DE10242260A1 - Vorrichtung zum Auftragen eines Klebstoffs auf den Rücken oder rückennahen Bereichen der Seitenflächen eines Buchblocks - Google Patents

Vorrichtung zum Auftragen eines Klebstoffs auf den Rücken oder rückennahen Bereichen der Seitenflächen eines Buchblocks Download PDF

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Abstract

Bei einer Vorrichtung (1, 51) zum Auftragen eines Klebstoffs auf den Rücken (2a) oder rückennahen Bereichen (2b) der Seitenflächen eines in einem Transportsystem (3) mit Aushang vorbeigeführten Buchblocks (2) mit wenigstens einer rotierenden Auftragswalze (53a, b) oder -scheibe (5), die den Klebstoff aus einer Wanne (4, 52) aufnimmt und durch Abwälzung an dem Buchblock (2) auf diesen überträgt, mit einem im Abstand zur Auftragswalze (5, 53a, b) einstellbaren Rakel (7, 54a, b) zur Regulierung der Auftragsstärke des Klebstoffs und mit einer Betätigungseinrichtung (8, 9, 57, 59) zur gesteuerten Bewegung des Rakels (7, 54a, b) zwischen einer Auftrags- und einer Nullauftragsposition, ist vorgesehen, dass die Betätigungseinrichtung wenigstens einen über Druckluft (P) steuerbaren und als Zugaktuator einfach wirkenden Kontraktionsschlauch (24a, b, 56a, b) umfasst.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen eines Klebstoffs auf den Rücken oder rückennahen Bereichen der Seitenflächen eines in einem Transportsystem mit Aushang vorbeigeführten Buchblocks mit wenigstens einer rotierenden Auftragswalze oder -scheibe, die den Klebstoff aus einer Wanne aufnimmt und durch Abwälzung an dem Buchblock auf diesen überträgt, mit einem im Abstand zur Auftragswalze einstellbaren Rakel zur Regulierung der Auftragsstärke des Klebstoffs und mit einer Betätigungseinrichtung zur gesteuerten Bewegung des Rakels zwischen einer Auftrags- und einer Nullauftragsposition.
  • Für das maschinelle Auftragen eines Klebstoffs auf den Rücken und rückennahen Bereichen der Seitenflächen von Buchblocks in Klebebindern stehen verschiedene Auftragssysteme zur Verfügung. Sehr häufig kommen Radauftragsleimwerke der oben beschriebenen Art zum Einsatz, wobei die Ausführungen für die Rückenbeleimung auch als Walzenleimwerke bezeichnet werden, während die Seitenbeleimung mit Auftragsscheiben durchgeführt wird. Die Walzenleimwerke bestehen überwiegend aus einer ersten Walze zum Auftragen einer dünnen Klebstoffschicht und aus einer zweiten Walze zum Auftragen einer dicken Klebstoffschicht. Zum Egalisieren und Entfernen überschüssigen Klebstoffs vom Rücken des Buchblocks ist den beiden vorgenannten Walzen eine sogenannte Spinnerwalze nachgeordnet, die in Gegenrichtung zur Förderrichtung der Buchblocks rotiert. Zur Dosierung der Auftragsstärke des Klebstoffs auf den Walzen sind zum Walzenmantel einstellbare Rakel vorgesehen. Ein solches Walzenleimwerk für die Rückenbeleimung ist beispielsweise in [Liebau; Heinze/Industrielle Buchbinderei/Verlag Beruf + Schule, Itzehoe 2001/Kap. 4.2.3.3.6; S.: 284 ff] schematisch dargestellt.
  • Ein Seitenleimwerk mit Auftragsscheiben ist beispielhaft in der DE 200 08 757 U1 beschrieben. Der Klebstoff befindet sich in einer Wanne unterhalb der Förderebene der Buchblocks und wird mit einem wendelförmig um die Auftragsscheiben geführten Klebstoffschaber nach oben in den Abwälzbereich gefördert. Hier wird die Auftragsstärke des Klebstoffs durch Rakel reguliert.
  • Die Rakel werden taktgemäß zum Buchblocktransport zwischen einer Auftrags- und einer Nullauftragsposition hin- und hergeschaltet bzw. gesteuert. Der Klebstoffauftrag beginnt mit dem Überlauf des Buchblocks über die Walzen bzw. Scheiben und endet bevor das Ende des Buchblocks den Annäherungsbereich der Walzen verlässt. Hierdurch wird vermieden, dass sich zu Beginn aufgestauter Klebstoff an der Stirnseite des Buchblocks ab setzt und am Ende Klebstoff durch Fädenziehen am Buchblock hinausragt. Zudem muss der Klebstoffauftrag zurückversetzt zum Anfang und Ende des Buchblocks erfolgen, damit nicht der Klebstoff beim Anpressen des Umschlags herausgedrückt wird. Der zurückversetzte Klebstoffauftrag minimiert zudem die Kontaminierung der Schneidabfälle mit Klebstoff. Für eine qualitativ hochwertige Klebebindung sind genau zum Anfang und Ende des Buchblocks positionierte An- und Absetzpunkte des Klebstoftauftrags erforderlich. Die Flanke am Anfang und Ende des Klebstoffauftrags muss möglichst steil sein. Dies bedingt insbesondere bei Klebebindern mit hohen Überlaufgeschwindigkeiten eine sehr schnelle (dynamische) Rakelbewegung zwischen der Auftrags- und der Nullauftragsposition.
  • Bei bekannten Radauftragsleimwerken werden die Rakel über Kurvenscheiben gesteuert. Die An- und Absetzpunkte für den Klebstoffauftrag sind in den Kurven fest eingeprägt. Zur Verstellung der Auftragslänge und -position sind aufwändige Konstruktionen mit Überlagerungsgetrieben erforderlich oder dies ist nur im Stillstand des Klebebinders durchführbar. Auftragsmuster oder das Auslassen des Klebstoffauftrags an der Trennstelle eines in Doppelnutzen gefertigten Buchblocks sind nur durch den Austausch gegen speziell dafür gestaltete Kurvenscheiben möglich. Bei pneumatischer Betätigung der Rakel kann die Verstellung elektrisch erfolgen und besondere Auftragsmuster sind mit entsprechend ausgeführten Steuerungseinrichtungen möglich. Beispielhaft ist in der JP 09-086070 ein Radauftragsleimwerk für die Seitenbeleimung mit pneumatisch betätigten Rakeln dargestellt. Gewöhnliche Pneumatikzylinder weisen jedoch eine ungenaue Schaltzeit auf, wodurch insbesondere bei hohen Überlaufgeschwindigkeiten der Buchblocks ein exakter Klebstoffauftrag nicht möglich ist. Aufgrund der geringen Dynamik der Pneumatikzylinder sind die An- und Absetzpunkte nicht scharf ausgebildet.
  • Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Auftragen eines Klebstoffs auf den Rücken oder rückennahen Bereichen der Seitenflächen eines Buchblocks gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 vorzuschlagen, mit der sich bei einfacher Konstruktion die Rakel auch bei hohen Überlaufgeschwindigkeiten des Buchblocks schnell und exakt zwischen der Auftrags- und der Nullauftragsposition hin und her bewegen lassen zur Erzeugung eines in Bezug auf den Anfang und das Ende des Buchblocks genau positionierten Klebstoffauftrages.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Betätigungseinrichtung wenigstens einen über Druckluft steuerbaren und als Zugaktuator einfachwirkenden Kontraktionsschlauch umfasst. Gegenüber herkömmlichen Pneumatikzylindern weist der Kontraktionsschlauch kein Slip-Stick-Verhalten auf und erzeugt hochbeschleunigte Bewe gungen, wodurch sich beim Klebstoffauftragen die An- und Absetzpunkte besonders schart ausbilden. Bei gleicher Kraft weist der Kontraktionsschlauch einen wesentlich geringeren Energieverbrauch auf. Er ist unempfindlich gegen Schmutz und Staub und ist deshalb besonders geeignet für den Einsatz in Papierstaub belasteten Druckweiterverarbeitungsmaschinen.
  • Zweckmäßig ist eine Wirkanordnung des Kontraktionsschlauches in Verbindung mit einer Feder, gegen die der Kontraktionsschlauch arbeitet. Es hat sich bewährt, dass dabei der Kontraktionsschlauch den Rakel in die Auftragsposition zieht und die Feder die Nullauftragsposition bedingt, wenn der Kontraktionsschlauch drucklos geschaltet ist. In alternativer Ausführungsform kommen zwei wechselseitig wirkende Kontraktionsschläuche zum Einsatz. Mit Vorteil werden die Auftrags- und die Nullauftragsposition durch Anschläge festgelegt, wobei die Anschläge gleichzeitig als Dämpfer ausgelegt sind. Vorteilhaft ist eine Vorsteuerung des dem Kontraktionsschlauch zugeordneten Pneumatikventils in Abhängigkeit der Überlaufgeschwindigkeit des Buchblocks, wodurch sich exakt zum Anfang und Ende des Buchblocks positionierte Klebstoffaufträge erzielen lassen.
  • Mit Vorteil wird nach Anspruch 7 der Kontraktionsschlauch mit veränderbarem Druck angesteuert, womit der zugeordnete Rakel in eine dem Druck entsprechende Position zwischen der Nullauftrags- und der Auftragsposition gezogen wird und eine bestimmte Auftragsstärke des Klebstoffs einstellbar ist. Mit einer Abtastung des Reliefs des Buchblockrückens und einer entsprechenden Druckluftansteuerung wird in vorteilhafter Weise ein komplementär zum Relief ausgebildeter Klebstoffauftrag auf den Rücken aufgetragen. Vorzugsweise ist nach Anspruch 9 für jeden Rakel eine Betätigungseinrichtung vorgesehen. Dadurch können z.B. unterschiedliche Klebstoffauftragsmuster für die beiden Seitenflächen des Buchblocks erzeugt werden. Weitere bevorzugte Weiterausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in den weiteren abhängigen Ansprüchen angegeben.
  • Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnung anhand zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert.
  • 1 zeigt in perspektivischer Darstellung ein Seitenleimwerk
  • 2 zeigt in einer Draufsicht den rechten Klebstoffförderer des Seitenleimwerks mit dem darin geführten Rakel
  • 3 zeigt in perspektivischer Darstellung ein erfindungsgemäßes Rückenleimwerk Das in 1 dargestellte Seitenleimwerk 1 dient zum Auftragen eines Klebstoffs auf den rückennahen Seitenbereichen 2b eines Buchblocks 2, der von einer Buchblockklammer 3 mit Aushang eingespannt gehalten und mit dem Buchblockrücken 2a nach unten weisend in Förderrichtung T über das Seitenleimwerk 1 transportiert wird. Der Klebstoff befindet sich in einer Wanne 4 unterhalb der Bewegungsbahn des Buchblocks 2 und wird mit einem linken und einem rechten Klebstoffförderer 6a,b nach oben gefördert. Der jeweilige Klebstoffförderer 6a,b wird gebildet aus einer in Förderrichtung T rotierenden Auftragsscheibe 5 und einem nicht näher dargestellten wendelförmig um die Auftragsscheibe 5 geführten, in einem Klotz 16a bzw. 16b ausgebildeten Klebstoffschaber, womit der Klebstoff in den Abwälzbereich 5a der Auftragsscheibe 5 gelangt. Hier wird die Auftragsstärke des Klebstoffs durch Rakel 7 reguliert.
  • Mit dem Abwälzen der Auftragsscheibe 5 an dem Buchblock 2 in rückennahen Seitenbereichen 2b wird der Klebstoff auf diesen übertragen. Blockführungsschienen 36 dienen zum Führen des Buchblocks 2, damit nicht die jeweils äußeren Blätter des Buchblocks 2 bei der Wegbewegung der Auftragsscheibe 5 vom Buchblock 2 mit nach außen gezogen werden. Zum Beherrschen der durch die Klebstoffförderer 6a,b hervorgerufenen Strömungen in der Wanne sind den Klötzen 16a,b Leitbleche 17 vorgeordnet. Weiterhin sind Schaber 37 vorgesehen, die die Klebstoffförderer 6a,b nach oben hin abschließen und den auf der Oberseite der Auftragsscheiben 5 befindlichen Klebstoff in die Wanne 4 zurückschaben.
  • Der Rakel 7 ist austauschbar an einem Ende eines Bolzens 8 befestigt, der über Buchsen 11 und einer Führungsfläche 8a am Bolzen 8 im Klotz 16a bzw. 16b geführt ist. Eine Druckfeder 9, die sich über eine Scheibe gegen den Klotz 16a bzw. 16b abstützt, treibt den Rakel 7 in eine Nullauftragsposition. In dieser wird der Klebstoff vollständig von der Auftragsscheibe 5 abgerakelt und somit nicht auf den Buchblock 2 übertragen. Zum Einstellen der Nullauftragsposition wird eine Einstellmutter 13 über Passscheiben 14 gegen einen am anderen Ende des Bolzens 8 angebrachten Gabelkopf 15 verspannt. Die Einstellmutter 13 stützt sich in der Nullauftragsposition des Rakels 7 auf einem am Klotz 16a bzw. 16b befestigten Anschlag 12 ab.
  • Zur Betätigung eines Rakels 7 ist gemäß der Erfindung ein Kontraktionsschlauch 24a bzw. 24b vorgesehen, der mit Druckluft angesteuert wird und sich dabei als einfachwirkender Zugaktuator zusammenzieht. Der Kontraktionsschlauch 24a bzw. 24b ist derart angeordnet, dass er den Rakel aus seiner Nullauftragsposition in eine Auftragsposition zieht und zwar entgegen der Federkraft der Druckfeder 9. Zur Erreichung einer kompak ten Bauweise ist der Kontraktionsschlauch 24a bzw. 24b vertikal neben der Wanne 4 angeordnet. Seine Zugbewegung wird über einen Umlenkhebel 26 in eine horizontale Bewegung gewandelt. Hierzu ist der drehbar in einem Halter 20a bzw. 20b gelagerte Umlenkhebel 26 einerseits mit dem Gabelkopf 15 des Bolzens 8 und andererseits mit einem an einem Ende des Kontraktionsschlauches 24a bzw. 24b angebrachten Gabelkopf 25 verbunden.
  • Das zweite Ende des Kontraktionsschlauches 24a bzw. 24b ist in einem gekröpft ausgebildeten Halter 23 eingeschraubt und zugleich mit einer Druckluftleitung 28 verbunden, wobei ein Schnellentlüftungsventil 27 zwischengeschaltet ist. Der Halter 23 dient überdies als Schutzschild vor der Wärmestrahlung der Wanne 4, wenn diese zur Verarbeitung von Heißschmelzklebstoff aufgewärmt wird. Zur Begrenzung des Zugweges des Kontraktionsschlauches 24a bzw. 24b und damit zur Festlegung der Auftragsposition des Rakels 7 für maximalen Klebstoffauftrag ist am Halter 20a bzw. 20b ein Anschlag 21 vorgesehen, auf dem sich eine im Umlenkhebel 26 befestigte Einstellschraube 22 abstützt. Beide Anschläge 12 und 21 bestehen aus Hartholz und wirken daher dämpfend.
  • Die oben beschriebenen Mittel sind für jede Auftragsseite des Seitenleimwerks 1 zu einer Einheit zusammengefasst durch Zuordnung zu Aufnahmen 18a,b. So ist in der Aufnahme 18b für die rechte Auftragsseite die zugehörige Auftragsscheibe 5 gelagert und es sind der Halter 20b und der Klotz 16b daran befestigt, wobei letzterer durch Lösen der Befestigungsschraube 38 aus dem Seitenleimwerk 1 entnehmbar ist. Hierdurch wird die schnelle Zugänglichkeit zum Klebstoffförderer 6a ermöglicht. Es muss nur noch die Gelenkverbindung von Gabelkopf 15 und Umlenkhebel 26 geöffnet werden. Beim Einbau wird die richtige Position über eine Anschlagscheibe 39 wiedergefunden. Die rechte Einheit ist auf einer Stange 19 geführt und wird mit bekannten Mitteln bezüglich der Buchblockdicke D verstellt.
  • Die Ansteuerung der Kontraktionsschläuche 24a,b erfolgt für jede Auftragsseite getrennt durch separate Pneumatikventile 29, beispielsweise 3/2-Wegeventile, die elektromagnetisch betätigt in die beiden Stellungen gesteuert werden. Die Pneumatikventile 29 sind an einer Druckluftversorgung 31 angeschlossen, wobei ein Präzisionsdruckregelventil 30 für konstant anliegenden Druck sorgt. Der Druck zur Ansteuerung der Kontraktionsschläuche 24a,b ist derart bemessen, dass im Zusammenspiel mit der jeweils entgegengesetzt wirkenden Druckfeder 9, gleiche Schalt- bzw. Bewegungszeiten für das Bewegen des Rakels 7 in die Auftragsposition und das Bewegen des Rakels 7 in die Nullauftragsposition erzielt werden.
  • Die wesentliche Eigenschaft eines Kontraktionsschlauches 24a,b ist seine totzeitarme Aktivierung. Er weist kein Slip-Stick-Verhalten auf und erzeugt zudem hochbeschleunigte Bewegungen. Die Schaltzeit ist sehr kurz und unter nahezu allen Bedingungen konstant. Dadurch kann er als kalkulierbare Größe von einer programmierbaren Steuerung 33 geregelt werden, wobei Werte für die Vorsteuerung der Pneumatikventile 29 fest vorgebbar sind. Diese Steuerung 33 ermittelt mit den Signalen eines mit der Antriebswelle des Buchblocktransportsystems verbundenen Drehgebers 35 und der Kenntnis der gewünschten Auftragspositionen die genauen Schaltzeitpunkte zur Ansteuerung der entsprechenden Ventilstellungen der Pneumatikventile 29 über Steuerleitungen 32.
  • Die gewünschten Auftragspositionen werden vom Bediener in einer übergeordneten Zentralsteuerung festgelegt und stehen über eine Steuerleitung 34 der Steuerung 33 zur Verfügung. Eine manuelle Verstellung ist nicht mehr erforderlich. Außerdem lassen sich Auftragsmuster in der Art von (beliebig) unterbrochenen Klebstoffaufträgen erzeugen. So kann z.B. die Position des Trennsägenschnittes bei einem im Doppelnutzen gefertigten Buchblock berücksichtigt werden, indem an dieser Position kein Klebstoffauftrag erfolgt. Die Schnittqualität und -leistung der Trennsäge wird dadurch erhöht. Durch die getrennte Ansteuerung der beiden Rakel 7 für jede Auftragsseite mit separaten Kontraktionsschläuchen 24a,b kann das Klebstoffauftragsmuster für die beiden Buchblockseiten unterschiedlich gewählt werden oder eine Seite erhält keinen Klebstoffauftrag.
  • Das oben beschriebene Seitenleimwerk 1 stellt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung dar. Ein gleichartiges Ausführungsbeispiel ist das in 3 gezeigte Rückenleimwerk 51, das in Klebebindern, in Förderrichtung T betrachtet, hinter dem Seitenleimwerk 1 angeordnet ist und von den Buchblocks zuerst durchlaufen wird. Wie beim Seitenleimwerk 1 befindet sich der Klebstoff in einer Wanne 52 unterhalb der Bewegungsbahn des Buchblocks 2 und wird mit in Förderrichtung T des Buchblocks 2 rotierenden Auftragswalzen 53a,b aus dieser Wanne 52 geschöpft. Zur Dosierung der jeweiligen Auftragsstärken des Klebstoffs auf den beiden Auftragswalzen 53a,b sind zum Walzenmantel einstellbare Rakel 54a,b vorgesehen. Mit der ersten Auftragswalze 53a wird eine dünne Klebstoffschicht aufgetragen, mit der zweiten Auftragswalze 53b eine dicke Klebstoffschicht. Zum Egalisieren und Entfernen überschüssigen Klebstoffs vom Buchblockrücken 2a ist den beiden vorgenannten Auftragswalzen 53a,b eine sogenannte Spinnerwalze 55 nachgeordnet, die in Gegenrichtung zur Förderrichtung T der Buchblocks 2 rotiert.
  • Der Rakel 54a bzw. 54b ist über eine Aufnahme 57a austauschbar an einem Hebel 57 befestigt. Der Hebel wird durch eine Druckfeder 59, die sich gegen einen Halter 58 ab stützt, gegen einen einstellbaren Anschlag 61 gedrückt, womit die Nullauftragsposition des Rakels 54a bzw. 54b bestimmt ist. Am Hebel 57 wirkt zudem ein Kontraktionsschlauch 56a bzw. 56b, der über einen Gabelkopf 62 an einem Ende des Hebels 57 angelenkt ist und der den Rakel 54a bzw. 54b in eine Auftragsposition zieht. Der Kontraktionsschlauch 56a bzw. 56b ist in einem Halter 63 befestigt und wird über eine Druckluftleitung 69 mit zwischengeschaltetem Schnellentlüftungsventil 64 angesteuert.
  • Die maximale Auftragsstärke in der Auftragsposition des Rakels 54a bzw. 54b wird durch einen Anschlag einstellbar begrenzt, indem eine Anschlagplatte 57b des Hebels 57 gegen einen Exzenter 60 läuft. Der Exzenter 60 kann mit einer nach außen gezogenen Verstellwelle 60a verdreht werden zum Einstellen der maximalen Auftragsstärke. Die Ansteuerung der Kontraktionsschläuche 56a,b erfolgt im Prinzip in der gleichen Art und Weise wie beim Seitenleimwerk 1. Das Ausführungsbeispiel zeigt jedoch eine Variante, mit der während eines Klebstoffauftrags eines Buchblocks 2 unterschiedlich dicke Klebstoffaufträge aufgetragen werden können. Hierzu wird die Druckluftansteuerung eines Kontraktionsschlauches 56a durch zwei Pneumatikventile 67a und 67b ausgeführt, wobei das Pneumatikventil 67a die Druckluft ein- bzw. ausschaltet und das Pneumatikventil 67b zwischen zwei Drücken hin- und herschaltet, die durch die beiden Druckregelventile 66a,b einstellbar sind.
  • Hierbei wird ein weiteres Merkmal des Kontraktionsschlauches 56a (56b, 24a,b) ausgenutzt, nämlich seine definierte Zuglänge, die sich durch die Beaufschlagung mit Druckluft mit einem definierten Druck einstellt. Durch Verändern des Druckes der den Kontraktionsschlauch 56a bzw. 56b steuernden Druckluft können damit unterschiedliche Auftragsstärken eingestellt werden. Beim Rückenleimwerk 51 kann zwischen zwei Auftragsstärken gewählt werden. Mit einem, in Förderrichtung T betrachtet, hinter dem Rückenleimwerk 51 angeordneten Sensor 70 wird das Relief des Buchblockrückens 2a vor dem Überlauf abgetastet und über Signalleitung 68 der Steuerung 65 mitgeteilt. Diese steuert die Pneumatikventile 67a,b derart an, dass z.B. Rillen oder Nuten im Buchblockrücken 2a durch einen entsprechend höheren Klebstoffauftrag ausreichend mit Klebstoff ausgefüllt werden.
  • 1
    Seitenleimwerk
    2
    Buchblock
    2a
    Buchblockrücken
    2b
    rückennaher Seitenbereich
    3
    Buchblockklammer
    4
    Wanne
    5
    Auftragsscheibe
    5a
    Abwälzbereich
    6a,b
    linker, rechter Klebstoffförderer
    7
    Rakel
    8
    Bolzen
    8a
    Führungsfläche
    9
    Druckfeder
    10
    Scheibe
    11
    Buchse
    12
    Anschlag
    13
    Einstellmutter
    14
    Passscheiben
    15
    Gabelkopf
    16a,b
    linker, rechter Klotz
    17
    Leitblech
    18a,b
    linke, rechte Aufnahme
    19
    Stange
    20a,b
    linker, rechter Halter
    21
    Anschlag
    22
    Einstellschraube
    23
    Halter
    24a,b
    linker, rechter Kontraktionsschlauch
    25
    Gabelkopf
    26
    Umlenkhebel
    27
    Schnellentlüftungsventil
    28
    Druckluftleitung
    29
    Pneumatikventil
    30
    Druckluftregelventil
    31
    Druckluftversorgung
    32
    Steuerleitung
    33
    Steuerung
    34
    Steuerleitung
    35
    Drehgeber
    36
    Blockführungsschiene
    37
    Schaber
    38
    Befestigungsschraube
    39
    Anschlagscheibe
    51
    Rückenleimwerk
    52
    Wanne
    53a,b
    Auftragswalze
    54a,b
    Rakel
    55
    Spinnerwalze
    56a,b
    Kontraktionsschlauch
    57
    Hebel
    57a
    Aufnahme
    57b
    Anschlagplatte
    58
    Halter
    59
    Druckfeder
    60
    Exzenter
    60a
    Verstellwelle
    61
    Anschlag
    62
    Gabelkopf
    63
    Halter
    64
    Schnellentlüftungsventil
    65
    Steuerung
    66a,b
    Druckluftregelventil
    67a,b
    Pneumatikventil
    68
    Signalleitung
    69
    Druckluftleitung
    70
    Sensor
    D
    Verstellung Buchblockdicke
    T
    Förderrichtung
    P
    Druckluft

Claims (12)

  1. Vorrichtung zum Auftragen eines Klebstoffs auf den Rücken (2a) oder rückennahen Bereichen (2b) der Seitenflächen eines in einem Transportsystem (3) mit Aushang vorbeigeführten Buchblocks (2) mit wenigstens einer rotierenden Auftragswalze (53a,b) oder -scheibe (5), die den Klebstoff aus einer Wanne (4, 52) aufnimmt und durch Abwälzung an dem Buchblock (2) auf diesen überträgt, mit einem im Abstand zur Auftragswalze (5, 53a,b) einstellbaren Rakel (7, 54a,b) zur Regulierung der Auftragsstärke des Klebstoffs und mit einer Betätigungseinrichtung (8, 9, 57, 59, ....) zur gesteuerten Bewegung des Rakels (7, 54a,b) zwischen einer Auftrags- und einer Nullauftragsposition, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung wenigstens einen über Druckluft (P) steuerbaren und als Zugaktuator einfachwirkenden Kontraktionsschlauch (24a,b, 56a,b) umfasst.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung eine Feder (9, 59) aufweist, gegen die der Kontraktionsschlauch (24a,b, 56a,b) arbeitet.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Wirkanordnung von Kontraktionsschlauch (24a,b, 56a,b) und Feder (9, 59), in der mit der Druckluftansteuerung der Kontraktionsschlauch den Rakel (7, 54a,b) in die Auftragsposition zieht.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung zwei wechselseitig wirkende Kontraktionsschläuche aufweist, wobei diese den Rakel (7, 54a,b) abwechselnd in die Auftrags- und in die Nullauftragsposition ziehen.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einstellbare, die Auftrags- und die Nullauftragsposition festlegende Anschläge (12, 21, 60, 61) für die Rakelbewegung, wobei die Anschläge gleichzeitig als Dämpfer ausgebildet sind.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine Vorsteuerung des dem Kontraktionsschlauch (24a,b, 56a,b) zugeordneten Pneumatikventils (29, 67a,b) in Abhängigkeit der Überlaufgeschwindigkeit des Buchblocks (2) zur Erreichung exakt zum Anfang und Ende des Buchblocks positionierter Klebstoffaufträge.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung unterschiedlicher Auftragsstärken der Druck der den Kontraktionsschlauch (24a,b, 56a,b) steuernden Druckluft (P) veränderbar ist, womit der zugeordnete Rakel (7, 54a,b) in eine dem Druck entsprechende Position zwischen der Nullauftrags- und der Auftragsposition gezogen wird.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Auftragen eines zum Relief des Rückens (2a) komplementär ausgebildeten Klebstoffauftragsmusters eine Rückenabtastung (70) vorgesehen ist, die von einer Steuerung (65) in eine entsprechende Druckluftsteuerung für den Kontraktionsschlauch (56a,b) umgesetzt wird.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden Rakel (7, 54a,b) eine separate Betätigungseinrichtung mit wenigstens einem Kontraktionsschlauch (24a,b, 56a,b) vorgesehen ist, der separat ansteuerbar ist.
  10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Seitenleimwerk (1) die schnelle Zugänglichkeit des durch die rotierende Auftragsscheibe (5) und einen wendelförmig darum angeordneten Klebstoffschaber (16a,b) gebildeten Klebstoffförderers (6a,b) ermöglicht wird, indem der Klebstoftschaber (16a,b) mit dem darin geführten Rakel (7) durch Öffnen einer Gelenkverbindung (15, 26) der Vorrichtung entnehmbar gestaltet ist.
  11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Seitenleimwerk (1) der oder die Kontraktionsschläuche (24a,b) vertikal neben der Wanne (4) angeordnet sind und die Bewegungen über Zwischengetriebe (26) auf die Rakel (7) übertragen werden.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontraktionsschlauch (24a,b) mit einem Abdeckblech (23) vor der Wärmestrahlung der Wanne (4) geschützt ist.
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