DE1492066B - Haarfärbemittel - Google Patents
HaarfärbemittelInfo
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Description
Aus der britischen Patentschrift 807 241 ist es bereits
bekannt, Anthrachinonfarbstoffe zur Färbung von Textilmaterialien aus Polyacrylnitril und Polyacrylnitrilmischpolymerisaten
zu verwenden. In der genannten Entgegenhaltung ist dabei darauf hingewiesen, daß Alkylaminoanthrachinone, die in dem Alkylrest
tertiäre Amino- oder quaternisierte Ammoniumgruppen enthalten, zum Färben von Fasern aus
Wolle, Baumwolle, Rayon, Acetatseide oder Seide verwendet werden können, wobei jedoch derartige
Färbungen den Nachteil haben, daß der Farbstoff beim Spülen oder Waschen von den Fasern entfernt
wird oder daß ihre Lichtechtheit unbefriedigend ist.
In der britischen Patentschrift 459 594 ist die Färbung von synthetischen Fasern, wie Acetatseide, mit
Hilfe von basischen Farbstoffen beschrieben, wobei als derartige in Frage kommende basische Farbstoffe
auch in ganz allgemeiner Weise verschiedene Anthrachinonderivate erwähnt sind. Es findet sich jedoch keinerlei
Hinweis, daß die erfindungsgemäß verwendeten speziellen Anthrachinonderivate vorteilhafte Haarfärbemittel
liefern.
Aus der deutschen Patentschrift 714 986 ist ein Verfahren zur Herstellung von basischen Farbstoffen
der Anthrachinonreihe bekannt, wobei bezüglich deren Verwendbarkeit angegeben ist, daß sie sich zum
Färben von tierischen, pflanzlichen und künstlichen Fasern eignen. Auch aus dieser Patentschrift ist kein
Hinweis zu entnehmen, daß die erfindungsgemäß eingesetzten Anthrachinonderivate mit Vorteil in Haarfärbemitteln
Anwendung finden können.
In der Literaturstelle »Journal of the American Chemical Society«, Bd. 76, S. 588 (1954), ist die Herstellung
von 1-Dialkylaminoalkylanthrachinonen beschrieben,
die in 4-Stellung eine Methylgruppe oder in 3-Stellung ein Chloratom tragen. Hinsichtlich der
Verwendbarkeit dieser Verbindungen ist angegeben, daß diese schistosomicide Mittel (Mittel gegen Saugwürmer)
sind.
Hinsichtlich des vorstehend abgehandelten Standes der Technik ist ergänzend noch darauf hinzuweisen,
daß aus der bereits bekannten Verwendung von Anthrachinonderivaten zum Färben von Wolle oder
Seide keine Rückschlüsse gezogen werden können, daß gerade die erfindungsgemäß eingesetzten speziellen
Anthrachinonderivate sehr gut zum Färben von Haaren geeignet sind, wobei auch in Betracht gezogen
werden muß, daß Wolle und Seide im allgemeinen in der Wärme, beispielsweise unter Sieden und bei sehr
saurem pH gefärbt werden, während Haarfärbungen im allgemeinen in der Kälte und bei basischem pH
durchgeführt werden.
Die in den erfindungsgemäßen Haarfärbemitteln verwendeten Anthrachinonfarbstoffe weisen den Vorteil
einer großen Lichtbeständigkeit sowie Affinität für Keratinfasern in einem weiten pH-Bereich auf,
der sich, wie oben bereits erwähnt, von pH 3 bis 9 erstreckt. Außerdem sind die erfindungsgemäß eingesetzten
Anthrachinonfarbstoffe in Wasser löslich, wobei ihre Wasserlöslichkeit ungefähr 8% erreicht.
Die erfindungsgemäßen Haarfärbemittel können vorzugsweise bei Raumtemperatur angewendet werden.
Bei der Anwendung der erfindungsgemäßen Haarfärbemittel werden die zu färbenden Haare mit
dem gewünschten Mittel, wie erwähnt vorzugsweise bei Raumtemperatur, getränkt und nach einer etwa
5 bis 20 Minuten langen Einwirkungszeit mit Wasser gespült und getrocknet.
Die erfindungsgemäßen Haarfärbemittel enthalten, wie oben bereits erwähnt, außer den erfindungsgemäß
eingesetzten Anthrachinonfarbstoffen noch sonstige übliche Bestandteile sowie gegebenenfalls andere
Haarfarbstoffe. Als sonstige übliche Bestandteile kommen beispielsweise Dispergiermittel, Weichmacher,
Riechstoffe od. dgl. in Frage. Als andere Haarfarbstoffe können beispielsweise Nitrofarbstoffe der Benzolreihe
oder andere Anthrachinonfarbstoffe erwähnt werden. Erfindungsgemäße Haarfärbemittel, die nur
Anthrachinonfarbstoffe mit Morpholin- oder Piperidinresten enthalten, weisen den Vorteil auf, keinen unangenehmen
Geruch zu besitzen.
Das erfindungsgemäße Haarfärbemittel enthält die erfindungsgemäß verwendeten Anthrachinonfarbstoffe
vorzugsweise in wässeriger Lösung.
Die erfindungsgemäß verwendeten Anthrachinonfarbstoffe können hergestellt werden, indem man auf
Chinizarin ein Ν,Ν-Dialkylalkylendiamin der Formel
II
NH2-(CH2)„-N
R'
worin n, R und R' die oben angegebenen Bedeutungen besitzen, einwirken läßt und gegebenenfalls die erhaltenen
Farbstoffe, beispielsweise mit Dimethylsulfat oder einem Alkylhalogenid, erforderlichenfalls in Anwesenheit
eines geeigneten Lösungsmittels quaternisiert.
Die nachfolgenden Herstellungsvorschriften veranschaulichen
die Herstellung von erfindungsgemäß verwendbaren Anthrachinonfarbstoffen:
Herstellungsvorschrift A
l-[(/?-Morpholinoäthyl)-amino]-4-hydroxyanthrachinon
der Formel
CH7-CH
O NH-CH2-CH2-N O
CH2 CH2
O OH
Man erhitzt unter Rühren und Rückflußkühlung während 3 Stunden die Lösung eines Gemisches von
0,2 Mol Chinizarin (1,4-Dihydroxyanthrachinon) und 0,24 Mol N-(/9-Aminoäthyl)-morphoIin in 150 cm3
Isobutanol. Nach dem Abkühlen wird das Rohprodukt abgetrennt, aus Benzol umkristallisiert schmilzt es bei
164 bis 165° C.
Die Analyse des erhaltenen Produkts liefert folgende Werte:
| Berechnet .. | . C | 68,18, | H | 5,68, | N | 7,95%; |
| gefunden ... | . C | 68,11- | H | 5,75- | N | 7,77- |
| 68,14, | 5,64, | 8,00%. |
5 6
Herstellungsvorschrift B
[(4-Hydroxyanthrachinonal-l-aminoäthyl)-(5-(N-methyl-morpholinium)]-methylsulfat der Formel
[(4-Hydroxyanthrachinonal-l-aminoäthyl)-(5-(N-methyl-morpholinium)]-methylsulfat der Formel
CH2-CH2
O NH- CH, — CH, — N
H1C CH,-CH,
SO4CH3-
O OH
Diese Verbindung wird ausgehend von der ent- 15 ternäre Verbindung schmilzt unter Zersetzung bei
sprechenden tertiären Base in üblicher Weise durch 200 bis 205° C. Die Analyse ergibt einen Stickstoff-Umsetzung
mit Dimethylsulfat in Toluollösung unter gehalt von 5,73% gegenüber einem berechneten Stick-Rückfiußkühlung
erhalten. Die so gewonnene qua- stoffgehalt von 5,75%.
Herstellungsvorschrift C
1 - [(γ-Piperidinopropyl)-amino]-4-hydroxyanthrachinon
der Formel
NH-CH,-CH,-CH,-N
Ein Gemisch von 0,15 Mol N-(y-Aminopropyl)-piperidin
und 0,15 Mol Chinizarin werden in 200 cm3 Toluol gelöst und während 7 Stunden unter Rühren
CH2-CH2 und unter Rückflußkühlung erhitzt. Nach dem Ab-
25 dampfen des Lösungsmittels wird das erhaltene Produkt
mehrere Male aus Hexan und dann aus Alkohol CH2-CH2 umkristallisiert. Das so gewonnene Produkt schmilzt
bei einer Temperatur von ungefähr 105° C.
Die Analyse des erhaltenen Produkts liefert folgende Werte:
OH
| Berechnet ... | C | 72,53, | H | 6,59, | N | 7,69%; |
| gefunden .... | C | 72,43- | H | 6,72- | N | 7,81- |
| 72,35, | 6,83, | 8,01%. |
Herstellungsvorschrift D
^-Hydroxyanthrachinonyl-l-aminopropylj-y-iN-methylpiperidinium^-methylsulfat der Formel
^-Hydroxyanthrachinonyl-l-aminopropylj-y-iN-methylpiperidinium^-methylsulfat der Formel
CH2
O NH- CH2 — CH, — CH, — N
CH,
CH2-CH2
O NH-CH2-CH2-CH2-N
... N
CH2-CH2
O OH
H3C CH2-CH2
O OH
Man setzt die entsprechende tertiäre Base mit Dimethylsulfat unter Verwendung von Benzol als Lösungsmittel
und unter Rückflußkühlung in üblicher Weise um. Das erhaltene Produkt schmilzt unter Zersetzung
bei einer Temperatur von 160 bis 163° C.
Herstellungsvorschrift E
1 - {γ - Morpholinopropyl) - amino - 4 - hydroxyanthrachinon
der Formel
55
60 S Q, CH,-
Man erwärmt eine Mischung von 0,2 Mol Chinizarin und 0,24 Mol y-Aminopropylmorpholin in Lösung
in 150 cm3 Isobutanol 3 Stunden lang unter Rühren zum Rückfluß. Nach Abkühlen wird das Rohprodukt
abgesaugt.
In gleicher Weise können auch beispielsweise 1 - (ß - Diäthylaminoäthylamino) - 4 - hydroxyanthrachinon,
1 - (γ - Diäthylaminopropylamino) -4 - hydroxyanthrachinon
oder die entsprechenden quaternären Ammoniumverbindungen hergestellt werden.
Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen die
Erfindung.
Man bereitet eine Mischung folgender Zusammensetzung:
[(4-Hydroxyanthrachinonyll-aminoäthyl)-/i-(N-methylmorpholinium)]-methylsulfat.
5 g
7 8
Von Koprafettsäuren abgeleiteter Man erhält unter den gleichen Anwendungsbedin-
Fettalkohol mit 12 bis gungen wie in den vorhergehenden Beispielen eine
14 C-Atomen, kondensiert mit Violettfärbung.
10 Mol Äthylenoxyd 10 g Beispiel5
Natriumcarbonat bis zur Errei- 5 Man bereitet eine Mischung folgender Zusammen-
chung eines pH-Wertes von 9 Setzung:
Mit Wasser auffüllen auf 100 cm3 [(4-Hydroxyanthrachinonyl-
Man trägt diese Lösung auf graues Haar auf und l:aminopropyl)-r(N-methyl-
läßt sie während 10 bis 15 Minuten bei Raumtem- I0 v Pipendinium)]-methylsu fa .. 4,5 g
peratur einwirken. Sodann spült man reichlich mit Vo* Koprafc tsauren abgeleiteter
Wasser und trocknet. Man erhält auf diese Weise eine c^men k"ndens£t It
intensive violette Färbung. 10 Mq1 Äthylenoxyd 10 g
R . · \ ο Natriumcarbonat bis zur Errei-
ΰ e 1 s p l e l I5 chung eines pH-Wertes von.... 9
Man bereitet eine Mischung folgender Zusammen- Mit Wasser auffüllen auf 100 cm3
se zung. gel Anwendung dieser Lösung unter den gleichen
[(4-Hydroxyanthrachinonyl- Bedingungen wie vorher angegeben, erhält man eine
l-aminoäthyl)-j8-(N-methyl- 20 ähnliche Färbung, jedoch geringerer Intensität wie in
morpholinium)]-methylsulfat... Ig den vorhergehenden Beispielen.
Milchsäure bis zur Erreichung R . ■ , ,
eines pH-Wertes von 3 r
Mit Wasser auffüllen auf 100 cm3 Man bereitet eine Mischung folgender Zusammen-
r, · λ j' j· ■ τ ·· ■ * j ■ 25 setzung:
Bei Anwendung dieser Losung unter den im vorstehenden Beispiel angegebenen Bedingungen erhält Bis-[(l,4-anthrachinonyl-aminoman eine ähnliche Tönung geringer Intensität. äthyl-methyl-morpholinium)]-
Bei Anwendung dieser Losung unter den im vorstehenden Beispiel angegebenen Bedingungen erhält Bis-[(l,4-anthrachinonyl-aminoman eine ähnliche Tönung geringer Intensität. äthyl-methyl-morpholinium)]-
sulfat 1,3 g
B e i s ρ i e 1 3 [(4-Hydroxyanthrachinonyl-
· »*· u fi j-7 l-aminopropyl)-y-(N-methyl-
Man bereitet eine M1Schung folgender Zusammen- piPeridinium)]-methylsulfat .... 0,9 g
setzung: ■ Natriumcarbonat bis zur Errei-
ammonium)]-methylsulfat 2 g Bei Anwendung dieser Lösung auf 95% weiße Haare
Octylphenol kondensiert mit enthaltendes Haar unter den gleichen Bedingungen
10 Mol Äthylenoxyd 1,3 g wie in den vorhergehenden Beispielen erhält man !eine
20%iger Ammoniak bis zur Errei- einheitlich graue Färbung,
chung eines pH-Wertes von ....9 40 Rp- n'i7
Mit Wasser auffüllen auf 100 cm3 Beispiel/
Man bereitet eine Mischung folgender Zusammen-
Bei Anwendung dieser Lösung unter den gleichen setzung:
Bedingungen wie in den vorhergehenden Beispielen ,, „ ,j„„ ,„„*i„o„u·„„„ 1
erhältU weiße Haare enthaltendes Haar eine vio- 45 'T^X^L^o-
lette Färbung, ähnlich wie in den vorhergehenden Bei- liniummethylsulfat.......... 5 g
spielen· Von Koprafettsäuren abgeleiteter
Beispiel 4 Fettalkohol mit 12 bis
ΛΤ1. ·Λτ·ι- rij-v 14 Kohlenstoffatomen, konden-
Man bereuet eine Mischung folgender Zusammen- 50 siert mit 10 Mo, Äthylenoxyd 1Og
setzung. Natriumcarbonat bis zur Errei-
, / τ-.· .. , „ chung eines pH-Wertes von.... 9
l-(rDimethylaminopropyl)- Mi ^ ^1, f 3
ammo-4-hydroxyanthrachinon 0;5 g
Milchsäure bis zur Erreichung 55 Bei Anwendung dieser Lösung unter den gleichen
eines pH-Wertes von 3,5 Bedingungen wie oben angegeben erhält man eine in-
Mit Wasser auffüllen auf 100 cm3 tensive violette Färbung.
Claims (2)
1. Haarfärbemittel, dadurch gekennzeichnet,
daß es aus mindestens einem Anthrachinonfarbstoff der allgemeinen Formel
NH-Z
(D
O OH
in welcher Z die Gruppe
— (CH2),,- N
R'
bedeutet, worin η eine ganze Zahl zwischen 1 und 6
und R und R' gleiche oder verschiedene niedere Alkylreste, wie —CH3 oder —C2H5, oder Bestandteile
eines heterocyclischen Restes, wie eines Morpholin- oder Piperidinrestes, sein können, oder
dessen Quaternisierungsprodukt, wobei im letz
teren Fall Z in der Formel folgende Bedeutung hat:
-(CH2Jn-N-R'
R"
R"
CH2-CH2
R" CH2-CH2
A"
CH2-CH2
(CH2)„ — N CH2
R" CH2-CH2
A"
wobei in diesen Formeln n, R und R' die obigen Bedeutungen haben, R" einen niederen Alkylrest
und A ein Anion, wie Halogen oder Methosuifat, bedeutet, und sonstigen üblichen Bestandteilen
sowie gegebenenfalls anderen Haarfarbstoffen besteht.
2. Haarfärbemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es einen pH-Wert von 3 bis 9
aufweist.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Haarfärbemittel, das aus mindestens einem Anthrachinonfarbstoff
der allgemeinen Formel
in der Formel folgende Bedeutung hat:
40
O NH-Z
(I)
45
O OH
in welcher Z die Gruppe
— (CH2),,- N
R'
bedeutet, worin η eine ganze Zahl zwischen 1 und 6
und R und R' gleiche oder verschiedene niedere Alkylreste, wie —CH3 oder —C2H5, oder Bestandteile
eines heterocyclischen Restes, wie eines Morpholin- oder Piperidinrestes, sein können, oder dessen
Quaternisierungsprodukt, wobei im letzteren Fall Z
/
-(CH2Jn-N-R'
-(CH2Jn-N-R'
R"
A"
oder
55
60 CH2-CH2
(CH2Jn-N O
R" CH2-CH2
CH2-CH2
(CH2Jn-N CH2
R" CH,-CH,
wobei in diesen Formeln n, R und R' die obigen Bedeutungen
haben, R" einen niederen Alkylrest und A ein Anion, wie Halogen oder Methosuifat, bedeutet,
und sonstigen üblichen Bestandteilen sowie gegebenenfalls anderen Haarfarbstoffen besteht. Das erfindungsgemäße
Haarfärbemittel weist vorteilhafterweise einen pH-Wert von 3 bis 9 auf.
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