DE10054046A1 - System zur Erbringung mobiler Internetdienste durch Koordination unabhängiger Funkzugangspunkte - Google Patents
System zur Erbringung mobiler Internetdienste durch Koordination unabhängiger FunkzugangspunkteInfo
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Abstract
Das System verbindet mobile Terminals im Nahbereich (einige hundert Meter) mit dem Internet, verzichtet auf eine geplante Funkversorgung und basiert auf den Funkschnittstellen, welche die beteiligten Betreiber von Funkzugangspunkten verfügbar machen. Ein Funkzugangspunkt steht typisch im Eigentum einer Privat- oder juristischen Person, wurde für eigene Zwecke eingerichtet, wird aber auch für die Nutzung durch Dritte freigegeben. Ein Funknetz entsteht durch Einvernehmen der beteiligten Betreiber der Funkzugangspunkte über Regeln ihrer Zusammenarbeit und Regeln, nach denen Dritte das System für den drahtlosen Internetzugang benutzen dürfen. DOLLAR A Die Daten Dritter werden mittels des bekannten IP-Tunneling Verfahrens durch den einem Funkzugangspunkt zugehörigen Arbeitsplatzrechner zu einem Rechner am Internet getunnelt. Der Eigentümer duldet dabei die Nutzung seiner Betriebsmittel.
Description
Kommunikationsdienste für mobile Nutzer werden momentan durch zellulare Netze
der 2. und 3. Generation erbracht, mit Ausnahme solcher Dienste, die nur lokal durch
Schnurlos- und Drahtlossysteme erbracht werden. Der Aufbau und Betrieb solcher
Netze ist mit erheblichen Kosten und planerisch-organisatorischem Aufwand
verbunden. Um die hohen Investitionen für Aufbau und Betrieb zu schützen, werden
solche Netze in lizenzierten Frequenzbändern betrieben. Dadurch ist die Zahl
konkurrierender Betreiber solcher Netze begrenzt. Durch die exklusive Zuweisung
eines Frequenzbandes an jeweils einen Betreiber eines Mobilfunknetzes kann der
Betreiber die Dienstgüte planen und steuern. Die Komponenten der fest installierten
Infrastruktur eines solchen Mobilfunknetzes werden vom Betreiber verwaltet; u. U.
verfügt der gegenüber dem Mobilfunkbenutzer auftretende Dienstanbieter über keine
Netzinfrastruktur sondern hat lediglich Übertragungskapazität von einem
Infrastrukturbetreiber gemietet.
Der Zugang zum festen Internet wird für Firmen und Privatpersonen zunehmend
leichter und kostengünstiger. Pauschalgebühren, also nicht zeitabhängig
abgerechnete Zugänge zum Internet, ermöglichen Firmen und Privatpersonen einen
permanenten Internetzugang, um z. B. einen Arbeitsplatzrechner ständig am Internet
betriebsfähig zu halten, so daß der Rechner ständig senden und empfangen kann.
Neben dem drahtgebundenen Internetzugang stehen eine Vielzahl von
leistungsfähigen Systemen zur drahtlosen Nahbereichskommunikation zwischen
Rechnern sowie mit anderen digital arbeitenden Geräten (z. B. Mobiltelefone)
kostengünstig zur Verfügung, z. B. drahlose lokale Netze (WLAN) nach den
Standards IEEE 802.11, Hiperlan/2, Bluetooth und andere. Diese Drahtlossysteme
übertragen in nicht-lizenzierten Frequenzbändern und erweitern den Internet-Zugang
auf drahtlos angeschlossene Endgeräte.
Die Erfindung beschreibt ein System, das mit Hilfe von Drahtlossystemen für die
Nahbereichskommunikation Kommunikationsdienste für mobile Endgeräte anbietet,
wobei die bei Mobilfunknetzen der 2. und 3. Generation anfallenden Kosten und der
planerisch-organisatorische Aufwand entfallen.
Das erfindungsgemäße System besteht aus Funkzugangspunkten, im folgenden FZP
genannt, mit Verbindung zum Internet und ist durch folgende Merkmale
charakterisiert:
- - Das System erbringt Kommunikationsdienste für bewegliche und mobile Teilnehmer, auch mit Bewegung während der Kommunikation.
- - Als Transportnetz des Systems dient das Internet mit seiner vorhandenen Infrastruktur, das ein Netz aus Kommunikationsnetzen ist.
- - Jedes über eine IP-Adresse im Internet adressierbare Endgerät kann durch Ausrüstung mit einem Funkmodem zu einem FZP werden, in dessen Funkversorgungs-Umgebung der drahtlose Zugang zum Internet möglich ist. Das Internet-Endgerät selbst kann drahtlos oder über ein festes Medium mit dem Internet verbunden sein.
- - Die FZP werden im lizenzfreien oder lizenzierten Spektrum betrieben.
- - FZP sind unabhängig und unterliegen typischerweise der Kontrolle des Eigentümers des jeweiligen Internet-Endgerätes, d. h. niemand außer dem Betreiber eines oder mehrerer FZP koordiniert den Auf- und Abbau bzw. das An- und Abschalten eines einzelnen FZP.
- - Die durch einen FZP für fremde Drahtlos-Terminals mögliche Dienstgüte bei der Erbringung von Kommunikationsdiensten unterliegt den vom jeweiligen Betreibers des FZP festgelegten Regeln.
- - Die Verbindung des FZP mit dem Internet liegt in der Verantwortung des Betreibers des FZP.
- - Der Betreiber des FZP benutzt standardisierte Drahtlossysteme, die den Regeln der jeweiligen Regulierungsbehörde für die Nutzung des Funkspektrums genügen.
Die Erfindung löst das Problem, dass der Betrieb eines Mobilfunknetzes zur
überregionalen Versorgung von mobilen Endgeräten mit mobilen
Kommunikationsdiensten mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden ist, z. B.
für den Erwerb einer Lizenz, für die Verwaltung, den Aufbau und Betrieb des Netzes
sowie für planerisch-organisatorische Maßnahmen. Durch die Nutzung des
öffentlichen Internets als Transportnetz kann jeder, dessen Infrastruktur (z. B.
Arbeitsplatzrechner) mit dem Internet verbunden ist, diese Infrastruktur, wie in
Abb. 5 dargestellt ist, durch Ausstattung mit einem Funkmodem zu einem FZP
machen und die von ihm nicht benötigte Rechen- und Übertragungsleistung zur
Erbringung von Kommunikationsdiensten für mobile Endgeräte zur Verfügung stellen,
die dem Betreiber des FZP weder bekannt noch bewußt sind. Dadurch, dass sowohl
das Transport-(Internet) als auch das Funkzugangs-Netz durch vorhandene
Infrastruktur realisiert ist und daß freie Rechen- und Übertragungsleistung Dritten zur
Verfügung gestellt wird, ist sowohl der Aufbau als auch der Betrieb eines solchen
Mobilfunknetzes kostengünstig möglich. Das Transportnetz besteht aus dem Internet,
und für den Funkzugang werden standardisierte Drahtlossysteme verwendet, die im
nicht-lizenzierten oder lizenzierten Spektrum betrieben werden. Eine Koordination der
FZP ist nicht erforderlich, um Kommunikationsdienste zu erbringen. Die FZP müssen
sich daher weder im Besitz noch in der Verantwortung eines Netzbetreibers befinden.
Die wegen der kostengünstigen und unkoordinierten Realisierung eines solchen
Mobilfunknetzes zu erwartende Eigeninitiative der einzelnen Betreiber von FZP beim
Aufbau und Betrieb von FZP führt ohne Steuerung durch einen Netzbetreiber zu
einer weitverbreiteten und kostengünstigen Versorgung mit mobilen
Kommunikationsdiensten. Um einen Anreiz zum Betrieb eines FZP zu schaffen,
könnte dem FZP-Betreiber als Gegenleistung erlaubt sein, andere FZP für den
drahtlosen Internetzugang zu nutzen. Es muß nicht erwähnt werden, daß für das
erfindungsgemäße System typischerweise keine landesweit flächendeckende,
sondern nur eine unzusammenhängende Funkversorgung erreicht wird.
Das erfindungsgemäße System löst das Problem, dass ein Betreiber eines
Mobilfunknetzes im an ihn lizenzierten Spektrum eine Funkversorgung nur in dem
Maße sicherstellt, wie es die Lizenzbedingungen von ihm fordern und wie es ihm
darüber hinaus wirtschaftlich erscheint. Das erfindungsgemäße System realisiert eine
Funkversorgung, die aus der Eigeninitiative der Betreiber von FZP resultiert und kann
überall mobile Kommunikationsdienste erbringen wo ein FZP Betreiber sie selbst
benötigt oder wo er es sonst für sinnvoll hält (z. B. in der eigenen Wohnung, auf
Firmengeländen, Flughäfen, im eigenen Fahrzeug, usw.), wobei die von ihm
betriebenen FZP Teil des Gesamtsystems sind und keiner Koordinierung unterliegen.
Die FZP können den Nachrichtenverkehr eigener und fremder mobiler Endgeräte
entweder direkt ins Internet abführen oder an einen Vermittlungsknoten weiterleiten,
der unter der Kontrolle eines Internet-Dienstleisters steht. Im letztgenannten Fall wird
der Verkehr von diesem Knoten durch das Internet an den Zielpunkt weitergeleitet.
Umgekehrt wird jeder Verkehr zum mobilen Endgerät über den Knoten zu dem FZP
geleitet, über den er das Internet zuletzt erreicht hat, bzw. in einen
Nachrichtenspeicher für einen späteren Abruf abgelegt, vergl. Abb. 6. Diese
Vorgehensweise hat den Vorteil, dass die Integrität der FZP-Infrastruktur und die
Integrität der Daten des drahtlosen Terminals gewahrt bleiben, wenn die über Funk
empfangenen Daten zwangsläufig an einen Knoten außerhalb der FZP-Infrastruktur
geleitet werden. Die hierfür eingesetzte erfindungsgemäße Software und Hardware
unterliegt einzig der Kontrolle des Betreibers des FZP. Er kann daher sicherstellen,
dass die Integrität des FZP geschützt bleibt. Die Sicherheit der übertragenen Daten
wird durch verschlüsselte Übertragung zwischen mobilem Endgerät und dem
Internet-Zugangsknoten erreicht. Damit bleiben dem Betreiber des FZP die Inhalte
der übertragenen Nachrichten des mobilen Endgeräte fremder Nutzer des FZP
verschlossen.
Ein Internet-Knoten kann Eigenschaften von FZP lernen und so die Dienstgüte an
die verfügbare Übertragungsraten der Drahtlosschnittstelle zum mobilen Endgerät
und der Schnittstelle zwischen dem FZP und dem Internet anpassen, z. B. durch
Umcodierung von Inhalten wie Bild- oder Tondaten.
Auf einem solchen Knoten kann eine Mobiliätssteuerung in der Weise realisiert
werden, dass der Knoten sicherstellt, dass die vom mobilen Nutzer angeforderten
Daten, die bei Verlassen des Funkversorgungsbereiches eines FZP noch nicht
übertragen sind, ihm beim Eintritt in den Funkversorgungsbereich eines anderen FZP
zugestellt werden.
Es bleibt zu erwähnen, dass die durch einen FZP realisierte Funkversorgung einer
Umgebung, die durch Dritte genutzt werden kann, auch als vagabundierende
Versorgung bezeichnet werden kann, die nicht gezielt sondern vom FZP-Betreiber
unbeabsichtigt erzeugt wird, weil er für eigene Zwecke einen FZP benötigt.
Die vorgestellte beispielhafte Realisierung eines Systems im Sinne der Erfindung
basiert auf Funkzugangspunkten, die auf der Funkstrecke Funktechnik nach dem
IEEE 802.11 Standard einsetzen. Die mobilen Endgeräte verwenden ebenfalls
Funktechnik nach dem Standard IEEE 802.11. Abb. 1 zeigt die Architektur eines
solchen Systems, der Übersichtlichkeit wegen nur mit zwei Funkzugangspunkten
(Access Point). Das Internet dient als Transportnetz für das System, ein Knoten dient
zur Realisierung von Sicherheitsmechanismen und zur Mobilitätsverwaltung. Mobile
Endgeräte sind in der Lage, über jeden Access Point untereinander oder z. B. mit
einem Web-Server zu kommunizieren.
Abb. 2 zeigt die Protokollstapel eines mobilen Terminals, eines FZP und eines
Zugangs-Knotens, jeweils bis zur Netzschicht. Auf Ebene der Netzschicht
kommunizieren alle Teile des Netzes über das Internet Protocol (IP). Auf Ebene der
physikalischen und der MAC-Schicht (Medium Access Control Layer) verwenden
Terminal und Access Point IEEE 802.11 Protokolle. Das Internet ist hier
vereinfachend als Ethernet nach IEEE 802.3 Standard dargestellt, so daß Knoten
und Access Point auf Schicht 1 und auf MAC-Schicht über IEEE 802.3 Protokolle
kommunizieren. Gleiches gilt für den Knoten und jeder anderen Instanz im Internet,
z. B. einem anderen Access Point.
Die Anwendung im mobilen Terminal kommuniziert über eine IP-Schicht, deren
Datenpakete mittels eines Tunnel Protokolls durch den Access Point zum Knoten
weitergeleitet (getunnelt) werden. Zu diesem Zweck beinhaltet der Protokollstapel
des mobilen Endgerätes und des Zugangs-Knotens zwei durch die Tunnel-
Protokollschicht getrennte IP-Schichten, im folgenden obere und untere IP-Schicht
genannt. Die unteren IP-Schichten des Endgerätes und die IP-Schichten im FZP
dienen dem Datentransport durch den Tunnel.
Die untere IP-Schicht im Terminal dient zur Kommunikation mit dem Access Point.
Sie kann entweder eine vom Access Point zugewiesene oder eine im Internet nicht
geroutete IP-Adresse haben.
Der Knoten kann dann als Router dienen und IP-Pakete Richtung Zieladresse und
umgekehrt weiterleiten. Ist die untere IP-Schicht des Terminals über eine Adresse
adressierbar, die nicht zum Subnetz des Access Points gehört, so reicht ein
einfaches routing der IP-Pakete im Access Point nicht aus. In diesem Fall kann der
Access Point die Adresse des Mobilen Terminals in eine andere IP-Adresse
"übersetzen" (Network Address Translation) oder die IP-Pakete "maskieren" (Port and
Address Translation). Im letzen Fall muß eine Funktion im Knoten die Erreichbarkeit
von "maskierten" Terminals sicherstellen.
Die untere IP-Schicht im Knoten ist über eine bekannte IP-Adresse adressierbar, die
Adresse der rechten IP-Schicht des Access Points unterliegt der Kontrolle des
Betreibers des Access Points bzw. dem Internet Service Provider, der den Zugang
zum Internet zur Verfügung stellt.
Die IP-Adresse der oberen IP-Schicht des Terminals kann entweder dynamisch, z. B.
vom Knoten zugeteilt werden oder eine Adresse sein, die das Terminal in seinem
Heimatnetz hat. In diesem Fall muß der Knoten als foreign-agent für das mobile-IP
Protokoll dienen.
Ein mobiles Terminal, das sich in den Versorgungsbereich eines FZP begibt,
synchronisiert sich auf das IEEE 802.11 Funkmodem des Access Points. Die untere
IP-Schicht des Terminals findet die MAC-Adresse des Access Points über das
Address Resolutinon Protocol (ARP). Der Access Point hat eine Verbindung zum
Internet und kennt die Adresse des Zugangs-Knotens.
Im folgenden wird das Versenden eines IP-Paketes vom mobilen Terminal zu einem
Web-Server (WS) mit der IP-Adresse AdrWS erläutert. Der Austausch von IP-
Paketen ist in Abb. 3 dargestellt.
Der Knoten habe die IP-Adressen AdrKu (untere IP-Schicht) und AdrKo (obere IP-
Schicht). Das Terminal habe die IP-Adressen AdrTo (obere IP-Schicht) und AdrTu
(untere IP-Schicht). Auf dem Access Point wird Network Address Translation
angewandt. Der Access Point habe hierzu die IP-Adressen AdrAPa und AdrAPb.
Die obere IP-Schicht im mobilen Terminal übergibt ein Paket
[source: AdrTo, destination: AdrWS]
an das Tunnel Protokoll. Dieses verschlüsselt den Inhalt sowie die Zieladresse und verschickt diese Daten über die untere IP-Schicht Richtung Knoten. Das mobile Terminal versendet dann über den IEEE 802.11 Protokollstapel ein Paket
[source: AdrTu, destination: AdrKu]
an den Access Point. Der Access Point "übersetzt" die Adresse des Senders und schickt das Paket
[source: AdrAPb, destination: AdrKu]
über das Internet an den Knoten. Hier wird das IP-Paket durch das Tunnel Protokoll entschlüsselt, wieder hergestellt und an die obere IP-Schicht übergeben. Der Knoten routet das Paket
[source: AdrKo, destination: AdrWS]
dann Richtung Web-Server.
[source: AdrTo, destination: AdrWS]
an das Tunnel Protokoll. Dieses verschlüsselt den Inhalt sowie die Zieladresse und verschickt diese Daten über die untere IP-Schicht Richtung Knoten. Das mobile Terminal versendet dann über den IEEE 802.11 Protokollstapel ein Paket
[source: AdrTu, destination: AdrKu]
an den Access Point. Der Access Point "übersetzt" die Adresse des Senders und schickt das Paket
[source: AdrAPb, destination: AdrKu]
über das Internet an den Knoten. Hier wird das IP-Paket durch das Tunnel Protokoll entschlüsselt, wieder hergestellt und an die obere IP-Schicht übergeben. Der Knoten routet das Paket
[source: AdrKo, destination: AdrWS]
dann Richtung Web-Server.
Umgekehrt werden Pakete vom Web-Server zum mobilen Terminal zunächst an den
Knoten geschickt und anschließend von dort über den Access Point zum mobilen
Terminal getunnelt.
Der Knoten hat für das vorgestellte beispielhafte System eine Schlüsselfunktion, weil
er dazu dient, die Berechtigung drahtloser Terminals zu Nutzung des Systems zu
prüfen und weil sämtliche Datenkommunikation unter seiner seiner Kontrolle abläuft,
z. B. über ihn oder andere von ihm benannte Knoten. Außerdem ist er der Router,
über den drahtlose Terminals erreicht werden können.
Wird mobile IP verwendet, werden IP-Pakete auf dem Weg vom Sender zum
Empfänger zweimal getunnelt, z. B. einmal vom home agent zum foreign agent auf
dem Knoten und dann vom Knoten durch den Access Point zum Terminal. Dieser
doppelte Tunnel löst folgende Probleme:
- - Mobile IP ist meistens im LAN des FZP nicht vorhanden.
- - Mobile IP gewährleistet nicht die Abhörsicherheit auf dem FZP
- - Mobile IP gewährleistet nicht die Integrität des FZP
- - Mobile IP ist nicht für schnelle Mobilität geeignet.
Das hier exemplarisch vorgestellte System hat folgende Eigenschaften:
- - Das Funkmodem kann ohne gesonderte Lizenz in einem Spektrum betrieben werden. Ebenso ist auch der Betrieb durch einen lizenzierten Betreiber möglich.
- - Die IP-Adresse des Access Points im Internet unterliegt bis auf die Vorgaben des Internet Service Providers keiner weiteren Einschränkung, ist also vom Betrieb des Gesamtsystems unabhängig.
- - Die Funktion Network Address Translation oder Port and Address Translation muß auf dem Gerät, das als Access Point dienen soll, realisiert werden. Für beide Funktionen existiert frei verfügbare Software.
- - Jedes mit dem Internet verbundene Gerät kann also in Verbindung mit dem Funkmodem zum Access Point werden, ohne daß es einer Koordinierung durch einen Netzbetreiber bedarf. Die FZP sind demnach unabhängig und unterliegen der Willkür des Betreibers des FZP.
- - Jedes mobile Endgerät, das über ein entsprechendes Funkmodem verfügt, kann über jeden beliebigen Access Point mit jedem im Internet adressierbaren Rechner kommunizieren, also auch mit anderen mobilen Terminals.
Im Sinne der Kommerzialisierung des Systems soll der jeweilige Betreiber eines FZP
(Access Point) für die Bereitstellung des mobilen Internetzugangs und die damit
verbundenen erbrachten Dienste zur Weiterleitung der IP-Paketen der mobilen
Terminals an den Zugangsknoten und umgekehrt entlohnt werden.
Die Abrechnung zwischen den FZP- und Knotenbetreibern soll auf dem
Gesamtvolumen der erfolgreich weitergeleiteten IP-Paketen basieren. Der
Zugangsknotenbetreiber kann dies anhand der IP-Adresse des Senders, die bei
jedem IP-Paket mit angegeben wird, kontrollieren. Allerdings könnten beispielsweise
die IP-Pakete auf ihrem Übertragungsweg zum Zugangsknoten von einem Angreifer
so manipuliert werden (man-in-the-middle attack), dass sie danach eine andere
Sender-Adresse zugunsten des Angreifers tragen, ohne dass der sendende FZP
bzw. der empfangende Knoten dies bemerken. Dies gilt auch für die andere
Übertragungsrichtung, also vom Knoten zu FZP.
Zwischen dem FZP und dem Knoten erfolgt daher zu Beginn der Bereitstellung des
mobilen Internetzugangs eine gegenseitige Authentisierung, in der auch der
Austausch eines oder mehrerer Geheimschlüssel und anderer sicherheitsrelevanter
Informationen (z. B. temporäre FZP-Identifikationsnummer), die eine manipulier
sichere und gerechte Abrechnung ermöglichen, stattfindet. Da solche
Sicherheitsprotokolle meistens nur auf Basis der Public-Key-Kryptographie realisiert
werden können, müssen FZP und Zugangsknoten Zertifikate besitzen, die von einer
vertrauenswürdigen Zertifizierungsinstanz erstellt bzw. signiert werden. Die
ausgetauschten sicherheitsrelevanten Informationen sind nur solange gültig wie ein
mobiler Internetzugang vom FZP zur Verfügung gestellt werden kann. Zu Beginn der
nächsten Bereitstellung des mobilen Internetzugangs ist eine erneute Authentisierung
und ein Schlüsselaustausch erforderlich.
Zusätzlich zu den Sicherheitsmaßnahmen gegen den o. g. man-in-the-middle-attack,
werden geeignete Protokolle dafür verwendet, um zu gewährleisten, dass die vom
Knoten gesendeten IP-Pakete, die vom Terminal angefordert wurden, auch beim
adressierten mobilen Terminal ankommen, damit eine gerechte Abrechung dem FZP
und dem mobilen Terminal gegenüber erfolgen kann.
Die Verwendung eines Knotens ist für die Realisierung des Systems nicht
obligatorisch. Abb. 4 zeigt die Protokollstapel einer exemplarischen Realisierung
des Systems ohne Knoten. Das mobile Terminal unterhält eine IP-Verbindung mit
dem FZP und hat dabei eine beliebige IP-Adresse, die vom FZP vergeben werden
kann. Der FZP realisiert die Funktion Port and Address Translation (PAT). Das
mobile Terminal ist dann über die IP-Adresse des Access Points im Internet und
einen TCP Port eindeutig adressierbar. Ein Nachteil dieser Realisierung ist, daß nicht
allgemein bekannt ist, unter welcher IP-Adresse und insbesondere unter welchem
TCP-Port das Terminal erreichbar ist.
Die Mobilitätsfunktion (Mob) ist optional. Sie sorgt dafür, daß beim Verlassen des
Funkbereichs des FZP keine vom Endgerät angeforderten Daten verloren gehen.
Dies kann dadurch gewährleistet werden, daß dem Terminal die IP-Adresse und der
TCP-Port mitgeteilt werden, unter der es im Internet adressierbar ist. Verlässt das
Terminal den Funkbereich des FZP, so speichert die Mob im verlassenen FZP alle
für das Terminal bestimmten Daten, die während der Abwesenheit des Terminals am
FZP ankommen. Tritt das Endgerät in den Versorgungsbereich eines anderen FZP
ein, so nimmt die Mob im Endgerät über seine alte IP-Adresse und den
entsprechenden TCP-Port Kontakt mit der Mob des verlassenen FZP auf, um
eventuell aufgelaufene Daten anzufordern.
Die Adressierbarkeit eines Terminals kann durch eine verteilt oder zentral realisierte
Datenbank gewährleistet werden, die eine Identität des Terminals (z. B.
Identifikationsnummer) in die entsprechende IP-Adresse und einen TCP-Port auflöst.
Auch ein solches System hat die in den Ansprüchen formulierten Eigenschaften.
Claims (12)
1. System zur Erbringung von mobilen Kommunikationsdiensten auf der Basis von
unabhängigen Funkzugangspunkten mit Verbindung zum Internet, dadurch
gekennzeichnet, dass das System unabhängige Funkzugangspunkte mit
Verbindung zum Internet derart organisiert und koordiniert, dass drahtlose
Terminals, die sich im Funkversorgungsbereich eines FZP befinden, über ihn
unter Steuerung einer mit dem Internet verbundenen Instanz das Internet
benutzen können und erreichbar sind.
2. System zur Erbringung von mobilen Kommunikationsdiensten auf der Basis von
unabhängigen Funkzugangspunkten mit Verbindung zum Internet, dadurch
gekennzeichnet, dass das System nicht von einem Betreiber allein, sondern
gemeinsam von den Betreibern von Funkzugangspunkten und Betreibern des
Internet betrieben wird.
3. System zur Erbringung von mobilen Kommunikationsdiensten auf der Basis von
unabhängigen Funkzugangspunkten mit Verbindung zum Internet, dadurch
gekennzeichnet, dass jedes im Internet adressierbare Gerät in Verbindung mit
einem Funkmodem ein Funkzugangspunkt zum System sein kann, über den
drahtlose Terminals erreicht werden und das Internet nutzen können.
4. System zur Erbringung von mobilen Kommunikationsdiensten auf der Basis von
unabhängigen Funkzugangspunkten mit Verbindung zum Internet, dadurch
gekennzeichnet, dass jedes mobile Terminal, das die gleiche Funkzugangstechnik
verwendet wie ein FZP, Kommunikationsdienste an diesem FZP nutzen kann.
5. System zur Erbringung von mobilen Kommunikationsdiensten auf der Basis von
unabhängigen Funkzugangspunkten mit Verbindung zum Internet, dadurch
gekennzeichnet, dass FZP den Funkzugang durch Drahtlossysteme ermöglichen,
die den Regeln der jeweiligen Regulierungsbehörde für die Nutzung des
Funkspektrums genügen.
6. System zur Erbringung von mobilen Kommunikationsdiensten auf der Basis von
unabhängigen Funkzugangspunkten mit Verbindung zum Internet, dadurch
gekennzeichnet, dass der Auf- oder Abbau des FZP sowie das An- und
Abschalten eines Funkzugangspunktes der Willkür und Verantwortung des
Funkzugangspunktbetreibers überlassen ist.
7. System nach einem der Hauptansprüche 1)-6), dadurch gekennzeichnet, dass die
durch einen Funkzugangspunkt erbrachte Dienstgüte bei der Erbringung von
Kommunikationsdiensten der Willkür des Betreibers des Funkzugangspunktes
unterliegt.
8. System nach einem der Hauptansprüche 1)-6), dadurch gekennzeichnet, dass die
für den Funkzugang von FZP verwendeten Drahtlossysteme im lizenzierten
Spektrum betrieben werden.
9. System nach einem der Hauptansprüche 1)-6), dadurch gekennzeichnet, dass die
für den Funkzugang von FZP verwendeten Drahtlossysteme im lizenzfreien
Spektrum betrieben werden.
10. System nach einem der Hauptansprüche 1)-6), dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindung des Funkzugangspunktes mit dem Internet der Verantwortung des
Betreibers des Funkzugangspunktes unterliegt.
11. System nach einem der Hauptansprüche 1)-6), dadurch gekennzeichnet, dass
die Funkzugangspunkte den Verkehr von mobilen Teilnehmern direkt ins Internet
abführen.
12. System nach einem der Hauptansprüche 1)-6), dadurch gekennzeichnet, dass
die Funkzugangspunkte den Verkehr von mobilen Endgeräten an einen Knoten
weiterleiten können, der unter der Kontrolle eines Dienstleisters steht. Dabei wird
erst in diesem Knoten der Verkehr an den Zielpunkt weitergeleitet.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000154046 DE10054046A1 (de) | 2000-10-31 | 2000-10-31 | System zur Erbringung mobiler Internetdienste durch Koordination unabhängiger Funkzugangspunkte |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE2000154046 DE10054046A1 (de) | 2000-10-31 | 2000-10-31 | System zur Erbringung mobiler Internetdienste durch Koordination unabhängiger Funkzugangspunkte |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10054046A1 true DE10054046A1 (de) | 2002-05-16 |
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ID=7661730
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000154046 Ceased DE10054046A1 (de) | 2000-10-31 | 2000-10-31 | System zur Erbringung mobiler Internetdienste durch Koordination unabhängiger Funkzugangspunkte |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10054046A1 (de) |
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