DE10104860C1 - Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofiles aus zwei aufeinanderliegenden Platinen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofiles aus zwei aufeinanderliegenden PlatinenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofils aus zwei aufeinanderliegenden Platinen, welche in einem aus zwei Matrizen bestehenden Innenhochdruckumformwerkzeug mittels fluidischem Innenhochdruck aufgeweitet werden. Um die Herstellung eines faltenfreien Hohlprofils zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, daß aus der Matrize mit geringerer Tiefe nächstliegenden Platine lokale dem Formraum der Matrize zugewandte Wölbungen während der Aufweitung durch Zusammenwirken des Aufweitdruckes mit in den Formraum einstehenden, vorzugsweise vom Matrizengrund ausgehenden Formelementen bleibend ausgeformt werden und/oder daß aus der der Matrize mit größeren Tiefe nächstliegenden Platine lokale Wölbungen vor dem Aufweitvorgang ausgeformt und während des Aufweitvorganges glattgezogen werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Hohlprofiles aus zwei aufeinanderliegenden Platinen gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Ein gattungsgemäßes Verfahren ist aus der DE 197 09 513 A1 be
kannt. Dort werden zwei aufeinander liegende Platinen aufge
zeigt, die randseitig verschweißt sind. In diesem Zustand wer
den sie in ein eine Obermatrize und eine Untermatrize beinhal
tendes Innenhochdruckumformwerkzeug eingelegt und zwischen Nie
derhaltern an ihrem verschweißten Rand, der nun einen Flansch
bildet, eingeklemmt. Anschließend wird ein fluidischer Innen
hochdruck zwischen die Platinen eingebracht, durch den diese
auseinandergetrieben werden, bis sie sich an die Kontur der
Matrizen formgetreu anlegen. Dabei fließt bei einer bestimmten
steuerbaren Klemmkraft Platinenmaterial aus dem Flanschbereich
in die Matrizen, um starke Blechausdünnungen bzw. Risse zu ver
meiden. Die gezeigten Matrizen sind einander spiegelsymmetrisch
zur in der Teilungsfuge des Umformwerkzeuges liegenden Ebene
ausgebildet.
Sind die beiden zumindest reibschlüssig miteinander verbundenen
Matrizen jedoch nicht spiegelsymmetrisch ausgebildet und ist
eine von beiden flacher, d. h. mit im wesentlichen geringerer
Matrizentiefe ausgebildet, tritt bei der Aufweitung ein die
konturgetreue Ausformung störender Effekt auf. Dadurch, daß in
die Matrize geringerer Tiefe das eine Blech zusammen mit dem
zweiten Blech, welches in die Matrize mit höherer Tiefe ein
läuft, nachläuft, entsteht in ersterer ein Überschuß an Material.
der sich in einem unkontrollierten Faltenwurf äußert, der
sich nicht einebnen läßt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes
Verfahren dahingehend weiterzubilden, daß die Herstellung eines
faltenfreien Hohlprofiles ermöglicht wird.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspru
ches 1 gelöst.
Aufgrund der in die flachere Matrize hineinstehenden Formele
mente und dem fluidischen Aufweitdruck wird das im Vergleich
zur der tieferen Matrize zugeordneten Platine überschüssige
Platinenmaterial, das normalerweise den Faltenwurf ausbildet,
während der Aufweitung zur Ausbildung von Wölbungen zur Verfü
gung gestellt. Die Ausbildung von Falten wird dadurch verhin
dert. Des weiteren können alternativ oder zusätzlich schon vor
der Innenhochdruckumformung in der Platine, die der tieferen
Matrize zugeordnet ist, Wölbungen eingeformt sein. Neben dem
Vorteil, daß dadurch das Druckfluid mit geringerem Aufwand und
schneller zwischen die beiden Platinen eingeleitet werden kann,
besitzt die Platine im Vergleich zur Platine der flacheren Mat
rize mehr Material im Formraum. Bei der Aufweitung werden die
die Wölbungen ausgebeult und die Platine quasi glattgezogen,
wobei die größere Tiefe der Matrize hinsichtlich der flacheren
Matrize durch das Mehr an Platinenmaterial ausgeglichen wird,
so daß beide Platinen an der Stirnseite ihrer Matrize in etwa
gleichzeitig zur formgetreuen Anlage kommen. Der Arbeitsprozeß
wird dadurch verkürzt, womit neben der höheren Arbeitseffizienz
erreicht wird, daß nicht mehr Platinenmaterial als unbedingt
notwendig bei der der flacheren Matrize zugeordneten Platine
eingezogen wird, so eine Faltenbildung vermieden wird.
Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung können den Unteran
sprüchen entnommen werden; im übrigen ist die Erfindung anhand
zweier in den Zeichnungen dargestellter Ausführungsbeispiele
nachfolgend näher erläutert; dabei zeigt:
Fig. 1 in einem Querschnitt einen nach einem erfidnungsgemäßen
Verfahren umgeformten Hohlkörper mit Wölbungen in der in der
flacheren Matrize liegenden Platine,
Fig. 2 in einem Querschnitt einen nach einem erfindungsgemäßen
Verfahren in der Umformung begriffenen Hohlkörper mit Wölbungen
in der der tieferen Matrize zugewandten Platine.
In Fig. 1 ist ein Hohlprofil 1 dargestellt, das aus zwei auf
einanderliegenden Platinen 2 und 3 gebildet ist. Die beiden
Platinen 2, 3 können randseitig miteinander verschweißt sein o
der reibschlüssig einander kontaktieren, wobei die Steuerung
der Preßkraft der zur Herstellungsvorrichtung gehörenden und
die Platinen 2, 3 am einen Flansch bildenden Rand 4 einklemmen
den Niederhalter 5 und 6 entsprechend ausgelegt sein muß, damit
der Einzug des Flansches 4 in den von einer oberen Matrize 7
und einer unteren Matrize 8 eines Innenhochdruckumformwerkzeu
ges gebildeten Formraum 9 kontrolliert vonstatten geht. Die un
tere Matrize 8 ist tiefer ausgestaltet als die obere Matrize 7.
Um den erwartbaren Faltenwurf durch die Ungleichheit der Matri
zentiefen zu vermeiden, weist die obere Matrize 7 an ihrer
Stirnseite 10 lokal konvexe Erhebungen 11 auf, die in den Form
raum 9 einstehen. Nach Einbringen eines unter Hochdruck stehen
den Druckfluides zwischen die Platinen 2 und 3 werden diese
auseinandergetrieben, d. h. aufgeweitet und damit ein zweischa
liges Hohlprofil 1 erzeugt. An die Erhebungen 11 wird die
nächstliegende Platine 2 durch den fluidischen Aufweitdruck an
gepreßt, wobei aus dem Schalenboden 12 der Platine 2 forment
sprechende Wölbungen 13 bleibend ausgeformt werden. Die Platine
2 erhält dadurch eine größere Oberfläche, wodurch sich aus dem
Flanschbereich überschüssig nachfließendes Platinenmaterial
verteilen kann und damit eine Faltenbildung unterbunden wird.
Während der Anlage der Platine 2 an die Stirnseite 10 der Mat
rize 7 legt sich auch die Platine 3 an die ebene Stirnseite 14
der Matrize 8 konturkonform an. Die Wölbungen 13 können punktu
ell nach Art von Noppen gestaltet sein oder wie hier in vorteilhafter
Weise als rinnenartige Sicken, die für das Hohlpro
fil 1 Versteifungsrippen bilden. Die entsprechend ausgebildeten
Formelemente darstellenden Erhebungen 11 können alternativ zur
der gezeigten einstückigen Ausführung auch die Stirnseiten von
gesteuert verfahrbaren Stempeln sein, die, angepaßt an die auf
grund einer Verwendung unterschiedlich tiefer Matrizen 8 von
Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich stark auszuwölbende
Materialmenge, mehr oder weniger weit in den Formraum 9 hinein
stehen.
Fig. 2 zeigt eine Alternative zur Ausführungsform nach Fig. 1.
Abweichend von dieser sind dort in der der Matrize 8 mit größe
ren Tiefe nächstliegenden Platine 3 lokale Wölbungen 15 vorge
formt. Dies kann in verfahrenstechnisch vorteilhafter Weise
durch Pressen oder Walzen und muß vor dem Aufweitvorgang erfol
gen. Erst dananch werden die Platinen 2 und 3 aufeinandergelegt
und in das Umformwerkzeug eingebracht. Die Verwendung eines
Prägeverfahrens wäre zwar auch denkbar, jedoch geht dieses Ver
fahren mit einer Wanddickenverringerung einher, die der Prozeß
sicherheit beim fluidischen Aufweiten mit Innenhochdruck ab
träglich ist. Die Wölbungen 15 sind in ihrer Ausbildung so be
messen, daß das durch sie zusätzlich zur Verfügung gestellte
Platinenmaterial bei der Aufweitung den in der flacheren Matri
ze 7 für die Platine 2 zur Anlage kürzeren Weg kompensiert, so
daß beide Platinen 2 und 3 in etwa zur gleichen Zeit zur Anlage
an ihren zugeordneten Matrizen 7, 8 gelangen. Die Platine 3 wird
dabei während des Aufweitvorganges ausgebeult und glattgezogen.
Die Wölbungen 15 sind ebenfalls vorzugsweise durch Sicken ge
bildet. Um eine möglichst formgetreue Anlage der Platine 3 an
der Matrizenkontur zu gewährleisten, ist es förderlich im we
sentlichen in demjenigen Bereich der Platine 3 die Wölbungen 15
auszuformen, der während der aufweitenden Umformung der Stirn
seite 14 der Matrize 8 gegenüberliegt.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofiles aus zwei auf
einanderliegenden Platinen, welche in einem aus zwei Matrizen
bestehenden Innenhochdruckumformwerkzeug mittels fluidischem
Innenhochdruck aufgeweitet werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß aus der der Matrize (7) mit geringerer Tiefe nächstliegen den Platine (2) lokale dem Formraum (9) des Umformwerkzeuges zugewandte Wölbungen (13) während der Aufweitung durch Zusam menwirken des Aufweitdruckes mit in den Formraum (9) einstehen den, vorzugsweise von der Stirnseite (10) der Matrize (7) aus gehenden Formelementen (11) bleibend ausgeformt werden und/oder
daß aus der der Matrize (8) mit größeren Tiefe nächstliegenden Platine (3) lokale Wölbungen (15) vor dem Aufweitvorgang ausge formt und während des Aufweitvorganges glattgezogen werden.
daß aus der der Matrize (7) mit geringerer Tiefe nächstliegen den Platine (2) lokale dem Formraum (9) des Umformwerkzeuges zugewandte Wölbungen (13) während der Aufweitung durch Zusam menwirken des Aufweitdruckes mit in den Formraum (9) einstehen den, vorzugsweise von der Stirnseite (10) der Matrize (7) aus gehenden Formelementen (11) bleibend ausgeformt werden und/oder
daß aus der der Matrize (8) mit größeren Tiefe nächstliegenden Platine (3) lokale Wölbungen (15) vor dem Aufweitvorgang ausge formt und während des Aufweitvorganges glattgezogen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wölbungen (13, 15) durch Sicken gebildet werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Falle des Erzeugens von Wölbungen (15) bei der der Mat
rize (8) mit größeren Tiefe nächstliegenden Platine (3) die
Wölbungen (15) im wesentlichen in demjenigen Bereich der Plati
ne (3) ausgeformt werden, der während der aufweitenden Umfor
mung der Stirnseite (14) der Matrizen (8) gegenüberliegt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Falle des Erzeugens von Wölbungen (15) bei der der Mat
rize (8) mit größeren Tiefe nächstliegenden Platine (3) die
Ausformung der Wölbungen (15) durch Pressen oder Walzen er
folgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001104860 DE10104860C1 (de) | 2001-02-03 | 2001-02-03 | Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofiles aus zwei aufeinanderliegenden Platinen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001104860 DE10104860C1 (de) | 2001-02-03 | 2001-02-03 | Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofiles aus zwei aufeinanderliegenden Platinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10104860C1 true DE10104860C1 (de) | 2002-02-07 |
Family
ID=7672718
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2001104860 Expired - Fee Related DE10104860C1 (de) | 2001-02-03 | 2001-02-03 | Verfahren zur Herstellung eines Hohlprofiles aus zwei aufeinanderliegenden Platinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10104860C1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2005053871A1 (de) * | 2003-12-06 | 2005-06-16 | Daimlerchrysler Ag | Verfahren zur herstellung eines hohlprofils |
| DE102007002364B3 (de) * | 2007-01-16 | 2008-08-21 | Audi Ag | Verfahren zur Auslegung von mittels des Innenhochdruck-Umformverfahrens (IHU) zu kalibrierenden Halbzeugen |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19709513A1 (de) * | 1997-03-09 | 1998-09-10 | Kleiner Matthias Prof Dr Ing | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Formteilen aus miteinander verbundenen Blechzuschnitten |
-
2001
- 2001-02-03 DE DE2001104860 patent/DE10104860C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19709513A1 (de) * | 1997-03-09 | 1998-09-10 | Kleiner Matthias Prof Dr Ing | Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Formteilen aus miteinander verbundenen Blechzuschnitten |
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| WO2005053871A1 (de) * | 2003-12-06 | 2005-06-16 | Daimlerchrysler Ag | Verfahren zur herstellung eines hohlprofils |
| DE102007002364B3 (de) * | 2007-01-16 | 2008-08-21 | Audi Ag | Verfahren zur Auslegung von mittels des Innenhochdruck-Umformverfahrens (IHU) zu kalibrierenden Halbzeugen |
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Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70327 STUTTGART, DE |
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Owner name: DAIMLER AG, 70327 STUTTGART, DE |
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