DE10133020A1 - Vorrichtung zur Qualitätskontrolle von Leder oder aneren folienartigen Materialien - Google Patents

Vorrichtung zur Qualitätskontrolle von Leder oder aneren folienartigen Materialien

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Abstract

Eine Vorrichtung zur Qualitätskontrolle von Leder oder anderen folienartigen Materialien mit einem Auflagetisch (13) für das Material, der eine Einrichtung (17, 18) zur Klemmung des Materials an mindestens zwei beabstandeten Stellen und eine anhebbare Form (20) zur Spannung des Materials zwischen den Klemmstellen aufweist, wobei die Klemmeinrichtung aufblasbare Schläuche (17, 18) aufweist, die im aufgeblasenen Zustand jeweils das Material zwischen sich und einem Gegendruckbalken einspannen.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Qualitätskontrolle von Leder oder anderen folienartigen Materialien mit einem Auflagetisch für das Material, der eine Einrichtung zur Klemmung des Materials an mindestens zwei beabstandeten Stellen und eine anhebbare Form zur Spannung des Materials zwischen den Klemmstellen aufweist.
  • Solche Vorrichtungen sind in der Möbel-, Bekleidungs- und Automobilindustrie insbesondere zur Qualitätskontrolle von Leder im Einsatz. Die gegerbten Häute werden mit der anhebbaren Form des Auflagetischs gespannt, sodass Materialfehler wie Narben, Schwächungsstellen, Farbabweichungen und dergleichen sichtbar werden. Die bisher bekannten Auflagetische sind dazu mit zwei quer angeordneten Balken versehen, die anhebbar und absenkbar sind. Bei angehobenen Balken wird das Material von der Rückseite des Auflagetisches zunächst durch den ersten Balken und dann durch den zweiten Balken hindurchgefädelt, was ein relativ zeitraubender Vorgang ist. Anschließend werden die Balken mit einer Zweihandbedienung abgesenkt, wodurch das Material auf dem Tisch festgeklemmt wird. Um ein Herausziehen des Leders unter den Balken beim Spannen des Materials durch die anhebbare Form zu verhindern, sind auf dem Auflagetisch gegenüber den Balken mit Noppen versehene Gummiabschnitte vorgesehen, die eine große Reibung mit dem geklemmten Leder erzeugen. Bei dünnen Materialien kommt es dabei jedoch zu störenden Abdrücken der Gumminoppen im Material. Im angehobenen Zustand der Balken ist außerdem der Abstand zwischen Balken und Auflagetisch derart, dass es beim Weiterziehen des Materials zur Untersuchung des nächsten Materialabschnittes zu Überwerfungen des Materials kommen kann. Die Betätigung der Balken erfolgt zudem über seitliche Zylinder. Trotz Zweihandbedienung kann es dabei zu Verletzungen kommen.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten, dass eine einfachere und sicherere Bedienung unter Vermeidung von Beschädigungen des zu prüfenden Materials möglich ist.
  • Die Aufgabe wird mit einer Vorrichtung zur Qualitätskontrolle von Leder oder anderen folienartigen Materialien mit einem Auflagetisch für das Material, der eine Einrichtung zur Klemmung des Materials an mindestens zwei beabstandeten Stellen und eine anhebbare Form zur Spannung des Materials zwischen den Klemmstellen aufweist, gelöst, die erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, dass die Klemmeinrichtung aufblasbare Schläuche aufweist, die im aufgeblasenen Zustand jeweils das Material zwischen sich und einem Gegendruckbalken einspannen.
  • Diese Schläuche sorgen für eine konstante Kraftverteilung, sodass das Material beim Klemmen nicht beschädigt wird, wie dies seither durch die Gumminoppen der Fall war. Vorteilhafterweise kann außerdem der Abstand zwischen den Schläuchen und den Gegendruckbalken derart gewählt sein, dass bei drucklosen Schläuchen das Material zwischen den Schläuchen und den Gegendruckbalken hindurchgezogen werden kann, ohne dass es zu Überwerfungen des Materials kommt. Dies erleichtert das Bearbeiten großer Häute oder langer Materialbahnen, da nach dem Weiterbefördern des Materials unter der Klemmeinrichtung hindurch kein erneutes Glattstreichen des Materials erforderlich ist.
  • Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Gegendruckbalken oder die Schläuche an einem Schwenkrahmen angeordnet sind, der vorzugsweise an der hinteren Längsseite der Vorrichtung schwenkbar gelagert ist. Bei einer solchen Anordnung der Schläuche oder Gegendruckbalken entfällt das mühsame Einfädeln des Materialanfangs unter zwei Balken hindurch, wie es bei den bisher bekannten Vorrichtungen erforderlich ist. Der Schwenkrahmen ermöglicht außerdem das Beschicken der Vorrichtung von der Vorderseite aus, während bisher der Materialanfang stets von der Rückseite der Vorrichtung her eingefädelt werden musste.
  • Außerdem kann unter dem Auflagetisch eine sich von der Vorderbis zur Rückseite des Auflagetisches erstreckende Vorrats- und Auffangwanne für das Material angeordnet sein. Bisher sind zwei getrennte Wannen im Bereich der Vorder- und der Rückseite des Auflagetisches vorgesehen. Zum Beschicken der Vorrichtung mit neuem Material musste dies in die hintere Wanne eingelegt werden, was jedoch nur von der Rückseite der Vorrichtung her möglich war. Eine durchgehende Wanne erlaubt hingegen das Beschicken von der Vorderseite der Vorrichtung aus. Auch das Vor- und Zurücktransportieren des Materials über den Auflagetisch zur Nachkontrolle oder aus anderen Gründen wird durch eine durchgehende Wanne unter dem Auflagetisch erleichtert.
  • Zusätzliche Vorteile hinsichtlich einer leichten Bedienbarkeit lassen sich auch dadurch erzielen, dass die Form auf einem seitlich geführten Balgzylinder angeordnet sein kann. Die bisher eingesetzten starren Zylinder hatten den Nachteil, dass bei außermittiger Auflage des Materials Verkantungen der Form durch die unsymmetrische Belastung aufgetreten sind. Wird dagegen ein seitlich geführter Balgzylinder zur Bewegung der Form eingesetzt, sind außermittige Belastungen der Form durch das Material problemlos möglich, ohne dass es zu Verkantungen kommen könnte.
  • Bei der Kontrolle von Leder wird dieses insbesondere auch auf Schwächungsstellen und Farbabweichungen hin untersucht. Damit diese Schwächungsstellen und Farbabweichungen noch besser als bisher erkannt werden können, kann die Form zum Durchleuchten des Materials mit Beleuchtungseinrichtungen versehen sein. Der Kontrollvorgang des Materials wird dadurch erleichtert und beschleunigt.
  • Nachfolgend wird eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand der Zeichnungen näher beschrieben.
  • Es zeigen:
  • Fig. 1 eine Ansicht von vorn auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung;
  • Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung aus Fig. 1;
  • Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Seitenansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 mit geöffnetem Schwenkrahmen;
  • Fig. 4 eine vergrößerte Detailansicht aus Fig. 3;
  • Fig. 5 eine vergrößerte Detailansicht der Darstellung aus Fig. 3 im Bereich der Spannform.
  • Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 10 zur Qualitätskontrolle von Leder oder anderen vergleichbaren Materialien mit einem insbesondere auch aus den Fig. 2 und 3 ersichtlichen Schwenkrahmen 11, der an einem Drehpunkt 12 (Fig. 2, Fig. 3) im hinteren Bereich der Vorrichtung 10 angeordnet ist. Der Schwenkrahmen 11 verschwenkt gegen einen Auflagetisch 13 für das zu prüfende Material, wobei der Auflagetisch 13 geneigt an einem Gestell 14 angeordnet ist. Am Schwenkrahmen 11 sind zwei sich über die gesamte Breite der Vorrichtung 10 erstreckende Gegendruckbalken 15 und 16 angeordnet, die zusammen mit zwei aus den Fig. 3 und 4 ersichtlichen aufblasbaren Schläuchen 17 und 18 eine Klemmvorrichtung für das zu untersuchende Material bilden. Am vorderen Ende des Schwenkrahmens 11 sind Handgriffe 19 zum Öffnen und Schließen des Rahmens 11 angeordnet. Zwischen den beiden Gegendruckbalken 15 und 16 befindet sich eine anhebbare Form 20, die das Material zwischen den beiden durch die Gegendruckbalken 15 und 16 definierten Klemmstellen spannt.
  • Fig. 2 zeigt die Vorrichtung aus Fig. 1 in der Seitenansicht bei geschlossenem Schwenkrahmen 11. Der Schwenkrahmen wird dabei mittels einer Verriegelungsvorrichtung 21 am Auflagetisch 13 befestigt. Unter dem Auflagetisch 13 befindet sich eine durchgehende Materialvorrats- und Auffangwanne 22. Von hier aus wird das Material bei der in Fig. 3 gezeigten geöffneten Stellung des Schwenkrahmens 11 über die Form 20 gezogen und anschließend der Schwenkrahmen 11 geschlossen. In diesem Zustand, d. h. bei entspannten Schläuchen 17 und 18, kann das Material in seiner Lage noch korrigiert werden. Nach dem Aufblasen der Schläuche 17 und 18 jedoch wird das Material zwischen den Schläuchen 17 und 18 und den Gegendruckbalken 15 und 16 am Schwenkrahmen 11 eingespannt. Dabei erfolgt eine konstante Druckbelastung entlang der gesamten Länge der Schläuche auf das Leder, wodurch sich in diesem keine störenden Einprägungen ergeben. Nach dem Klemmen des Materials kann die Form 20 angehoben werden. Wie Fig. 5 zeigt, ist die Form 20 dazu an einem Balgzylinder 23 angeordnet. Der Balgzylinder 23 wird seitlich durch Führungselemente 24 geführt, sodass auch eine außermittige Belastung der Form 20 ohne ein Verkanten möglich ist. Die Oberfläche 20.1 der Form 20 bildet eine Prüffläche für das Leder. Auf ihr liegt das zwischen den Klemmstellen gespannte Leder auf. Die Prüffläche 20.1 kann vorzugsweise mit Beleuchtungseinrichtungen versehen sein, sodass ein Durchleuchten des zu prüfenden Materials möglich ist. Eine Fehlerkontrolle wird dadurch wesentlich erleichtert.

Claims (6)

1. Vorrichtung zur Qualitätskontrolle von Leder oder anderen folienartigen Materialien mit einem Auflagetisch (13) für das Material, der eine Einrichtung (15, 16; 17, 18) zur Klemmung des Materials an mindestens zwei beabstandeten Stellen und eine anhebbare Form (20) zur Spannung des Materials zwischen den Klemmstellen (15, 17; 16, 18) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung (15, 17; 16, 18) aufblasbare Schläuche (17, 18) aufweist, die im aufgeblasenen Zustand jeweils das Material zwischen sich und einem Gegendruckbalken (15, 16) einspannen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen den Schläuchen (17, 18) und den Gegendruckbalken (15, 16) derart gewählt ist, dass bei drucklosen Schläuchen (17, 18) das Material zwischen den Schläuchen (17, 18) und den Gegendruckbalken (15, 16) hindurchgezogen werden kann, ohne dass es zu Überwerfungen des Materials kommt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegendruckbalken (15, 16) oder die Schläuche (17, 18) an einem Schwenkrahmen (11) angeordnet sind, der vorzugsweise an der hinteren Längsseite der Vorrichtung (10) schwenkbar gelagert ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass unter dem Auflagetisch (13) eine sich von der Vorder- bis zur Rückseite des Auflagetischs (13) erstreckende Vorrats- und Auffangwanne (22) für das Material angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (20) auf einem seitlich geführten Balgzylinder (23) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (20) zum Durchleuchten des Materials mit Beleuchtungseinrichtungen versehen ist.
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