DE102006035174A1 - Verfahren zur thermischen Nutzung von grünem Petrolkoks in Industrieanlagen und Brenneranlage - Google Patents

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Abstract

Zur thermischen Nutzung von grünem Petrolkoks in Industrieanlagen dienen ein Verfahren und eine Brenneranlage 1. Der grüne Petrolkoks wird in einer Mahl- und Trocknungsanlage 2 zunächst so aufgearbeitet, dass er über ein pneumatisches Transportsystem 5 dem Brennerraum 10 zugeführt werden kann. Durch ein Umlenken des Primärluft/Petrolkoksstaubgemisches am Ausgang eines Zentralrohres 15 erfolgt eine intensive Vermischung mit dem über eine Sekundärluftzuführung 12 zusätzlich eingeführten weiteren Verbrennungsluft. Im hinteren Bereich des Brennerraums 10 erfolgt dann noch eine Zuführung von Tertiärluft, wiederum gezielt eine Tangentialströmung erzeugend, sodass am Ende des Brennerraums 10 ein weitestgehend staubfreies Heißgas zur Verfügung steht, das dann weiter verwendet werden kann.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur thermischen Nutzung von grünem Petrolkoks, der bei der Spaltung von Erdölfraktionen als Rückstand anfällt und nur etwa 6–14 % flüchtige Bestandteile und einen Heizwert von 30–34 GJ/t aufweist. Die Erfindung betrifft außerdem eine Brenneranlage zum Verbrennen von kohlenstoffhaltigen Stäuben mit einem sich zunächst vom Brennereingang konisch erweiternden und dann zum Brennerausgang sich wieder konisch verjüngenden Brennerraum, in den bis über den Übergang ein Primärluft und Staub zuführendes Zentralrohr mit endseitigem Strömungsumlenker hineinragt und dem ein eine Tangentialströmung erzielende Sekundärluftzuführung zugeordnet ist.
  • Petrolkoks entsteht beim Cracken von Erdölfraktionen. Er zeichnet sich durch einen niedrigen Aschegehalt aus. Roher Petrolkoks wird bei etwa 1.300°C calciniert und kann dann zur Herstellung von Anoden oder auch in Stahlwerken und Gießereien zum Aufkohlen verwendet werden. Wegen des geringen Heizwertes ist der Einsatz von grünem Petrolkoks in Industrieöfen und ähnlichen Anlagen sehr stark eingegrenzt. Man hat versucht, mit Hilfe von verschiedenen Verfahren den Einsatzbereich dieses grünen Petrolkokses zu verbessern. Aus der allgemeinen Technik, insbesondere dem Verbrennen von Kohlenstaub ist es bekannt, Kohlenstaubbrenner so auszubilden, dass der Kohlenstaub mit Hilfe von Luft in einer axialen Führung zugeführt wird, während in der Brennkammerwand tangentiale Sekundärluftleitungen angeordnet sind bzw. deren Mündungen, über die die Sekundärluft in axialer schraubenlinienförmiger Führung die Staubzuführung umschließt und so die Aufenthaltszeit im Brenner erhöht ( US-A-1 910 735 , DE-25 27 618 A1 ). Abgesehen davon, dass es sich hier um reinen Kohlenstaub, also nicht um Petrolkoks handelt, ist bei diesen bekannten Kohlenstaubbrennern von Nachteil, dass sie sehr starken Schwankungen, abhängig vom Feuchtigkeitsgehalt der Kohle, von den flüchtigen Bestandteilen und Ähnlichem unterworfen sind und daher ein Dauerbetrieb nur schwierig möglich ist.
  • Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Brenneranlage zu schaffen, mit denen eine wirtschaftliche thermische Nutzung von Petrolkoks möglich ist.
  • Die Aufgabe wird verfahrensgemäß dadurch gelöst, dass der Petrolkoks auf eine den pneumatischen Transport ermöglichende Staubfeinheit gemahlen und getrocknet wird, zur Brenneranlage pneumatisch transportiert und gegebenenfalls zwischengelagert und dann dosiert unter Zugabe von Sekundärluft mit dieser und der als Transportluft dienenden Primärluft dynamisch vermischt und in diesem Mischzustand vollständig oder zumindest weitgehend vollständig durch gezielte Führung im Brennerraum zu Heißgasen umgesetzt wird, wobei zur Erhöhung der Verweilzeit und Vergleichmäßigung des Temperaturprofils im Brennerraum Tertiärluft zugemischt wird.
  • Mit einem derartigen Verfahren ist es nun möglich, Petrolkoks mit brennstofftechnisch ungünstigen Merkmalen so zu verarbeiten, dass eine vorteilhafte wirtschaftlich technische Nutzung des grünen Petrolkokses möglich wird. Der so anfallende Petrolkoks wird auf den pneumatischen Transport zugeschnitten aufbereitet und kann dann nicht nur pneumatisch gut transportiert, sondern auch in der Brenneranlage optimal in Heißgas umgewandelt werden, das dann für die verschiedensten Zwecke eingesetzt werden kann. Durch geschickte und gezielte Zugabe von Primärluft und Sekundärluft und dann der Tertiärluft erreicht man nicht nur eine entsprechend gezielte Führung im Brennerraum, sondern auch eine gezielte Erhöhung der Verweilzeit und Vergleichmäßigung des Temperaturprofils unter gleichzeitiger Senkung des Stickoxydgehaltes im Rauchgas. Das Rauchgas bzw. Heißgas kann dann zum Beheizen von Ringschachtöfen in der Kalk- und Dolomitindustrie, zum Beheizen von Glasschmelzwannen, in Anlagen zum Trocknen/Kalzinieren von mineralischen Rohstoffen wie Sand und Ton oder in Anlagen zum Trocknen/Kalzinieren von festen Brennstoffen wie Kohle, Koks und Anthrazit vorteilhaft eingesetzt werden.
  • Nach einer zweckmäßigen Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Petrolkoks auf 5 % R 63 μm aufgemahlen und auf eine Restfeuchte < 2 % getrocknet wird. Bei einem Restgehalt von 5 % über R 63 μm ist ein einwandfreier pneumatischer Transport möglich, ebenso bei einer Restfeuchte < 2 %. Ein solches Material, d.h. ein so aufbereiteter Petrolkoks wird dann nicht nur pneumatisch gefördert, sondern auch pneumatisch in den Brennerraum hineinbefördert, wo er mit Sekundärluft und Tertiärluft angereichert und als ein so ausgebildetes Mischgut dann auch gut verbrannt werden kann. Die hochwertigen Heißgase können dann wie weiter oben geschildert weiter verwendet werden.
  • Um die erwähnte tangentiale Rückführung und weitere Führung des aufgemahlenen und getrockneten Petrolkoks im Brennerraum sicherzustellen, ist vorgesehen, dass der Petrolkoks nach dem Mahlen und Trocknen mit der Primärluft mit 20–30 m/s über ein Zentralrohr in den Brennerraum geblasen und am Rohrausgang umgelenkt und mit der Primär- und Sekundärluft vermischt wird. Dieses Staub-Luft-Gemisch eignet sich dann bestens um dieses problematische Gut wirksam zu verbrennen und weiterzuverarbeiten. Insgesamt wird dabei etwa 9 m3/kg (stöchiometrisch) an Verbrennungsluft in Form von Primär-, Sekundär- und Tertiärluft zugegeben, um den erwähnten angestrebten Erfolg zu erzielen.
  • Die intensive Vermischung des Petrolkoksstaubes mit der Verbrennungsluft, d.h. also insbesondere der Primär- und Sekundärluft erreicht man dadurch, dass der aufbereitete Petrolkoksstaub zu einem Großteil in axialer Richtung zum Brennereingang zurückgeführt wird. Wie schon erwähnt wird dies dadurch erreicht, dass am Rohrausgang des Zentralrohres das Gemisch aus Primärluft und Petrolkoksstaub so umgelenkt wird, dass es im Wesentlichen zum Brennereingang zurückströmt und zwar natürlich außerhalb dieses Zentralrohres, um dann wieder umgeleitet und mit der Sekundärluft zusammen im Gemisch in den eigentlichen Brennerraum hineingebracht zu werden.
  • Die gezielte Führung und Mischung von Verbrennungsluft und Petrolkoksstaub wird insbesondere auch dadurch sichergestellt, dass die Sekundärluft rotierend und mit hoher Geschwindigkeit vom Brennereingang aus eingeblasen und mit der Primärluft und dem Petrolkoksstaub vermischt wird. Die Einleitung der Sekundärluft erfolgt tangential, sodass eine rotierende Strömung erfolgt, um so die Führung und Vermischung abzusichern.
  • Der gesamte Verbrennungsprozess wird dadurch optimiert und abgesichert, dass bei extrem schlecht ausbrennenden Partikeln oder anderen brennstofftechnischen oder verfahrensbedingten Umständen oder zur Unterstützung des Brennprozesses immer Tertiärluft vor dem Brennerausgang in den Brennerraum eingedüst wird. Auch dieses Eindüsen der Tertiärluft erfolgt tangential und damit die Rotation unterstützend, sodass damit wie auch angestrebt, die Verweilzeit innerhalb der Brennerkammer weiterhin erhöht und der Brennprozess insgesamt verbessert werden kann. Während der erste Teil des Brennerraums quasi als Diffusor wirkt, ist der düsenförmig auslaufende weitere Teil des Brennerraums ein den Brennprozess unterstützender Bereich.
  • Brenneranlagen zum Verbrennen von kohlenstoffhaltigen Stäuben sind wie weiter vorne erläutert grundsätzlich bekannt. Dabei zeichnen sich diese kohlenstoffhaltigen Stäube, d.h. also insbesondere Kohlenstaub dadurch aus, dass sie einen relativ hohen Heizwert aufweisen, sodass die mit Primär- und Sekundärluft angereicherte Verbrennungsluft in der Regel ausreicht, um diese Materialien wirksam zu verbrennen. Um auch den problematischen Petrolkoks wirksam zu Heißgasen umsetzen zu können, sieht die Erfindung vor, dass dem Brennerraum eine Mahl- und Trocknungsanlage für Petrolkoks vorgeordnet und über ein pneumatisches Transportsystem damit verbunden ist, dass dem Transportsystem ein Zwischenverdichter zuschaltbar ist und dass jenseits des Übergangs brennerausgangsseitig gestuft Tertiärluft einführende Tangentialdüsen angeordnet sind. Ein solches Verfahren dient zur Verwirklichung des Verfahrens nach den vorher genannten Verfahrensansprüchen, wobei über die Mahl- und Trocknungsanlage und das dann nachfolgende pneumatische Transportieren des Petrolkokses bereits ein Gemisch zur Verfügung steht, das in den Brennerraum hineintransportiert werden kann, um dort mit Sekundärluft, die entsprechend eingeführt wird, vermischt und dann verbrannt zu werden, wobei im zweiten Teil des Brennerraums gestuft Tertiärluft hineingedüst wird, um so eine möglichst vollständige Umsetzung des Petrolkokses in Heißgas zu erreichen. Wie schon weiter vorne erwähnt, wird durch die entsprechende Aufarbeitung und dann den Transport des Petrolkokses ein Gemisch zur Verfügung gestellt, das nicht nur gut transportiert, sondern auch zwischengelagert, dann weitertransportiert und schließlich verbrannt werden kann. Der Zwischenverdichter kann irgendwo im Transportsystem zwischengeschaltet werden, insbesondere dann, wenn der gemahlene und getrocknete Petrolkoks zwischengelagert worden ist.
  • Die Diffusorwirkung am Eingang des Brennerraums wird dadurch erreicht, dass der am Zentralrohr brennerseitig angeordnete Strömungsumlenker als konkav geformte halbrunde Linse ausgebildet ist. Damit erreicht man, dass das Gemisch aus Primärluft und Petrolkoksstaub annähernd ganz an der Linse umgeleitet, also am Strömungsumlenker umgeleitet und wieder in Richtung Brennereingang zurückströmt, wo das Gemisch mit der einströmenden Sekundärluft in Verbindung kommt und über diese dann in den zweiten Bereich des Brennerraums hineingeführt wird, wo über die Tangentialdüsen Tertiärluft zugeführt wird. Die halbrunde Linse bzw. der besonders ausgeführte Strömungsumlenker soll und erreicht die gewünschte intensive Vermischung mit der Sekundärluft und natürlich auch mit der eigentlichen Primärluft. Weiter vorn ist darauf hingewiesen worden, dass an Primär-, Sekundär- und Tertiärluft insgesamt rund 9 m3/kg Verbrennungsluft zugeführt wird, wobei die Aufteilung zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärluft den Gegebenheiten entsprechend eingestellt werden kann. In der Regel liegt sie bei je etwa einem Drittel.
  • Nach einer weiteren Ausbildung ist es auch denkbar, dass der Strömungsumlenker als vertikale Prallplatte ausgeführt ist. Da die Primärluft mit dem Petrolkoksstaub immerhin mit 20–30 m/s eingeleitet wird, wird wie gewünscht ein Großteil des Gemisches wieder in Richtung Brennereingang zurückgeführt. Dabei kann dieses Rückführen gezielt dadurch unterstützt werden, dass dem Strömungsumlenker die Umlenkung unterstützende oder gar bewirkende Luftdüsen zugeordnet sind. Dies ist insbesondere bei einer vertikalen Prallplatte von Vorteil, weil dann mit der Rückführung des Gemisches aus Petrolkoksstaub und Primärluft im Bereich des Brennereingangs die gewünschte intensive Durchmischung erfolgen kann. Die für diese Luftdüsen benötigte Verbrennungsluft kann von der Sekundärluftzuleitung abgezweigt werden.
  • Die Rückführung im Bereich der Linse bzw. hinter der Linse oder dem Strömungsumlenker kann dadurch verbessert werden, dass die Linse eine den Reibwiderstand verringernde Beschichtung aufweist. Diese Beschichtung hat außerdem den Vorteil, dass die Standzeiten dieser Strömungsumlenker erhöht und dass die Gefahr des Eintragens von irgendwelchen Metallteilen dadurch verringert wird. Vorteilhaft dabei ist insbesondere, dass die gewünschte Diffusorwirkung so unterstützt wird.
  • Eine weitere Unterstützung der Diffusorwirkung erreicht man erfindungsgemäß dadurch, dass die Beschichtung der Linse die Staubverteilung bewirkende, zumindest aber unterstützende Verteilungskanäle aufweist. Diese Verteilungskanäle können dabei so geformt sein, dass das Primärluft/Petrolkoksstaubgemisch eine andere Drehung erhält, als die brennereingangsseitig eingeführte Sekundärluft. Die Sekundärluftzuführung ist gemäß der Erfindung so ausgebildet, dass sie eine tangentiale Strömung bewirkend ausgeführt ist. Obwohl beide Strömungen in gewisser Hinsicht in unterschiedlichen Höhen erfolgen, erfolgt doch die gewünschte Durchmischung und Vergleichmäßigung so gezielt, dass eine anschließende Verbrennung damit optimiert wird.
  • Die in derartigen Mahl- und Trocknungsanlagen eingesetzten Siebeinheiten weisen eine gleiche Lochung auf. Hier vorgesehen ist, dass der Mahl- und Trocknungsanlage eine Siebeinheit mit R 63 μm-Sieben zugeordnet ist, d.h. der entstehende Petrolkoksstaub weist nach Passieren der Siebe eine Körnung von im Wesentlichen 63 μm und weniger auf. Er eignet sich so für die pneumatische Förderung und eben auch die gezielte Verbrennung zu Heißgasen.
  • Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Verfahren und eine Anlage geschaffen ist, mit der grüner Petrolkoks gezielt mit der Verbrennungsluft zu für weitere Ofenprozesse erforderlich Heißgase umgesetzt werden kann. Damit wird der ansonsten kaum für Industrieanlagen geeignete Petrolkoks nun als Ersatz für Erdgas oder Ähnliches einsetzbar, wobei dies vor allem dadurch erreicht wird, dass der Petrolkoks sehr weit aufgemahlen und dabei getrocknet und so pneumatisch förderbar wird. Derartige grüne Petrolkokse haben in der Regel einen Wassergehalt von 6–12 %, einen Aschegehalt von < 1 %, flüchtige Bestandteile von 6–14 %, einen Schwefelgehalt von 1–7 % und einen Heizwert von 30–32,6 GJ/t. Schon diese Aufzählung der brennstofftechnischen Merkmale zeigt, dass es sich um einen problematischen Rohstoff handelt, der aber mit Hilfe des Verfahrens und der Brenneranlage vorteilhaft und wirksam in Heißgas umgewandelt wird, das dann für die unterschiedlichsten Ofenprozesse eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich vor allem um das Beheizen von Ringschachtöfen in der Kalk- und Düngemittelindustrie, sowie das Beheizen von Glasschmelzwannen. Das Heißgas kann aber auch in anderen Bereichen Erdgas und ähnliche Brennstoffe ersetzend eingesetzt werden.
  • Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:
  • 1 ein vereinfachtes Verfahrensschema,
  • 2 eine vergrößerte Wiedergabe des Kerns der Brenneranlage,
  • 3 einen Schnitt durch einen Strömungsumlenker und
  • 4 eine Draufsicht auf die Vorderseite eines Strömungsumlenkers.
  • Eine Brenneranlage 1 ist in 1 dargestellt, wobei der Petrolkoks zunächst im Petrolkoksbunker 4 vorgehalten ist und von diesem in die Mahl- und Trocknungsanlage 2 geleitet wird. Unter Zugabe von Heißgas oder Ähnlichem erfolgt hier die Trocknung des Petrolkokses und gleichzeitige Zerkleinerung. Dabei kann es sich um Walzenschüsseln-, Kugel-Kugelringmühlen, Pendel-Stabmühlen, Prallmühlen oder ähnliche Aggregate handeln, die in der Lage sind, durch geeignete Mahltechnik und Sichtung die für die Verbrennung erforderliche Mahlfeinheit von 5 % R 63 μm zu erreichen. Der Mahl- und Trocknungsanlage 2 ist eine Siebeinheit 3 oder eine Sichteranlage zugeordnet, in der die Trennung bzw. Überprüfung der Mahlfeinheit erfolgt. Über ein pneumatisches Transportsystem 5 gelangt dann das Staub-Luft-Gemisch gegebenenfalls über einen Zwischenverdichter 6 in eine Zwischenbunker 7 oder direkt in den Brennerraum 10. Mit 9 ist die Brennerflamme bezeichnet und mit 8 der nachgeordnete Kesselraum, in dem die Heißgase weiter verarbeitet werden.
  • Der Zwischenverdichter 6 kann auch den Zwischenbunkern 7, 7' nachgeordnet werden, um so ein Luft-Staub-Gemisch zu erzeugen und in Richtung Brennerraum 10 zu transportieren. In den Brennerraum 10 führt vom Brenner 11 her ein Zentralrohr 15, das im Bereich des Übergangs 16 einen Strömungsumlenker 17 aufweist. Über diesen Strömungsumlenker 17 wird das Primärluft/Petrolkoksstaubgemisch umgelenkt und wieder in Richtung Brennereingang 11 zurückgeführt. Dort erfolgt die Sekundärluftzuführung 12 und zwar mit einem tangentialen Einsatz 13, um so eine bestimmte und gezielte Führung und Durchmischung von Luft und Staub zu gewährleisten.
  • 2 zeigt den Kernbereich der eigentlichen Brenneranlage 1 mit dem Brennerraum 10. Die Darstellung verdeutlicht, dass dieser Brennerraum 10 bis zum Übergang 16 sich konisch erweiternd ausgebildet ist, um dann düsenförmig sich konisch bis zum Brennerausgang 27 wieder zu verjüngen. Am Brennereingang 11 erfolgt die Sekundärluftzuführung 12. Gezeigt ist hier auch der tangentiale Ansatz 13, über den erreicht wird, dass sich die angedeutete Tangentialströmung 25 ergibt, die bis zum Eingang in den Kesselraum 8 weiter erhalten bleibt. Hierzu dienen die hinter dem Übergang 16 angeordneten Tangentialdüsen 26, 28, über die Tertiärluft zugeführt wird. Die Tertiärluftversorgung ist mit 29 bezeichnet und es ist auch angedeutet, dass es sich hier um einen Abzweig aus der Sekundärluftversorgung handelt. Diese Tangentialdüsen 26, 28 sind so angeordnet, dass sie gestuft die Tertiärluft zuführen und zwar ebenfalls tangential, um so die Tangentialluftführung bzw. Tangentialströmung 25 noch möglichst weit zu unterstützen.
  • Am Ende des Zentralrohres 15 ist ein Strömungsumlenker 17 angeordnet. 2 verdeutlicht, dass dadurch das Gemisch aus Primärluft und Petrolkoksstaub in Richtung Brennereingang 11 zurückgeleitet wird. Diese Rückströmung ist mit 24 bezeichnet. Die Tangentialströmung 25 umfasst in gewisser Hinsicht diese Rückströmung 24, wobei eine gezielte Durchmischung im Außenbereich erfolgt, sodass eine stark mit Luft angereicherte Staubmenge durch den Brennerraum 10 streicht und in die Brennerflamme 9 übergeht.
  • Der Strömungsumlenker 17 kann die Form einer einfachen Platte oder einer Linse 18 aufweisen, wobei nach 3 rundum Luftdüsen 19, 20 angeordnet sein können, um so das Gemisch aus Petrolkoksstaub und Primärluft gezielt insgesamt zurückzuführen, zumindest aber sehr weitgehend. Auf der Innenseite dieser Linse 18 oder des Strömungsumlenkers 17 allgemein ist eine besondere Beschichtung 21 aufgebracht, die nach 4 von einem Kegel 23 ausgehend in Verteilungskanäle 22 übergeht. Diese Verteilungskanäle 22 geben dem Primärluft/Petrolkoksstaubgemisch einen gewissen Drall, sodass dieser vorzugsweise entgegengesetzt der Tangentialströmung 25 in Richtung Brennereingang 11 zurückgeführt wird.
  • Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.

Claims (15)

  1. Verfahren zur thermischen Nutzung von grünem Petrolkoks, der bei der Spaltung von Erdölfraktionen als Rückstand anfällt und nur etwa 6–14 % flüchtige Bestandteile und einen Heizwert von 30–34 GJ/t aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Petrolkoks auf eine den pneumatischen Transport ermöglichende Staubfeinheit gemahlen und getrocknet wird, zur Brenneranlage pneumatisch transportiert und gegebenenfalls zwischengelagert und dann dosiert unter Zugabe von Sekundärluft mit dieser und der als Transportluft dienenden Primärluft dynamisch vermischt und in diesem Mischzustand vollständig oder zumindest weitgehend vollständig durch gezielte Führung im Brennerraum zu Heißgasen umgesetzt wird, wobei zur Erhöhung der Verweilzeit und Vergleichmäßigung des Temperaturprofils im Brennerraum Tertiärluft zugemischt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Petrolkoks auf 5 % R 63 μm aufgemahlen und eine Restfeuchte < 2 % getrocknet wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Petrolkoks nach dem Mahlen und Trocknen mit der Primärluft mit 20–30 m/s über ein Zentralrohr in die Brennerraum geblasen und am Rohrausgang umgelenkt und mit der Primär- und Sekundärluft vermischt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der aufbereitete Petrolkoksstaub zu einem Großteil in axialer Richtung zum Brennereingang zurückgeführt wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärluft rotierend und mit hoher Geschwindigkeit vom Brennereingang aus eingeblasen und mit der Primärluft und dem Petrolkoksstaub vermischt wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei extrem schlecht ausbrennenden Partikeln oder anderen brennstofftechnischen oder verfahrensbedingten Umständen oder zur Unterstützung des Brennprozesses immer Tertiärluft vor dem Brennerausgang in den Brennerraum eingedüst wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Tertiärluft tangential die Rotation unterstützend in die Brennerraum eingedüst wird.
  8. Brenneranlage zum Verbrennen von kohlenstoffhaltigen Stäuben mit einem sich zunächst vom Brennereingang (11) konisch erweiternden und dann zum Brennerausgang (27) sich wieder konisch verjüngenden Brennerraum (10), in den bis über den Übergang (16) ein Primärluft und Staub zuführendes Zentralrohr (15) mit endseitigem Strömungsumlenker (17) hineinragt und dem ein eine Tangentialströmung (25) erzielende Sekundärluftzuführung (12) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass dem Brennerraum (10) eine Mahl- und Trocknungsanlage (2) für Petrolkoks vorgeordnet und über ein pneumatisches Transportsystem (5) damit verbunden ist, dass dem Transportsystem (5) ein Zwischenverdichter (6) zuschaltbar ist und dass jenseits des Übergangs (16) brennerausgangsseitig gestuft Tertiärluft einführende Tangentialdüsen (26, 28) angeordnet sind.
  9. Brenneranlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der am Zentralrohr (15) brennerseitig angeordnete Strömungsumlenker (17) als konkav geformte halbrunde Linse (18) ausgebildet ist.
  10. Brenneranlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsumlenker (17) als vertikale Prallplatte ausgeführt ist.
  11. Brenneranlage nach Anspruch 8 oder einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Strömungsumlenker (17) die Umlenkung unterstützende oder gar bewirkende Luftdüsen (19, 20) zugeordnet sind.
  12. Brenneranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Linse (18) eine den Reibwiderstand verringernde Beschichtung (21) aufweist.
  13. Brenneranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (21) die Staubverteilung bewirkende, zumindest aber unterstützende Verteilungskanäle (22) aufweist.
  14. Brenneranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundärluftzuführung (12) eine tangentiale Strömung (25) bewirkend ausgebildet ist.
  15. Brenneranlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mahl- und Trocknungsanlage (2) eine Siebeinheit (3) mit R 63 μm-Sieben zugeordnet ist.
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