um eine große Phasengrenzfläche für
guten Stoffübergang zu erhalten (Zerteilen) und der
Wärmetransport, um die erzeugte Wärme abzuführen.
Die Bauform eines Bioreaktors hängt von seinem
Einsatzbereich ab und muss dementsprechend die spe
zifischen Anforderungen des verwendeten biologi
schen Systems berücksichtigen.
Zur Kultivierung von phototrophen Mikroorganismen
kommen sogenannte Photobioreaktoren zum Einsatz.
Unter den in Frage kommenden Bauformern gilt der
Airlift-Photobioreaktor als besonders geeignet, um
phototrophe Mikroorganismen anzuzüchten und zu hoher
Zelldichte zu führen. Der Airlift-Photobio
reaktor weist häufig einen turmförmigen Reaktorkes
sel auf, bei dem durch Eintrag von Luft ein Flüs
sigkeitsumlauf innerhalb einer konstruktiv festge
legten Schlaufe erzeugt wird. Der Airlift-
Bioreaktor ist dadurch in eine begaste und eine un
begaste Zone aufgeteilt, die boden- und kopfseitig
miteinander verbunden sind, so dass sich aufgrund
der hydrostatischen Druckdifferenz eine Pumpenwir
kung einstellt, die zu einem Flüssigkeitsausstrom
in der begasten Zone führt. Da die Durchmischung
des Reaktormediums ausschließlich durch die Belüf
tung hervorgerufen wird, ist bei dieser Photobiore
aktor-Bauform eine gute Durchmischung und ein hoher
Gas-Flüssigkeits-Stoffaustausch bei geringem Ener
gieeintrag erzielbar. Ein solcher Airlift-Photobio
reaktor wird beispielsweise in der DE 199 16 597
beschrieben.
Da zur Kultivierung von phototrophen Mikroorganis
men eine Lichteinstrahlung hoher Intensität, insbe
sondere auch in die Tiefe des Reaktors, notwendig
ist, weisen die Photobioreaktoren vorzugsweise ein
großes Oberflächen-Volumen-Verhältnis auf und er
fordern daher einen relativ hohen Materialeinsatz.
Die Herstellung eines solchen Photobioreaktors ist
unter anderem aufgrund der verwendeten Materialien
wie Glas oder Plexiglas verhältnismäßig kompli
ziert, aufwendig und kostenintensiv.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde,
einen kostengünstigen Bioreaktor für die Kultivie
rung von phototrophen Organismen, insbesondere Mik
roorganismen, zu schaffen, der einfach, schnell,
preiswert und zuverlässig herstellbar ist. Weiter
hin soll ein geeignetes Verfahren zu dessen Her
stellung angegeben werden. Darüber hinaus soll ein
kostengünstiges Verfahren zur Kultivierung von Mik
roorganismen angegeben werden.
Diese Aufgabe wird mittels eines Bioreaktors mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Der erfin
dungsgemäße Bioreaktor weist ein Gehäuse auf, das
aus einem lichtdurchlässigen Material gebildet ist.
Das Gehäuse ist vorzugsweise länger als breit aus
gebildet und wird vorzugsweise in Längsrichtung,
zum Beispiel von Gasblasen, durchströmt. Die Gas
blasen, vorzugsweise Luftblasen, werden durch Gas
eintrag in eine Flüssigkeit erzeugt, die in dem
Bioreaktor enthalten ist. In dem Gehäuse ist eine
Strömungsleiteinrichtung angeordnet, die mindestens
zwei Septen umfasst, die quer zur Strömungsrichtung
angeordnet sind. Als Septen werden im Rahmen der
vorliegenden Erfindung flächige Gebilde bezeichnet,
die das Gehäuse in Unterkammern unterteilen, die
miteinander in Verbindung stehen. Die Septen dienen
dazu, die Strömung auf einem bestimmten Strömungs
weg durch das Gehäuse des Bioreaktors zu leiten.
Vorzugsweise sind die Septen so ausgebildet und in
dem Gehäuse angeordnet, dass sich zwischen den Sep
ten in dem Gehäuse für die Gasblasen ein im Wesent
lichen mäanderförmiger Strömungsweg ergibt. Die
sich bewegenden Gasblasen versetzen die zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Septen befindliche Flüs
sigkeit in eine walzenförmige Bewegung. Durch die
Anordnung der Septen wird erreicht, dass sich der
Drehsinn der walzenförmigen Bewegung von Unterkammer
zu Unterkammer umkehrt. Das führt zu der Aus
bildung einer turbulenten Strömung und einer guten
Durchmischung der in dem Bioreaktor enthaltenen Or
ganismen.
Vorteilhafterweise sind die Septen so ausgebildet
und in dem Gehäuse angeordnet, dass sie den durch
strömten Querschnitt jeweils auf einen Spalt be
grenzen. Die von den Septen begrenzten Spalte sind
alternierend an gegenüberliegenden Seitenwänden des
Gehäuses angeordnet. Im Betrieb ist in dem Bioreak
tor eine Flüssigkeit enthalten, in die Gas einge
tragen wird. Die aufgrund des Gaseintrags gebilde
ten Gasblasen führen beim Durchströmen der Spalte
zur Ausbildung einer walzenförmigen Strömung in den
von den Spalten im Gehäuse gebildeten Unterkammern.
Vorzugsweise sind die Septen durch mindestens ein
Tragelement miteinander verbunden. Durch das Trag
element werden die Septen in ihrer Lage relativ zu
einander und in dem Gehäuse fixiert. Bei dem Trag
element kann es sich zum Beispiel um einen in Strö
mungsrichtung verlaufenden schmalen Steg handeln,
der die Strömung in dem Gehäuse praktisch nicht be
einflusst. Die Septen können auch an dem Gehäuse
befestigt oder einstückig mit dem Gehäuse ausgebil
det sein.
Vorzugsweise umfasst das Gehäuse zwei, insbesondere
baugleiche Grundkörper jeweils mit einer lichten
Tiefe T3 gleich der halben lichten Tiefe T des Bio
reaktors, wobei der Grundkörper wannenförmig aus
einem Bodenteil und vier auf dem Bodenteil angeord
neten, eine lichte Tiefe T1 aufweisenden Seitenteilen
aufgebaut ist. Der Grundkörper besteht aus ei
nem lichtdurchlässigen Material und die baugleichen
Grundkörper sind deckungsgleich aufeinander ange
ordnet. Im Inneren der baugleichen Grundkörper ist
die Strömungsleiteinrichtung angeordnet. Der erfin
dungsgemäße Bioreaktor ist unter anderem aufgrund
dieser Merkmale, insbesondere durch seine Ausges
taltung aus zwei bauidentischen Grundkörpern, in
einfacher Weise sowie schnell, kostengünstig und
zuverlässig herstellbar. Bei der Strömungsleitein
richtung kann es sich um ein separates Bauteil han
deln. Die Strömungsleiteinrichtung kann aber auch
einstückig mit den Grundkörpern ausgebildet sein.
Eine besondere Ausführungsart der Erfindung ist da
durch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitein
richtung mindestens ein Septum, vorzugsweise mehre
re Septen, umfasst, durch das beziehungsweise die
zwei als Längsseitenteile bezeichnete Seitenteile,
die parallel gegenüberliegend im rechten Winkel zu
dem Septum beziehungsweise den Septen angeordnet
sind, so miteinander verbunden sind, dass in dem
wannenförmigen Grundkörper mehrere auf der von dem
zugehörigen Bodenteil abgewandten Seite offene Kam
mern gebildet werden, wobei das mindestens eine
Septum, eine Septumtiefe T2 kleiner als die oder
gleich der lichten Tiefe T des Reaktors und größer
als die halbe lichte Tiefe T des Reaktors aufweist,
wobei die Distanzen D zwischen den einzelnen Septen
gleich sind und die Distanz D1 zwischen einem als
erstes Querseitenteil bezeichneten Seitenteil und
einem darauf folgenden Septum beziehungsweise dem
unmittelbar benachbarten Septum dieses Grundkörpers
ungleich der Distanz D2 zwischen einem als zweites
Querseitenteil bezeichneten Seitenteil und einem
darauf folgenden Septum beziehungsweise dem unmit
telbar benachbarten Septum dieses Grundkörpers oder
einem ganzzeiligen vielfachen davon ist, wobei die
baugleichen Grundkörper mit ihren Kammeröffnungen
gegenüberliegend so aufeinander angeordnet sind,
dass die Distanz D2 über der ersten Distanz D1 auf
liegt. Durch die Integration der Strömungsleitein
richtung in die Grundkörper wird die Herstellung
des erfindungsgemäßen Bioreaktors erheblich verein
facht.
Vorzugsweise wird vorgesehen, dass die beiden bau
identischen Grundkörper in entgegengesetzter Orien
tierung aufeinander gelegt und miteinander ver
klebt, verschweißt oder sonst wie verbunden werden.
Die spezielle Geometrie der Septen und insbesondere
ihrer Distanzen zueinander und zu den Querseiten
teilen führt dazu, dass der von den beiden Grund
körpern gebildete Reaktorraum in viele verschiedene
durch die Septen teilweise voneinander abgetrennte
Unterkammern unterteilt wird und wobei die Septen
jeweils abwechselnd, gesehen über die Längsachse
des gebildeten Bioreaktors, von dem einen und dem
anderen Grundkörper ausgebildet sind. Die Septen
der beiden Grundkörper bilden alternierend einmal
von einem Bodenteil ausgehend, zum Beispiel von o
ben, und von dem anderen Bodenteil ausgehend, zum
Beispiel von unten, also Unterkammern, durch die
das Reaktormedium strömen kann. Vorzugsweise ist
vorgesehen, dass die Septen in ihrer lichten Tiefe
T2 kleiner, vorzugsweise etwas kleiner oder aber
auch gleich der lichten Tiefe T des Reaktors sind.
In Letztgenannter Ausführungsform schließen die
Septen die Unterkammern also vollständig voneinan
der ab. Aufgrund der flexiblen Materialstruktur
kann die Strömung die Septen jedoch zur Seite bie
gen, so dass ein Flüssigkeitsstrom vom Reaktorein
lass durch die Unterkammern bis zum Reaktorauslass
möglich wird. In einer weiteren Ausführungsform ist
die lichte Tiefe T2 der Septen kleiner als die
lichte Tiefe T des Reaktors, so dass ein Spalt ver
bleibt, durch den die Flüssigkeit ebenfalls, unter
Bildung von Turbulenzen, durchströmen kann.
Erfindungsgemäß wird unter dem Begriff wannenförmig
ein von fünf Rechtecken begrenzter Grundkörper ver
standen, der aus einem Bodenteil und vier Seiten
teilen gebildet wird und bei dem die dem Bodenteil
gegenüberliegende Fläche offen bleibt, das heißt
nicht durch ein zweites Bodenteil abgedeckt ist.
Die Ecken des Grundkörpers können hierbei entweder
kantig oder abgerundet ausgebildet sein.
Die Septen eines Grundkörpers sind in ihrer lichten
Tiefe T2 derart ausgebildet, dass sie im erfin
dungsgemäßen Bioreaktor entweder das Bodenteil des
gegenüberliegenden Grundkörpers gerade berühren
oder einen Spalt zwischen Septumoberkante und Bo
denteil bilden, damit ein im Reaktor befindliches
Medium an dieser Stelle am Septum unter Bildung von
Turbulenzen vorbeifließen kann. Es ist vorgesehen,
dass die lichte Tiefe T2 der Septen 60, 70, 80, 90,
95, 96, 97, 98 und vorzugsweise 99% der lichten
Tiefe T des Bioreaktors aufweist. Unter der lichten
Tiefe T2 des Septums oder der lichten Tiefe T1 der
Seitenteile (gleich der lichten Tiefe T3 der Grundkörper)
wird die Tiefe dieser Bauteile unter Abzug
der Materialdicke des Bodenteils verstanden.
Unter der lichten Tiefe T des Bioreaktors wird die
Tiefe des Bioreaktors unter Abzug der Materialdicke
der beiden Bodenteile der Grundkörper verstanden,
die den Bioreaktor konstituieren. Durch die Ausges
taltung des Bioreaktors mit distanziert zueinander
und jeweils alternierend an den Bodenteilen der
beiden gegenüberliegenden Grundkörper ausgebildeten
Septen wird der Reaktorraum des erfindungsgemäßen
Bioreaktors als sogenannte Wirbelzellenkolonne aus
gestaltet. Die Septen dienen hierbei der Erzeugung
einer turbulenten Strömung des im Bioreaktor be
findlichen Mediums in der Weise, dass sie den Strö
mungsquerschnitt erheblich verkleinern und somit
als Drosselstelle wirken, mit der Folge einer Wir
belbildung und intensiven Durchmischung. Die erfin
dungsgemäßen Bioreaktoren eignen sich daher beson
ders für die Kultivierung phototropher Organismen,
wie Mikroorganismen oder Pflanzen, zum Beispiel Al
gen.
Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung
ist dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper in
Längsrichtung mit mindestens einer Verstärkung aus
gestattet ist. Die auf den Grundkörper bezogene
Längsrichtung wird durch die Anordnung der Längs
seitenteile definiert. Entsprechend wird die Quer
richtung durch die Anordnung der Querseitenteile
des Grundkörpers festgelegt. In Querrichtung sorgen
die Septen für eine ausreichende Stabilität des
Grundkörpers. Durch die zusätzliche Längsverstär
kung wird eine ausreichende Stabilität auch in
Längsrichtung des Grundkörpers gewährleistet. Da
durch wird eine unerwünschte Verformung des Biore
aktors in Betrieb verhindert.
Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung
von mehreren U-förmigen Unterzügen gebildet wird,
die jeweils mit zwei benachbarten Septen und dazwi
schen mit dem Bodenteil des zugehörigen Grundkör
pers verbunden sind, wobei das erste und das zweite
Querseitenteil ebenfalls über jeweils einen
U-förmigen Unterzug mit dem darauf folgenden Septum
verbunden sind. Dadurch wird auf einfache Art und
Weise eine Versteifung des Grundkörpers zwischen
dem ersten und dem zweiten Querseitenteil erreicht.
Die U-förmigen Unterzüge sind vorzugsweise einstü
ckig mit dem zugehörigen Grundkörper. Dadurch ver
einfacht sich die Herstellung des erfindungsgemäßen
Bioreaktors. Außerdem haben die U-förmigen Unterzü
ge im Wesentlichen die gleiche Dicke wie die Sep
ten. Dadurch wird erreicht, dass die Strömung in
Längsrichtung durch den erfindungsgemäßen Bioreak
tor nicht beeinträchtigt wird. Alternativ zu den
einzelnen Unterzügen kann auch ein durchgehender
Unterzug vorgesehen sein, der sich zwischen den
beiden Querseitenteilen eines Grundkörpers er
streckt. Zusätzlich oder alternativ zu den Unterzü
gen können auch Verstrebungen auf der Außenseite
des Grundkörpers vorgesehen sein. Darüber hinaus
kann in das Material des Grundkörpers ein Matrix-
Werkstoff, zum Beispiel in Form einer Fasermatte,
eingebracht werde, um die Stabilität des Grundkör
pers zu erhöhen.
Eine weitere besondere Ausführungsart der Erfindung
ist dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke der
Septen zu dem Bodenteil des zugehörigen Grundkör
pers hin zunimmt. Dadurch wird die Stabilität der
Septen bei gleichzeitiger Materialeinsparung er
höht. Außerdem wird eine einfache Entformbarkeit
der Septen gewährleistet, wenn der Grundkörper zum
Beispiel im Spritzgießverfahren hergestellt wird.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemä
ßen Bioreaktors sieht vor, dass das lichtdurchläs
sige Material, aus dem der Grundkörper besteht oder
der wesentlicher Bestandteil des Grundkörpers ist,
eine flexible Folie ist, vorzugsweise aus Kunst
stoff wie beispielsweise Polypropylen, Polystyrol
oder Polyethylen. Die Verwendung eines solchen Re
aktormaterials bietet erhebliche Kostenvorteile ge
genüber den bisher verwendeten Materialien aus Glas
oder Plexiglas. Die Verwendung einer flexiblen Fo
lie ist insbesondere aufgrund der vorstehend ge
nannten geometrischen Merkmale des Grundkörpers
möglich. Der aus der flexiblen Folie bestehende Re
aktorraum hält dadurch zum einen dem sich bildenden
hydrostatischen Druck stand, zum anderen wird durch
Gaseintrag an der Unterseite des Reaktors eine hohe
Wirbel- bzw. Walzenausbildung in der Strömung des
Reaktormediums gewährleistet, was die Voraussetzung
für das Erzielen einer hohen Photosyntheseaktivität
ist.
Zur Erzielung einer angemessenen Steifigkeit ist es
vorteilhaft, wenn in bevorzugter Ausführung die
Wandstärke der Seitenteile des Grundkörpers größer
als die Wandstärke der Septen des Grundkörpers ist.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Bioreaktors ist
ferner, dass seine beiden Grundkörper an den zum
Bodenteil beabstandeten Kanten der Seitenteile ei
nen im wesentlichen rechtwinklig nach außen abste
henden Rand oder Kragen aufweisen. Dadurch ergibt
sich ein gesicherter und definierter Anlagekontakt,
an dem die beiden Grundkörper miteinander bei
spielsweise mittels Klebung oder mittels Ultra
schall miteinander verbindbar sind. Eine vergrößer
te Kontaktfläche erhöht ferner die Biegesteifigkeit
des Bioreaktors.
Nach einer Weiterbildung des Bioreaktors ist vorge
sehen, dass der von beiden Grundkörpern gebildete
Reaktorraum eine Oberflächenvergrößerung größer als
eine geradflächige umhüllende Fläche seines Volu
mens aufweist. Eine solche Oberflächenvergrößerung
wird bereits durch das Vorhandensein der Septen
hervorgerufen. Weiterhin besteht die Möglichkeit,
die Reaktoroberfläche mäanderförmig oder sinusför
mig auszubilden. Möglich ist aber auch, dass zur
Oberflächenvergrößerung die Umhüllende des Bioreak
tors Fortsätze beziehungsweise Wölbungen aufweist.
Die Oberflächenvergrößerung führt zu einer besseren
räumlichen Verteilung des Lichts über den Reaktor
querschnitt und damit zu einer Optimierung der
Lichtintensität im gesamten Reaktor. Die Maßnahmen
zur Oberflächenvergrößerung wirken zusätzlich tur
bolenzerhöhend auf die Strömungsführung des Reak
tormediums. Wie bereits vorstehend erwähnt ist eine
turbolente Strömungsführung mit Wirbel- beziehungs
weise Walzenausbildung anzustreben, da dadurch die
einstrahlende Lichtmenge und infolgedessen die Pho
tosyntheseaktivität erhöht werden kann. Um eine maximale
Photosyntheseaktivität zu erreichen, ist
beispielsweise eine Lichteinstrahlfrequenz von min
destens einem Hertz zu ermöglichen (Flashing-Light-
Effect).
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Biore
aktors ist, dass dieser Elemente aufweist, die
Licht von außen in den Reaktorraum leiten, um die
Energiedichte im Reaktorraum zu erhöhen. Dies ge
schieht beispielsweise durch sogenannte Wellenlän
genschieber. Durch Wellenlängenschieber wird der
durch phototrophe Mikroorganismen nicht absorbier
bare Anteil des Lichtes so konvertiert, dass ein
möglichst großer Lichtanteil oder die Gesamtheit
der Strahlung in jenes Frequenzband verschoben wer
den kann, das von dem Photozentrum des eingesetzten
phototrophen Mikroorganismus absorbierbar ist. So
mit wird die holometrische Strahlungsdichte spezi
fisch so erhöht, dass pro Reaktorvolumen gegenüber
mit Normallicht bestrahlten Bioreaktoren die Pro
duktivität wesentlich erhöht wird. Eine Wellenlän
genverschiebung kann beispielsweise dadurch erzielt
werden, dass eine wellenlängenverschiebende Sub
stanz als Anstrich auf der Innenseite oder Außen
seite der Reaktorwand aufgetragen wird. Ebenso ist
eine Wellenlängenverschiebung durch Stäbe, Platten,
Fasern oder Partikel im Reaktorraum möglich.
Es ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass der Bio
reaktor Anschlüsse und Anschlussleitungen für die
Zu- und/oder Abfuhr von Gasen und/oder Flüssigkei
ten aufweist. Dadurch kann ein Austausch der Be
triebsstoffe vollautomatisch mittels einer Steuer
einrichtung durchgeführt werden. Ferner ist vorgesehen,
dass die Anschlussleitungen kühl- und/oder
heizbar sind. Dies ergibt vorteilhafterweise zudem
die Möglichkeit, dass sowohl die zugeführten, als
auch die abgeführten Stoffe auf einer definierten
Temperatur gehalten werden können. Die Kühlung oder
Heizung kann durch interne oder externe Schlaufen
erfolgen. Die Überwachung und Regelung einer sol
chen Kühlung beziehungsweise Heizung kann wiederum
mittels der Überwachungs- beziehungsweise Steuer
einrichtung erfolgen. Der erfindungsgemäße Bioreak
tor wird vorzugsweise so aufgestellt, dass die
Längsseitenteile der beiden den Bioreaktor bilden
den Grundkörper vertikal angeordnet sind. Bei die
ser Anordnung des Bioreaktors ist jeweils ein Quer
seitenteil der beiden Grundkörper nach unten und
jeweils ein Querseitenteil nach oben gewandt. Vor
zugsweise ist in einem der beiden nach unten ge
wandten Querseitenteile ein Gaseinlass vorgesehen.
Durch den Gaseinlass kann Gas in das Reaktormedium
eingetragen werden. Das Gas bildet in dem Reaktor
medium Blasen, die nach oben steigen. Bei dem Gas
handelt es sich zum Beispiel um Luft, die an einem
Gasauslass austreten kann, der in einem der nach
oben gewandten Querseitenteile der beiden Grundkör
per vorgesehen sein kann. Durch den Gaseintrag in
den erfindungsgemäßen Bioreaktor kommt es zur Aus
bildung einer walzenförmigen, turbulenten Strömung
in den Unterkammern des Bioreaktors. Das als An
trieb verwendete Gas wird vorzugsweise mit CO2 an
gereichert, um das Wachstum der im Bioreaktor ent
haltenen Mikroorganismen zu beschleunigen. Eine Be
grenzung des Wachstums kann dadurch erfolgen, dass
der Lichteinfall in den Bioreaktor limitiert wird.
Darüber hinaus können an dem erfindungsgemäßen Bioreaktor
Flüssigkeitsrückführleitungen vorgesehen
sein, die von oben nach unten verlaufen. Die Flüs
sigkeitsrückführleitungen dienen dazu, die Durchmi
schung des Reaktormediums zu verbessern. Die Flüs
sigkeitsrückführleitungen können außerhalb des Bio
reaktors verlaufen und gekühlt ausgebildet sein.
Nach einer Weiterbildung des Bioreaktors ist vorge
sehen, dass der Bioreaktor Bestandteil eines Sys
tems aus mehreren Einzel-Bioreaktoren darstellt,
die fluidseitig in Reihe geschaltet sind. Mit einer
solchen Ausgestaltung ist es möglich, die Leistung
des Bioreaktors zu erhöhen. Die Erfindung betrifft
daher auch Systeme, die aus in Reihe oder/und pa
rallel zueinander geschalteten einzelnen Bioreakto
ren der vorliegenden Erfindung aufgebaut sind.
Die Aufgabe wird ferner mittels eines Verfahrens
zur Herstellung eines Bioreaktors gemäß Anspruch 1
gelöst, das die Merkmale des Anspruchs 16 aufweist.
Bei diesem Verfahren wird in einem ersten Verfah
rensschritt aus einem lichtdurchlässigen Material
ein Strang hergestellt, der eine Vielzahl von di
rekt aufeinander folgenden, in Reihe angeordneten
Grundkörpern aufweist, wobei die Grundkörper je
weils in der Orientierung D2 eines Grundkörpers ge
folgt von D1 eines weiteren Grundkörper hinterein
ander angeordnet sind. Die Herstellung dieses
Stranges erfolgt vorzugsweise in einem Spritzver
fahren. In einem zweiten Verfahrensschritt wird der
Strang in die einzelnen Grundkörper zerlegt und in
einem dritten Verfahrensschritt werden jeweils zwei
aufeinanderfolgende Grundkörper durch Umklappen ei
nes zweiten auf einen ersten Grundkörper deckungsgleich
und mit den Kammeröffnungen gegenüberliegend
aufeinander angeordnet, so dass die Distanz D2 über
einer Distanz D1 aufliegt. Anschließend oder
gleichzeitig werden die beiden Grundkörper an dem
jeweils nach außen abstehenden Kragen der vom Bo
denteil beabstandeten Kante der Seitenteile des
Grundkörpers miteinander verklebt oder mittels Ult
raschall miteinander verschweißt. Das Verfahren er
möglicht die Herstellung eines Bioreaktors in ein
facher und schneller Art und Weise. Dadurch, dass
die vorgenannten Verfahrensschritte vollautomatisch
durchgeführt werden können, wird ferner ein hohes
Maß an Zuverlässigkeit bei der Herstellung des Bio
reaktors erzielt.
Die Aufgabe wird des weiteren durch ein Verfahren
zur Kultivierung von Mikroorganismen gelöst, das
die Merkmale des Anspruchs 23 aufweist. Die Mikro
organismen werden in einen mit einer Flüssigkeit
gefüllten Bioreaktor nach einem der Ansprüche 1 bis
19 eingebracht und dort unter geeigneten Bedingun
gen kultiviert. Vorzugsweise erfolgt die Kultivie
rung unter Gaseintrag. Durch den Gaseintrag bilden
sich in der Flüssigkeit Gasblasen, die zu einer gu
ten Durchmischung der Mikroorganismen in dem Biore
aktor beitragen. Es ist vorteilhaft, wenn die Kul
tivierung unter Zufuhr von CO2 stattfindet. Das zu
geführte CO2 dient dazu, das Wachstum der Mikroor
ganismen in dem Bioreaktor zu beschleunigen. Vor
zugsweise findet die Kultivierung unter Kühlung
statt. Die Kühlung kann durch externe oder interne
Kühlschlaufen erfolgen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
Die folgenden Zeichnungen veranschaulichen die Er
findung anhand verschiedener Ausführungsformen. Es
zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen
Bioreaktors als Schnittdarstellung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den untenliegenden
Grundkörper des Bioreaktors, und
Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1
gemäß einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung mit Längsverstärkung.
Die Fig. 1 zeigt einen Bioreaktor 1, der aus zwei
baugleichen rechteckigen Grundkörpern 2 und 3 aus
einer dünnen, flexiblen, lichtdurchlässigen Kunst
stofffolie besteht. Jeder der beiden Grundkörper 2
und 3 ist einstückig aus einem Bodenteil 4 und auf
dem Bodenteil 4 angeordneten Septen 10 sowie eben
falls auf dem Bodenteil 4 angeordneten, eine lichte
Tiefe T1 aufweisenden Seitenteilen 5 aufgebaut, wo
bei jeweils zwei Seitenteile 5 als Längsseitentei
le 6 sowie als Querseitenteile 7 ausgebildet sind.
Die einander parallel und gegenüberliegend angeord
neten Längsseitenteile 6 und die im rechten Winkel
dazu ebenfalls parallel und gegenüberliegend ange
ordneten Querseitenteile 7 weisen an ihrer zum Bo
denteil 4 beabstandeten Kante 8 einen rechtwinklig
nach außen abstehenden Kragen 9 auf. Die beiden
Längsseitenteile 6 eines Grundkörpers 2 beziehungs
weise 3 sind durch sieben Septen 10 aus derselben
flexiblen, dünnen Kunststofffolie derart miteinan
der verbunden, dass in dem Grundkörper 2 bezie
hungsweise 3 acht nach oben beziehungsweise nach
unten hin offene rechtwinklige Kammern 11 gebildet
werden. Die Septen 10 sind in gleichem Abstand je
weils in einer Distanz D in Längsrichtung zueinan
der angeordnet. Der Abstand zwischen einem ersten
Querseitenteil 13 und einem ersten darauf folgenden
Septum 14 wird als Distanz D1 bezeichnet, die grö
ßer ist als die Distanz D zwischen den einzelnen
Septen 10. Dagegen ist die Distanz D2 zwischen dem
letzten Septum 15 und dem zweiten Querseitenteil 16
kleiner als die Distanz D zwischen den Septen 10.
Die Septen weisen eine gleiche lichte Tiefe T2 auf,
die kleiner als die zweifache lichte Tiefe T1 des
Grundkörpers 2 beziehungsweise 3 aber größer als
die lichte Tiefe T1 eines Grundkörpers 2 oder 3
ist. Dadurch ergibt sich im zusammengebauten Zu
stand der beiden den Bioreaktor 1 bildenden Grund
körper 2 und 3 ein Spalt 12 zwischen den oberen
Kanten der Septen 10 des einen Grundkörpers 2 be
ziehungsweise 3 und dem Bodenteil 4 des gegenüber
liegenden Grundkörpers 3 beziehungsweise 2. Die
beiden baugleichen Grundkörper 2 und 3 sind de
ckungsgleich mit ihren Kammeröffnungen 11 gegenü
berliegend angeordnet und zwar in der Weise, dass
die Distanz D2 eines Grundkörpers 2 beziehungsweise
3 über der ersten Distanz D1 des anderen Grundkör
pers 3 beziehungsweise 2 aufliegt, das heißt ihr
direkt gegenüberliegend angeordnet ist. Die beiden
baugleichen Grundkörper 2 und 3 sind also so auf
einander angeordnet, dass der obenliegende Grund
körper 2 umgeklappt, das heißt um 180° um seine
Querachse gedreht, auf dem unten liegenden Grundkörper
3 aufliegt. Beide Grundkörper 2 und 3 berüh
ren sich auf der durch den Kragen 8 der Seitenteile
4 gebildeten Kontaktfläche 17 und sind dort fluid
dicht miteinander verbunden. Da im zusammenbebauten
Zustand, über die Längsachse des Bioreaktors gese
hen, jeweils alternierend die Septen 10 eines Bo
denteils 4 des Grundkörpers 2 beziehungsweise 3 mit
den Septen 10 des gegenüberliegenden Bodenteils 4
des Grundkörpers 3 beziehungsweise 2 angeordnet
sind, sind die gebildeten Spalten 12 auch jeweils
alternierend an dem Bodenteil 4 des einen Grundkör
pers 2 beziehungsweise 3 und dem Bodenteil 4 des
anderen Grundkörpers 3 beziehungsweise 2 angeord
net. Die dergestalt alternierend angeordneten Sep
ten 10 bilden somit Unterkammern 18 dadurch, dass
ein Septum 10 eines Grungkörpers 2 beziehungsweise
3 in die Kammer 11 des gegenüberliegenden Grundkör
pers 3 beziehungsweise 2 hineinragt und so diese
Kammer 11 in zwei Unterkammern 18 unterteilt. Das
im Reaktor befindliche Medium wird entlang der
Längsachse des Bioreaktors 1 mäanderförmig um die
Septen 10 durch die Spalten 12 vom Bodenteil 4 des
Grundkörpers 2 beziehungsweise 3 zum Bodenteil 4
des gegenüberliegenden Grundkörpers 3 beziehungs
weise 2 geführt. Die Grundkörper werden im Tief
zieh- oder Spritzgießverfahren hergestellt.
Bei der in Fig. 3 ausschnittsweise vergrößert dar
gestellten Ausführungsform sind zwei zu dem Grund
körper 3 gehörige Septen 31 und 32 über einen Un
terzug 35 miteinander verbunden. Der Unterzug 35
hat die Form eines U mit zwei Schenkeln 38 und 39,
die durch eine Steg 40 miteinander verbunden sind.
Der Schenkel 38 ist einstückig mit dem Septum 31.
Der Schenkel 39 ist einstückig mit dem Septum 32.
Der Steg 40 ist einstückig mit dem Bodenteil 4 des
Grundkörpers 3. Der Unterzug 35 hat die gleiche Di
cke wie die Septen 31 und 32. Die Schenkel 38 und
39 sind an ihren freien Enden spitz zulaufend aus
gebildet. Die Abmessungen des Stegs 40 sind so ge
wählt, dass zwischen der Spitze eines zwischen den
Septen 31 und 32 angeordneten Septums 33, das zu
dem Grundkörper 2 gehört, ein kleiner Spalt 37 ver
bleibt. Durch den Spalt 37 ist sichergestellt, dass
das Septum 33 nicht an dem Steg 40 anliegt, was zu
Beschädigungen führen könnte.
Der erfindungsgemäße Bioreaktor wird im Betrieb so
aufgestellt, dass die Längsseitenteile 6 der Grund
körper 2 und 3 vertikal angeordnet sind. Demzufolge
entspricht die Länge der Längsseitenteile 6 der Hö
he des Bioreaktors, die beispielsweise etwa 2 Meter
betragen kann. Die Länge der Querseitenteile 7 der
Grundkörper 2 und 3 definiert die Breite des Biore
aktors, die beispielsweise etwa 1 Meter betragen
kann. Die Tiefe des Bioreaktors kann beispielsweise
1,5 bis 5 cm betragen.
Claims (26)
1. Bioreaktor für die Kultivierung von Mikroorga
nismen, mit einem lichtdurchlässigen Gehäuse (2, 3),
das von durch Gaseintrag gebildeten Gasblasen in
einer Strömungsrichtung durchströmt wird und in dem
eine Strömungsleiteinrichtung (10) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitein
richtung mindestens zwei Septen (10) umfasst, die
quer zur Strömungsrichtung angeordnet sind.
2. Bioreaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, dass die Septen (10) so ausgebildet und in dem
Gehäuse (2, 3) angeordnet sind, dass sich zwischen
den Septen (10) in dem Gehäuse (2, 3) für die Gas
blasen ein im Wesentlichen mäanderförmiger Strö
mungsweg ergibt und die Flüssigkeit zwischen den
Septen (10) sich in Walzenform bewegt.
3. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, dass die Septen (10)
so ausgebildet und in dem Gehäuse (2, 3) angeordnet
sind, dass sie den durchströmten Querschnitt je
weils auf einen Spalt (12) begrenzen, wobei die von
den Septen begrenzte Spalte (12) alternierend an
gegenüberliegenden Seitenwänden (6) des Gehäuses
(2, 3) angeordnet sind.
4. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, dass die Septen (10)
durch mindestens ein Tragelement (2, 3) miteinander
verbunden sind.
5. Bioreaktor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, dass das Gehäuse zwei bau
gleiche Grundkörper (2, 3) umfasst, wobei der Grund
körper (2, 3) wannenförmig aus einem Bodenteil (4)
und vier auf dem Bodenteil (4) angeordneten, eine
lichte Tiefe T1 aufweisenden Seitenteilen (5) auf
gebaut ist, wobei die baugleichen Grundkörper (2, 3)
deckungsgleich aufeinander angeordnet sind.
6. Bioreaktor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, dass die Strömungsleiteinrichtung mindestens
ein Septum (10) umfasst, durch das zwei als Längs
seitenteile (6) bezeichnete Seitenteile (5), die
parallel gegenüberliegend im rechten Winkel zu dem
Septum (10) angeordnet sind, so miteinander verbun
den sind, dass in dem wannenförmigen Grundkörper
(2, 3) mehrere auf der dem zugehörigen Bodenteil (4)
abgewandten Seite offene Kammern (11) gebildet wer
den, wobei das mindestens eine Septum (10) eine
Septumtiefe (T2) kleiner als die oder gleich der
lichten Tiefe (T) des Reaktors (1) und größer als
die halbe lichte Tiefe (T) des Reaktors (1) auf
weist, wobei die Distanzen (D) zwischen den einzel
nen Septen (10) gleich sind und die Distanz (D1)
zwischen einem als erstes Querseitenteil (13) be
zeichneten Seitenteil (5) und einem darauf folgen
den Septum (14) ungleich der Distanz (D2) zwischen
einem als zweites Querseitenteil (16) bezeichneten
Seitenteil (5) und einem darauf folgenden Septum
(15) oder einem ganzzeiligen Vielfachen davon ist,
wobei die baugleichen Grundkörper mit ihren Kammeröffnungen
(11) gegenüberliegend so aufeinander an
geordnet sind, dass die Distanz (D2) über der ers
ten Distanz (D1) aufliegt.
7. Bioreaktor nach Anspruch 5 oder 6, dadurch ge
kennzeichnet, dass das lichtdurchlässige Material
der Grundkörper (2, 3) eine flexible Folie ist, vor
zugsweise aus Kunststoff.
8. Bioreaktor nach Anspruch 6 oder 7, dadurch ge
kennzeichnet, dass der Grundkörper (2, 3) in Längs
richtung mit mindestens einer Verstärkung (35) aus
gestattet ist.
9. Bioreaktor nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich
net, dass die Verstärkung von mehreren U-förmigen
Unterzügen (35) gebildet wird, die jeweils mit zwei
benachbarten Septen (31, 32) und dazwischen mit dem
Bodenteil (4) des zugehörigen Grundkörpers (3) ver
bunden sind, wobei das erste und das zweite Quer
seitenteil ebenfalls über jeweils einen U-förmigen
Unterzug mit dem darauf folgenden Septum verbunden
sind.
10. Bioreaktor nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke der
Septen (10) zu dem Bodenteil des zugehörigen Grund
körpers hin zunimmt.
11. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass seine beiden
Grundkörper (2, 3) an den zum Bodenteil (4) beab
standeten Kanten (8) seiner Seitenteile (5) einen
im Wesentlichen rechtwinklig nach außen abstehenden
Kragen (9) aufweisen.
12. Bioreaktor nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke der
Seitenteile (5) des Grundkörpers (2) beziehungswei
se (3) größer als die Wandstärke der Septen (10)
des Grundkörpers (2, 3) ist.
13. Bioreaktor nach einem der Ansprüche 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Grundkörper
(2, 3) an dem jeweils nach außen abstehenden Kragen
(9) der vom Bodenteil beabstandeten Kante(8) der
Seitenteile (5) des Grundkörpers (2, 3) miteinander
verklebt oder mittels Ultraschall miteinander ver
schweißt sind.
14. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der von bei
den Grundkörpern (2, 3) gebildete Reaktorraum eine
Oberflächenvergrößerung größer als eine geradflä
chige umhüllende Fläche seines Volumens aufweist.
15. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er Einrich
tungen für eine turbulente Strömungsführung auf
weist.
16. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er Elemente
aufweist, die Licht von außen in den Reaktorraum
leiten.
17. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er Anschlüsse
und Anschlussleitungen für die Zu- und/oder Abfuhr
von Gasen und/oder Flüssigkeiten aufweist.
18. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die An
schlussleitungen kühl- und/oder heizbar sind.
19. Bioreaktor nach einem der vorhergehenden Ver
fahren, dadurch gekennzeichnet, dass er Bestandteil
eines Systems mehrerer einzelner Bioreaktoren ist,
die fluidseitig in Reihe geschaltet sind.
20. Verfahren zur Herstellung eines Bioreaktors,
insbesondere gemäß der Ansprüche 1 bis 19, wobei in
einem ersten Verfahrensschritt aus einem licht
durchlässigen Material ein Strang hergestellt wird,
der eine Vielzahl von direkt aufeinander folgenden,
in Reihe angeordnete Grundkörpern (2, 3) gemäß der
vorhergehenden Ansprüche aufweist, wobei die Grund
körper (2, 3) in der Orientierung (D2) eines Grund
körpers (2) beziehungsweise (3) gefolgt von (D1)
eines Grundkörpers (2) beziehungsweise (3) hinter
einander angeordnet sind, in einem zweiten Verfah
rensschritt der Strang in die einzelnen Grundkörper
(2, 3) zerlegt wird und in einem dritten Verfahrens
schritt jeweils zwei aufeinanderfolgende Grundkör
per (2, 3) durch Umklappen eines zweiten auf den
ersten Grundkörper (2, 3) in der in Anspruch 1 be
schriebenen Weise aufeinander angeordnet werden.
21. Verfahren nach Anspruch 16, wobei die beiden
Grundkörper (2, 3) an dem jeweils nach außen abste
henden Kragen (9) der vom Bodenteil (4) beabstande
ten Kante (8) der Seitenteile (5) des Grundkörpers
(2) beziehungsweise (3) miteinander verklebt oder
mittels Ultraschall miteinander verschweißt sind.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 oder 17,
wobei der Strang im Spritzverfahren hergestellt
wird.
23. Verfahren zur Kultivierung von Mikroorganismen,
wobei diese in einen mit einer Flüssigkeit gefüll
ten Bioreaktor nach einem der Ansprüche 1 bis 19
eingebracht und dort unter geeigneten Bedingungen
kultiviert werden.
24. Verfahren nach Anspruch 23, wobei die Kultivie
rung unter Gaseintrag erfolgt.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 oder 24,
wobei die Kultivierung unter Zufuhr von CO2 statt
findet.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 bis 25,
wobei die Kultivierung unter Kühlung stattfindet.
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