DE10313450A1 - Betätigungssystem mit einer Referenzierungseinrichtung und entsprechendes Kupplungssystem - Google Patents

Betätigungssystem mit einer Referenzierungseinrichtung und entsprechendes Kupplungssystem Download PDF

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DE10313450A1
DE10313450A1 DE2003113450 DE10313450A DE10313450A1 DE 10313450 A1 DE10313450 A1 DE 10313450A1 DE 2003113450 DE2003113450 DE 2003113450 DE 10313450 A DE10313450 A DE 10313450A DE 10313450 A1 DE10313450 A1 DE 10313450A1
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friction clutch
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DE2003113450
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Udo Dipl.-Ing. Borschert
Heiko Dipl.-Ing. Wagner (FH)
Wolfgang Dipl.-Ing. Großpietsch (FH)
Angelika Ebert
Ingo Dipl.-Ing. Müller
Wolfgang Dipl.-Ing. Reißer (FH)
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ZF Sachs AG
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    • F16ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
    • F16DCOUPLINGS FOR TRANSMITTING ROTATION; CLUTCHES; BRAKES
    • F16D23/00Details of mechanically-actuated clutches not specific for one distinct type
    • F16D23/12Mechanical clutch-actuating mechanisms arranged outside the clutch as such
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F16ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
    • F16DCOUPLINGS FOR TRANSMITTING ROTATION; CLUTCHES; BRAKES
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Abstract

Ein Kupplungssystem umfasst wenigstens eine Reibungskupplungsanordnung und zur Betätigung der Reibungskupplungsanordnung ein Kraftausübungssystem zur Ausübung einer Einrückkraft oder/und Ausrückkraft auf die Reibungskupplungsanordnung mit einer Aktuatoranordnung (400) zur Ausübung von Betätigungskräften auf das Kraftausübungssystem und einer Referenzierungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer vorbestimmten Referenzstellung der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems als Referenz für die Kupplungsbetätigung. Die Referenzierungseinrichtung umfasst eine Halteanordnung (428) zum Festhalten der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems in der vorbestimmten Referenzstellung.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kupplungssystem, umfassend wenigstens eine Reibungskupplungsanordnung und zur Betätigung der Reibungskupplungsanordnung ein Kraftausübungssystem zur Ausübung einer Einrückkraft oder/und Ausrückkraft auf die Reibungskupplungsanordnung mit einer Aktuatoranordnung zur Ausübung von Betätigungskräften auf das Kraftausübungssystem und einer Referenzierungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer vorbestimmten Referenzstellung der Aktuatoranordnung oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems als Referenz für die Kupplungsbetätigung.
  • Zur Betätigung von Kupplungssystemen, insbesondere Reibungskupplungen, bei Automatikgetrieben bzw. automatisierten Schaltgetrieben werden in der Regel elektromechanische Aktuatoranordnungen eingesetzt. Diese können beispielsweise einen Elektromotor als Antrieb verwenden. Von einer derartigen Aktuatoranordnung wird eine Betätigungskraft bereitgestellt, die über eine Kette von Kraftübertragungskomponenten, beispielsweise Getriebe und Stellglieder auf die eigentliche Reibungskupplungsanordnung übertragen werden.
  • Kraftausübungssysteme der genannten Art können sowohl bei im Normalzustand eingerückten Reibungskupplungen (so genannten NORMALER-WEISE-GESCHLOSSEN-Kupplungen oder NORMAL-GESCHLOSSEN-Kupplungen) im Sinne der Bereitstellung einer Ausrückkraft gegen in Einrückrichtung wirkende mechanische Rückstellkräfte eingesetzt werden als auch bei im Normalzustand ausgerückten Reibungskupplungsanordnungen (so genannte NORMALERWEISE-OFFEN-Kupplungen oder NORMAL-OFFEN- Kupplungen) zur Bereitstellung einer Einrückkraft gegen in Ausrückrichtung wirkende mechanische Rückstellkräfte eingesetzt werden.
  • Kupplungen des NORMALERWEISE-GESCHLOSSEN-Typs werden nur während des Schaltvorgangs betätigt, so dass bei einer derartigen Kupplung über den Großteil der Betriebsdauer der Kupplung hinweg keine Betätigungskräfte auf die Kupplung ausgeübt werden. Bei Kupplungen des NORMALERWEISE-OFFEN-Typs hingegen muss zum Einrücken der Kupplung, d. h. zur Inbetriebnahme des Fahrzeugs, immer die jeweils benötigte Anpresskraft für die jeweilige Kupplungsanordnung aktiv durch einen Aktuator aufgebracht werden. Dies ist weder hinsichtlich der Energiebilanz noch hinsichtlich der Belastung der Bauteile der Kette zwischen den Reibflächen, insbesondere der Anpressplatte der jeweiligen Kupplungsanordnung einerseits und dem zugeordneten Aktuator andererseits vorteilhaft. Um wenigstens bei konstant gehaltener Anpresskraft beim Betrieb des Fahrzeugs nicht ständig aktiv Energie aufbringen zu müssen, sind für Kupplungen des NORMALERWEISE-OFFEN-Typs entsprechende Halte- bzw. Verriegelungsmechanismen vorgeschlagen worden, mittels derer die Kupplung in einem momentanen Einrückzustand haltbar ist.
  • Bei allen durch Aktuatoranordnungen betätigten Kupplungssystemen stellt sich immer das Problem der korrekten Erfassung des momentanen Kupplungszustands, um entsprechend Stellbewegungen zur Ausübung einer benötigten Einrückkraft oder/und Ausrückkraft auf. die Reibungskupplungsanordnung durchführen zu können. Grundsätzliche Voraussetzung hierfür ist eine genaue Erfassung der Absolutstellung der Aktuatoranordnung bzw. wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des zwischen dem Antriebsorgan der Aktuatoranordnung und der Reibungskupplungsanordnung angeordneten Kraftausübungssystems. In der Regel werden zu dieser Erfassung unter anderem aus Kostengründen Inkrementalsensoren als Messglieder eingesetzt. Solche Inkrementalsensoren können lediglich Relativstellung der überwachten Komponente (und damit des gesamten Kraftausübungssystems) bezüglich einer so genannten Referenzstellung ausgeben. Es stellt sich also immer das Problem der genauen und reproduzierbaren Bestimmung wenigstens einer Referenzstellung der verwendeten Aktuatoranordnung oder/und einer dieser zugeordneten Stellung wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems als Referenz für die Kupplungsbetätigung.
  • Bei bekannten Stelleinrichtungen für Kraftfahrzeug-Reibungskupplungen, die insbesondere für Kupplungen des NORMALERWEISE-GESCHLOSSEN-Typs eingesetzt werden, wird die Bestimmung einer Referenzstellung der Aktuatoranordnung in der Regel bei vollständig eingerückter Kupplung vorgenommen. Dies ist insbesondere deswegen vorteilhaft, weil dann keine Betätigungskraft auf die Kupplungsanordnung durch den verwendeten Aktuator ausgeübt werden muss. Zum Beispiel umfasst ein aus der DE 195 25 840 C1 bekanntes System zur Bestimmung der Referenzstellung einer Stelleinrichtung für eine Kraftfahrzeug-Reibungskupplung einen gefederten Anschlag, an dem ein zur Kraftübertragung von einem Elektromotor zu einem Ausgangsglied eines Ausrückermechnismus verwendetes Segmentzahnrad bei unbestromtem Elektromotor anliegt. Zur Bestimmung der Referenzstellung wird dann der Elektromotor maximal mit Strom beaufschlagt und gegen den gefederten Anschlag gefahren. Anschließend wird der gefederte Anschlag in genau definierter Weise entspannt, bis die Feder vollständig entspannt ist. Die dann erreichte Position des Segmentzahnrads dient als Referenzstellung. Bei derartigen Referenzierungssystemen ist zur neuen Bestimmung der Referenzstellung das Überführen der Aktuatoranordnung in eine Endstellung erforderlich. Bei NORMALERWEISE-GESCHLOSSEN-Kupplungssystemen bietet sich hierzu diejenige Stellung an, die der vollständig eingerückten Kupplung entspricht.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kupplungssystem der genannten Art bereitzustellen, bei dem die Bestimmung einer vorbestimmten Referenzstellung der Aktuatoranordnung möglichst flexibel durchführbar ist und insbesondere bei einer beliebigen Stellung des Kraftausübungssystems bzw. der Aktuatoranordnung durchführbar ist.
  • Zur Lösung der genannten Aufgabe ist gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung ein Kupplungssystem der genannten Art vorgesehen, bei dem die Referenzierungseinrichtung eine Halteanordnung zum Festhalten der Aktuatoranordnung oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems in der vorbestimmten Referenzstellung umfasst.
  • Damit ist es möglich, eine grundsätzlich beliebig auswählbare Stellung des Kraftausübungssystems, ggf. der Aktuatoranordnung selbst, als Referenzstellung auszuwählen und bei Beginn des Betriebs oder auch während des Betriebs der Kupplung reproduzierbar und präzise diese Referenzstellung anzufahren. Sobald die Referenzstellung eingenommen ist, kann die weitere Steuerung der Kupplungsbetätigung bezüglich dieser Referenzstellung erfolgen, z. B. indem die Stellung des Kraftausübungssystems in an sich bekannter Weise durch einen Inkrementalsensor überwacht wird. In diesem Fall ist dann die absolute Stellung des Kraftausübungssystems ermittelbar. Zum Überführen des Kraftausübungssystems von einer Betriebsstellung in die vorbestimmte Referenzstellung kann jede beliebige Betätigungskraft verwendet werden, solange diese nicht die Haltekraft der Halteanordnung übersteigt, ohne dass genaue Kenntnis dieser Kraft erforderlich wäre. Beispielsweise bietet es sich an, durch das Kraftausübungssystem bzw. die Reibungskupplungsanordnung ohnehin bereitgestellte mechanische Rückstellkräfte auszunutzen oder die Referenzstellung durch den Betrieb der Aktuatoranordnung aktiv anzufahren. Sobald die Referenzstellung erreicht ist, wird das Kraftausübungssystem, ggf. die Aktuatoranordnung, durch die Halteanordnung festgehalten, so dass eine zusätzliche Kraft aufgewendet werden muss, um die Referenzstellung wieder verlassen zu können. Anhand dieser zusätzlich benötigten Kraft zur Weiterbewegung kann das Erreichen der Referenzstellung zuverlässig erfasst werden. Hierzu kann beispielsweise vorgesehen sein, den zur Weiterbewegung des Kraftaus übungssystems benötigten Beaufschlagungsstrom eines Elektromotors als Antrieb des Aktuators zu überwachen. Es ist außerdem günstig, wenn zur Weiterbewegung des Kraftausübungssystems aus der Referenzstellung in jeder Richtung eine zusätzliche Kraft aufgebracht werden muss.
  • Eine einfache mechanische Realisierung der Halteanordnung kann dadurch erzielt werden, dass die Halteanordnung einen Rastmechanismus umfasst. Beispielsweise kann ein derartiger Rastmechanismus durch eine Kugel realisiert sein, die mittels einer Druckfeder gegen eine Fläche einer bewegten Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems gedrückt wird, wobei an einer der Referenzstellung zugeordneten Stelle der Kraftübertragungskomponente eine Vertiefung vorgesehen ist, in der die Kugel einrasten kann. Die Auswahl der Kraftübertragungskomponente aus der Kette zwischen Aktuator bzw. dessen Antrieb (z. B. Elektromotor) bis zur eigentlichen Reibungskupplungsanordnung ist nicht beschränkt und kann je nach den konstruktiven Gestaltungsmöglichkeiten festgelegt werden. Darüber hinaus sind noch viele weitere dem Fachmann geläufige mechanische Rast/Verriegelungsanordnungen alternativ einsetzbar, die beispielsweise auf Verriegelungsstiften, Sperrhakenanordnungen und dergleichen beruhen. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass nicht bei jedem Überfahren der Referenzstellung automatisch die Halteanordnung wirksam wird, sondern dass hierfür zusätzlich ein entsprechender Schaltmechanismus zur Freigabe erforderlich ist.
  • Neben einer mechanisch arbeitenden Halteanordnung können, falls gewünscht, auch auf anderen Kräften, beispielsweise magnetischen, elektrischen oder viskosen Kräften beruhende Halte- bzw. Verriegelungsmechanismen eingesetzt werden.
  • Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die oben genannte Aufgabe gelöst durch ein Kupplungssystem der eingangs genannten Art, bei dem die Referenzierungseinrichtung einen Referenzstellungs sensor umfasst, der das Erreichen der vorbestimmten Referenzstellung der Aktuatoranordnung oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems erfasst.
  • Bei dieser Variante verbleibt das Kraftausübungssystem, ggf. die Aktuatoranordnung, nach Erreichen der Referenzstellung nicht in derselben, sondern bewegt sich unter dem Einfluss der ausgeübten Kraft weiter. Der Verlauf dieser Weiterbewegung bezüglich der Referenzstellung kann jedoch beispielsweise durch einen entsprechend vorgesehenen Inkrementalsensor, der in der Regel ohnehin vorhanden ist, auf relativ einfache Weise gemessen werden.
  • Hervorzuheben ist, dass bei dieser Referenzierungseinrichtung zur Bestimmung der Referenzstellung der Aktuatoranordnung oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kupplungssystems die Bewegung der Aktuatoranordnung oder/und der Kraftübertragungskomponente nicht unterbrochen werden muss. Somit kann grundsätzlich die Referenzierung im laufenden Betrieb des Kupplungssystems störungsfrei erfolgen.
  • Es ist außerdem anzumerken, dass es sowohl beim ersten als auch beim zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung nicht unbedingt erforderlich ist, die Halteanordnung bzw. den Referenzstellungssensor immer exakt an derselben Stellung vorzusehen. Vielmehr kann nach Einbau der Halteanordnung bzw. des Referenzstellungssensors eine Kalibrierung durch entsprechende Vermessung der Einrückkraft – Einrückwegbeziehung des Kupplungssystems in Bezug zur tatsächlichen Referenzstellung erfolgen.
  • Geeignete Anordnungen zur Bereitstellung eines Referenzstellungssensors sind im Stand der Technik bekannt, beispielsweise kann hierfür ein Magnetschalter bzw. Magnetsensor vorgesehen sein, der einfach, robust und kostengünstig ist. Als Alternativen kommen beispielsweise Lichtschranken systeme, beim Überfahren schaltbare elektrische Kontakte und dergleichen in Frage.
  • Bei beiden Aspekten der vorliegenden Erfindung liegt ein wesentlicher Vorteil darin, dass die Referenzstellung innerhalb des betriebsgemäßen Stellwegs der Aktuatoranordnung oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems zwischen vollständig ausgerückter Reibungskupplungsanordnung und vollständig eingerückter Reibungskupplungsanordnung liegen kann. Einer Referenzierung im laufenden Betrieb steht somit nicht das Problem entgegen, dass das Kraftausübungssystem hierzu in eine nicht betriebsgemäße Referenzierungsstellung überführt werden muss. Da die Lage der Referenzstellung beliebig wählbar ist, können als Referenzstellungen beispielsweise Zustände des Kraftausübungssystems ausgewählt werden, die betriebsgemäß sehr häufig eingenommen werden bzw. ohne großen Kraftaufwand anfahrbar sind, so dass eine häufige Wiederholung der Referenzierung bzw. Überprüfung einer erfolgten Referenzierung quasi nebenbei möglich ist.
  • Aus dem Vorangehenden folgt, dass die Referenzierung nicht unbedingt in einer Endstellung, insbesondere nicht unbedingt bei vollständig ausgerückter Kupplungsstellung erfolgen muss, wie bei den herkömlich bekannten Referenzierungssystemen üblich. Vielmehr kann hierfür jede Kupplungsstellung zwischen vollständig eingerückter und vollständig ausgerückter Kupplungsstellung ausgewählt werden. Je nach Kupplungssystem kann es insbesondere vorteilhaft sein, wenn die Referenzstellung in der Nähe einer Stellung der Aktuatoranordnung oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems liegt, die der vollständig ausgerückten Kupplungsstellung zugeordnet ist. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das Kupplungssystem vom NORMALERWEISE-OFFEN-Typ ist, d. h. dass die Reibungskupplungsanordnung bei fehlender Kraftausübung durch das Kraftausübungssystem sich in einem ausgerückten Kupplungszustand befindet oder durch mechanische Rückstellkräfte in einen ausgerückten Kupplungszustand überführbar ist. Bei derartigen NORMALERWEISE-OFFEN-Kupplungssystemen bietet sich die Referenzierung in der Nähe der ausgerückten Kupplungssstellung vor allem deswegen an, weil dann keine große Betätigungskraft durch den Aktuator zur Bestimmung der Referenzstellung erforderlich ist. Beispielsweise kann bereits bei stehendem Fahrzeug, noch bevor der Fahrzeugmotor gestartet wird, eine Bestimmung der Referenzstellung erfolgen, ohne die Fahrzeugbatterie unnötig zu belasten. Darüber hinaus verringert sich auch der zur Durchführung der Referenzierung benötigte Zeitaufwand, der bei einer Referenzierung in der Nähe der vollständig eingerückten Kupplungsstellung durch hauptsächlich dadurch bestimmt wird, dass zunächst der Aktuator bis zum Erreichen des eingerückten Kupplungszustands betätigt werden muss.
  • In einfacher Weise kann die Referenzierungseinrichtung im Kraftausübungssystem enthalten sein, so dass bei dessen Einsatz kein zusätzlicher Bauraum benötigt wird. Beispielsweise kann die bereits beschriebene Halteanordnung bzw. der bereits beschriebene Referenzstellungssensor Teil einer geeigneten Kraftübertragungskomponente in der Kette zwischen Aktuator und Reibungskupplungsanordnung sein. Bei besonders geeigneter Konstruktion kann die Referenzierungseinrichtung, ggf. auch in der Aktuatoranordnung selbst, z. B. an einem Abtriebselement eines Elektromotors, angebracht sein.
  • Das Kupplungssystem kann als Doppelkupplungssystem oder als Mehrfach-Kupplungssystem mit wenigstens zwei Reibungskupplungsanordnungen ausgebildet sein. Solche Kupplungssysteme werden in der Regel für so genannte Lastschalt- oder Doppelkupplungsgetriebe verwendet, bei denen jede von mehreren Kupplungsanordnungen einer eigenen Getriebeeingangswelle zugeordnet ist. Solche in Reibscheibenbauart ausgeführte Doppel- oder Mehrfachkupplungen sind beispielsweise in der EP 0 931 951 A1 oder der DE 35 36 630 A1 beschrieben. Die für Doppel- bzw. Mehrfachkupplungssysteme verwendeten Kupplungsanordnungen sind vorzugsweise vom NORMALERWEISE-OFFEN-Typ, da dann gewährleistet ist, dass im Fehlerfall nicht beide bzw. mehrere Kupplungsanordnungen gleichzeitig geschlossen sind bzw. schließen und der Antriebsstrang hierdurch verspannt wird oder sogar schwerwiegende Beschädigungen im Antriebsstrang auftreten. Zur Referenzierung ist es bei solchen Doppel-Kupplungssystemen bzw. Mehrfach-Kupplungssystemen günstig, wenn immer bei der gerade nicht im Einrückzustand befindlichen Reibungskupplungsanordnung eine Überprüfung oder ggf. neue Bestimmung der vorbestimmten Referenzstellung durchgeführt wird.
  • In verallgemeinerter Weise betrifft die vorliegende Erfindung ein Betätigungssystem zur Ausübung einer Stellkraft auf ein mechanisches System, umfassend
    • – wenigstens ein mechanisches System und
    • – zur Betätigung des mechanischen Systems ein Kraftausübungssystem zur Ausübung einer Betätigungskraft auf das mechanische System mit
    • – einer Aktuatoranordnung zur Ausübung von Betätigungskräften auf das Kraftausübungssystem und
    • – einer Referenzierungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer vorbestimmten Referenzstellung der Aktuatoranordnung oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems als Referenz für die Betätigung des mechanischen Systems.
  • Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Referenzierungseinrichtung dieses Betätigungssystems ausgebildet ist wie vorangehend beschrieben.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Kraftausübungssystem für ein Kupplungssystem bzw. für ein Betätigungssystem gemäß der beschriebenen Art, das eine Referenzierungseinrichtung umfasst, wie sie vorangehend beschrieben wurde.
  • Die Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele im Detail beschrieben. Es zeigt:
  • 1 schematisch ein Beispiel einer trockenlaufenden Doppelkupplung der Reibscheibenbauart, und zwar des NORMALERWEISE-OFFEN-Typs.
  • 2 zeigt ein konkreteres Ausführungsbeispiel für eine Kupplung der in 1 gezeigten Art zusammen mit zugehöriger Aktuatorik.
  • 3 in einer perspektivischen Ansicht einen Bereich der Anordnung gemäß 2, nämlich einen Aktuator mit zugehörigen Koppelelementen zur Übertragung von Stellkräften auf ein Betätigungsmodul der Doppelkupplung, mit einer schematisch angedeuteten Rasteinrichtung zur Bestimmung der Referenzstellung der Aktuatorik.
  • 4 eine Betätigungskraft-Stellweg-Kennlinie des in 1 bis 3 gezeigten Kupplungssystems.
  • 5 in einer perspektivischen Ansicht entsprechend 3 einen Bereich der Anordnung gemäß 2 mit einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Referenzierungseinrichtung als Magnetschalteranordnung.
  • 1 zeigt eine Doppelkupplung 10 der Reibscheibenbauart, die eine erste Kupplungsscheibe 12 einer ersten Kupplungsanordnung und eine zweite Kupplungsscheibe 14 einer zweiten Kupplungsanordnung aufweist. Die erste Kupplungsscheibe 12 steht mit einer als Hohlwelle ausgeführten ersten Getriebeeingangswelle 16 und die zweite Kupplungsscheibe 14 steht mit einer sich koaxial durch die erste Getriebeeingangswelle 16 erstrecken den zweiten Getriebeeingangswelle 18 auf an sich bekannte Art und Weise in Momentenübertragungsverbindung. Die mit integrierten Torsionsschwingungsdämpfern 202 und 204 ausgeführten Kupplungsscheiben weisen beispielsweise eine Koppelnabe 20 bzw. 22 auf, die auf die betreffende Getriebeeingangswelle aufgeschoben ist und mit dieser über Mitnahmeformationen drehfest gekoppelt ist.
  • Die Doppelkupplung 10 weist eine Gehäuseanordnung 24 auf, die beispielsweise mehrere durch Schraubbolzen oder dergleichen miteinander verbundene Gehäuseteile umfasst. Die Gehäuseanordnung 24 ist über eine Flexplatte 80 an der Abtriebswelle 84 der Antriebseinheit, insbesondere einer Brennkraftmaschine, angebunden.
  • Ein beidseitig Reibbeläge tragender ringförmiger Abschnitt der ersten Kupplungsscheibe 12 ist axial zwischen einem ein Widerlager für die Kupplungsscheibe bildenden Druckplattenabschnitt 32 der Gehäuseanordnung und einer in der Gehäuseanordnung axial beweglich gehaltenen ersten Anpressplatte 34 angeordnet. Die zweite Kupplungsscheibe 14 ist mit ihrem beidseitig Reibbeläge tragenden Ringbereich axial zwischen dem ein Widerlager für die Kupplungsscheibe bildenden Druckplattenabschnitt 32 und einer in der Gehäuseanordnung axial beweglich gehaltenen zweiten Anpressplatte 36 gehalten. Die beiden Anpressplatten sind jeweils auf an sich bekannte Art und Weise durch Tangentialfedern (Tangentialblattfedern) oder dergleichen in der Gehäuseanordnung 24 gehalten und jeweils in Öffnungs- oder Ausrückrichtung federvorgespannt.
  • Der ersten Anpressplatte 34 ist eine erste Teller- oder Membranfeder 40 und der zweiten Anpressplatte 36 ist eine zweite Teller- oder Membranfeder 60 zugeordnet. Für beide Federn 40 und 60 ist eine Schwenkabstützung an der Gehäuseanordnung vermittels eines jeweiligen Abstützrings 240 bzw. 242 vorgesehen. Die Membranfedern 40 und 60 wirken in erster Linie als Betätigungshebel, die zum Einrücken der jeweiligen Anpressplatte 34 bzw. 36 gegen die jeweilige, an dem Widerlager 32 axial abstützbaren Kupplungsscheibe mit ihren Betätigungszungen oder Betätigungshebeln 50 bzw. 70 in Richtung zu den Kupplungsscheiben, also in 1 nach links, zu drücken ist. Die in der Art eines einarmigen Hebels angeordnete Membranfeder 40 wirkt dabei direkt oder über ein Zwischenelement auf die in enger Nachbarschaft zur Feder angeordnete Anpressplatte 34. Die in der Art eines zweiarmigen Hebels angeordnete Membranfeder 60 steht hingegen über ein unter Vermittlung eines Abstützrings 243 an ihrem Außenradius angreifendes Kraftübertragungsglied 66 und eine sich durch die Gehäuseanordnung und den Druckplattenabschnitt 32 erstreckende Zugankeranordnung 68 mit der Anpressplatte 36 in Verbindung.
  • Die von den beiden Kupplungsscheiben 12 und 14 und den zugehörigen Komponenten 32, 34 und 36 gebildeten beiden Kupplungsanordnungen sind über ein zur Doppelkupplung zugehöriges Betätigungsmodul 200 betätigbar. Das Betätigungsmodul weist eine am Getriebegehäuse insbesondere gegen ein Verdrehen gesicherte Zentralhülse 220 auf, die eine Außenhülse 222 und eine Innenhülse 224 trägt. Die Außenhülse 222 und die Innenhülse 224 stehen jeweils über ein Außengewinde bzw. Innengewinde mit der Zentralhülse 220 in Eingriff, derart, dass eine Verdrehung der Außenhülse oder/und der Innenhülse relativ zur Zentralhülse eine axiale Verlagerung der betreffenden Hülse (Außenhülse bzw. Innenhülse) induziert. Die Außenhülse 222 ist mit einem Einrücklager 226 versehen, und die Innenhülse 224 ist mit einem Einrücklager 228 versehen, über die unter Vermittlung der Außenhülse bzw. Innenhülse axiale Kräfte auf die Membranfederzungen der Membranfeder 40 bzw. 60 ausgeübt werden können, um die Betätigungszungen der jeweiligen Membanfeder in Richtung zur Antriebseinheit auszulenken und damit die erste oder/und zweite Kupplungsanordnung in Einrückrichtung zu betätigen. Die Einrücklager 226 und 228 können mit Federblechen 324 und 326 ausgeführt sein, um eine Selbstzentrierung des jeweiligen Lagers vorzusehen.
  • Um der Außenhülse und der Innenhülse eine entsprechende Drehbewegung in Einrückrichtung zu erteilen, können die Hülsen beispielsweise mit radial vorstehenden Hebelarmen oder Hebelabschnitten ausgeführt sein, auf die ein jeweils zugeordnetes Stellglied wirkt. Ein Hebelarm der Innenhülse ist in 1 mit 340 und ein Hebelarm der Außenhülse ist in 1 mit 342 bezeichnet. 322 und 320 bezeichnen einen am betreffenden Hebelarm oder Hebelabschnitt vorgesehenen Kraftangriffspunkt, beispielsweise in der Art einer Kugelkalotte, um eine im Wesentlichen tangential gerichtete Betätigungskraft auf die jeweilige Hülse ausüben zu können.
  • Um einen geschlossenen Axialkraftfluss innerhalb der die eigentliche Doppelkupplung 10 und das Betätigungsmodul 200 umfassenden Baueinheit vorzusehen, steht die Zentralhülse 220 über ein Radial- und Axiallager 230 mit der Gehäuseanordnung der Doppelkupplung in Abstützbeziehung. 232 bezeichnet einen hierfür vorgesehenen Ringabschnitt eines Gehäuseteils der Gehäuseanordnung. Das Radial- und Axiallager 230 kann durch einen nicht dargestellten Sicherungsring zwischen dem Ringabschnitt 232 und der Zentralhülse 220 axial festgelegt sein.
  • Zu weiteren Einzelheiten der Doppelkupplungskonstruktion gemäß 1 und des Betätigungsmoduls 200 sowie zu vorteilhaften Ausführungsvarianten hierzu wird auf die deutsche Patentanmeldung "Betätigungseinrichtung für eine Reibungskupplungseinrichtung, ggf. Doppel- oder Mehrfach-Reibungskupplungseinrichtung" der Anmelderin, amtliches Aktenzeichen 101 49 703.2, vom 09.10.2001 bzw. Nachanmeldungen hierzu, verwiesen.
  • 2 zeigt eine etwas detaillierter dargestellte Doppelkupplung 10 der anhand 1 erläuterten Art samt einem zugehörigen Betätigungsmodul 200 und über das Modul auf die beiden Kupplungsanordnungen der Doppelkupplung wirkende Aktuatorik 400. Ohne Beschränkung der Allgemeinheit kann man annehmen, dass das Betätigungsmodul 200 von der in 1 gezeigten oder ähnlicher Art ist und eine stationäre Stützhülse, beispiels weise Zentralhülse und relativ zu dieser verdrehbare und axial bewegbare Betätigungshülsen, beispielsweise eine Innenhülse oder Außenhülse, aufweist, wobei die Betätigungshülsen auf geeignete Weise, beispielsweise über ein Gewinde, mit der Stützhülse in Eingriff stehen, um eine Drehbewegung in eine Axialbewegung umzusetzen. Betreffend die Doppelkupplung 10 und das Betätigungsmodul 200 der 2 sind für analoge oder einander entsprechende Bauteile die gleichen Bezugszeichen wie in 1 verwendet, so dass weitere Erläuterungen entbehrlich sind. Die Aktuatorik weist zwei elektromechanische Aktuatoren 402 und 404 insbesondere auf Elektromotorbasis auf, die über eine Koppelmechanik 406 bzw. 408 auf eine jeweils zugeordnete Betätigungshülse des Betätigungsmoduls 200 und damit über die Membranfeder 40 bzw. 60 auf eine jeweils zugeordnete der beiden Kupplungsanordnungen wirken.
  • Die gesamte Betätigungskette beginnend mit den Elektromotoren der Aktuatoren 402 und 404 bis hin zu den Anpressplatten 34 und 36 sollte ein NORMALERWEISE-OFFEN-Systemverhalten zeigen, damit etwa im Falle von stromlosen Elektromotoren der Aktuatoren die beiden Kupplungsanordnungen unter der Wirkung ihrer Tangentialfedern den geöffneten bzw. ausgerückten Zustand einnehmen bzw. diesen halten. Eine derartige Auslegung der gesamten Betätigungskette ist nicht zwingend, aber im Hinblick auf die Vermeidung etwa von Verspannungen im Antriebsstrang, ggf. sogar von Beschädigungen im Antriebsstrang, sehr sinnvoll. Eine derartige Auslegung hat allerdings zur Folge, dass nach herkömmlichen Ansätzen die jeweils drehmomentübertragende Kupplungsanordnung ständig vermittels des jeweiligen Aktuators mit Einrückkräften beaufschlagt werden muss, was aus energetischen Gründen und auch im Hinblick auf die Belastbarkeit der verschiedenen Komponenten der Betätigungskette nicht optimal erscheint. Um hier eine Verbesserung zu erreichen, ist ein stufenloser Verriegelungsmechanismus 430 vorgesehen, der einen momentanen Einrückzustand oder einen dem momentanen Einrückzustand zugeordneten Halte-Einrückzustand der jeweiligen Kupplungsanordnung halten kann, ohne etwa die Elektromotoren der Kupplungsaktuatorik 400 dauerhaft bestromen zu müssen.
  • Die Aktuatorik 400 weist ein mit einem Ausgangsglied 410 bzw. 412 des jeweiligen Aktuators 402 bzw. 404 in der Art eines Zahnradgetriebes oder Schneckengetriebes in Eingriff stehendes Zahnradsegment 414 bzw. 416 und einen vorzugsweise schwenkbar daran gehaltenen Stößel 417 bzw. 418 auf, der an seinem anderen, vom Zahnradsegment 414 bzw. 416 abgelegenen Ende auf eine jeweils zugeordnete der Betätigungshülsen des Betätigungsmoduls 200 wirkt. Sie ist mit einem wahlweise auf eines der beiden Zahnradsegmente 414 bzw. 416 wirkenden Verriegelungsmechanismus 430 ausgeführt, der ein elektromechanisches Stellglied 432 und ein durch das Stellglied 432 axial verstellbares plattenförmiges Anpressglied 434 aufweist. Eine Verbindungsstange zwischen dem Stellglied 432 und dem Anpressglied 434 erstreckt sich längs der gemeinsamen Drehachse der beiden Zahnradsegmente 414 und 416. Eine die Zahnradsegmente 414 und 416 drehbar und das Stellglied 432 einschließlich dem Anpressglied 434 sowie die Aktuatoren 402 und 404 stationär haltende Traganordnung ist in den Figuren nicht gezeigt.
  • Das Anpressglied 434 ist durch eine Feder 436 in eine Mittelstellung oder Neutralstellung zwischen den beiden Zahnradsegmenten 414 und 416 federvorgespannt. Mittels des Stellglieds 432 kann das Anpressglied 434 wahlweise mit dem Zahnradsegment 414 bzw. dem Zahnradsegment 416 bzw. einem auf dem jeweiligen Zahnradsegment vorgesehenen Reibbelag in reibschlüssigen Halteeingriff gebracht werden, so dass eine momentane Dreh- oder Schwenkstellung des jeweiligen Zahnradsegments 414 bzw. 416 und damit ein momentaner Kupplungszustand der zugeordneten Kupplungsanordnung gehalten wird. Wird das elektromechanische Stellglied 432 stromlos, so bewegt die Rückstellfeder 436 das Anpressglied 434 zwangsweise in die Neutralstellung, so dass für die Verriegelungsanordnung 430 ein NORMALERWEISE-OFFEN-Systemverhalten und damit, wenn vorgese hen, für die gesamte Betätigungskette zwischen den Aktuatoren 402, 404 und den Kupplungsanordnungen insgesamt das vorteilhafte NORMALERWEISE-OFFEN-Systemverhalten realisiert ist.
  • 3 zeigt in einer perspektivischen Ansicht einen Bereich einer Anordnung gemäß 2, nämlich den Aktuator 404 mit zugehörigen Koppelelementen zur Übertragung von Stellkräften auf das Betätigungsmodul 200 der Doppelkupplung 10. Zur Bestimmung wenigstens einer vorbestimmten Referenzstellung der Aktuatoranordnung 400 als Referenz für die Kupplungsbetätigung ist an dem mit dem Ausgangsglied 412 des Aktuators 404 in Eingriff stehende Zahnradsegment 416 an dessen in 3 linker Seite 420 eine kugelförmige Vertiefung 422 ausgebildet, die der Aufnahme einer mittels eines Druckfederelementes 424 vorgespannten Einrastkugel 426 dient. Die Einrastkugel 426 läuft bei Betätigung der Aktuatorik 400 auf der Seitenfläche 420 des Zahnradsegments 416 ab und rastet bei Erreichen der Referenzstellung in der Vertiefung 422 ein, so dass zu einer Weiterbewegung der Aktuatorik 400 über die Referenzstellung hinaus eine zusätzliche Kraft aufgewendet werden muss, bzw. ohne Aufwendung einer solchen Kraft die Aktuatorik 400 in der Referenzstellung stehenbleibt. Es ist also gewährleistet, dass bei jedem Überfahren der Raststellung der Kugel 426 die Referenzstellung positionsgenau und wiederholbar eingestellt wird und somit eine Überprüfung der Referenzierung der Aktuatorik 400 stattfinden kann und ggf. eine neue Referenzierung durchgeführt werden kann.
  • 4 zeigt ein Betätigungskraft-Stellweg-Diagramm für die in 1 bis 3 gezeigte Doppelkupplung. Man erkennt, dass die in 4 gezeigte Kraft-Weg-Kennlinie einen für NORMALERWEISE-OFFEN-Kupplungen typischen stark progressiven Verlauf hat mit von vollständig ausgerückter Kupplungsstellung AK zu vollständig eingerückter Kupplungsstellung EK hin immer stärker ansteigender aufzubringender Betätigungskraft. Zwischen der vollständig ausgerückten Kupplungsstellung AK und der vollständig eingerückten Kupplungsstellung EK ist in 4 innerhalb des von der Aktuatorik 400 zur Kupplungsbetätigung zurückgelegten Stellwegs die Lage einer Referenzstellung REF eingezeichnet, die dem in 3 gezeigten Zustand entspricht, in dem die Kugel 426 in der Vertiefung 422 des Segmentzahnrads 416 aufgenommen ist. Die Referenzstellung REF ist hierbei in der Nähe der vollständig ausgerückten Kupplungsstellung AK angeordnet, so dass zum Aufsuchen der Referenzstellung REF von der Stellung AK aus ein nur sehr geringer Arbeitsaufwand erforderlich ist. Von allen in 3 rechts von REF liegenden mehr oder weniger eingerückten Kupplungsstellungen entsprechenden Stellungen der Aktuatorik 400 aus kann die Referenzstellung REF sogar ohne Arbeitsaufwand, nämlich allein durch die Wirkung der mechanischen Rückstellkräfte erreicht werden.
  • In 4 ist sehr schematisch angedeutet, dass eine Bewegung der Aktuatorik aus der Referenzstellung REF heraus sowohl in Richtung einer ausgekuppelten Stellung AK als auch in Richtung einer eingekuppelten Stellung EK nur möglich ist, wenn zusätzlich Arbeit aufgebracht wird, um das Druckfederelement 424 zu spannen. Hierbei ist die Federkraft des Druckfederelements 424 bevorzugt so groß gewählt, dass diese aufzubringende Arbeit größer ist als die bei einer Bewegung aus der vollständig eingekuppelten Stellung EK in die Referenzstellung REF frei werdende Energie, so dass die Aktuatorik 400 auf jeden Fall bei Erreichen der Referenzstellung REF festgehalten bleibt. Auf diese Weise kann jedesmal bei Überfahren der Vertiefung 422 durch die Kugel 426 eine erneute Bestimmung der Referenzstellung der Aktuatorik 400 vorgenommen werden. Eine Weiterbewegung aus der Referenzstellung heraus lässt sich dann durch zusätzliche Bestromung des Aktuators 404 erreichen.
  • Eine weitere Ausführungsform der Referenzierungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist in 5 gezeigt. Die Darstellung von 5 entspricht derjenigen von 3 für die in 2 gezeigte Aktuatorik 400 mit Aktuator 404, Ausgangsglied 412, Segmentzahnrad 416 und Stößel 418. Bei der in 5 gezeigten Ausführungsform ist die Referenzierungs einrichtung als Referenzstellungssensor 450 ausgebildet, bestehend aus einem an der Seitenfläche 420 des Segmentzahnrads 416 angebrachten Dauermagneten 452 und einem gegenüber dem Segmentzahnrad 416 ortsfesten Magnetschalter 454. Bei Betätigung der Kupplung durch die Aktuatorik 400 zwischen vollkommen ausgerückter und vollkommen eingerückter Kupplungsstellung bewegt sich der Magnet 452 entlang einer Bahn, die unter dem Magnetschalter 454 vorbeiführt. Sobald bei einer solchen Bewegung der Permanentmagnet 452 sich unter dem Magnetschalter 454 befindet, wird im Magnetschalter 454 ein elektrisches Signal induziert, das als Referenzsignal aufgenommen wird. Die Bewegung der Aktuatorik 400, insbesondere des Segmentzahnrads 416 wird durch die Erzeugung des Referenzsignals nicht gestört, so dass es in diesem Fall erforderlich ist, diese Weiterbewegung in Bezug zum Referenzsignal zu erfassen. Dies kann ohne weiteres durch einen in Verlauf der Betätigungskette zwischen Aktuator 404 und Reibungskupplungsanordnung vorgesehenen Inkrementalsensor geschehen. Die Bestimmung der Referenzstellung der Aktuatorik 400 durch den Referenzstellungssensor 450 lässt sich also sehr einfach und schnell durchführen, ohne die betriebsgemäßen Stellbewegungen der Aktuatorik zu beeinträchtigen.
  • Auch bei dieser Ausführungsform ist es günstig, die Lage der Referenzstellung entsprechend 4 in der Nähe der Stellung AK der Aktuatorik 400 zu wählen, die der vollständig ausgerückten Kupplung entspricht, da dann die Referenzstellung entweder schnell und ohne großen Arbeitsaufwand aktiv angefahren werden kann, oder sogar lediglich unter der Wirkung von mechanischen Rückstellkräften überfahren werden kann. Es sei außerdem noch angemerkt, dass die Ausführungsform des Referenzstellungssensors 450 als Magnetschalter lediglich beispielhaft ist und im Stand der Technik bekannte Systeme z. B. auf optischem Wege basierende Sensoren oder rein elektrisch arbeitende Sensoren ebenfalls Verwendung finden können.

Claims (12)

  1. Kupplungssystem, umfassend wenigstens eine Reibungskupplungsanordnung und zur Betätigung der Reibungskupplungsanordnung ein Kraftausübungssystem (200, 400) zur Ausübung einer Einrückkraft oder/und Ausrückkraft auf die Reibungskupplungsanordnung mit einer Aktuatoranordnung (400) zur Ausübung von Betätigungskräften auf das Kraftausübungssystem (200, 400) und einer Referenzierungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer vorbestimmten Referenzstellung (REF) der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200, 400) als Referenz für die Kupplungsbetätigung, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzierungseinrichtung eine Halteanordnung (428) zum Festhalten der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200, 400) in der vorbestimmten Referenzsstellung (REF) umfasst.
  2. Kupplungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteanordnung (428) einen Rastmechanismus (422, 424, 426) umfasst.
  3. Kupplungssystem, umfassend wenigstens eine Reibungskupplungsanordnung und zur Betätigung der Reibungskupplungsanordnung ein Kraftausübungssystem (200, 400) zur Ausübung einer Einrückkraft oder/und Ausrückkraft auf die Reibungskupplungsanordnung mit einer Aktuatoranordnung (400) zur Ausübung von Betätigungskräften auf das Kraftausübungssystem (200, 400) und einer Referenzierungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer vorbestimmten Referenzstellung (REF) der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200, 400) als Referenz für die Kupplungsbetätigung, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzierungseinrichtung einen Referenzstellungssensor (450) umfasst, der das Erreichen der vorbestimmten Referenzstellung (REF) der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200) erfasst.
  4. Kupplungssystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Referenzstellungssensor (450) einen Magnetschalter (454) umfasst.
  5. Kupplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzstellung (REF) innerhalb des betriebsgemäßen Stellwegs der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200, 400) zwischen vollständig ausgerückter Reibungskupplungsanordnung (AK) und vollständig eingerückter Reibungskupplungsanordnung (EK) liegt.
  6. Kupplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzstellung (REF) in in der Nähe einer Stellung der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200, 400) liegt, die der vollständig ausgerückten Reibungskupplungsanordnung (AK) zugeordnet ist.
  7. Kupplungssystem nach einer der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibungskupplungsanordnung bei fehlender Kraftausübung durch das Kraftausübungssystem (200, 400) sich in einer ausgerückten Reibungskupplungsanordnung (AK) befindet oder durch mechanische Rückstellkräfte in eine ausgerückte Reibungskupplungsanordnung (AK) überführbar ist.
  8. Kupplungssystem nach einer der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftausübungssystem (200, 400), ggfs. die Aktuatoranordnung (400), die Referenzierungseinrichtung (428; 450) umfasst.
  9. Kupplungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupplungssystem als als Doppelkupplungssystem (10) oder als Mehrfachkupplungssystem mit wenigstens zwei Reibungskupplungsanordnungen ausgebildet ist.
  10. Betätigungssystem zur Ausübung einer Stellkraft auf ein mechanisches System, umfassend wenigstens ein mechanisches System und zur Betätigung des mechanischen Systems ein Kraftausübungssystem (200, 400) zur Ausübung einer Betätigungskraft auf das mechanische System mit einer Aktuatoranordnung (400) zur Ausübung von Betätigungskräften auf das Kraftausübungssystem und einer Referenzierungseinrichtung zur Bestimmung wenigstens einer vorbestimmten Referenzstellung der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200, 400) als Referenz für die Betätigung des mechanischen Systems, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzierungseinrichtung eine Halteanordnung (428) zum Festhalten der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftübertragungssystems (200, 400) in der vorbestimmten Referenzstellung (REF) umfasst oder/und dass die Referenzierungseinrichtung einen Referenzstellungssensor (450) umfasst, der das Erreichen der vorbestimmten Referenzstellung (REF) der Aktuatoranordnung (400) oder/und wenigstens einer Kraftübertragungskomponente des Kraftausübungssystems (200) erfasst.
  11. Betätigungssystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzierungseinrichtung die sich auf die Referenzierungseinrichtung beziehenden Merkmale wenigstens eines der Ansprüche 2, 4 bis 8 aufweist.
  12. Kraftausübungssystem für ein Kupplungssystem bzw. für ein Betätigungssystem nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, das eine Referenzierungseinrichtung (428; 450) wie in wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche beschrieben umfasst.
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