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Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verteilerturm einer landwirtschaftlichen Verteilmaschine zum Ausbringen von granulatartigem Verteilgut wie Saatgut, Dünger oder dergl. mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1.
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In der Landtechnik sind verschiedenste Maschinen zum Ausbringen und Verteilen von landwirtschaftlichen Verteilgütern wie Saatgut, Dünger oder dergl. bekannt. Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird das granulatartige Verteilgut in einem Vorratsbehälter der Maschine mitgeführt bzw. bereitgestellt sowie das Verteilgut anschließend mittels verschiedensten Dosiervorrichtungen in einen Luftvolumenstrom, welcher in der Regel von einem Gebläse erzeugt wird, beigemischt, wodurch ein Verteilgut-Luftvolumenstrom entsteht. Dieser Verteilgut-Luftvolumenstrom wird anschließend an einen Verteilerturm weiter befördert. Dem Verteilerturm zugeordnet ist ein in der Regel kreisförmiger Verteilerkopf, an dessen Umfang sich eine Mehrzahl von Abgängen befindet. Im Verteilerkopf wird der eine zentrale Verteilgut-Luftvolumenstrom in eine Mehrzahl von Verteilgut-Luftvolumenströmen entsprechend der Anzahl an Abgängen bzw. Reihen aufgeteilt und mittels Saatleitungen das Verteilgut zu einer Vielzahl von diesen nachgeordneten Reiheneinheiten bzw. Ausbringvorrichtungen wie Säscharen oder dergl. weiter geleitet. Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung des Verteilguts an allen Abgängen bzw. Ausbringeinrichtungen zu erreichen, muss der Verteilerturm bzw. der Verteilerkopf eine möglichst konstante Querverteilung bzw. einen möglichst geringen Variationskoeffizienten an den einzelnen Abgängen aufweisen bzw. soll das Verteilgut im Verteilerkopf möglichst gleichmäßig über alle Abgänge verteilt werden. In der Regel ist die Querverteilung konstanter, je konstanter die Luftvolumenströme, die Drücke sowie die Strömungsgeschwindigkeiten im Verteilerturm, im Verteilerkopf und in den Abgängen sind.
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In der Regel wird Verteilgut in alle Abgänge bzw. Reihen gefördert. Es kann jedoch erforderlich sein, einzelne Abgänge des Verteilerkopfes abzusperren bzw. in diesen die Verteilgutförderung zu unterbinden, bspw. um sog. Fahrgassen anzulegen oder um eine Überlappung der Verteilgutausbringung mit bereits bearbeiteten Bereichen einer Ackerfläche zu vermeiden, was auch als „Section Control“ bezeichnet werden kann.
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Systeme, um einzelne Abgänge abschalten zu können bzw. um den Verteilgut-Luftvolumenstrom umlenken zu können, sind bereits in verschiedensten Ausführungsvarianten bekannt, bspw. durch die
EP 2 462 795 A2 oder die
EP 0 799 560 A2 oder durch die
EP 2 695 508 A1 . Diesen aus dem Stand der Technik bekannten Systemen bzw. Verteilertürmen mit der Möglichkeit einzelne Abgänge abschalten zu können bzw. den Verteilgut-Luftvolumenstrom jeweils umlenken zu können, gemeinsam ist, dass dies jeweils mittels einer Weiche in Form einer Klappe oder mittels eines Schiebers erfolgt. Die Betätigung der Weiche bzw. des Schiebers erfolgt in der Regel mittels eines Betätigungsmechanismus, welcher von einem Stellglied betätigt wird, wobei dieser aus mehreren Gliedern und Gelenken zusammengesetzte Betätigungsmechanismus jedoch konstruktiv und kostenmäßig aufwendig ist. Ein weiteres Problem besteht häufig in der Anordnung der Weiche oder des Schiebers in einer Absperrvorrichtung. Durch Kanten an den Übergängen entstehen mitunter Turbulenzen in den Absperrvorrichtungen, wodurch ein kontinuierlicher Verteilgutfluss unterbrochen wird und somit die Querverteilung verschlechtert wird. Ein weiteres Problem bei der Ausführung mit einem Betätigungsmechanismus besteht darin, dass diese in der Regel seitlich an der Absperrvorrichtung angebracht sind, wodurch die Absperrvorrichtung viel Bauraum benötigt, was wiederum den Nachteil hat, dass insbesondere Verteilertürme mit einer geringen Anzahl an Absperrvorrichtungen trotzdem groß Bauen müssen, um somit die Absperrvorrichtung nebeneinander anordnen zu können.
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Darüber hinaus baut eine derartige Absperrvorrichtung häufig auch relativ groß durch die Anordnung des Stellgliedes an sich, welches bspw. oberhalb der Weiche oder seitlich neben der Absperrvorrichtung angebracht sein kann. Ebenso wird der Bauraum der Absperrvorrichtung mitunter durch die Lagerung der Weiche vergrößert, wobei auch diese Lagerung in der Regel sehr verschmutzungsanfällig sein kann.
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Eine weitere Anforderung an derartige Weichen und Schieber besteht darin, dass diese kurze Reaktionszeiten beim Öffnen oder Verschließen aufweisen. Dies ist erforderlich, um ein sog. „Section Control System“ zu ermöglichen. Bei diesem sollen einzelne Abgänge innerhalb kurzer Reaktionszeiten zwischen deren geöffneter und geschlossener Position bewegt werden. Dies ist insbesondere bei hohen Fahrgeschwindigkeit erforderlich. Auch ist das mit den mit Betätigungsmechanismen betätigten Weichen und Schiebern nur bedingt möglich.
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Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Verteilerturm, insbesondere eine verbesserte Absperrvorrichtung der eingangs genannten Art zu schafften, welcher die Nachteile des Standes der Technik vermeidet und diesen in vorteilhafterweise weiterbildet. Insbesondere soll eine verbesserte Abschaltung bzw. Umleitung eines Verteilgut-Luftvolumenstroms in den Abgängen erreicht und trotzdem eine kompakt bauende Absperrvorrichtung geschaffen werden.
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Diese Aufgaben werden durch einen Verteilerturm mit den Merkmalen im Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte bzw. weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Zur Lösung der genannten Aufgaben schlägt die Erfindung einen Verteilerturm einer landwirtschaftlichen Verteilmaschine zum Ausbringen und Verteilen von granulatartigem Verteilgut wie Saatgut, Dünger oder dergl. vor. Der Verteilerturm weist ein Steigrohr auf, mittels welchem das jeweils auszubringende Verteilgut mit Hilfe eines Luftvolumenstroms in Richtung eines an das Steigrohr anschließenden Verteilerkopfs befördert wird. Der Verteilerkopf weist über dessen Umfang verteilt eine Mehrzahl von Abgängen auf, mittels welcher Abgänge der durch das Steigrohr beförderte und im Verteilkopf entsprechend der Anzahl an Abgängen aufgeteilte Verteilgut-Luftvolumenstrom in Richtung von bspw. im Boden oder Bodennah geführten Ausbringeinrichtungen wie Scheibenschare, Zinkenschare oder dergl. befördert wird. Zumindest einem der Abgänge ist eine Absperrvorrichtung zugeordnet, wobei diese eine Weiche aufweist. Mit dieser Weiche kann der in den Abgängen vorhandene Verteilgut-Luftvolumenstrom abgeschaltet oder umgelenkt werden, so dass dieser entweder in Richtung einer Saatleitung oder in Richtung eines Rückführbereichs geleitet wird.
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Erfindungsgemäß ist die Weiche als Kugel oder Kegel ausgebildet, wobei eine Richtungsänderung des Verteilgut-Luftvolumenstroms bzw. ein Abschalten des Abganges durch eine Rotation der Kugel bzw. des Kegels erfolgt. Die Rotation kann hierbei bspw. mittels eines elektrischen und/oder pneumatischen und/oder hydraulischen oder dergl. Stellantriebes erfolgen. Um keinen Betätigungsmechanismus zu benötigen bzw. um den teileaufwand möglichst gering zu halten, kann der Stellantrieb bzw. dessen Anschlussstutzen direkt mit der Kugel bzw. dem Kegel verbunden werden. Der Stellantrieb kann bspw. als Drehantrieb ausgeführt sein. Die Ansteuerung des Stellantriebs erfolgt bspw. mittels einer an der Verteilmaschine vorhandenen Rechnereinheit. Die Rechnereinheit kann sowohl durch manuelle Eingabe durch eine Bedienperson als auch auf Basis von GPS-Daten oder dergl. Positionsdaten entsprechende Signale an den Stellantrieb übermitteln. Somit könnte bspw. auch ein Section-Control System, bei dem einzelne Abgänge unabhängig voneinander beliebig zu und weg geschaltet werden, bereitgestellt werden.
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Um eine kompakt bauende Absperrvorrichtung zu schaffen, erfolgt die Anordnung des Stellantriebs an dieser vorzugsweise derartig, dass eine dem Stellantrieb zugeordnete Antriebswelle und/oder ein Anschlussstutzen des Stellantriebs und die Kugel bzw. der Kegel auf einer Ebene liegen. Ebenso könnte der Saatleitungsanschluss bzw. dessen Mittelachse auf dieser Ebene liegen. Zusammenfassend kann vorgesehen sein, dass eine Rotation der Kugel oder des Kegels mittels eines Stellantriebes erfolgt, wobei eine dem Stellantrieb zugeordnete Antriebswelle und / oder ein Anschlussstutzen des Stellantriebes und die Kugel oder der Kegel auf einer gemeinsamen Ebene liegen. Zugleich kann vorgesehen sein, dass die Mittelachse des Saatleitungsanschlusses sowie die Antriebswelle und / oder der Anschlussstutzen des Stellantriebs auf einer gemeinsamen Ebene liegen.
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Darüber hinaus kann der Stellantrieb zwischen dem sich aus dem Saatleitungsanschluss und einem Rückführbereich ergebenden Winkel bzw. Bereich angeordnet sein, wodurch die Baugröße nochmals reduziert werden kann und somit auch Verteilerköpfe mit einer geringen Anzahl an Abgängen auch eine kleine Bauform aufweisen können. Ebenso könnte der Stellantrieb in das Gehäuse der Absperrvorrichtung integriert sein.
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Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Weiche als Kugel bzw. Kegel sind keinerlei Kanten mehr in der Absperrvorrichtung vorhanden, wodurch der Verteilgut-Luftvolumenstrom jeweils unabhängig von der Flussrichtung ohne jegliche Turbolenzen befördert wird und somit verschiedenste Positionen der Weiche keinen Einfluss mehr auf die Querverteilung der Verteilmaschine haben.
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Um möglichst schnelle Reaktionszeiten bzw. Umschaltzeiten der Weiche zu erreichen, kann der Stellantrieb zusätzlich mit einem entsprechenden Übersetzungsgetriebe ausgestattet werden, wodurch eine Verdrehung von bspw. 180° zwischen den jeweiligen Endpositionen entsprechend schnell erfolgen kann. Auch wäre es denkbar, dass der Drehantrieb als sog. Dauermagnet ausgeführt ist. Des Weiteren könnten die Endpositionen der als Kugel oder Kegel ausgeführten Weiche jeweils durch mechanische Anschläge oder durch in den Stellantrieb integrierte Endschalter erfasst werden.
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Die Lagerung der Kugel bzw. des Kegels kann jeweils lediglich über die Achse des Stellantriebes erfolgen. In dieser Ausführungsvariante könnte entsprechend vorgesehen sein, dass zwischen einem Gehäuse der Absperrvorrichtung und der Kugel bzw. dem Kegel ausreichend Spiel vorhanden ist, wodurch auch Verschmutzungen keinen Einfluss auf die Beweglichkeit der Kugel bzw. des Kegels haben. Darüber hinaus wird durch eine derartige Lagerung das benötigte maximale Drehmoment für den Stellantrieb verringert, wodurch dieser wiederum sehr klein bauend ausgeführt werden kann.
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Im Grunde kann daher vorgesehen sein, dass die Lagerung der als Kugel oder als Kegel ausgeführten Weiche über eine dem Stellantrieb zugeordnete Antriebswelle oder über einen Anschlussstutzen des Stellantriebs erfolgt.
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Der erfindungsgemäße Verteilerturm wird vorzugsweise in landwirtschaftlichen Verteilmaschinen wie Sämaschinen verwendet. Derartige Maschinen besitzen in der Regel einen trichterförmigen Vorratsbehälter zum Bevorraten und Bereitstellen des auszubringenden Verteilguts. An der tiefsten Position des Vorratsbehälters ist diesem eine Dosiervorrichtung zugeordnet. Mittels dieser Dosiervorrichtung wird das jeweils auszubringende Verteilgut in einer gewünschten Menge in ein mit einem Luftvolumenstrom beaufschlagtes Leitungssystem zu dosiert. Der Luftvolumenstrom wird mit einem Gebläse bspw. in Form eines Radial- oder eines Zentrifugalgebläses oder dergl. erzeugt. Durch das Beimengen von Verteilgut in den Luftvolumenstrom entsteht somit im Leitungssystem ein Verteilgut-Luftvolumenstrom. Mit Hilfe dieses wird das Verteilgut mit einer Strömungsgeschwindigkeit in Richtung des Verteilerturms befördert. Der Verteilerturm weist hierbei zunächst bspw. ein weitgehend senkrecht verlaufendes Steigrohr auf, an dessen oberen Ende ein Verteilerkopf mit einer Mehrzahl von an dessen Umfang gleichmäßig angebrachten Abgängen bzw. Reihen anschließt. Im Verteilerkopf erfährt der Verteilgut-Luftvolumenstrom eine Richtungsumkehr aus einer bspw. senkrechten Bewegung entlang des Steigrohrs in eine waagerechte Bewegung in Richtung der Abgänge, wodurch der eine Verteilgut-Luftvolumenstrom in eine Mehrzahl von Verteilgut-Luftvolumenströmen, entsprechend der Anzahl an Abgängen, aufgeteilt wird.
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Wenigstens einem der Abgänge kann eine Absperrvorrichtung zu- bzw. nachgeordnet sein. Diese besteht in einer bevorzugten Ausführungsvariante aus zumindest einem Saatleitungsanschluss, an welchem eine Saatleitung angebracht werden kann, mittels derer das Verteilgut in Richtung von Bodennah oder im Boden geführten Ausbringeinrichtungen wie Scheibenschare oder Zinkenschare oder dergl. transportiert werden kann. Weiter besitzt die Absperrvorrichtung in einer derartigen Ausführungsvariante einen Rückführbereich in Form eines Rückführanschlusses bzw. einer Rückführöffnung, welcher wiederum mit einer Rückführeinrichtung verbunden ist, mittels welcher Rückführeinrichtung das Verteilgut in das Steigrohr zurück befördert bzw. geleitet wird. Ob das Verteilgut in Richtung der Saatleitung oder in Richtung des Rückführbereiches geleitet wird kann mit einer, vorzugsweise in der Absperrvorrichtung vorhandenen Weiche in Form einer Kugel bzw. eines Kegels gesteuert werden.
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Die Absperrvorrichtung kann als separates Teil, welches an die Abgänge des Verteilerkopfs angebracht wird, ausgeführt sein. Ebenso könnte die Absperrvorrichtung bzw. insbesondere die Weiche in den Verteilerkopf integriert sein. Bei einer derartigen Ausführung könnte bspw. die Bodenfläche des Verteilerkopfs entsprechend der Anzahl an Abgängen bzw. Weichen Rückführöffnungen aufweisen, welche Rückführöffnungen als Rückführbereiche dienen. An die Rückführöffnung könnte bspw. eine Rückführeinrichtung in Form eines Trichters anschließen.
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Es sei noch darauf hingewiesen, dass die erfindungsgemäße als Kugel oder Kegel ausgeführte Weiche in allen derzeit aus dem Stand der Technik bekannten Absperrvorrichtungen Verwendung finden kann, d.h. bspw. auch in derartigen, in denen keine Umlenkung des Verteilgut-Luftvolumenstroms stattfindet.
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Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der beigefügten Figuren näher erläutern. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente zueinander in den Figuren entsprechen nicht immer den realen Größenverhältnissen, da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.
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1 zeigt eine schematische Ansicht einer landwirtschaftlichen Verteilmaschine.
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2 zeigt eine Perspektivansicht einer Ausführungsvariante eines Verteilerturms mit Verteilgutrückführung und Absperrvorrichtung, wobei zur Veranschaulichung Teile des Gehäuses der Absperrvorrichtung ausgeblendet sind.
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3a zeigt eine Perspektivansicht einer Ausführungsvariante einer Absperrvorrichtung mit Verteilgutrückführung, wobei zur Veranschaulichung Teile des Gehäuses der Absperrvorrichtung ausgeblendet sind.
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3b und 3c zeigen ein Ausführungsbeispiel einer Absperrvorrichtung mit verschiedenen Stellungen einer als Kugel ausgeführten Weiche, wobei diese zur Veranschaulichung im Schnitt dargestellt ist.
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Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden in den 1 bis 3 jeweils identische Bezugszeichen verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie der erfindungsgemäße Verteilerturm ausgestaltet sein kann und stellen keine abschließende Begrenzung dar.
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1 zeigt in einer schematischen Ansicht einen Verteilerturm 10, der in einer landwirtschaftlichen Maschine 12 verbaut ist. Bei dieser Maschine handelt es sich insbesondere um eine Sämaschine, welche zum Verteilen von granulatartigem Verteilgut wie Saatgut, Dünger oder dergl. Verwendung findet. Die Maschine besitzt einen Vorratsbehälter 14 zum Bevorraten und Bereitstellen des jeweils auszubringenden Verteilguts. Der Vorratsbehälter 14 ist trichterförmig ausgebildet, wobei diesem an dessen tiefster Position eine Dosiervorrichtung 16 zugeordnet ist. Mittels der Dosiervorrichtung 16 wird das jeweils auszubringende Verteilgut in einer gewünschten Menge in ein mit einem Luftvolumenstrom beaufschlagtes Leitungssystem 18 gleichmäßig zu dosiert. Der Luftvolumenstrom wird mit einem dem Leitungssystem 18 ebenfalls zugeordnetem Gebläse 20 erzeugt. Durch das Beimengen von Verteilgut in den Luftvolumenstrom entsteht ein Verteilgut-Luftvolumenstrom. Mit Hilfe des Luftvolumenstroms wird das Verteilgut über das Leitungssystem 18 in Richtung des Verteilerturms 10 befördert. Der Verteilerturm 10 weist hierbei zunächst ein senkrecht verlaufendes Steigrohr 22 auf, an dessen oberen Ende ein Verteilerkopf 24 mit einer Mehrzahl von an dessen Umfang gleichmäßig angebrachten Abgängen 26 anschließt. Im Verteilerkopf 24 erfährt der Verteilgut-Luftvolumenstrom zunächst eine Richtungsumkehr aus einer Bewegung entlang des Steigrohrs 22 in eine Bewegung in Richtung der Abgänge 26, wobei hierbei der einzelne zentrale Verteilgut-Luftvolumenstrom in eine Mehrzahl entsprechend der Anzahl der Abgänge 26 von Verteilgut-Luftvolumenströmen aufgeteilt wird. Wenigstens einem der Abgänge 26 ist eine hier schematisch dargestellte Absperreinheit 28 mit einer hier nicht dargestellten Weiche 30 zugeordnet. An den Abgängen bzw. Reihen 26 ist jeweils wenigstens eine Saatleitung 32 angeordnet, mittels derer das Verteilgut aus dem Verteilerkopf 24 in Richtung von bodennah oder im Boden geführten hier nicht dargestellten Ausbringeinrichtungen, wie Scheibenscharen oder Zinkenscharen oder dergl. transportiert wird.
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Weiter zeigt 2 eine Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen Verteilerturms 10 in einer Perspektivansicht. Der Verteilerturm 10 besteht im Wesentlichen aus einem Steigrohr 22, an dessen oberem Ende ein Verteilerkopf 24 anschließt. Am Umfang des Verteilerkopfs 24 sind in regelmäßigen Abständen eine Mehrzahl von Abgängen bzw. Reihen 26 angeordnet. Der Verteilerturm 10 weist zunächst ein bogenförmiges Übergangsstück 34 auf. Mittels diesem erfolgt eine Richtungsumkehr des Verteilgut-Luftvolumenstroms aus einer weitgehend waagerechten in eine senkrechte Strömungsrichtung. An das Übergangsstück 34 schließt ein Steigrohr 22 an. Dieses besteht aus verschiedenen Abschnitten. Zunächst besitzt dieses eine Düse 36. Mittels dieser wird der Querschnitt des Steigrohrs 22 zunächst konisch verringert und anschließend wiederum konisch vergrößert. An der Stelle mit dem geringsten Querschnitt befinden sich Rückführeinrichtungen 38 in Form von ringförmigen Öffnungen 40. Mittels der Querschnittsverringerung soll der Verteilgut-Luftvolumenstrom im Steigrohr 22 zentriert werden. Dies soll durch ein an die Düse 36 anschließendes Wellrohr 42 noch weiter verbessert werden. Neben einem Wellrohr 42 wären auch andere Rohre mit Querschnittsverringerungen vorstellbar, bspw. derartige, bei denen Vertiefungen vorhanden sind. Auch wäre es denkbar, dass Wellrohr 42 bspw. durch eine weitere Düse 36 zu ersetzen, so dass das Steigrohr bspw. aus zwei Düsen oder mehr zusammengesetzt ist. Die einzelnen Abschnitte des Steigrohrs 22 können jeweils bspw. mittels Schweißung oder mittels Klemmstücken verbunden werden. Ebenso können die Abschnitte aus einem metallischen oder nicht metallischen Werkstoff gebildet sein. Auch könnte das Steigrohr 22 einteilig und bspw. aus Kunststoff gefertigt sein.
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Am oberen Ende des Steigrohrs 22 schließt ein kreisförmiger Verteilerkopf 24 an. Dieser weist im Ausführungsbeispiel der 2 einen flachen Deckel 44 auf. Der Verteilerkopf 24 könnte jedoch auch verschiedenste andere Formen aufweisen, bspw. pilzförmige oder dergl. Im Verteilerkopf 24 wird der Verteilgut-Luftvolumenstrom aus einer senkrechten in eine waagrechte Richtung in Richtung der Abgänge 26 umgelenkt, wobei hierzu das Verteilgut bspw. gegen den Deckel 44 prallen kann und anschließend durch den Luftvolumenstrom in Richtung der Abgänge 26 geleitet wird. Je gleichmäßiger diese Verteilung zwischen den Abgängen 26 erfolgt, desto gleichmäßiger ist die Querverteilung des Verteilguts an der landwirtschaftlichen Maschine.
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Um die Verteilgutabgabe in einzelnen Abgängen 26 abschalten bzw. unterbinden zu können, ist zumindest einem der Abgänge 26 eine Absperrvorrichtung 28 zugeordnet. Innerhalb dieser ist eine schwenkbare bzw. rotierbare Weiche 30 (Vergl. 3) angeordnet. Die Weiche 30 kann bspw. mittels eines elektrischen und / oder pneumatischen und / oder hydraulischen und / oder dergl. Stellantriebes zwischen einer geschlossenen Position und einer geöffneten Position verschwenkt werden. Die Absperrvorrichtung 28 besitzt neben einer Weiche 30 noch einen Rückführbereich 45 in Form eines Rückführanschlusses 46, einen Saatleitungsanschluss 48 sowie einen Bypass 50. Am Rückführanschluss 46 wird eine Rückleitung 52 angeschlossen, welche mit deren unterem Ende über einen Stutzen 54 in die Rückführeinrichtung 38 mündet.
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Wird bspw. die Weiche 30 geschlossen bzw. rotiert (vergl. 3c) wird der Verteilgut-Luftvolumenstrom in der Absperrvorrichtung 38 in Richtung des Rückführbereiches 45 umgeleitet und anschließend über eine an einem Rückführanschluss 46 angebrachte Rückleitung 52 und der Rückführeinrichtung 38 wieder in das Steigrohr 22 geleitet. Das rückgeführte Verteilgut wird anschließend wieder vom Verteilgut-Luftvolumenstrom im Steigrohr 22 aufgenommen und wiederum zum Verteilerkopf 24 und zu den Abgängen 26 befördert.
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Um auch bei mehreren abgesperrten Weichen 30 noch ein gewünschtes Querverteilungsergebnis zu erreichen, ist es erforderlich, dass trotz dieser in den Komponenten des Verteilerturms 22 jeweils ein zumindest weitgehend gleiches bzw. konstantes Druckniveau bzw. ein weitgehend gleicher bzw. konstanter Luftvolumenstrom bzw. weitgehend gleiche bzw. konstante Strömungsgeschwindigkeiten unabhängig von der Stellung der Weiche 30 vorherrschen. Um dies zu erreichen, sind das Steigrohr 22, der Verteilerkopf 24, die Rückführeinrichtung 38, der Rückführbereich 46, der Bypass 50, sowie der Saatleitungsanschluss 48 im gezeigten Ausführungsbeispiel permanent pneumatisch Verbunden, unabhängig von der Stellung der Weiche 30. Dies wird insbesondere durch einen sich in der Absperrvorrichtung 28 befindlichen Bypass 50 gewährleistet. Somit stellen sich im Verteilerturm 24 diverse Druckniveaus ein, wobei sich in der Rückführeinrichtung 38 ein Druckniveau P1 und in der Absperrvorrichtung 28 bzw. im Bypass 50 ein Druckniveau P2 bzw. P3 ergibt, und wobei P1 kleiner oder gleich zu P2 und/oder kleiner oder gleich zu P3 ist.
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Eine mögliche Ausgestaltung einer Absperrvorrichtung 28 mit integrierter Weiche 30 geht aus den 3a bis 3c hervor, wobei die Weiche 30 in 3b in geöffneter und in 3c in geschlossener Position abgebildet ist. Die Absperrvorrichtung 28 besteht aus einer Flanschfläche 58 zur Montage dieser an den jeweiligen Abgängen 26 des Verteilerkopfs 24. Hierzu können an der Flanschfläche 58 bspw. Einrastelemente oder dergl. vorhanden sein. Mittels dieser Einrastelemente kann eine einfache und schnelle Montage am Verteilerkopf 24 ermöglicht werden. Die Absperrvorrichtung weist darüber hinaus einen Rückführbereich 45, welcher sich vorzugsweise aus einem Rückführanschluss 46 und einem sich zwischen der Flanschfläche 58 und dem Rückführanschluss 46 erstreckenden Rücklaufkanal 64 zusammensetzt, einen Saatleitungsanschluss 48 und einen sich zwischen der Flanschfläche 58 und dem Saatleitungsanschluss 48 ersteckenden Saatgutkanal 62, auf, wobei sich zwischen dem Rückführanschluss 46 und dem Saatleitungsanschluss 48 darüber hinaus ein Bypass 50 erstreckt. Die Flanschfläche 58, der Rückführanschluss 46 sowie der Saatleitungsanschluss 48 besitzen im Wesentlichen den gleichen Außendurchmesser D1; D2; D3 von bspw. 30mm, wobei diese auch größer oder kleiner gewählt werden könnten und wobei diese auch unterschiedlich zueinander sein könnten.
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Nach der Flanschfläche 58 folgt eine Weiche 30, welche zwischen einer geschlossenen Position (vergl. 3c) und einer geöffneten Position (vergl. 3b) verschwenkt bzw. rotiert werden kann. Diese Rotation erfolgt vorzugsweise mittels eines elektrischen und / oder pneumatischen und / oder hydraulischen und / oder dergl. Stellantriebes 70. Die Ansteuerung des Stellantriebs 70 kann bspw. über eine an der landwirtschaftlichen Maschine vorhandene Rechnereinheit erfolgen. Diese kann wiederum bspw. durch manuelle Eingabe oder auf Basis von GPS Daten entsprechende Signale an den Stellantrieb 70 übermitteln. Je nach Stellung der Weiche 30 kann der Verteilgut-Luftvolumenstrom bei geöffneter Position in Richtung des Saatleitungsanschlusses 48 sowie in Richtung einer Ausbringeinrichtung gefördert werden oder bei geschlossener Position in Richtung des Rückführanschlusses 46 gefördert werden.
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Wie aus den 3 ersichtlich ist, ist die Weiche 30 als Kugel ausgeführt, welche im Gehäuse 68 der Absperrvorrichtung 28 rotiert. Der Antrieb der Weiche 30 erfolgt über einen Stellantrieb 70, wobei zwischen der Weiche 30 und dem Stellantrieb 70 bzw. zwischen dem Anschlussstutzen 74 des Stellantriebes 70 und der Weiche 30 eine Antriebswelle 72 angebracht ist. Der Stellantrieb 70 könnte aber auch direkt mit der Weiche 30 verbunden sein bzw. direkt mit dem Anschlussstutzen 74 verbunden sein. Auch könnte zwischen dem Stallantrieb 70 und der Weiche 30 bspw. auch ein Übersetzungsgetriebe angebracht sein. Mittels des Stellantriebs 30 erfolgt eine Rotation der Weiche 30 von bspw. 180°, so dass die Kugel in einer ersten Position einen Verteilgut-Luftvolumenstrom aus dem Verteilkopf 24 in Richtung eines Saatleitungsanschlusses 48 leitet (vergl. 3b) oder das in einer zweiten Position die Kugel einen Verteilgut-Luftvolumenstrom aus einem Verteilkopf 24 in Richtung eines Rückführbereiches 45 leitet, wobei die Kugel unabhängig von deren Position im Gehäuse 68 derartig angeordnet ist, dass an den Übergängen keinerlei Kanten oder Ecken vorhanden sind, so dass Strömungsturbulenzen weitestgehend vermieden werden können.
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Wie insbesondere aus der 3a hervorgeht, liegen die Kugel und die Antriebswelle 72 des Stellantriebs 70 bzw. der Anschlussstutzen 74 des Stellantriebs 70 auf einer Ebene, wodurch eine kompakte Absperrvorrichtung 28 erzeugt wird. Darüber hinaus ist der Stellantrieb 70 zwischen einem sich aus einem Saatleitungsanschluss 48 und dem Rückführbereich 45 ergebenden Winkel bzw. Bereich angeordnet, wodurch die Baugröße nochmals reduziert werden kann und somit auch Verteilerköpfe mit einer geringen Anzahl an Abgängen auch eine kleine Bauform aufweisen können.
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Zwischen dem Saatgutkanal 62 sowie zum Rücklaufkanal 64 erstreckt sich ein Bypass 50, welcher den Rückführanschluss 46 sowie den Saatleitungsanschluss 48 pneumatisch verbindet. Der Bypass 50 ist derartig angeordnet, dass dieser einen Abscheider bzw. einen Abscheidebereich 66 in Form eines Umlenkabscheiders bildet, wobei der Umlenkabscheider hierbei einen Winkel aufweist, der größer als 90° ist, wodurch ein Entweichen von Verteilgut über den Bypass verhindert werden kann. Der Abscheidegrad muss hierbei möglichst hoch sein, so dass bei geschlossener Weiche 30 das Verteilgut in Richtung des Rückführanschlusses 46 zurück in das Steigrohr 22 geleitet wird, der Luftvolumenstrom jedoch über den Bypass in Richtung des Saatleitungsanschlusses entweichen kann. Die Trennung zwischen Verteilgut und einem Anteil des Luftvolumenstroms erfolgt über den Abscheidebereich 66.
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Der Bypass 50 weist einen Querschnitt auf, der derartig gewählt ist, dass dieser bei geschlossener Weiche 30 einen möglichst gleichen Strömungswiderstand aufweist, wie der Saatgutkanal 62 bei geöffneter Weiche 30. Der Querschnitt bzw. die Breite des Bypasses 50 beträgt hierbei bspw. 30mm oder 25mm oder 20mm. Somit ist der Strömungswiderstad in einem Pfad entlang der Flanschfläche 58, des Rücklaufkanals 64, des Abscheidebereichs 66, des Bypasses 50 und des Saatleitungsanschlusses 48 weitgehend gleich zu einem Strömungswiderstand in einem Pfand entlang der Flanschfläche 58, des Saatgutkanals 62 und des Saatleitungsanschlusses 48.
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Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben. Es ist jedoch für den Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche zu verlassen.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Verteilerturm
- 12
- landwirtschaftliche Maschine
- 14
- Vorratsbehälter
- 16
- Dosiervorrichtung
- 18
- Leitungssystem
- 20
- Gebläse
- 22
- Steigrohr
- 24
- Verteilerkopf
- 26
- Abgang, Reihe
- 28
- Absperrvorrichtung
- 30
- Weiche
- 32
- Saatleitung
- 34
- Übergangsstück
- 36
- Düse
- 38
- Rückführeinrichtung
- 40
- Öffnung
- 42
- Wellrohr
- 44
- Deckel
- 45
- Rückführbereich
- 46
- Rückführanschluss, Rückführöffnung
- 48
- Saatleitungsanschluss
- 50
- Bypass
- 52
- Rückleitung
- 54
- Stutzen
- 58
- Flanschfläche
- 62
- Saatgutkanal
- 64
- Rücklaufkanal
- 66
- Abscheidebereich
- 68
- Gehäuse
- 70
- Stellantrieb
- 72
- Antriebswelle
- 74
- Anschlussstutzen
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 2462795 A2 [0004]
- EP 0799560 A2 [0004]
- EP 2695508 A1 [0004]
- DE 102015116378 [0021]