DE10161384A1 - Verbessertes Verfahren für die Herstellung von (/Poly)-isocyanaten in der Gasphase - Google Patents

Verbessertes Verfahren für die Herstellung von (/Poly)-isocyanaten in der Gasphase

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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von (Poly-)isocyanaten in der Gasphase mit optimierter Vermischung der Reaktanden.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von (Poly-)isocyanaten in der Gasphase mit optimierter Vermischung der Reaktanden.
  • Es ist bereits bekannt, dass bei Gasphasenreaktionen die gute Vermischung der Reaktanden eine wichtige Rolle bei der Erzielung hoher Umsätze und Selektivitäten spielt. Beispiele sind die Gasphasenphosgenierung von aromatischen oder (cyclo-)aliphatischen polyfunktionellen Aminen. Bei einem kontinuierlichen Verfahren werden üblicherweise die Edukte gasförmig in einen Reaktor eingebracht, wie dies in verschiedenen Patentanmeldungen beschrieben ist (z. B. EP-A 676 392, EP-A 570 799, EP-A 289 840, EP-A 749 958). Die Vermischung der Reaktionspartner soll innerhalb einer Zeit von bis zu 0,5 Sekunden bis zu einem Segregationsgrad von 10-3 erfolgen. Segregationsgrad ist ein Maß für die Unvollständigkeit der Vermischung (EP-A 570 799).
  • Die Methoden zur Durchführung kurzer Mischzeiten sind im Prinzip bekannt. Geeignet sind Mischaggregate mit bewegten oder statischen Mischorganen. Bevorzugt sind statische Mischorgane. Für die Konstruktion statischer Mischorgane ist eine Reihe verschiedener Realisierungsmöglichkeiten denkbar, z. B. die Verwendung von aus der Verbrennungstechnik bekannten Düsen, Glattstrahldüsen oder Venturidüsen.
  • Nachteile vieler Konstruktionen sind hoher Druckverlust oder eine Anordnung, die zu nicht ausreichend schneller Vermischung oder zu Rückvermischung in der Mischzone selbst oder im Reaktionsraum führt. Hoher Druckverlust im Mischorgan bedingt einen erhöhten Aufwand bei der Vorbereitung der gasförmigen Edukte. Mit höherem Druck ist auch eine erhöhte Siedetemperatur verbunden. Dies kann beim Verdampfen der Edukte thermische Schädigung und damit Bildung von Nebenprodukten zur Folge haben. Nicht ausreichend schnelle Vermischung oder Rückvermischung können zu erhöhter Verweilzeit eines Teils der Edukte und Produkte und damit zu unerwünschten Parallel- oder Folgereaktionen führen. Eine andere Folge unzureichender Vermischung ist unter Umständen eine ungleichmäßige Temperaturverteilung im Reaktor. Damit kann es Stellen im Reaktor geben, die übermäßig heiß sind, was zu einer verstärkten thermischen Zersetzung der Produkte führt. Zersetzungsprodukte bilden festen Rückstand, der sich an der Reaktorwand ablagert. In diesem Fall ist es üblich, den Reaktor mit einem Inliner auszurüsten, der bei Verkrustung ausgewechselt werden kann, so dass die Reinigung des Reaktors wesentlich erleichtert ist.
  • Es wurde nun gefunden, dass die bekannten Nachteile minimiert werden können, wenn man als Mischorgan eine Düse mit genau spezifizierten Maßen verwendet, die koaxial in ein Rohr eingebaut ist, das unmittelbar in den Reaktionsraum mündet. Die Vermischung der Edukte findet unmittelbar hinter dem Düsenaustritt statt. Fig. 1 stellt ein erfindungsgemäßes Mischorgan mit Düse schematisch dar. Bei diesen Mischungen erfolgt die Anordnung derart, dass zwei gasförmige Edukte zur Reaktion gebracht werden und diese parallel einen Reaktor des Durchmessers D (s. Fig. 1) durchströmen. Dabei wird ein Edukt E1 (s. Fig. 1) über eine Düse mit dem Öffnungsdurchmesser d zentral in einen Strom des Eduktes E2 (s. Fig. 1) eingebracht (wobei die Gasgeschwindigkeit von E1 groß ist gegenüber der Gasgeschwindigkeit von E2).
  • Es wurde gefunden, dass es eine spezifische Geometrie von Mischorgan und Reaktor, eine Düsenanordnung mit einem bestimmten Durchmesserverhältnis d/D (s. Fig. 1) gibt, bei der die Einflüsse aus Druckverlust im Strom des eingedüsten Eduktes und Mischungsgüte in der Reaktionszone einen optimalen Betrieb des Reaktors gestatten. Für die Gasphasenreaktion von Aminen mit Phosgen zu Isocyanaten im erfindungsgemäßen Verfahren hat sich ergeben, dass die Zuführung von Amin zentral in einen Phosgenstrom über eine Düse, die einen kleinsten Durchmesser von 5 bis 45%, vorzugsweise 10 bis 25% des Durchmessers des Reaktors besitzt, besonders vorteilhaft ist.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Diisocyanaten und Triisocyanaten der allgemeinen Formel (I)

    R(NCO)n (I),

    in welcher
    R für einen (cyclo)aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 15 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise 4 bis 13 Kohlenstoffatomen, steht, mit der Maßgabe, dass zwischen zwei NCO-Gruppen mindestens 2 Kohlenstoffatome angeordnet sind und
    n für die Zahl 2 oder 3 steht,
    durch Phosgenierung der entsprechenden Diamine und/oder Triamine der allgemeinen Formel (II)

    R(NH2)n (II),

    in welcher
    R für einen (cyclo)aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 1 S. vorzugsweise 4 bis 13 Kohlenstoffatomen steht, mit der Maßgabe, dass zwischen zwei Aminogruppen mindestens zwei Kohlenstoffatome angeordnet sind und
    n für die Zahl 2 oder 3 steht,
    dadurch gekennzeichnet, dass die dampfförmigen Di- und/oder Triamine, gegebenenfalls verdünnt mit einem Inertgas oder mit den Dämpfen eines inerten Lösungsmittels, und Phosgen getrennt auf Temperaturen von 200°C bis 600°C erhitzt, durch ein statisches Mischorgan mit genau spezifizierter Geometrie, wobei die beiden gasförmigen Edukte parallel einen Reaktor des Durchmessers D durchströmen, wobei ein Edukt E1 über eine Düse mit dem Öffnungsdurchmesser d zentral in einen Strom des Eduktes E2 eingebracht wird, wobei die Gasgeschwindigkeit von E 1 groß ist gegenüber der Gasgeschwindigkeit von E2 und das Amin durch die Düse fließt, während Phosgen durch den Ringraum um die Düse zugeführt wird und das Verhältnis von engstem Düsendurchmesser d zu Reaktordurchmesser D im Bereich von 5% bis 45% liegt, gemischt und kontinuierlich in einem Reaktionsraum ohne sich bewegende Teile zur Reaktion gebracht werden.
  • Im erfindungsgemäßen Verfahren werden Diisocyanate und/oder Triisocyanate aus den entsprechenden Diaminen und/oder Triaminen hergestellt.
  • Vorzugsweise werden im erfindungsgemäßen Verfahren Diisocyanate der Formel (III)

    ONC-R-NCO (III),

    in welcher
    R die bei Formel (I) angegebene Bedeutung hat,
    durch Phosgenierung vorzugsweise von Diaminen der Formel (IV)

    H2N-R-NH2 (IV),

    in welcher
    R die bei Formel (II) angegebene Bedeutung hat,
    hergestellt.
  • Als Triisocyanat der Formel (I) wird im erfindungsgemäßen Verfahren vorzugsweise 1,8-Diisocyanato-4-(isocyanatomethyl)octan, Triisocyanatononan, TIN, hergestellt.
  • Typische Beispiele geeigneter aliphatischer Diamine sind z. B. in der EP-A 0 289 840, geeigneter aliphatischer Triamine in EP-A 749 958 genannt.
  • Bevorzugt werden Isophorondiamin (IPDA), Hexamethylendiamin (HDA) und Bis(p-aminocyclohexyl)methan.
  • Typische Beispiele geeigneter aromatischer Diamine sind die reinen Isomeren oder die Isomerengemische des Diaminobenzols, des Diaminotoluols, des Diaminodimethylbenzols, des Diaminonaphthalins sowie des Diaminodiphenylmethans, bevorzugt sind 2,4/2,6-Toluylendiamin-Gemische der Isomerenverhältnisse 80/20 und 65/35 oder das reine 2,4-Toluylendiamin-Isomere.
  • Als Triamine wird vorzugsweise 1,8-Diamino-4-(aminomethyl)octan, Triaminononan eingesetzt.
  • Die Ausgangsamine der Formel (II) werden vor der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verdampft und auf 200°C bis 600°C, vorzugsweise 250°C bis 450°C erhitzt und gegebenenfalls verdünnt mit einem Inertgas wie Ne, He, Ar oder mit den Dämpfen eines inerten Lösungsmittels dem Reaktor zugeführt.
  • Das bei der Phosgenierung verwendete Phosgen wird vor Einspeisung in den Reaktor mit dem Durchmesser D (s. Fig. 1) auf eine Temperatur von 200°C bis 600°C, vorzugsweise 250°C bis 450°C erhitzt.
  • Die beiden gasförmigen Edukte durchströmen parallel einen Reaktor des Durchmessers D (vergl. Fig. 1). Dabei wird ein Edukt E1 (s. Fig. 1) über eine Düse mit dem Öffnungsdurchmesser d (s. Fig. 1) zentral in einen Strom des Eduktes E2 (s. Fig. 1) eingebracht, (wobei die Gasgeschwindigkeit von E1 groß ist gegenüber der Gasgeschwindigkeit von E2). Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren fließt das Amin durch die Düse, während Phosgen durch den Ringraum um die Düse zu geführt wird. Das Verhältnis von engstem Düsendurchmesser d zu Reaktordurchmesser D liegt bevorzugt im Bereich von 5% bis 45% und besonders bevorzugt im Bereich 10% bis 25%.
  • Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt im allgemeinen der Druck in den Zuleitungen zum Reaktionsraum bei 200 mbar bis 3000 mbar und am Ausgang des Reaktionsraumes bei 150 mbar bis 2000 mbar, wobei durch Aufrechterhaltung eines geeigneten Differenzdruckes eine Strömungsgeschwindigkeit innerhalb des Reaktionsraumes von mindestens 3 m/s, vorzugsweise mindestens 6 m/s und besonders bevorzugt 10 m/s bis 120 m/s Sorge getragen wird. Unter diesen Voraussetzungen herrschen innerhalb des Reaktionsraumes im allgemeinen turbulente Strömungsverhältnisse vor.
  • Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind:
    • a) eine gleichmäßige Reaktionszone unter Vermeidung von hot spots,
    • b) eine geringe Nebenproduktbildung und
    • c) die Vermeidung von festen Ablagerungen an der Reaktorwand.
    Beispiel Beispiel 1
  • In ein Mischrohr mit nachgeschalteter Diisocyanatkondensationsstufe und dieser nachfolgenden Isocyanataufarbeitung strömen kontinuierlich durch eine Düse, die in das Mischrohr hineinragt, Isophorondiamin (IPDA), Phosgen und Stickstoff in einem molaren Verhältnis von 1 : 4 : 0,1 (s. Fig. 1). Die Edukte werden getrennt voneinander in vorgeschalteten Wärmetauschern verdampft und auf eine Temperatur von 320°C gebracht. Ein Gemisch aus Stickstoff und IPDA (E1, s. Fig. 1) strömt durch die Düse, Phosgen (E2, s. Fig. 1) im Ringraum um die Düse. Das Verhältnis der Durchmesser von Düse und Reaktionsraum beträgt 0,18 : 1. Der Druck in der Reaktionszone liegt geringfügig oberhalb des Atmosphärendrucks. Die Strömungsgeschwindigkeit des Reaktionsgemisches nach der Düse beträgt ca. 20 m/s. Das Reaktionsprodukt Isophorondiisocyanat (IPDI) wird nach Verlassen des Reaktors kondensiert, damit von überschüssigem Phosgen und dem Nebenprodukt Chlorwasserstoff getrennt und anschließend einer Reinigung zugeführt. Die Ausbeute an IPDI bezogen auf das eingesetzte IPDA beträgt 98,8% der Theorie. Die gewählte Anordnung erlaubt einen sehr gleichmäßigen Betrieb. Der Reaktor weist nach zweiwöchiger Betriebsdauer keine nennenswerte Verschmutzung auf.

Claims (6)

1. Verfahren zur Herstellung von Diisocyanaten und/oder Triisocyanaten der allgemeinen Formel (I)

R(NCO)n (I),

in welcher
R für einen (cyclo)aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 15 Kohlenstoffatomen steht, mit der Maßgabe, dass zwischen zwei NCO-Gruppen mindestens 2 Kohlenstoffatome angeordnet sind und
n für die Zahl 2 oder 3 steht,
durch Phosgenierung der entsprechenden Diamine und/oder Triamine der allgemeinen Formel (II)

R(NH2)n (II)

in welcher
R für einen (cyclo)aliphatischen oder aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 15, vorzugsweise 4 bis 13 Kohlenstoffatomen steht, mit der Maßgabe, dass zwischen zwei Aminogruppen mindestens zwei Kohlenstoffatome angeordnet sind und
n für die Zahl 2 oder 3 steht,
dadurch gekennzeichnet, dass die dampfförmigen Diamine, gegebenenfalls verdünnt mit einem Inertgas oder mit den Dämpfen eines inerten Lösungsmittels, und Phosgen getrennt auf Temperaturen von 200°C bis 600°C erhitzt, durch ein statisches Mischorgan mit genau spezifizierter Geometrie, wobei die beiden gasförmigen Edukte parallel einen Reaktor des Durchmessers D durchströmen, wobei ein Edukt E1 über eine Düse mit dem Öffnungsdurchmesser d zentral in einen Strom des Eduktes E2 eingebracht wird, wobei die Gasgeschwindigkeit von E1 groß ist gegenüber der Gasgeschwindigkeit von E2 und das Amin durch die Düse fließt, während Phosgen durch den Ringraum um die Düse zugeführt wird und das Verhältnis von engstem Düsendurchmesser d zu Reaktordurchmesser D im Bereich von 5% bis 45% liegt, gemischt und kontinuierlich in einem Reaktionsraum ohne sich bewegende Teile zur Reaktion gebracht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das bei der Phosgenierung verwendete Phosgen vor Einspeisung in den Reaktor mit dem Durchmesser D (s. Fig. 1) auf eine Temperatur von 200°C bis 600°C erhitzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Diisocyanate der Formel (III)

ONC-R-NCO (III),

in welcher
R die in Anspruch 1 bei Formel (I) angegebene Bedeutung hat,
durch Phosgenierung von Diaminen der Formel (IV),

H2N-R-NH2 (IV)

in welcher
R die in Anspruch 1 bei Formel (II) angegebene Bedeutung hat,
hergestellt werden.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass Isophorondiamin (IPDA) oder Hexamethylendiamin (HDA) oder Bis(p-aminocyclohexyl)methan als Diamin der Formel (IV) eingesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass 2,4/2,6-Toluylendiamin-Gemische der Isomerenverhältnisse 80/20 und 65/35 oder das reine 2,4-Toluylendiamin-Isomere als Diamin der Formel (IV) eingesetzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Triisocyanatononan (TIN) hergestellt wird.
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