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Die Erfindung betrifft eine Laufwagenanordnung für schwer heb- und bewegbare Flügel eines Fensters oder einer Tür nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Es ist bereits aus dem Stand der Technik beispielweise aus der
EP 1298272 A2 bekannt, Beschläge für Hebe-Schiebe-Türen oder -Fenster mit jeweils wenigstens zwei Laufwagen auszubilden. Zum Öffnen und Schließen des Tür- oder Fensterflügels einer solchen Tür oder eines solchen Fensters ist es erforderlich, diesen Flügel anzuheben bzw. abzusenken. Hierfür besitzen die Laufwagen Hubmittel, die zwischen einem Laufwagenelement des betreffenden Laufwagens, welches Laufwagenelement mit Laufschienen am Rahmen zusammenwirkenden Rollen aufweist, und neben einem Lager wirken, welches am Flügel befestigt ist, und die bei einem Verschieben der Laufwagenelemente relativ zu ihrem Lager in Laufwagenlängsrichtung entsprechend einer Hebekurve das Anheben und Absenken des Flügels bewirken.
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Die Laufwagenelemente der verschiedenen Laufwagen eines Beschlages sind über eine Koppelstange miteinander verbunden, damit sämtliche Laufwagenelemente zum Anheben und Absenken des Flügels gleichsinnig bewegt werden. Insbesondere bei Mehrfachverglasungen, wie sie heute üblich und wegen der Wärmeschutzverordnungen auch vorgeschrieben sind, weisen großflächige Flügel ein erhebliches Gewicht auf, welches vom Laufwagen bzw. dessen Rollen auf die Laufschiene übertragen werden muss.
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Aus Gründen einer möglichst geräuscharmen Betätigung und zur Vermeidung einer Abnutzung an der Laufschiene bestehen diese Rollen in der Regel aus Kunststoff, vielfach aus glasfaserverstärktem Kunststoff (z. B. Polyamid). Mit zunehmendem Flügelgewicht kommen derartige Laufrollen sehr schnell an die Grenze ihrer Belastbarkeit.
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Aus diesem Grund werden Beschläge wie beispielsweise aus dem Stand der Technik der
EP 1298272 A2 hervorgeht entsprechend dem Gewicht des Flügels mit mehr als zwei Laufwagen ausgebildet. Dazu werden die Laufwagen hintereinander angeordnet und mit Verbindungsstangen gekoppelt.
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Die vorgenannte Ausgestaltung trägt zwar das höhere Flügelgewicht ab, sie benötigen jedoch einen großen Platzbedarf, bedürfen einen hohen Montageaufwand und sind sehr kostenaufwendig. Außerdem ist die Wirkung durch die Anzahl von weiteren Rollen begrenzt, da aufgrund der langen Baureihe der hintereinander mit Verbindungsstangen verbundenen Laufwagen und durch Maßungenauigkeiten der Tür oder des Fensters, sowie durch die Laufschiene und der Laufwagen selbst nicht alle Rollen das schwere Gewicht auf die Laufschiene übertragen können, da die starre Lagerung der Laufwagen die Maßungenauigkeiten nicht ausgleichen kann und so der Kontakt zur Laufschiene fehlt, was weiterhin zu Lasten der Rollen geht und die Lebensdauer verkürzen kann.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Laufwagenanordnung aufzuzeigen, die bei hoher Funktionssicherheit auch für erhöhte Flügelgewichte geeignet ist und mit möglichst geringem Bauteileaufwand bei einfacher Montage alle möglichen Ausführungsvarianten eines heb- und bewegbaren Flügels abgedeckt werden.
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Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit den Mitteln des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 und Anspruchs 13.
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Die erfindungsgemäße Laufwagenanordnung kann in einfacher Weise an die entsprechend benötigte Position montiert werden und lässt sich aufgrund des geringen Bauteileaufwandes kostengünstig und sehr Platz sparend weiterhin, wie auf die herkömmliche Art und Weise völlig verdeckt am unteren horizontalen Flügelholm anbringen. Dabei bildet die Laufwagenanordnung und die Laufwagen selbst eine integrale Baueinheit, die sich den Gegebenheiten insbesondere der Beschlagnut des bewegbaren Flügels anpasst. Ein weiterer Vorteil des zeichnerisch dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiels der Laufwagenanordnung besteht auch darin, dass die Laufwagen jeweils zwei Laufrollenpaare mit zwei Rollen aufweisen, so dass sich die Anzahl der Rollen ausgehend der herkömmlichen Anzahl am Flügel von insgesamt vier Rollen auf acht Rollen erhöht. Des Weiteren gleicht die pendelnde Lagerung der Laufrollenpaare über die Rollen alle Maßungenauigkeiten aus, so dass sich das Gewicht des Flügels auf den Rahmen gleichmäßig auf alle Rollen einzeln verteilt und auf die am Rahmen angeordnete Laufschiene überträgt, was sich außerdem in vorteilhafter Weise positiv auf die Laufeigenschaft auswirkt. Durch Beibehaltung der Einbauposition des vorderen Laufwagen und des hinteren Laufwagen mit Abstützung des Flügels im Wesentlichen an den beiden Endseiten dieses Flügels, wird auch die durch die Mehrfachverglasung über die Richtlinien vorgeschriebene Verklotzung getragen.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis 13.
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Eine zweckmäßige, weil einfache und kostengünstige Herstellung der Laufwagenanordnung ist gewährleistet, wenn die Laufrollenpaare symmetrisch ausgestaltet und identisch ausgebildet in die Laufwagen montierbar sind. Durch die Verwendung gleicher Bauteile des Laufrollenpaares in den vorderen Laufwagen und hinteren Laufwagen, wird auch die Montage erleichtert, da eine Prüfung unterschiedlicher Varianten entfällt.
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Eine einfache Montage und eine zweckerfüllende vollständige Lastaufnahme des Flügels auf die Laufwagen wird dadurch erreicht, dass die auf einer Mittelachse des Laufrollenpaares angeordnete pendelnde Lagerung durch eine am Rollenträger angeordnete Bohrung und ein mit der Bohrung drehbeweglichen und am Rollenlagerelement befestigten Zapfen gebildet ist. Mit Anordnung des Drehpunktes auf der Mittelachse des Rollenträgers können Ungenauigkeiten zwischen den Rollen und der Laufschiene automatisch ausgeglichen werden.
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Eine weitere bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass der Zapfen einen Absatz aufweist, der die Rollenlagerelemente quer zu einer Laufwagenlängsachse der Laufwagen in einer vorgegeben Lage voneinander beabstandet, so dass die Laufrollenpaare freibeweglich zwischen den Rollenlagerelementen geführt sind und die Rollenlagerelemente frei beweglich in der Beschlagnut positioniert sind. Der am Zapfen angeordnete Absatz bestimmt in Abhängigkeit seiner Breite die reibungslose Drehbewegung der Laufrollenpaare und den freien Bewegungsverlauf der Laufwagen innerhalb der Beschlagnut, womit eine zuverlässige Funktionalität der Laufwagenanordnung erreicht wird.
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Um eine besonders gute Laufeigenschaft und einen geringen Verschleiß bei einer hohen Stabilität der Laufrollenpaare zu erreichen, ist der Absatz als Gleitlagerelement ausgebildet, und vorzugsweise aus einem Kunststoffmaterial gefertigt, wobei der Absatz in Verbindung mit dem Zapfen eine nahezu spielfreie Baueinheit bildet.
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Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung, ist der Rollenträger aus einem im spritzgießverfahren hergestellten Material, aus einem Stanzbiegeteil oder aus einem Strangpressprofil gefertigt. Alle aufgezeigten Varianten sind für die Aufnahme von hohen Gewichten geeignet und können herstellungstechnisch einfach und kostengünstig gefertigt werden. Des Weiteren bildet der Rollenträger eine einfache und stabile Aufnahme für die Rollen.
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Um einen besonders kompakten Aufbau bereitzustellen, ist der vordere Laufwagen, welcher der Flügelseite mit dem Betätigungsgestänge und dem Betätigungsorgan am nächsten ist, vorzugsweise mit der Eckumlenkung einteilig ausgebildet, wobei das Gehäuse einen in Längserstreckung der Beschlagnut angeordneten und zur Beschlagnut gerichtet flachen Abschnitt aufweist, der sich mit Übergang in die vertikale Beschlagnut erstreckt und die Umlenkbauteile der Eckumlenkung durch vorstehende Stege beweglich aufnimmt. Durch den integralen Aufbau des Laufwagens mit der Eckumlenkung, reduzieren sich die Montagearbeiten des Beschlages. Außerdem ist durch die Eckumlenkung eine Anschlagkante für den Laufwagen in horizontaler Richtung entstanden, so dass sich damit auch die Anschlagzeiten verringern. Außerdem finden die Einzelteile der Eckumlenkung aus bereits vorhandenen Bauteilen des Betätigungsbeschlags Ihre Verwendung, was in vorteilhafter Weise die Herstellungskosten und auch die Montagekosten beeinflusst, da die gleichen Montagewerkzeuge genutzt werden können.
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Eine weitere bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass der flache Abschnitt im Bereich des einen Laufrollenpaares, welches der Eckumlenkung am nächsten ist, einen Ausschnitt aufweist, in welche die Rollen eingreifen. Durch den Ausschnitt kann der Laufwagen in integraler Bauweise mit der Eckumlenkung ohne Änderung der Bauteilhöhe, was eine Veränderung der Beschlagnut in der Tiefe erfordert hätte, ausgeführt werden.
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Um möglichst viel Auflagefläche für die Laufwagen am Boden der Beschlagnut für Aufnahmelöcher zur Befestigung über Befestigungsmittel zu erhalten und zur Abstützung des Flügels durch die Laufwagen, ist der an der Oberseite der Laufwagen angeordnete flache Abschnitt des Gehäuses und ein flacher Abschnitt des Gehäuses im Querschnitt den Abmessungen der Beschlagnut ausgebildet. Gleichzeitig bildet der flache Abschnitt des vorderen Laufwagen und der flache Abschnitt des hinteren Laufwagen die Gesamtbreite der Laufwagen, wobei sämtliche weiteren Bauteile der Laufwagen dagegen und damit gegenüber der Breite der Beschlagnut schmaler ausgebildet sind, um unnötige Geräusche beim Verschieben zu vermeiden und eine reibungslose Betätigung der Laufwagen zu gewährleisten.
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Ein sicheres Betätigen des Flügelelementes, insbesondere beim Anheben und beim horizontalen Bewegen gegenüber dem Rahmen wird auch dadurch erreicht, dass der vordere Laufwagen an dem zum hinteren Laufwagen weisenden offenen Ende und der hintere Laufwagen an dem offenen Ende zum vorderen Laufwagen gerichtet ein Kupplungselement angeordnet ist, welches die Verbindungsstange kraftschlüssig aufnimmt. Mit Einhaltung der gleichen Position des vorderen Laufwagens und des hinteren Laufwagens und Verbindung durch die Verbindungsstange kann der Flügel gleichmäßig gesteuert über das Betätigungsorgan angehoben und abgesenkt werden, wobei sich das aufzunehmende Flügelgewicht auf die beiden Laufwagen verteilt.
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Da die Beschlagnut bezüglich der Abmessungen in der Tiefe und der Breite ein wesentliches Kriterium der äußeren Gestaltung des Flügels darstellt und eine Tendenz in der Reduzierung des Materials des Flügels und des Rahmens des Fenster oder der Tür und in der Erhöhung der Glasfläche zu sehen ist, weist gemäß eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung das Gehäuse des vorderen und hinteren Laufwagens auf der zur Beschlagnut gerichteten Seite einen Fixierzapfen auf, der in jeweils eine Bohrung des unteren horizontalen Flügelholms am oberen Boden der Beschlagnut eingreift und die beiden Laufwagen lagepositioniert.
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Somit können erhöhte Belastungen aufgrund des erhöhten Flügelgewichtes besser Stand gehalten werden, wobei kürzere Befestigungsmittel beispielsweise Befestigungsschrauben den Einsatz in den Flügel finden.
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Eine weitere bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass der Fixierzapfen vorzugsweise ein Spannstift ist. Der Spannstift passt sich in die am Flügel des unteren horizontalen Flügelholms am Boden der Beschlagnut angeordnete Bohrungen formschlüssig ein. Durch die Wahl des Spannstiftes werden die Laufwagen in einer vorfixierten Lage nahezu spielfrei gehalten und in horizontaler Richtung bzw. der Bewegungsrichtung des Flügels sichernd gehalten. Aufgrund der Ausgestaltung können höhere Flügelgewichte aufgenommen werden und Einsparungen der Anzahl von weiteren Befestigungsmitteln vorgenommen werden und/oder die Befestigungsmittel in Größe und Länge verringert werden.
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Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Montage einer Laufwagenanordnung für schwer heb- und bewegbare Flügel eines Fensters oder einer Tür, bestehend aus einem vorderen Laufwagen, der über ein Kupplungselement mit einem Ende einer Verbindungsstange und mit dem Kupplungselement eines hinteren Laufwagen des anderen Endes der Verbindungsstange kraftschlüssig zur Abstützung des Flügels ein Laufwagenpaar bildend zu verbinden ist. Dazu weisen der vordere und der hintere Laufwagen jeweils ein Gehäuse auf, wobei auf jeder Seite des Gehäuses zur Laufwagenlängsrichtung ein Laufrollenpaar angeordnet ist.
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Das Laufrollenpaar besteht dabei aus einem Rollenträger und an diesem in einem Abstand jeweils von der Mittelachse des Rollenträgers entfernt, zwei pendelnd gelagerten Rollen. Mit Montage der Laufwagenanordnung in den Flügel, ist zur Lagepositionierung an den jeweiligen Gehäusen der Laufwagen auf der zur Beschlagnut des unteren horizontalen Flügelholms gerichteten Seite jeweils ein Fixierzapfen angeordnet, die in entsprechende Bohrungen am Boden der Beschlagnut eingreifen.
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Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und in sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
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Es zeigt:
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1 das schließseitige Ende und die Laufwagenanordnung eines Hebe-Schiebeflügels mit zugehörigem festen Rahmen in der Vorderansicht,
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2 eine perspektivische Darstellung der Laufwagenanordnung in einer möglichen Montageposition,
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3 eine entsprechende Darstellung der 2 in einer Explosionsdarstellung der Laufwagenanordnung mit einseitigem Entfall der vorderen Rollenlagerplatten,
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4 eine perspektivische Darstellung der Laufwagenanordnung nach 2 in entsprechender Einbausituation im Flügel, mit einem Ausschnitt des Flügels und der Laufschiene,
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5 eine Vorderansicht der Laufwagenanordnung der 4 in entsprechender Einbausituation im Flügel, mit einem Längenausschnitt und Detailschnittangabe des Flügels mit einer Draufsicht des vorderen Laufwagen und vergrößertem Ausschnitt eines Laufrollenpaares und
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6 eine Auflistung von Ausführungsvarianten, die entsprechend der Ausführungsbeispiele ihren Einsatz finden.
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Der Einfachheit halber wird nachfolgend nur die Verwendung der Laufwagenanordnung bei einem hebbaren vorzugsweise aber auch bewegbaren Flügel 2 eines Fensters oder einer Tür beschrieben und in 1 aufgezeigt, obwohl die Erfindung auch für eine Hebe-Schiebe-Kippfenster oder -türen geeignet ist. In einem festen Rahmen 35 ist ein Flügel 2 im Sinne des Pfeils 36 hebbar und anschließend in Pfeilrichtung 37 verschiebbar angeordnet, wobei der Pfeil 37 die Öffnungsrichtung symbolisiert. Das Heben erfolgt in bekannter Weise mittels eines als Griff ausgebildeten Betätigungsorgans 6, das hier im Sinne des Pfeils 38 der Drehbewegung verschwenkt wird. Die Drehbewegung wird insbesondere über ein Betätigungsgestänge 4 bekannter Bauart auf eine Treibstange 5 übertragen. Das Befestigungsgestänge 4 ist ebenfalls in bekannter Weise über eine untere Eckumlenkung 7 mit einem vorderen Laufwagen 1 gekuppelt. Eine Verbindungstange 10 führt zu einem zweiten bzw. hinteren Laufwagen 1'. Wenn über eine Drehbewegung 38 des Betätigungsorgans 6 die Treibstange 5 im Sinne des Pfeils 39 der Schieberichtung also nach oben verschoben wird, so bewirkt dies eine Verschiebung der bei den Laufwagen 1, 1' gegenüber dem unteren Flügelende ebenfalls eine Schieberichtung des Pfeils 40, wobei der Flügel 2 gleichzeitig angehoben wird. Zwischen zwei Rollenlagerelementen 17, 18 des Laufwagen 1 und 19, 20 des Laufwagen 1' ist eine Hubrolle 41 eingesetzt, die mit einem Hubnocken 42 des bewegbaren Flügels 2 zusammen einen Hubeinrichtung 12 bildet. Der Hubnocken 42 stellt zugleich die in 3 obere Begrenzung eines Führungsschlitzes 43 eines am unteren Horizontalholm des bewegbaren Flügels 2 anmontierten Gehäuses 11, 11' dar. Die Krümmung des Führungsschlitzes 43 und auch der Verlauf des Hubnockens 42 ist so gewählt, dass der bewegbare Flügel 2 – ausgehend von der Schließstellung – während der Drehbewegung 38 des Betätigungsorgans 6 angehoben wird. In Folge dessen verläuft der Beschlag, welche Position zugleich die Verschiebestellung des bewegbaren Flügels 2 ist, an der Hubrolle 41 anliegende Teil des Hubnockens 42 relativ flach zur Horizontalen bzw. zur Längsachse der Laufschiene 3 in eine nicht dargestellte entgegengesetzt der Pfeilrichtung 40 verfahrbare Öffnungsposition.
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Wird der Flügel 2 von der geöffneten Stellung in Pfeilrichtung 40 in die Verschlussstellung verschoben und im Anschluss daran das Betätigungsorgan 6 entgegengesetzt der Pfeilrichtung 38 wie in der 1 dargestellten Verschlussposition gedreht, senkt sich automatisch der Flügel 2 ab und die nicht dargestellten am vertikalen Flügelholm angeordneten Verriegelungsteile riegeln in die am vertikalen Rahmenholm angeordneten Rahmenverschlussteile ein. in Verschlussstellung ist der Flügel 2 an seinem unteren Ende beispielsweise über zwei in den unteren Querholm in den Figuren nicht dargestellten eingelassenen Dichtleisten gegenüber dem festen Rahmen 35 abgedichtet, wobei diese Dichtleisten oftmals an horizontale Schenkel einer Laufschiene 3 dichtend angedrückt sind. Weitere ebenfalls nicht dargestellte obere Dichtleisten sind an dem abgesenkten Flügel 2 am zugeordneten Profilende einer oberen Führungsschiene angepresst. Entsprechende Dichtleisten befinden sich auch an den Vertikalholmen. Wenn der Flügel 2 zunächst lediglich angehoben wird, also an seiner Ebene verschoben wird, kommen die unteren und oberen Dichtleisten frei.
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Bei hohem Eigengewicht des Flügels 2, welches beispielweise durch größer dimensionierte Flügelmaße entsteht, sind zwei bekannte Laufwagen mit jeweils zwei Rollen nicht geeignet das Flügelgewicht aufzunehmen. Bekannt sind dadurch Laufwagenanordnungen mit vier aneinander durch jeweilige Verbindungsstangen gekoppelte Laufwagen an einem Fenster oder eine Tür. Die vorgenannte Ausgestaltung trägt zwar das höhere Flügelgewicht ab, sie benötigt jedoch einen großen Platzbedarf, bedarf einen hohen Montageaufwand und ist sehr kostenaufwendig. Außerdem ist die Wirkung durch die Anzahl von weiteren Rollen begrenzt, da aufgrund der langen Baureihe der hintereinander mit Verbindungsstangen verbundenen Laufwagen und durch Maßungenauigkeiten der Tür oder des Fensters, sowie der Laufschiene und der Laufwagen selbst nicht alle Rollen das schwere Gewicht auf die Laufschiene übertragen können, da die starre Lagerung der Laufwagen die Maßungenauigkeiten nicht ausgleichen kann und so der Kontakt einzelner Rollen zur Laufschiene fehlt, was ebenfalls zu Lasten der Rollen geht und die Lebensdauer verkürzen kann.
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Um diesem Mangel Abhilfe zu schaffen, gleichzeitig aber auch alle Ausführungsvarianten nach 5 mit einem erhöhten Flügelgewicht zu versehen, bildet die Laufwagenanordnung durch einen vorderen gekuppelten Laufwagen 1 und mittels einer Verbindungsstange 10 gekuppelten hinteren Laufwagen 1' zur Abstützung des Flügels 2 ein Laufwagenpaar. Die wesentlichen Elemente der Laufwagen 1, 1' bestehen aus jeweils einem Gehäuse 11, 11' zur Montage durch Justierung der Lage und Befestigung des Laufwagens 1, 1' in die Beschlagnut 9. Des Weiteren wirkt zwischen dem Gehäuse 11, 11' nach 3 eine Hubeinrichtung 12, wobei auf jeder der zur horizontalen Bewegung gerichteten Seite des Gehäuses 11, 11' besonders gut ersichtlich nach 2 und 3 ein Laufrollenpaar 13 angeordnet ist, welches aus einem Rollenträger 14 und ausgehend der Mittelachse zur Laufwagenlängsrichtung des Rollenträgers 14 aus zwei pendelnd gelagerten Rollen 15, 16 gebildet ist. Dazu sind das Gehäuse 11, 11' und die Laufrollenpaare 13 beweglich an Rollenlagerelementen 17, 18; 19, 20 beispielweise durch eine Nietverbindung oder durch Passstifte gelagert und bilden eine Baueinheit der jeweiligen Laufwagen 1, 1'.
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Nach 3 wird erkennbar, dass die Laufrollenpaare 13 der Laufwagenanordnung symmetrisch ausgestaltet und durch Verwendung gleicher Bauteile identisch ausgebildet in die Laufwagen 1, 1' einbaubar sind. Durch die Verwendung gleicher Bauteile des Laufrollenpaares 13 in den Laufwagen 1 und Laufwagen 1', wird auch die Montage erleichtert, da eine Prüfung der Bauteilewahl der Laufrollenpaare 13 ausbleibt.
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Zur vollständigen Lastaufnahme des Flügels 2 auf die Laufwagen 1, 1' ist nach 2 und 3 auf einer Mittelachse 21 des Laufrollenpaares 13 ein pendelnde Lagerung angeordnet. Die pendelnde Lagerung wird dabei durch eine am Rollenträger 14 angeordnete Bohrung 22 und ein mit der Bohrung 22 drehbeweglichen und am Rollenlagerelement 17, 18; 19, 20 befestigten Zapfen 23 gebildet. Möglich auftretende Ungenauigkeiten des Flügels 2 zum Rahmen 35 bzw. zwischen den Rollen 15, 16 und der Laufschiene 3, werden durch die Anordnung des Drehpunktes auf der Mittelachse 21 des Rollenträgers 14 automatisch ausgeglichen.
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Besonders gut erkennbar geht aus der 5 hervor, dass der Zapfen 23 einen Absatz 24 aufweist, der die Rollenlagerelemente 17, 18; 19, 20 quer zu einer Laufwagenlängsachse der Laufwagen 1, 1' in einer vorgegeben Lage voneinander beabstandet, so dass die Laufrollenpaare 13 freibeweglich zwischen den Rollenlagerelementen 17, 18; 19, 20 geführt sind und die Rollenlagerelemente 17, 18; 19, 20 frei beweglich in der Beschlagnut 9 positioniert sind. Der Absatz 24 bestimmt in Abhängigkeit seiner Breite die reibungslose Drehbewegung der Laufrollenpaare 13 und den freien Bewegungsverlauf der Laufwagen 1, 1' innerhalb der Beschlagnut 9, womit eine zuverlässige Funktionalität der Laufwagenanordnung erreicht wird. Zur Verringerung des Reibwiderstandes und zur Einsparung eines weiteren Arbeitsganges dem Ölen und der nachträglichen Wartung von Bauteilen, ist der Absatz 24 als Gleitlagerelement ausgebildet, und vorzugsweise aus einem Kunststoffmaterial gefertigt, wobei der Absatz 24 in Verbindung mit dem Zapfen 23 eine nahezu spielfreie Baueinheit bildet.
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Die nach 2 und 3 aufweisende Rollenträger 14, sind aus einem im spritzgießverfahren hergestellten Material, aus einem Stanzbiegeteil oder aus einem Strangpressprofil gefertigt. Alle aufgezeigten Varianten sind für die Aufnahme von hohen Gewichten geeignet und können herstellungstechnisch einfach und kostengünstig gefertigt werden. Des Weiteren bilden die Rollenträger 14 eine einfache und stabile Aufnahme für die Rollen 15, 16.
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Die mit dem Betätigungsgestänge 4 und dem Betätigungsorgan 6 gekoppelte Eckumlenkung 7 bildet mit dem vorderen Laufwagen 1 nach 2 bis 5 eine einteilige Baueinheit. Dazu weist das Gehäuse 11 einen in Längserstreckung der Beschlagnut 9 angeordneten und zur Beschlagnut 9 gerichtet flachen Abschnitt 25 auf, der sich mit Übergang in die vertikale Beschlagnut 9 erstreckt und die Umlenkbauteile der Eckumlenkung 7 durch vorstehende Stege 26 beweglich aufnimmt. Durch den integralen Aufbau des Laufwagens 1 mit der Eckumlenkung 7, reduzieren sich die Montagearbeiten des Beschlages. Gleichzeitig entsteht ist durch den in einem rechten Winkel abgewinkelten flachen Abschnitt 25 eine Anschlagkante für den Laufwagen 1 in horizontaler Richtung und in vertikaler Richtung, so dass sich damit auch die Anschlagzeiten verringern. Außerdem finden die Einzelteile der Eckumlenkung 7 aus bereits vorhandenen Bauteilen des Betätigungsbeschlags Ihre Verwendung, was in vorteilhafter Weise die Herstellungskosten aber auch gegebenenfalls die Montagekosten beeinflusst, da herkömmliche Montagewerkzeuge genutzt werden können.
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Um die Auswahl zur Verwendung von Rollen 15, 16 aufgrund des Freilaufmaßes des äußeren Durchmessers nicht zu schmälern, weist der flache Abschnitt 25 des Laufwagens 1 im Bereich des einen Laufrollenpaares, welches der Eckumlenkung 7 am nächsten ist, einen Ausschnitt 27 auf, in welche die Rollen 15, 16 eingreifen. Durch den Ausschnitt 27 kann der Laufwagen 1 in integraler Bauweise mit der Eckumlenkung 7 ohne Änderung der Bauteilhöhe, was eine Veränderung der Beschlagnut 9 in der Tiefe erfordert hätte, ausgeführt werden. Hierzu wird verwiesen auf die 2 bis 5, die zum einen die einteilige Bauweise des Laufwagens 1 darstellt und zum anderen den Ausschnitt 27 in Eingriffssituation des Laufrollenpaares zeigt.
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Die Breite der Beschlagnut 9 des Flügels 2 am unteren horizontalen Flügelholm 8 entspricht der Auflagefläche des an der Oberseite der Laufwagen 1, 1' angeordneten flachen Abschnitts 25 des Gehäuses 11 und des flachen Abschnitts 28 des Gehäuses 11', welche am Boden der Beschlagnut 9 flächig anliegend für Aufnahmelöcher zur Befestigung über Befestigungsmittel angeordnet sind (siehe hierzu 2 bis 5). Die flachen Abschnitte 25 und 28 der Laufwagen 1, 1' bilden die Abstützung des Flügels 2. Im eingebauten durch die Beschlagnut 9 des Flügels 2 verdeckten Zustand der Laufwagenanordnung nach 1 und 4, sind sämtliche weitere an den Laufwagen 1, 1' angeordneten Bauteile dagegen und damit gegenüber der Breite der Beschlagnut 9 schmaler ausgebildet. Die Anordnung der beweglichen Bauteile der Laufwagen 1, 1' auf der Längsmittelachse, wird durch die Breite der Abschnitte 25, 28 bestimmt, welche sich wiederum an der Breite der Beschlagnut 9 orientieren.
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Ein sicheres Betätigen des Flügelelementes 2, insbesondere beim Anheben und beim horizontalen Bewegen gegenüber dem Rahmen 35, wird auch dadurch erreicht, dass der Laufwagen 1 an dem zum Laufwagen 1' weisenden offenen Ende 29 und der Laufwagen 1' an dem offenen Ende 30 zum Laufwagen 1 gerichtet und in 2 und 3 verdeutlicht, ein Kupplungselement 31 angeordnet ist, welches die Verbindungsstange 10 kraftschlüssig aufnimmt. Mit Einhaltung der gleichen Position des Laufwagens 1 und des Laufwagens 1' und Verbindung durch die Verbindungsstange 10 kann der Flügel 2 gleichmäßig gesteuert über das Betätigungsorgan 6 angehoben und abgesenkt werden, wobei sich das aufzunehmende Flügelgewicht auf die Laufwagen 1, 1' verteilt.
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Trotz hoher Flügelgewichte und Reduzierung des Materials des Flügels 2 und des Rahmens 35 im Hinblick auf die Sichtfläche und den Querschnitt aufgrund besserer Optik durch Vergrößerung der Glasfläche, was folglich automatisch eine Verringerung der Abmessungen der Beschlagnut 9 beinhaltet, ist die Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Laufwagenanordnung geeignet in das voranstehende Fenster oder die Tür einfach und problemlos montiert zu werden und eine Betätigung durch Verteilung der Flügellast auf die einzelnen Rollen 15, 16 bei leichtgängiger und verschleißarmer Rollbewegung durchzuführen. Dazu weist gemäß der 5 das Gehäuse 11, 11' der Laufwagen 1, 1' auf der zur Beschlagnut 9 gerichteten Seite auf den Abschnitten 25, 28 einen Fixierzapfen 32 auf, der in eine Bohrung 33, 34 des unteren horizontalen Flügelholms 8 am oberen Boden der Beschlagnut 9 eingreift und die Laufwagen 1, 1' lagepositioniert. Aufgrund der Ausgestaltung wird eine hohe Scherfestigkeit erreicht, so dass kürzere Befestigungsmittel beispielsweise Befestigungsschrauben den Einsatz in den Flügel 2 finden. Ebenso verringert sich die Anzahl der Befestigungsschraube der Laufwagenanordnung.
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Des Weiteren besteht der der Fixierzapfen 32 deutlich erkennbar aus 3 vorzugsweise aus einem Spannstift. Der Spannstift passt sich in eine am Flügel 2 des unteren horizontalen Flügelholm 8 am Boden der Beschlagnut 9 angeordneten Bohrung 33, 34 formschlüssig ein. Durch die Wahl des Spannstiftes werden die Laufwagen 1, 1' in einer vorfixierten Lage nahezu spielfrei und in horizontaler Richtung bzw. der Bewegungsrichtung des Flügels 2 sichernd gehalten. Es sind aber auch andere Ausgestaltungen von Fixierzapfen 32 denkbar.
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Zusammengefasst ergibt sich ein Verfahren zur Montage einer Laufwagenanordnung für schwer heb- und bewegbare Flügel 2 eines Fensters oder einer Tür, bestehend aus einem vorderen Laufwagen 1, der über ein Kupplungselement 31 mit einem Ende einer Verbindungsstange 10 und mit dem Kupplungselement 31 eines hinteren Laufwagen 1' des anderen Endes der Verbindungsstange 10 kraftschlüssig zur Abstützung des Flügels 2 ein Laufwagenpaar bildend zu verbinden ist (hierzu 2), wobei der Laufwagen 1, 1' jeweils ein Gehäuse 11, 11' aufweist, und auf jeder Seite des Gehäuses 11, 11' zur Laufwagenlängsrichtung ein Laufrollenpaar 13 angeordnet ist, welches aus einem Rollenträger 14 und aus zwei pendelnd gelagerten Rollen 15, 16 gebildet ist, wobei die Gehäuse 11, 11' auf der zu einer Beschlagnut 9 eines unteren horizontalen Flügelholms 8 gerichteten Seite jeweils einen Fixierzapfen 32 aufweisen, wodurch mit Eingreifen der Laufwagenanordnung in die Beschlagnut 9 nach 5 der Fixierzapfen 32 in eine Bohrung 33, 34 der Beschlagnut 9 eine Lagepositionierung für die Laufwagen 1, 1' erreicht wird.
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Bezugszeichenliste
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- 1, 1'
- Laufwagen
- 2
- Flügel
- 3
- Laufschiene
- 4
- Betätigungsgestänge
- 5
- Treibstange
- 6
- Betätigungsorgan
- 7
- Eckumlenkung
- 8
- Flügelholm
- 9
- Beschlagnut
- 10
- Verbindungsstange
- 11, 11'
- Gehäuse
- 12
- Hubeinrichtung
- 13
- Laufrollenpaar
- 14
- Rollenträger
- 15
- Rolle
- 16
- Rolle
- 17
- Rollenlagerelement
- 18
- Rollenlagerelement
- 19
- Rollenlagerelement
- 20
- Rollenlagerelement
- 21
- Mittelachse
- 22
- Bohrung
- 23
- Zapfen
- 24
- Absatz
- 25
- Abschnitt
- 26
- Steg
- 27
- Ausschnitt
- 28
- Abschnitt
- 29
- Ende
- 30
- Ende
- 31
- Kupplungselement
- 32
- Fixierzapfen
- 33
- Bohrung
- 34
- Bohrung
- 35
- Rahmen
- 36
- Heberichtung
- 37
- Öffnungsrichtung
- 38
- Drehbewegung
- 39
- Schieberichtung
- 40
- Schieberichtung
- 41
- Hubrolle
- 42
- Hubnocken
- 43
- Führungsschlitz
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 1298272 A2 [0002, 0005]