DE15060A - Neuerungen an Osmoseapparaten - Google Patents

Neuerungen an Osmoseapparaten

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DE15060A
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Original Assignee
SELWIG & LANGE in Braunschweig

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
. KLASSE 89: Zucker- und Stärkefabrikation.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. August 1880 ab.
Der in der Zeichnung in verschiedenen Ansichten und Querschnitten dargestellte Osmose-Apparat, bei welchem Wasser- und Melasse-Ein- und Auslauf an derselben Seite, nämlich am vorderen, festen Kopfstück angebracht sind, unterscheidet sich von den bisher angewendeten Osmose-Apparaten durch folgende Neuerungen:
1. Durch eine vereinfachte Vorrichtung zur Umschaltung des Wasser- und Melasselaufs, welche gleichzeitig die Reinigung des Apparats erleichtert, bestehend in einem Achtweghahn mit je vier und vier in verschiedenen Ebenen liegenden Ausgängen.
2. Durch eine eigenthümliche Circulation des Wassers und der Melasse innerhalb des Apparats, welche demselben die Vortheile des Apparats mit Ein- und Auslauf an verschiedenen Seiten giebt, vermittelt durch zwei neue, aus Oeffnungen in den Rahmen gebildete, aber nicht mit dem Innern derselben in Verbindung stehende Kanäle, sogenannte Rücklaufkanäle, welche den Zweck haben, das Wasser und die Melasse im Apparat selbst von einem Kopfstück nach dem anderen zu führen.
Fig. ι ist Vorderansicht des Apparats gegen das feste Kopfstück K1, Fig. 2 Seitenansicht, Fig. 3 ein Verticalschnitt durch die Mitte des festen Kopfstücks, Fig. 4 ein verkürzter Horizontalschnitt (theilweise mit Aufsicht) nach a-ß, d. h. durch die Mitte der oberen Circulationskanäle gelegt, Fig. 5 ein gleicher Schnitt nach γ-δ, d. h. durch die Mitte der unteren Circulationskanäle gelegt (theilweise etwas höher liegend), Fig. 6 Ansicht eines Rahmens und Fig. 7 hintere Ansicht des beweglichen Kopfstücks JT2.
Fig. ia, 6 a und 7 a sind die den Fig. 1, 6 und 7 entsprechenden Ansichten eines Osmose-Apparats, bei dem die Rücklaufkanäle in veränderter Weise angeordnet sind. Der Umschalthahn H ist in den Fig. 8 und 9 in zwei Verticalschnitten, in den Fig. 10 und 11 in zwei Horizontalschnitten, und zwar in gröfserem Mafsstab dargestellt.
In den Fig. 1 und 2 sind die Wasser-Einlauftrichter mit We, die Melasse-Einlauftrichter mit Me, die Wasser-Anslauftrichter mit Wa, die Melasse-Auslauftrichter mit Ma bezeichnet.
Die vier Circulationskanäle NOPQ sind in bekannter Weise aus Oeffnungen nopq in den Rahmen gebildet und so mit dem Innern derselben verbunden, dafs P und O mit den Rahmen 2, 4, 6 u. s. w., N und Q dagegen mit den Rahmen 1, 3, 5 u. s. w. communiciren.
Aufser diesen Kanälen (sowie den Luftabführungskanälen Z) sind nun noch, neben den Kanälen P und Q liegend, die beiden Rücklaufkanäle Pr und Qr vorhanden, welche, in gleicher Weise wie diese aus den Oeffnungen P1 und qx in den Rahmen gebildet, gar keine Verbindung mit dem Innern der letzteren haben. Dieselben sind hinten durch die im hinteren Kopfstück K2 angebrachten kurzen U-förmigen Kanäle Ph und Qh mit den Kanälen P und Q verbunden, welche vorn keine Verbindung mit den Ein- oder Auslauftrichtern besitzen. Die Kanäle JV und O dagegen, wie auch die beiden Rücklaufkanäle Pr und Qr stehen vorn durch die im vorderen Kopfstück K1 angebrachten, in radialer Richtung nach der Mitte zu laufenden Kanäle JVc Oc Pc Qc mit den entsprechenden vier Ausgängen nzoip!qz des
Umschalthahns H in Verbindung, die, wie auch die Ausgänge we und me, in einer verticalen Ebene endigen.
Von den acht Ausgängen des Umschalthahns liegen die Ausgänge des Umschalthahns n3 we p3 und ma in der oberen Ebene uv, die Ausgänge O3 me q3 und wa in der unteren Ebene xy, Fig. 8 bis ii, und zwar liegen die Ausgänge we und ma sowie me und wa einander genau gegenüber, dagegen liegen die Ausgänge n% und p3 bezw. O3 und q3 unter einem etwas spitzen Winkel zu den Ausgängen we bezw. me.
Die letzteren communiciren, wie aus Fig. 3 ersichtlich, durch zwei in das Kopfstück K\ eingegossene verticale Kanäle mit den beiden . Einlauftrichtern We und Me (in Fig. 3 fortgelassen), während an den Ausgängen ma und wa die beiden Auslauftrichter Ma und Wa direct angebracht sind.
Der Hahnküken besitzt in der oberen Ebene uv die beiden Durchgänge te und ta, in der unteren Ebene xy die Durchgänge se und sa.
In der gezeichneten Stellung desselben, die mit I bezeichnet werde, ist we mit p3, me mit q3, sowie % mit ma und O3 mit wa verbunden.
Demgemäfs tritt das Wasser aus dem Einlauftrichter We durch we p3 und Pc in den rechts liegenden Kanal Pr, die Melasse aus dem Einlauftrichter Me durch me q3 und Qc in den rechts liegenden Kanal Qr, dagegen tritt das Wasser aus dem Kanal O durch Oco3wa in den Wasser-Auslauftrichter Wa, die Melasse aus dem Kanal N durch Nc n3 ma in den Melasse-Auslauftrichter Ma. Die Eintrittskanäle liegen also rechts, die Austrittskanäle links.
Behufs Umschaltung des Wasser- und Melasselaufs im Apparat wird der Hahnküken in die punktirt gezeichnete Stellung II gedreht, bei welcher we mit n3, me mit O3, p3 mit ma und qs mit w α verbunden ist. Man sieht sofort, dafs nun die links liegenden Kanäle N und O Eintrittskanäle, die rechts liegenden Pr und Qr Austrittskanäle geworden sind, dafs ferner die Rahmen 1, 3, 5 u. s. w. sowie die Rahmen 2, 4, 6 u. s. w. ihre Rollen vertauscht haben, also die Umschaltung in richtiger Weise stattfindet.
In der Mitte zwischen den beiden Stellungen I und II des Kükens liegt nun noch eine dritte, III, welche praktisch brauchbar ist. Bei derselben sind die Ausgänge ma und wa des Hahns verschlossen, jeder der vier Ausgänge n3 und p3 sowie O3 und qs etwa halb offen, so dafs we gleichzeitig mit n3 und fi3, me gleichzeitig mit O3 und qs verbunden ist. Läfst man also bei dieser Kükenstellung Wasser in den Melasse-Einlauftrichter Me eintreten, nachdem der Apparat durch die Ablafshähne A vollständig entleert ist und dieselben wieder geschlossen sind, so tritt dasselbe gleichzeitig in die beiden unteren Kanäle O und Qr, also in sämmtliche Rahmen von unten ein.
Ist der Apparat mit Wasser angefüllt, so läfst. man dasselbe in den Wasser-Einlauftrichter einlaufen; es tritt dann durch die beiden oberen Kanäle N und Pr .gleichzeitig in sämmtliche Rahmen von oben ein. Demgemäfs kann man, wenn man die beiden Ablafshähne A entsprechend dem Wasser-Zulauf öffnet, die sämmtlichen Rahmen des Apparats behufs Reinigung des Papiers in der Richtung von oben nach unten vom Wasser durchströmen lassen. Man erreicht hierdurch eine sehr schnelle und gründliche Reinigung.
Betrachtet man den Lauf des Wassers und der Melasse im Apparat selbst, so ergiebt sich folgendes:
Bei Stellung I des Umschalthahns treten Wasser und Melasse durch die Rücklaufkanäle Pr und Qr von hinten in die zu denselben gehörenden Kanäle P und Q ein, durchströmen die Rahmen und treten sodann vorn aus den Kanälen N und O aus.
Nach dem Umschalten, also bei Stellung II des Umschalthahns, treten Wasser und Melasse von vorn in die Kanäle N und O ein, durchströmen die Rahmen und treten sodann hinten aus den Kanälen P und Q in die zugehörigen Rücklaufkanäle Pr und Qr aus, um durch dieselben wieder nach vorn zurückgeführt zu werden.
Die Rücklaufkanäle bewirken demnach bei Stellung I des Umschalthahns eine Wasser- und Melassecirculation, die derjenigen entspricht, welche in Apparaten mit Einlauftrichtern am hinteren Kopfstück und Auslauftrichtern am vorderen Kopfstück stattfindet; bei Stellung II des Umschalthahns dagegen entspricht die Wasser- und Melassecirculation derjenigen, welche in Apparaten mit Auslauftrichtern am hinteren Kopfstück und Einlauftrichtern am vorderen Kopfstück stattfindet. Die Rücklaufkanäle bewirken demnach in der oben beschriebenen Anordnung beim Umschalten gleichzeitig eine Verlegung der Einlaufseiten von hinten nach vorn, sowie der Auslaufseiten von vorn nach hinten oder umgekehrt. Es sind dieses Eigenschaften, die den bis jetzt angewendeten Osmose-Apparaten abgehen.
Anstatt die beiden rechts liegenden Kanäle mit Rücklauf kanälen zu versehen, kann man dieselben natürlich auch an den beiden links liegenden anordnen. Die Wasser- und Melassecirculation entspricht hierbei genau der oben beschriebenen.
In ganz anderer Weise circulirt das Wasser und die Melasse im Apparat, wenn man Rücklaufkanäle an den beiden oberen Kanälen N und P anordnet, wie die Fig. 1 a, 6 a und 7 a erläutern, in welchen dieselben mit Nr und Pr bezeichnet sind.

Claims (2)

Bei Stellung I des Umschlaghahns tritt das Wasser durch den Rücklaufkanal Pr von hinten in den Kanal P ein, durchströmt die Rahmen und tritt vorn aus dem Kanal O aus, die Melasse dagegen tritt von vorn in den Kanal Q ein, durchströmt die Rahmen und tritt hinten aus dem Kanal N in den Rücklaufkanal Nr ein, der sie nach vorn zurückführt. Nach dem Umschalten tritt das Wasser durch den Rücklauf kanal Nr von hinten in den Kanal N ein und tritt nach Durchströmen der Rahmen vorn aus dem Kanal Q aus, die Melasse dagegen tritt von vorn in den Kanal O ein und nach Durchströmen der Rahmen hinten aus dem Kanal P in den Rücklaufkanal Pr ein, der sie nach vorn zurückführt. Diese Anordnung der Rücklaufkanäle bewirkt also, dafs das Wasser von hinten nach vorn, die Melasse dagegen immer in entgegengesetzter Richtung, also von vorn nach hinten strömt. Selbstverständlich kann man die Rücklaufkanäle auch an den beiden unteren Kanälen O und Q anbringen. Man erhält dann eine der vorstehend beschriebenen entsprechende Wasser- und Melassecirculation im Apparat, bei welcher jedoch die Melasse immer von hinten, das Wasser immer von vorn eintritt. Die Rücklaufkanäle an zwei diagonal einander gegenüberliegenden Kanälen, also an zwei Wasser- oder zwei Melassekanälen anzubringen, würde zwecklos sein. Bei Apparaten mit Rücklaufkanälen kann natürlich jede beliebige Vorrichtung zum Umschalten, nicht nur der Achtweghahn angewendet werden. Patenτ-Ansprüche:
1. Ein Achtweghahn mit je vier und vier in verschiedenen Ebenen liegenden Ausgängen zur Umschaltung des Wasser- und Melasselaufs an Osmose-Apparaten mit Wasser- und Melasse-Ein- und Auslauf an derselben Seite, insbesondere die eigenthümliche Einrichtung desselben, welche es ermöglicht, den Wasser-Einlauftrichter gleichzeitig mit den beiden oberen Kanälen, den Melasse-Einlauftrichter gleichzeitig mit den beiden unteren Kanälen in Verbindung zu setzen.
2. Zwei sogenannte Rücklaufkanäle an Osmose-Apparaten mit Wasser- und Melasse-Ein- und Auslauf an derselben Seite, welche, ebenso wie die vier Circulationskanäle, aus Oeffhungen in den Rahmen gebildet, jedoch ohne Verbindung mit dem Innern derselben hinten mit je zweien der Circulationskanäle, und zwar immer mit einem Wasser- und einem Melassekanal, vorn mit den entsprechenden Einlauf- bezw. Auslauftrichtern communiciren und die Bestimmung haben, das Wasser und die Melasse vor oder nach dem Durchströmen der Rahmen innerhalb des Apparats von einem Kopfstück nach dem anderen zu leiten.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.

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