DE10058307A1 - Bremsprobeanlage und Verfahren zur Überprüfung der Funktion von Bremsen in Schienenfahrzeugen - Google Patents

Bremsprobeanlage und Verfahren zur Überprüfung der Funktion von Bremsen in Schienenfahrzeugen

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Abstract

Die Erfindung betrifft eine Bremsprobeanlage zur Prüfung von Druckluftbremsen bei Schienenfahrzeugen, umfassend DOLLAR A 1.1 wenigstens ein zentrales Bremsprobegerät DOLLAR A 1.2 wenigstens eine Zusatzgeräteeinheit. DOLLAR A Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß DOLLAR A 1.3 die Zusatzgeräteeinheit mit dem zentralen Bremsprobegerät verbunden und an das zu prüfende Schienenfahrzeug mittels einer Leitung anschließbar ist, wobei die Zusatzgeräteeinheit DOLLAR A 1.4 Mittel zum Absperren der Luftzufuhr zum zu prüfenden Schienenfahrzeug sowie DOLLAR A 1.5 Drucksensoren umfaßt.

Description

Die Erfindung betrifft eine Bremsprobeanlage zur Prüfung von Druckluftbremsen bei Schienenfahrzeugen mit einem zentralem Bremsprobegerät und wenigstens einer Zusatzgeräteeinheit sowie ein Verfahren zur Prüfung von Druckluftbremsen mit einer derartigen Bremsprobeanlage an einem Schienenfahrzeug.
Bremsprobeanlagen für Schienenfahrzeuge sind beispielsweise aus der DE 37 04 826.0 bekanntgeworden.
Die Bremsprobe- bzw. Bremsprüfanlage gemäß der DE 37 04 826.0 weist durch eine speicherprogrammierbare Steuereinheit ansteuerbare Magnetventile zur Steuerung des zeitlichen und druckmäßigen Ablaufs der Bremsenprüfungen und Anzeigevor­ richtung auf. Nach dem Einschalten werden selbsttätig ein Angleichvorgang, eine Dichtheitsprobe bei gelösten Bremsen, ein Wiederauffüllen, ein Einbremsen, eine Dichtheitsprobe im eingebremsten Zustand und ein Verstärken der Einbremsung ge­ steuert. Nach manueller Abgabe eines Lösebefehls wird gegebenenfalls mit einem dem Druckluftverbrauch angepaßten Niederdruck Füllstoß gelöst und der Hauptluft­ leitungsdruck auf die untere Toleranzgrenze der Regeldruckhöhe eingestellt.
Um den Unfallverhütungsvorschriften zu genügen, ist es erforderlich, daß bei einer Bremsprobeanlage gemäß der DE 37 04 826.0 neben jedem Fahrbereich auf einer Seite ein Bereich vorhanden ist, in den ein Bediensteter vor herannahenden Schie­ nenfahrzeugen ausweichen kann; dieser Bereich wird als Sicherheitsraum bezeich­ net.
Der Sicherheitsraum muß mindestens 2,0 m hoch und bei Fahrgeschwindigkeiten bis 30 km/h mindestens 0,5 m breit, bei Fahrgeschwindigkeiten über 30 km/h und bis 100 km/h mindestens 0,7 m breit sowie bei Fahrgeschwindigkeiten über 100 km/h mindestens 0,8 m breit sein.
Ist der Sicherheitsraum zwischen zwei Fahrbereichen angeordnet, muß er mindes­ tens 0,8 m breit sein.
Die Baubreiten von Bremsprobeanlagen wie beispielsweise aus der DE 37 04 826.0 bekannt, betragen ca. 360 mm. Für den minimalen Gleismittenabstand bei geraden Gleisen ergeben sich dann 4,76 m.
Andererseits beeinflußt die Länge der Druckluftleitung zwischen Bremsprobegerät und dem Wagenzug, d. h. dem Absperrhahn am Wagen, das Ergebnis der Dicht­ heitsprüfung wesentlich. Für den Füllvorgang muß das gesamte Volumen aller Druckluftbehälter am Wagen berücksichtigt werden. Während der Dichtheitsprüfung ist nur das Volumen der Hauptluftleitung (HL) und das Volumen der A-Kammer des Steuerventiles wirksam. Da die Leitung zwischen Bremsprobegerät und Wagenab­ sperrhahn sicher dicht ist, trägt diese Leitung nicht zum Druckabfall bei. Ein Luftver­ lust im Wagenzug wird aus diesem Volumen teilweise ausgeglichen und verfälscht damit das Ergebnis der Dichtheitsprüfung. Ein möglicherweise undichter Zug wird als dicht gewertet. Je länger die Druckluftzuleitung im Verhältnis zur Zuglänge ist, um so stärker wird das Ergebnis verfälscht.
Um diesen Problemen zu begegnen, ist es erforderlich, die Länge zwischen dem Ab­ sperrorgan, d. h. dem Bremsprobegerät und dem Wagenzug, auf 25 m zu begrenzen.
Oftmals reicht aber der Einbauraum zwischen zwei Gleisen nicht aus, um einerseits die maximale Länge der Schlauchleitung zum zu prüfenden Zug von 25 m sicherzu­ stellen und gleichzeitig die Sicherheitserfordernisse zu erfüllen. Insbesondere gibt es bei Rangierbahnhöfen zwar sehr umfangreiche Gleisanlagen, die für den Rangierbe­ trieb auch genützt werden sollen, nicht an allen Gleisen ist aber aus obengenannten Gründen der Einbau einer Bremsprobeanlage möglich.
Aufgabe der Erfindung ist es somit, eine Bremsprobeanlage anzugeben, mit der die oben beschriebenen Nachteile des Standes der Technik überwunden werden kön­ nen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Bremsprobeanlage gemäß An­ spruch 1 gelöst, die ein zentrales Bremsprobegerät und wenigstens eine Zusatzge­ räteeinheit umfaßt, wobei die Zusatzgeräteeinheit Mittel zum Absperren der Luftzu­ fuhr zum zu prüfenden Schienenfahrzeug umfaßt.
Durch eine derartge Anordnung wird sichergestellt, daß wenn der Raum zwischen den Gleisen für die Aufstellung von Bremsprobeanlagen nicht ausreicht, zumindest die Absperreinheit, die während der Dichtheitsprüfung die Luftnachspeisung in die Hauptluftleitung des zu prüfenden Zuges absperrt, so nahe als möglich an der Stelle der Zugprüfung aufgestellt ist und der maximale Abstand der Luftleitung zum zu prüfenden Zug 25 m beträgt.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt die Zusatzgeräteeinheit ein Kolben­ ventil, ein Magnetventil zur Ansteuerung und einen Drucksensor zur Auswertung des Druckabfalles. Vorzugsweise ist das Zusatzgerät in einem kleinen Fundament unter­ halb eines Schlauchständers, der die Zuleitung zum zu prüfenden Zug aufnimmt, eingebaut. Die Pneumatikgeräte sind für den Einsatz im Eisenbahnbereich ausgelegt und damit robust und wartungsarm.
Da für die Dichtheitsprüfung die Schlauchleitung zwischen Absperreinrichtung und Wagenabsperrhahn auf 25 m begrenzt bleiben muß, sind einer Mehrfachausnutzung eines Bremsprobegerätes gemäß dem Stand der Technik durch ein nachgeschalte­ tes Luftverteilungsnetz enge Grenzen gesetzt. Nur sofern die Anschlußpunkte in ei­ nem kleinen Beriech um das Bremsprobegerät liegen, können auch zwei oder meh­ rere Gleise an ein herkömmliches Bremsprobegerät angeschlossen werden.
Durch die erfindungsgemäße Bremsprobeanlage ist es nunmehr möglich eine Viel­ zahl von Gleisen, deren Abstand nicht wie im Stand der Technik einer Grenze unter­ liegt, an ein und dieselbe Bremsprobeanlage anzuschließen.
Für die Auswahl, an welchem Gleis bzw. an welcher Geräteeinheit geprüft werden soll, gibt es erfindungsgemäß zwei Ausgestaltungen.
In einer ersten Ausführungsform erfolgt die Auswahl des Betriebszustandes an ei­ nem Schalter, der am Bremsprobegerät selbst angebracht ist. An dem Schalter kann entweder die Funktion "Füllen/Druck erhalten" gewählt werden oder es wird eine Ge­ räteeinheit bzw. ein Zusatzgerät aktiv geschaltet.
In der Schalterstellung "Füllen" sind alle Kolbenventile der externen Zusatzgeräte bzw. Geräteeinheiten geöffnet. Das Bremsprobegerät stellt einen Betriebsdruck von 4,8 bar in der Hauptluftleitung (HL) ein. Sobald an eine der Anschlußstellen ein Zug angeschlossen wird, dessen Luftsystem nahezu leer ist, wird die Füllroutine ausge­ führt. Dies bedeutet, daß der Fülldruck abhängig vom Luftbedarf des neu ange­ schlossenen Zuges auf bis zu sechs bar angehoben wird. Anschließend wird der Druck innerhalb der Unempfindlichkeit der Steuerventile auf das Sollniveau von 4,8 bar abgesenkt. An einem bereits vorher auf 4,8 bar aufgefüllten Zug werden, sofern nicht der Absperrhahn des Zuges aufgeschlossen wird, die Bremsen durch den statt­ findenden Luftaustausch angelegt.
In diese Stellung kann der Schalter auch nach erfolgter Bremsprüfung gebracht wer­ den, damit noch auftretende Luftverluste ausgeglichen werden.
Für die Durchführung der Bremsprobe wird auf dem Bremsprobegerät mit dem Wahl­ schalter die entsprechende Geräteeinheit bzw. das entsprechende Zusatzgerät akti­ viert. Die Befehle für die Bremsprobe, d. h. "Dichtheitsprüfung", "Bremsen", "Lösen", werden nur akzeptiert, wenn der Wahlschalter in einer Stellung steht. Es ist dann nur das Kolbenventil der ausgewählten Geräteeinheit aktiv.
Auf diese Weise kann ausgeschlossen werden, daß durch Anschließen eines leeren Zuges die Bremsen eines gerade zu prüfenden Zuges angelegt werden.
In einer alternativen Ausführungsform wird an jeder Zusatzgeräteeinheit eine Fern­ betätigung angebracht.
Im Betriebsmodus "Füllen" bzw. "Druck erhalten" des Bediengerätes sind alle Kol­ benventile geöffnet und es können mehrere Züge parallel gefüllt werden. Das Ende des Füllvorganges wird auf der Fernbetätigung angezeigt. Durch Betätigen bei­ spielsweise eines Tasters oder Schalters kann nur ein Zusatzgerät für die Brems­ prüfung ausgewählt werden.
In diesem Betriebszustand ist nur das Kolbenventil am ausgewählten Zusatzgerät aktiv, alle anderen Kolbenventile sind abgeschaltet. In diesem Betriebszustand wer­ den dann die Befehle für die Bremsprobe ("Dichtheitsprüfung", "Bremsen", "Lösen") akzeptiert.
Nach dem Ende der Bremsprobe wird das ausgewählte Zusatzgerät wieder freigege­ ben. Es kann jetzt ein anderes Zusatzgerät aktiviert werden.
Die Erfindung soll anhand der Zeichnungen beispielhaft beschrieben werden.
Es zeigen:
Fig. 1 und 2 den Einbau eines Bremsprobegerätes gemäß dem Stand der Technik zwischen zwei Gleisen
Fig. 3 die Zusatzgeräteeinheit der erfindungsgemäßen Bremsprobeanlage
Fig. 4 eine Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Bremsprobeanlage mit Zusatzgeräteeinheit
Fig. 5 eine erfindungsgemäße Bremsprobeanlage mit mehreren Zusatzgeräteein­ heiten
Fig. 6 ein erfindungsgemäßes zentrales Bremsprobegerät mit Vorwahlschalter
Fig. 7 eine Fernbetätigung, die am mit dem Zusatzgerät verbundenen Schlauch­ ständer angeordnet ist.
In Fig. 1 ist der Aufstellpunkt eines Bremsprobegerätes 1 zwischen zwei zu prüfen­ den Schienenfahrzeugen 3.1, 3.2 dargestellt. Bei den zu prüfenden Schienenfahr­ zeugen sind die Grenzlinien der Fahrzeuge gezeigt. Der Abstand D zwischen dem Bremsprobegerät 1 und den Schienenfahrzeugen 3.1, 3.2 beträgt jeweils 0,5 m.
In Fig. 2 ist die in Fig. 1 dargestellte Bremsprobeanlage 1 gemäß dem Stand der Technik nochmals dargestellt. Ganz entscheidend ist, daß der Abstand zwischen dem Bremsprobegerät 1 und dem zu prüfenden Wagenzug, der vorliegend mit der Bezugsziffer GL gekennzeichnet ist, maximal 25 m beträgt.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, muß hierzu der zu prüfende Zug in der Nähe der Bremsprobeanlage 1 abgestellt werden.
In Fig. 3 ist eine Ausführungsform einer Zusatzgeräteeinheit, wie Sie, die erfin­ dungsgemäße Bremsanlage umfasst, dargestellt. Die Zusatzgeräteeinheit 10 um­ fasst die eine Absperreinheit, die während der Dichtheitsprüfung die Luftnachspei­ sung in die Hauptluftschaltung des zu prüfendes Zuges absperrt, dargestellt. Die Zu­ satzgeräteeinheit 10 umfasst ein Kolbenventil 12, ein Magnetventil 14 zur Ansteue­ rung und einen Drucksensor 16 zur Auswertung des Druckabfalles. Das Zusatzgerät 10 kann in einem kleinen Fundament beispielsweise unterhalb eines Schlauchstän­ ders, der die Schlauchleitung mit der der zu prüfende Zug an die Zusatzgeräteeinheit angeschlossen wird, aufnimmt, eingebaut werden. Mit der Zusatzgeräteeinheit 10 ist es möglich, das zentrale Bremsprobegerät 1 an einem Ort weiter als 25 m vom zu prüfenden Zug entfernt aufzustellen. Bei der Dichtheitsprüfung wird die Luftzufuhr bei einem derartigen Aufbau durch das Kolbenventil 12 der Zusatzgeräteeinheit 10 ab­ gesperrt. Der Druckabfall während der Dichtheitsprüfung wird vom Drucksensor 16 der Zusatzgeräteeinheit 10 erfaßt und über eine elektrische Verbindungsleitung an das zentrale Bremsprobegerät 1 übermittelt.
In Fig. 4 ist die Anordnung des zentralen Bremsprobegerätes 1 sowie der Zusatzge­ räteeinheit 10 analog zur Darstellung des Standes der Technik in Fig. 2 für eine Bremsprobeanlage gezeigt. Das zentrale Bremsprobegerät 1 ist entfernt von der Zusatzgeräteeinheit 10 angeordnet. Der Abstand zwischen der Zusatzgeräteeinheit 10 und dem zu prüfenden Schienenfahrzeug 3.1 beträgt maximal 25 m. Die Zusatzge­ räteeinheit 10 ist in einem Fundament unterhalb der Gleisanlage angeordnet, bevor­ zugt nahe einem Schlauchständer 20, auf den der Druckluftschlauch 22, der die lei­ tende Verbindung zwischen dem Zug 3.1 und dem Zusatzgerät 10 darstellt, aufgewi­ ckelt werden kann. Das Zusatzgerät 10 wiederum ist über Luftleitung 24 mit dem zentralen Bremsprobegerät 1 verbunden. Die Luftabsperrung erfolgt wie zuvor be­ schrieben durch das Kolbenventil des Zusatzgerätes 10.
Das zentrale Bremsprobegerät ist in der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform als Bremsprobegerät mit Funkfernsteuerung 26 ausgestaltet.
In Fig. 5 ist eine erfindungsgemäße Bremsprobeanlage mit mehreren Zusatzgerä­ ten 10, die zwischen einer Vielzahl von Rangiergleisen angeordnet sind, gezeigt. Das zentrale Bremsprobegerät 1 ist zwischen den Gleisen 30.1 und 30.2 angeordnet. Insgesamt umfaßt die in Fig. 5 dargestellte Bremsanlage drei Zusatzgeräteeinhei­ ten 10.1, 10.2 sowie 10.3, die über eine gemeinsame Luftleitung 24 mit dem Brems­ probegerät 1 verbunden sind. Zu jedem der Zusatzgeräte 10.1, 10.2 sowie 10.3 füh­ ren elektrische Steuerleitungen 32.1, 32.2 sowie 32.3.
Wie aus Fig. 5 deutlich hervorgeht, ist es mit der erfindungsgemäßen Anordnung erstmals möglich, mit einem einzigen zentralen Bremsprobegerät 1 an entfernter lie­ genden Gleisen 30.3, 30.4, 30.5 sowie 30.6 eine Bremsprobe durchzuführen, ohne daß zwischen diesen Gleisen das Aufstellen eines eigenen Bremsprobegerätes er­ forderlich ist.
Um nun mit der erfindungsgemäßen Anlage eine Dichtigkeitsprüfung durchzuführen, ist es erforderlich, sicherzustellen, daß bei der Mehrfachnutzung des Bremsprobege­ rätes während der Bremsprüfung nur ein Zug am Bremsprobegerät angeschlossen ist. Für die Auswahl, an welchem Zusatzgerät 10.1, 10.2, 10.3 bzw. Schlauchständer geprüft werden soll, gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit be­ steht darin, den Betriebszustand sowie die Zusatzgeräteeinheit direkt am zentralen Bremsprobegerät auszuwählen. Ein zentrales Bremsprobegerät zur Auswahl des jeweiligen Zusatzgerätes ist in Fig. 6 dargestellt. Das Bremsprobegerät 1 umfaßt einen Schalter 40 mit vier Positionen 1, 2, 3 und 4 für beispielsweise vier an das zentrale Bremsprobegerät angeschlossene Zusatzgeräte sowie der Position "Füllen". In der Schalterstellung "Füllen" sind alle Kolbenventile der Zusatzgeräteeinheiten 10.1, 10.2 sowie 10.3 geöffnet. Das Bremsprobegerät stellt einen Betriebsdruck von 4,8 bar in der Hauptluftleitung (HL) ein. Sobald an eine der Anschlußstellen ein Zug angeschlossen wird, dessen Luftsystem nahezu leer ist, wird die Füllroutine ausge­ führt. Dies bedeutet, daß der Fülldruck abhängig vom Luftbedarf des neu ange­ schlossenen Zuges auf bis zu 6 bar angehoben wird. Anschließend wird der Druck innerhalb der Unempfindlichkeit der Steuerventile auf das Sollniveau von 4,8 bar ab­ gesenkt. An einem bereits vorher auf 4,8 bar aufgefüllten Zug werden, sofern nicht der Absperrhahn des Zuges geschlossen wird, die Bremsen durch den stattfinden­ den Luftaustausch angelegt.
Für die Durchführung der Bremsprobe wird durch entsprechendes Einstellen des Wahlschalters 40 auf eine der Ziffern 1, 2, 3 oder 4 die entsprechende Zusatzgeräte­ einheit aktiviert. Die Befehle für die Bremsprobe, nämlich Dichtheitsprüfung, Bremsen oder Lösen werden nur dann akzeptiert, wenn der Auswahlschalter 40 in einer der Stellungen 1 bis 4 steht. Durch die Auswahl mit Hilfe des Wahlschalters 40 wird das Kolbenventil der ausgewählten Zusatzgeräteeinheit aktiviert. Auf diese Art und Weise kann ausgeschlossen werden, daß durch Anschließen eines leeren Zuges die Brem­ sen eines zu geraden prüfenden Zuges angelegt werden.
Um die Wege für das Prüfpersonal, die bei Durchführen der Bremsprobe an ver­ schiedenen Stellen und damit Zusatzgeräten die entsprechende Auswahl immer am Wahlschalter 40 der zentralen Bremsprobegeräteeinheit vornehmen müssen, zu re­ duzieren, ist in einer vorteilhaften weiteren Ausführungsform vorgesehen, die Zu­ satzgeräteeinheit sowie die zentrale Bremsprobeeinheit mit einer Fernbetätigung auszustatten und mit Hilfe dieser Fernbetätigung die jeweilige Zusatzgeräteeinheit auszuwählen und zu aktivieren. Standardmäßig ist bei einer derartigen Ausfüh­ rungsform das zentrale Bremsprobegerät im Betriebsmodus "Füllen". Dies bedeutet, daß alle Kolbenventile der Zusatzgeräteeinheiten geöffnet sind und mehrere Züge parallel gefüllt werden. Das Ende des Füllvorganges wird in einer besonders bevor­ zugten Ausführungsform auf einer Fernbetätigung 50 des jeweiligen Zusatzgerätes angezeigt. Eine derartige Fernbetätigung 50 ist in Fig. 7 gezeigt. Deutlich zu erken­ nen der Taster 52 mit Anzeigeeinrichtung, die dann aufleuchtet, wenn der Füllvor­ gang abgeschlossen ist. Sobald die Anzeigeeinrichtung des Tasters 52, die den Abschluß des Füllvorganges anzeigt, aufleuchtet, kann eine Zusatzgeräteeinheit 10.1, 10.2, 10.3 durch Drücken auf den Prüftaster 54 ausgewählt werden. Sobald die Auswahl vorgenommen wird, blinkt die Meldelampe 56 "Aktiv/Besetzt" der Fernbetä­ tigung 50 des jeweiligen, ausgewählten Zusatzgerätes 10.1, während die Meldelam­ pen 50 der Fernbetätigungen der üblichen Zusatzgeräte 10.2, 10.3 auf Dauerlicht schalten, womit signalisiert wird, daß an einem der Anschlüsse eine Bremsprobe durchgeführt wird. In diesem Betriebszustand ist nur das Kolbenventil am ausge­ wählten Zusatzgerät aktiv, alle anderen Kolbenventile sind abgeschaltet. Aussschließlich in diesem Betriebszustand werden die Befehle für die Bremsprobe, nämlich Dichtheitsprüfung, Bremsen, Lösen akzeptiert. Nach dem Ende der Brems­ probe muß das ausgewählte Zusatzgerät wieder freigegeben werden. Dies wird durch Drücken des Tasters 52 mit Anzeigeeinrichtung, der sogenannten "Füllen"- Taste der Fernbetätigung 50 durchgeführt. An allen Fernbetätigungen erlischt wieder der Leuchtmelder 56 "Aktiv/Besetzt" und es kann das nächste Zusatzgerät aktiviert werden. Der Vorteil einer dezentralen Auswahl liegt darin, daß es nicht notwendig ist, zur Aktivierung unterschiedlicher Zusatzgeräte 10.1, 10.2, 10.3 eine Auswahl am entfernt liegenden zentralen Bremsprobegerät 1 zu treffen.
Mit der Erfindung wird erstmals eine Bremsanlage angegeben, bei der Bremsprüfun­ gen an Schienenfahrzeugen, insbesondere Zügen im großen Abstand von einem zentralen Bremsprobegerät vorgenommen werden können.
Bezugszeichenliste
1
Bremsprobegerät
3.1
,
3.2
Schienenfahrzeug
10
,
10.1
,
10.2
,
10.3
Zusatzgeräteeinheit
12
Kolbenventil
14
Magnetventil
16
Drucksensor
20
Schlauchständer
22
Druckluftschlauch
24
Luftleitung
26
Funkfernsteuerung
30.1, 30.2, 30.3, 30.4, 30.5, 30.6, Gleise
32.1, 32.2, elektrische
32.3
Steuerleitungen
40
Positionsauswahlschalter am zentralen Bremsprobegerät
50
Fernbetätigung
52
Taster mit Anzeigeeinrichtung
54
Prüftaster
56
Meldelampe Aktiv/Besetzt
D Abstand Bremsprobegerät-Schienenfahrzeug
GL Abstand Bremsprobegerät - zu prüfendes Schienenfahrzeug (Schlauchlänge)

Claims (10)

1. Bremsprobeanlage zur Prüfung von Druckluftbremsen bei Schienenfahr­ zeugen, umfassend
  • 1. 1.1 wenigstens ein zentrales Bremsprobegerät (1)
  • 2. 1.2 wenigstens eine Zusatzgeräteeinheit (10.1, 10.2, 10.3), dadurch gekennzeichnet, daß
  • 3. 1.3 die Zusatzgeräteeinheit (10.1, 10.2, 10.3) mit dem zentralen Bremsprobege­ rät (1) verbunden und an das zu prüfende Schienenfahrzeug (3.1, 3.2) mit­ tels einer Leitung (22) anschließbar ist, wobei die Zusatzgeräteeinheit (10.1, 10.2, 10.3)
  • 4. 1.4 Mittel zum Absperren der Luftzufuhr zum zu prüfenden Schienenfahrzeug sowie
  • 5. 1.5 Drucksensoren (16) umfaßt.
2. Bremsprobeanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Absperren der Luftzufuhr ein Kolbenventil (12) und ein Mag­ netventil (14) zur Ansteuerung umfassen.
3. Bremsprobeanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) derart angeordnet ist, daß die Länge der Leitung (22) vom Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) zum zu prüfenden Schie­ nenfahrzeug (3.1, 3.2) höchstens 30 m, insbesondere höchstens 25 m be­ trägt.
4. Bremsprobeanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) zwischen zwei Gleisen (30.1, 30.2, 30.3, 30.4, 30.5, 30.6) einer Gleisanlage angeordnet ist.
5. Bremsprobeanlage gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zentrale Bremsprobegerät (1) Mittel zum Durchführen der nachfolgen­ den Funktionen
Füllen
Angleichen
Schnellbremsung
Dichtheitsprüfung
Bremsen
Lösen
der Druckluftbremse des zu prüfenden Schienenfahrzeuges (3.1, 3.2) um­ fasst.
6. Bremsprobeanlage gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsprobeanlage (1) eine Vielzahl von Zusatzgeräten (10.1, 10.2, 10.3) umfasst und das zentrale Bremsprobegerät (1) eine Auswahleinrich­ tung (40) zur Auswahl genau eines der Vielzahl von Zusatzgeräten.
7. Bremsprobeanlage gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das zentrale Bremsprobegerät (1) eine Fernsteuerung (26) umfasst.
8. Bremsprobeanlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsprobeanlage eine Vielzahl von Zusatzgeräten (10.1, 10.2, 10.3) umfasst, wobei jedes Zusatzgerät eine Fernbetätigung (50) aufweist, die mit der Fernsteuerung (26) des zentralen Bremsprobegerätes kommunziert und mit der das jeweilige Zusatzgerät ausgewählt werden kann.
9. Verfahren zur Prüfung von Druckluftbremsen mit einer Bremsprobeanlage gemäß Anspruch 6, umfassend die nachfolgenden Schritte:
  • 1. 9.1 am zentralen Bremsprobegerät (1) wird zur Durchführung einer Prüfung der Druckluftbremse eines Schienenfahrzeuges (3.1, 3.2) das diesem Schienenfahrzeug zugeordnete Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) ausgewählt und aktiviert
  • 2. 9.2 es wird mindestens einer der nachfolgenden Befehle
    Dichtheitsprüfung
    Bremsen
    Lösen
    der Druckluftbremse des diesem Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) zugeordne­ ten Schienenfahrzeuges (3.1, 3.2) durchgeführt.
10. Verfahren zur Prüfung von Druckluftbremsen mit einer Bremsprobeanlage gemäß Anspruch 8, umfassend die nachfolgenden Schritte
  • 1. 10.1 ein Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) wird ausgewählt und der Auswahlbefehl mit Hilfe einer am Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) angeordneten Fernbetäti­ gung an die zentrale Steuereinheit übermittelt
  • 2. 10.2 das zentrale Bremsprobegerät (1) sperrt aufgrund des Auswahlbefehles alle anderen mit dem Bremsprobegerät (1) verbundenen Zusatzgeräte (10.1, 10.2, 10.3)
  • 3. 10.3 es wird mindestens einer der nachfolgenden Befehle
    Dichtheitsprüfung
    Bremsen
    Lösen
    an der Druckluftbremse des dem ausgewählten Zusatzgerät (10.1, 10.2, 10.3) zugeordneten Schienenfahrzeuges (3.1, 3.2) durchgeführt.
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