DE10058121A1 - Mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe - Google Patents

Mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe

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DE10058121A1 DE2000158121 DE10058121A DE10058121A1 DE 10058121 A1 DE10058121 A1 DE 10058121A1 DE 2000158121 DE2000158121 DE 2000158121 DE 10058121 A DE10058121 A DE 10058121A DE 10058121 A1 DE10058121 A1 DE 10058121A1
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe, insbesondere für medizinische und ernährungsphysiologische Flüssigkeiten. Sie weist mindestens einen Beutel (15) zur Aufnahme der Flüssigkeit (16) und eine Ausgabeleitung für die Flüssigkeit auf, ferner eine Einrichtung (1, 2, 8, 14, 22) zum Ausüben einer Druckkraft auf den Beutel zur Ausgabe der Flüssigkeit aus diesem. Diese Einrichtung weist ein elastisches Element (8) zum Einwirken auf eine Beutelseite sowie ein weiteres Element (2, 14) zum Einwirken auf die gegenüberliegende Beutelseite auf. DOLLAR A Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die Pumpe ein erstes Gehäuseteil (1) mit beidseitigen Scharnieren (4, 5) zur Aufnahme eines zweiten Gehäuseteils (2) sowie eines Schließdeckels (3) für das zweite Gehäuseteil besitzt. Die Einrichtung zum Ausüben der Druckkraft ist hierbei den beiden Gehäuseteilen zugeordnet.

Description

Die Erfindung betrifft eine mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe, insbesondere für medizinische und ernährungsphysiologische Flüssig­ keiten, mit mindestens einem Beutel zur Aufnahme der Flüssigkeit, einer mit dem Beutel verbundenen Leitung zur Ausgabe der im Beutel befindlichen Flüssigkeit aus dem Beutel, einer Einrichtung zum Aus­ üben einer Druckkraft auf den Beutel zur Ausgabe der Flüssigkeit aus diesem, wobei die Einrichtung zum Ausüben der Druckkraft ein elasti­ sches Element zum Einwirken auf eine Beutelseite sowie ein weiteres Element zum Einwirken auf die gegenüberliegende Beutelseite auf­ weist.
Eine derartige Flüssigkeitspumpe ist aus der bislang nicht veröf­ fentlichten deutschen Patentanmeldung 199 28 131.9 des Anmelders be­ kannt. In dieser weist die Einrichtung zum Ausüben der Druckkraft einen Spannrahmen auf, der das elastische Element zum Einwirken auf eine Beutelseite aufnimmt, ferner eine harte Druckplatte, die das Element zum Einwirken auf die gegenüberliegende Beutelseite dar­ stellt. Die Druckplatte ist in Richtung des elastischen Elementes gewölbt ausgebildet. Die beiden Elemente sind mittels eines Schar­ nieres verbunden und auf der dem Scharnier abgewandten Seite ver­ schließbar, insbesondere mittels einer Rastverbindung. Das elasti­ sche Element ist als Folie ausgebildet, die randseitig im Spannrah­ men gehalten ist.
Im Zusammenhang mit der Förderung medizinischer und ernährungs­ physiologischer Flüssigkeiten werden die unterschiedlichsten Typen von Flüssigkeitspumpen verwendet. Es sind beispielsweise elektroenerge­ tisch, elektrochemisch, gasförmig, mechanisch, elektromechanisch und mechanisch-physikalisch betriebene Pumpen bekannt. Viele dieser Pumpen können in aller Regel nur nach einer längeren Anlaufzeit eingesetzt werden und bieten dem Anwender und Verbraucher oftmals nur eine unzu­ reichende Dosiergenauigkeit. Die bekannten Pumpensysteme sind im übri­ gen recht kostenaufwendig und unter ökologischem Gesichtspunkt wenig vorteilhaft. Sie können oftmals vom Anwender nicht tragbar benutzt werden.
Aus der Praxis ("Accufuser®", medac gmbh, Hamburg) ist eine Flüssig­ keitspumpe für medizinische Zwecke bekannt, die einen elastischen Schlauch aufweist, der mit einer Zugangs- und Abgangsleitung versehen ist. Die Abgangsleitung führt zum Patienten, während die Zugangslei­ tung dem Füllen des elastischen Schlauchs mit einem flüssigen Medika­ ment dient. Durch das Füllen des Schlauchs dehnt sich dieser und ent­ leert sich unter Einwirkung der Rückstellkraft des elastischen Schlauchs und der Schwerkraft der Flüssigkeit. In der Abgangsleitung zum Patienten ist ein Durchflußbegrenzungsventil angeordnet. Der Schlauch weist ein Volumen zwischen 60 und 100 ml auf. - Eine derarti­ ge Pumpe ist recht aufwendig in Betrieb zu setzen, weil der Schlauch beim Befüllen gedehnt werden muß. Da die Förderrate der Flüssigkeit einzig und allein aus dem Rückstellvermögen des elastischen Schlauchs resultiert, läßt sich die Flüssigkeit nur mit geringem Druck ausgeben. Da einzig und allein die elastische Wand des Schlauchs auf die medizi­ nische Flüssigkeit einwirkt, ist nicht sichergestellt, daß die Flüs­ sigkeit mit weitgehend demselben Druck aus dem Schlauch gedrückt wird und sich im übrigen der Schlauch vollständig leert. Das Konstrukti­ onsprinzip dieser Pumpe macht es erforderlich, den Durchflußregulierer zu verwenden.
Aus der Praxis ("SmartDose®", Pro-Med GmbH, Linz, Österreich) ist eine Flüssigkeitspumpe für medizinische Flüssigkeiten bekannt, bei der ein die Flüssigkeit aufnehmendes Behältnis über einen Kanal mit einem Re­ aktionsraum in Verbindung steht, in dem eine Kohlendioxidzelle unter­ gebracht ist. Wird diese Zelle aktiviert, entwickelt sich Kohlendi­ oxid, das die im Behälter befindliche Flüssigkeit unter Druck setzt, so daß sie ausgegeben wird. Ein Reduzierventil stellt sicher, daß eine im wesentlichen konstante Flüssigkeitsmenge pro Zeiteinheit aus dem Behälter ausgegeben wird.
Aus der US 5 334 197 ist eine mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe für medizinische Flüssigkeiten bekannt, bei der eine Kammer zur Auf­ nahme der Flüssigkeit ausschließlich mechanisch beaufschlagt und deren Inhalt hierdurch zur Ausgabe der Flüssigkeit unter Druck gesetzt wird. Die Kammer ist durch eine dünne Wandung und eine dehnbare Wandung ge­ bildet, wobei diese Wandung mit einer Blattfeder verbunden ist. Vor dem Gebrauch der Pumpe wird die Blattfeder in einem Deckel gehalten, der diese somit in einer definierten Form fixiert. Wird der Deckel von der Blattfeder entfernt, schnappt das Federelement in eine Position über, in der es zur elastischen Wandung hin gebogen ist. Hierdurch wird durch die in der Kammer befindliche Flüssigkeit die elastische Wandung gedehnt, und zwar in eine Form, die der Wölbung der überge­ schnappten Blattfeder entspricht. Unter dem Druck der gedehnten ela­ stischen Wandung wird die Flüssigkeit aus einer mit der Kammer ver­ bundenen Abgangsleitung ausgegeben, wobei sich die elastische Wandung immer mehr der gewölbten Blattfeder, bis zur vollständigen Entleerung der Kammer annähert. - Eine derartige Flüssigkeitspumpe läßt sich zwar ausschließlich mechanisch betreiben, weist aber eine Vielzahl von Tei­ len und einen sehr hohen Herstellungsaufwand auf. Das Anwender- Handling ist recht kompliziert.
Gegenüber dem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, eine baulich einfach gestaltete und besonders preisgünstig herzustellende mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe zu schaffen. Diese soll uni­ versell einsetzbar und hierbei ergonomisch handhabbar sein.
Gelöst wird die Aufgabe durch eine mechanisch betriebene Flüssigkeits­ pumpe der eingangs genannten Art, bei der zudem ein erstes Gehäuseteil mit beidseitigen Scharnieren zur Aufnahme eines zweiten Gehäuseteils sowie eines Schließdeckels für das zweite Gehäuseteil vorgesehen ist, ferner die Einrichtung zum Ausüben der Druckkraft auf den mindestens einen Beutel den beiden Gehäuseteilen zugeordnet ist.
Eine derartige mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe ist denkbar einfach aufgebaut. Sie weist den mindestens einen Beutel mit der Flüs­ sigkeit auf, der von der Einrichtung zum Ausüben einer Druckkraft auf den Beutel beaufschlagt wird. Das Wesentliche dieser Einrichtung ist darin zu sehen, daß zumindest ein Teilbereich der Einrichtung ein ela­ stisches Element zum Einwirken auf den Beutel aufweist, somit dieses den Beutel von dieser Seite her gegen dessen Gegenauflage drückt. Die­ se Gegenauflage, allgemein als Element zum Einwirken auf die gegen­ überliegende Beutelseite bezeichnet, ist relativ steif ausgebildet, so daß das elastische Element den Beutel gegen dieses Element drückt. Das elastische Element ist insbesondere zwischen den beiden Gehäuseteilen angeordnet. Es ist aber genauso denkbar, statt des steifen Elementes, ein weiteres elastisches Element vorzusehen, womit der Beutel zwischen zwei auseinander gedehnten elastischen Elementen gehalten wäre, die die Tendenz haben, sich aufeinanderzu zu entspannen und hierbei Flüs­ sigkeit aus dem Beutel zu drücken.
Durch die besonders einfache Gestaltung der erfindungsgemäßen Flüssig­ keitspumpe bietet diese vielfältige Möglichkeiten der Verwendung bzw. Anwendung. Der Anwender kann überall sofort, ohne längere Anlaufzeiten die Pumpe einsetzen. Sie kann vom Anwender tragbar, wie auch statisch benutzt werden, und zwar in allen normalen Lebensbereichen außerhalb, wie innerhalb der Medizin. Sie ist sterilisiert einsetzbar und gewähr­ leistet einen minimalen Bedienungs-/Handlingaufwand. Die Pumpe ist aufgrund der einfachen Konstruktion der wenigen Bauteile kostengünstig herstellbar, was Voraussetzung dafür ist, sie insbesondere in ambulan­ ten und finanzschwachen Märkten einzusetzen. Das geringe Gewicht der Pumpe ermöglicht den Einsatz im Unfall-, Notarzt-, Lazarett- sowie Ka­ tasttophenbereich. Die Funktionselemente der Pumpe sind einzeln oder ingesamt austauschbar. Die Pumpe ist für kurze oder lange Förderzeiten geeignet, für offene oder geschlossene Systeme, für ungefüllte oder vorgefüllte Infusionssysteme unterschiedlicher geometrischer Ausfüh­ rungen, insbesondere auch im Zusammenhang mit der Verwendung als Micropumpe, das heißt Systemen von 1 bis 10 ml.
Die unterschiedlich großen, bei der Pumpe Verwendung findenden Beutel bzw. die Pumpe selbst können einmal verwendet oder mehrmals wiederver­ wendet werden. Je nach der gewählten Elastizität des elastischen Ele­ mentes lassen sich unterschiedliche Flowraten und Entleerungszeiten erzielen. Das elastische Element ist im Rückstellverhalten so ausge­ legt, daß die Flüssigkeit so lange aus dem Beutel ausgedrückt wird, bis das elastische Element an dem weiteren Element zum Einwirken auf die gegenüberliegende Beutelseite anliegt und in diesem Zustand der Beutel geleert ist.
Die erfindungsgemäße Pumpe ist elektroenergetisch unabhängig. Sie kann jederzeit an jedem Ort in Temperaturbereichen von mindestens 10 bis 60°C eingesetzt werden. Die verwendeten Rohstoffe sind ökologisch ab­ baubar und regenerierbar. Die Pumpe ist damit umweltfreundlich und durch einfache konstruktive Gestaltung und Bauart bedingt in kleiner Verpackungsgröße kostengünstig herstellbar und dem Markt anzubieten.
Die Pumpe kann für unterschiedliche Viskositäten verwendet werden, zum Beispiel bei Infusion, enteraler Ernährung, Transfusion usw.. Sie ist in allen Flüssigkeitsanwendungsbereichen kleinerer und mittlerer För­ dermengen in kurzen oder langen Zeiten einsetzbar. Die Pumpe kann ein­ fach durch Deaktivieren der Einrichtung zum Ausüben der Druckkraft un­ terbrochen und bei Bedarf einfach wieder gestartet werden, im Gegen­ satz zu der Pumpe nach der US S 334 197, bei der ein umfangreiches Handling notwendig ist. Die Pumpe kann bei Bedarf mit einem wiederver­ wendbaren elektronischen Signalgeber ausgerüstet werden, der das Ende des Flüssigkeitstransportes oder die Entleerung des Beutels anzeigt.
Die erfindungsgemäße, mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe ist ergonomisch gestaltet und ohne weiteres, nach Einweisung, auch von Laien handhabbar. In der Gebrauchsstellung, bei unten befindlichem ersten Gehäuseteil, wird der mindestens eine Beutel in dieses Gehäu­ se eingelegt und nach Möglichkeit in diesem fixiert, anschließend wird das über das eine Scharnier mit dem ersten Gehäuseteil verbun­ dene zweite, mittlere obere Gehäuseteil in Richtung des mindestens einen Beutels geklappt, so daß über dieses eine Druckkraft auf den Beutel ausgeübt wird. Schließlich wird der über das andere Scharnier mit dem ersten Gehäuseteil verbundene Schließdeckel eingeklappt, so daß er sich gegen das zweite Gehäuseteil anlegt. In dieser Stellung ist das zweite Gehäuseteil relativ zum ersten Gehäuseteil definiert gehalten. Die definierte Positionierung von zweitem Gehäuseteil und Schließdeckel bei Einwirkung des zweiten Gehäuseteils auf den Beutel könnte grundsätzlich durch Reibschluß zwischen dem ersten Gehäuse­ teil und dem zweiten Gehäuseteil bzw. dem ersten Gehäuseteil und dem Schließdeckel erfolgen. Vorzugsweise läßt sich der Schließdeckel aber in seiner Schließstellung mit dem ersten Gehäuseteil rastieren.
Unter ergonomischen und auch gestalterischen Gesichtspunkten wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Flüssigkeitspumpe in Art einer flachen Muschel gestaltet ist. Diese sollte so ausgebildet sein, daß eine Griffmulde zwischen dem Schließdeckel und dem zweiten Gehäuse­ teil gebildet ist.
Um eine zusätzliche Druckkraft auf den mindestens einen Beutel aus­ zuüben, sollte im zweiten Gehäuseteil eine Bestandteil der Einrich­ tung zum Ausüben der Druckkraft bildende Druckplatte gelagert sein, die das Element zum Einwirken auf die gegenüberliegende Beutelseite darstellt. Diese Druckplatte ist vorzugsweise zentral im zweiten Ge­ häuseteil federgelagert und radial außerhalb der Lagerstelle nach­ giebig gestaltet.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Pumpe sind in den Unteransprüchen beschrieben. Diese betreffen insbesonde­ re die Lagerung und Ausbildung der Druckplatte, eine Einrichtung zur Erfassung zumindest eines definierten Füllzustands des mindestens einen Beutels und die Anordnung mehrerer Beutel innerhalb der Pumpe.
Weitere Merkmale der Erfindung sind in der Beschreibung der Figuren sowie den Figuren selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, daß alle Einzelmerkmale und alle Kombinationen von Einzelmerkmalen erfin­ dungswesentlich sind.
In den Figuren ist die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsformen dargestellt, ohne hierauf beschränkt zu sein. Es stellt dar:
Fig. 1 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Pumpe, ohne Beu­ tel veranschaulicht,
Fig. 2 eine Draufsicht der in Fig. 1 gezeigten Pumpe,
Fig. 3 einen Schnitt gemäß der Linie III-III in Fig. 2, aller­ dings veranschaulicht bei in die Pumpe eingelegtem Beu­ tel,
Fig. 4 eine Ansicht der Pumpe gemäß Fig. 1, allerdings bei auf­ geklapptem zweiten Gehäuseteil und aufgeklapptem Schließ­ deckel,
Fig. 5 eine Ansicht der in Fig. 4 ohne Beutel dargestellten Pumpe, schräg von oben gesehen (ohne Membranring),
Fig. 6 eine räumliche Ansicht der in Fig. 1 gezeigten Pumpe, schräg von unten gesehen,
Fig. 7 eine räumliche Ansicht der in Fig. 1 gezeigten Pumpe, schräg von oben gesehen,
Fig. 8 eine modifizierte Gestaltung der Pumpe, veranschaulicht in einer Schnittdarstellung gemäß Fig. 3,
Fig. 9 eine weitere modifizierte Gestaltung der Pumpe, veran­ schaulicht in einer Schnittdarstellung gemäß Fig. 3,
Fig. 10 eine Ansicht eines Infusionssystems unter Verwendung der mechanisch betriebenen Flüssigkeitspumpe.
Es wird zunächst bezüglich der ersten Ausführungsform der erfin­ dungsgemäßen Pumpe auf die Darstellung der Fig. 1 bis 7 Bezug ge­ nommen. Diese Figuren veranschaulichen den grundsätzlichen Aufbau einer für die Wiederverwertung vorgesehenen Mikropumpe. Obwohl bei dieser Pumpe Flowraten von < 200 ml pro Stunde durchaus denkbar sind, wird als bevorzugtes Anwendungsgebiet eine Flowrate von 0,5 bis 10 ml pro Stunde angesehen.
Die Flüssigkeitspumpe besteht im wesentlichen aus einem ersten, un­ teren Gehäuseteil 1, einem zweiten, mittleren Gehäuseteil 2 sowie einem dritten, oberen Gehäuseteil, das aufgrund seiner Funktion als Schließdeckel 3 bezeichnet ist. Diese Teile sind als Spritzgußteil aus Kunststoff oder Leichtmetall hergestellt. Das erste Gehäuseteil 1 weist beidseitig Scharniere 4 und 5 zur schwenkbaren Aufnahme von zweitem Gehäuseteil 2 und Schließdeckel 3 auf. Die Schwenkachsen der beiden Scharniere 4 und 5 sind parallel angeordnet.
Das erste Gehäuseteil 1 weist, auf die in Fig. 3 bezeichnete Posi­ tion der Teile 1, 2 und 3 bezogen, einen vom zweiten Gehäuseteil 2 weg gerichteten, gewölbten Abschnitt 6 auf, der eine recht große Kreisöffnung 7 umschließt. Die Wölbung ist auf ihrer dem zweiten Ge­ häuseteil 2 zugewandten Seite mit nicht näher veranschaulichten Hal­ terippen für das als Elastomermembran 8 ausgebildete elastische Ele­ ment mit Spannung versehen.
Das zweite Gehäuseteil 2 weist in seinem dem Scharnier 4 zugewandten Bereich einen in Richtung des Abschnittes 6 des ersten Gehäuseteils 1 gerichteten gewölbten Abschnitt 9 und im Bereich des anderen Scharnieres 5 einen vom Abschnitt. 6 weg gerichteten gewölbten Ab­ schnitt 10 auf. Die Wölbung dieses Abschnittes 10 entspricht der Wölbung eines Abschnittes 11 des Schließdeckels 3, so daß dieser in seiner in Fig. 3 gezeigten eingeklappten Stellung flächig am ge­ wölbten Abschnitt 10 des zweiten Gehäuseteils 2 anliegt. Ein unmit­ telbar an das Scharnier 5 angrenzender ebener Abschnitt 12 des Schließdeckels 3 liegt dabei an einem ebenen Abschnitt 13 des zwei­ ten Gehäuseteils 2 an. In dieser Schließstellung ist zwischen einer im zweiten Gehäuseteil 2 federnd gelagerten Druckplatte 14 und dem gewölbten Abschnitt 6 des ersten Gehäuseteils 1 ein Raum zur Aufnah­ me eines Beutels 15 gebildet, der mit einem im Wege einer Infusion zu applizierenden Medikament gefüllt ist. Die vom Beutel 15 aufge­ nommene Flüssigkeit ist mit der Bezugsziffer 16 bezeichnet.
Die Druckplatte 14 ist über einen zentralen Ansatz 17 in einem hül­ senförmigen Ansatz 18 des zweiten Gehäuseteils 2 gegen einen An­ schlag verschieblich gelagert. Hierzu weist der Ansatz 18 im Bereich seines freien Endes eine Verjüngung auf, mit der eine radial über den Ansatz 17 stehende, mittels einer Schraube 19 befestigte Scheibe 20 zusammenwirkt. Den zylindrischen Ansatz 18 umgibt mit Spiel eine Spiraldruckfeder 21, die sich im Bereich des gewölbten Abschnittes 10 des zweiten Gehäuseteils 2 und an der Druckplatte 14 abstützt, somit die Druckplatte 14 in Richtung der Membran 8 vorspannt. Die Druckplatte 14 weist im wesentlichen Kreisquerschnitt auf und ist mit radial angeordneten, sich bis zum äußeren Rand der Druckplatte 14 erstreckenden Schlitzen 32 versehen. Auch die Druckplatte 14 be­ steht aus Kunststoff oder Federstahl.
Die Elastomermembran ist in einen Haltering 22 integriert, so daß diese nach Verschleiß ausgetauscht werden können.
Unter dem Schließdeckel 3 sind beidseitig Rastrippen 23 vorgesehen, die in der Schließstellung des Schließdeckels 3 mit Halterippen 24 am ersten Gehäuseteil 1 zusammenwirken. Das erste Gehäuseteil 1 weist ferner beidseitige Einhängehaken 25 für den oder die beiden Infusionsbeutel 15 bzw. bei noch näher zu beschreibender Doppelinfu­ sion für die Infusionsbeutel auf. Im Bereich des der Beutelaufhän­ gung abgewandten Endes des jeweiligen Beutels weist das erste Gehäu­ seteil 1 beidseitig Klemmrippen 26 für den jeweiligen Infusionsbeu­ telschlauch 27 auf. Im Randbereich des ersten Gehäuseteils 1 sind schließlich beidseitig Ausgangsnuten 28 für die Schläuche vorgese­ hen.
Die Ausführungsform gemäß der Fig. 8 unterscheidet sich von derje­ nigen nach den Fig. 1 bis 7 dadurch, daß zwischen dem gewölbten Abschnitt 10 des Schließdeckels 3 und der Druckplatte 14, zwischen der Feder 21 und den Abschnitt 13 der Schließplatte 3 eine Einrich­ tung 29 für die elektrische Wegabfragung und Alarmgebung kurz vor Infusionsende positioniert ist. Diese Einrichtung ist vorzugsweise batteriebetrieben und erfaßt die Verschiebung der Druckplatte 14 un­ ter Einwirkung der Feder 21 in Richtung der Elastomermembran 8.
Die Ausführungsform gemäß der Fig. 9 veranschaulicht die Anordnung zweier Beutel 15, die nebeneinander liegend zwischen der Druckplatte 14 und der Elastomermembran 8 angeordnet sind. Dies ermöglicht eine Parallelinfusion, wobei der eine Beutel 15 das eine flüssige Medika­ ment, der andere Beutel 15 das zweite flüssige Medikament aufnimmt.
Die erfindungsgemäße Pumpe kann auf einfache Art und Weise gehand­ habt werden: Ausgehend von der in Fig. 4 gezeigten aufgeklappten Stellung wird in das erste Gehäuseteil 1 der Haltering 22 mit der Elastomermembran 8 eingelegt, auf diesen der Beutel 16 bzw. die Beu­ tel 16 plaziert und hierbei der jeweilige Beutel in einen Einhänge­ haken 25 eingehängt. Der vom Beutel 15 abgehende Schlauch 27 wird zwischen die Klemmrippen 26 geklemmt und im Bereich der Ausgangsnut 28 aus dem ersten Gehäuseteil 1 herausgeführt. Dann wird das zweite Gehäuseteil 2 mit der Druckplatte 14 auf den bzw. die Beutel 15 ge­ klappt und schließlich der Schließdeckel 3 in die in Fig. 3 gezeig­ te Schließstellung überführt, in der die Rastrippen 23 und Halterip­ pen 24 rastieren. In der Schließstellung des Schließdeckels 3 .übt die Druckplatte 14 Druck auf die im Beutel 15 befindliche Flüssig­ keit 16 aus und es ist überdies die Elastomermembran 8 in die rela­ tiv große Öffnung 7 des gewölbten Abschnittes 6, der eine Stütz- und Schutzfunktion gegen Verformung und Beschädigung der Membran und des Medikamentenbeutels hat, gedehnt. Mit zunehmender Entleerung des Beutels 15 bewegen sich die Druckplatte 14 und die Elastomermembran 8 aufeinander zu. Ist der Beutel 15 bzw. sind die Beutel 15 weitge­ hend entleert, ist es, um den bzw. die Beutel aus der Pumpe zu ent­ nehmen, nur erforderlich, die Schließplatte 3 im Bereich der gebil­ deten Griffmulde 30 zu ergreifen und vom zweiten Gehäuseteil 2 weg zu schwenken, wobei die Rastverbindung mit dem zweiten Gehäuseteil 2 aufgehoben wird. Es kann dann das zweite Gehäuseteil 2 in seine ge­ öffnete Stellung überführt und der bzw. die Beutel 15 aus dem ersten Gehäuseteil 1 entnommen werden.
Die Fig. 10 zeigt ein Infusionssystem unter Verwendung der erfin­ dungsgemäßen, in den vorherigen Figuren veranschaulichten Flüssig­ keitspumpe 33. Die Abgangsleitung 34 des in das Gehäuse der Flüssig­ keitspumpe 33 eingelegten Beutels 15 ist über einen Schlauch 35 mit einem Y-Stück 36 verbunden, das die Funktion einer Zuspritzstelle aufweist und zuspritzseitig einen Schlauchanschluß 37, ein Filter­ ventil 38 und einen Verschlußkonus 39 aufnimmt. Der Hauptdurchgang des Y-Stückes 36 ist über einen Schlauch 40, dem ein Klips 41 zuge­ ordnet ist, mit einem Luft- und Partikelfilter 42 verbunden. Diesen verbindet ein weiterer Schlauch 43 mit einem Luer-Lock-Verbinder 44, mit dem ein Flowratenregulierventil 45 verbunden ist.

Claims (19)

1. Mechanisch betriebene Flüssigkeitspumpe, insbesondere für medi­ zinische und ernährungsphysilogische Flüssigkeiten, mit minde­ stens einem Beutel zur Aufnahme der Flüssigkeit, einer mit dem Beutel verbundenen Leitung zur Ausgabe der im Beutel befindli­ chen Flüssigkeit aus dem Beutel, sowie einer Einrichtung zum Ausüben einer Druckkraft auf den Beutel zur Ausgabe der Flüs­ sigkeit aus diesem, wobei die Einrichtung zum Ausüben der Druckkraft ein elastisches Element zum Einwirken auf eine Beu­ telseite sowie ein weiteres Element zum Einwirken auf die ge­ genüberliegende Beutelseite aufweist, gekennzeichnet durch ein erstes Gehäuseteil (1) mit beidseitigen Scharnieren (4, 5) zur Aufnahme eines zweiten Gehäuseteils (2) sowie eines Schließdec­ kels (3) für das zweite Gehäuseteil (2), wobei die Einrichtung (1, 2, 8, 14, 22) zum Ausüben der Druckkraft auf den Beutel (15) den beiden Gehäuseteilen (1, 2) zugeordnet ist.
2. Pumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrich­ tung (1, 2, 8, 14, 22) zum Ausüben der Druckkraft einen Spann­ rahmen (22) aufweist, der vom ersten Gehäuseteil (1) aufgenom­ men wird.
3. Pumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Gehäuseteil (1) innerhalb des vom Spannrahmen (22) umschlosse­ nen Bereiches eine Öffnung (7) aufweist, die eine Ausdehnung des elastischen Elements (8) außerhalb des ersten Gehäuseteils (1) gestattet.
4. Pumpe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Spannrahmen (22) der Elastomermembran als Haltering ausgebildet ist, der lose in das erste Gehäuseteil (1) eingelegt ist.
5. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im zweiten Gehäuseteil (2) eine Bestandteil der Einrichtung (1, 2, 8, 14, 22) zum Ausüben der Druckkraft bildende Druck­ platte (14) gelagert ist, die das Element zum Einwirken auf die gegenüberliegende Beutelseite darstellt.
6. Pumpe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Druck­ platte (14) im zweiten Gehäuseteil (2) federgelagert ist, wobei die Druckplatte (14) in Richtung des ersten Gehäuseteils (1) vorgespannt ist.
7. Pumpe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Druck­ platte (14) gegen einen Anschlag (18, 20) vorgespannt ist.
8. Pumpe nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Federlagerung der Druckplatte (14) eine Spiralfeder (21) oder anderes Federelement aufweist.
9. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatte (14) zentral im zweiten Gehäuseteil (2) ge­ lagert und radial außerhalb der Lagerstelle nachgiebig gestal­ tet ist.
10. Pumpe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Druck­ platte (14) im wesentlichen Kreisquerschnitt aufweist und mit radial angeordneten, zumindest im äußeren Randbereich der Druckplatte (14) angeordneten Schlitzen (32) versehen ist.
11. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeich­ net, daß der Schließdeckel (3) Rastelemente (23) zum Rastieren mit komplementären Halteelementen (24) des ersten Gehäuseteils (1) in der Schließstellung des Schließdeckels (3) aufweist.
12. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeich­ net, daß der Schließdeckel (3) mit einer vom zweiten Gehäuse­ teil (2) weg gerichteten Griffmulde (30) versehen ist.
13. Pumpe nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeich­ net, daß die Druckplatte (14) und das erste Gehäuseteil (1) ei­ ne entsprechende Ausrichtung aufweisen.
14. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 13¾ dadurch gekennzeich­ net, daß dem Gehäuseteil (1, 2) und der Schließdeckel (3), in der geschlossenen Position des Schließdeckels (3), in Art einer flachen Muschel angeordnet sind.
15. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeich­ net, daß der Schließdeckel (3) in seiner geschlossenen Position am zweiten Gehäuseteil (2) anliegt und dieses mit einem Schnapprand überlappt.
16. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeich­ net, daß mehrere Beutel (15, 15), insbesondere zwei Beutel (15, 15) zwischen dem elastischen Element (8) und dem weiteren Ele­ ment (2, 14) angeordnet sind.
17. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeich­ net, daß das erste Gehäuseteil (1) mit Einhängehaken (25) für den bzw. die Beutel (15) und/oder Klemmrippen (26) für mit dem/den Beutel(n) (15) verbundene Schläuche (27) versehen ist.
18. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeich­ net, daß sie mit einer Einrichtung (29) zur Erfassung zumindest eines definierten Füllzustands des Beutels (15) versehen ist.
19. Pumpe nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kammer des zweiten Gehäuseteils (2) die Einrichtung (29) zur Erfassung zumindest des definierten Füllzustands des Beutels (15) auf­ weist, wobei diese Einrichtung (29) eine definierte Position der Druckplatte (14) kurz vor dem Entleeren des Beutels (15) erfaßt.
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