DE1493360B1 - Verfahren zur Herstellung von an chlorhaltigen Verunreinigungen armen aliphatischen,cycloaliphatischen oder araliphatischen Polyisocyanaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von an chlorhaltigen Verunreinigungen armen aliphatischen,cycloaliphatischen oder araliphatischen Polyisocyanaten

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DE1493360B1 DE19651493360 DE1493360A DE1493360B1 DE 1493360 B1 DE1493360 B1 DE 1493360B1 DE 19651493360 DE19651493360 DE 19651493360 DE 1493360 A DE1493360 A DE 1493360A DE 1493360 B1 DE1493360 B1 DE 1493360B1
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    • C07C263/00Preparation of derivatives of isocyanic acid
    • C07C263/10Preparation of derivatives of isocyanic acid by reaction of amines with carbonyl halides, e.g. with phosgene

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von an chlorhaltigen Verunreinigungen armen aliphatischen, cycloaliphatischen oder araliphatischen Polyisocyanaten.
  • Die Herstellung von Diisocyanaten erfolgt für gewöhnlich auf zweierlei Art. Bei der ersten, der sogenannten Salzsäuremethode, wird das Amin ins Hydrochlorid übergeführt und die so gewonnene Aufschlämmung gerührt und unter Erwärmen durch eingeleitetes Phosgen zum Diisocyanat umgesetzt. Die zweite, die sogenannte Kalt- Heiß - Phosgenierungsmethode, besteht darin, daß man freies Amin in überschüssiges Phosgen eingibt, das vorzugsweise in der Kälte in einem inerten Lösungsmittel gelöst ist, die so entstandene Aufschlämmung erhitzt und gleichzeitig zwecks Vervollständigung des Umsatzes weiteres Phosgen einleitet.
  • Bei den bisherigen Ausführungsformen beider Verfahren erfolgte die Diisocyanatgewinnung bei Temperaturen zwischen 145 und 175"C und in inerten Lösungsmitteln verschiedenartiger Zusammensetzung bei einem Gewichtsverhältnis von 8 bis 10 Gewichtsteilen Lösungsmittel je Gewichtsteil Amin. Diese Temperatur- und Verdünnungsverhältnisse erforderten nicht nur längere Umsetzungszeiten, sondern führten auch zur Bildung von beträchtlich viel Chlormonoisocyanaten, die je nach Aminsorte und ang-wandter Temperatur in Mengen von 1 bis 50/, als Verunreinigung anfielen. Die Patentliteratur enthält mit Ausnahme der Gewinnung von Hexamethylendiisocyanat, wo ein Gehalt von mindestens 501, 6-Chlorhexylisocyanat angegeben wird, keine Hinweise auf die Bildung dieser Verunreinigungen.
  • Bei beiden Arbeitsweisen werden aber tatsächlich außer dem erwünschten Diisocyanat Alkylchloride aus Monoaminen und Monochlorisocyanat und/oder Dichloralkan aus dem Diamin gemäß folgender Umsetzungen gebildet: Die Bildung dieser drei Verunreinigungen beruht wahrscheinlich auf der Verdrängung einer -NHCOCI-oder N C = O-Gruppe durch unvermeidbar im Reaktionsgemisch vorhandenes Chloridion. Diese Nebenreaktion tritt erfahrungsgemäß unabhängig von der Umsetzungsmethode, also sowohl bei der Hydrochlorid- als auch bei der Kalt-Heiß-Phosgenierungsmethode, auf.
  • Denselben Schwierigkeiten begegnet man auch bei der Gewinnung von Isocyanaten aus cycloaliphatischen Polyaminen, also solchen, deren Aminogruppen entweder direkt an ein Ringkohlenstoffatom oder über eine aliphatische Kette aus einem Kohlenstoffatom oder mehrerer solcher an einen cycloaliphatischen Rest gebunden sind, sowie aus araliphatischen Polyaminen, z. B. solchen Polyaminen, deren Aminogruppen über eine aliphatische Kette aus einem Kohlenstoffatom oder mehreren solchen an einen aromatischen Kern gebunden sind. Bekannt ist auch, daß die Umwandlung von aliphatischen, cycloaliphatischen und araliphatischen Diaminen zu den entsprechenden Diisocyanaten schwieriger als die von aromatischen Aminen ist und längere Umsetzungszeiten und höhere Temperaturen verlangt.
  • Die Anwesenheit von mitgebildetem aliphatischem Chlormonoisocyanat in den Diisocyanaten ist für die Gewinnung hochmolekularer Polyurethane sehr unerwünscht, da das Monoisocyanat zweifellos als Kettenabstopper wirkt und zur Bildung von niedrigan Stelle der erwünschten hochmolekularen Polyurethane führt. Außerdem werden die Polyurethane durch das anwesende Chlor gegen Verfärbung durch Lichtbestrahlung anfällig und infolgedessen in ihrer Verwendbarkeit für die Gewinnung lichtechter Polyurethane eingeschränkt.
  • Es erwies sich im allgemeinen als zutreffend, daß bei allen Arten aliphatischer Diisocyanate, die hergestellt wurden, also z. B. bei Hexa-, Nona- und Decamethylendiisocyanat und noch viel mehr bei m-Xylylen-, p-Xylylen- und bei p-1,8-Menthandiisocyanaten, Chlorisocyanate gebildet werden. Dabei stellte sich auch heraus, daß die Siedepunkte der Diisocyanate und der von ihnen abgeleiteten Chloride so eng beieinanderliegen, daß eine Trennung durch fraktionierte Destillation schwierig und vom wirtschaftlichen Stand- punkt aus gesehen unpraktisch ist. Dies gilt insbesondere für jene hochmolekularen Verbindungen, die wegen ihrer Empfindlichkeit gegen insbesondere andauerndes Erhitzen für ihre Destillation hohes Vakuum verlangen. Es ist ja wohlbekannt, daß beim Erhitzen von Isocyanaten auf 150 bis 200"C Kohlendioxyd und amorphe Substanzen, nämlich Carbodiimide, gebildet werden.
  • Das Hauptziel der Erfindung besteht in der Schaffung einer praktischen Arbeitsweise, bei der die Bildung dieser Verunreinigungen auf ein Geringstmaß zurückgedrängt wird, so daß sie für die verschiedenen, früher erwähnten Verwendungsformen unschädlich sind. Ein weiteres Erfindungsziel besteht in der Schaffung eines wirtschaftlich anreizenden Verfahrens zur Synthese von aliphatischen, cycloaliphatischen und araliphatischen Diisocyanaten in hoher Ausbeute und Reinheit. Die Erfindung bezweckt fernerhin die Entwicklung eines Verfahrens, bei dem die Diisocyanate zwecks Gewinnung hochreinen Materials nicht fraktioniert destilliert zu werden brauchen.
  • Es wurde nun erfindungsgemäß festgestellt, daß man die Nachteile der bekannten Verfahren vermeiden und an chlorhaltigen Verunreinigungen arme aliphatische, cycloaliphatische oder araliphatische Polyisocyanate in kurzer Zeit, in hoher Ausbeute und in hochreiner Form durch Umsetzung der entsprechenden Polyamine oder deren Hydrochloride in Gegenwart eines inerten organischen Lösungsmittels, mit überschüssigem Phosgen, bei erhöhter Temperatur herstellen kann, indem man die Phosgenierung bei Temperaturen zwischen etwa ta 110 und etwa 130"C und mit einem Lösungsmittel-Polyamin-Gewichtsverhältnis zwischen etwa 18 : 1 und etwa 30 : 1 durchführt.
  • Die erfindungsgemäßen Verbesserungen lassen sich sowohl bei der Hydrochlorid- als auch bei der Kalt-Heiß-Phosgenierungsmethode anwenden, bei der ersteren jedoch nutzbringender. In diesem Fall wird das Lösungsmittel-Polyamin-Verhältnis auf der Grundlage der freien Base berechnet.
  • Erfahrungsgemäß erzielt man mit dem Temperaturbereich zwischen 120 und 1280 C die reinsten Produkte und mit einem Lösungsmittel-Polyamin-Verhältnis zwischen 18 : 1 und 30 : 1 die höchsten Ausbeuten.
  • Beim Arbeiten mit niedrigerem Lösungsmittel-Polyamin -Verhältnis benötigt man längere Umsetzung zeiten, die nicht nur unpraktisch sind, sondern auch zur Polyisocyanatzersetzung beitragen, und infolgedessen Ausbeuteverschlechterungen hervorrufen.
  • Welches Lösungsmittel beim erfindungsgemäßen Verfahren benutzt wird, ist so lange ohne Bedeutung, als es sich inert verhält, also weder mit HCl, noch mit COCl2 oder den gebildeten Isocyanaten reagiert.
  • Im allgemeinen sind Lösungsmittel mit einem Siedepunkt von mindestens 110°C verwendbar. Lediglich zur Erläuterung seien Chlorbenzol, o-Dichlorbenzol, Toluol, Xylol, n-Octan und Anisol als Beispiele genannt.
  • Wenn auch die nachfolgenden Beispiele die Herstellung von Diisocyanaten zeigen, läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren ersichtlicherweise doch auch zur Gewinnung von Tri- oder höhermolekularen Polyisocyanaten in hoher Ausbeute und Reinheit ausnutzen.
  • Verständlicherweise können natürlich beim erfindungsgemäßen Verfahren auch substituierte Diamine, also solche mit Nitrogruppcn, Alkylresten und Halogenen, benutzt werden.
  • Das verbesserte, erfindungsgemäße Verfahren kann vorteilhafterweise zur Umwandlung der verschiedensten aliphatischen, cycloaliphatischen oder araliphatischen Polyamine in die entsprechenden Polyisocyanate verwendet werden, vorausgesetzt, daß die Aminogruppen durch Phosgenierung zu Isocyanatgruppen umsetzbar sind, also beispielsweise als primäre Aminogruppen vorliegen.
  • Vorzugsweise sollte das Polyamin auch von sonstigen, mit Phosgen reagierenden Gruppen frei sein.
  • Sonst gibt es keine weiteren Einschränkungen bezüglich des Typs der erfindungsgemäß verarbeitbaren aliphatischen, cycloaliphatischen und araliphatischen Amine. Das erfindungsgemäße Verfahren ist jedoch für die Umwandlung von Polyaminen mit weniger als 5 Kohlenstoffatomen von geringem praktischen Wert, da sie zu lange Umsetungszeiten verlangen. Trotzdem ist die Erfindung auch auf kurzkettige Polyamine mit vergleichsweise großen, an der Kohlenstoffkette hängenden Alkylgruppen anwendbar, weil durch die Anwesenheit dieser Gruppen die Löslichkeit des Polyaminhydrochlorids im Lösungsmittel verbessert und damit die Phosgenierung beschleunigt wird. Das erfindungsgemäße Verfahren ist sowohl auf gerad- als auch auf verzweigtkettige und fernerhin auch sowohl auf gesättigte als auch auf ungesättigte Polyamine anwendbar. Bei den höhermolekularen, also etwa 11 bis 20 Kohlenstoffatome enthaltenden Hydrochloriden, die in den Lösungsmitteln stärker löslich als die C5-bis Cl0-Polyaminhydrochloride sind, spielt die Umsetzungstemperatur eine wichtigere Rolle als das Verdünnungsverhältnis. Trotzdem erhöht auch in diesen Fällen die Verdünnung deutlich die Umsetzungsgeschwindigkeit in beträchtlichem Maß.
  • Die nunmehr folgenden Beispiele erläutern die Erfindung.
  • Beispiel 1 Die nachstehenden experimentellen Einzelheiten beschreiben das empfohlene Verfahren zur Herstellung von m-Xylylendiisocyanat.
  • In einen mit Rührer, Hochleistungskühler, Thermometer und Gaseinleitungsrohr ausgestatteten 5-1-Rundkolben wurden 136 g (1 Mol) handelsübliches m-Xylylendiamin und 3100 ml Chlorbenzol entsprechend einem Lösungsmittel-Diamin-Gewichtsverhältnis von 24,6: 1 eingegeben. Danach wurde trockener Chlorwasserstoff mit einer Geschwindigkeit von 1690 ml/min durchgeleitet und dabei eine Temperaturerhöhung auf 60°C zugelassen. Nach einer Stunde war das Diamin vollständig in sein Hydrochlorid umgewandelt. Die entstandene, vergleichsweise dünne Aufschlämmung wurde unter schwachem Rühren zum Rückfluß erhitzt, wobei 70 ml Chlorbenzol-Wasser azeotrop abdestilliert wurden,, so daß das Verdünnungsverhältnis auf nunmehr 24: 1 absank. Danach wurde Phosgen mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 221 ml/min über einen Strömungsmesser in das trockene und dabei auf 120 bis 125°C gehaltene Reaktionsgemisch eingeleitet.
  • Nach 10 bis 12 Stunden hatte sich eine klare, gelbe Lösung gebildet, die nur ganz wenig, stark flockigem, weißen Feststoff enthielt. Sie wurde 1 bis 2 Stunden lang bei Rückflußtemperatur mit trockenem Stickstoff durchspült, aut Raumtemperatur, d. h. 25 bis 30"C, abgekühlt und abgenutscht. Die Analyse einer 50-g-Probe des Filtrats erbrachte eine Totalausbeute an m-Xylylendiisocyanat von 183 g oder 98, gemäß der Theorie. Nun wurde das Chlorbenzol im Vakuum abgezogen und der Rückstand nach Überführung in einen 300-ml-Kolben im Vakuum destilliert. Die bei 126°C/1 mm siedende m-Xylylendiisocyanatfraktion wurde gesammelt; sie wog 178 g, was 91, ole Ausbeute entspricht. Die Analyse ergab eine Reinheit von 99,3% und einen Gehalt von 0,08% Gesamtchlor.
  • Beispiele 2 bis 4 Diese Beispiele wurden wie beim Beispiel 1 mit der Abwandlung durchgeführt, daß mit o-Dichlorbenzol an Stelle von Chlorbenzol und bei verschiedenen, nachstehend angegebenen Temperaturen gearbeitet wurde. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Liste zusammengestellt und mit denen vom Beispiel 1 verglichen, um den Einfluß der Temperatur auf die Produktqualität darzutun.
    Temperatur Reinheit Gesamt-
    Beispiel Abusbeute chlor
    °C % %
    2 160 90,0 # 97,2 1,24
    3 150 89,3 97,7 1,00
    4 140 91,2 98,9 0,70
    1 120 bis 125 91,4 99,3 0,08
    Beispiele 5 bis 8 Diese Beispiele wurden wie beim Beispiel 1 mit der Abwandlung durchgeführt, daß mit verschiedenen Mischungsverhältnissen von Chlorbenzol zu m-Xylylendiamin und im Temperaturbereich zwischen 124 bis 128°C gearbeitet wurde, Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Liste zusammengestellt, un den Einfluß der Verdünnung auf die Ausbeute an m-Xylylendiisocyanat und die Umsetzungsdauer darzutun.
    Verdünnungs- Umsetzungs-
    Beispiel verhältnis Ausbeute dauer
    ~ in Stunden
    5 10:1 80 46
    6 15:1 84,5 33
    7 20:1 87,5 20
    8 24:1 91<4 12
    Beispiel 9 Dieses Beispiel scbildert die Herstellung von p-1,8-Menthandiisocyanat. In der früher beschriebenen, üblichen Apparatur wurden 85 g (0,5 Mol) 1,8-Diamino-p-menthan in 1615 ml Chlorbenzol aufgelöst und in der Hydrochlorid übergeführt. Die Aufschlämmung wurde dann auf Rückfluß erhitzt und durch Abdestillieren von 100 ml Chlorbenzol mit Sicherheit wasserfrei gemacht, wodurch das Verdünnungsverhältnis auf 20 herabgesetzt wurde. Anschließend wurde Phosgen mit einer Geschwindigkeit von 220ml/min durchgeleitet und das nicht umgesetzte Phosgen in einer Trockeneis-Acetonkühlfalle abgefangen. Die Umsetzungstemperatur wurde auf 125 bis 126°C gehalten. Nachdem 1200/c der theoretischen Phosgenmenge eingeleitet worden war, wurden abgefangenes Phosgen plus HCI nochmals durch das Reaktionsgemisch hindurchgeleitet. Diese Maßnahme wurde im Laufe von 18 Stunden noch drei- bis viermal wiederholt. Nach Ablauf dieser Zeit war das Reaktionsgemisch klar und bernsteinfarben.
  • Nunmehr wurde das Chlorbenzol abdestilliert, der Rückstand bei 0,4 bis 0,5 mm Vakuum destilliert und die bei 94 bis 110°C übergehende Fraktion gesammelt.
  • Sie wog 98,5 g entsprechend 88,70/0 Ausbeute gemäß der Theorie. Ihre Analyse ergab, daß sie aus 99,1% reinem p-1,8-Menthandiisocyanat bestand und 0,09 % Gesamtchlor enthielt.
  • Beispiel 10 Dieses Beispiel schildert die Herstellung von Hexamethylendiisocyanat.
  • Nach der Arbeitsweise gemäß Beispiel 1 wurden 116 g (1 Mol) Hexamethylendiamin in 2940 g Chlorbenzol, also bei einem Verdünnungsverhältnis von 25, zu Hexamethylendiisocyanat umgesetzt. Die Ausbeute an Hexamethylendiisocyanat betrug 151 g entsprechend 900/o gemäß der Theorie. Das Isocyanat besitzt einen Siedepunkt von 101 bis 103°C/2,7 mm; nD25 = 1,4501. Es hatte einen Reinheitsgrad von 99 0/o.
  • Beispiel 11 Dieses Beispiel schildert ebenfalls die Herstellung von Hexamethylendiisocyanat.
  • Nach der Arbeitsweise gemäß Beispiel 1 wurden 116 g (1 Mol) Hexamethylendiamin in 1000 g o-Dichlorbenzol, also bei einem Verdünnungsverhältnis von 8, bei 165 bis 170°C in Hexamethylendiisocyanat umgewandelt. Die Ausbeute betrug nur 115,8 g entsprechend 69 0/o gemäß der Theorie, und das Produkt war nur zu 97,00/o rein.
  • Beispiel 12 Dieses Beispiel schildert die Herstellung von gemischten, nämlich 4,6- und 2,4-Dimethyl-m-xylylendiisocyanaten.
  • 100 g des entsprechenden Diamingemisches mit einem Schmelzpunkt von 120 bis 124°C wurden in 2400 g Anisol, d. h. entsprechend einem Verdünnungsverhältnis von 24, aufgelöst. In die Lösung wurde so lange über einen Strömungsmesser wasserfreier Chlorwasserstoff eingeleitet, bis alles Diamin zum Hydrochlorid umgewandelt war. Der Chlorwasserstoff wurde dann durch Phosgen ersetzt und die Lösung langsam bis auf 125 bis 135°C erhitzt und dann so lange, nämlich 7 Stunden lang, auf dieser Temperatur ge- halten, bis sich durch Klarwerden der Lösung die Vollständigkeit der Umsetzung anzeigte. Die klare, ziemlich dunkle Lösung wurde zunächst zwecks Entfernung alles gelösten Phosgen mit trockenem Stickstoff durchspült und dann im Vakuum destilliert. Die bei 160 bis 165°C und 3,0 mm Druck siedende Fraktion wurde gesammelt. Die Ausbeute an farblosem, flüssigem Diisocyanat (nD20 = 1,5424) betrug 90°/0 gemäß der Theorie.
  • Berechnetes Äquivalentgewicht 108, gefundenes Äquivalentgewicht 109.
  • Eine kleine Portion davon wurde mittels trockenem Methanol in das entsprechende Mischdiurethan der Formeln umgewandelt, das durch fraktionierte Kristallisation aus Chlorbenzol in die Verbindung (la) vom F. 189C und (IIa) vom F. 1300 C aufgetrennt wurde. Die Mischdiisocyanate und ihre Urethanderivate ergaben folgende Analysenwerte: Für die Diisocyanate C12H12N2O2: Berechnet C 66, 6, C66,6, H5,5, N13,O0/0; gefunden .......... C 66, 5, H 5, 7, N 13,1 0h Für die Dimethylurethane C14H20N2O4: Berechnet .......... C 60,0, H 7,2, N 10,0%; gefunden .......... C 60, 2, H 7, 1, N 10,1 0/o.
  • Beispiel 13 Dieses Beispiel schildert die Herstellung von 4,6-Dimethyl-1,3-xylylendiisocyanat.
  • In fast gleicher Weise wie beim Beispiel 1, d. h. mit der Abwandlung, daß n-Octan als Lösungsmittel diente, wurden 100g reines Diaminisomer (F. 129 bis 130"C), das zuvor durch Umkristallisieren aus Chlorbenzol gereinigt worden war, in das Diisocyanat umgewandelt, das mit 93%iger Ausbeute als farblose Flüssigkeit vom Kp. 140 bis 142°C/0,88 mm und nD20 = 1,5435 anfiel.
  • Berechnetes Äquivalentgewicht 108, gefundes Äquivalentgewicht 109.
  • Eine kleine Probe wurde mittels Methanol in sein Dimethylurethan (Ta) vom F. 1800C umgewandelt, das mit dem im Beispiel 12 aus der Mischung enthaltenen identisch war. Das Diisocyanat und sein Urethan ergaben folgende Analysenwerte: Für C12H12N2O2: Berechnet .......... C 66,6, H 5,6, N 13,00/o; gefunden .......... C 66,7, H 5, 5, N 12,8 O/o.
  • Für Cl4H20N202 : Berechnet .......... C 60, 6, H 7, 2, N 10,00/o; gefunden .......... C 59,8, H 7,3, N 10,1%.
  • Beispiel 14 Dieses Beispiel schildert die Herstellung von Pentamethylendiisocyanat.
  • Nach der Arbeitsweise gemäß Beispiel 1 wurden 51 g (0,5 Mol) Pentamethylendiamin in 1500 g wasserfreiem Chlorbenzol, d. h. bei einem Verdünnungsverhältnis von 29, zu Pentamethylendiisocyanat umgewandelt, das in einer Menge von 69 g entsprechend 900/o gemäß der Theorie anfiel; Kp. 105°C/4,0 mm.
  • Berechnetes Äquivalentgewicht 77,1, gefundenes Äquivalentgewicht 76,3, entsprechend 99% Reinheit.
  • Beispiel 15 Dieses Beispiel schildert die Herstellung von Nonamethylendiisocyanat.
  • Nach der Arbeitsweise gemäß Beispiel 1 wurden 158 g (1 Mol) Nonamethylendiamin in 3950 g wasserfreiem Chlorbenzol, d. h. bei einem Verdünnungsverhältnis von 25, zu Nonamethylendiisocyanat umgewandelt, das bei 134°C/0, 6 mm abdestillierte. Die Ausbeute betrug 91 0/o gemäß der Theorie.
  • Berechnetes Äquivalentgewicht 105, gefundes Äquivalentgewicht 104, entsprechend 99 0/o Reinheit.
  • Beispiel 16 Dieses Beispiel schildert die Herstellung von Decamethylendiisocyan at.
  • Nach der Arbeitsweise gemäß Beispiel 1 wurden 172 g (1 Mol) Decamethylendiamin in 4300 g Anisol, d. h. bei einem Verdünnungsverhältnis von 25, mit 930/ger Ausbeute zu Decamethylendiisocyanat umgewandelt; Kp. 132"C/0,2 mm.
  • Berechnetes Äquivalentgewicht 112,2, gefundenes Äquivalentgewicht 113,1, entsprechend 99% Reinheit.
  • Beispiel 17 In einen mit mechanischem Rührer, Kühler, Thermometer und Tropftrichter ausgestatteten 5-l-Kolben wurden zunächst 3030 ml trockenes Chlorbenzol eingefüllt. Dann wurde der Kolben in einem Eis-Salzbad auf 0 bis 5"C gekühlt, und dann wurden im Laufe von etwa 90 Minuten etwa 250 g Phosgen hineinkondensiert. Anschließend wurden unter kräftigem Umrühren und bei unter 10°C gehaltener Gemischtemperatur tropfenweise 136 g (1 Mol) m-Xylylendiamin, also bei einem Verdünnungsverhältnis von 24, zugegeben. Danach wurde das Eisbad entfernt, das Reaktionsgemisch auf 110°C angewärmt und Phosgen in langsamem Strom, d. h. mit einer Geschwindigkeit von etwa 220ml/min, eingeleitet. Die Temperatur wurde dann auf 125°C erhöht und so lange aufrechterhalten, bis eine klare, leicht bräunliche Lösung entstanden war. Nun wurde die Apparatur etwa 1 Stunde lang mit trockenem Stickstoff durchspült und das Lösungsmittel im Vakuum abdestilliert. Der Rückstand wurde dann bei 0,1 bis 0,2 mm Hg abdestilliert und lieferte 163 g entsprechend 870/, gemäß Theorie an m-Xylyldiisocyanat, das 0, 4°/0 Chlor enthielt.

Claims (3)

  1. Patentansprüche : 1 Verfahren zur Herstellung von an chlorhaltigen Verunreinigungen armen aliphatischen, cycloaliphatischen oder araliphatischen Polyisocyanaten durch Umsetzung der entsprechenden primären Polyamine, oder deren Hydrochloride, in Gegenwart eines inerten organischen Lösungsmittels, mit überschüssigem Phosgen bei erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung bei Temperaturen zwischen etwa 110 und etwa 135°C und einem Lösungsmittel-Amin -Gewichtsverhältnis zwischen etwa 18 : 1 und etwa 30 : 1 durchführt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein mindestens 5 Kohlenstoffatome enthaltendes Polyamin verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als primäres Polyamin ein Polymethylendiamin mit mindestens 5 Kohlenstoffatomen verwendet.
DE19651493360 1965-03-09 1965-03-09 Verfahren zur Herstellung von an chlorhaltigen Verunreinigungen armen aliphatischen,cycloaliphatischen oder araliphatischen Polyisocyanaten Pending DE1493360B1 (de)

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