DE14065A - Rauchverzehrender Regulir-Grieskohlen - Füllofen - Google Patents

Rauchverzehrender Regulir-Grieskohlen - Füllofen

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DE14065A
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English (en)
Original Assignee
J. K. HILLENBRAND in Neustadt a. d. Haardt (Rheinpfalz)

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 36: Heizungsanlagen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Juli 1880 ab.
Die Construction dieses Regulirfüllofens ist derart, dafs jede Sorte Kohlen von den besten Stückkohlen bis zu der geringsten Sorte Grieskohlen (Kleinkohlen) als Brennmaterial verwendet werden kann. Bei der . Verbrennung der Kohlen sollen die sich bildenden Theerdämpfe vollständig in Kohlengase übergeführt und durch separaten Zutritt von atmosphärischer Luft vollständig verbrannt werden. Die bei der Verbrennung der Kohlen sich ergebenden unverbrennbaren Rückstände sollen so ausgebrannt sein, dafs eine Asche oder Lösche sich nicht mehr vorfindet, sondern sämmtliche Ueberreste zu einer zusammenhängenden Schlackenmasse verschmolzen sind, welche täglich nur einmal aus dem Ofen zu entfernen ist.
Das Vorhandensein und die Gröfse des Schlackensteines hat keinen störenden Einflufs auf den Fortgang der Verbrennung, und kann der die Schlacken aufnehmende Raum je nach Bedürfnifs vergröfsert oder verkleinert werden.
Der rauchverzehrende Regulir - Grieskohlen-Füllofen mit ca. 5,00 qm Heizfläche ist in der Zeichnung dargestellt und ist:
Fig. ι die vordere Ansicht des Ofens unter Hmweglassung der Säulen ,S1 Ss S4, Sb S1, wie solche auf dem Querschnitte A-B, Fig. 2, bezeichnet sind,
Fig. 2 Horizontalschnitt nach A-B der Fig. 1,
Fig. 3 seitliche Ansicht in halber Figur mit Einzeichnung der Säulen S1 Se,
Fig. 4 Horizontalschnitt der Fig. 3 in der Richtung C-D,
Fig. 5 Verticalschnitt des Ofens durch die Säulen S2 und S6,
Fig. 6 Horizontalschnitt nach E-F der Fig. 5 mit Ansicht der Schlackenscheibe mit zehn Armen zum Auf- und Niederschrauben,
Fig. 7 Verticalschnitt des Ofens durch die Ofenthüren nach der Säule mit Ansicht der Säule S1 (halbe Figur),
Fig. 8 Verticalschnitt des Einschieberostes zum Anzünden von eingefüllten und erloschenen Kohlen, im Luftzuführungsraume K liegend,
Fig. 9 obere Ansicht des Anzünderostes, Schnitt G-H der Fig. 8.
Der Ofen besteht aus einem Postament mit einem Durchmesser von 670 mm und einer Höhe von 475 mm.
Innerhalb dieses Postaments befindet sich der Raum, in welchem die Kohlen: sich während der Verbrennung im Zustande .der Weifsglut befinden, der zur Verbrennung der Gase und zur Schlackenbildung Erforderlich ist.
Auf diesem Postament, 'stehen in Kreisform sieben Säulen, jede mit .einem Durchmesser von 135 mm und einer Höhe von 1250 mm, deren Mantelflächen einem Theil der directen Heizfläche entsprechen. Diese sieben Säulen tragen ein rundes Capital mit einem Durchmesser von 650 mm und einer Höhe von 190 mm, in welchem sich die in den Säulen aufsteigenden verbrannten Gase sammeln, bevor sie in den Kamin austreten. In der Mitte der Säulen steht eine Säule mit Sockel, welche einen Durchmesser von 220 mm und eine Höhe von 1250 mm besitzt, in welcher sich der Kohlenfüllcylinder befindet.
Der Sockel dieser Säule, welcher einen Durchmesser von -285 mm besitzt, läuft in -einen
Trichter ans, in welchem die aus dem Füllcylinder kommenden Kohlen sich entzünden. Zwischen Sockel und Füllcylinder befindet sich ein Luftzugsraum; die Zuströmung der Luft erfolgt durch das Ventil F2 des Thürhalses.
Die auf der vorderen Seite angebrachten Öfenthüren nehmen den Raum einer fehlenden achten Säule ein.
Der Ofen setzt sich zusammen aus:
A Schlackenausputzraum,
B ringförmiger Luftzugsraum, C Schlackenschmelzraum,
D Raum der Weifsglühhitze, E Raum der Entzündüngshitze, F Kohlenfüllraum,
G Lufterhitzungsraum zur Verbrennung der Gase,
H Gasverbrennungsraum,
J Säulen, deren Wände einen Theil der Heizfläche bilden,
K Raum zur Luftzuführung und zur Aufnahme des Anzünderostes,
L Luftzuführungsraum zum Entzünden der Kohlen,
M Einfüllraum zum Füllen des Kohlenraumes E und F, .
N Dunst- und Luftabführungsraum, O Verbindungsraum der Säulen.
α Boden des Schlackenausputzraumes,
b Umfassungswand des Schlackenausputzraumes mit Thürhals,
c Thür des Schlackenausputzraumes mit Regulirventil F1,
. d Umfassungswand des Gasverbrennungsraumes H mit Thürhals,
e Ausputzthür des Gasverbrennungsraumes mit einer durch Glimmerglas verschlossenen Schauöifnung zum Beobachten der Gasflamme,
/ Boden zwischen Schlackenausputzraum und Gasverbrennungsraum, .
g Schraubenmutter der Schlackenschmelzscheibe,
h Schlackenschmelzscheibe mit zehn Dreharmen i und Stellschraube k zum Reguliren des Schlackesnschmelzraumes,
/ Schlackenausbrennschüssel,
m Deckscheibe des Gasverbrennungsraumes mit sieben Oeffhungen für die Säulen und einer für den Kohleneinfüllcylinder, 11 Luftzuführungsschüssel mit einem Wulst s,
ο Tragring mit Luftzuführungsöffnungen/ zur Gasverbrennung,
q Luftzugsregulirungsring mit Handgriff r und Luftzugsöffnungen p zur Gasverbrennung, t Kohlenanglühschüssel,,
u Umfassungswand des Luftzuführungsraumes zum Anglühen der Kohlen mit dem Thürhals v, w Luftzugsthür mit Regulirventil F2,
χ Umfassungswand des Kohlenfüllcylinders (Kohlenfassungsraumes),
y Abschlufsscheibe mit Ventilaufläge zum Kohleneinfüllcylinder,
Vi Regulirventil mit Gegengewicht und Kette, ζ obere Abschlufsscheibe mit. Ventilauflage, aa Umfassungsmantel des Kohlenfüllcylinders,
al· Umfassungswand des Kohleneinfüllraumes mit Einfüllthür ac und Luftzugsregulirungsventil F3,
ad Umfassungswand des Dunst- und Luftabzugsraumes,
ae Lager mit zwei Rollen für das Regulirventil F4,
af Umfassungswand der sieben Säulen,
ag untere Scheibe des Säulenverbindungs^ raumes mit sieben Säulenöffnungen und einer Dunstabzugsöfmung,
ah Umfassungswand des Säulenverbindungsraumes,
. ai Deckscheibe des. Säulenverbindungsraümes. mit Rohrstutzen ak, ■ <
al Anzünderost zum Anzünden einer erloschenen Kohlenfeuerung.
Bevor der Ofen gefüllt wird, mufs die Schlackenschmelzscheibe h bis auf ungefähr 30 mm Abstand von der Schlackenausbrennschüssel / in die Höhe geschraubt werden. Es bleibt somit ein 30 mm weiter ringförmiger Luftzugsraum, welcher je nach der Zunahme der Schlackendicke durch Abwärtsschrauben der Schlackenschmelzscheibe h erweitert wird.
Die Luftzugsregulirungsventile F1 und F2 werden geöffnet, und das Regulirventil F4 wird so weit geöffnet, dafs die Ventilauflage der oberen Ventilscheibe zum Abzüge von Dunst und Kohlenstaub nicht ganz geschlossen, dasselbe jedoch beim Einfüllen des Brennmaterials nicht hinderlich ist. Der Luftzugsregulirungsring q wird durch Drehung so gestellt, dafs die 30 Luftzugsöffnungen /, welche die Luft zur Gasverbrennung einführen, ganz offen stehen. Beim Anheizen des Ofens wird vorerst ein leicht anzuzündendes Material nebst Feuer durch den Füllcylinder eingeworfen und dasselbe durch Offenlassen des Regulirventils F4, gleichzeitig um rasche Durchglüliung des Anzündematerials zu bewirken, nach oben und unten brennen gelassen. Alsdann wird der Füllcylinder so weit mit Kohlen gefüllt, dafs nach vollständigem Abbrennen derselben der Weifsglühhitzraum D und der Anzünderaum E mit brennenden Kohlen bis zum Luftzugsraum angefüllt sind. Sodann werden so viele Kohlen nachgefüllt, als erforderlich sind, den Ofen auf die verlangte Zeit zu heizen, und das Regulirventil F4 wird geschlossen. ■
Die im Füllcylinder sich befindenden unangebrannten Kohlen rutschen je nach Abnahme durch Verbrennen im Weifsglühhitzraum im Füllraum nach,. wobei dieselben fortwährend durch die aus dem Luftzugsraume zuströmende Luft in den Glühzustand übergehen, wobei diese Rauch oder Theerdämpfe entwickeln, welche
mit der Feuerströmung abwärts durch den Raum der Weifsglühhitze D gezogen werden, wobei sieh dieselben in Leuchtgas verwandeln und bei dem Wulste s der Luftzuführungsschüssel η aus der Feuerglut treten.
Zur Verbrennung dieser Gase wird warme Luft durch 30 Luftzugsöffnungen ρ des Luftzugsregulirungsringes q in den Lufterhitzungsraum G gesaugt, worin sich dieselbe erhitzt und dann zwischen der Feuerglut und dem Wulste s mit den Gasen vereinigt. Diese Mischung von Gas und Luft zieht dann über den glühenden Wulst s, wobei sich dieselbe entzündet und in dem Räume H als Gasflamme verbrennt. Die erzeugte Wärme strömt aus dem Räume H in die Räume J der sieben Säulen S1 bis S7 und von da in den Verbindungsraum O und geht, nachdem sie eine Heizfläche von ca. 5,00 qm berührte, durch den Stutzen in den Kamin.
Die in den Kohlen sich befindenden unverbrennharen Substanzen (Silicate etc.) werden durch das Abbrennen und Abwärtsrutschen der Kohlen in die Schlackenausbrennschüssel geführt, in deren Mitte dieselben durch den von unten ringförmig hereinströmenden Luftzug zu einer zusammenhängenden Schlackenmasse geschmolzen werden, wobei die ringförmige Zugöffnung nicht zuschlacken kann, da an derselben durch den steten abkühlenden Luftzug keine Schlackenbildung erfolgt, indem der nöthige Hitzegrad fehlt.
Die gesämmte Regulirung des Luftzuges wird je.nach verlangter Wärme wie folgt behandelt:
Der Luftzug zum Anglühen der Kohlen in dem Räume Έ und Abbrennen derselben und Schmelzen der Schlacken in dem Räume D ist durch Reguliren der beiden Ventile V1 und V2 in ein richtiges Verbältnifs zu bringen. Alsdann ist zur vollkommenen Verbrennung der Gase die Luftzuführung zu denselben, je nach der. Qualität des Brennmaterials, mittelst des mit einem Handgriffe r versehenen Regulirungsringes q durch Drehung nach rechts oder links zu reguliren, indem dabei die Oeffnungen gröfser oder kleiner werden.
Zur Erniedrigung der Zimmertemperatur ist das Ventil V3 an der Einfüllthür so weit zu öffnen, dafs durch dasselbe kalte Luft zur Schwächung des Feuerzuges in den Kamin einströmen kann, je nachdem dies nöthig ist. Zur Beobachtung der Gasflamme dient dabei eine mit Micaglas versehene Schauöffnung.
Um das vollständige Erlöschen des Feuers zu bewirken, hat man tnur nöthig, die Regulirventile V1 und F2 ganz zu schliefsen.
Wenn eine irn Ofen erloschene Kohlenfüllung wieder angezündet werden soll, wird das Ventil V2 wieder geöffnet und auf dem Roste al ein HoIzfeuer so lange unterhalten,, bis die Kohlenfüllung genügend durchgebrannt ist, worauf die, Ventile, wie oben beschrieben, zu reguliren sind.
Sollte der Ofen vollständig ausgebrannt oder nur mit wenig Feuer versehen werden, so ist, sobald die eingefüllten Kohlen nicht mehr bis in die Anglühschüssel hineinragen, das Ventil V1 ganz zu schliefsen, so dafs das Feuer seinen Luftzug nur allein noch durch den ringförmigen Luftzugsraüm B der Schlackenschüssel h. erhält.
Die rauchverzehrenden Regulir-Grieskohlen-Füllöfen sind theils reine Zimmerheizöfen, theils den gewerblichen Zwecken vörtheilhaft dienend und für Schulsäle, Wartesäle etc. besonders geeignet und sollen nach Angabe des Erfinders folgende Vortheile besitzen:
ι. Es ist die Entzündung und der Feuerzug nicht durch die unentzündeten Kohlen, wie gewöhnlich bei anderen Füllöfen-, nach aufwärts, wobei die Rauchströmungen die Kohlenfüllung leicht zurufsen und gefährliche Gasausströmungen verursacht werden, sondern es ist die Entzündung und Feuerströmung von den unentzündeten Kohlen von oben nach der Schläckenscheibe abwärts.
2. Durch das Abwärtsbrennen aus der Kohlenfüllung ist auch die Selbstreinigung des Feuers bedingt, wobei die unverbrennbaren Theile auf die Schlackenscheibe auffallen und zu einem massiven Schlackenstein zusammenschmelzen, und die brennenden Kohlen rein und locker erhalten werden.
3. Dieses Verbrerinungssystem mit seinen geordneten Luftzuführungs- und Gasabführungsräumen verhindert die Bildung von Knallgasen und deren gefährliche Ausdünstung.
4. Durch die Anlage des Einfüll-, Feuer- und Schlackenraumes ist sowohl jede Feuersgefahr vermieden, als auch durch den bei dem Einfüllen der Kohlen sich ergebenden Staub (welcher mit in den Kamin gezogen wird) oder durch Putzen des Schlackenraiimes (indem keine Asche, sondern nur Schlacken gebildet werden) jede Beschmutzung der Zimmer ausgeschlossen.
5. Ein Erglühen von irgend welchen äufseren Eisentheilen ist selbst bei der intensivsten Hitze nicht möglich,, da die letztere durch die bezüglichen Ofenräumlichkeiten und Heizflächen so vertheilt und absorbirt wird; dafs statt unerträglicher Hitzestrahlen eine in Massen erwärmte und circulirende Luft eine angenehme Zimmerwärme verbreitet, welche sich durch die tiefe Lage des Feuerraumes hauptsächlich auch den unteren Luftschichten mittheilt.
6. Die Inbetriebsetzung der Oefen und das Einfüllen der Kohlen ist bequem und ist die Füllung des Ofens kurze Zeit nach dem Anheizen im Stadium seiner normalen Verbrennung.
7. Die Regulireinrichtung der Oefen ist eine sehr präcise, es kann die Wärmeerzeugung nach Belieben (durch Reguliren der Ventile) verstärkt oder vermindert werden, und bedürfen die Oefen, nachdem sie gefüllt und regulirt (ohne Witte-

Claims (4)

rungswechsel), den ganzen Tag keiner weiteren Wartung und Pflege und können monatelang ununterbrochen in Brand gehalten werden, wobei das Herausnehmen der Schlacken keine Störung verursacht. 8. Das Feuer kann (bei einer ganzen Kohlenfüllung) leicht ausgelöscht und, ohne den Ofen zu entleeren, zum regelrechten Brennen wieder angezündet und nach Bedürfnifs regulirt werden. 9. Das Reinigen der Heizkanäle der Oefen vom : Rufs fällt durch das Verbrennen des Rauches ganz weg. 10. Zur Nutzbarmachung der erzeugten Wärme wird durch das Säulensystem eine sehr grofse Heizfläche geboten. Die mechanische Einrichtung des beschriebenen Regulir-Grieskohlen-Füllofens mit diesem Verbrennungssystem ist für verschiedene Ofenformen verwendbar, als: Säulenöfen, wie vorliegend, und Mantelöfen in Eisen und Porcellan, in runder und eckiger äufserer Form, in einfacher und verzierter Facon und in verschiedener Gröfse, je nach den Loyalitäten, für welche sie bestimmt sind. Pateντ-AnSprüche:
1. In Verbindung mit dem Füllrohr F mit abwärts gerichteter Rauchführung die Zuführung der Verbrennungsluft durch das Ventil F2 und den ringförmigen Raum L, sowie durch die mittelst des Schiebers q zu regulirenden Luftlöcher /.
2. Die Vorrichtung zum Reinhalten und Weifsglühen des Feuers, Ausbrennen der Lösche und Schmelzen der Schlacken, hergestellt durch die Schlackenausbrehnschüssel / mit den Weifsglühhitze-Räumlichkeiten D und Schlackenschmelzraum C, verbunden mit der mit einer Stellschraube versehenen Schlackenschmelzscheibe h zum Reguliren des ringförmigen Luftzugsraumes B.
3. Die Vorrichtung zum Wiederanzünden des erloschenen Feuers, bestehend in dem in dem Luftzugsraume K anzubringenden Roste al.
4. Der beschriebene Ofen in seiner Gesammt^ construction.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.

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