-
Die Erfindung betrifft eine Kühlregalvorrichtung und deren Verwendung mit mindestens einer Einheit aus mehreren Wandgruppen, nämlich einer Bodengruppe, einer Rückwandgruppe und einer Dachgruppe, die einen Kühlraum unten, rückseitig und oben begrenzen, und mit einer Kühleinrichtung, die als Komponenten zumindest einen Verdampfer, einen Verflüssiger und eine elektrische Steuerungseinrichtung umfasst.
-
Bei heutigen Kühlvorrichtungen besteht verstärktes Interesse dahingehend, verbreitete konventionelle (in der Regel fluorierte) Kältemittel durch umweltverträglichere, sogenannte natürliche Kältemittel zu ersetzen. Geeignet ist hierzu beispielsweise Kohlendioxid dessen Einsatz jedoch einen erheblichen anlagentechnischen Aufwand mit sich bringt. Weiterhin haben sich Kohlenwasserstoffe wie Propan oder Butan als gut geeignete Kältemittel herausgestellt, insbesondere aufgrund ihres niedrigen Treibhauspotentials, guter Verfügbarkeit und für ein Kältemittel günstiger thermodynamischer Eigenschaften.
-
Allerdings weisen Kohlenwasserstoffe eine hohe Zündfreudigkeit auf, sodass bei deren Verwendung als Kältemittel bezüglich Sicherheitsanforderungen restriktive Bestimmungen gelten (z. B. IEC 600335-2-89). Demnach steigen bei einer Füllmenge von größer 150 g Kohlenwasserstoff-Kältemittel pro Kältemittelkreislauf die Sicherheitsanforderungen insbesondere in geschlossenen Räumen beträchtlich, sodass zur Erfüllung dieser Anforderungen ein erheblicher Aufwand erforderlich ist. So besteht insbesondere für benötigte Gesamtmengen in einer Kühlvorrichtung von größer 150 g Entwicklungsbedarf, um Kohlenwasserstoffe als klimaschonende Kältemittel effizient einsetzen zu können.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine klimaschonende und effizient betreibbare Kühlregalvorrichtung bereitzustellen.
-
Diese Aufgabe wird bei der Kühlregalvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und bei der Verwendung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bei der Kühlregalvorrichtung ist vorgesehen, dass die Kühleinrichtung mindestens zwei geschlossene, Propan als Kältemittel führende Kältemittelkreisläufe mit jeweils einem Kompressor umfasst und dass zur variablen Regelung der Kühlleistung mindestens ein Kompressor mit einer Drehzahlregelung ausgebildet ist und mindestens ein Kompressor zum Betrieb mit konstanter Drehzahl ausgebildet ist. Durch diese Ausbildung der Kühleinrichtung kann zum einen eine in der Regel ständig benötigte Grundkühlleistung über den mit konstanter Drehzahl betriebenen Kompressor bereitgestellt werden. Ein solcher Kompressor kann somit vorteilhaft relativ wenig aufwändig und daher kostengünstig mit günstiger Betriebsweise ausgeführt sein. Gleichzeitig lassen sich Schwankungen im Kühlleistungsbedarf flexibel und bedarfsoptimiert über den drehzahlregelbaren Kompressor ausgleichen. Auf diese Weise lässt sich eine effizient betreibbare Kühlregalvorrichtung bereitstellen, die durch den Einsatz von Propan als Kältemittel darüber hinaus klimaschonend betreibbar ist.
-
In einer vorteilhaften Ausgestaltung beträgt die Propan-Füllmenge der Kältemittelkreisläufe jeweils ≤ 150 g. Für diesen Füllmengenbereich pro Kältemittelkreislauf bestehen sehr viel geringere Sicherheitsanforderungen an die Kühlregalvorrichtung als bei einer größeren Propan-Füllmenge. So ist die Kühleinrichtung mit weitgehend konventionellen Sicherheitsvorkehrungen betreibbar, wie sie großteils auch mit herkömmlichen Kältemitteln anzuwenden sind. Auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen kann weitgehend verzichtet werden. Wenn sich der Gesamt-Kältemittelbedarf an Propan zwischen 150 und 300 g bewegt, ist die Kühleinrichtung vorteilhaft mit lediglich zwei Kältemittelkreisläufen betreibbar, wodurch ein einfacheres System erhalten werden kann als mit mehr als zwei Kältemittelkreisläufen.
-
Für einen effizienten Aufbau ist es vorteilhaft, wenn die Kältemittelkreisläufe einen gemeinsamen Verdampfer aufweisen. Unter dem gemeinsamen Verdampfer ist zumindest ein gemeinsamer Verdampferkörper zum Kühlen des Kühlraums zu verstehen, wobei der Verdampferkörper z. B. ein Wärmetauscher mit Kühllamellen sein kann. Mit dem gemeinsamen Verdampferkörper in Wärmeübertragungsverbindung stehend sind die Leitungen der mindestens zwei geschlossenen Kältemittelkreisläufe geführt, wobei die Kältemittel der beiden Kreisläufe in den Leitungen beispielsweise in Gegenstromanordnung zueinander verlaufen können. Vorzugsweise ist jedem Kältemittelkreislauf stromauf des Verdampferkörpers ein gesondertes Expansionsventil oder eine andere Expansionsvorrichtung zugeordnet. Durch einen derartigen Aufbau lässt sich der Teileaufwand für die Kühlregalvorrichtung verringern, was die Installation vereinfachen und sich zudem günstig auf den Platzbedarf auswirken kann.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsvariante weisen die Kältemittelkreisläufe einen gemeinsamen Verflüssiger und/oder eine gemeinsame elektrische Steuerungseinrichtung zur Steuerung und/oder Regelung von den Kältekreisläufen zugeordneten Komponenten auf. Bei dem gemeinsamen Verflüssiger kann wiederum zumindest ein gemeinsamer Wärmetauscher vorgesehen sein, mit dem die Kältemittelleitungen der jeweils geschlossenen Kreisläufe in Wärmeübertragungsverbindung stehen. Auch durch einen derartigen Aufbau lässt sich der Teileaufwand für die Kühlregalvorrichtung verringern, was die Installation vereinfachen und sich zudem günstig auf den Platzbedarf auswirken kann.
-
Wenn die elektrische Steuerungseinrichtung zumindest mit dem mit der Drehzahlregelung versehenen Kompressor zur Regelung der Drehzahl in Datenübertragungsverbindung steht, kann der Kompressor über die Steuerungseinrichtung vorteilhaft beispielsweise unter Einbeziehung von Sensoren (z. B. Temperatursensoren und/oder Drucksensoren) geregelt werden. Die Sensoren sind dabei ebenfalls vorzugsweise mit der Steuerungseinrichtung verbunden, um dieser Sensorsignale zuzuführen, die in die Steuerung oder Regelung einbezogen werden können.
-
Vorteilhaft kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Drehzahl in Abhängigkeit einer mit der Kühlregalvorrichtung in Zusammenhang stehenden Temperatur geregelt oder regelbar ist. Beispielsweise kann eine oder können mehrere Temperatur/en im Kühlraum, z. B. an dem Kühlgut oder bezüglich der Kühlluft ermittelt und an die Steuerungseinrichtung übertragen werden. Denkbar wäre auch, die Temperaturdaten in der Steuerungseinrichtung weiterzuverarbeiten, beispielsweise einen Durchschnittswert zu bilden oder eine andere Kenngröße, nach dem die Drehzahl geregelt wird. Sollte die Regelung nicht über die Steuereinrichtung erfolgen, wäre auch eine Übermittlung einer/mehrerer Temperaturen direkt an den Kompressor denkbar, der ggf. ebenfalls mit einer Regeleinrichtung versehen sein kann. Vorzugsweise wird die Drehzahl des Kompressors zur Erhöhung der Kühlleistung erhöht, wenn eine zu niedrige Temperatur bzw. entsprechende Kennzahl vorliegt und umgekehrt.
-
Ein platzoptimierter Aufbau ist dadurch erreichbar, dass der Verflüssiger an, in oder auf der Rückwandgruppe oder der Dachgruppe angeordnet ist. Gute Zugangsmöglichkeiten lassen sich zudem dadurch erhalten, dass mindestens einer der Kompressoren und/oder die elektrische Steuerungseinrichtung in oder auf der Dachgruppe angeordnet ist. Dabei kann insbesondere die Anordnung in einem Gehäuse in oder auf der Dachgruppe vorteilhaft sein, welches einen zusätzlichen Schutz vor Umgebungseinflüssen und zugleich eine optische Verdeckung bietet.
-
In einer vorteilhaften Variante weist der Verflüssiger einen mit Luft gekühlten Wärmetauscher auf, wobei die Luft nach Kühlung des Wärmetauschers vor Ausleitung aus der Kühlregalvorrichtung an mindestens einem Kompressor zu dessen Kühlung vorbeigeführt ist. Auf diese Weise wird eine effiziente Kühlluftführung mit Nutzung der Kühlenergie in der Kühlregalvorrichtung erhalten. Beispielsweise ist dabei ein Strömungskanal von einer Luftleitanordnung auf der Rückseite der Rückwandgruppe im Bereich eines dort angeordneten Verflüssigers zu dem Bereich eines auf der Dachgruppe angeordneten Kompressors und vom dort zur Umgebung ausgebildet.
-
Wenn die Kühlregalvorrichtung zum Verschließen des Kühlraums auf der der Rückwandgruppe gegenüberliegenden Vorderseite eine Tür aufweist und seitlich von jeweils einer Seitenwandgruppe begrenzt ist, kann der Kühlraum besser gegenüber der wärmeren Umgebung abgegrenzt werden, was zu einem geringeren Energieverbrauch beiträgt.
-
Ein flexibler Aufbau der Kühlregalvorrichtung kann dadurch erhalten werden, dass die Kühlregalvorrichtung aus mehreren, jeweils eine Einheit aus Wandgruppen aufweisenden Modulen besteht. Diese können z. B. ohne zwischengesetzte Seitenwände aneinandergereiht werden, sodass der durch die Module gebildete Kühlraum einfach durch Hinzufügen bzw. Weglassen einzelner Module in seiner Länge variierbar ist. Ein derartiger Aufbau vereinfacht die Verwendung von standardisierten Bauteilen, was sich wiederum günstig auf die Lagerhaltung von Komponenten der Kühlregalvorrichtung auswirkt.
-
Besonders klimaschonend und effizient ist die Verwendung einer Kühlregalvorrichtung nach einer der vorhergehenden Ausgestaltungsvarianten bei einer Kühlregalanordnung, die mindestens ein an einer Tragevorrichtung über dem Boden montierbares Kühlregal, insbesondere zum Überbau über einer auf dem Boden stehenden Kühltruhe, aufweist. Ein derartiges Überbauregal bietet die Möglichkeit, eine Verkaufsfläche in vertikaler Richtung zu vergrößern und so besser zu nutzen. Die Verwendung als ein derartiges Überbauregal hat sich in Untersuchungen der Erfinder zum einen wegen des Kühlvolumens solcher Kühlvorrichtungen, zum anderen wegen der Klimatisierungsbedingungen als besonders vorteilhaft herausgestellt. Beispielsweise kann sich bei Überbauregalen mit Längen zwischen 1,2 m und 3 m, vorzugsweise zwischen 1,4 m und 2,6 m ein Kühlraumvolumen ergeben, welches sich durch eine Kühleinrichtung mit zwei Kältemittelkreisläufen mit je einer Propan-Füllmenge von ≤ 150 g für die Kühlung von Kühlgütern geeignet betreiben lässt. Bei einem derartigen Überbauregal kann es z. B. aus nachstehenden Gründen zu größeren Leitungsschwankungen des Kühlleistungsbedarfs kommen. Um ein „Hinausfließen” der kalten und damit dichteren bzw. schwereren Luft aus dem Kühlraum zu verhindern, ist ein derartiges Überbauregal vorzugsweise mit einer bzw. mehreren die Vorderseite verschließenden Tür/en versehen. Wird nun z. B. kundenseitig eine Tür zur Entnahme von Kühlgut geöffnet, entweicht die kalte Luft dennoch aus dem Kühlraum nach unten, wobei warme Umgebungsluft nachströmt. Um anschießend möglichst schnell die erwünschte kalte Temperatur im Kühlraum wieder herzustellen, erhöht sich zeitweise der Kühlleistungsbedarf, der durch eine Drehzahlerhöhung des drehzahlgeregelten Kompressors bereitgestellt werden kann. Neben der Verwendung als Überbauregal können sich auch Vorteile bei der Verwendung als auf dem Boden aufstehende Kühlregalvorrichtung ergeben.
-
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
-
1 ein vereinfachtes Fließschema einer Kühleinrichtung mit zwei Kältemittelkreisläufen und einem gemeinsamen Verdampfer und
-
2 eine Überbauregalanordnung mit mehreren Überbauregalen in perspektivischer Darstellung von oben.
-
1 zeigt ein vereinfachtes Fließschema einer Kühleinrichtung 1 zur Bewerkstelligung der Kühlung des Kühlraums einer Kühlregalvorrichtung 20 (s. 2). Die Kühleinrichtung 1 weist zwei geschlossene Kältemittelkreisläufe 10, 10' mit Kältemittelleitungen 10.1, 10.1' auf, in denen jeweils Propan als Kältemittel mit einer Füllmenge von bevorzugt ≤ 150 g enthalten ist. Die Füllmengen sind dabei vorzugsweise gleich, können aber auch unterschiedlich groß sein, wobei die Komponenten der Kühleinrichtung 1 auf Propan als Kältemittel mit der entsprechenden Füllmenge ausgelegt sind.
-
Als Komponenten der Kühleinrichtung 1 sind in den Kältemittelkreisläufen 10, 10' jeweils ein Kompressor 12, 12', stromab davon je ein Verflüssiger 13, 13' mit einem Wärmetauscher 13.1, 13.1', einem Drucksensor 13.2, 13.2' und anschließenden weiteren Verflüssigerkomponenten 13.3, 13.3' (z. B. Sammler, Schauglas etc.) und ein je stromab des Verflüssigers 13, 13' befindliches Expansionsventil 14, 14' angeordnet.
-
Zu Überwachungs- und/oder Regelungszwecken sind den Expansionsventilen 14, 14' jeweils ein Temperatursensor 14.1, 14.1' mit einer Messleitung 14.2, 14.2' zugeordnet, um die Temperatur des Kältemittels stromab eines Verdampfers 11 zu messen. Der Kühleinrichtung 1 weiterhin zugeordnet ist eine Steuerungseinrichtung 15, die mit verschiedenen Komponenten der Kühleinrichtung 1 zu Steuerungs-, Regelungs- und/oder Überwachungszwecken in Datenübertragungsverbindung 15.1 steht.
-
Auch andere, nicht der Kühleinrichtung 1 zugeordnete Komponenten können mit der Steuerungseinrichtung 15 in Datenübertragungsverbindung 15.1 stehen. Vorliegend ist in der Kühleinrichtung eine gemeinsame Steuerungseinrichtung 15 für beide Kältemittelkreisläufe 10, 10' vorgesehen. Denkbar wären auch separate Teil-Steuerungseinrichtungen, die ihrerseits wieder miteinander in Datenkommunikation gebracht sein können. Weitere, hier nicht gezeigte, Komponenten können in der Kühleinrichtung 1 vorhanden sein, wie beispielsweise verschiedene Sensoren (z. B. Druck-, Temperatursensoren und/oder Durchflussmesser).
-
Die Kompressoren 12, 12' der Kältemittelkreisläufe 10, 10' dienen jeweils zur Erhöhung des Druckniveaus des Kältemittels in dem Kältemittelkreislauf 10, 10', wobei das bevorzugte Druckniveau mit Propan als Kältemittel zwischen 20 und 30 bar liegt. Die Kompressoren 12, 12' sind unterschiedlich ausgeführt, nämlich einer der Kompressoren 12, 12' drehzahlregelbar bzw. drehzahlgeregelt und einer mit einer statischen Drehzahl betreibbar. Dabei sind die Kompressoren 12, 12' beispielsweise als Hubkolbenverdichter ausgeführt, denkbar sind aber auch andere Verdichtertypen, z. B. Scrollverdichter. Der Kompressor 12 mit statischer Drehzahl liefert eine weitgehend konstante Leistung, mit der insbesondere eine zur Kühlung ständig erforderliche Grundkühlleistung abdeckbar ist. Hierfür kann ein z. B. hinsichtlich der Regelung bzw. Steuerung einfach ausgeführter Verdichter verwendet werden, woraus sich Kostenvorteile ergeben können. Dieser Verdichter kann mit der Steuerungseinrichtung 15 z. B. zu Überwachungszwecken in Datenübertragungsverbindung 15.1 stehen.
-
Mit dem drehzahlregelbaren Kompressor 12' lassen sich Schwankungen im Kühlleistungsbedarf ausgleichen. Solche Schwankungen können sich beispielsweise durch unterschiedlich hohe Beladungsmengen der Kühlregalvorrichtung 20 mit Kühlgut ergeben, aber auch bei Entnahme von Kühlgut und einem damit verbundenen Verlust von Kaltluft aus dem Kühlraum, sodass in den Kühlraum hinzukommende wärmere Luft innerhalb kurzer Zeit auf die entsprechend vorgegebene Kühltemperatur gebracht werden kann. Über eine Regelung der Drehzahl des drehzahlregelbaren Kompressors 12' lässt sich die Fördermenge des Kältemittels in dem betreffenden Kältemittelkreislauf 10' und auf diese Weise die Kühlleistung des Kältemittelkreislaufs 10' und damit auch der gesamten Kühleinrichtung 1 variieren. Die Regelung erfolgt dabei vorzugsweise über die Steuerungseinrichtung 15 anhand eines oder mehrerer mit der Steuerungseinrichtung 15 ebenfalls in Datenübertagung stehenden Temperatursensors bzw. -sensoren. Diese können beispielsweise die Temperatur der Kühlluft in dem Kühlraum messen und/oder des in den Kreisläufen befindlichen Kältemittels und/oder des Kühlguts. Bei einem höheren Kältebedarf wird über die Regelung der Kompressor-Drehzahl eine höhere Kühlleistung eingestellt und umgekehrt.
-
Stromab der Kompressoren 12, 12', auf der Hochdruckseite der Kältemittelkreisläufe 10, 10' gelangt das komprimierte Kältemittel jeweils in die Verflüssiger 13, 13'. In vorliegendem Beispiel weisen die Kreisläufe 10, 10' je einen getrennten Verflüssiger 13, 13' auf, d. h. mit zwei Wärmetauschern 13.1, 13.1'. In einem ebenfalls bevorzugten Ausgestaltungsbeispiel ist aber auch ein gemeinsamer Verflüssiger 13, d. h. ein gemeinsamer Wärmetauscher 13.1 abwendbar, mit dem die beiden Kältemittelkreisläufe 10, 10' in thermischer Verbindung stehen. Weitere Komponenten des Verflüssigers 13 wie z. B. der Sammler (hier nicht gezeigt) müssten allerdings auch dann für jeden Kreislauf 10, 10' separat vorgesehen sein, da die Kreisläufe 10, 10' weiterhin in sich geschlossen sind. Die Kältemittelleitungen 10.1, 10.1' sind in thermischem Kontakt zu dem Wärmetauscher 13.1 geführt, um in dem Kältemittel gespeicherte Wärme nach außen abzugeben. Dabei ist der Wärmetauscher beispielsweise luftgekühlt. Denkbar wäre jedoch auch eine Kühlung über ein flüssiges, z. B. Sole/Wasser-Gemisch, um die Wärme aus dem Kältemittel abzutransportieren.
-
Das nun abgekühlte, flüssige Kältemittel gelangt zu dem jeweiligen Expansionsventilen 14, 14', wo das Kältemittel auf den Verdampfungsdruck, der z. B. etwa 1–2 bar entspricht, entspannt wird. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Expansionsventile 14, 14' regelbar ausgeführt, wobei sie mit einem Temperatursensor 14.1, 14.1' in Datenübertragungsverbindung 15.1 stehen, der die Kältemitteltemperatur stromab des Verdampfers 11 ermittelt. Die Regelung der Expansionsventile kann dabei ebenfalls über die Steuerungseinrichtung 15 erfolgen.
-
Anschließend gelangt das Kältemittel in einen nahe an den Expansionsventilen 14, 14' angeordneten Verdampfer 11, der als gemeinsamer Verdampfer 11 der beiden Kreisläufe 10, 10', d. h. mit einem gemeinsamen Verdampferkörper 11.1, ausgeführt ist. Dabei liegen die Zuläufe der Kältemittelleitungen 10.1, 10.1' z. B. an jeweils gleichen Enden des Verdampferkörpers 11.1. Die Kältemittelleitungen sind z. B. mäanderförmig in Kühlschlangen 11.2, 11.2' durch den Verdampferkörper 11.1 so geführt, dass die Fließrichtung der beiden Kreisläufe in einer Art Gleichstromanordnung parallel verläuft. Andere geeignete Anschluss- und Leitungsführungsvarianten sind denkbar, z. B. mit gegenüberliegenden Anschlüssen und gegenläufiger Fließrichtung in einer Art Gegenstromanordnung. Weiterhin wäre auch denkbar, den Kreisläufen 10, 10' jeweils separate Verdampferkörper 11.1 zuzuordnen. Der Verdampferkörper 11.1 weist eine große Kühlfläche auf und steht in thermischem Kontakt zum Kühlraum, um diesem Wärme zu entziehen und über das Kältemittel abzuführen. Das Kältemittel wird in den Kühlschlangen 11.2, 11.2' derart in Kontakt zu dem Verdampferkörper 11.1 geführt, dass die aus dem Kühlraum über den Verdampferkörper 11.1 aufgenommene Wärme an das Kältemittel abgegeben wird. Das Kältemittel wird dabei erwärmt und verdampft. Anschließend wird das Kältemittel jeweils erneut den Kompressoren 12, 12' zugeführt und im Kreislauf geleitet.
-
2 zeigt eine Überbauregalanordnung 2, bei der mehrere, hier sechs Kühlregalvorrichtungen 20 als Überbauregale verwendet sind. Dabei sind jeweils drei Überbauregale mit ihren (aufgrund der Anordnung nicht ersichtlichen) Rückwandgruppen drei weiteren Überbauregale gegenüberliegend angeordnet, wobei jeweils zwei mit ihren Rückwandgruppen einander benachbarte Überbauregale mittels einer Tragvorrichtung 21 gehalten sind. So bildet die Überbauregalanordnung 2 eine Art Inselanordnung, die von zwei gegenüberliegenden Seiten zugänglich ist. Denkbar wäre auch die Anordnung der Überbauregale mit der Rückwandgruppe entlang einer Raumwand. Vorteilhaft können unterhalb der Überbauregale auch weitere Kühlvorrichtungen, insbesondere eine Kühltruhenanordnung oder auch eine flache Kühltheke oder dergleichen angeordnet sein.
-
Bei den einzelnen Kühlregalvorrichtungen 20 umschließt jeweils eine Einheit aus Wandgruppen 22 einen Kühlraum, wobei die Einheit eine Dachgruppe 22.1, eine Bodengruppe 22.3 und die Rückwandgruppe umfasst. Zusätzlich ist der Kühlraum auf beiden Seiten mit je einer Seitenwandgruppe 22.4 gegen die Umgebung abgegrenzt. Die Wandgruppen können dabei beispielsweise mehrschichtig ausgeführt sein und/oder darin bzw. daran angeordnete Elemente, wie z. B. Stützelemente und Tragestreben enthalten. Insbesondere zu Montagezwecken ist unterhalb der Bodengruppe, in Verlängerung des Verlaufs der Rückwandgruppe, über die Länge der Kühlregalanordnung ein Abdeckblech 25 angeordnet, welches z. B. zur Verbindung mit einer unterhalb der Kühlregalvorrichtung 20 angeordneten, weiteren Kühlvorrichtung dienen kann. Die Vorderseite des Kühlraums ist mit drei mit Griffen 24.1 versehenen Türen 24, vorzugsweise Glastüren, verschlossen. Die Türen 24 sind beispielsweise nach der Seite oder nach oben öffenbare Schwenktüren, könnten aber auch Schiebetüren sein. Sie bilden einen weitgehend dichten Abschluss des Kühlraums zu der wärmeren Umgebung. Die beschriebene Kühlregalvorrichtung 20 weist eine Länge zwischen 1,2 m und 3 m, vorzugsweise 1,4 m und 2,6 m auf sowie eine Höhe ohne Dachaufbauten zwischen 0,5 m und 1,5 m, vorzugsweise 0,8 m und 1,2 m (Höhe der Kühlregalvorrichtung 20 an sich, nicht Montagehöhe) und eine Tiefe zwischen 0,3 m und 0,9 m, vorzugsweise 0,5 m und 0,75 m.
-
Auf der Dachgruppe 22.1 ist zudem als Dachaufbau ein Aggregatgehäuse 23 angeordnet, in dem Komponenten der Kühleinrichtung 1 und ggf. weitere Komponenten enthalten sind. Solche Komponenten der Kühleinrichtung 1 können dabei insbesondere der oder die Verflüssiger 13, 13' mitsamt Wärmetauscher 13.1, 13.1' sein und/oder die Steuerungseinrichtung 15. Das Aggregatgehäuse 23 ist zurückversetzt und zu einer Seite hin auf der Dachgruppe 22.1 angeordnet, sodass eine seiner Seitenwände in etwa mit einer der Seitenwandgruppen 22.4 und dessen Rückwand etwa mit der Rückwandgruppe der Kühlregalvorrichtung 20 abschließt. Auf diese Weise ist das Aggregatgehäuse 23 aus einem Betrachterwinkel von vorne unauffällig, jedoch auch in der Überbauregalanordnung 2 gut zugänglich platziert.
-
Eine Verwendung der Kühlregalvorrichtung 20 als Überbauregal, wie in dem gezeigten Ausführungsbeispiel, hat sich als besonders geeignet herausgestellt, da es hierbei aufgrund der Anordnung naturgemäß zu größeren Schwankungen der benötigten Kühlleistung kommt als z. B. bei Kühltruhen oder auch nach vorne hin offenen Kühlregalen. Wird beispielsweise die Tür 24 zur Entnahme von Kühlgut aus dem Kühlraum geöffnet, „fließt” die schwerere, da kalte und damit dichtere Luft nach vorne aus dem Kühlraum, wobei warme Umgebungsluft zum Erhalt des Luftvolumens in den Kühlraum nachstömt. Diese muss nun auf Kühltemperatur abgekühlt werden, sodass sich die benötigte Kühlleistung momentan erhöht, bis die Luft abgekühlt ist. Längerfristige Kühlleistungsschwankungen ergeben sich beispielsweise dadurch, dass die zu kühlende Menge in der Kühlregalvorrichtung 20 über die Zeit bei der Entnahme von Kühlgut mehr und mehr abnimmt. Auf derartige Kühlleistungsschwankungen lässt sich die zur Verfügung gestellte Kühlleistung über den in der Drehzahl regelbaren Kompressor 12' gezielt und kurzfristig einstellen, wodurch ein bedarfsoptimierter Betrieb der Kühleinrichtung erreichbar ist. Gleichzeitig kann ein quasi ständig benötigter Grundbedarf an Kälte über den Kältemittelkreislauf 10, 10' mit dem Kompressor 12 mit konstanter Drehzahl abgedeckt werden. So ergibt sich die benötigte Gesamt-Kälteleistung aus einem konstanten Anteil, der mit einem Kältemittelkreislauf 10 mit verhältnismäßig günstigem, da konstant betriebenen Kompressor 12 abdeckbar ist, und einem regelbaren Anteil dem mit drehzahlregelbaren Kompressor 12', der eine genaue, bedarfsweise Anpassung der Kühlleistung erlaubt. Bei dem in 2 gezeigten Ausführungsbeispiel wird eine Kühlleistung zwischen 0,5 und 1,5 kW benötigt, sodass vorteilhaft lediglich zwei Kältemittelkreisläufe mit jeweiligen Propan-Füllmengen ≤ 150 g zur Erbringung der Gesamt-Kühlleistung benötigt werden. Alles in allem wird so eine effiziente Kühlregalvorrichtung 20 erhalten, die mit Propan als Kältemittel klimaschonend und aufgrund ihrer Ausgestaltung flexibel und effizient betreibbar ist.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-