DE102006059025A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Bogenmaterial in einer Verarbeitungsmaschine - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Trocknen von Bogenmaterial in einer Verarbeitungsmaschine Download PDF

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen von Bogenmaterial in einer Verarbeitungsmaschine. Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Trocknervorrichtung der eingangs genannten Art derart zu verbessern, dass bei einer hohen Trocknungswirkung eine stabile Bogenführung für Bogenmaterialien mit unterschiedlichen Elastizitätsmodulen erzielt wird. Gelöst wird das verfahrensgemäß dadurch, dass die erwärmte Luftströmung 18 in einem Bereich der Austrittsdüse 17 vor deren Öffnung 20 als eine laminare Luftströmung in ihrer Hauptbewegung umgelenkt und durchmischt wird, wobei die Hauptbewegung mit Mischbewegungen der Luftströmung überlagert wird und anschließend als turbulente Luftströmung an der Öffnung 20 austritt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Trocknen von Bogenmaterial in einer Verarbeitungsmaschine nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 2. Als Verarbeitungsmaschinen eignen sich insbesondere Rotationsdruckmaschinen sowie Lackiermaschinen für die Verarbeitung von bogenförmigen Bedruckstoffen.
  • Ein Verfahren und eine Vorrichtung dieser Art ist aus DE 102 44 288 A1 bekannt, welche bei schonenden Behandlung des Bogenmaterials eine hohe Trocknungswirkung erzielen sollen. Die Trocknervorrichtung umfasst zur Führung von Trocknungsluft eine äußere Kammer mit einer schlitzförmigen Austrittsdüse, wobei innerhalb der äußeren Kammer eine Luftzufuhrkammer angeordnet ist, deren Innenraum über eine Durchtrittsöffnung für Luft mit der äußeren Kammer verbunden ist. Dabei wird die Luft in einen Innenraum der Luftzufuhrkammer geleitet, über eine Öffnung im Innenraum in eine äußere Kammer geleitet und in zwei Teilstrahlen um die Luftzufuhrkammer um 180° umgelenkt und während der Aufenthaltsdauer mittels einer Heizung erwärmt, bevor die wieder vereinigte, erwärmte Luftströmung durch die schlitzförmige Austrittsdüse austritt. Die Austrittsdüse ist bevorzugt in der Auslassbreite einstellbar.
  • Bei einer derartigen, auch als Thermolufttrockner bezeichneten, Trocknervorrichtungen kann es ist von Nachteil sein, dass die an der Austrittsdüse austretenden Luftstrahlen sich negativ auf die Führung des lediglich an einer Kante mittels Bogenhaltemitteln fixierten Bogenmaterials auswirken. Das Bogenmaterial kann mittels der Luftstrahlen die ideale Führungsebene verlassen und/oder zu einem unruhigen Bogenlauf neigen.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Trocknervorrichtung der eingangs genannten Art derart zu verbessern, dass bei einer hohen Trocknungswirkung eine stabile Bogenführung für Bogenmaterialien mit unterschiedlichen Elastizitätsmodulen, erzielt wird.
  • Gelöst wird die Aufgabe durch die Ausbildungsmerkmale von Patentanspruch 1 und 2. Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
  • Ein erster Vorteil der Erfindung ist darin begründet, dass mit dem Verfahren sowie der Vorrichtung eine stabile Bogenführung für Bogenmaterial mit unterschiedlichen Elastizitätsmodulen bei hoher Trocknungswirkung realisiert werden kann. Beispielsweise kann bei Bogenmaterialien mit niedrigen Grammsturen (flächenbezogene Masse) oder mit ein- oder beidseitig bedruckten und/oder lackierten Oberflächen (Schöndruck bzw. Schön- und Widerdruck) die Bogenführung entlang einer Bogenleiteinrichtung verbessert werden. Weiterhin kann die Bogenführung für besonders kratzempfindliche Bogenmaterialien, beispielsweise Folien, verbessert werden. Die an der Austrittsdüse austretenden Luftstrahlen wirken sich nicht negativ auf die Führung des lediglich an einer Kante mittels Bogenhaltemitteln fixierten Bogenmaterials aus, welches bevorzugt in einem definierten Abstand über eine mit einer Pneumatikquelle gekoppelte Bogenleiteinrichtung geführt wird. Das Bogenmaterial verbleibt im Bereich der Luftstrahlen auf der idealen Führungsebene und mögliche Flattererscheinungen des Bogenmaterials beim Durchlaufen des Trocknerbereiches sind spürbar reduziert. Im Ergebnis kann das Bogenmaterial frei von Kratzern oder Abschmiererscheinungen in hoher Qualität auf einem Auslegerstapel abgelegt werden.
  • Ein zweiter Vorteil besteht darin, dass die Vorrichtung jeweils einseitig auf eine Oberfläche oder beidseitig auf beide Oberflächen (Unter-/Oberseite) des Bogenmaterials gerichtet angeordnet sein kann.
  • In einer weiteren Ausbildung kann die jeweilige Vorrichtung mit wenigstens einem Infrarot-(IR-)Trockner kombiniert sein.
  • Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Dabei zeigen schematisch:
  • 1 einen Ausleger einer Verarbeitungsmaschine für Bogenmaterial,
  • 2 eine Trocknervorrichtung,
  • 3 eine erste Austrittsdüse für eine Trocknervorrichtung,
  • 4 eine zweite Austrittsdüse für eine Trocknervorrichtung.
  • Eine Rotationsdruckmaschine für die Verarbeitung von bogenförmigen Bedruckstoffen, d.h. Bogenmaterial 12, umfasst mehrere Druckwerke und/oder wenigstens ein Lackwerk sowie in Förderrichtung 8 des Bogenmaterials 12 einen Ausleger 1. Für den Transport des Bogenmaterials 12 weist der Ausleger 1 eine an sich bekannte, umlaufende Fördereinrichtung 2 mit in Abständen angeordneten Bogenhalteinrichtungen 3 für den Bogentransport entlang einer Bogenleiteinrichtung 7 und einer Bogenbremseinrichtung 6 und anschließender Ablage des Bogenmaterials 12 auf einen Auslegerstapel 4 auf. In einem definierten Abstand zur idealen Förderebene des Bogenmaterials 12 ist eine an sich bekannte Bogenleiteinrichtung 7 angeordnet, welche vorzugsweise mit einem Pneumatiksystem 24 gekoppelt ist. Die Bogenleiteinrichtung 7 ist im Saugluft- und/oder im Blasluftbetrieb betreibbar. Hierzu ist das Pneumatiksystem 24 bevorzugt durch mehrere umschaltbare Lüfter ausgeführt. Im Ausleger 1 ist ferner eine Trocknervorrichtung 11 angeordnet, welche als Heißlufttrockner oder als Infrarottrockner (IR-Trockner) kombiniert mit einem Heißlufttrockner ausgebildet ist. Die Trocknervorrichtung 11 kann einseitig auf eine Oberfläche oder beidseitig auf beide Oberflächen (Unter-/Oberseite) des Bogenmaterials 12 gerichtet angeordnet sein.
  • In 1 ist lediglich beispielhaft eine Ausbildung der Trocknervorrichtung 11 gezeigt, welche auf die Oberseite des Bogenmaterials 12 gerichtet ist. In Förderrichtung 8 ist beispielsweise der Trocknervorrichtung 11 eine Bestäubungseinrichtung 5 angeordnet. Der Bestäubungseinrichtung 5 ist im Bereich der Bogenleiteinrichtung 7 eine Stützvorrichtung 9 gegenüberliegend angeordnet, wobei die Stützvorrichtung 9 bevorzugt mit einem Absaugsystem 10 für überschüssiges Bestäubungsmaterial kombiniert ist. Bestäubungseinrichtung 5 und Trocknervorrichtung 11 erstrecken sich bevorzugt über die Formatbreite des Bogenmaterials 12.
  • Gemäß 2 ist eine Trocknervorrichtung 11 gezeigt, die lediglich beispielhaft an der Ausbildung gemäß DE 102 44 288 A1 näher erläutert wird. Ausgehend von einer Vorrichtung zum Trocknen 11 von Bogenmaterial 12 in einer Verarbeitungsmaschine, wird der Vorrichtung 11 eine Luftströmung 18, beispielsweise von einem Pneumatiksystem, zugeführt. Die Luftströmung 18 wird in eine innere Kammer 13 eingespeist und strömt durch eine Durchtrittsöffnung 15 in eine äußere Kammer 14. Dabei wird die Luftströmung 18 um 180° in der Kammer 14 umgelenkt und strömt während der Aufenthaltsdauer an einer Heizung 16 entlang und wird dort erwärmt. Bevorzugt ist in der äußeren Kammer 14 der Durchtrittsöffnung 15 zugekehrt eine Leiteinrichtung 21 angeordnet, die die Luftströmung 18 umlenkt. An einer Öffnung 20 einer Austrittsdüse 17 der Trocknervorrichtung 11 tritt die erwärmte Luftströmung 18 (Heißluft) in Richtung des Bogenmaterials 12 aus.
  • Erfindungsgemäß umfasst die Austrittsdüse 17 zumindest eine mit der Öffnung 20 korrespondierende erste Düsenkammer 22. In die zumindest eine Düsenkammer 22 ist die vorher erwärmte Luftströmung 18 als eine laminare Luftströmung 18 einspeisbar, ist in der Düsenkammer 22 in ihrer Hauptbewegung umlenkbar und in einem Mischbereich 19 innerhalb der Düsenkammer 22 durchmischbar und tritt als turbulente Luftströmung an der Öffnung 20 aus. Die Düsenkammer 22 ist im Inneren bevorzugt im Wesentlichen kreisförmig, alternativ ellipsenförmig, ausgebildet, so dass die eingespeiste Luftströmung 18 eine annähernd 360° Umlenkung erhält, den Mischbereich 19 durchströmt und an der Öffnung 20 austritt.
  • In einer weiteren Ausbildung umfasst die Austrittsdüse 17 zusätzlich zur ersten Düsenkammer 22 eine mit einer eigenen Öffnung 20' korrespondierende zweite Düsenkammer 23. In die erste und die zweite Düsenkammer 22, 23 ist die Luftströmung 18 als eine laminare Luftströmung einspeisbar. Analog zur Düsenkammer 22 ist die Luftströmung 18 in der Düsenkammer 23 in ihrer Hauptbewegung umlenkbar und in einem Mischbereich 19 innerhalb der Düsenkammer 23 durchmischbar und tritt als turbulente Luftströmung an der Öffnung 20' aus. Analog zur Düsenkammer 22 ist die Düsenkammer 23 im Inneren bevorzugt im Wesentlichen kreisförmig, alternativ ellipsenförmig, ausgebildet, so dass die eingespeiste Luftströmung 18 eine annähernd 360° Umlenkung erhält, den Mischbereich 19 durchströmt und an der Öffnung 20' austritt.
  • Bevorzugt sind – wie in 4 gezeigt – die beiden Düsenkammern 22, 23 der Austrittsdüse 17 spiegelsymmetrisch angeordnet. Bei Bedarf kann in der Austrittsdüse 17 ein die laminare Luftströmung 18 in Teilströme für die erste und die zweite Düsenkammer 22, 23 aufteilendes Leitelement 21 angeordnet sein. In bevorzugter Ausbildung sind die Öffnungen 20, 20' der beiden Düsenkammern 22, 23 auf einer gemeinsamen Ebene 25 angeordnet.
  • Das Verfahren zum Trocknen von Bogenmaterial 12 in einer Verarbeitungsmaschine, wobei eine einer Trocknervorrichtung 11 zugeführte Luftströmung 18 mittels einer Heizung 16 erwärmt und an einer Öffnung einer Austrittsdüse 17 der Trocknervorrichtung 11 in Richtung des Bogenmaterials 12 austritt, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Luftströmung 18 in einem Bereich der Austrittsdüse 17 vor deren Öffnung 20, 20' als eine laminare Luftströmung in ihrer Hauptbewegung umgelenkt und durchmischt wird, wobei die Hauptbewegung mit Mischbewegungen der Luftströmung überlagert wird, und anschließend als turbulente Luftströmung an der Öffnung 20, 20' austritt.
  • Die Wirkungsweise ist wie folgt: Ausgehend von einer Vorrichtung 11 zum Trocknen von Bogenmaterial 12 in einer Verarbeitungsmaschine, wobei eine der Vorrichtung 11 zugeführte Luftströmung 18 mittels einer Heizung 16 erwärmt und an einer Öffnung 20 einer Austrittsdüse 17 der Trocknervorrichtung 11 in Richtung des Bogenmaterials 12 austritt, umfasst erfindungsgemäß die Austrittsdüse 17 zumindest eine mit der Öffnung 20 korrespondierende erste Düsenkammer 22 in die zumindest eine Düsenkammer 22 ist die Luftströmung 18 als eine laminare Luftströmung einspeisbar und in der Düsenkammer 22 in ihrer Hauptbewegung umlenkbar und in einem Mischbereich 19 durchmischbar und tritt als turbulente Luftströmung an der Öffnung 20 in Richtung Bogenmaterial 12 aus. In der Ausbildung mit zwei Düsenkammern 22, 23 umfasst die Austrittsdüse 17 zusätzlich eine mit einer eigenen Öffnung 20' korrespondierende zweite Düsenkammer 23. In die zweite Düsenkammer 23 ist die Luftströmung 18 als eine laminare Luftströmung einspeisbar und ist in der Düsenkammer 23 in ihrer Hauptbewegung umlenkbar und in einem Mischbereich 19 durchmischbar und tritt als turbulente Luftströmung an der Öffnung 20' aus. Bei Anordnung zweier Düsenkammern 22, 23 wird bevorzugt die zugeführte Luftströmung 18 mittels des Leitelements 21 im Wesentlichen vor den Düsenkammern 22, 23 in zwei annähernd gleiche Teilströme aufgeteilt.
  • 1
    Ausleger
    2
    Fördereinrichtung
    3
    Bogenhalteeinrichtung
    4
    Auslegerstapel
    5
    Bestäubungseinrichtung
    6
    Bogenbremseinrichtung
    7
    Bogenleiteinrichtung
    8
    Förderrichtung
    9
    Stützvorrichtung
    10
    Absaugsystem
    11
    Trocknervorrichtung
    12
    Bogenmaterial
    13
    innere Kammer
    14
    äußere Kammer
    15
    Durchtrittsöffnung
    16
    Heizung
    17
    Austrittsdüse
    18
    Luftströmung
    19
    Mischbereich
    20
    Öffnung (erste Düsenkammer)
    20'
    Öffnung (zweite Düsenkammer)
    21
    Leitelement
    22
    erste Düsenkammer
    23
    zweite Düsenkammer
    24
    Pneumatiksystem
    25
    Ebene

Claims (6)

  1. Verfahren zum Trocknen von Bogenmaterial in einer Verarbeitungsmaschine, wobei eine einer Trocknervorrichtung zugeführte Luftströmung mittels einer Heizung erwärmt und an einer Öffnung einer Austrittsdüse der Trocknervorrichtung in Richtung des Bogenmaterials austritt, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftströmung in einem Bereich der Austrittsdüse vor deren Öffnung als eine laminare Luftströmung in ihrer Hauptbewegung umgelenkt und durchmischt wird, wobei die Hauptbewegung mit Mischbewegungen der Luftströmung überlagert wird, und anschließend als turbulente Luftströmung an der Öffnung austritt.
  2. Vorrichtung zum Trocknen von Bogenmaterial in einer Verarbeitungsmaschine, wobei eine der Vorrichtung zugeführte Luftströmung mittels einer Heizung erwärmt und an einer Öffnung einer Austrittsdüse der Trocknervorrichtung in Richtung des Bogenmaterials austritt, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsdüse (17) zumindest eine mit der Öffnung (20) korrespondierende erste Düsenkammer (22) umfasst, dass in die zumindest eine Düsenkammer (22) die Luftströmung (18) als eine laminare Luftströmung einspeisbar und in der Düsenkammer (22) in ihrer Hauptbewegung umlenkbar und in einem Mischbereich (19) durchmischbar ist und als turbulente Luftströmung an der Öffnung (20) austritt.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsdüse (17) eine mit einer eigenen Öffnung (20') korrespondierende zweite Düsenkammer (23) umfasst, dass in die zweite Düsenkammer (23) die Luftströmung (18) als eine laminare Luftströmung einspeisbar und in der Düsenkammer (23) in ihrer Hauptbewegung umlenkbar und in einem Mischbereich (19) durchmischbar ist und als turbulente Luftströmung an der Öffnung (20') austritt.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Düsenkammern (22, 23) spiegelsymmetrisch angeordnet sind.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Austrittsdüse (17) ein die laminare Luftströmung (18) in Teilströme für die erste und die zweite Düsenkammer (22, 23) aufteilendes Leitelement (21) angeordnet ist.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (20, 20') der beiden Düsenkammern (22, 23) auf einer Ebene (25) angeordnet sind.
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