DE1944155C - Verfahren zum Klassieren von feuch tem, tonige Bestandteile enthaltendem Roherz - Google Patents
Verfahren zum Klassieren von feuch tem, tonige Bestandteile enthaltendem RoherzInfo
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Description
35
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Klassieren von feuchtem, tonige Bestandteile enthaltendem
Roherz, bei dem das Roherz mit getrocknetem Feingut versetzt und abgesiebt wird.
Das Klassieren feuchten Siebguts ist insbesondere dann sehr schwierig, wenn das Siebgut einen wesentlichen
Anteil eines klebrigen Feinkorns enthält. Es sind zwar bereits Siebmaschinen bekannt, die bei der
Aufgabe eines Siebguts mit klebrigem, beispielsweise tonartigem Feinkorn nicht verstopfen. Dadurch wird
zwar die Funktionsfähigkeit der Maschine erhalten; ein völliges Trennen des Fein- oder des Grobkorns
läßt sich jedoch nicht erreichen, da das Grobkorn nicht von dem anhaftenden Feinkorn getrennt wird
und außerdem durch Feingut-Agglomerate mit größerem Durchmesser verunreinigt ist.
Um die mit der Feuchte verbundenen Schwierigkeiten auszuschalten, kann das Rohgut vor dem Sieben
auch gewaschen oder getrocknet werden. Das Waschen ist aber schon wegen der dafür erforderlichen
großen Wassermengen sehr teuer.
Eine weitere Kostenerhöhung ergibt sich daraus, daß das Waschwasser gereinigt werden muß. Der
Nachteil des Trocknens besteht dagegen darin, daß für das Verdampfen der im Rohgut enthaltenen
Feuchtigkeit eine erhebliche Wärmemenge erforderlich ist und zudem die Trocknungsabgase wegen ihres
zum Teil hohen Staubanteils gereinigt werden müssen. Diese Nachteile weist beispielsweise ein aus der
deutschen Patentschrift 730 902 bekanntes Verfahren auf. bei dem im Wirbelbett ein feuchtes, jedoch mit
getrocknetem Feingut versetztes Rohgut ohne vorheriges Absieben getrocknet und danach das Grobe abgesiebt wird. Das abgesiebte Grobe wird dann zerkleinert
und durch Sieben vom Feingut getrennt, das seinerseits dem feuchten Rohgut beigemengt wird.
Der entscheidende Nachteil dieses Verfahrens ist der für die Trocknung des gesamten Rohguts, d. h. des
Grob- und des Feinguts erforderliche hohe Wärmebedarf und der hohe Staubanteil im Abgas, der aus
der Trocknung des gesamten Rohguts enthaltenen Feinguts resultiert.
Bei einem aus der deutschen Patentschrift 588 498 bekannten Verfahren kann ebenfans das feuchte
Rohgut mit trockenem Feingut versetzt werden; es wird anschließend abgesiebt, wobei ein wesentlicher
Teil des Feinguts getrocknet und als Kreislaufmaterial dem feuchten Rohgut zugesetzt wird. Das bekannte
Verfahren ist auf das Trocknen von gebro chenem Steinmaterial gerichtet und eignet sich nicht
zum Klassieren siebschwierigen Guts, bei dem ein Feingut, insbesondere haft- und fehlkornfreies Grobkorn
gewonnen werden soll, da bei dem bekannten Verfahren ein Grobkorn anfällt, das nicht vom Haft-
und Fehlkorn befreit ist. Außerdem erfordert das bekannte Verfahren einen beträchtlichen Wärmeaufwand,
da der Trocknung ein beim Absieben anfallendes, einen hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweisendes
Feingut unterworfen wird.
Bekannt ist aus dem deutschen Gebrauchsmuster 1881492 auch ein Vertikaltrockner mit mehreren
übereinander jeweils zwischen an der Innenwandung befestigten Ablaufkonen und Stauelementen für das
im Gegenstrom zum Heizgas geführte Behandlungsgut auf einer angetriebenen Welle angeordneten horizontalen
Schleudertellern. Bei dieser Vorrichtung wird das Trocknungsgut über einen Aufgabetrichter
kontinuierlich von oben in den Trockner eingeführt.
Schließlich ist aus der deutschen Auslegeschrift eine Austragvorrichtung für Schachtofen bekannt,
die im weesntlichen aus einem von unten in den Schacht ragenden konischen Rotationskörper und
einer unterhalb desselben und des Schachtofens angeordneten Platte zum Abstützen des Gutes sowie im
unteren Teil des Schachts angeordneten Radialrippen besteht.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht nun darin, die Nachteile der bekannten Verfahren
zu beheben und insbesondere ein wärmewirtschaftlich günstiges und mit verhältnismäßig geringem
technischem Aufwand durchzuführendes Verfahren zu schaffen, mit dem es gelingt, bei verhältnismäßig
geringem Energieaufwand bei einem Rohgut mit tonigen Bestandteilen das Feingut fast völlig dem
Grobgut zu trennen; ohne daß Betriebsstörungen durch Verkleben der Siebflächen eintreten. Zur Lösung
dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, daß bei dem eingangs erwähnten Verfahren erfindungsgemäß
das beim Absieben anfallende feuchte Feingut abgezweigt, das Grobgut unter Rühren thermisch getrocknet,
danach das Feingut abgesiebt und dem frischen Rohgut beigegeben wird.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist der Vorteil verbunden, daß der Trocknung lediglich das
nach dem ersten Absieben verbleibende, mit Haft- und Fehlkorn verunreinigte Grobgut unterworfen
wird, während das beim ersten Absieben anfallende Feingut mit hohem Feuchtigkeitsgehalt aus dem Ver-
"ι
fahren ausscheidet und damit die Wärmebilanz nicht mehr belastet Dabei gelingt es, beim ersten Absieben
etwa 60 bis 70 % der im gesamten Rohgut enthaltenen Feuchtigkeit aus dem Verfahrenszyklus zu entfernen.
Die Bewegung des Grobguts bewirkt eine besonders rasche Trocknung unter gleichzeitigem Trennen
des Grobguts vom Haft- und Fehlkorn. Dies geschieht erfindungsgemäß in der Weise, daß das
Grobgut in einem Schachttrockner mit einer Trocknungszone durch Heizgase so beheizt wird, daß über
der Trocknungszone stets feuchtes, als Staubfilter dienendes Siebgut aufgeschüttet wird. Vorzugsweise
wird das Trocknungsabgas im groben Siebgut auf unter 10G° C abgekühlt.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt unter Verwendung eines Schachttrockners mit einer in der
Längsachse angeordneten, angetriebenen, oberhalb des Siebgutauslasses einen Hohlkegel tragenden und
mit Rührarmen versehenen Welle und mit einem in so das Einlaßende hineinragenden Aufgabetrichter
durchführen, dessen Mantel mit dem Mantel des Schachttrockners einen Abgasspalt bildet und der im
Abstand vom Einlaßende angeordnete Heizbrenner besitzt
u K für das eetrocknete Grobgut verbunden ist
μ f Im «A 35Γ befindet sich eine Feingutkamm«
Unter demSlf ~.^ dem Förderband 8 endet.
eelangt vom
Trockensieb 6 über
Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieleii
des näheren erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
F i g. 2 einen vertikalen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Schachttrockner.
Die erfindungrgemäße Vorrichtung besteht aus einem Mischer 3, einem Feuchtsieb 4, einem
Schachttrockner 5 und einem Trockensieb 6, zwisehen denen Förderbänder 7, 8, 9, 11, 12 angeordnet
sind. Der Mischer 3 besteht aus einer Mischtrommel 13, einem Aufgabetrichter 14 für das feuchte Rohgut
und einem weiteren Aufgabetrichter 15 für das trokkene Feingut. Im Innern des Mischers 3 befinden
sich von einem Motor 16 angetriebene (nicht dargestellte) Mischarme. Das Mischgut verläßt den Mischer
3 über einen Drehteller 17.
Dem Mischer 3 ist ein Feuchtsieb, beispielsweise ein Spannwellensieb mit einer 3 mm-Lochung nachgeordnet,
das von einem Motor 18 angetrieben wird. Die Auslaßrutsche 19 endet über dem Förderband
. 11, während die Feingutkammer 21 über einem Förderband 22 zum Abtransport des feuchten Feingutes
endet.
Der Schachttrockner 5 besteht aus einem etwa zylindrischen Mantel 23, in dessen offenes Ende ein
Aufgabetrichter 24 so hineinragt, daß sich zwischen dem Trichter und dem Zylindermantel 23 ein Ringspalt
25 ergibt. Etwa auf halber Höhe des Zylinders 23 sind in einer Ebene mehrere Kammerbrenner 26
angeordnet. Der zylindrische Schacht 23 wird von einer Bodenplatte 21 verschlossen, durch die eine
von einem Motor 28 angetriebene Welle 29 mit Rührarmen 31 und einem Hohlkegel 32 mit Verschlußplatte
33 ragt. In der Bodenplatte 27 befindet sich ein Gutauslaß 34, der über dem Förderband 12 endet.
Dem Schachttrockner 5 ist das Trockensieb nachgeordnet, dessen Siebrahmen 35 mit einer Rut-,angt
am Fuß des Mischers 3 über den Drehteller 17
langt am r au ^ auf das verstüp.
?utsfiiarbecb2 Spannwellensieb 4 fällt. Das s.ch
η der Kammer 21 sammelnde Feingut wird über das
Förderband 22 beispielsweise einer Sinteranlage zu-Ξ-t
Das Feingut besitzt einen Feuchtigke.tsge-SS
von Π 0/. wXnd das über die Rutsche 19 und
das Förderband 11 in den Schachttrockners getaneende
Grobkorn und das mit ihm verbundene Haftkorn etwa 6 ·/«, Feuchtigkeit enthalten.
Durch den Aufgabetrichter 24 gelangt das grobe Siebgut kontinuierlich im Gegenstrom zu den die
Kammerbrenner 26 verlassenden Gasen in den zy-SdA
Schacht 23..DUjCh die Kammerbr
26 wird beispielsweise ein Heißgas von 1800 C mit
einer Geschwindigkeit von 300 m/sec in den Schacht
hineingedrückt. Das Heißgas kann die Schuttung im oberen Teil des Schachtes ohne weiteres durchströmen
da auf dem Feuchtsieb 4 so viel Feingut abgesiebt worden ist, daß das grobe S.ebgut eine ausreichende
Gasdurchlässigkeit besitzt. Das aufsteigende Heißgas gibt seine fühlbare Wärme an das Siebgut ab
und wird gleichzeitig durch die fortlaufende Gasumlenkung an den einzelnen Teilchen vom mitgeführten
Staub Ls der im Bereich der Brenner 26 liegenden Trocknungszone befreit.
Die ständige Bewegung des Siebgutes mittels der Rührarme 31 und dem gegebenenfalls mit Rippen
besetzten Kegel 32 führt zu einem fast völligen Abrieb des beim Niedergang allmählich trocknenden am
Grobkorn haftenden Feingutes. Das Feingut sammelt sich im unteren Teil des Schachtes 23 und macht
dessen Schüttung so dicht, daß das unter Druck eingeleitete Heißgas nur nach oben strömen kann, wo es
den Schacht 23 bis nahezu auf Raumtemperatur abgekühlt, durch den Ringspalt 25 verläßt.
Das am Fuß des Schachtes 23 befindliche Gemisch aus sauberem Grobkorn und trockenem Feingut gelangt
über das Förderband 12 auf das Trockensieb 35, von dem das Grobkorn über die Rutsche 36 aus
dem Zyklus genommen wird. Das sich in der Kammer 37 sammelnde trockene Feingut wird über das
Förderband 8 dem Mischer 3 zugeführt.
Die besonderen Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens liegen nicht nur in der sauberen Trennung
des Grob- und Feinkorns sondern auch in dem geringen Wärmeverbrauch bei der Trocknung sowie
dem Wegfall jeder Gasreinigung.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Klassieren von feuchtem, tonige Bestandteile enthaltendem Roherz, bei dem
das Roherz mit getrocknetem Feingut versetzt und abgesiebt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß das beim Absieben anfallende feuchte Feingut abgezweigt, das Grobgut unter
Rühren thermisch getrocknet, danach das Feingut abgesiebt und dem frischen Rohgut beigegeben
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet
daß das Grobgut in einem Schachttrockner mit einer Trocknungszone durch Heizgase
so beheizt wird, daß über der Trocknungszone stets feuchtes, als Staubfilter dienendes Siebgut
aufgeschüttet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Trocknungsabgas im
groben Siebgut auf unter 1000C abgekühlt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Schachttrockners
(5) mit einer in der Längsachse an- as geordneten, angetriebenen, oberhalb des Siebgutauslasses
(34) einen Hohlkegel (32) tragenden und mit Rührarmen (31) versehenen Welle (29)
und einem in das Einiaßende hineinragenden Aufgabetrichter (24), dessen Mantel mit dem Mantel
(23) des Schachttrockners (5) einen Abgasspalt (25) bildet, und im Abstand vom Einlaßende angeordneten
Heizbrennern (26).
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