DE102012204909A1 - Tretroller mit mindestens zwei Rädern - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Tretroller mit mindestens zwei Rädern, einer Lenkstange, einem Standbrett und einem Gelenk, mittels dessen die Lenkstange aus ihrer im Wesentlichen vertikalen Fahrstellung in Richtung auf das Standbrett in eine im Wesentlichen horizontale Tragstellung abklappbar ist. Mit dem Ziel, einen Tretroller mit einer abklappbaren Lenkstange bereit zu stellen, der gegenüber dem Stand der Technik verbessert ist und insbesondere die Nachteile des Standes der Technik beseitigt, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Gelenk eine schräg zur Längsachse der Lenkstange (1) verlaufende Drehachse (4) aufweist.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft einen Tretroller mit mindestens zwei Rädern, einer Lenkstange, einem Standbrett und einem Gelenk, mittels dessen die Lenkstange aus ihrer im Wesentlichen vertikalen Fahrstellung in Richtung auf das Standbrett in eine im Wesentlichen horizontale Tragstellung abklappbar ist.
- Um eine derartige Klappbewegung zu ermöglichen, sind im Wesentlichen drei unterschiedliche Klappmechanismen bekannt:
- 1. Der Klappmechanismus weist ein Scharniergelenk mit einer Klappstrebe als Arretierung auf.
- 2. Der Klappmechanismus weist ein Scharniergelenk mit einer Hülse als Arretierung auf.
- 3. Der Klappmechanismus weist ein Scharniergelenk mit einer Verriegelungskulisse auf.
- Diese bekannten Klappmechanismen haben allesamt Nachteile, von denen einige im Folgenden aufgelistet sind:
- – Der Auf- bzw. Zuklappvorgang ist teilweise sehr zeitaufwendig und ”arbeitsintensiv”.
- – Bei der Klappmechanik besteht leicht Einklemmgefahr.
- – Eine Kabeldurchführung ist ohne externe Verlegung nur sehr aufwendig realisierbar.
- – Die Standfläche wird durch den Klappmechanismus oft stark eingeschränkt.
- – Der Klappmechanismus weist in allen Gebrauchslagen keine besonders ansprechende Ästhetik auf.
- – Der Klappmechanismus ist einhändig so gut wie nicht bedienbar und der Bewegungsverlauf lässt sich nicht einfach kontrollieren.
- Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Tretroller mit einer abklappbaren Lenkstange bereit zu stellen, der gegenüber dem Stand der Technik verbessert ist und insbesondere die vorstehenden Nachteile beseitigt.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Tretroller mit mindestens zwei Rädern, einer Lenkstange, einem Standbrett und einem Gelenk, mittels dessen die Lenkstange aus ihrer im Wesentlichen vertikalen Fahrstellung in Richtung auf das Standbrett in eine im Wesentlichen horizontale Tragstellung abklappbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenk eine schräg zur Längsachse der Lenkstange verlaufende Drehachse aufweist.
- Ein derart ausgebildeter Tretroller weist folgende Vorteile auf:
- – Das Auf- und Zuklappen der Lenkstange (inkl. der Arretierung) kann sehr schnell und auch mit einer Hand erfolgen.
- – Der Klappmechanismus weist im auf- sowie im zugeklappten Zustand eine hohe Ästhetik auf.
- – Der Bauraum des Standbrettes kann maximal ausgenutzt werden.
- – Die schräge Drehebene erlaubt eine ergonomischere Klappbewegung.
- Die Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung.
- Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung weist das Gelenk zwei aufeinander gleitende Gelenkflächen auf, die unter einem Winkel von ca. 45° zur Längsachse der Lenkstange verlaufen.
- Damit die Lenkstange insbes. in der Fahrtstellung gesichert ist, ist gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ein Verriegelungselement vorgesehen, welches die Lenkstange in ihrer Fahrstellung arretiert.
- Das Verriegelungselement kann vorteilhafterweise entweder als eine in Längsrichtung der Lenkstange verschiebbare Arretierhülse oder als ein in Längsrichtung der Lenkstange verschiebbarer Arretierbolzen ausgebildet sein. Hierdurch lässt sich eine sehr einfache und kompakte Verriegelung realisieren. Darüber hinaus werden durch die schräge Drehebene des Gelenkes die Scherkräfte auf das Verriegelungselement reduziert.
- Um eine spielfreie Arretierung des Gelenkes zu gewährleisten, sind gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung die Arretierhülse und der Arretierbolzen mit einem Konus versehen.
- Die Drehachse des Gelenkes ist vorteilhafterweise von einem Verbindungselement, vorzugsweise einer Schraube, gebildet.
- Das Verbindungselement weist gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung eine Axialbohrung zur Durchführung eines Kabels o. dgl. auf. Durch diese integrierte Kabeldurchführung können ”unsichtbar” elektrische Komponenten angeschlossen werden (z. B. Beleuchtung, Sensoren).
- Die beiden Gelenkflächen des Gelenkes sind vorteilhafterweise über ein Federelement gegeneinander vorgespannt, wodurch eine gedämpfte Klappbewegung erreicht wird.
- Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung sind Endanschläge zur Begrenzung der Klappbewegung vorgesehen. Diese Begrenzung kann beispielsweise durch einen in einer Kulisse geführten Stift realisiert werden.
- Damit die Lenkstange nicht unbeabsichtigt ihre Lage ändern kann, ist gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ein Betätigungselement vorgesehen, welches ein unbeabsichtigtes Abklappen der Lenkstange verhindert.
- Damit sich die Arretierhülse nicht gegenüber der Lenkstange verdrehen kann, ist gemäß einer bevorzugten Weiterbildung eine Verdrehsicherung vorgesehen. Durch diese Verdrehsicherung der Arretierhülse kann der Klappvorgang auch sehr gut dosiert werden.
- Die Verdrehsicherung kann vorteilerhafterweise durch einen zumindest abschnittsweisen Formschluss realisiert werden. Dieser kann beispielsweise durch einen unrunden Querschnitt (z. B. elliptisch) oder mindestens einer Nut/Abflachung gebildet werden.
- Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnungen. Es zeigen:
-
1 eine Prinzipskizze eines erfindungsgemäß bei einem Tretroller verwendeten Gelenkes zum Abklappen der Lenkstange, links in Fahrstellung und rechts in Tragstellung, -
2 eine Ansicht des erfindungsgemäß ausgebildeten Gelenkes gemäß einer ersten Ausführungsform, links in Fahrstellung und rechts in Tragstellung, -
3 einen Schnitt durch die linke Darstellung in2 , -
4 eine Detailansicht eines Gelenkunterteils, -
5 einen Schnitt durch das erfindungsgemäß ausgebildete Gelenk gemäß einer zweiten Ausführungsform, -
6 eine weitere Detailansicht des erfindungsgemäß ausgebildeten Gelenkes mit einem Betätigungselement, -
7 verschiedene Darstellungen einer Verdrehsicherung, und -
8 eine schematische Ansicht, welche das Zusammenklappen des erfindungsgemäßen Tretrollers verdeutlicht. - In den Figuren ist nur der Bereich einer Lenkstange
1 eines Tretrollers dargestellt, in dem sich das erfindungsgemäß ausgebildete Gelenk befindet. Alle übrigen Teile des Tretrollers, wie Räder, Standbrett usw. wurden der Übersichtlichkeit halber weggelassen. - Die Lenkstange
1 des bekannten Tretrollers weist ein erfindungsgemäßes Gelenk auf, dessen prinzipielle Ausgestaltung in1 gezeigt ist. Dabei zeigt die linke Hälfte der1 die Lenkstange1 in Fahrstellung, während die rechte Hälfte der1 die Lenkstange1 in einer abgeklappten Stellung zeigt, in welcher der Tretroller leicht und einfach getragen werden kann. - Im Bereich des Gelenkes weist die Lenkstange
1 ein Gelenkoberteil2 und ein Gelenkunterteil3 auf. Beide Gelenkteile2 ,3 sind derart miteinander verbunden, dass die Lenkstange1 aus einer im Wesentlichen vertikalen Fahrstellung (links in1 ) in eine im Wesentlichen horizontale Tragstellung (rechts in1 ) gebracht werden kann. Dazu weist das Gelenk eine schräg zur Längsachse der Lenkstange1 verlaufende Drehachse4 auf. - Vorteilhafterweise sind dabei die aufeinander gleitenden Gelenkflächen am Gelenkoberteil
2 und am Gelenkunterteil3 unter einem Winkel von ca. 45° zur Längsachse der Lenkstange1 geneigt, wie in1 zu erkennen ist. Auch wenn ein Winkel von ca. 45° vorteilhaft ist, kann der Winkel auch andere Größen einnehmen. -
2 zeigt eine Ansicht des erfindungsgemäßen Gelenkes, wobei in der linken Hälfte der2 die Lenkstange1 in Fahrstellung und in der rechten Hälfte der2 die Lenkstange1 in Tragstellung dargestellt ist. - In
2 ist weiterhin ein Verriegelungselement in Form einer Arretierhülse5 zu erkennen, welches die Lenkstange1 in ihrer Fahrstellung arretiert. Die Arretierhülse5 umgibt die Lenkstange1 und ist in ihrer Längsrichtung verschiebbar. Um die Lenkstange1 aus ihrer links in2 gezeigten Fahrstellung in die rechts in2 gezeigte Tragstellung zu überführen, wird die Arretierhülse5 nach oben gezogen und dann das Gelenkoberteil2 gegenüber dem Gelenkunterteil3 um die Drehachse4 verschwenkt, so dass die Lenkstange1 in eine im Wesentlichen horizontale Position gelangt. -
3 zeigt einen Schnitt durch das Gelenk gemäß2 . In dieser Figur ist auch zu erkennen, dass die Drehachse4 des Gelenkes von einem Verbindungselement, vorzugsweise einer Schraube6 , gebildet ist, die eine Axialbohrung7 zur Durchführung eines Kabels o. dgl. aufweist, das beispielsweise zu einer in der Lenkstange1 angebrachten Beleuchtungseinrichtung8 , wie einer LED, führt. Des Weiteren zeigt3 einen Stift9 , der in einer halbkreisförmigen Kulisse10 geführt ist. Stift9 und Kulisse10 bilden zusammen Endanschläge, welche die Klappbewegung der Lenkstange1 in ihren Endlagen begrenzen. - Die Endlagenbegrenzung ist auch noch in
4 gezeigt. Dort ist in dem Gelenkunterteil3 die halbkreisförmige Kulisse10 ausgebildet, in welcher der im Gelenkoberteil2 gelagerte Stift9 geführt ist. In den jeweiligen Endlagen können auch Rastmulden vorgesehen sein, in welcher der Stift9 unter Federbelastung einrasten kann. -
5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Verriegelungselementes, das als in Längsrichtung der Lenkstange1 verschiebbarer Arretierbolzen11 ausgebildet ist. Dieser Arretierbolzen11 ist innerhalb der Lenkstange1 gelagert und verhindert, dass sich Gelenkoberteil2 und Gelenkunterteil3 ungewollt gegeneiander verdrehen können. - Zur spielfreien Arretierung des Gelenkes können die Arretierhülse
5 und der Arretierbolzen11 einen Konus aufweisen (nicht dargestellt). Des Weiteren können die beiden aufeinander gleitenden Gelenkflächen über ein nicht dargestelltes Federelement gegeneinander vorgespannt sein. - Damit es nicht zu einem unbeabsichtigten Abklappen der Lenkstange
1 kommen kann, ist ein Betätigungselement12 vorgesehen, welches mit dem Verriegelungselement5 ,11 in Wirkverbindung steht. Das Betätigungselement12 kann beispielsweise als federbelasteter Druckknopf ausgebildet sein, der vor einem Abklappen der Lenkstange1 gedrückt werden muss. - Um zu verhindern, dass sich die Arretierhülse
5 gegenüber der Lenkstange1 verdreht, ist eine Verdrehsicherung vorgesehen, welche unterschiedlich ausgestaltet sein kann. Beispiele sind in7 gezeigt. So kann ein runder Querschnitt mit einer Nut als Verdrehsicherung verwendet werden (links in7 ). Eine andere Ausgestaltung sieht einen unrunden, z. B. ovalen, (mittig in7 ) oder einen abschnittsweise nicht runden Querschnitt (rechts in7 ) vor. Die Verdrehsicherung bewirkt auch, dass über die Arretierhülse5 ein Lenkmoment übertragen werden kann, wenn die Arretierhülse5 als Lenkelement verwendet werden soll. -
8 zeigt in einer schematischen Bilderfolge, wie der erfindungsgemäß ausgestattete Tretroller leicht und einfach zusammengeklappt werden kann, indem er mit einer Hand an der Lenkstange1 hochgehoben wird und dann die Lenkstange1 so gedreht wird, dass sich das Standbrett mit den Rädern infolge seines Eigengewichts in eine im Wesentlichen parallel zur Lenkstange1 erstreckende Position begibt. In dieser zusammengeklappten Stellung kann der Tretroller mühelos transportiert werden. - Die vorhergehende Beschreibung der vorliegenden Erfindung dient nur zu illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfindung. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich, ohne den Umfang der Erfindung sowie ihrer Äquivalente zu verlassen.
- Bezugszeichenliste
-
- 1
- Lenkstange
- 2
- Gelenkoberteil
- 3
- Gelenkunterteil
- 4
- Drehachse
- 5
- Arretierhülse
- 6
- Schraube
- 7
- Axialbohrung
- 8
- Beleuchtungseinrichtung
- 9
- Stift
- 10
- Kulisse
- 11
- Arretierbolzen
- 12
- Betätigungselement
Claims (14)
- Tretroller mit mindestens zwei Rädern, einer Lenkstange, einem Standbrett und einem Gelenk, mittels dessen die Lenkstange aus ihrer im Wesentlichen vertikalen Fahrstellung in Richtung auf das Standbrett in eine im Wesentlichen horizontale Tragstellung abklappbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenk eine schräg zur Längsachse der Lenkstange (
1 ) verlaufende Drehachse (4 ) aufweist. - Tretroller nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenk zwei aufeinander gleitende Gelenkflächen aufweist, die unter einem Winkel von ca. 45° zur Längsachse der Lenkstange (
1 ) verlaufen. - Tretroller nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verriegelungselement (
5 ,11 ) vorgesehen ist, welches die Lenkstange (1 ) in ihrer Fahrstellung arretiert. - Tretroller nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement als in Längsrichtung der Lenkstange (
1 ) verschiebbare Arretierhülse (5 ) ausgebildet ist. - Tretroller nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verriegelungselement als in Längsrichtung der Lenkstange (
1 ) verschiebbarer Arretierbolzen (11 ) ausgebildet ist. - Tretroller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierhülse (
5 ) und der Arretierbolzen (11 ) einen Konus zur spielfreien Arretierung des Gelenkes aufweist. - Tretroller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (
4 ) des Gelenkes von einem Verbindungselement, vorzugsweise einer Schraube (6 ), gebildet ist. - Tretroller nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement eine Axialbohrung (
7 ) zur Durchführung eines Kabels o. dgl. aufweist. - Tretroller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Gelenkflächen über ein Federelement gegeneinander vorgespannt sind.
- Tretroller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Endanschläge zur Begrenzung der Klappbewegung vorgesehen sind.
- Tretroller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betätigungselement (
12 ) vorgesehen ist, welches ein unbeabsichtigtes Abklappen der Lenkstange (1 ) verhindert. - Tretroller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verdrehsicherung vorgesehen ist, welche ein Verdrehen der Arretierhülse (
5 ) verhindert. - Tretroller nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrehsicherung durch einen zumindest abschnittsweise unrunden Querschnitt der Arretierhülse (
5 ) gebildet ist. - Tretroller nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrehsicherung durch einen zumindest abschnittsweisen Formschluss gebildet ist.
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