DE10249237A1 - Sitzanordnung eines Fahrzeuges mit Deformationselement für den Heckaufprall - Google Patents

Sitzanordnung eines Fahrzeuges mit Deformationselement für den Heckaufprall Download PDF

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DE10249237A1 DE2002149237 DE10249237A DE10249237A1 DE 10249237 A1 DE10249237 A1 DE 10249237A1 DE 2002149237 DE2002149237 DE 2002149237 DE 10249237 A DE10249237 A DE 10249237A DE 10249237 A1 DE10249237 A1 DE 10249237A1
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine Sitzanordnung eines Fahrzeuges mit einer Lagerschiene (4) zur Aufnahme einer Sitzschiene eines Sitzes, wobei die Lagerschiene vorne und hinten in einem Fahrzeugunterbau (1) gelagert ist. DOLLAR A Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Lagerschiene vorne längsverschieblich im Fahrzeugunterbau gelagert ist und hinten entlang einer Kurve (17) längs- und nach oben verschieblich im Fahrzeugunterbau gelagert ist. Ein Deformationselement (29), das im Fall eines Heckaufpralls und Verlagerung der Lagerschiene relativ zum Fahrzeugunterbau energieabsorbierend wirkt, ist im Bereich des hinteren Endes der Lagerschiene zwischen dieser und dem Fahrzeugunterbau angeordnet. DOLLAR A Eine solche Sitzanordnung reduziert die Insassenbelastung, ermöglicht eine einheitliche Sitzstruktur, ferner muss der Sitz nicht zu steif gebaut werden, da das Deformationselement die Hauptlast bei Heckaufprall aufnimmt.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Sitzanordnung eines Fahrzeuges, mit mindestens einer Lagerschiene, die vorne und hinten im Fahrzeugunterbau gelagert ist, wobei die Lagerschiene eine am Sitz befestigte Sitzschiene aufnimmt, sowie mit einem Deformationselement, das, im Fall eines Heckaufpralls und Verlagerung der Sitzschiene relativ zum Fahrzeugunterbau, zwischen der Lagerschiene und dem Fahrzeugunterbau Energie absorbierend wirkt.
  • Die Entwicklung unterschiedlicher Sitzstrukturen ist nach dem derzeitigen Stand der Technik notwendig, da in unterschiedlichen Fahrzeugklassen auch unterschiedliche Belastungen auf den Sitz wirken. So wird ein Vordersitz in einem Kleinwagen mit höheren Kräften belastet als ein Sitz in einem Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse.
  • Da auch Sitzsysteme sich den stetig ändernden Sicherheits- und Komfortanforderungen anzupassen haben, bedeutet dies für die unterschiedlichen Modelle in den verschiedenen Fahrzeugklassen jeweils neu zu entwickelnde Sitzstrukturen.
  • Die Sitzanordnungen unter Verwendung von lastbegrenzenden Deformationselementen sind insbesondere unter dem Aspekt der Optimierung der im Falle einer Kolli sion auf den Insassen wirkenden Trägheitskräfte unter Beanspruchung der Bauteile der Sitzanordnung gestaltet.
  • Aus der DE 100 33 340 C1 ist eine Sitzanordnung der eingangs genannten Art bekannt. Dort ist die Lagerschiene über Fußelemente mit dem Fahrzeugunterbau, konkret dem Boden des Fahrzeuges, verbunden. Jedes Fußelement ist als ein im Falle einer Kollision energieabsorbierendes Dämpfungselement ausgebildet, so dass die energieabsorbierende Wirkung der Sitzanordnung sowohl bei einer Heckkollision als auch bei einer Frontalkollision des Fahrzeuges wirksam ist. Diese Gestaltung der Sitzanordnung führt allerdings nicht zu einer definierten Verlagerung des Sitzes bzw. der Lagerschiene in Längsrichtung des Fahrzeuges bzw. Längsrichtung der Sitzschiene.
  • In der DE 198 59 238 A1 ist eine Sitzanordnung eines Fahrzeuges beschrieben, bei der der Sitz mittels einer Längsverstellschiene in Fahrzeuglängsrichtung einstellbar geführt ist. Mit dieser ist der Sitz über Lenker verbunden, von denen zwei parallel zueinander auf beiden Seiten des Sitzes angeordnet sind. Mit Hilfe der Lenker ist der Sitz in der Höhe oder Neigung verstellbar. Zwischen dem Sitz und der Längsverstellschiene ist ein Dämpfungselement vorgesehen, das Bestandteil einer Höhenverstellvorrichtung ist. Das Dämpfungselement dient daneben der Umwandlung von kinetischer Energie in Reibungs- oder Verformungsenergie im Crashfall.
  • In der DE 195 17 701 C1 ist eine Gleitschienenführung für Fahrzeugsitze beschrieben. Sie weist eine Sitzschiene und eine mit dieser zusammenwirkende, am Fahrzeugunterbau befestigte Lagerschiene auf. Eine Verstellvorrichtung für den Sitz wirkt mit Ausnehmungen in der Sitzschiene oder der Lagerschiene zusammen, indem ein Zapfen oder eine Sperrklinke in eine Ausnehmung ein greift. Zwischen den Ausnehmungen sind durch den Zapfen oder die Sperrklinke verformbare und dadurch energieaufnehmende Bereiche angeordnet, die eine gezielte Materialreduzierung aufweisen. Bei einem Heckaufprall kann sich somit der Fahrzeugsitz geringfügig in Längsrichtung verschieben, hierbei bedingt die Verformungsarbeit eine Energieabsorption und dadurch einen Abbau der Verzögerungsspitzen des Sitzes und damit des Fahrzeuginsassen.
  • Eine ähnliche Sitzanordnung ist aus der DE 198 04 598 C1 bekannt. Bei dieser wird, allerdings unter dem Aspekt eines Frontalaufpralls und damit einer nach vorne gerichteten Bewegung des Sitzes, vorgeschlagen, zwischen der Sitzschiene und der Lagerschiene eine energieabsorbierende Zwischenschiene anzuordnen, die ein Raster von Lochleisten aufweist, in die seitwärts durch die Lagerschiene hindurch Bolzen einschiebbar sind, die, im Falle eines Crashs, unter Energievernichtung das Material der Zwischenschiene wenigstens zwischen zwei Löchern der Lochleiste aufreisen oder aufschneiden. Hierbei wird eine definierte Lochleiste in Abhängigkeit vom ermittelten Gewicht der auf dem Sitz sitzenden Person ausgewählt.
  • Sitzanordnungen mit Deformationselementen, die im Crashfall Energie absorbieren sind ferner aus der DE 196 13 506 C2 und DE 100 51 669 A1 bekannt.
  • Nachteilig ist bei allen vorstehend beschriebenen Sitzanordnungen, dass, bei einem Heckaufprall, der Sitz entweder geradlinig, gegebenenfalls bei Überlagerung einer Parallelverschiebung, nach hinten geschoben wird, so dass die Rückenlehne des Sitzes nicht ausreichend steil steht um den Insassen zu schützen und, bezogen auf die Verwendung der Sitzanordnung im Zusammenhang mit einem Vordersitz, der Fußraum der Fontpassagiere bei Heck aufprall reduziert wird. Dies bedingt ein erhebliches Verletzungsrisiko der Fahrzeuginsassen.
  • Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Sitzanordnung der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass bei einem Heckaufprall eine definierte Führung des Sitzes nach hinten gewährleistet ist, die das Verletzungsrisiko für die Fahrzeuginsassen wesentlich vermindert.
  • Gelöst wird die Aufgabe bei einer Sitzanordnung der eingangs genannten Art dadurch, dass die Lagerschiene vorne längsverschieblich im Fahrzeugunterbau gelagert ist und hinten entlang einer Kurve längs- und nach oben verschieblich im Fahrzeugunterbau gelagert ist, wobei das Deformationselement im Bereich des hinteren Endes der Lagerschiene angeordnet ist.
  • Erfindungsgemäß legt der Sitz des Fahrzeuges, wobei insbesondere an den Vordersitz gedacht ist, bei einem Heckaufprall an seiner vorderen Anbindung eine waagerechte Verschiebung nach hinten und an seiner hinteren Anbindung eine Verschiebung entlang einer Kurve nach oben zurück. Die Verschiebung im Bereich der hinteren Anbindung ist somit im wesentlichen eine senkrechte Verschiebung.
  • Die erfindungsgemäße Gestaltung der Sitzanordnung mit der definierten Verlagerung der Lagerschiene und damit des Sitzes im Falle eines Heckaufpralles beinhaltet, unter Berücksichtigung des in die Sitzanordnung integrierten Deformationselementes als Lastbegrenzer, diverse Vorteile:
    • – Durch die Wegvorgabe des Sitzes wird der Fußraum der Fontpassagiere bei Heckaufprall vergrößert, sowie die Vordersitzlehne nach vorne verlagert. Dies vermindert das Verletzungsrisiko.
    • – Da der Lastbegrenzer mit der Lagerschiene und dem Fahrzeugunterbau zusammenwirkt, reicht es aus, nur noch eine Struktur zu entwickeln. Dies gilt insbesondere dann, wenn Deformationselemente mit unterschiedlichen Charakteristika verwendet werden. So können die fahrzeugspezifischen Sitzbelastungen durch den Einsatz von unterschiedlich abgestimmten Deformationselementen gesteuert werden. Die einheitliche Sitzstruktur bedingt erhebliche, eingesparte Kosten und reduziert überdies den Aufwand bei der Lagerhaltung.
    • – Der einheitliche Sitz muss nicht besonders steif gebaut werden, weil im Crashfall nicht der Sitz die Hauptlast aufnimmt, sondern dies über das Deformationselement erfolgt.
    • – Durch den Wegfall der verschiedenen Sitzentwicklungen und die Gewichtsreduzierung können erhebliche Kosten eingespart werden.
  • Die waagrechte Verschiebung der Lagerungsschiene nach hinten bei einem Heckaufprall lässt sich auf besondere Art und Weise bewerkstelligen, wenn die Lenkschiene vorne mittels eines Befestigungswinkels mit dem Fahrzeugunterbau befestigt ist, wobei der Befestigungswinkel mit dem Fahrzeugunterbau fest verbunden ist und in einer Schienenführung der Lagerschiene in deren Längsrichtung geführt ist. Diese Schienenführung ist insbesondere an der Unterseite der Lagerschiene angebracht.
  • Die erfindungsgemäße Verschiebung der Lagerschiene in ihrem hinteren Bereich beim Heckaufprall kann konstruktiv besonders einfach verwirklicht werden, wenn die Lagerschiene hinten einen senkrecht zu dieser angeordneten Führungsbolzen aufnimmt, der bei montierter Sitzanordnung eine die Kurve bildende schlitzförmige Aus nehmung des Fahrzeugunterbaus durchsetzt und in Wirkverbindung mit dem Deformationselement ist. Die Form der sich beispielsweise über einen Kreissektor, insbesondere einen solchen von annähernd 90° erstreckenden Kurve gibt die mögliche Verlagerung der Lagerschiene nach hinten und oben vor. Der Führungsbolzen ist aber nicht frei in der schlitzförmigen Ausnehmung verschiebbar, sondern muss hierzu das Deformationselement in seiner Funktion als Lastbegrenzer verformen.
  • Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn das Deformationselement als Verformungsblech ausgebildet ist. Es weist vorzugsweise eine kurvenförmig gestalteten Schlitz auf, wobei der Führungsbolzen, vor dem Crash, einen vorderen Schlitzabschnitt durchsetzt, dem sich ein Schlitzabschnitt anschließt, dessen Breite geringer ist als der Durchmesser des Führungsbolzens in dessen dem Schlitz zugeordneten Abschnitt. Der vordere, in Art eines Loches ausgebildete Abschnitt, nimmt den Führungsbolzen, insbesondere ohne oder mit wenig Spiel auf, so dass die Lagerschiene in der Ebene senkrecht zur Längserstreckung des Führungsbolzens spielfrei bzw. nahezu spielfrei positioniert ist. Erst beim Heckaufprall, und der über den Führungsbolzen in das Verformungsblech eingeleiteten Kraft, wird durch den Führungsbolzen der sich an den vorderen Schlitzabschnitt anschließende, hintere Schlitzabschnitt aufgeweitet und hierbei die Impulsspitzen beim Crash in Deformationsenergie des Deformationselementes umgesetzt. Diese Gestaltung des Schlitzes mit dem Verformungsbereich ermöglicht es, eine definierte Kraft vorzugeben, bei der die Deformation des Elementes erfolgen soll. Dies ist insbesondere unter dem Aspekt der Massenfertigung der erfindungsgemäßen Sitzanordnung von Bedeutung. – Grundsätzlich könnte das Deformationselement auch als Blech mit Bohrung gestaltet sein, in die der Führungsbolzen eingesetzt wird, wobei dieser das Deforma tionsblech bei einem Crash ausreißt. Eine solche Gestaltung hätten aber den Nachteil, dass sich die Energie, die beim Deformieren des Deformationselementes aufgebracht werden soll, nicht exakt voraus berechnen lässt.
  • Die Lagerschiene lässt sich besonders einfach bezüglich des Fahrzeugunterbaus positionieren und mit diesem in dessen hinterem Bereich verbinden, wenn der Führungsbolzen in einem an der Lagerschiene befestigten Gehäuse entgegen der Kraft einer Feder verschiebbar gelagert ist, wobei der Führungsbolzen bei Montieren der Lagerschiene stirnseitig eine Führungsschräge des Fahrzeugunterbaus kontaktiert. Vorteilhaft weist die Sitzanordnung hierbei zwei parallele Lagerschienen und zwei mit dieser zusammenwirkende Sitzschienen mit darauf befestigtem Sitz auf, und es werden die Lagerschienen von oben auf den Fahrzeugunterbau eingesteckt. Die jeweilige Führungsschräge schiebt dabei den zugeordneten Führungsbolzen entgegen Federkraft zurück. Befinden sich die Lagerschienen in ihrer montierten Position, fluchtet der jeweilige Führungsbolzen mit dem vorderen Schlitzabschnitt, so dass die Feder den Führungsbolzen in den Schlitz hineindrückt. In dem Zusammenhang wird es als besonders vorteilhaft angesehen, wenn der Führungsbolzen in Richtung seines aus dem Gehäuse ragenden freien Endes konisch verjüngt ausgebildet ist. Hierdurch ist die Zentrierung von Fahrzeugunterbau und zugeordneter Sitzschiene mittels des diesen zugeordneten Führungsbolzens gewährleistet.
  • Vorzugsweise ist zusätzlich mit dem Fahrzeugunterbau ein Führungsblech verbunden, das gleichfalls mit einem kurvenförmigen Schlitz versehen ist, wobei die Kurvenform derjenigen des Verformungsbleches und des Schlitzes im Fahrzeugunterbau entspricht. Dieses Führungsblech hat, bezogen auf die Dicke des Verformungsbleches und die Dicke des Fahrzeugunterbaus, bei dem es sich insbesondere um eine Bestandteil des Fahrzeugunterbaus bildende Sitzauflage handelt, relativ große Stärke. Das Führungsblech dient der Führung des Führungsbolzens beim Heckaufprall und der Begrenzung der maximalen Bewegung des Führungsbolzens, stellt also dessen Endanschlag bei Heckaufprall dar. Das Verformungsblech ist zweckmäßig zwischen dem Führungsblech und dem Fahrzeugunterbau angeordnet.
  • Weitere Merkmale der Erfindung sind in der Beschreibung der Figuren und der Figuren selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale und Kombinationen von Einzelmerkmalen erfindungswesentlich sind.
  • In den Figuren ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels dargestellt, ohne hierauf beschränkt zu sein. Es zeigt:
  • 1 in einer Explosionsansicht, schräg von vorn gesehen, die Sitzanordnung des Fahrzeuges für den Bereich des Fahrzeugunterbaus und der Lagerschiene,
  • 2 eine räumliche Ansicht des den hinteren Teil der Lagerschiene aufnehmenden Fahrzeugunterbaus, mit verdeutlichter Schnittebene A-A,
  • 3 einen Schnitt durch das die 2 gezeigte Teil des Fahrzeugunterbaus gemäß der Ebene A-A, mit veranschaulichtem Deformationselement und Führungsblech,
  • 4 eine vergrößerte Darstellung des geschnittenen Bereiches Z gemäß 3,
  • 5 eine Seitenansicht der Lagerschiene, allerdings veranschaulicht ohne Mittelbereich, mit in dem einen Endbereich der Lagerschiene gelagerten Befestigungswinkel und mit dem anderen Endbereich der Lagerschiene verbundenen Gehäuse mit Führungsbolzen,
  • 6 für den in 5 veranschaulichten linken Bereich der Lagerschiene eine Ansicht in deren Längsrichtung,
  • 7 für den in 5 veranschaulichten rechten Bereich der Lagerschiene eine Ansicht in deren Längsrichtung,
  • 8 eine Unteransicht des Gehäuses mit Führungsbolzen,
  • 9 eine Seitenansicht des Gehäuses mit Führungsbolzen,
  • 10 ein Schnitt durch Gehäuse und Führungsbolzen gemäß der Linie B-B in 9 und
  • 11 eine Ansicht von Gehäuse und Führungsbolzen, in Richtung des sich erweiternden Abschnitts des Führungsbolzens gesehen.
  • Veranschaulicht ist in 1 der Fahrzeugunterbau 1 im Bereich einer vorderen Sitzauflage 2 und einer hinteren Sitzauflage 3, die Karosseriebauteile darstellen und Elemente der Bodengruppe des Fahrzeuges sind.
  • Der Aufnahme des Sitzes dient neben dem gezeigten Paar von Sitzauflagen ein entsprechendes weiteres Paar, das in seitlichem Abstand zu dem gezeigten Paar von Sitzauflagen angeordnet ist. Jedes Paar dient der Aufnahme einer Lagerschiene 4, die ihrerseits eine nicht gezeigte Sitzschiene längsverschieblich aufnimmt. Mit dieser Sitzschiene ist der gleichfalls nicht gezeigte Sitz verbunden, der somit in zwei parallel angeordneten Sitzschienen gelagert ist.
  • Im Bereich der jeweiligen Lagerschiene 4 ergibt sich deren Lagerung im Fahrzeugunterbau 1 wie folgt:
    Die Lagerschiene 4 ist in Längsrichtung des Fahrzeuges positioniert. Im Bereich ihres vorderen Endes ist sie mit einer Schienenführung 5 zur Aufnahme eines Schenkels 6 eines Befestigungswinkels 7 versehen. Dessen anderer, im wesentlichen rechtwinklig hierzu angeordneter Schenkel 8 weist eine Bohrung 9 zum Befestigen des Befestigungswinkels 7 an der vorderen Sitzauflage 2 auf. Diese ist im Bereich einer vorderen Fläche 10 mit einer entsprechenden Bohrung 11 versehen. Die Fläche 10 liegt bei montierter Lagerschiene 4 am Schenkel 8 flächig an. Nicht näher veranschaulichte Befestigungsmittel, beispielsweise eine Schraube mit Mutter, dienen zum Befestigen der Lagerschiene 4 an der vorderen Sitzauflage 2. Hinten ist mit der Lagerschiene 4 im Bereich deren Unterseite ein Gehäuse 12 verbunden, in dem, entgegen der Kraft einer Feder 13, ein Führungsbolzen 14 verschiebbar gelagert ist. Der Führungsbolzen 14 ist im wesentlichen horizontal und senkrecht zur Längserstreckung der Lagerschiene 4 positioniert. Das in 1 nicht sichtbare Ende des Führungsbolzens 14 weist einen sich zum Ende hin konisch verjüngenden Führungsabschnitt 15 (siehe z.B. 8) auf. Der im Gehäuse 12 gelagerte, mittels der Feder 13 vorgespannte Führungsbolzen 14 bildet ein sogenanntes „Klick in Only"-Modul, welches in die hintere Sitzauflage 3 eingeklickt wird. Hierzu weist diese im Bereich einer Seitenfläche 16 eine eine Kurve bildende, schlitzförmige Ausnehmung 17 auf. Diese erstreckt sich über etwa einen Viertelkreis, beginnend, bezogen auf die Orientierung einer Uhr, bei 6 Uhr und endend bei 3 Uhr.
  • Zunächst wird der Bewegungsablauf der Lagerschiene 4, ausgehend von deren Normalposition in deren verschobene Position bei einem Heckaufprall beschrieben.
  • Die vordere Sitzauflage 2 und die hintere Sitzauflage 3 sind in Art auf dem Kopf stehender Topfabschnitte ausgebildet. Die vordere Sitzauflage 2 weist neben der vorderen Fläche 10 weitere Seitenflächen 18, eine Deckfläche 19, sowie Flanschabschnitte 20 auf. Die hintere Sitzauflage 3 weist Seitenflächen 21, eine Zwischendeckfläche 22 sowie einen von dieser ausgehenden weiteren topfenförmigen Abschnitt 23 auf. Dieser ist durch die mit der Ausnehmung 17 versehene Seitenfläche 16, weitere Seitenflächen 24 und die Deckfläche 25 gebildet. Ferner weist die hintere Sitzauflage 3 Flanschabschnitte 26 auf.
  • In der Normalstellung liegt die Lagerschiene 4 mit ihrer Schienenführung 5 auf der Deckfläche 19 der vorderen Sitzauflage 2 und mit dem Gehäuse 12 auf der Zwischendeckfläche 22 der hinteren Sitzauflage 3 auf.
  • Der Befestigungswinkel 7 ist mit der vorderen Sitzauflage 2 verbunden und der Führungsbolzen 14 in die schlitzförmige Ausnehmung 17 der Seitenfläche 16 der hinteren Sitzauflage 3 eingeklinkt. Dieses Einklinken erfolgt automatisch beim nach Untenbewegen der Lagerschiene, gegebenenfalls zusammen mit der anderen Lagerschiene und dem in diesen über die Sitzschienen gelager ten Sitz, wobei bei dieser Bewegung das gewölbte Ende 27 des Führungsabschnittes 15 auf der bezüglich der vertikalen geneigten Seitenfläche 16 gleitet und hierbei entgegen der Kraft der Feder 13 der Führungsbolzen 14 weiter in das Gehäuse 12 eingeschoben wird. Befindet sich das Gehäuse 12 knapp oberhalb der Zwischendeckfläche 22, fluchtet der Führungsbolzen 14 mit der schlitzförmigen Ausnehmung 17 im Bereich dessen unteren und damit vorderen Endes 28, so dass die Feder 13 den Führungsbolzen 14 über dessen Führungsabschnitt 15 zentriert und dort in die schlitzförmige Ausnehmung 17 eindrückt.
  • Aufgrund der Führung der Lagerschiene 4 vorne in der Schienenführung 5 und der entsprechend der Kurvenform verschieblichen Lagerung des hinteren Abschnittes der Lagerschiene 4 mittels des Führungsbolzens 14 in der schlitzförmigen Ausnehmung 17 der hinteren Sitzauflage 3, kann die Lagerschiene 4 eine grundsätzliche Bewegung nach hinten vollführen, der Art, dass die vordere Anbindung der Lagerschiene eine waagrechte Verschiebung nach hinten und die hintere Anbindung der Lagerschiene eine Verschiebung nach oben und hinten zurücklegt.
  • Ausgehend von dieser grundsätzlichen Kinematik wird nachfolgend die dieser überlagerte Funktion des Lastbegrenzers beschrieben, der die beschriebene Verlagerung der Lagerschiene 4 bei einem Heckaufprall begrenzt. Unter diesem Aspekt wird insbesondere auf die Darstellung der 2 bis 4 Bezug genommen.
  • 3 veranschaulicht mit strichlierten Linien die Lagerschiene 4 mit an deren Unterseite angebrachtem Gehäuse 12 und in eingerasteter Stellung befindlichem Führungsbolzen 14. Dieser durchsetzt mit seinem Führungsabschnitt 15 die schlitzförmige Ausnehmung 17 in der Seitenfläche 16 der hinteren Sitzauflage 3. In dem von der Sitzauflage 3 umschlossenen Raum, somit auf der dem Gehäuse 12 abgewandten Seite der Seitenfläche 16 der Sitzauflage 3, ist der Lastbegrenzer in Art eines als Verformungsblech ausgebildeten Deformationselementes 29 angeordnet, ferner ein Führungsblech 30 mit deutlich größerer Wandstärke als die der hinteren Sitzauflage 3 und des Deformationselementes 29, wobei das Führungsblech 30 mit der Sitzauflage 3 im Bereich der Seitenfläche 16 verbunden ist, beispielsweise verschweißt ist. Das Führungsblech 30 ist mit einer der schlitzförmigen Ausnehmung 17 der hinteren Sitzauflage 3 entsprechenden schlitzförmigen Ausnehmung 31 versehen, die der Führungsbolzen 14 mit geringem Spiel durchsetzt. Hingegen ist das Deformationselement 29, ausgehend von dem Loch zur Aufnahme des Führungsbolzens 14, nicht mit einer breiten schlitzförmigen Ausnehmung 17 entsprechend der hinteren Sitzauflage 3 und dem Führungsblech 30 versehen, sondern nur entlang einer Linie 32 geschlitzt.
  • Bei einem Heckaufprall und Verlagerung der Lagerschiene 4 nach hinten bzw. im hinteren Bereich nach oben schlitzt der Führungsbolzen 14 das Deformationselement 29 auf, in dem der linienförmige Schlitz deutlich verbreitert wird, entsprechend dem Durchmesser des Führungsbolzens 14 in dem mit dem Deformationselement 29 in Kontakt gelangenden Abschnitt des Führungsbolzens 14. Da auch das dünnwandige Blech der hinteren Sitzauflage 3 aufgrund der hohen Kräfte bei einem Heckaufprall mitverformt wird, erfolgt die eigentliche Führung des Führungsbolzens 14 über das dickwandige Führungsblech 30. Die maximale Verschiebung des Führungsbolzens 14 entlang des Viertelkreises wird durch das Ende der schlitzförmigen Ausnehmung 31 im Führungsblech 30 begrenzt.
  • Die 5 bis 11 veranschaulichen Details von Lagerschiene 4, Schienenführung 5 mit Befestigungs winkel 7 sowie des „Klick in Only"-Moduls. Zu diesem ist insbesondere in der 10 ein in das Gehäuse 12 eingesetztes Lagerelement 33 für die Feder 13 veranschaulicht. Das dem Führungsabschnitt 15 abgewandte Ende des Führungsbolzens 14 ist mit einem Innengewinde 34 versehen, um den in der eingeklickten Position befindlichen Führungsbolzen 14 in seine ausgerückte Stellung herausziehen zu können.
  • 1
    Fahrzeugunterbau
    2
    Vordere Sitzauflage
    3
    Hintere Sitzauflage
    4
    Lagerschiene
    5
    Schienenführung
    6
    Schenkel
    7
    Befestigungswinkel
    8
    Schenkel
    9
    Bohrung
    10
    Vordere Fläche
    11
    Bohrung
    12
    Gehäuse
    13
    Feder
    14
    Führungsbolzen
    15
    Führungsabschnitt
    16
    Seitenfläche
    17
    Schlitzförmige Ausnehmung
    18
    Seitenfläche
    19
    Deckfläche
    20
    Flanschabschnitt
    21
    Seitenfläche
    22
    Zwischendeckfläche
    23
    Topfförmiger Abschnitt
    24
    Seitenfläche
    25
    Deckfläche
    26
    Flanschabschnitt
    27
    Ende
    28
    Ende
    29
    Deformationselement
    30
    Führungsblech
    31
    Schlitzförmige Ausnehmung
    32
    Linie
    33
    Lagerelement
    34
    Innengewinde

Claims (8)

  1. Sitzanordnung eines Fahrzeuges, mit mindestens einer Lagerschiene (4) die vorne und hinten im Fahrzeugunterbau (1) gelagert ist, wobei die Lagerschiene (4) eine am Sitz befestigte Sitzschiene aufnimmt, sowie mit einem Deformationselement (29), das, im Falle eines Heckaufpralls und Verlagerung der Lagerschiene (4) relativ zum Fahrzeugunterbau (1), zwischen der Lagerschiene (4) und dem Fahrzeugunterbau (1) Energie absorbierend wirkt, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerschiene (4) vorne längsverschieblich im Fahrzeugunterbau (1) gelagert ist und hinten entlang einer Kurve (17) längs und nach oben verschieblich im Fahrzeugunterbau (1) gelagert ist, wobei das Deformationselement (29) im Bereich des hinteren Endes der Lagerschiene (4) angeordnet ist.
  2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerschiene (4) vorne mittels eines Befestigungswinkels (7) mit dem Fahrzeugunterbau (1) befestigt ist, wobei der Befestigungswinkel (7) mit dem Fahrzeugunterbau (1) fest verbunden ist und in einer Schienenführung (5) der Lagerschiene (4) in deren Längsrichtung geführt ist.
  3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerschiene (4) hinten einen senkrecht zur Längsrichtung der Lagerschiene (4) angeordneten, quer zu dieser angeordneten Führungsbolzen (14) aufnimmt, der bei montierter Sitzanordnung eine die Kurve (17) bildende schlitzförmige Ausnehmung des Fahrzeugunterbaus (1) durchsetzt und in Wirkverbindung mit dem Deformationselement (29) ist.
  4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Deformationselement (29) als im Fahrzeugunterbau (1) gehaltenes Verformungsblech ausgebildet ist, das einen kurvenförmig gestalteten Schlitz aufweist, wobei der Führungsbolzen (14), vor dem Crash, einen vorderen Schlitzabschnitt durchsetzt, an den sich ein Schlitzabschnitt (32) anschließt, dessen Breite geringer ist als der Durchmesser des Führungsbolzens (14) in dem diesem Schlitzabschnitt (32) zugeordneten Abschnitt des Führungsbolzens (14).
  5. Anordnung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsbolzen (14) in einem an der Lagerschiene (4) befestigten Gehäuse (12) entgegen der Wirkung einer Feder (13) verschiebbar gelagert ist, wobei der Führungsbolzen (14) bei Montieren der Lagerschiene (4) stirnseitig eine Führungsschräge (16) des Fahrzeugunterbaus (1) kontaktiert.
  6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungsbolzen (14) in Richtung seines aus dem Gehäuse (12) ragenden freien Endes (27) konisch verjüngt ausgebildet ist.
  7. Anordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Fahrzeugunterbau (1) ein Führungsblech (30) verbunden ist, dass mit einem kurvenförmigen Schlitz (31) versehen ist.
  8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verformungsblech (29) zwischen dem Fahrzeugunterbau (1) und dem Führungsblech (30) angeordnet ist.
DE2002149237 2002-10-23 2002-10-23 Sitzanordnung eines Fahrzeuges mit Deformationselement für den Heckaufprall Withdrawn DE10249237A1 (de)

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