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Schmiervorrichtung an schnellaufenden Korbverseilmaschinen, vorzugsweise
an Schnellverseilmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf eine Schmiervorrichtung
an schnellaufenden Korbverseihnaschinen, vorzugsweise an Schnellverseilmaschinen,
zum Einfetten des Kerndrahtes bzw. des Seilkernes und/oder der inneren und der äußeren
Lagen einer Litze bzw. eines Seiles mit einem Schmierstoffbehälter, von dem eine
Leitung zu dem Verseilpunkt führt.
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Bekanntlich wird die Korrosion im Seilinneren sowie die Reibung zwischen
den Drähten und Litzen vermindert und dadurch die Lebensdauer eines Seiles wesentlich
erhöht, wenn während der Seilherstellung das Seilinnere nicht nur gut geschmiert,
sondern dabei auch gleichzeitig ein gewisser Vorrat an Schmierstoff eingebracht
wird. So wird etwa bei der Herstellung einer Litze für ein Litzenspiralseil der
beispielsweise in sechs Litzendrähte einlaufende Kerndraht so ausgiebig geschmiert,
daß im Verseilnippel überflüssiger Schmierstoff zwischen den Drähten herausquillt
und mit Sicherheit die Hohlräume zwischen dem Kerndraht und den Litzendrähten mit
Schmierstoff ausgefüllt sind. Ebenso wird bei der Verseilung der Litzen dafür gesorgt,
daß die Hohlräume zwischen der Kernlitze und den Außenlitzen mit Schmierstoff ausgefüllt
sind. Und das gleiche gilt bei der Verseilung der Litzen zu einem Litzenspiralseil
für die Hohlräume zwischen Kernseil und Außenlitzen.
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Hierbei kommt es besonders darauf an, daß der Raum des Rotationskegels,
der von den in den Verseilnippel eingebrachten und umlaufenden Außenlitzen gebildet
und von dem durch die Hohlwelle der Verseilmaschine geführten Kernseil durchdrungen
wird, zwischen dem Verseilnippel und der Litzenscheibe mit Fett ausgefüllt ist,
und daß das Fett bei der Verseilung zwischen dem Kernseil und den Außenlitzen eingebettet
wird. Der vor der endgültigen Verseilung mit Fett ausgefüllte Raum zwischen dem
Kernseil und den Außenlitzen ist jedoch nach einigen Metern Seilerzeugung geleert,
so daß weiteres Fett eingebracht werden muß. Es kann nun nicht in Frage kommen,
dazu die Verseilmaschine in dem Fettverbrauch entsprechenden Intervallen stillzusetzen,
da es viel wichtiger ist, das ganze Seil auf einmal herzustellen.
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Ein bekanntes Verfahren zum Einbringen von Fett in das Seilinnere
ist nun, das Fett links und rechts vom Verseilkopf von Hand mittels Spachteln zwischen
die einzelnen Litzen einzustreichen. Dieses sehr umständliche Verfahren gibt jedoch
nur dann die Gewähr, daß die Hohlräume zwischen dem Kernseil und den Außenlitzen
ausreichend mit Fett ausgefüllt werden, wenn die Verseilmaschine verhältnismäßig
langsam umläuft und dementsprechend auch die Außenlitzen nicht zu schnell aufeinanderfolgen
und wenn ein verhältnismäßig dünnflüssiges Schmiermittel verwendet wird.
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Ferner ist bei einer bekannten Einrichtung der eingangs genannten
Art zum selbsttätigen Schmieren eines Drahtseiles bei der Verseilung kurz vor dem.
Verseilnippel eine Schmierstoffkammer angeordnet; durch welche die Verseilelemente
hindurchtreten. Auch bei dieser Einrichtung ist die Gewähr einer ausreichenden Innenschmierung
nur gegeben, wenn die Verseilmaschine verhältnismäßig langsam umläuft.
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Bei schnellaufenden Verseilmaschinen bilden nämlich die umlaufenden
Außendrähte bzw. Außenlitzen eine undurchdringliche Prallwand, die den außen aufgebrachten
und unter Umständen auch etwas nach innen gedrungenen Schmierstoff auf Grund der
Zen-, trifugalkraft wieder abschleudert. Dadurch wird nicht nur die Innenschmierung
verhindert, sondern es wird sogar die übliche Außenschmierung in Frage gestellt.
Während dies vor allem für die vom Verseilpunkt weiter entfernten Stellen des Aderkegels
gilt, wird das Eindringen von Schmierstoff in der Nähe des Verseilpunktes durch
den engen Abstand der Adern erschwert. Eine ausreichende Innenschmierung von Litzen
und Seilen ist also bei schnellaufenden Verseilmaschinen mit den bekannten Maßnahmen
nicht zu erreichen.
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Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Schmiervorrichtung
an schnellaufenden Korbverseilmaschinen und vorzugsweise an Schnellverseilmaschinen
zu schaffen, die eine vollständige Innenschmierung von Litzen und Seilen ermöglicht,
d. h.
durch welche sämtliche Hohlräume einer Litze bzw. eines Seiles
mit Schmierstoff voll ausgefüllt werden.
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Diese Schmiervorrichtung, die zum Einfetten des Kerndrahtes bzw. des
Seilkernes und/oder der inneren und der äußeren Lagen einer Litze bzw. eines Seiles
dient, weist einen Schmierstoffbehälter auf, von dem eine Leitung zu dem Verseilpunkt
führt.
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Erfindungsgemäß ist nun bei der Schmiervorrichtung der eingangs genannten
Art der Schmierstoffbehälter innerhalb des Rotationskegels, der durch die beim Verseilen
umlaufenden Außendrähte bzw. -litzen gebildet wird, angeordnet und weist als Leitung
zu dem jeweiligen Verseilpunkt führende Sprührohre auf.
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Die oben geschilderten Nachteile der bisherigen Schmiereinrichtungen
bei schnellaufenden Verseilmaschinen werden dadurch verhindert, daß der Schmierstoff
nicht von außen auf den umlaufenden Aderkegel aufgebracht, sondern daß er in das
Innere des Aderkegels in unmittelbare Nähe des Verseilpunktes gebracht wird. Die
hier geringere Zentrifugalkraft, der enge Abstand der Adern und die unmittelbar
folgende Verseilung haben zur Folge, daß der eingeführte überschüssige Schmierstoff
erst durch das Zusammenlegen der Adern nach außen gepreßt wird, wobei der Innenraum
zwischen den Adern voll mit Fett ausgefüllt bleibt.
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Gemäß der weiteren Erfindung ist bei einer Schnellverseilmaschine
mit feststehendem Verseilnippel der Schmierstoffbehälter im vordersten Spulenträger
angeordnet, und das Sprührohr liegt in der Hohlwelle der Maschine.
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Diese Vorrichtung hat den Vorteil, daß sie mit dem geringsten Aufwand
in eine übliche Schnellverseilmaschine eingebaut werden kann. Hierzu wird einfach
in den vordersten Spulenträger statt einer Spule ein entsprechend ausgebildeter
Schmierstoffbehälter eingesetzt, und das Sprührohr wird einfach durch die Hohlwelle
der Maschine bis nahe zum Verseilpunkt geführt.
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Gemäß der weiteren Erfindung sind an einer Schnellverseilmaschine,
die mit einem feststehenden Verseilnippel und mehreren hintereinanderliegenden,
am Maschinenkopf rotierenden Verseilnippeln ausgestattet ist, entsprechend der Anzahl
der Verseilpunkte Schmierstoffbehälter mit je einem Sprührohr oder ein Schmierstoffbehälter
mit der entsprechenden Anzahl von zu den Verseilpunkten führenden Sprührohren an
der umlaufenden Abschlußplatte angeordnet.
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Diese Vorrichtung hat den Vorteil, daß auch bei einer Schnellverseilmaschine
mit mehreren Verseilnippeln Schmierstoff von innen an die Verseilpunkte herangebracht
werden kann. Ferner bleibt hier im Gegensatz zur vorerwähnten Vorrichtung der erste
Spulenträger zur Aufnahme einer Spule frei. Natürlich kann man auch im vorerwähnten
Fall einer Schnellverseilmaschine mit nur einem Verseilnippel den Schmierstoffbehälter
statt im vordersten Spulenträger vor der umlaufenden Abschlußplatte anordnen. In
allen Fällen haben der bzw. die Schmierstoffbehälter ein genügend großes Fassungsvermögen,
so daß ein Stillsetzen der Maschine allein zum Zweck des Schmierstoffnachfüllens
unnötig ist.
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Gemäß der weiteren Erfindung ist an Korbverseilmaschinen der Schmierstoffbehälter
vor dem ersten Stern der Maschine angeordnet. Die Schmiervorrichtung in dieser Anordnung
hat den Vorteil, daß auch bei einer Korbverseihnaschine Schmierstoff von innen an
den Verseilpunkt herangebracht werden kann.
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Die weiteren Erfindungsgedanken befassen sich nun mit der Förderung
des Schmierstoffes aus dem Behälter zu dem Verseilpunkt, die entweder durch eine
Pumpe oder durch Preßluft erfolgen kann. In beiden Fällen sind zur Regelung der
Fördermenge Ventile in den Sprührohren vorgesehen.
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Gemäß der weiteren Erfindung ist in der von der Maschinenachse entferntesten
Stelle im mitumlaufenden Schmierstoffbehälter eine Kolbenpumpe mit federnd abgestütztem
Kolben angeordnet, deren Antrieb in bekannter Weise mittels einer außerhalb des
Behälters angebrachten Nockenscheibe erfolgt. Diese Vorrichtung hat den Vorteil,
daß der Schmierstoff in genügender Menge auch in vom Behälter weiter entfernte Teile
der Schmiervorrichtung gelangen kann. Die Regelung der Fördermenge kann auch über
die Hubfolge des Pumpenkolbens erfolgen.
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Gemäß der weiteren Erfindung kann der Schmierstoffbehälter mit Preßluft
aufgeladen werden. Diese Einrichtung hat ebenfalls den Vorteil, daß der Schmierstoff
in genügender Menge auch in weiter entfernte Teile gelangen kann. Der Anschluß der
Zuleitung von dem Versorgungsnetz, einer Flasche oder einem Kompressor an den Behälter
kann mittels Spezialdurchführungen vorgenommen werden.
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Bei der Verwendung von nur im angewärmten Zustand verarbeitbarem Schmierstoff
wird des weiteren vorgeschlagen, den Schmierstoffbehälter und, wenn notwendig, auch
die Spülrohre elektrisch zu beheizen.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus der Beschreibung der einige
Ausführungsbeispiele der Erfindung darstellenden Zeichnung zu entnehmen. Es zeigt
F i g. 1 die erfindungsgemäße Anordnung der Schmiervorrichtung an einer Schnellverseilmaschine
mit einem feststehenden Verseilnippel, F i g. 2 die Anordnung an einer Schnellverseilmaschine
mit einem feststehenden und mit mehreren am Maschinenkopf angebrachten, rotierenden
Verseilnippeln und F i g. 3 die Anordnung an einer Korbverseilmaschine.
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Wie F i g. 1 zeigt, sieht die Erfindung vor, die Schmiervorrichtung
im rotierenden Maschinenkörper 10 einer Schnellverseilmaschine mit einem feststehenden
Verseilnippel 11 anzuordnen, wenn der vorderste Spulenträger 13 zur Seilherstellung
selbst nicht benötigt wird. Der Schmierstoffbehälter 12 ruht hier im Spulenträger
13. Das von dem Behälter abgehende, bis zum Boden des Behälters reichende Sprührohr
14 ist durch die Hohlwelle 15 der Maschine gelegt und endet in unmittelbarer Nähe
des Verseilpunktes 16 am Verseilnippel 11. In seinem vorderen Teil ist das
Ventil 17 zur Regelung der geförderten Schmierstoffmenge angebracht. Der auf die
Oberfläche des Schmierstoffes im Behälter ausgeübte Druck ist durch Pfeile angedeutet.
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F i g. 2 zeigt die Anordnung an einer Schnellverseilmaschine mit einem
feststehenden Verseilnippel 20 sowie mit mehreren am Maschinenkopf 21 rotierenden
Verseilnippeln 22 und 23, beispielsweise in den Fällen einer Litzenherstellung
in Parallelmachart und der erforderlichen Besetzung des Spulenträgers 24 mit einer
Spule. Für diesen Fall wird vorgeschlagen,
entweder für jede Schmierstelle
einen um die Hohlwelle 27 angeordneten, unter Umständen zweiteiligen Schmierstoffbehälter
25 zu verwenden oder für sämtliche Schmierstellen nur einen Behälter mit einer den
Schmierstellen entsprechenden Anzahl von Sprührohren 28 zu nehmen. F i g. 2 zeigt
den Fall nur eines Behälters, der an der umlaufenden Abschlußplatte 29 angeordnet
ist. Das eine Ende der Leitung zu den Sprührohren liegt an der tiefsten, von der
Maschinenachse entferntesten Stelle im Behälter, wogegen das andere Ende eines jeden
Sprührohres in der Nähe eines Verseilpunktes endet.
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Wie F i g. 3 zeigt, ist eine im Grunde gleiche Anordnung auch bei
einer Korbverseilmaschine möglich. Der Schmierstoffbehälter 30 ist vor dem ersten
Stern der Maschine angeordnet. Das Sprührohr 31
geht hier ebenfalls von der
am weitesten von der Maschinenachse entfernten Stelle im Schmierstoffbehälter durch
die Wand des Behälters und durch die Verteilerscheibe 32 zum Verseilpunkt 33.