DE10049905A1 - Steuergerät für ein Rückhaltesystem - Google Patents
Steuergerät für ein RückhaltesystemInfo
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Abstract
Es wird ein Steuergerät für ein Rückhaltesystem vorgeschlagen, das in seinem Gehäuse eine kinematische Sensorplattform aufweist, wobei das Steuergerät Mittel zur Verarbeitung von den Sensorwerten für das Steuergerät für das Rückhaltesystem selbst und weitere Fahrzeugsysteme aufweist. Weiterhin sind in dem Steuergerät für das Rückhaltesystem Mittel zur Übertragung der verarbeiteten Sensorwerte für die weiteren Fahrzeugsysteme über einen Bus untergebracht. Solche anderen Fahrzeugsysteme sind eine aktive Lenkkontrolle, ein ESP-System und/oder ein Navigationssystem. Die kinematische Sensorplattform kann neben Sensoren für eine zirkulare und lineare Beschleunigung auch andere Sensoren zur Erfassung des Lenkwinkels, der Raddrehzahl, der Gaspedalstellung, der Motordrehzahl und der Getriebegangserkennung aufweisen.
Description
Die Erfindung geht aus von einem Steuergerät für ein
Rückhaltesystem nach der Gattung des unabhängigen
Patentanspruchs.
Es sind bereits Steuergeräte für ein Rückhaltesystem
bekannt, wobei die Steuergeräte Airbags steuern und dafür
Daten von Sensoren erhalten.
Das erfindungsgemäße Steuergerät für ein Rückhaltesystem mit
den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs hat
demgegenüber den Vorteil, dass das Steuergerät eine
kinematische Sensorplattform in seinem Gehäuse aufweist. Mit
der kinematischen Sensorplattform sind die linearen
Beschleunigungen und Drehraten, die im Fahrzeug auftreten
erfassbar. Diese Beschleunigungen sind als Parameter neben
dem Rückhaltesystem auch für andere Fahrzeugsysteme
notwendig. Für diese anderen Fahrzeugsysteme verarbeitet das
Steuergerät oder eine der kinematischen Sensorplattform
zugefügten Signalverarbeitung die Sensordaten von der
kinematischen Sensorplattform vor, um diese verarbeiteten
Daten, beispielsweise Steuersignale, dann an die anderen
Fahrzeugsysteme über einen Bus zu übertragen. Dies reduziert
den Datenverkehr über den Bus, da nicht mehr die Rohdaten,
sondern die Ergebnisse aus den Rohdaten über den Bus
übertragen werden. Durch die vorhandene Vorverarbeitung im
Steuergerät für das Rückhaltesystem ist es möglich, die
Steuergeräte für die anderen Fahrzeugsysteme oder die
Signalverarbeitung von diesen anderen Fahrzeugsystemen
einfacher zu halten.
Von Vorteil ist es, die kinematische Sensorplattform in dem
Steuergerät für die Rückhaltesysteme einzubauen, da das
Rückhaltesystem die höchste Abfragerate von Sensordaten
aufweist. Die anderen Fahrzeugsysteme weisen eine weit
geringere Abfragerate auf, so dass der Bus einfacher
gestaltet werden kann.
Darüber hinaus ist es von Vorteil, dass, wenn die
Sensorplattform in einem Gehäuse des Steuergeräts für die
Rückhaltesysteme untergebracht wird, ein Gehäuse eingespart
wird. Auch Stecker, Bustreiber und Netzstabilisatoren, die
für ein eigenes Sensorgehäuse notwendig gewesen wären,
können eingespart werden.
Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten
Maßnahmen und Weiterbildungen sind vorteilhafte
Verbesserungen des im unabhängigen Patentanspruch
angegebenen Steuergeräts für ein Rückhaltesystem möglich.
Besonders vorteilhaft ist, dass die Sensorplattform Sensoren
für die Messung von lineareren Beschleunigungen und
Drehbewegungen aufweist, so dass ein Aufprall und ein
möglicher Überschlag des Fahrzeugs erfassbar sind.
Weiterhin ist es von Vorteil, dass das Steuergerät für das
Rückhaltesystem über den Bus mit einer aktiven
Lenkkontrolle, einem ESP (Elektronisches
Stabilitätsprogramm)-System, einer aktiven Lenkung, einer
integrierten Fahrwerks- und Fahrdynamikregelung und/oder
einem Navigationssystem verbunden ist, die alle Daten von
der kinematischen Sensorplattform für ihre jeweiligen
Funktionen benötigen. Da vorteilhafterweise diese Systeme
eine geringere Abfragerate als das Rückhaltesystem für diese
Sensorwerte haben, ist die kinematische Sensorplattform im
Gehäuse des Steuergeräts für das Rückhaltesystem optimal
plaziert. Weiterhin sparen diese anderen Fahrzeugsysteme
eigene Sensoren ein, sodass von der kinematischen
Sensorplattform aus all diese Fahrzeugsysteme mit den
notwendigen Daten versorgt werden.
Darüber hinaus ist es von Vorteil, dass die kinematische
Sensorplattform weitere Sensoren aufweist, wie z. B. der
Erfassung des Lenkradwinkels, der Raddrehzahl, der
Gaspedalstellung, der Motordrehzahl und der
Getriebegangserkennung. Damit kann vorteilhafterweise die
kinematische Sensorplattform in der Weise erweitert werden,
dass sie ein umfassendes Sensorenspektrum anbietet und damit
konzentriert all diese Werte für die Vorverarbeitung in dem
Steuergerät für das Rückhaltesystem liefert.
Weiterhin kann in der Sensorplattform eine Vorverarbeitung
der Sensorinformationen erfolgen, so dass z. B. die Neigung
und die Steigung der Fahrbahn, die Fahrzeuggeschwindigkeit
über Grund, der Schwimmwinkel sowie der Kurvenradius als
Sensorinformationen anderen Fahrzeugsystemen zur Verfügung
gestellt werden. Dies vereinfacht den Einbau von Sensoren in
Fahrzeugen erheblich. Weiterhin führt es zur Einsparung von
Kabeln und Verbindungsmitteln, die nun nicht mehr notwendig
sind, wenn die Sensoren einzeln plaziert werden. Auch eine
elektrische Versorgung, eine Prozessierung der Sensorwerte
und eine Übertragung der Sensorwerte kann nun im Steuergerät
für das Rückhaltesystem konzentriert werden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 Steuergeräte in einem
Fahrzeug, die an einen Bus angeschlossen sind, Fig. 2 ein
Steuergerät für ein Rückhaltesystem, Fig. 3 eine
kinematische Sensorplattform in einer ersten Ausgestaltung
und Fig. 4 eine kinematische Sensorplattform in einer
zweiten Ausgestaltung.
In Fahrzeugen werden für verschiedene Fahrzeugsysteme, wie
Rückhaltesysteme, ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm),
ABS (Anti-Blockier-System), Navigation und eine aktive
Lenkkontrolle verschiedene dedizierte Sensoren eingebaut.
Erfindungsgemäß werden daher diese Sensoren in einer
kinematischen Sensorplattform konzentriert, wobei die
kinematische Sensorplattform in dem Steuergerät für das
Rückhaltesystem untergebracht ist. Die Sensorwerte, die
insbesondere für die anderen Fahrzeugsysteme bereitgestellt
werden, werden von dem Steuergerät für die Rückhaltesysteme
vorverarbeitet. Da das Rückhaltesystem die höchste
Abfragerate für die Sensorwerte von der kinematischen
Sensorplattform hat, ist es vorteilhaft, die kinematische
Sensorplattform in diesem Steuergerät unterzubringen, da
sonst ein Bus, über den die Sensorwerte übertragen würden,
für relativ hohe Übertragungsraten ausgelegt werden müsste.
Die Sensorplattform weist vorteilhafterweise Sensoren für
lineare und zirkulare Beschleunigungen auf, wobei auch
andere Sensoren zur Messung des Lenkwinkels, der
Raddrehzahl, der Gaspedalstellung, der Motordrehzahl und der
Getriebegangserkennung hinzugefügt sind. Auch andere
Sensoren für andere Meßwerte sind hier integrierbar.
In Fig. 1 ist als Blockschaltbild dargestellt, wie
verschiedene Steuergeräte an einen Bus in einem Fahrzeug
angeschlossen sind. An den Bus 1 sind ein Steuergerät für
das Rückhaltesystem 2, ein ESP-System 3, ein ABS-System 4
und eine Navigation 5 angeschlossen. Alle an den Bus 1
angeschlossenen Steuergeräte weisen Buscontroller auf, um
die Datenübertragung über den Bus 1 zu gewährleisten. In dem
Steuergerät 2 für die Rückhaltesysteme ist die kinematische
Sensorplattform untergebracht, die die Sensorenwerte auch
für die anderen Steuergeräte 3 und 4 und die Navigation 5
liefert. Als Datenbusssysteme kommen hier weiterhin der CAN-
Bus in Betracht. In einer ersten Weiterentwicklung kann auch
ein TT-CAN die Datendistribution im Fahrzeug übernehmen.
Zukünftige optische Datenbusse (z. B. FlexRay, TTPC und
Byteflight) werden Übertragungskapazitäten von etwa 10 Mbaud
aufweisen und sie sind voll kompatibel mit der kinematischen
Sensorplattform.
In Fig. 2 ist als Blockschaltbild das Steuergerät 2 für das
Rückhaltesystem dargestellt. Eine kinematische
Sensorplattform 6 ist über einen Datenein-/-ausgang mit
einem Prozessor 7 des Steuergeräts verbunden. Über einen
zweiten Datenein-/-ausgang ist der Prozessor 7 mit einem
Buscontroller 8 verbunden. Der Buscontroller 8 ist über
seinen zweiten Datenein-/-ausgang mit dem Bus 1 verbunden.
Die kinematische Sensorplattform 6 liefert bereits
vorverarbeitete Sensordaten an den Prozessor 7 als einen
Datenstrom. Der Prozessor 7 verwendet die für das
Rückhaltesystem notwendigen Daten, während der Prozessor 7
die für die anderen an den Bus 1 angeschlossenen
Fahrzeugsysteme 3, 4 und 5 notwendigen Daten nach einer
Vorverarbeitung an den Buscontroller 8 weitergegeben werden,
so dass über den Bus 1 an diese anderen Fahrzeugsysteme 3, 4
und 5 diese vorverarbeiteten Daten übertragen werden können.
Das Steuergerät 2 für die Rückhaltesysteme ist zur Steuerung
für die Rückhaltesyteme selbst, also die Airbags und die
Gurtstraffer entweder über einen besonderen Bus für diese
Rückhaltesysteme mit den Rückhaltesystemen verbunden oder
durch eine direkte Verdrahtung vorgesehen. Der Prozessor 7
steuert dann in Abhängigkeit von den Sensorwerten von der
kinematischen Sensorplattform diese Rückhaltesysteme. Bei
den vorverarbeiteten Sensorwerten von der kinematischen
Sensorplattform 6, die an den Prozessor 7 übertragen werden
oder von dem Prozessor 7 selber vorverarbeitet werden, gibt
es auch Werte, die sowohl für das Steuergerät für das
Rückhaltesystem als auch für die anderen Fahrzeugsysteme 3,
4 und 5 notwendig sind. Diese Werte werden dann nach einer
Vorverarbeitung weiter über den Bus 1 an diese anderen
Fahrzeugsysteme 3, 4 und 5 zu übertragen. Dem Prozessor 7
ist bekannt, welche vorverarbeiteten Sensorwerte weiter
übertragen werden müssen. Dies ist in einem Speicher, der
dem Prozessor 7 zugeordnet ist, abgespeichert. Die anderen
Fahrzeugsysteme führen gegebenenfalls eine weitere
Verarbeitung der über den Bus 1 übertragenen Werte durch.
Die Sensoren sind mikromechanische Sensoren aus Silizium.
Durch Kräfte, die aufgrund der Änderung des
Bewegungszustands entstehen, wird der Schwingungszustand der
mikromechanischen schwingenden Elemente geändert. Diese
Variation des Schwingungszustands äußert sich in
Kapazitätsänderungen, die von einer Auswerteelektronik
erfaßt werden.
In Fig. 3 ist eine erste Ausführungsform der kinematischen
Sensorplattform 6 als Blockschaltbild dargestellt. Ein
Sensor für eine lineare Beschleunigung 9 ist an einen ersten
Dateneingang einer Signalverarbeitung 13 angeschlossen. Ein
Drehratensensor 10 ist an einen zweiten Dateneingang der
Signalverarbeitung 13 angeschlossen. Ein Sensor zur
Erfassung des Lenkwinkels 11 ist an einen dritten
Dateneingang des Signalverarbeitung 13 angeschlossen, ein
Sensor 12 zur Erfassung der Motordrehzahl ist an einen
vierten Dateneingang der Signalverarbeitung 13
angeschlossen. Ein Datenausgang der Signalverarbeitung 13
führt zum Ausgang 14 der kinematischen Sensorplattform 6.
Die Sensoren 19, 11 und 12 liefern ihre Meßdaten, die durch
den Sensoren zugeordneten Verstärker verstärkt wurden an die
Signalverarbeitung 13, die diese Daten digitalisiert und in
einem Multiplex zusammenfasst. Der Prozessor 7 des
Steuergeräts für das Rückhaltesystem verarbeitet dann die
Sensorwerte, wobei auch die Sensorwerte, die für die anderen
Fahrzeugsysteme verwendet werden, durch den Prozessor 7 dann
vorverarbeitet werden. Die Signalverarbeitung 13 kann
alternativ auch verteilt für jeden Sensor als eine jeweilige
Kombination aus einem Signalverstärker und einem Analog-
/Digitalwandler ausgeführt dann, um dann mit einem
anschließenden Multiplexer die Daten in einen Datenstrom zu
überführen.
In Fig. 4 ist eine zweite Ausführungsform der kinematischen
Sensorplattform 6 als Blockschaltbild dargestellt. Der
Sensor zur Erfassung der linearen Beschleunigung 9 ist an
einen ersten Eingang der Signalverarbeitung 13
angeschlossen. Der Drehratensensor 10 ist an einen zweiten
Eingang der Signalverarbeitung 13 angeschlossen. Der Sensor
11 zur Erfassung des Lenkraddrehwinkels ist an einen dritten
Eingang der Signalverarbeitung 13 angeschlossen. Der Sensor
12 zur Erfassung der Motordrehzahl ist an einen vierten
Eingang der Signalverarbeitung 13 angeschlossen. Ein
Datenausgang der Signalverarbeitung 13 führt zu einem
Dateneingang eines Prozessors 15. Ein Datenausgang des
Prozessors 15 führt zum Ausgang 14 der kinematischen
Sensorplattform 6. Die Sensoren 9, 10, 11 und 12 liefern
ihre verstärkten Meßdaten an die Signalverarbeitung 13, die
diese Daten digitalisiert und in einen Multiplex überführt,
so dass ein Datenstrom von der Signalverarbeitung 13 an den
Prozessor 15 übertragen wird. Der Prozessor 15 führt eine
Vorverarbeitung dieser Sensordaten durch, wobei Schwellwerte
für die unterschiedlichen Fahrzeugsysteme mit den
Sensordaten verglichen werden, um gegebenenfalls ein
Auslösesignal oder Steuersignal über den Ausgang 14 weiter
zu dem Prozessor 7 zu übertragen. Auch eine Berechnung der
Fahrzeuglage kann im Prozessor 15 erfolgen. Der Prozessor 15
kann als Signalprozessor oder als Mikrocontroller ausgeführt
sein. Der Prozessor 7 führt dann eine Auswahl der
vorverarbeiteten Sensordaten durch, wobei der Prozessor 7
die vorverarbeiteten Sensordaten für die anderen
Fahrzeugsysteme 3, 4 und 5 an den Buscontroller 8
weitergibt.
Claims (4)
1. Steuergerät für ein Rückhaltesystem, wobei das
Steuergerät (2) an einen Bus (1) zur Übertragung von
Sensordaten anschließbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass
in einem Gehäuse des Steuergeräts (2) eine kinematische
Sensorplattform (6) zur Erfassung von in dem Fahrzeug
auftretenden Beschleunigungen untergebracht ist und dass das
Steuergerät (2) Mittel (2, 7) zur Vorverarbeitung von
Sensorwerten und Mittel (8) zur Übertragung der
vorverarbeiteten Sensorwerte für weitere Fahrzeugsysteme (3,
4, 5) über den Bus (1) aufweist.
2. Steuergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die kinematische Sensorplattform (6) Sensoren für lineare
und zirkulare Beschleunigungen aufweist.
3. Steuergerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass das Steuergerät (2) über den Bus (1)
mit einer aktiven Lenkkontrolle und/oder einem ESP-System
(3) und/oder einem Navigationssystem (5) verbindbar ist.
4. Steuergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die kinematische
Sensorplattform (6) weitere Sensoren (11, 12) zur Messung
des Lenkwinkels, der Raddrehzahl, der Gaspedalstellung, der
Motordrehzahl und der Getriebegangerkennung aufweist.
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| DE2000149905 DE10049905A1 (de) | 2000-10-10 | 2000-10-10 | Steuergerät für ein Rückhaltesystem |
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