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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur zerstörungsfreien Materialprüfung von
hochreinem polykristallinen Silicium.
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Hochreines
polykristallines Silicium, im Folgenden als Polysilicium bezeichnet,
dient unter anderem als Ausgangsmaterial für die Herstellung von elektronischen
Bauteilen und Solarzellen. Es wird in großem Maßstab durch thermische Zersetzung
und CVD Abscheidung eines siliciumhaltigen Gases oder eines siliciumhaltigen
Gasgemisches in Siemens-Reaktoren hergestellt. Das Polysilicium
fällt dabei
als Polysiliciumformkörper
an. Diese können
anschließend
mechanisch bearbeitet werden.
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Diese
Polysiliciumformkörper
müssen
mittels eines zerstörungsfreien
Prüfverfahrens
auf ihre Materialgüte
geprüft
werden. Dazu bedient man sich in der Regel der akustischen Resonanzanalyse,
auch „Klangprüfung" genannt. Dabei wird
der Polysiliciumformkörper
von außen
angeregt, z. B. mit einem leichten Hammerschlag, und die daraus
resultierenden, natürlichen
Eigenresonanzen liefern dem Fachmann eine Aussage über die
Materialgüte
des Polysiliciumformkörpers.
Ein Vorteil der Resonanzanalyse ist die sehr kurze Prüfzeit von
nur wenigen Sekunden. Zudem wird bei der Prüfung der gesamte Prüfkörper untersucht,
d.h. die Prüfung ist
ein volumenorientiertes Prüfverfahren.
Ein Nachteil der Resonanzanalyse ist, dass eine genaue Lokalisierung
oder Materialfehleridentifikation mit diesem Verfahren nicht möglich ist.
Weiter wird der Polysiliciumformkörper bei jeder Prüfung durch
einen Hammerschlag berührt
und somit kontaminiert, was einen anschließenden Reinigungsschritt zwingend
erfordert. Ein weiterer Nachteil der Resonanzanalyse ist, dass der
Polysiliciumformkörper
bei der Prüfung
beschädigt
werden kann. So kann es z. B. zu oberflächlichen Abplatzungen oder
gar zur Zerstörung
des Polysiliciumformkörpers
kommen. Nachteilig ist ferner, dass sich die Polysiliciumformkörper in
ihrer Form, z. B. in Durchmesser und Länge oder in Länge, Breite
und Höhe
oder Endstückgeometrie,
unterscheiden und jeder Polysiliciumformkörper aufgrund seiner unterschiedlichen
Geometrie eine andere Eigenresonanz erzeugt. Dies erschwert die
Vergleichbarkeit der Prüfergebnisse.
Kleine Defekte, die die Materialgüte beeinträchtigen, wie Risse, Lunker
oder Einschlüsse,
deren Dimension nur wenige Millimeter groß ist, können mit diesem Prüfverfahren
nicht detektiert werden.
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Ein
weiteres zerstörungsfreies
Prüfverfahren
für Polysilicium
ist die visuelle Kontrolle. Dabei wird die gesamte Oberfläche des
zu prüfenden
Polysiliciumformkörpers,
durch einen Fachmann begutachtet. Die visuelle Kontrolle kann mit
diversen Hilfsmitteln, wie speziellen Beleuchtungssystemen oder
Vergrößerungsgläser, verbessert
werden. Auch bei der visuellen Kontrolle können zwar Oberflächenfehler
erkannt und lokalisiert werden, aber auch hier werden nachteiligerweise
Materialfehler im Inneren des Polysiliciumformkörpers nicht erkannt. Weiter
wird die Prüfung
von einem Menschen durchgeführt,
d.h. die Ergebnisse sind nicht objektiv und sicher reproduzierbar,
sondern hängen
von der „Tagesform" und der Erfahrung
des Prüfers
ab.
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Für die beiden
genannten zerstörungsfreien
Prüfverfahren
gilt zudem, dass der Polysiliciumformkörper von dem Prüfer mit
Hilfsmitteln gewendet wird. Diese Hilfsmittel, z. B. Handschuhe,
können
zwischen zwei Prüfungen
mit Schmutzpartikel beladen werden, was bei der Prüfung zur
Verunreinigung des Polysiliciumformkörpers führt und einen anschließenden Reinigungsschritt
zwingend erforderlich macht.
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Aufgabe
der Erfindung war es, ein zerstörungsfreies
Prüfverfahren
für einen
polykristallinen Siliciumformkörper
auf einen Materialfehler zur Verfügung zu stellen, welches nicht
die für
den Stand der Technik genannten Nachteile aufweist.
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Die
Aufgabe wird gelöst
durch ein Verfahren, bei dem der polykristalline Siliciumformkörper mit
Ultraschallwellen durchstrahlt wird und die Ultraschallwellen nach
Durchlaufen des Polysiliciumformkörpers von einem Ultraschallempfänger regi striert
werden und so Materialfehler im Polysilicium detektiert werden.
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Erfindungsgemäß werden
vorzugsweise Ultraschallwellen im Frequenzbereich von 100 kHz bis
25 MHz, besonders bevorzugt von 0,8 MHz bis 20 MHz, insbesondere
bevorzugt von 2–12
MHz, von einem Ultraschallprüfkopf
in das polykristalline Silicium eingebracht. Im polykristallinen
Silicium breiten sie sich geradlinig aus, werden aber an Grenzflächen, wie
sie bei Materialfehlern (beispielsweise Rissen, Lunkern oder Einschlüssen) zu
finden sind, aber auch am Übergang
von polykristallinem Silicium zu Luft, reflektiert. Die Materialfehler
sind am besten zu orten, wenn ihre Hauptausdehnung senkrecht zur
Ausbreitungsrichtung der Ultraschallwellen im Polysilicium verläuft. Vorzugsweise
erfolgt daher im Lauf des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Durchstrahlung
des Polysiliciumformkörpers
von allen Seiten, da dadurch eine genaue kontaminationsfreie und
zerstörungsfreie
Identifikation der Lage des detektierten Materialfehlers im Polysiliciumformkörper möglich ist.
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Die
Durchstrahlung des Polysiliciumformkörpers kann mittels des Durchschallungsverfahrens
oder mittels des Impuls-Echo-Verfahrens
erfolgen, wobei zweiteres bevorzugt ist.
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Beim
Durchschallungsverfahren wird das polykristalline Silicium zwischen
Ultraschallsender und -empfänger
angeordnet. Die durch das Polysilicium hindurch tretenden Ultraschallwellen
werden vom Ultraschallempfänger
wieder in elektrische Schwingungen umgewandelt (Piezo-Effekt) und
zur Anzeige gebracht. Ein Materialfehler zeigt sich aufgrund seiner
Grenzfläche
zum Polysilicium als vermindertes oder fehlendes Signal. Eine Tiefenbestimmung
eines Fehlers ist mit diesem Verfahren nicht möglich. Daher ist diese Variante der
Ultraschallmessung zwar prinzipiell einsetzbar, erfindungsgemäß wird allerdings
vorzugsweise das im Folgenden beschriebene Impuls-Echo-Verfahren
angewendet. Bis auf die Ausführungen
zur Tiefenbestimmung und Fehlerauswertung eines Fehlers gelten die
folgenden Ausführun gen
zum Impuls-Echo-Verfahren jedoch analog auch für das Durchschallungsverfahren.
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Bei
dem Impuls-Echo-Verfahren dient der Ultraschallprüfkopf als
Sender und Empfänger
für die
Ultraschallwellen. Ein Schallimpuls, der im Frequenzbereich von
100 kHz bis 25 MHz, besonders bevorzugt von 0,8 MHz bis 20 MHz,
insbesondere bevorzugt von 2–12
MHz liegt, wird vom Ultraschallprüfkopf in den Polysiliciumformkörper eingestrahlt
und nach vollständiger
oder teilweiser Reflexion von dem gleichen Ultraschallprüfkopf registriert
und in einen Empfängerimpuls
zurückverwandelt.
Sendeimpuls, Rückwandecho
und ggf. Fehlerecho(s) werden elektronisch registriert, wobei über die
jeweilige Laufzeit der reflektierten Ultraschallwellen eine Tiefenbestimmung
eines Materialfehlers möglich
ist. Als Fehlerecho wird dabei vorzugsweise jedes Echo bezeichnet,
das im Fehlererwartungsbereich, dem Bereich zwischen Oberflächenecho
und Rückwandecho, auftritt.
Die registrierten Schallimpulse werden vorzugsweise im dB (Logarithmus
mit Basis 10) ausgegeben.
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Im
erfindungsgemäßen Verfahren
werden vorzugsweise 1 bis 5 Ultraschallprüfköpfe in einem Prüfkopfhalter
integriert. Die Ultraschallprüfköpfe und
der entsprechende Prüfkopfhalter
werden im Folgenden als Prüfkopfeinheit
bezeichnet. Vorzugsweise werden Winkelprüfköpfe mit Einschallwinkeln im
Silicium zwischen 10° und
85° oder
Senkrechtprüfköpfe eingesetzt.
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Vorzugsweise
fährt die
Prüfkopfeinheit
an den Polysiliciumformkörper
heran. Dazu ist die Prüfkopfeinheit
vorzugsweise mit einem berührungslosen
Abstandshalter versehen. Der Prüfkopfabstand
beträgt
vorzugsweise 5 bis 200 mm, besonders bevorzugt 5 bis 80 mm.
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Die
Ultraschallankopplung erfolgt im Stand der Technik mit Gel, Öl, Kleister
oder Wasser. Aufgrund der hohen Materialreinheit des Polysiliciums
kann erfindungsgemäß nur Wasser
als Koppelmedium für
Polysilicium verwendet werden.
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Versuche
haben gezeigt, dass nach der Prüfung
mit Trinkwasser als Koppelmittelmedium auf der Polysiliciumoberfläche folgende
Oberflächenmetallwerte
zu finden sind:
| Fe | Cr | Ni | Na | Zn | Cl | Cu | Mo | Ti | W | K | Co | Mn | Ca | Mg | V |
| 1500 | 100 | 50 | 2500 | 100 | 300 | 50 | 1 | 250 | 1 | 500 | 0,5 | 15 | 4500 | 1500 | 0,5 |
- Alle Angaben sind in pptw.
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Dies
hat zur Folge, dass das gesamte geprüfte Material im Anschluss zusätzliche
gereinigt werden muss.
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Überraschenderweise
kann die Ultraschallankopplung auch mittels blasenfreien, vollentsalztem
Wassers durchgeführt
werden. Versuche haben gezeigt, dass nach der Prüfung mit vollentsalztem Wasser
(pH ≤ 7,0;
Widerstand = 18 MegOhm; schwebstofffrei) als Koppelmittelmedium
auf der Polysiliciumoberfläche
folgende Oberflächenmetallwerte
zu finden sind:
| Fe | Cr | Ni | Na | Zn | Cl | Cu | Mo | Ti | W | K | Co | Mn | Ca | Mg | V |
| 15 | 1 | 0,5 | 25 | 10 | 30 | 1 | 1 | 25 | 1 | 5 | 0,5 | 0,5 | 45 | 11 | 0,5 |
- Alle Angaben sind in pptw.
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Somit
kann durch den Einsatz von vollentsalztem Wassers eine zusätzliche
Nachreinigung des Polysiliciumformkörpers eingespart werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ermöglicht
somit erstmals die Prüfung
eines Polysiliciumformkörpers,
wobei die Oberfläche
des Polysiliciumformkörpers
hochrein bleibt (Oberflächenmetallwerte:
Fe ≤ 15;
Cr ≤ 1; Ni ≤ 0,5; Na ≤ 25; Zn ≤ 10; Cl ≤ 30; Cu ≤ 1; Mo ≤ 1; Ti ≤ 25; W ≤ 1; K ≤ 5; Co ≤ 0,5; Mn ≤ 0,5; Ca ≤ 45; Mg ≤ 11; V ≤ 0,5; alle
Angaben sind in pptw).
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Die
Ultraschallankopplung kann in Wasserstrahltechnik oder auch in Tauchtechnik
erfolgen. In Wasserstrahltechnik erfolgt die Ultraschallankopplung
vorzugsweise mittels eines Wasserstrahls, welcher den Ultraschallprüfkopf mit
der Oberfläche
des Polysiliciumformkörpers
luftblasenfrei verbindet. In Tauchtechnik erfolgt die ganze Prüfung unter
Wasser, so dass der Ultraschallprüfkopf mit der Oberfläche des
Prüflings
ebenfalls luftblasenfrei verbunden ist.
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Nach
der Ultraschallankopplung beginnt die Durchstrahlung des Polysiliciumformkörpers mit
den Ultraschallwellen. Vorzugsweise wird der Polysiliciumformkörper bei
der Prüfung
mit dem Ultraschallprüfkopf kontrolliert.
Die Kontrolle erfolgt in beliebiger Form, besonders bevorzugt in
Richtung der Längsachse
des zu prüfenden
Formkörpers,
ganz besonders bevorzugt in schraubenförmiger Richtung entlang Längsachse
und Umfang des zu prüfenden
Formkörpers.
Gleichzeitig oder alternativ dazu kann der Polysiliciumformkörper selbst
bewegt, z. B. abgesenkt, angehoben oder horizontal bewegt werden.
Ferner kann der Polysiliciumformkörper selbst in Rotation versetzt
werden.
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Die
Kontroll-/Prüfgeschwindigkeit
liegt vorzugsweise zwischen 1 und 1500 mm/s, besonders zwischen 150
mm/s und 600 mm/s.
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Vorzugsweise
erfolgt die Signalauswertung der reflektierten Ultraschallwellen
in einer Recheneinrichtung. Dabei werden in einem definierten Zeitfenster,
dem so genannten Fehlererwartungsbereich, das Signal der reflektierten
Ultraschallwellen in der Recheneinrichtung mit einem Grundrauschniveau
oder einem definierten Signalschwellwert verglichen. Wird das Grundrauschniveau
oder der definierte Signalschwellwert überschritten, so gilt der Polysiliciumformkörper als
fehlerhaft und wird der fehlerhaften Teilmenge (Polysiliciumformkörper nicht
ok) zugeordnet. Durch Variation des Signalschwellwerts lässt sich
die Empfindlichkeit der Fehlererkennung stufenlos variieren.
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Die
Ergebnisausgabe erfolgt vorzugsweise mittels einer Anzeigenvorrichtung,
die ein eindeutiges Ergebnis, in der Regel „Polysiliciumformkörper ok" oder „Polysiliciumformkörper nicht
ok", ausgibt. Die
Prüfparameter,
wie der definierte Signalschwellwert, Start des Fehlererwartungsbereiches,
Ende des Fehlererwartungsbereichs, sind vorzugsweise in Form von
Prüf programmen
in der Recheneinheit hinterlegt, um das Verfahren schnell und einfach
auf unterschiedliche Fehlergrenzen für unterschiedliche Abmessungen
und Qualitätsänderungen,
je nach Geometrie und Verwendungszweck des Polysiliciumformkörpers, anpassen
zu können.
Die Recheneinrichtung ermöglicht
es ferner wie beschrieben, die Lage des Fehlers im Polysiliciumformkörper zu
bestimmen und so fehlerhafte Bereiche im Polysiliciumformkörper zu
spezifizieren. Dazu kann auf der Ergebnisausgabe der Siliciumformkörper mit
dem fehlerhaften und fehlerfreien Bereich dargestellt werden.
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Nach
der Ultraschallprüfung
erfolgt vorzugsweise eine Trocknung des Polysiliciumformkörpers.
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Vorzugsweise
fährt dazu
eine mit Pressluft beaufschlagte Düse den Prüfweg in umgekehrter Richtung wie
die Prüfung
erfolgte ab, bis der Prüfling
getrocknet ist.
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Vorzugsweise
handelt es sich bei dem Polysiliciumformkörper um Polysiliciumstäbe oder
Stabstücke. Vorzugsweise
haben die Polysiliciumformkörper
einen Durchmesser von 3 mm bis 300 mm, besonders bevorzugt einen
Durchmesser von 50 mm bis 200 mm. Die Länge des Formkörpers ist
prinzipiell unbegrenzt, vorzugsweise werden Formkörper einer
zu vermessenden Länge
von 10 mm bis 4500 mm, besonders von 100 mm bis 3000 mm geprüft. Vorzugsweise
sind die Formkörper
mit einer maschinenlesbaren Identitäts-(ID)Nummer versehen, welche
es ermöglicht,
die Formkörper
anhand der ID Nummer im erfindungsgemäßen Verfahren zu erfassen.
Dies kann z. B. an der Recheneinrichtung erfolgen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist zur Prüfung
von Polysiliciumformkörpern
einer beliebigen Geometrie geeignet. So kann z. B. auch ein bananenförmiger Formkörper geprüft werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ermöglicht
eine zerstörungsfreie
Materialprüfung
an hochreinem Polysilicium. Es werden verborgene Materialfehler
in Oberflächennähe und im
Inneren des Materials detektiert. Das Verfahren liefert ein eindeuti ges
und reproduzierbares Prüfergebnis.
Die Materialfehler können
bei Verwendung des Impuls-Echo-Verfahrens auch im Inneren des Polysiliciums
genau lokalisiert und identifiziert werden.
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Das
Verfahren läuft
kontaminationsfrei ab. Der zu prüfende
Polysiliciumformkörper
kommt nur mit dem Hilfsmittel Wasser, bevorzugt mit vollentsalztem
Wasser (pH ≤ 7,0;
Widerstand ≥ 0,5
MegOhm, besonders bevorzugt Widerstand ≥ 18 MegOhm; schwebstofffrei)
in Berührung.
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Dieses
für die
Prüfung
benötigte
Hilfsmittel wird vorzugsweise kontinuierlich zu 100 % qualitativ
geprüft,
da die Qualität
dieses Hilfsstoffs unmittelbare Auswirkung auf die Oberflächenmetallwerte
des Polysiliciumformkörpers
hat.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist ein volumenorientiertes Prüfverfahren,
d.h. es können
Materialfehlstellen von wenigen Zehntelmillimetern bis Millimetern
im gesamten Polysiliciumformkörper
detektiert und genau lokalisiert werden. So wurden mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
bereits Defekte mit einem Durchmesser von 0,2 mm in einer Tiefe
von 130 mm in einem polykristallinen Polysiliciumformkörper detektiert. Demgegenüber können mittels
der Resonanzanalyse nur im Bulk liegende Materialfehler im Bereich
von Zentimetern bis Dezimetern detektiert werden. Die visuelle Kontrolle
ermöglicht
nur eine oberflächenorientierte Prüfung, d.h.
es können
nur sichtbare Oberflächenfehler
detektiert werden.
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Das
erfindungsgemäße automatisierte
Prüfverfahren
schließt
die fehlerträchtige
subjektive Beurteilung durch einen Menschen aus, es übersieht
keine Fehler. Das Prüfverfahren
liefert ein eindeutiges und reproduzierbares Prüfergebnis (Prüfling – OK/Prüfling – nicht
OK), es ermöglicht
ferner nicht spezifikationsgerechte Bereiche eines Polysiliciumformkörpers zu
definieren.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
bedarf keiner besonderen Vorbereitung des zu prüfenden Polysiliciumformkörpers, es
kann so mit einfach in einen bestehenden Fertigungsprozess eingeschoben
werden.
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Durch
das Verfahren können
zylindrische und konische Polysiliciumformkörper für einen FZ-Umschmelzprozess
auf Materialfehlstellen hin untersucht werden. Es können ferner
sowohl Stäbe
bzw. Stabstücke
(z. B. Cut-Rods. Nachcharchierstäbe,
usw.) für
einen FZ oder CZ-Umschmelzprozess auf Materialfehlstellen hin untersucht
werden.
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Die
Erfindung stellt somit erstmals einen Polysiliciumformkörper zur
Verfügung,
der keine Defekte, worunter vorzugsweise Risse, Lunker oder Einschlüsse mit
einer Projektionsfläche
größer als
0,03 mm2 zu verstehen sind, enthält. Vorzugsweise
enthält
ein erfindungsgemäßer Polysiliciumformkörper keinerlei
Defekte und weist bei den nachfolgenden Auf- und Umschmelzprozessen
ein vermindertes Absprung- und Abplatzverhalten auf. Zwei Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind schematisch in 1 und 2 dargestellt.
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1 zeigt
eine Vorrichtung zur horizontalen Prüfung mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
in Seitenansicht und Aufsicht
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2 zeigt
eine Vorrichtung zur vertikalen Prüfung mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
in Seitenansicht und Aufsicht. Die Nummerierung entspricht 1.
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Die 3 zeigt
die Prüfkopfeinheit
(8) am Scannarm (7) bestehend aus den Prüfkopfhaltern
(11) und den Ultraschallprüfköpfen (12) bei der
Unterwasserprüfung,
wie sie in Bsp. 1 beschrieben wird.
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Die 4 zeigt
die Prüfkopfeinheit
(8) am Scannarm (7) bestehend aus den Prüfkopfhaltern
(11) und den Ultraschallprüfköpfen (12) bei der
Wasserstrahlprüfung,
wie sie in Bsp. 2 beschrieben wird.
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Die
folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
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Beispiel 1: Horizontale Prüfung unter
Wasser
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Ein
Polysiliciumformkörper
(1) mit einem Durchmesser von 200 mm und einer Stablänge von
2500 mm wird horizontal in einer Vorrichtung gemäß 1 unter
Wasser geprüft.
Dazu wird der Polysiliciumformkörper (1)
horizontal in die Wasserauffangwanne (4) gehoben und zwischen
den Spitzen der Prüflingsaufnahmen
(2) und (3) eingespannt. Die Wasserauffangwanne
(4) wird mit vollentsalztem Wasser gefüllt. Parallel dazu wird der
mit einer maschinenlesbaren Identitäts-(ID)Nummer versehene Polysiliciumformkörper (1)
an der Recheneinrichtung (5 + 6) angemeldet, d.h.
die maschinenlesbare Identitäts-(ID)Nummer
wird der Recheneinrichtung (5 + 6) mitgeteilt.
Im Anschluss wird das in der Rechnereinrichtung hinterlegte Prüfprogramm
ausgewählt
und die Prüfung
gestartet.
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Der
Scannarm (7), an dessen Ende die Ultraschallprüfkopfeinheit
(8) befestigt ist, fährt
mit einer Vorschubsgeschwindigkeit von 10mm/s in Richtung Polysiliciumformkörper (1).
Erreicht die Ultraschallprüfkopfeinheit
(8) einen Abstand zwischen der Ultraschallprüfkopfeinheit
(8) und dem Polysiliciumformkörper (1) von 5 mm,
so wird der Vorschub des Scannarms (7) eingestellt.
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Die
Ultraschallprüfkopfeinheit
(8) besteht aus 3 Prüfkopfhaltern
(11), 4 Ultraschallprüfköpfen (12) (3)
und der berührungslosen
Abstandselektronik, welche in dem Scannarm (7) integriert
ist (ohne Abbildung), die den Abstand zwischen Prüfkopfhalter
und Formkörper
konstant hält.
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Die
Ultraschallprüfköpfe (12)
werden im Impuls-Echo-Verfahren betrieben. Jeder Ultraschallprüfkopf (12)
sendet in einer vorher fest definierten Reihenfolge Impulse mit
einer Frequenz von 12 MHz aus und empfängt die reflektierten Signale.
Der Scannarm (7) fährt
mit einer konstanten Geschwindigkeit von 1200 mm/s von der Prüflingsaufnahme
(2) zur Prüflingsaufnahme
(3) entlang der Oberfläche
des Polysiliciumformkörpers (1).
Der Polysiliciumformkörper
(1) wird mittels der Prüflingsaufnahmen
(2) und (3) um 1 mm in Umfangsrichtung gedreht.
Der Scannarm (7) fährt
mit 1200 mm/s von der Prüflingsaufnahme
(3) zur Prüflingsaufnahme
(2) entlang der Oberfläche
des Polysiliciumformkörpers
(1) zurück.
Die empfangenen Signale werden parallel dazu in der Recheneinrichtung
(5 + 6) ausgewertet und die Ergebnisse visualisiert.
Wird ein Materialfehler entdeckt, so blinkt eine Lampe (9)
bis zum Prüfungsende.
Mit dem Polysiliciumformkörper
(1) wird so lange wie beschrieben verfahren, bis der gesamte
Umfang des Polysiliciumformkörpers
abgefahren und somit geprüft wurde.
Nach Abschluss der Prüfung
wird das vollentsalzte Wasser aus der Wasserauffangwanne (4)
abgelassen. Die Prüflingsaufnahmen
(2) und (3) werden geöffnet und der Polysiliciumformkörper (1)
wird aus der Messvorrichtung entnommen. Je nach Anzeige (9)
wird der Polysiliciumformkörper
(1) als fehlerfrei oder fehlerbehaftet eingestuft.
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Beispiel 2: Horizontale Prüfung mit
Wasserstrahlankopplung
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Ein
Polysiliciumformkörper
(1) mit einem Durchmesser von 200 mm und einer Stablänge von
2500 mm wird waagerecht gemäß 1 mit
Wasserstrahlankopplung geprüft.
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Der
Prüfablauf
erfolgt analog Beispiel 1 mit dem Unterschied, dass die Wasserauffangwanne
(4) während
der Ultraschallprüfung
nicht mit vollentsalztem Wasser gefüllt ist und die Ultraschallprüfkopfeinheit
(8), wie in 4 dargestellt und im Folgenden
beschrieben, aufgebaut ist:
Die Ultraschallprüfkopfeinheit
(8) besteht aus 3 Prüfkopfhaltern
(11), 4 Ultraschallprüfköpfen (12)
und der berührungslosen
Abstandselektronik (ohne Abbildung), welche in dem Scannarm (7)
integriert ist und den Abstand zwischen Ultraschallprüfkopfeinheit
(8) und Polysiliciumformkörper (1) konstant
hält. Den
Prüfkopfhaltern
(11) wird über
Leitungen (13) kontinuierlich vollentsalztes Wasser zugeführt. Dieses
Wasser füllt
den Raum um die Ultraschallprüfköpfe (12)
auf und bildet einen Wasserstrahl, der für die Ultraschallankopplung zwischen
der Ultraschallprüfköpfe (12)
und der Oberfläche
des Polysiliciumformkörpers
(1) sorgt.
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Die
Prüfung
erfolgt wie in Bsp. 1 beschrieben.
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Im
Anschluss an die Prüfungsfahrt,
aber in umgekehrter Richtung erfolgt die Trocknung des Polysiliciumformkörpers (1)
mittels Druckluft (nicht dargestellt). Nach dem Trocknen des Polysiliciumformkörpers (1) werden
die Spitzen der Prüflingsaufnahmen
(2) und (3) geöffnet
und der Polysiliciumformkörper
(1) wird entnommen. Je nach Anzeige (9) wird der
Polysiliciumformkörper
(1) als fehlerfrei oder fehlerbehaftet eingestuft.
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Beispiel 3: Vertikale Prüfung unter
Wasser
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Die
Prüfung
erfolgt analog Bespiel 1 unter Verwendung der in 3 dargestellten
Ultraschallprüfkopfeinheit
mit dem Unterschied, dass der Polysiliciumformkörper (1) vertikal
geprüft
wird, wie in 2 dargestellt.
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Beispiel 4: Vertikale Prüfung mit
Wasserstrahlankopplung
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Die
Prüfung
erfolgt analog Bespiel 2 unter Verwendung der in 4 dargestellten
Ultraschallprüfkopfeinheit
mit dem Unterschied, dass der Polysiliciumformkörper (1) vertikal
geprüft
wird, wie in 2 dargestellt.