DE10128334A1 - Verfahren und Vorrichtung zur gleichzeitigen Beleuchtung von Objekten für die Interferometrische Speckle Shearografie mit verschiedenen Sensitivitätsvektroren aus unabhängig voneinander eingesetzten Strahlquellen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur gleichzeitigen Beleuchtung von Objekten für die Interferometrische Speckle Shearografie mit verschiedenen Sensitivitätsvektroren aus unabhängig voneinander eingesetzten StrahlquellenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Beleuchtungsmethode für die Shearografie unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen für die Beleuchtung von gekrümmten Bauteilen mit nicht kooperativen bzw. (matt) glänzenden oder metallischen Oberflächen. Hierdurch wird insbesondere der Einsatz der shearografischen zerstörungsfreien Prüfung ohne spezielle Maßnahmen zur Vermeidung von Reflexionen durch besondere Oberflächenbehandlung mit diffus reflektierenden Farben usw. möglich. Zugleich wird das Objekt aus verschiedenen Winkeln mit mehreren Quellen und wahlweise überlagerten Bereichen beleuchtet, so dass die Intensitäten auch der Objektoberflächenkrümmungen und dessen Reflexionseigenschaften angepasst werden können.
Description
Der Vorteil der shearografischen Verfahren (Speckle-Pattern-Shearing-Interferometrie,
abgekürzt Shearografie,) i. a. liegt in der Einfachheit und der relativen Unempfindlichkeit
gegen äußere Einflüsse, z. B. mechanische Schwingungen der Messapparatur. Es lassen
sich sowohl in-plane Dehnungen als auch out-of-plane Neigungen ermitteln. Das Verfahren
der in-plane Dehnungsmessung wurde in P 4446887.3 ausführlich beschrieben. Zu diesen
hier angeführten Veröffentlichungen sei angemerkt, dass auch hier mehrere
Beleuchtungsrichtungen bzw. die sich daraus ergebenen Sensitivitätsvektoren genutzt
werden. In keinem Fall erfolgt jedoch die Beleuchtung aus verschiedenen Richtungen
gleichzeitig. Shearografische Verfahren und die zu ihrem Verständnis notwendigen
mathematischen Grundlagen sind dem Fachmann allgemein bekannt (DE 28 06 845 C, DE
40 36 120 A1, Y. Y. Hung in "Shearography: A Novel and Practical Approach for
Nondestructive Inspection", Journal of Nondestructive Evaluation, Vol. 8, No. 2, 1989, S. 55-67
und Y. Y. Hung, A. J. Durelli in "Simultaneous Measuring of Three Displacement
Derivatives Using a Multiple Image-Shearing Interferometric Camera", Journal of Strain
Analysis, Vol. 14, No. 3, 1979, S. 81-88).
Zur Vermeidung von Wiederholungen werden alle genannten Dokumente hiermit
ausdrücklich zum Gegenstand der Offenbarung der vorliegenden Anmeldung gemacht.
Zur Beobachtung von Objektoberflächen für die Dehnungs- und Neigungsmessung (in-plane
und out-of-plane) mittels der Speckle-Pattern-Shearing-Interferometrie, abgekürzt
Shearografie, wird die zu untersuchende Objektoberfläche mit kohärentem Licht
(Laserstrahl) beleuchtet. Das hierzu kohärente Licht wird bisher nur aus Strahlquellen mit
gleichen bzw. nahezu gleichen Beleuchtungswinkeln auf das Objekt gerichtet, so dass ein
einheitlicher, bestimmter Sensitivitätsvektor zur Auswertung zur Verfügung steht. Bei der
zerstörungsfreien Bauteilanalyse wird hier die Beleuchtungsquelle i. d. R. nahe an der Kamera
angeordnet, so dass sich die Beleuchtungsrichtung nahezu parallel bzw. identisch mit der
optischen Achse ergibt. Hierdurch können die nicht diffus sondern direkt an der
Objektoberfläche reflektierten Strahlen in die Kamera gelangen und so eine lokale
Überbelichtung gegenüber dem restlichen Bildbereich erzeugen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, dass
bei der shearografischen Messung die Beleuchtung durch Laserlicht nicht wie sonst üblich
durch einen einheitlichen Beleuchtungswinkel (Sensitivität) pro Intensitätsregistrierung der
Shearografie-Kamera, sondern hier gleichzeitig mit unabhängig arbeitenden Strahlquellen
unter unterschiedlichen Beleuchtungswinkeln gearbeitet wird. Das neuartige Verfahren und
Vorrichtung benötigt insbesondere für die qualitative Analyse z. B. im Bereich der
zerstörungsfreien Prüfung keine genau definierten und gleichen Beleuchtungswinkeln für
mehrere Beleuchtungen, so dass eine oder mehrere für sich jeweils kohärente aufgeweitete
oder flächenhafte Strahlquellen gleichzeitig von mehreren Richtungen bzw.
Beleuchtungsrichtungen - somit unterschiedliche Sensitivitätsvektoren - die
Objektoberfläche beleuchten können. Die beleuchteten Bereiche können sich hierbei
wahlweise vollständig oder nur bereichsweise überlappen.
Vorteil hierbei ist, dass sich die auf der Bildebene aufgrund der (diffusen) Reflexion an der
Objektoberfläche ergebende Intensitäten speziell in Abhängigkeit der Kontur der zu
prüfenden Objektoberfläche (z. B. gekrümmte oder ebene Fläche) angepasst und eine
gleichmäßige Ausleuchtung erreicht werden kann. Dabei wirkt sich der zusätzliche
Freiheitsgrad in Form der Beleuchtungsrichtung dahingehend günstig aus, dass die
Einfallswinkel der Strahlen von der Beleuchtungsquelle an die jeweiligen Punkte der
Objektoberfläche des Prüfbereichs so gerichtet werden können, dass die jeweiligen
korrespondierenden idealen Ausfallswinkel bezüglich der örtlichen Oberflächennormale nicht
direkt in die Bildebene des Sensors (Kamera) gerichtet sind und so direkte Strahlungen und
Reflexionen in die Kamera und die damit verbundenen Überbelichtung im Verhältnis zum
übrigen Teil der Objektoberfläche vermieden werden. Darüber hinaus können auch die
einzelnen Lichtquellen der einzelnen Beleuchtungsrichtungen unabhängig voneinander
arbeitende nicht kohärente Strahlquellen sein und somit beispielsweise durch mehrere
einzelne Laserdioden realisiert werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 bis 4.
Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 schematisch ein Verfahren und Vorrichtung zur Ermittlung der Ableitung von in-plane
und out-of-plane Verformungsanteilen, wobei hier beispielgebend eine konvex als auch eine
konkav gekrümmte Oberfläche ober- und unterhalb der Symmetrieachse gezeigt wird.
Fig. 2 zeigt schematisch im Gegensatz dazu den Aufbau von bekannten, bisher genutzten,
konventionellen Verfahren und Vorrichtung mit nur einer Beleuchtungsrichtung. Im
Gegensatz zum Fall in Fig. 1 wird hier das Licht bei glänzenden Oberflächen direkt in die
Kamera reflektiert.
Das Verfahren und Vorrichtung nach Fig. 1 stellt eine Draufsicht einer
Zweistrahlbeleuchtungsmethode dar, das sich aus einem Messkopf (1), dem
Beobachtungsfeld (2) bzw. (8) und einer Strahlquellenhalterung (3) einer Shearografie-
Messeinrichtung zusammensetzt. Der Messkopf (1) beinhaltet die notwendigen allseits
bekannten Bauelemente, die hier nicht näher bezeichnet werden. An der
Strahlquellenhalterung (3) werden die zur Messung notwendigen Strahlquellen (4) und (5),
die kohärentes Licht aussenden, befestigt. Ihre Ausrichtung erfolgt unter einem frei
eingestellten Beleuchtungswinkel auf das zu untersuchende Objekt. Der Beobachtungsstrahl
(6) und (7) wird dabei von der Objektoberfläche (9) bzw. (10) reflektiert und über das
Beobachtungsfeld (2) registriert. Der Messkopf (1) verarbeitet anschließend die Intensitäten
des reflektierten Lichtstrahls nach dem bekannten shearografischen Prinzip.
Neu im Sinne des Verfahrens und Vorrichtung stellt nun die gleichzeitige Nutzung mehrerer
kohärenten Lichtquellen (Laserlicht) mit unterschiedlichen Beleuchtungswinkeln dar,
wodurch mit unterschiedlichen Sensitivitätsvektoren gearbeitet wird. Dadurch können sich
die beleuchteten Teilbereiche des zu überprüfenden Objektausschnittes sich wahlweise
vollständig überschneiden oder auch entsprechend mehr oder weniger überlappen und somit
eine Anpassung an die Reflexionseigenschaften der Oberfläche in Abhängigkeit der
Oberflächenbeschaffenheit und Krümmung erfolgen. Die sich daraus ergebende Intensität
der reflektierenden Lichtstrahlen kann somit einfach der zu prüfenden Objektoberfläche
angepasst werden, so dass sich aus Sicht der Shearografiekamera eine gleichmäßige
Ausleuchtung erreicht wird. Hierbei können nicht nur ebene, sondern auch konvexe (9) sowie
konkave (10) Objektoberflächen geprüft werden.
Durch die Variabilität der Beleuchtungswinkel untereinander können somit die Einfallswinkel
der Strahlen von der Beleuchtungsquelle an die jeweiligen Punkte der Objektoberfläche des
Prüfbereichs so gerichtet werden, dass die jeweiligen korrespondierenden idealen
Ausfallswinkel bezüglich der örtlichen Oberflächennormale nicht direkt in die Bildebene des
Sensors (Kamera) gerichtet sind und so direkte Strahlungen vermieden werden.
Die Beleuchtung an gekrümmten Bauteilen mit nicht kooperativen bzw. (matt) glänzenden
oder metallischen Oberflächen für die shearografische zerstörungsfreie Prüfung wird
dadurch, ohne das zur Vermeidung von Reflexionen eine diffuse Oberfläche durch
besondere Oberflächenbehandlung erzeugt werden muss, möglich.
Zur Realisierung dieses Verfahrens und Vorrichtung können die einzelnen Lichtquellen der
einzelnen Beleuchtungsrichtungen auch unabhängig voneinander arbeitende nicht kohärente
Strahlquellen sein und somit beispielsweise durch mehrere einzelne Laserdioden realisiert
werden. Dies stellt zur Realisierung eines Meßsystems eine wichtige und
kostenreduzierende Eigenschaft dar.
Claims (4)
1. Verfahren und Vorrichtung zur Beleuchtung von Objekten für die interferometrische
Speckle Shearografie, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere für sich
jeweils kohärente aufgeweitete oder flächenhafte Strahlquellen gleichzeitig von
mehreren Richtungen bzw. Beleuchtungsrichtungen - somit unterschiedliche
Sensitivitätsvektoren - die Objektoberfläche beleuchten, die beleuchteten
Teilbereiche des zu überprüfenden Objektausschnittes sich wahlweise vollständig
überschneiden können oder auch entsprechend mehr oder weniger überlappen, so
dass die Beleuchtung bzw. sich daraus auf der Bildebene ergebende Intensität
speziell der Kontur der zu prüfenden Objektoberfläche (z. B. gekrümmte oder ebene
Fläche) angepasst und eine gleichmäßige Ausleuchtung erreicht werden kann.
2. Verfahren und Vorrichtung zur Beleuchtung von Objekten für die interferometrische
Speckle Shearografie nach Anspruch 1, vorzugsweise dadurch gekennzeichnet,
dass die Beleuchtungswinkel entsprechend so gewählt werden können, dass die
Einfallswinkel der Strahlen von der Beleuchtungsquelle an die jeweiligen Punkte der
Objektoberfläche des Prüfbereichs so gerichtet sind, dass die jeweiligen
korrespondierenden idealen Ausfallswinkel bezüglich der örtlichen
Oberflächennormale nicht direkt in die Bildebene des Sensors (Kamera) gerichtet
sind und so direkte Strahlungen vermieden werden.
3. Verfahren und Vorrichtung zur Beleuchtung von Objekten für die interferometrische
Speckle Shearografie nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch
gekennzeichnet, dass die einzelnen Lichtquellen der einzelnen
Beleuchtungsrichtungen auch unabhängig voneinander arbeitende nicht kohärente
Strahlquellen sein können und somit beispielsweise durch mehrere einzelne
Laserdioden realisiert werden können.
4. Verfahren und Vorrichtung zur Beleuchtung von Objekten für die interferometrische
Speckle Shearografie nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch
gekennzeichnet, dass die Beleuchtung an gekrümmten Bauteilen mit nicht
kooperativen bzw. (matt) glänzenden oder metallischen Oberflächen für die
shearografische zerstörungsfreie Prüfung möglich wird, ohne dass zur Vermeidung
von Reflexionen eine diffuse Oberfläche durch Sprühkreide erzeugt werden muss.
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Cited By (4)
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|---|---|---|---|---|
| EP1473539A1 (de) * | 2003-04-28 | 2004-11-03 | Steinbichler Optotechnik Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zur Messung der Form und/oder der Verfomung eines Objektes, insbesondere durch Interferenzmessung |
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2001
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| DE102007009825B4 (de) * | 2007-02-28 | 2013-05-08 | Steinbichler Optotechnik Gmbh | Verwendung einer Vorrichtung zur optischen Prüfung der Oberfläche eines Objekts |
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