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Selbsttätig wirkendes Füllmundstück zur Begrenzung der Füllhöhe in
offenen oder geschlossenen Behältern Die Erfindung betrifft ein selbsttätig wirkendes
Füllmundstück zur Begrenzung der Füllhöhe in offenen oder geschlossenen Behältern.
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Es sind Füllmundstücke dieser Art bekannt mit einem durch Federdruck
in seiner Schließlage gehaltenen handsteuerbaren Ventil, welches über eine im Mundstück
angeordnete Bohrung mit der Atmosphäre in Verbindung stellt und nach Überfluten
derselben durch die im Behälter befindliche Flüssigkeit das Schließen des Ventils
bewirkt, und mit einer Kammer mit einer urgelochten Wand, die einen Teil des Ventils
bildet und die Kammer in zwei Abteilungen unterteilt.
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Bei diesen bekannten Füllmundstücken wird das Ventil durch eine mechanisch
wirkende Einrichtung offengehalten, die durch einen Hebel freigegeben wird, wenn
durch Schließen der Bohrung beim Überfluten derselben in der Kammer ein Vakuum erzeugt
wird. Die mechanische Einrichtung kann sich verkleiiimen und wird daher nicht freigegeben,
so daß das Ventil nicht geschlossen wird, wenn das Überfluten erfolgt.
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Das Füllmundstück gemäß der Erfindung ist im wesentlichen gekennzeichnet
durch eine erste Leitung, die mit der Kammer und einer Saugöffnung in der Bohrung
verbunden ist und die eine Saugwirkung auf einer Seite der Wand erzeugt, um das
Ventil in der Offenstellung zu halten, während in all sich bekannter Weise durch
die eine Entlüftungsbohrung aufweisende Leitung, die mit der anderen Kammer und
einer Saugöffnung in der Bohrung verbunden ist, eine Saugwirkung auf der anderen
Seite der Wand erzeugt wird. um die erste Saugwirkung auszugleichen und das Schließen
des Ventils zu ermöglichen.
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Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung.
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In der Zeichnung zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht einer bevorzugten
Ausführungsforrn des Ventils, Fig. 2 in größerem Maßstab einen Längsschnitt durch
das Ventil gemäß Fig. 1, Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 2,
Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 2, Fig. 5 einen Querschnitt
nach der Linie 5-5 der Fig. 2, Fig. 6 in größerem Maßstab eine Einzelheit im Längsschnitt.
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Das Ventil gemäß der Erfindung findet hauptsächlich Verwendung in
Füllmundstücken, die gewöhnlich am Ende eines biegsamen Schlauches befestigt sind
und die zum Einfüllen von Flüssigkeiten aus einem Vorratsbehälter in irgendeinen
anderen Behälter dienen. Solche Füllmundstücke werden gewöhnlich beim Einfüllen
von Flüssigkeiten, wie z. B. Benzin, aus Vorratsbehältern in Fahrzeuge verwendet,
oder aus Transportfahrzeugen, wie z. B. Tankschiffen oder Tankwagen, in andere Fahrzeuge
oder Vorratsbehälter. Selbstverständlich kann das Ventil aber auch in einer ortsfesten
Fülleitung angeordnet werden, und die Erfindung ist nicht auf die Verwendung des
Ventils in einem tragbaren Füllmundstück beschränkt.
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Das Ventil besteht aus einem Gehäuse 10, das einen Gehäuseabschnitt
11 und eine Leitung 12 aufweist. Der Endflansch 16 ist mit Bohrungen 18 versehen,
so daß das Ventil mittels der Schrauben 21 mit dem Flansch 19 eines Schlauches oder
Rohres 20 verbunden werden kann.
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Der Gehäuseabschnitt 11 ist mittels der Schrauben 25 am Flansch 26
der Leitung 12 befestigt, der ein Auslaßmundstück 29 aufweist, welcher sich vom
Flansch 26 nach unten erstreckt und eine Auslaßkammer 23 begrenzt. Der Gehäuseabschnitt
11 begrenzt eine Ventilkammer 22, die an beiden Enden für die Flüssigkeit offen
ist, die aus dem Rohr 20 in die Auslaßkammer 23 fließt.
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Zwischen dem Flansch 17 und dem Flansch 26 ist eine Dichtung in Form
eines Dichtungsringes 27 vorgesehen, der in einer V-förmigen Mut 28 an der Stoßstelle
der
Flansche 17 und 26 und eines später zu beschreibenden Ventilsitzteiles 30 angeordnet
ist. Der Dichtungsring 27 und die später erwähnten Dichtungsringe bestehen aus einem
elastischen Dichtungsmaterial, das von der durch das Ventil hindurchströmenden Flüssigkeit
nicht angegriffen wird.
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Der Ventilsitzteil 30 ist in der Ventilkammer 22 angeordnet und weist
einen Flanschteil31 auf, dessen Umfang zwischen den Flanschen 17 und 26 festgeklemmt
ist. Im Flanschteil 31 ist eine Durchlaßöffnung 32 ausgebildet, die in die Leitung
12 mündet.
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Der Ventilsitztei130 ist mit einem nach oben gerichteten rohrförmigen
Teil 40 versehen, der mit mehreren. beispielsweise vier über den Umfang verteilten
Auslaßöffnungen 41 versehen ist, welche die Verbindung zwischen der Ventilkammer
22 und der Auslaßöffnung 32 herstellen. Quer zu dem nach oben gerichteten Teil 40
und das obere Ende desselben abschließend ist eine mit der Auslaßöffnung 32 ausgerichtete
Endwand 42 angeordnet.
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Ein hohler '\'entiltei150 ist auf dem zylindrischen Teil 40 des Ventilsitzteiles
30 verschiebbar angeordnet. In der in Fig. 2 mit vollen Linien angegebenen Stellung
werden die Auslaßöffnungen 41 freigegeben, während sie in der in Fig. 2 mit unterbrochenen
Linien angegebenen Stellung geschlossen werden. Der Ventilteil 50 ist in Form eines
zylindrischen Teiles 51 ausgebildet, der auf dem zylindrischen Teil 40 verschiebbar
ist und der zu diesem Zweck am inneren Ende (gemäß Fig. 2 am unteren Ende) offen
ist. Im zylindrischen Teil 51 ist zwischen den Enden desselben eine Trennwand 52
befestigt, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sowohl einen Abschnitt
des Ventilteiles 50 bildet als auch als Ventilbetätigungselement dient.
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Der Ventilteil 50 ist in der Ventilkammer 22 koaxial zu derselben
und zum zylindrischen Teil 40 des Ventilsitzteiles 30 durch mehrere, vorzugsweise
vier rippenartige Vorsprünge oder Führungen 54 geführt. Die Führungen erstrecken
sich in der Längsrichtung und sind im Abstand voneinander auf der Innenwand des
rohrförmigen Teiles 15 verteilt, mit dem sie vorzugsweise aus einem Stück bestehen.
Die Führungen halten den Ventilteil 50 sowohl im Abstand von der Wand des Ventilgehäuses
15 als auch im Abstand vom Ventilsitztei130.
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Wenn sich der Ventilteil 50 in der die Auslaßöffnungen 41 schließenden
Stellung befindet, sitzt das innere Ende des Ventilteiles 50 auf einer Dichtung
auf. Diese wird vorzugsweise durch einen Dichtungsring 55 gebildet, der in einer
Ringnut 56 angeordnet ist, welche in der freiliegenden Fläche des Flansches 31 ausgebildet
ist. Das innere Ende des Ventilteiles 50 ist gemäß Fig.2 vorzugsweise geneigt oder
abgeschrägt, um einen dichten Eingriff mit dem Dichtungsring 55 herzustellen.
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Der Ventilteil 50 und der Ventilsitztei130 begrenzen eine Kammer
60, die aus den nachstehend angegebenen Gründen als Freigabekammer bezeichnet wird.
Zwischen den zylindrischen Teilen 40 und 51 ist eine Dichtung 61 angeordnet. Diese
ist so ausgebildet, daß sie die erforderliche Bewegung des Ventilteiles 50 relativ
zum Ventilsitzteil 30 ermöglicht. Die in Fig. 6 dargestellte Dichtung 61 besteht
vorzugsweise aus einer Hülse 62 aus biegsamem elastischem, für Flüssigkeit undurchlässigem
Material, das von der durch das Ventil hindurchströmenden Flüssigkeit nicht angegriffen
wird. Die Hülse 62 ist an den Enden mit Wülsten 63 versehen (von denen einer dargestellt
ist), die in entsprechenden Nuten 64 des Ventilteiles 50 und des Ventilsitzteiles
30 angeordnet sind. Die Wülste 63 werden in den Nuten durch Halteringe 65 festgehalten,
die L-förmigen Querschnitt aufweisen.
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Das obere Ende des zylindrischen Teiles 51 des Ventilteiles 50 ist
über einen in der Ventilkammer 22 befestigten becherförmigen Teil 68 verschiebbar,
dessen obere Wand so geformt ist, daß sie die stromlinienförmige Strömung der Flüssigkeit
unterstützt. Der becherförmige Teil 68 besteht aus einem Gehäuseteil 69 und einem
damit fest verbundenen Tragteil, der durch mehrere nach oben gerichtete Schenkel
69a und einen Lagerring 69 b gebildet wird. Der Lagerring 69 b
sitzt
auf einer Schulter, die auf einem Flansch 15a der Innenwand des Ventilgehäuses 15
ausgebildet ist, und wird auf der Schulter durch einen Sprengring 67 festgehalten,
der oberhalb der Schulter in eine Nut eingreift. Der becherförmige Teil 68 und der
Ventilteil 50 begrenzen eine Kammer 70, die aus den nachstehend angegebenen Gründen
als Haltekammer bezeichnet wird. Die Haltekammer 70 ist gegenüber der Ventilkammer
22 in allen Stellungen des Ventilteiles 50 abgeschlossen. Dieser Abschluß wird durch
eine Dichtung 71 bewirkt, die ähnliche Form wie die Dichtung 61 aufweist und aus
einer Hülse besteht, deren Enden mit dem Ventilteil 50 und dem becherförmigen Teil
68 verbunden sind.
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In der Haltekammer 70 ist eine Ventilschließfeder 72 angeordnet, deren
eines Ende gegen die Endwand des becherförmigen Teiles 68 und deren anderes Ende
gegen das Betätigungselement 52 anliegt. Die Feder bewirkt, daß das Betätigungselement
52 den Ventilteil 50 gewöhnlich in die Schließstellung drückt und denselben geschlossen
hält, wenn nicht der Ventilteil in die Offenstellung bewegt und in derselben gehalten
wird, wie nachstehend erklärt wird.
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Der Ventilteil 50 ist mit zwei diametral gegenüberliegenden Armen
75 versehen, die sich vom oberen Ende des zylindrischen Teiles 51 nach oben erstrecken
und zwischen denen im Abstand voneinander liegende Zapfen 76 angeordnet sind. Ein
Betätigungshebel 77 ist auf einer Welle 78 befestigt, die im rohrförmigen Teil 15
gelagert ist. Das freie Ende des Hebels 77 geht zwischen den Zapfen 76 hindurch,
so daß der Ventilteil 50 bei Drehung des Hebels 77 in der entsprechenden Richtung
bewegt wird. Die Welle 78 ragt aus dem Gehäuse 10 heraus und ist außerhalb des Gehäuses
mit einem Betätigungshebel oder Handgriff 79 versehen. Durch entsprechende Drehung
des Handgriffes 79 aus der in Fig. 1 mit unterbrochenen Linien angegebenen Stellung
in die mit vollen Linien angegebene Stellung wird der Ventilteil 50 aus der Schließstellung
(in Fig.2 mit unterbrochenen Linien angegeben) in die Offenstellung (in Fig. 2 mit
vollen Linien angegeben) bewegt. Die Öffnung des Ventils 50, d. h. die Bewegung
aus der Schließstellung in die Offenstellung, erfolgt entgegen der Kraft der Schließfeder
72.
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Gemäß der Erfindung sind 'Mittel vorgesehen, die das Ventil 50 in
einer offenen Stellung halten, solange Flüssigkeit mit einer beträchtlichen Geschwindigkeit
durch das Ventil fließt, bis die Flüssigkeit in dem zu füllenden Behälter relativ
zum Ventilauslaß eine vorbestimmte Höhe erreicht, worauf die das Ventil offenhaltende
Halteeinrichtung unwirksam wird und das Ventil durch die Kraft der Schließfeder
selbsttätig geschlossen wird.
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Dazu ist ein Durchgang vorgesehen, der aus der Haltekammer 70 in die
Auslaßkammer 23 führt, wobei das am Ende des Durchlasses entstehende Vakuum, das
durch den Venturieffekt der am Ende des Durchlasses vorbeiströmenden Flüssigkeit
hervorgerufen
wird, in der Haltekammer 70 ein Vakuum erzeugt. Der
Durchlaß wird vorzugsweise durch ein Rohr 80 gebildet, dessen eines Ende mit dem
becherförmigen Teil 68 dicht verbunden ist und das in die Kammer 70 mündet. Das
andere Ende des Rohres 80 ist mit einer Bohrung 81 dicht verbunden, die in einer
der Führungen 54 ausgebildet ist. Die Bohrung 81 steht mit einer ausgerichteten
Bohrung 82 in Verbindung, die in eine Querbohrung 83 im Flansch 26 der Leitung 12
mündet. Die Bohrung 83 ist mit einer Längsbohrung 84 verbunden, die in eine kurze
Querbohrung 85 übergeht, welche an einer vom Ende der Leitung 12 entfernten Stelle
in die Auslaßkammer 23 mündet. Die Wand des Auslaßmundstückes 29 ist vorzugsweise
mit einem verdickten Teil 86 versehen, der an der Stelle, wo die Bohrung 85 in die
Auslaßkammer 23 mündet, einen verengten inneren Durchmesser aufweist, wodurch der
Venturieffekt vergrößert wird. Im verdickten Teil 86 ist eine nach innen offene
Ringnut 87 ausgebildet, in welche die Bohrung 85 mündet. Die Nut 87 dient dazu,
beim Fließen von Flüssigkeit durch das Ventil in der Bohrung 85 ein Vakuum zu erzeugen,
das größer ist, als wenn die Bohrung 85 unmittelbar in die Kammer 23 münden würde.
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Wenn sich daher der Ventilteil 50 in der Offenstellung befindet und
Flüssigkeit durch das Ventilgehäuse fließt, wird durch das durch den Venturieffekt
an der Mündung der Bohrung 85 hervorgerufene Vakuum in der Kammer 70 ein Vakuum
erzeugt, welches das Ventilbetätigungselement 52 in einer solchen Stellung hält,
daß es den Ventilteil 50 entgegen der Schließkraft der Feder in der Offenstellung
hält, vorausgesetzt, daß die Luft in der Kammer 60 auf dem Druck der Außenluft oder
annähernd auf diesem Druck gehalten wird.
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Die Luft in der Kammer 60 wird durch eine nachstehend zu beschreibende
Entlüftungseinrichtung gewöhnlich auf dem Druck der Außenluft oder annähernd auf
diesem Druck gehalten. Diese Einrichtung besteht aus einer Bohrung 90, die in einem
senkrechten Vorsprung des Ventilsitzteiles 30 angeordnet ist. Das obere Ende der
Bohrung 90 mündet in die Kammer 60. und das untere Ende ist mit einer Bohrung 91
verbunden, die sich im Auslaßmundstück 29 in der Längsrichtung erstreckt. An der
Stoßstelle der Bohrungen 90, 91 ist zur Abdichtung der Verbindung ein Dichtungsring
89 vorgesehen. Die Bohrung 91 ist mit einer Querbohrung 92 im verdickten Teil 86
verbunden, die über die Nut 87 in die Kammer 23 mündet. In der Bohrung 91 ist oberhalb
der Querbohrung 92 eine Entlüftungsbohrung 95 vorgesehen, die auf der Außenseite
des Auslaßmundstückes 29 mündet.
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In der Nut 87 sind vorzugsweise an diametral gegenüberliegenden Stellen
zwischen der Bohrung 85 und der Bohrung 92 Trennwände 88 vorgesehen, die verhindern
sollen, daß die Entlüftungseinrichtung das in der Haltekammer 70 erzeugte Vakuum
beeinträchtigt, wie sich aus der nachstehenden Beschreibung ergibt.
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Beim Gebrauch der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist dieselbe mit einem
Schlauch oder Rohr verbunden, das zu dem zu entleerenden (nicht dargestellten) Behälter
führt, und die Leitung 12 ist in den zu füllenden (nicht dargestellten) Behälter
eingesetzt. Der zu füllende Behälter wird selbstverständlich in der üblichen Weise
entlüftet, damit die Flüssigkeit aus dem Füllmundstück eintreten kann. Das Ventil
ist in der Füllöffnung des zu füllenden Behälters in einer vorbestimmten Lage angeordnet,
d. h., das Ventil liegt in einer vorbestimmten Höhenlage relativ zum Behälter. Vorzugsweise
wird dies dadurch erreicht, daß die Unterseite des Flansches 26 auf dem Rand der
Füllöffnung des zu füllenden Behälters aufliegt, wodurch die vorbestimmte Lage des
Ventils relativ zum Behälter erzielt wird und insbesondere die Anordnung der Entlüftungsöffnung
in einer vorbestimmten Höhenlage innerhalb des Behälters gewährleistet wird. Das
Ventil wird gemäß Fig. 1 durch Verdrehen des Handgriffes 79 im Uhrzeigersinn geöffnet,
um dadurch den Hebel 77 zu verdrehen und das Ventil 50 in die Offenstellung anzuheben.
Die Flüssigkeit fließt dann durch das Ventil und in den Behälter. Kurz nach Einsetzen
dieser Strömung bewirkt die durch die Flüssigkeitsströmung erzeugte Saugwirkung
die Herstellung eines Vakuums oder eines negativen Druckes in dem durch das Rohr
80 und die Bohrungen 81, 82, 83, 84 und 85 gebildeten Durchlaß sowie in der Kammer
70. Da gleichzeitig die Entlüftungsbohrung 95 mit der Außenluft in Verbindung steht,
wird der Druck der Luft in der Freigabekammer 60 auf dem Druck der Außenluft oder
annähernd auf diesem Druck gehalten. Wie oben erklärt wurde, übersteigt die Kraft
des in der Kammer 70 erzeugten Vakuums die von der Feder 72 ausgeübte Kraft, die
bewirkt, daß das Ventilbetätigungselement 52 den Ventilteil 50 in die Schließstellung
bewegt und dadurch den Ventilteil 50 in der Offenstellung hält, solange in der Kammer
60 der Druck der Außenluft aufrechterhalten wird. Mit anderen Worten, wenn man die
zur Wirkung kommenden Kräfte in Betracht zieht (und das Gewicht des Ventilteiles
50 sowie irgendwelche Reibungskräfte unberücksichtigt läßt, die beide nicht erheblich
sind), ist die auf den Ventilteil ausgeübte, nach oben gerichtete Druckkraft, die
vom Unterschied der absoluten Drücke in den Kammern 60 und 70 herrührt, größer als
die nach unten gerichtete Druckkraft, die von der Feder 72 ausgeübt wird, wenn die
Entlüftungsbohrung 95 unbedeckt ist.
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Durch die am inneren Ende der Bohrung 92 vorbeiströmende Flüssigkeit
wird in dieser Bohrung ein Vakuum erzeugt. Da jedoch die Entlüftungsbohrung 95 mit
der Außenluft verbunden ist, wird in der Kammer 60 kein erhebliches Vakuum erzeugt,
sondern die Luft in dieser Kammer wird auf dem Druck der Außenluft oder annähernd
auf diesem Druck gehalten.
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Der Benutzer braucht keinen weiteren Handgriff auszuführen, sondern
kann das Ventil unbeaufsichtigt lassen. Die Flüssigkeit wird weiter durch das Ventil
und in den Behälter fließen, bis die Flüssigkeit die Höhe erreicht, in der sie die
Entlüftungsöffnung 95 bedeckt. Wenn dies geschieht, kann keine Luft mehr durch die
Entlüftungsbohrung 95 in die Bohrung 91 einströmen, wodurch in dem zur Kammer 60
führenden Durchlaß ein Vakuum erzeugt wird, in ähnlicher Weise wie in dem zur Kammer
70 führenden Durchlaß. Hierauf wird auch in der Kammer 60 ein Vakuum erzeugt, das
dem Vakuum in der Kammer 70 gleich oder annähernd gleich ist. Wenn dies geschieht,
sind die Luftdrücke auf den beiden Seiten des Ventilbetätigungselements 52 gleich,
und es ist keine Kraft mehr vorhanden, welche der von der Feder 72 auf den Ventilteil
50 ausgeübten Kraft entgegenwirkt. Der Ventilteil 50 wird daher durch die Feder
72 in die Schließstellung bewegt. Das Schließen des Ventils bringt selbstverständlich
die weitere Strömung der Flüssigkeit durch das Ventil und in den Behälter zum Stillstand,
so daß die Füllung des Behälters in der Höhe der oberen Kante der Entlüftungsöffnung
95 unterbrochen wird.
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Das Ventil gemäß der Erfindung ist so ausgebildet, daß die Geschwindigkeit
der Schließung des Ventils
selbsttätig begrenzt wird und daß verhindert
wird, daß sich das Ventil zu rasch schließt, so daß es sich bei der Bewegung in
die Schließstellung nicht schlagartig schließt. Wie oben erklärt wurde, wird der
Schließkraft der Feder, die für jede Stellung des Ventils konstant ist und sich
innerhalb des Ausdehnungsbereichs der Feder nicht wesentlich verändert, durch den
Unterschied der Luftdrücke in den Kammern 60 und 70 entgegengewirkt. Die Geschwindigkeit
der Schließung des Ventils hängt daher von der Geschwindigkeit ab, mit der sich
der Unterschied der Luftdrücke verändert, wenn die Entlüftungsbohrung geschlossen
wird. Diese ist wieder von der Geschwindigkeit abhängig, mit der in der Kammer 60
ein Vakuum erzeugt wird. Da dieses Vakuum nicht plötzlich erzeugt wird, wird das
Ventil nicht schlagartig, sondern finit einer Geschwindigkeit geschlossen, die der
Geschwindigkeit entspricht, mit der in der Kammer 60 ein Vakuum erzeugt wird. Das
Ventil ist so ausgebildet. daß ein unerwünschtes rasches Schließen vermieden wird.
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Aus dem Vorstehenden ergibt sich, claß die Erfindung ein Ventil zum
Füllen eines Behälters mit Flüssigkeit betrifft, das in seiner Schließwirkung vollständig
selbsttätig ist, so daß der Benutzer das Ventil während des Füllvorganges nicht
überwachen muß. Der Benutzer muß nur das Auslaßende des Ventils in den Behälter
einsetzen und in der gewünschten Höhe einstellen, z. B. durch Auflegen der Unterseite
des Flansches 26 auf den Rand der Füllöffnung, den Handgriff 79 verdrehen, um das
Ventil zu öffnen, und dann den Handgriff während einiger Sekunden in der der Offenstellung
des Ventils entsprechenden Lage halten. bis in der Kammer 70 das erforderliche Vakuum
hergestellt ist, welches das Ventil offenhält. Anschließend wird das Ventil durch
das in der Kammer 70 erzeugte Vakuum offengehalten und bleibt so lange offen, bis
die Höhe der Flüssigkeit die Entlüftungsöffnung 95 erreicht. Wenn dies geschieht,
wird das Ventil mechanisch durch die Feder 72 selbsttätig geschlossen. und der Benutzer
braucht keinen Handgriff auszuführen, um das Ventil zu schließen.
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Aus dein Vorstehenden ergibt sich ferner, daß bei irgendeinem schlechten
Funktionieren das Ventil trotzdem geschlossen wird, so daß es immer »sicher versagt«.
Wenn z. B. die in die Kammer 70 führende Vakuumleitung verstopft oder unterbrochen
wird, wird das Vakuum in der Kammer nicht aufrechterhalten, so daß die Feder das
Ventil schließen wird. `Fenn in ähnlicher Weise die Entlüftungsbohrung 95 verstopft
wird, wird in der Bohrung 91 ein Vakuum erzeugt, das eine Schließung des Ventils
bewirkt. Auch eine Verstopfung oder Unterbrechung der Bohrung 91 wird eine Schließung
des Ventils zur Folge haben.
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Die Flächen der Wand 52 auf beiden Seiten derselben, d. h. die den
Kammern 60 und 70 zugekehrten Flächen, sind im wesentlichen gleich, und daher sind
auch die Drücke auf den entgegengesetzten Seiten der Wand 52 im wesentlichen gleich,
so daß die ganze Kraft der Feder 72 auf das Ventil 50 wirkt, um dasselbe zu schließen.
Wenn jedoch der Druck in der Kammer 60 unter den Druck der Außenluft sinkt, kann
das Vakuum in der Kammer 70 das Ventil 50 entgegen der Kraft der Feder 72 nicht
mehr in der Offenstellung halten, und das Ventil wird geschlossen.
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Zur Betätigung des Ventils gemäß der Erfindung muß der Benutzer dasselbe
nur in die Füllöffnung des zu füllenden Behälters einsetzen, den Handgriff verdrehen
und in der verdrehten Stellung halten, bis genügend Vakuum erzeugt ist, welches
das Ventil offenhält. Später ist seitens des Benutzers kein weiterer Handgriff erforderlich.
Der Benutzer braucht daher nicht irgendwelche Sperr- oder Verriegelungseinrichtungen
zu betätigen, um das Ventil in der Off enstellung zu halten, wie es bei den bekannten
Vorrichtungen der Fall ist.
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung ist für den Füllvorgang ausgezeichnet
geeignet. Bei den bekannten Ventilen muß der Benutzer die Sperreinrichtung betätigen,
um das Ventil zu öffnen, und während des Füllvorganges die Sperreinrichtung häufig
freigeben. Beim Ventil gemäß der Erfindung kann der Füllvorgang ausgeführt werden,
indem lediglich der Handgriff betätigt wird, um das Ventil während eines Zeitraumes
offenzuhalten, der für die Füllung des Behälters in dem gewünschten Ausmaß ausreicht,
worauf der Benutzer den Handgriff losläßt und das Ventil selbsttätig geschlossen
wird.
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Das Ventil gemäß der Erfindung ist äußerst einfach in seiner Bauart
und weist eine -Mindestzahl von beweglichen Teilen auf. Das Ventil kann daher mit
verhältnismäßig geringen Kosten hergestellt werden und ist gleichzeitig weniger
der Gefahr schlechten Funktionierens unterworfen als ein Ventil von komplizierterer
Bauart und mit einer größeren Zahl von beweglichen Teilen. Das Ventil kann je nach
den Erfordernissen einer bestimmten Verwendung in verschiedenen Größen hergestellt
werden, ohne daß sich in der Ausbildung des Ventils wesentliche Änderungen ergeben.