DE1433774A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Dynamoblechen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von DynamoblechenInfo
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Description
Bei der Herstellung sogenannter Dynamobleche, die insbesondere zu
Ständer- und Läuferblechpaketen elektrischer'Maschinen oder zu Spulenkernen
geschichtet werden, geht man von Tafel- oder Bandstäben mit garantierten elektrischen Werten für Wattverluste und Magnetisierung
aus. Um Bleche mit sehr niedrigen Wattverlusten zu erhalten,
verschmilzt man beispielsweise Slemens-Martin-Material mit Si-Zueatz,
worauf dieses gewalzt und weiehgeglUht wird. Je niedriger dabei der SI-Gehalt ist, umso starter wird dabei das Blech im
[Ofen auf Weichheit geglüht, um optimale elektrische Werte zu erhalten. Dies aber führt schliesslich au einer sehr schlechten
Le/lib.
BAD ORIGINAL
80 9813/q266
PLA 62/1859
Stanzarbeit der Bleche. Vor dem Stanzen der Dynamobleche werden die Blechtafeln oder -bänder durch ein- oder beidseitiges Aufbringen
einer möglichst dünnen Schutzschicht, beispielsweise durch Bekleben mit Papier, isoliert. Es können 2tsr auch die bereits ausgestanzten
Bleche durch Bonderung oder Oxydation mit einer öfoerflächenisolation
versehen werden.
Abgesehen von dem hohen Preis für derartige Bleche müssen diese
wegen der Stanzbarkeit eine bestimmte Härte besitzen, weswegen man auf optimale elektrische Werte, die nur mit besonders weichem
Material erzielbar sind, verzichtet. Zusätzlich ergibt auch die Stahzkantenverfestigung eine weitere Verschlechterung dieser
Werte.
Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, diese Nachteile
durch ein Verfahren zur Herstellung von Dynamoblechen zu beseitigen,
bei dem man von billigeren Stählen ausgehen kann. Dieses Verfahren besteht darin, dass aus Stahlblech ausgestanzte Ständer--und Läuferbleche
zur Entziehung von Stickstoff, Kohlenstoff und anderen Elementen und zur Erzielung optimaler elektrischer Eigenschaften
in-einer Gasatmosphäre weichgeglüht und ansehliessend durch Oxydationsbehandlung,
beispielsweise mit Wasserdampf, mit einem Isolierüberzug versehen werden, wobei beide Arbeitegänge zweck-*
massig kontinuierlich in einem Durchlaufofen erfolgen. Man verwaöet
also, wie schon erwähnt, Blechtafeln oder Streifen aus zunächst nicht hochwertigem Material und stanzt aus diesen die
- 2 - ,-' Le/Hb.
BAD ORIGINAL
8098 13/0266 "'
PLA 62/1859
H3377A
Bleche aus*, wobei man ohne Beachtung dar elektrischen Eigenschaften
ein Material von in stanztechnischer Hinsicht günstiger Härte verwenden kann.Diese ausgestanzten Bleche veredelt man dann durch
Glühen in einer Gasatmosphäre, wobei im Material noch enthaltene unerwünschte Elemente,wie Kohlenstoff und Stickstoff, entzogen
werden und gleichzeitig die Bleche in einem Masse weich werden, dass sich mit ihnen optimale elektrische Werte erzielen lassen. Duroh dae
erfindungsgemässe Weichglühen der bereits ausgestanzten Bleche
lässt sich von Stahlblechen mit hohen elektrischen Verlusten ausgehend
eine Verbesserung der elektrischen Eigenschaften der Bleche erzielen derart, dass die Wattverluste der fertigen Bleche nur noch
einen Bruchteil derjenigen des Ausgangsmaterials betragen. Oleichzeitig
wird die Magnetisierung wesentlich verbessert, nämlich von im Ausgangszustand ca. 14 000 Gauss auf ca. 17 000 Gauss (B^c)· Die
geglühten Bleche werden an-schilessend etwas abgekühlt und daraufhin
mit Wasserdampf oder anderen oxydierenden Mitteln behandelt, so dass sich durch Oxydation tier notwendige elektrische Isolations-Uberzug
ergibt. Wie schon erwähnt, wird dieses Behandlungsverfahren hintereinander in einem einzigen Glühofen entsprechender Ausbildung
durchgeführt, wodurch neben der Verbesserung der elektrischen Werte und der Verwendung preisgünstigeren Ausgangsmaterials
eine Vereinfachung der Herstellung und eine weitere Kostenersparnis gegeben ist.
Ein weiterer Erfindungsgedanke besteht in folgendem: Bei dem Oxydationsvorgang,
d.h. der Behandlung der Bleche mit Wasserdampf,wird
- 3 - Le/Hb.
BAD ORIGINAL
PIA 62/1859 ·'■"■■■
da sieh der Sauerstoff des Wasserdampfes mit dem Eisen verbindeJb*
Wasserstoff in grösseren Mengen frei. Er/findungsgenJäss wird dieser
. freiwerdende Wasserstoff dazu verwendet, bei der GlühbehanUlung
der Bleche einen besonders intensiven Entzug von Kohlenstoff und Stickstoff aus dem Eisen zu bewirken. Zu diesem Zweck leitet man· ·
den mit Wasserdampf gemischten freiwerdenden Wasserstoff aus der Oxydationszone nicht in die Atmosphäre ab, sondern führt den Wasserstoff
in die Gasatmosphäre der Glühzone ein und zwar entweder unmittelbar
mit Wasserdampf gemischt oder nach teilweiser Abscheidung
des Wasserdampfes durch Kondensation desselben.
Ein abermaliger Erfindungsgedanke besteht darin, dass die einzelnen
Bleche nicht wie bisher in Stapeln durch den Durchlaufofen, in dem das geschilderte Verfahren vorgenommen wird^ durchgeführt werden,
sondern dass sie mit einem gewissen Abstand auf Dorne aufgehängt werden. Dies hat den erheblichen Vorteil, dass sowohl die die Entkohlung als auch die den Oxydatlonsüberzug herbeiführenden Gase
gut an die gesamte Oberfläche der Bleche heran können und ein Zusammenkleben,
wie es bei einer Paketglühung geschieht, vermieden wird. .
Die Zeichnung zeigt in schematischer Darstellung einen Durchlaufofen
zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens. Dieser
Ofen besitzt zwei Kammern Γ und 2, die durch eine Schleuse J5 miteinander
verbunden sind. Ferner ist vor dem Ofeneinlass 4 eine
Schleuse 5 und hinter dem Ofenauslass 6 ebenfalls eine Schleuse 7
- 4 - Le/Hb.
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PLA 62/1859
1Λ33774
vorgesehen* Die- zu behandelnden Bleche werden einzeln mit geringem
Abstand auf Dorne aufgehängt, die ihrerseits an irgendeinem geeigneten Gestell sitzen., und werden zunächst in die
Schleuse 5 eingeschoben. In diese Schleuse kann man Dampf einführen zu dem Zweck,· die auf den Blech sitzende ölschicht abzudampfen.·
Danach werden die Bleche in die Kammer 1 weitergerückt. In dieser Kammer befindet sich Schutzgas, und es werden hler die
Bleche auf eine Glühtemperatur von etwa 800° gebracht. Dabei wird
den Blechen Kohlenstoff und Stickstoff entzogen,und sie erhalten einen für möglichst hohe elektrische Werte geeigneten Härtegrad
(Weichglühen). Nach|einer bestimmten Glühzeit werden die Bleche weiter in die Schleuse 3 befördert, wo man sie auf etwa 590 bis
650° abkühlen lässt und daraufhin in die Kammer 2 befördert. Diese Kamme*1 2 wird mit Wasserdampf beschickt, wodurch sich durch
Qxyda-tion.der Isloierüberzug auf den Blechen bildet. Daraufhin
werden die Bleche über die Schleuse 7-dem Ofen entnommen.
Wie schon oben angeführt, wird beim Oxydationsvorgang in der Kammer 2 Wasserstoff frei , und man kann das Wasserstoff/Wasser-
dampf-Gemiseh aus der Kammer 2 abieitert, den Wasserdampf durch
'. /-Kondensieren abscheiden und den Wasserstoff in die Kammer 1 ein-I»*.(·leiten,
wodurch man eine Intensivierung des StickstoffT und
Jr, .^ Kohletsetoffehtzujgei aus den Blechen während des Glühvorganges er-
■ff 1^" Λ *"
Ϊ ,' I' ' *
nait,
Der Durchlaufofen kann auch ohne Kammern und Sohleusen ausge-■·.·■■; - 5 - Le/Hb.
■'.':'·" , BAD ORIGiNAL
PLA 62/1859
U33774
bildet sein, d.h. es folgen eine En to lung sz one, eine dS
eine Abkiihlungszone, eine Oxydati ons ζ one und eine nochmalige
Abkühlungszone unmittelbar aufeinander. Die Trennung dieser
Zonen bzw. der diese enthaltenden Gase erfolgt durch eine entsprechende Gasführung.
eine Abkiihlungszone, eine Oxydati ons ζ one und eine nochmalige
Abkühlungszone unmittelbar aufeinander. Die Trennung dieser
Zonen bzw. der diese enthaltenden Gase erfolgt durch eine entsprechende Gasführung.
7 Ansprüche
1 Figur
1 Figur
ORJGiNAL IMSPECTtD
- 6 - · Le/Hb.
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Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Dynamoblechen, dadurch gekennzeichnet»
dass aus Stahlblech ausgestanzte Ständer- und Läuferbleche zur Entziehuag von Stickstoff, Kohlenstoff u,
dgl. und zur Erzielung optimaler elektrischer Eigenschaften in einer GMiaataoSphäre weichgeglüht und anschliessend durch
Oxydatiqnsbehandlung, insbesondere durch Einwirkung von Wasserdampf,
ait einem Isolierüberzug versehen werden, wobei beide
Arbeitegänge vorzugsweise kontinuierlich in einem Durchlauf οfen erfolgen.
2« Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Stahlbleche
fait hohen elektrischen Verlusten in bereits gestanztem Zustand zur Verbesserung ihrer elektrischen Eigenschaften mit
einem Bruchteil der Verlustwerte des Ausgangsmaterials weichgeglüht
werden.
5. Verfahren naeh Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die
Oasatmosphäre des Weichglühvorganges mit beim Oxydationsvorgang
freiwerdendem Wasserstoff angereichert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der
Wasserstoff durch Kondensation des Wasserdampfes aus dem bei idter Oxidationsbehandlung entstehenden Wasserdampf/Wasserstoff-Geeiieoh
gewonnen wird.
<T ' - 7 - Le/Hb.
ORIGINAL KSiSPECTED ίβ Ö 9 JR 1 S J Λ V t ß
·. · PLA 62/1859
. -Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleche mit Abstand auf Dorne aufgehängt den Ofen durchlaufen.
. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 5j gekennzeichnet durch einen Durchlaufofen mit einer
gasbeschickten Glühzone, einer anschliessenden Abkühlzone und einer darauf folgenden, mit Wasserdampf beschickten Oxydationszone und gegebenenfalls einer vor der Glühzone angeordneten
Abdampfzone für die Sehutzölschicht der eingeführten Bleche, wobei die Gasführung in den einzelnen Zonen getrennt erfolgt.
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen
1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Durchlaufofen mit einer mit Gas durchsetzten Aufheiz- und Glühkammer (l), einer mit
Wasserdampf beschickten Oxydationskammer (2) und je einer am Ofeneinlass .(4), am Ofenauslass (ο) und zwischen den beiden
Kammern (1, 2) vorgesehenen Schleuse (3* 5* T)» wobei die
Eingangsschleuse (5) gleichzeitig zum Abdampfen der ölschicht auf den eingeführten Blechen und die Zwischensehleuse (j5)
zum Abkühlen der geglühten Bleche auf die für die Oxydationsbehandlung erforderliche Temperatur dienen. .
- 8 - Le/Hb.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| EP3937347A1 (de) * | 2020-07-08 | 2022-01-12 | Siemens Aktiengesellschaft | Materiallage für ein blechpaket einer elektrischen maschine |
Families Citing this family (2)
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| DE3311852C2 (de) * | 1983-03-31 | 1986-11-06 | Siemens AG, 1000 Berlin und 8000 München | Verfahren zur Herstellung eines Paketes aus geschichteten Blechlamellen für elektrische Maschinen und Geräte |
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1962
- 1962-11-29 DE DE19621433774 patent/DE1433774B2/de not_active Ceased
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