-
Neue chemische Verbindung Die Erfindung betrifft eine neue chemische
Verbindung, die sich u.a. als Ausgangssubstanz für Aminozucker und insbesondere
für die Synthese von Kasugamycin eignet. Ausserdem bezieht sich die Erfindung auf
ein Verfahren zur Herstellung dieser Verbindung.
-
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung
einer Ausgangsubstanz für Aminozucker, insbesondere 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-ol
für die Synthese von
Kasugamycin, das eine inhibierende Wirkung gegenüber verschiedenen Bakterienarten,
einschliesslich Pseudomonas, besitzt und eine stark hommende Wirkung gegenüber Reisbrand
(rice blast) aufweist.
-
Erfindungsgemäss ist die Synthese einer neuen Verbindung, und zwar
der Verbindung 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-ol, gelungen. Diess Verbindung
eignet sich u.a. als Ausgangsverbindung für die Synthese von Kasugamycin sowie dessen
Homologen.
-
Durch die Erfindung wird ein Verfahren zur Verfügung gestellt, welches
darin besteht, DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure(IV) mit Essigsäureanhydrid
umzusetzen und das auf diese Weise gebildete 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-on
(V) mit Lithiumaluminiumhydrid zur Gewinnung von 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-ol
(VI) zu reduzieren.
-
Die erfindungsgemäss verwendete DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure
kann zuerst hergestellt werden, beispielsweise durch Umsetzung von 6-Methyl-3,4-dihydropyran-2-on
(I) mit Nitrosylchlorid in einem organischen Lösungsmittel, wie beispielsweise Methylenchlorid,
bei einer tiefen Temperatur, wobei ein Dimeres von 6-Chlor-6-methyl-5-nitrosotetrahydropyran-2-on
(II) erhalten wird, worauf dieses 6-Chlor-6-methyl-5-nitrosotetrahydropyran-2-on
mit Wasser bei Zimmertemperatur hydrolysiert wird und die auf diess Weise erhaltene
4-Oximino-5-oxohexansäure (III) einer katalytischen Reduktion mit Wasserstoff über
Platin zur Gewinnung der gewünschien DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure (IV)
unterzogen wird.
-
Erfindungsgemäss kann das gewünschte Produkt 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-ol
@@@@ @erner dazu verwendet werden, eine
neue Verbindung zu synthetisieren,
und zwar 3-Acetamid-2-methyl-3,4-dihydro-2R-pyran (VII). Dabei wird die Verbindung
(VI) mit Essigsäureanhydrid bei Zimmertemperatur in Gegenwart einer tertiären organischen
Base, beispielsweise Pyridin, acetyliert, worauf das auf diese Weise gebildete Acetat
ohne Abtrennung einer thermischen Zersetzung zur Gewinnung von 3-Acetamid-2-methyl-3,4-dihydro-2H-pyran
(VII) unterzogen wird. Aus der letzteren Verbindung können Kasugamycin oder dessen
Homologen in einfacher Weise nach bekannten Methoden synthetisiert werden.
-
Das vorstehend beschriebene erfindungsgemässe Verfahren lässt sich
in schematischer Weise durch die folgenden Reaktionsformeln wiedergeben:
Andererseits kann erfindungsgemäss das gewünschte 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-ol
(VI) in wertvolle etrahydropyranderivate (xI) umgewandelt werden, und zwar durch
Behandeln mit Essigsäureanhydrid bei einer Temperatur oberhalb 100°C in Gegenwart
einer tertiren organischen Bass, beispielsweise Pyridin, Umsetzung des auf diese
Weise gebildeten 3-Diacetylamino-2-methyl-3,4-dihydro-2H-pyrans (VIII) mit Nitrosylchlorid,
Behandein des auf diese Weise gebildeten Dimeren von 2-Chlor-5-Diacetylamino-6-methyl-3-nitrosotetrahydropyran
(IX) mit einem niederen Alkohol, wie beispielsweise Methanol, Äthanol oder Isopropanol,
in Gegenwart eines organischen Ldsungsmittels bei einer massigen Temperatur zur
Gewinnung des Acetals des Bitrosodimeren (x) und Reduktion des Aoetals, wobei sich
beispielsweise eine Behandlung mit einem stark sauren Ionenaustauscherharz sur Gewinnung
der Tetrahydropyranderivate (XI) anschliesst, die wertvolle Rohmaterialien für Aminozucker
darstellen.
-
Dieses modifizierte erfindungsgemässe Verfahren lässt sich in schematischer
Weise durch folgende Reaktionsgleichungen wiedergeben:
R bedeutet einen Kohlenwasserstoffrest oder einen Kohlenwasserstoffrest, der eine
Hydroxylgruppe enthält.
-
Erfindungsgemäss wird das Nitrosylchlorid, das mit einem ungesöttigten
Lacton, und zwar 6-Methyl-3,4-dihydropyran-2-on (I), umgesetzt wird, in einer Menge
von 1,0 - 1,5 Moläquivalent und vorzugsweise in einer Nenge von 1,0 - 1,2 Moläquivalent
eingezetst. Als geeignete organische Lösungsmittel seien halogenierte Lösungsmittel,
wie beispielsweise Methylenchlorid, Chloroform oder Tetrachlorkohlenstoff erwähnt,
wobei jedoch auch alle Lösungsmittel in Frage kommen, die gegenüber Nitrosylchlorid
inert sind und das ungesättigte Lacton (I) unter den Reaktionsbedingungen lösen.
Bei der Durchführung dieser Reaktion sind die Reaktionstemperatur sowie die Reaktionsatmosphäre
von besonderer Bedeutung. Die geeignete Temperatur beträgt -80 - 50°C und vorzugsweise
-60 bis -20°C. Die Reaktion wird in zweckmässiger Weise in einer Atmosphäre aus
Stickstoff oder Argon durchgeführt, Der Grund, weshalb diese Reaktionen besonders
von Bedeutung sind, liegt darin, dass das Produkt zu einer Zersetzung neigt und
sich zu einem tserähnlichen Material verändert, dessen Struktur äusserst schwierig
zu ermitteln ist. Diese Umwandlung erfolgt schon beim Stehenlassen bei Zimmertemperatur
während einer Zeitspanne von 2 - 5 Stunden in Gegenwart von Luft. Nach Beendigung
der Reaktion werden die gebildeten kristallinen Niedersobläge auf einm durch Filtration
gesammelt und an einem kalten Ort getrocknet. Auf diese Weise werden farblose Kristalle
des Dimeren von 6-Chlor-6-methyl-5-nitrosotetrahydropyran-2-on (II) in ungefähr
theoretischer Ausbeute erhalten.
-
Das Dimere (II) wird mit einem wässrigen organischen Lösungsmittel
behandelt, wobei in einer Stufe 4-Oximino-5-oxohexansäure (III) erhalten wird. Ein
derartiges Lösungsmittel ist Tetrahydrofuran, Dioxan oder dergleichen, wobei dieses
Lösungsmittel das α-Chlornitrosodimere (II) zu lösen vermag, keinen aktiven
Wasserstoff besitzt und in einfacher Weise eine homogene Lösung
bildet,
und zwar auch dann, wenn Wasser zugesetzt wird. Für die Hydrolyse ist theoretisch
für das α-Chlornitrosodimere (II) eine äquimolare Wassermenge erforderlich,
wobei jedoch das Wasser gewöhnlich in einer Menge eingesetzt wird, die mehr als
das 10-fache der für die Hydrolyse erforderlichen Menge beträgt. Bei Verwendung
einer derartigen Wassermenge lässt sich die Hydrolyse in einer tagen Zeitspanne
durc en. Die 7 peratur beträgt 5 5000 und liegt vorzugsweise in der Gegend von Zimmertemperatur.
Nach der Reaktion wird die gebildete Chlorwasserstoffsäure mit einer äquivalenten
Menge einer anorganischen Base neutralisiert, worauf das Reaktionsprodukt konzentriert
und mit einem organischen Lösungsmittel extrahiert wird. Als organisches Lösungsmittel
kommen Aceton, Dioxan, Äthylacetat oder dergleichen in Frage. Diese Lösungsmittel
lösen in einfacher Weise das Produkt (III), jedoch nicht das als Nebenprodukt auftretende
anorganische Salz. Äthylacetat ist das am meisten bevorzugte Lösungsmittel. Das
organische Lösungsmittel wird abdestilliert, wobei in einer Stufe 4-Oximino-5-oxohexansäure
(III), in hoher Ausbeute erhalten wird. Durch Reduktion dieses, Produktes (III)
kann die gewünschte DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure (IV), die sich als Ausgangssubstanz
für Aminozucker eignet, erhalten werden.
-
Erfindungsgemäss wird die nach der vorstehend beschriebenen Nethode
oder nach einer anderen Methode erhaltene DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure
(IV) durch Behandlung mit Essigsäureanhydrid lactonisiert, wobei ein N-acetyliertes
Lacton @ erhalten wird, und zwar 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-on (V). Zur
Durchführung dieser Reaktion sollte Essigsäureanhydrid in einer Menge verwendet
werden, die das 3- bis 10-fache (bezogen auf das Gewicht) der Erythrosäure (IV)
beträgt, wobei jedoch die Verwendung einer 3- bis 5-fachen Menge ratsam ist. Die
Reaktionstemperatur
ist von besonderer Bedeutung. 5 - 60°C und vorzugsweise 10 - 20°C sind zweckmässig.
Die Reaktion dauert nach beendeter Auflösung der Erythrosäure (IV) in dem Essigsäureanhydrid
mehr als 10 Stunden. Die Behandlung nach der Reaktion ist von grosser Bedeutung.
Die Temperatur des Wasserbades sollte 60°C während der Konzentrierung unter vermindertem
Druck nicht übersteigen. Wird die restliche Flüssigkeit unter vermindertem Druck
destilliert, dann kann 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-on (V) in praktisch
quantitativer Menge erhalten werden. Dieses Verfahren ist durch die Tatsache charakterisiert,
dass durch blosse Umsetzung der Erythrosäure (IV) mit Essigsäureanhydrid bei Zimmertemperatur
ein Schutz der Aminogruppe und ein Ringschluss in einer Stufe erfolgen, wobei 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-on
(V) in ausgezeichneter Ausbeute erhalten wird.
-
5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-on (V) wird in einem organischen
Lösungsmittel gelöst, das gegenüber Lithiumaluminiumhydrid inert ist, und mit Lithiumaluminiumhydrid
reduziert, wobei 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-on (VI) erhalten wird.
-
Von verwendbaren organischen Lösungsmitteln seien Äther, Tetrahydrofuran
und Dioxan erwähnt. Tetrahydrofuran ist das geeignetste Lösungsmittel. Lithiumaluminiumhydrid
kann in Form einer 2 - 6 %igen Lösung in dem gleichen Lösungsmittel als Reaktionslösungsmittel
verwendet werden. Die Menge des zu verwendenden Lithiumaluminiumhydride beträgt
0,5 - 0,7 und vorzugsweise 0,5 bis 0,6 Moläquivalent, bezogen auf das Lacton (V).
Die Reaktionstemperatur sollte auf einem Wert unter 0°C und vorzugsweise auf -10
bis -20°C eingestellt werden. Nach Beendigung der Reaktion wird Eiswasser zugesetzt,
um eine überschüssige Menge des Lithiumaluminiumhydrids zu zersetzen. Das Reaktionsprodukt
wird auschliessend abgetrennt und zur Gewinnung von 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-ol
(VI) gereinigt. Dieses Verfahren
zeichnet sich dadurch aus, dass
durch Steuerung der Menge des Lithiumaluminiumhydride sowie der Reaktionstemperatur
das Lacton, das ein sekundäres Amid aufweist, partiell in einer hohen Ausbeute reduziert
werden kann, ohne dass dabei anschliessend eine Reduktion der Amidgruppe zu einem
Halbacetal erfolgt.
-
Erfindungsgemäss kann das Halbacetal 5-Acetamid-6-methyltetrahydropyran-2-ol
(VI) ferner zur Synthetisierung von 3-Acetamid-2-methyl-3,4-dihydro-α-pyran
(VII) über Acetat- und Tetrahydropyran-Derivate in der vorstehend beschriebenen
Weise verwendet werden.
-
Das erwähnte Halbacetal (VI) wird mit Essigsäureanhydrid in Gegenwart
einer tertiären organischen Base, beispielsweise Pyridin, zur Gewinnung des Acetats
acetyliert. Die Menge jeweils an Essigsäureanhydrid und Pyridin beträgt das 3- bis
10-fache (bezogen auf das Gewicht) und vorzugsweise das 5- bis 6-fache der Menge
des Halbacetals (VI). Die Reaktionstemperatur liegt vorzugsweise zwischen 5 und
50°C, während eine entsprechende Reaktionszeit zwischen 2 und 5 Stunden liegt. Zusätzlich
zu Pyridin können Lutidin, Picolin oder dergleichen verwendet werden. Nach Beendigung
der Reaktion wird die Reaktionsmischung unter vermindertem Druck weiter konzentriert,
worauf die restliche Flüssigkeit einer Destillation unter einem verminderten Druck
von 3 - 10 mm#g unter Erhitzen auf 120 - 150°C unterzogen wird.
-
Dabei fällt 3-Acetamid-2-methyl-3,4-dihydro-α-pyran (VII) in
hoher Ausbeute an. Diese Verbindung kann in einfacher Weise in eine Verbindung umgewandelt
werden, die sich zur Synthetisierung von Kasugamycin oder dessen Homologen eignet.
-
Im letzteren Falle wird das Halbacetal (VI) zuerst mit Essigsäureanhydrid
in Gegenwart eines organischen Lösungsmittels
acetyliert, wobei
3-Diacetylamino-2-methyl-3,4-dihydro-α-pyran (VIII) erhalten wird. Als verwendetes
organisches Lösungsmittel kommt zur Durchführung dieses Verfahrens eine tertiäre
Base, insbesondere Pyridin, in Frage. Die geeignete Reaktionstemperatur liegt zwischen
120 und 150°C, während die Reaktionszeit vorzugsweise 12 - 15 Stunden beträgt. Bei
der Umsetzung von 3-Diacetylamino-2-methyl-3,4-dihydro-α-pyran (VIII) mit
Nitrosylchlorid zur Gewinnung von 2-Chlor-5-Diacetylamino-6-methyl-3-nitrosotetrahydropyran
(IX) wird als Lösungsmittel in zweckmässiger Weise ein halogeniertes Lösungsmittel
verwendet, beispielsweise Methylenchlorid, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff oder
dergleichen. Methylenchlorid ist das geeignetste Lösungsmittel. »ieses Verfahren
zeichnet sich dadurch aus, dass das Nitrosylchlorid nur mit r der Doppelbindung
reagiert, wobei die Acetamidgruppe in eine Diacetylaminogrppe umgewandelt wird,
welche keinen aktiven Wasserstoff besitzt.
-
zur 3ehandlung von 2-Chlor-5-diacetylamino-6-methyl-3-nitrosotetrahydropyran
(IX) mit einem niederen Alkohol zur Gewinnung des Acetals des Nitrosodimeren (X)
kann jedes Lösungsmittel, das keinen aktiven Wasserstoff besitzt und die Verbindung
(IX) zu lösen vermag, eingesetzt werden, wobei jedoch Methylenchlorid am meisten
bevorzugt wird. Als Neutralisierungsmittel für die als Nebenprodukt anfallende CHlorwasserstoffsäure
können Silbercarbonat, Quecksilber(II)-cyanid oder dergleichen verwendet werden.
Das für die Reaktion des Dimeren (X) zur Gewinnung von Tetrahydropyranderivaten
(XI) verwendete Lösungsmittel kann aus Wasser, Alkohol, Essigsäure oder dergleichen
bestehen, wobei jedoch Essigsäure das geeignetste Lösungsmittel ist. Als Reduktionskatalysatoren
zur Reduktion des Dimeren (X) kommen Platin, Palladium, Raneynickel oder dergleichen
in Frage, wobei jedoch Adams-Platinoxyd am meisten bevorzugt wird. Zur Hydrolyse
der
Diacetylaminogruppe zu der Acetamidgruppe kann Jedes stark
saure Ionenaustauscherharz verwendet werden. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch
aus, dass das Acetal des Nitrosodimeren (x) durch Ersatz von -Chloräther erhalten
wird, wobei die Hydrolyse und Isolierung der gewünschten Verbindung gleichzeitig
mittels eines stark sauren Ionenaustauschers durchgeführt werden kann.
-
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne sie zu beschränken.
-
Beispiel 1 10 g 6-Methyl-3,4-dihydro-2H-pyran-2-on (1), gelöst in
50 ml Methylenchlorid, werden mit 6,7 g Nitrosylchlorid unter einer Stickstoffatmosphäre
unter Rühren bei -60 bis -50°C behandelt.
-
Bis zur Beendigung der Umsetzung verstreichen ungefähr 3 Stunden.
-
Kristalline Niederschläge (II) werden aus der Lösung durch Filtration
abgetrennt, worauf diese Niederschläge mit 50 ml kaltem Äther gewaschen werden.
F. 74°C (15,36 g, 97 %ige Ausbeute).
-
Analyse: C12H16N2O6Cl2 Berechnet: C 40,58, H 4, 54, N 7,89 O 27,03
Gefunden: C 40,36, R 4,61, N 7,73, 0 26,75.
-
Beispiel 2 5 g DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure (IV) werden
mit 25 ml Essigsäureanhydrid bei Zimmertemperatur 12 Stunden lang behandelt, wobei
eine durchsichtige Lösung erhalten wird. Ein Überschuss an Essigsäureanhydrid und
Essigsäure wird bei 35 - 4000 unter vermindertem Druck soweit wie möglich entfernt,
worauf der Rückstand unter vermindertem Druck destilliert wird. Dabei
Entfernung
von unlöslichen Materialien behandelt. Nach der Entfernung des Lösungsmittels fallen
0,9 g der rohen 4-Oximino-5-oxohexansäure (III) an. Sie wird aus Chloroform umkristallisiert,
wobei farblose nadelartige Kristalle erhalten werden, deren F. 94 - 95,5°C beträgt.
Die Ausbeute wird zu 84 % ermittelt.
-
Analyse: C6H9NO4 Berechnet: C 45,28, H 5,70, N 8,80, O 40,22 Gefunden:
C 45,19, H 5,67, N 8,84, O 40,14.
-
Beispiel 3 12 g 4-Oximino-5-oxohexansäure (III), gelöst in 150 ml
Wasser, werden katalytisch mit 0,3 g Platinoxyd während einer Zeitspanne von 10
Stunden bei Zimmertemperatur reduziert. Nach der Reaktion wird der Katalysator durch
Filtration entfernt, worauf das Filtrat auf ungefähr 10 ml kondensiert wird. Durch
Zugabe von 150 ml Äthanol wird aus den rohen kristallinen Materialien nach einer
Umkristallisation aus einem gemischten Lösungsmittel aus Wasser und Äthanol DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure
(IV) (F. 184 - 185°C) erhalten. Die Kristalle fallen in einer Menge von 7,88 g (Ausbeute
71 %) an.
-
Analyse: C6H13NO3 Be Berechnet: C 48,96, H 8,90, N 9,52, O 32,62 Gefunden:
C 48,94, H 8,85, N 9,74, O 32,86.
-
Beispiel 4 5 g DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure (IV) werden
mit 25 ml Essigsäureanhydrid bei Zimmertemperatur 12 Stunden lang behandelt, wobei
eine durchsichtige Lösung erhalten wird. Ein Überschuss an Essigsäureanhydrid und
Essigsäure wird bei 35 - 40°C unter vermindertem Druck soweit wie möglich entfernt,
worauf der Rückstand unter vermindertem Druck destilliert wird. Dabei
werden
6,5 g (Ausbeute 93 %) des N-acetylierten Lactons (V) (Kp 165 - 168°C/0,22 mmHg)
erhalten.
-
Analyse: C8H13NO3 Berechnet: C 56,12, H 7,65, N 8,18, O 28,04 Gefunden:
C 56,34, H 7,84, N 8,21, O 28,05.
-
Beispiel
9 g des N-acetylierten Lactons (V) werden in 100 ml eines wasserfreien Tetrahydrofurans
gelöst und allmählich mit Lithiumaluminiumhydrid (23 ml einer 4,57 %igen Tetrahydrofuranlösung)
behandelt, wobei die Reaktionstemperatur bei -20 bis -10°C gehalten wird. Die Reaktionsmischung
wird 1 Stunde lang bei -20°C unter Rühren stehengelassen und anschliessend mit 50
ml Tetrahydrofuran und 4 ml Eiswasser behandelt. Nach der Entfernung der unlöslichen
Materialien wird das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt, wobei rohe
kristalline Niederschläge erhalten werden, die aus einem gemischten Lösungsmittel
aus Aceton und Äther umkristallisiert werden. Dabei werden 6,37 g (Ausbeute 70 %)
farbloser nadelartiger Kristalle (VI) erhalten (F. 139 bis 141°C).
-
Analyse: C8H15NO3 Berechnet: C 55,47, H 8,73, N 8,09, O 27,71 Gefunden:
C 55,43, H 8,68, N 7,83, O 27,72.
-
Beispiel
4,3 g DL-Erythro-4-amino-5-hydroxyhexansäure (IV) werden in 100 ml Wasser und 5,1
ml einer 37%igen Formalinlösung gelöst, worauf 3 g einer Aktivkohle, auf der sich
5 %Paladium befinden, der Lösung zugesetzt werden. Nach einer 1-stündigen Reaktion
bei Zimmertemperatur wird der Katalysator durch Filtrati@@ entfernt, worauf nach
der Entfernung des Lösungsmittels ein
festes Material erhalten
wird. Dieses Material wird aus einem gemischten Lösungsmittel aus Methanol und Äther
umkristallisiert, wobei 5,0 g (Ausbeute 97,7 %) farbloser plattenartiger Kristalle
aus DL-Erythro-4-dimethylamino-5-hydroxyhexansäure (F. 158-159°C, Ausbeute 97,7%)
erhalten werden.
-
Analyse: C8H17NO3 Berechnet: C 54,83, H 9,78, N 7,99, O 27,39 Gefunden:
C 54,93, H 9,83, N 8,26, O 27,89.
-
2 g der Dimethylaminosäure werden mit 20 ml Essigsäureanhydrid bei
Zimmertemperatur 12 Stunden lang behandelt. Ein Überschuss an Essigsäureanhydrid
wird unter vermindertem Druck entfernt, wobei 1,7 g (Ausbeute 94,7 %) eines farblosen
öligen Materials (VIII) erhalten werden (Kp 114 - 115°C/5 mmHg). Das Pikrat besitzt
einen F. von 153 - 154°C.
-
Analyse: C4H18N4O9 (Pikrat) Berechnet: C 43,52, H 4,70, N 14,50, 0
37,27 Gefunden: C 43,52, H 4,76, N 14,16, 0 37,29.
-
Zu einer Lösung von 1,57 g des Lactons (VIII), gelöst in 10 ml eines
wasserfreien Tetrahydrofurans, werden 4,4 ml einer 4,3 %igen Tetrahydrofuranlösung
von Lithiumaluminiumhydrid während einer Zeitspanne von 10 Minuten zugesetzt, worauf
die Temperatur unterhalb -10°C gehalten wird. Die Reaktionsmischung wird 1,5 Stunden
lang bei -10 bis -20°C gerührt. Nach der Zersetzung des überschüssigen Lithiumaluminiumhydrids
mit Wasser werden unlösliche Materialien durch Filtration entfernt. Das Filtrat
wird unter vermindertem Druck destilliert, wobei 1,1 g (Ausbeute 90 %) DL-Forosamin,
d.h. 3-Dimethylamino-2-methyl-3,4-dihydropyran-2-ol, Kp 92 - 94°C/2 mmHg, erhalten
werden. Das Pikrat besitzt einen F. von 155,5 - 157 °C.
-
Analyse: C14H20N4O9 Berechnet: C 43,30, H 5,19, N 14,43, O 37,08 Gefunden:
C 43,38, H 5,46, N 14,20, O 36,98.
-
Beispiel
1 g eines Halbacetals (VI) wird mit 5 ml Essigsäureanhydrid und 5 ml Pyridin bei
Zimmertemperatur 3 Stunden lang behandelt. Nach der Entfernung von überschüssigem
Essigsäureanhydrid unter vermintertem Druck wird der Rückstand unter vermindertem
Druck destilliert, wobei ein hellgelbes Öl (Kp 125 - 128°C/3 mmHg) erhalten wird.
Dieses Öl wird mit n-Hexan verrieben, wobwi 0,85 g (Ausbeute 95%) eines kristallinen
Materials (VII) (F. 58 - 59°C) erhalten werden.
-
Analyse: C8H13NO2 Berechnet: C 61,12, H 9,62, N 8,91, O 20,35 Gefunden:
C 61,33, H 9,77, N 8,95, O 20,40 Beispiel
10 g eines Halbacetals (VI) werden mit 50 ml Essigsäureanhydrid und 50 ml Pyridin
unter Rückfluss 8 Stunden lang behandelt. Nach der Reaktion wird zuerst ein Überschuss
an Essigsäureanhydrid und Pyridin unter vermindertem Druck entfernt, worauf der
Rückstand unter vermindertem Druck destilliert wird. Dabei wird ein N-Diacetyldihydropyran
(VIII) in einer Menge von 7,97 g (Ausbeute 70 %) erhalten (Kp 110 - 111°C/3,5 mmHg).
-
Analyse: C10H15NO3 Berechnet: C 60,89, H 7,67, N 7,10, O 24,34 Gefunden:
C 61,08, H 7,84, N 7,18, O 24,05 Beispiel
Zu einer Lösung des N-Diacetyldihydropyrans (VIII) (3 g in 10 ml Methylenchlorid)
wird bei -70°C solange Nitrosylchlorid zugesetzt,
bis die Farbe
braun wird. Nach der Reaktion werden bei -70°C 300 ml eines gut abgekühlten Äthers
der Reaktionsmischung zur Gewinnung einer Emulsion zugesetzt. Ein Überschuss an
Nitrosylchlorid wird mittels eines Verdampfers entfernt. Dabei scheidet sich ein
weisser Niederschlag an den Wänden ab. Dieser Niederschlag wird mit wasserfreiem
Äther ausgewaschen. Das weisse Pulver (IX), das in einer Menge von 3,33 g in einer
Ausbeute von 83 % anfällt, besitzt einem F. von 75 - 76°C (Zersetzung).
-
Analyse: (C10H15N2O4Cl)2 Berechnet: C 45,72, H 5,76, N 10,67 Gefunden:
C 45,63, H 5,80, N 10,66.
-
Beispiel
Zu einer Suspension aus 0,4 g des Chlornitrosodimeren (IX) und 0,4g Quecksilber(II)-cyanid
in 20 ml Methylenchlorid werden 10 ml Methanol zugesetzt, worauf die Mischung bei
Zimmertemperatur 3 Stunden lang zur Gewinnung einer durchsichtigen Lösung gerührt
wird. Nach der vollständigen Entfernung des Lösungsmittels wird ein kristallines
Material erhalten. Es wird aus einem gemischten Lösungsmittel aus Methanol und Methylenchlorid
umkristallisiert, wobei farblose Kristalle in einer Menge von 0,32 g (Ausbeute 76,5
%) des Methylglycosids (X, R=CH3) mit einem F. von 135 - 136°C (0,32 g) erhalten
werden.
-
Analyse: (C11H18N2O5)2 Berechnet: C 51,15, H 7,03, N 10,85 O 30,98,
Molekulargewicht 516,5 Gefunden: C 51,25, H 7,05, N 10,73, O 30,51, Molekulargewicht
530,5 (mittels eines Dampfdruckosmometers).
-
Beispiel
Durch die Verwendung von Äthanol anstelle von Methanol in Beispiel 10 wird das Äthylglycosid
(X, R=C2H5) in einer ausgezeichneten
Ausbeute (F. 139 - 140°C)
erhalten.
-
Analyse: (C12H20N2O5)2 Berechnet: C 60,89, H 7,67, N 7,10 O 24,34
Gefunden: C 61,08, H 7,84, N 7,18, O 24,05.
-
Beispiel
Durch die Verwendung von Isopropanol anstelle von Methanol in Beispiel 10 wird das
Isopropylglycosid (X, R=Isopropyl) in ausgezeichneten Ausbeuten (F. 129 - 130°C)
erhalten.
-
Analyse: (C13H22N2O5)2 Berechnet: C 54,53, H 7,75, N 9,45 O 27,94
Gefunden: C 54,57, H 7,63, N 9,45, O 27,99.
-
Beispiel
Das Methylglycosidnitrosodimere (X, R=CH3) wird in einer Menge von 1 g in Essigsäure
gelöst und mit Platinoxyd nach einer üblichen katalytischen Methode reduziert. Nach
der Reaktion werden 800 ml Wasser zugesetzt, worauf die Mischung durch eine Säule
aus Dowex 50W X4 (100 - 200 mesh, 1,5 x 25 cm) geleitet wird.
-
Die Säule wird einmal mit 200 ml Wasser gewaschen und anschliessend
mit 0,2 n NH4OH eluiert.
-
Die Fraktionen, welche einen pozitiven Ninhydrintest ergeben, werden
vereinigt, worauf nach der Entfernung des Lösungsmittels 0,8 g eines festen Materials
erhalten werden. Das Material wird in 20 ml Wasser geläst und mit einer äquivalenten
Menge Chlorwasserstoff behandelt. Nach der Entfernung des Lösungsmittels wird das
kristalline Monohydrochlorid von N-Acetyl-DL-methylkasugaminid (XI, R=CH3) in einer
96 %igen Ausbeute erhalten (F. 203 - 204°C).
-
Analyse: C9H18N2O3.HCl, Berechnet: C 45,28, H 8,02, N 11,74, O 20,11
Gefunden: C 45,55, H 8,04, N 11,54, O 20,09.
-
Das N-Acetylderivat (XI, R=CH3) lässt sich in einfacher Weise bei
Zimmertemperatur unter Verwendung von Bariumhydroxyd während einer Zeitspanne von
48 Stunden hydrolysieren, wobei Methyl-α-DL-kasugaminid, d.h. Methyl-2,4-diamino-2,3,4,6-tetradesoxy-α-arabinohexopyranosid,
erhalten wird.
-
Beispiel
Eine ähnliche Behandlung des Chlornitrosodimeren (IX) mit 1:2:3:4-di-O-Isopropyliden-D-inosit
nach der in Beispiel 10 beschriebenen Arbeitsweise, worauf sich eine Hydrierung
über einem Platinkatalysator nach der in Beispiel 13 beschriebenen Arbeitsweise
anschliesst und eine Rückflussbehandlung in einer 50 %igen Essigsäure durchgeführt
wird, liefert N4-Acetylkasuganobiosamin (XI, R= Rückstand von D-Inosit) mit einem
F. von 139 - 142°C. Die Behandlung dieser Verbindung mit Bariumhydroxyd nach der
in Beispiel 13 beschriebenen Arbeitsweise ergibt Kasuganobiosamin, d.h. das 2,4-Diamino-2,3,4,6-tetradesoxy-α-arabinohexopyranosid
von D-Inosit.