DE177633A - - Google Patents

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DE177633A
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Vorliegende Erfindung betrifft einen Kontrollzeitmesser zum Anzeigen der Dauer von Einzelverrichtungen, sowie der Gesamtdauer aller solcher Verrichtungen, bei welchem zwei durch ein Uhrwerk gesondert bewegbare, an zwei verschiedenen Zifferblättern spielende Zeiger vorhanden sind, von welchen der eine nach Vollendung jeder Einzelverrichtung bei Bedienung einer Schaltvorrichtung unter Stillsetzen des Uhrwerks stets wieder in seine Anfangsstellung zurückgeführt wird, während der andere Zeiger beim jedesmaligen Ingangsetzen des Uhrwerks aus seiner jeweiligen Ruhelage sich in derselben Richtung weiterbewegt.
Das Wesen der Erfindung besteht darin,
daß der eine mit einem Reibungsrade und . einer Rückführfeder verbundene Zeiger seine Drehung von der Uhrwerksachse durch ein an einem Hebel sitzendes, durch Federdruck angelegtes zweites Reibungsrad erhält, welches mittels eines zwischen den von außen zu bedienenden Drücker und eine mittels Schlüssels verdrehbare Sperrscheibe eingelegten Auslösehebels von dem Reibungsrade des Zeigers abgehoben werden kann, wenn ein vor diesem Auslösehebel entsprechend eingestellter Scheibenausschnitt die ■ Verstellung des genannten Hebels durch den Drücker zuläßt. Hierbei wird durch die Drehung des Schlüssels nach der einen Seite eine Feder an die Unruhe angelegt und diese zum Stillstand gebracht, . bei der. Drehung des Schlüssels nach der anderen Seite dagegen durch eine zweite besondere Feder, welche an die Unruhe anstößt, diese letztere in sicherer Weise in Schwingung versetzt, wobei gleichzeitig der Auslösehebel gesperrt wird.
Die Anordnung ermöglicht eine wesentliehe Vereinfachung der Vorrichtung und gewährleistet gleichzeitig eine völlig sichere Wirkung derselben, da nur zwei Zahntriebe und . zwei Reibungsrollen erforderlich sind, das Antriebsrad für die Meßvorrichtung und dessen Triebrad niemals, außer Eingriff zu kommen brauchen, weil die Funktion des Entkuppeins den beiden Reibungsrädern zugewiesen ist, und. ferner die besondere für das Ingangsetzen der Unruhe vorgesehene Feder, die sichere Bewegung des Uhrwerks verbürgt. Die Verwendung einzelner in gleichmäßiger Bewegung spielender Zeiger an Zifferblättern, deren Einteilung von derjenigen gewöhnlicher Uhrenzifferblätter ab-: weicht, bietet die Möglichkeit, diese Vereinfachung der Konstruktion durchzuführen und dabei die Sicherheit der Wirkung zu erhöhen. . :-'.'■
Die Zeichnung stellt einen derartigen Keintrollzeitmesser in Fig. I in Vorderansicht bei teilweise weggebrochener Deckplatte und, in Fig. 2 in Endansicht bei geschnittenem Gehäuse dar. . , .
Das vorn mit einer verglasten Schauöffnung 2, hinten mit einer sperrbaren Tür 3
versehene Gehäuse ι enthält ein Uhrwerk, dessen in den Platinen 4 gelagerte, der Minutenzeigerachse entsprechende Achse 5 . den Antrieb der beiden Zeiger 6 und 7 vermittelt, von welchen der erstere in der Schauöffnung an einem Zifferblatte 8 sich bewegt, dessen Einteilung eine willkürlich gewählte, z. B. von 6 Stunden, ist, während der andere Zeiger 7 an einem hinter der Tür liegenden, z. B. in 24T5tunden eingeteilten Zifferblatt 9 als Stundenzeiger sich dreht. Die Bewegungsübertragung auf den Zeiger 6 erfolgt durch· ein auf die Achse 5 gekeiltes Stiftrad 10, welches mit einem Zahnrad 11 in Eingriff steht, das samt dem Reibungsrad 12 in einem um die Achse 5 drehbaren Hebel 13 gelagert ist. Das Reibungsrad 12 wird durch eine auf den Hebel 13 drückende, durch die Stellschraube 14 in ihrer Spannung regelbare Feder 15 in Anlage mit einem zweiten Reibungsrad 16 erhalten, welches mit dem Zeiger 6 gemeinsam auf der Hülse 1.7 sitzt, welch letztere lose auf einer in den Platinen 4 gelagerten Achse steckt und unter der Wirkung einer schwachen Spiralfeder 18 steht, die einerseits in der Hülse, andererseits in einem festen Zapfen 19 festgehalten ist. Wird bei in Gang gesetztem Uhrwerk von dessen Achse 5 durch die Reibungsräder 12, 16 die Bewegung auf den Zeiger 6 entsprechend verlangsamt übertragen, so wird, während der Zeiger über dem Zifferblatt 8 fortschreitet, die Spiralfeder 18 gespannt. Wird durch Verschwenkung des Hebels 13 das Reibungsrad 12 von dem Reibungsrad 16, die beide zwecks sicherer Wirkung vorteilhaft mit einem rauhen Stoff überzogen sind, abgehoben, so wird der Zeiger durch die zur Wirkung gelangende, gespannte Spiralfeder in seine Anfangsstellung zurückgeführt.
Der an dem zweiten Zifferblatt 9 spielende Zeiger 7 wird gleichfalls von der Achse 5, jedoch unabhängig von dem Zeiger 6, durch ein entsprechendes Zahnräderwerk bewegt, das ein Zahnrad 20 treibt, welches mit dem Zeiger 7 an einer auf derselben Achse wie die Hülse 17 lose steckenden Hülse 21 sitzt. Die Bewegung dieses Zeigers erfolgt gleichzeitig mit derjenigen des Zeigers 6; bei jedem Stillstand des Uhrwerks bleibt der Zeiger 7 jedoch an der Stelle, bis zu welcher er vorher bewegt wurde, und setzt nach Ingangsetzen der Uhr seine Bewegung von diesem Punkte aus in der gleichen Richtung wie bei der früheren Bewegung fort.
Zum Hemmen und Wiederingangsetzen des Uhrwerks dienen zwei an der begrenzt hin und her drehbaren Schlüsselwelle 22 vorstehende Flachfedern 23 und 24, die abwechselnd auf die Unruhe 25 des Uhrwerks einwirken, wenn mittels des aufgesteckten Schlüssels eine Links- oder Rechtsdrehung ausgeführt wird. Die Feder 23 bringt die schwingende Unruhe, indem sie sich an dieselbe anlegt; zum Stillstand, die Feder 24 versetzt sie durch Anstoßen wieder in Schwingung. Bei der Linksdrehung des Schlüssels gelangt eine mit der Schlüsselwelle 22 fest verbundene Scheibe 26, welche mit einem Bogenschlitz 27 für den Grenzstift 28 und mit einem Randausschnitt 29 versehen ist, mit diesem letzteren vor das untere hakenartige Ende eines zweiarmigen Hebels 30, der an der vorderen Platine 4 um einen Zapfen 31 drehbar und durch eine um letzteren gewundene, gegen einen Stift 32 am oberen Hebelende sich legende Feder 33 außer Berührung mit der Scheibe 26 gehalten ist. Dieser Heber 30 liegt mit dem oberen Arm in der Bahn des unteren Armes des das Reibungsrad 12 tragenden Hebels 13. Der untere Arm des Hebels 30 aber wird durch die Feder 33 an einen federnden, aus dem Gehäuse vorragenden Druckstift 34 angedrückt. Letzterer kann von Hand einwärts gedrückt werden, sobald bei Stillsetzen des Uhrwerks der Scheibenausschnitt 29 in jene Stellung gebracht ist, bei welcher der Hebel 30 unter dem Drucke des Stiftes 34 zurückweichen und sein Hakenende in den Ausschnitt eintreten kann. Alsdann schlägt der emporragende Hebelarm gegen den Hebel 13, verschwenkt diesen, und da hierbei die Reibungsrollen 12, 16 außer Berührung kommen, kann der Zeiger 6 durch seine Spiralfeder in die Anfangsstellung zurückgeführt werden.
Durch Rechtsdrehung des Schlüssels wird die Schlüsselwelle 22 samt der Scheibe 26, welche bei Loslassen des Druckstiftes 34 von dem zurückschwingenden Hebel 30 sofort freigegeben wird, derart verstellt, daß der Scheibenausschnitt 29 aus der Bahn des Hebels 30 gebracht, die Feder 23 von der Unruhe wegbewegt und darauf die andere Feder 24 zum Anstoßen an die Unruhe gebracht wird, wodurch das Uhrwerk wieder in Gang gesetzt, der Druckstift 34 aber unwirksam gemacht wird.
Auf der Schlüsselwelle 22 sitzt noch eine dreieckförmige Scheibe 35, die an der Links- oder Rechtsdrehung dieser Welle teilnimmt und in beiden Endstellungen der Scheibe 26 mit einer ihrer Abflachungen unter einen Winkelhebel 36 zu liegen kommt, der, unter dem Druck einer Feder 37 stehend, die Scheibe 35 und daher auch die Schlüsselwelle in der jeweiligen Endstellung festgestellt erhält und eine zufällige Verdrehung der Scheiben 26 und 35 verhindert, ebenso wie er bei unvollständiger Schlüsseldrehung eintretende Zwischenlagen der Scheibe 35 aufhebt, indem er letztere in die vorher inne-
gehabte Endstellung zurückdreht oder in die andere Endstellung vorwärtsdreht. Der Zeitmesser bleibt daher stets sicher wirkend.
Als Beispiel für die Verwendung dieses Zeitmessers sei unter anderem dessen Anbringung bei Billards genannt; auf dem Zifferblatt 8 werden die einzelnen Spielzeiten ersichtlich, und. die Rückstellung des Zeigers 6 wird nach Beendigung jeder Spielpartie oder beim Wechsel der Spieler durch den Aufwärter besorgt, der mit Hilfe des in seinem Besitze befindlichen Schlüssels das Uhrwerk abstellt, den Druckstift betätigt und darauf im Falle des Weiterspielens die Vorrichtung wieder in Gang setzt. Der Besitzer ersieht dann bei Geschäftsschluß nach öffnen der. Gehäusetür aus der Stellung des zweiten Zeigers 7 an dem Zifferblatt 9 die gesamte Zeitdauer, während welcher das Billard an dem betreffenden Tage in Benutzung gestanden hat.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Kontrollzeitmesser zum Anzeigen der Dauer von Einzelverrichtungen, sowie der Gesamtdauer aller solcher Verrichtungen, bei welchem zwei durch ein Uhrwerk gesondert bewegbare, an zwei verschiedenen Zifferblättern spielende Zeiger vorhanden sind, von welchen der eine nach Vollendung jeder Einzelverrichtung bei Bedienung einer Schaltvorrichtung unter Hemmung des Uhrwerks stets wieder in seine Anfangsstellung zurückgeführt wird, während der andere Zeiger beim jedesmaligen Ingangsetzen des Uhrwerks aus seiner jeweiligen Ruhelage sich' in derselben Richtung weiterbewegt, dadurch gekennzeichnet, daß der eine mit einem Reibungsrade (16) und einer Rückführfeder (18) verbundene Zeiger (6) seine Drehung von der Uhrwerksachse (5) durch ein an einem Hebel (13) sitzendes, durch Federdruck angelegtes zweites Reibungsrad (12) erhält, welches mittels eines zwischen dem von außen zu bedienenden Drücker (34) und einer mittels Schlüssels drehbaren Sperrscheibe (26) liegenden Hebels (30) von dem Reibungsrade (16) des Zeigers (6) abgehoben werden kann, wenn ein vor diesem Auslöshebel (30) entsprechend eingestellter Scheibenausschnitt (29) die Verstellung des genannten Hebels (30) durch den Drücker (34) zuläßt, wobei durch die Drehung des Schlüssels nach der einen Seite durch eine Feder (23) die Unruhe zum Stillstand gebracht, bei Drehung nach der anderen Seite die Unruhe durch eine zweite an sie stoßende Feder (24) wieder in Gang gesetzt und dabei gleichzeitig der Auslösehebel (30) gesperrt wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.

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