DE1181108B - Folien fuer die Verpackung von AEthylenglycol-dinitrat enthaltenden Sprengstoffen - Google Patents
Folien fuer die Verpackung von AEthylenglycol-dinitrat enthaltenden SprengstoffenInfo
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- F42—AMMUNITION; BLASTING
- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 06 b;
C 06 c
Deutsche Kl.: 78 c-20
Deutsche Kl.: 78 c-20
Nummer: 1181108
Aktenzeichen: J 22524 VI b / 78 c
Anmeldetag: 19. Oktober 1962
Auslegetag: 5. November 1964
Die handelsüblichen Sprengstoffe, welche Äthylenglycoldinitrat als einen ihrer Bestandteile enthalten,
werden im allgemeinen in zylindrische Stücke unterteilt, welche einzeln mit einem wasserdichten Material
eingewickelt werden, um Sprengstoffladungen oder -patronen zu ergeben. Zur Lagerung und zum
Transport werden etwa 25 kg dieser Ladungen in Holz- oder Pappbehältern verpackt, wobei jeder
dieser Behälter mit einer Auskleidung aus einem wasserdichten Material versehen ist.
Die Umhüllung der Ladung besteht im allgemeinen aus dünnem Manillapapier, das mit Paraffinwachs
imprägniert ist, und diese Behälterauskleidung wird gewöhnlich aus einer Papierbahn abgeschnitten und
geformt, die unter der Bezeichnung »Kraft-Union« oder »Aluminium-Kraft-Union« vertrieben wird. Ein
Nachteil dieses Umhüllungsmaterials aus Papier besteht darin, daß dieses leicht zerrissen wird, so daß,
wenn die Ladungen während des Transportes rauh behandelt werden, die Gefahr besteht, daß einige
der Umhüllungen aufreißen und somit der Sprengstoffinhalt ausläuft und verstreut wird. Es ist bekannt,
Polyäthylen und andere Kunststoffolien in Bahnform als Sprengstoffladungsumhüllung und als
Material zum Auskleiden der Behälter zu verwenden, weil solche Kunststoffolien nicht so leicht einreißen
wie das üblicherweise verwendete Papier. Polyäthylen hat sich jedoch nicht als ein geeignetes
Material zum Einwickeln von Sprengstoffen erwiesen, die einen gewissen Anteil an Äthylenglycoldinitrat
enthalten, weil Polyäthylen für Äthylenglycoldinitrat ziemlich durchlässig ist. Wenn Ladungen, welche
solche Sprengstoffzusammensetzungen enthalten, mit einer Polyäthylenbahn umwickelt werden, so tritt
Äthylenglycoldinitrat ständig durch die Bahn hindurch und gelangt in die umgebende Luft. Dies hat
nicht nur einen unerwünschten Einfluß auf die Sprengstoffzusammensetzung, sondern führt auch zu
den bekannten unangenehmen physiologischen Effekten bei dem Personal, das mit dem Sprengstoff in
Berührung kommt.
Es wurde nun gefunden, daß Polypropylen und der Polymerester von Äthylenglycol, der als PoIyäthylenterephthalat
bekannt ist, in Blatt- oder Bahnform eine wesentlich geringere Durchlässigkeit gegenüber Äthylenglycoldinitrat besitzt als eine
Polyäthylenbahn und demgemäß als Einwickelmaterial für Sprengstoffzusammensetzungen, welche
diesen Bestandteil enthalten, besonders geeignet sind.
Die Erfindung schlägt nunmehr ein Verpackungsmaterial für Äthylenglycoldinitrat enthaltende Spreng-Folien
für die Verpackung von Äthylenglycoldinitrat enthaltenden Sprengstoffen
Anmelder:
Imperial Chemical Industries Limited, London
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Fincke, Dipl.-Ing. H. Bohr
und Dipl.-Ing. S. Staeger, Patentanwälte,
München 5, Müllerstr. 31
und Dipl.-Ing. S. Staeger, Patentanwälte,
München 5, Müllerstr. 31
Als Erfinder benannt:
Albert Frederick Williams, West Kilbride,
James Walker Erskine, Linlithgow
(Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 20. Oktober 1961 (37 684),
vom 10. April 1962,
vom 12. Oktober 1962 (13 818)
stoffe vor, das aus Polypropylen- oder Polyäthylenterephthalatfolien
besteht.
Die Umhüllung von Einzelladungen kann aus einer einzigen vollkommenen Schicht aus Polypropylen
oder Polyäthylenterephthalat bestehen, wobei die Säume durch Wärmeeinwirkung oder Verkleben verschlossen
werden. Es ist jedoch im allgemeinen vorzuziehen, die Ladungen in ein Mehrschichtenmaterial
einzuwickeln, welches mindestens eine Lage eines faltbaren Materials, wie Papier, und mindestens eine
dünne Schicht aus Polypropylen oder Polyäthylenterephthalat aufweist. Die Papierschicht verleiht dem
Mehrschichtenmaterial die notwendige Steifigkeit, so daß dieses zu starren Rohren geformt werden kann,
bevor der Sprengstoff eingefüllt wird und erleichtert auch den Verschluß der Rohre, indem ein Teil der
Umhüllung nach innen eingefaltet wird.
Eine Lage einer Polypropylenbahn von 0,025 mm Stärke oder eine Lage einer Polyäthylenterephthalatbahn
von 0,0125 mm Stärke wird mit einer Papierbahn von 0,125 mm Stärke belegt und bildet so ein
befriedigendes Einwickelmaterial für Sprengstoffladungen bis zu 5 cm~ Durchmesser und 25 cm Länge.
Zum Auskleiden von Behältern oder Kisten, in denen Sprengstoffladungen für den Transport und
die Lagerung verpackt Werden, sind dünne Bahnen
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aus Polypropylen oder Polyethylenterephthalat geeignet. Solche Behälter, die etwa 25 kg Sprengstoffladungen
enthalten, können in befriedigender Weise mit Bahnen einer Stärke von 0,025 mm ausgelegt
werden. Das Auskleidungsmaterial wird zweckmäßig vollkommen versiegelt, indem die Säume durch
Wärmeeinwirkung verschweißt oder mit einem geeigneten Klebstoff verklebt werden.
Gewünschtenfalls kann das aus Polypropylen oder Polyäthylenterephthalat bestehende Blattmaterial
modifiziert werden, um es gegenüber der Entstehung statischer elektrischer Aufladungen beim Handhaben
dieses Werkstoffes weniger empfindlich zu machen. So kann beispielsweise ein Polypropylenblattmaterial
dadurch modifiziert werden, daß man das Polypropylen eine geringe Menge Styrol absorbieren läßt, das
dann in situ innerhalb des Polypropylens polymerisiert wird, wobei quaternäre Ammoniumsalzgruppen
in dem Benzolkern des Styrolbestandteils substituiert werden, und zwar durch Behandlung des Blattmaterials
mit einem Halogenalkylierungsmittel und einem tertiären Amin. Obwohl bei dem beschriebenen Verfahren
die geringste Menge von verwendetem Styrol 2,5 Gewichtsprozent der Polypropylen-Styrolpolymer-Mischung
betrug, ist gefunden worden, daß eine merkliche Verringerung der Tendenz des Polypropylens
statische elektrische Ladungen aufzunehmen, schon mit Styrolkonzentrationen von nur 0,3 Gewichtsprozent
erreicht werden kann.
Das Verpackungsmaterial gemäß der Erfindung für Äthylenglycoldinitrat enthaltende Sprengstoffe
kann also auch aus Polypropylen- oder Polyäthylenterephthalatfolien bestehen, die durch Einpolymerisieren
einer geringen Menge Styrol antistatisch gemacht worden sind, das quaternäre Ammoniumsalzgruppen
als Substituenten enthält.
Es hat sich erwiesen, daß Polyäthylenterephthalat eine wesentlich höhere Wasserdampfdurchlässigkeit
besitzt als Polypropylen oder Polyäthylen und aus diesem Grund und weiterhin wegen der Tatsache,
daß sich eine Polyäthylenterephthalatbahn schwer durch Wärmeeinwirkung verbinden läßt, ist es häufig
vorteilhaft, als Einwickelmaterial ein Mehrschichtenmaterial zu verwenden, welches aus Bahnen aus
Polyäthylen und Polyäthylenterephthalat besteht. Dieses Mehrschichtenmaterial hat eine geringe
Durchlässigkeit sowohl für Äthylenglycoldinitrat als auch für Wasserdampf und läßt sich leicht durch
Wärmeeinwirkung verbinden.
Ein geeignetes Polyäthylenterephthalatmaterial besteht aus der Polyesterbann, die im Handel unter der
ίο Bezeichnung »Melinex« vertrieben wird. Um die
Eigenschaften einer Polypropylenbahn als vorteilhaftes Einwickelmaterial für Äthylenglycoldinitrat
enthaltende Sprengstoffe zu zeigen, sind in der folgenden Tabelle die Ergebnisse von einigen Versuchen
niedergelegt, wobei die Durchlässigkeit einer Polyproylenbahn und den bisher verwendeten oder
vorgeschlagenen Einwickelmaterialien gegenüber Äthylenglycoldinitrat untersucht wurde. Diese Durchlässigkeitsversuche
wurden unter Anwendung einer Apparatur durchgeführt, welche aus einem Glasgefäß bestand, das mit Hilfe einer Glasplatte in zwei Abteilungen
unterteilt war, welche eine zentral angeordnete, kreisförmige öffnung von 11,46 cm2 besaß.
Diese öffnung wurde mit guter Abdichtung mit einem Blatt des zu untersuchenden Materials bedeckt. In
die obere Abteilung dieses Gefäßes wurde in direkte Berührung mit dem zu untersuchenden Material 4 g
eines gelatinösen Sprengstoffes eingebracht, der, bezogen auf das Gewicht, 12 % Äthylenglycoldinitrat,
49,5% Nitroglycerin, 3,5% Schießbaumwolle, 27,8 <Vo Natriumnitrat, 4,9 % Holzmehl, 2,0% getrocknetes
Zuckerrohr und 0,3 % Kreide enthielt. Durch die untere Abteilung des Gefäßes wurde ständig ein langsamer
Strom von gereinigter Luft geleitet, und etwa durch den Luftstrom mitgerissener Äthylenglycoldinitratdampf
wurde in Wasser absorbiert, durch das der Luftstrom geleitet wurde. Die Menge des absorbierten
Äthylenglycoldinitrats wurde durch Hydrolysieren dieser Verbindung mit alkoholischem Alkoholhydroxyd
festgestellt, wobei die dabei gebildeten Nitrationen durch kolorimetrische Methode festgestellt
wurden.
Versuchsdauer
Stunden
Äthylenglycoldinitrat — Durchtrittsgeschwindigkeit in g/m2/24 Stunden durch
| Polyäthylen | 2 |
| bahn | 0,29 |
| Stärke 0,13 mm | 0,23 |
| 1 | 0,42 |
| 0,50 | 0,23 |
| 0,36 | 0,29 |
| 0,66 | |
| 0,44 | |
| 0,48 |
Gewachstes
Manillapapier
Manillapapier
Stärke
0,114 mm
0,114 mm
Kraft-Union-Bahn
Stärke
0,18 mm
0,18 mm
| Aluminium- | Polypropylen | 0 | 2 | 0 |
| Kraft- | bahn | 0,006 | 0 | |
| Union- | Stärke 0,025 mm | 0,07 | 0,04 | |
| Bahn Stärke |
1 | 0,032 | 0,012 | |
| 0,13 mm | 0,056 | 0,012 | ||
| 0 | ||||
| 0 | ||||
| 0 | ||||
| 0,002 | ||||
| 0,002 | ||||
Polyäthylenterephthalatbahn
Stärke 0,013 mm
Polyäthylenterephthalatbahn Stärke 0,013 mm
belegt mit
Polyäthylenbahn Stärke 0,038 mm
Polyäthylenbahn Stärke 0,038 mm
Obis 4
4 bis 21
21 bis 29
29 bis 45
45 bis 52
0,006
0,036
0,04
0,013
0,020
0,0007
0,0004
0,0002
0,0202
< 0,0002
< 0,0002
< 0,0002
< 0,0002
Die in vorstehender Tabelle niedergelegten Ergebnisse lassen erkennen, daß eine 0,025 mm starke
Bahn aus Polypropylen wesentlich weniger durchlässig ist für Äthylenglycoldinitrat als eine 0,13 mm
starke Polypropylenbahn. Die Polypropylenbahn war in der Tat etwa ebenso durchlässig wie das gewachste
Manillapapier, das gewöhnlich zum Einwickeln von Sprengstoffladungen verwendet wird und wie das
»Kraft-Union« und » Aluminium-Kraft-Union«-Papier, das gewöhnlich zum Auskleiden von Behältern verwendet
wird. Die Durchlaßgeschwindigkeiten durch eine Polyäthylenterephthalatbahn und das Mehrschichtenmaterial
aus Polyäthylenterephthalat und Polyäthylen war weniger als ein Dreißigstel geringer als die Durchlaßgeschwindigkeit
durch die Polypropylenbahn. Da Polypropylen und Polyäthylenterephthalat zäher sind
und infolgedessen weniger leicht zerrissen werden können, können diese vorteilhaft zum Einwickeln
von Sprengstoffen verwendet werden.
Ein Einwickelmaterial für Sprengstoffe muß auch eine geringe Wasserdampfdurchlässigkeit besitzen,
und so wurde die Durchlässigkeit von einigen der
Blattmaterialien der vorstehenden Tabelle bei 25° C und einer 75°/oigen relativen Feuchtigkeit geprüft,
und zwar nach der Methode der British Standard Specification N. 3177 (1955), und hierbei wurden
folgende Ergebnisse erzielt.
| Material | Mittlere Wasserdampf- durchtritts- geschwindigkeit g/m2/24 Std. |
| Gewachstes Manillapapier, Stärke 0,114 mm |
8,7 |
| Polyäthylenbahn, Stärke 0,127 mm | 1,5 |
| Polypropylenbahn, Stärke 0,125 mm | 1,7 |
| Polyäthylenterephthalatbahn, Stärke 0,013 mm |
10,4 |
| Polyäthylenterephthalatbahn,Stärke 0,013 mm, belegt mit Polyäthylen bahn, Stärke 0,038 mm |
1,5 |
Durchlässigkeitswert besitzt, der dem Polypropylen vergleichbar ist.
Es ist demgemäß vorteilhaft, das Mehrschichtenmaterial zum Einwickeln von Sprengstoffladungen
zu verwenden, welche relativ hohen Feuchtigkeitsbedingungen ausgesetzt werden.
Bei den beschriebenen Versuchen bestand das verwendete Polypropylen aus isotaktischem Polypropylen
in Blattform mit einem Molekulargewicht von ίο etwa 200 000. Das verwendete Polyäthylenterephthalat
bestand aus einer orientierten Polyesterbahn, die unter der Bezeichnung »Melinex« vertrieben
wird.
Claims (1)
- Patentanspruch:Die Verwendung von Polypropylen- oder PoIyäthylenterephthalatfolien, die gegebenenfalls durch Einpolymerisieren einer geringen Menge Styrol, das quaternäre Ammoniumsalzgruppen als Substituenten enthält, antistatisch gemacht sind, für sich allein oder in Form von Verbundfolien mit üblichen blattförmigen Verpackungsmateralien wie Papier und/oder Polyäthylenfolien, als Verpackungsmaterial für Äthylenglycoldinitrat enthaltende Sprengstoffe.Es zeigt sich also, daß die Polyäthylenterephthalatbahn eine relativ hohe Wasserdampfdurchlässigkeit besitzt, daß jedoch das Mehrschichtenmaterial einen In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 835 728;
französische Patentschriften Nr. 1 215 193,
1137243.409 710/130 10.64 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB3768461A GB948286A (en) | 1961-10-20 | 1961-10-20 | Explosive cartridges containing ethylene glycol dinitrate |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1181108B true DE1181108B (de) | 1964-11-05 |
Family
ID=10398252
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEJ22524A Pending DE1181108B (de) | 1961-10-20 | 1962-10-19 | Folien fuer die Verpackung von AEthylenglycol-dinitrat enthaltenden Sprengstoffen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1181108B (de) |
| GB (1) | GB948286A (de) |
Cited By (1)
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| EP3632673A1 (de) * | 2018-10-02 | 2020-04-08 | Muni Berka GmbH | Verpackter explosivmittelhaltiger formkörper und verfahren zum verpacken des formkörpers |
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| FR1137243A (fr) * | 1955-01-11 | 1957-05-27 | Cie Africaine Des Explosifs Ca | Perfectionnements aux cartouches d'explosifs |
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1961
- 1961-10-20 GB GB3768461A patent/GB948286A/en not_active Expired
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1962
- 1962-10-19 DE DEJ22524A patent/DE1181108B/de active Pending
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| DE102018124302B4 (de) | 2018-10-02 | 2025-01-30 | Muni Berka Gmbh | Sprengstoffverpackungsverfahren zum Verpacken eines explosivmittelhaltigen Formkörpers |
Also Published As
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