DE19504363C2 - Wandkonstruktion zum Schutz von Gebäuden vor Erschütterungen und Element zur Herstellung der Wandkonstruktion - Google Patents
Wandkonstruktion zum Schutz von Gebäuden vor Erschütterungen und Element zur Herstellung der WandkonstruktionInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Wandkonstruktion gemäß
dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie ein Abschalele
ment zum Herstellen dieser Konstruktion.
Gebäude und deren Fundamente erleiden vom Schienen-
und Straßenverkehr z. B. von unterirdisch durch Tunnel
geführten U-Bahnen, Erschütterungen, die nicht nur
für die Benutzer der Gebäude lästig sind, sondern auch
Schäden am Gebäude verursachen können. Zur Dämmung
derartiger Erschütterungen wird eine elastische Trennschicht
zwischen dem Fundament des Gebäudes und dem
Erdreich vorgesehen. Diese Trennschicht muß sorgfältig
auf das Energiespektrum der Erschütterungsquelle abge
stimmt werden, um Resonanzerscheinungen zu vermeiden.
Trotz sorgfältiger Wahl und Dimensionierung der Trenn
schicht ist nicht auszuschließen, daß z. B. aufgrund
eines Modellwechsels der U-Bahnwaggons spürbare Er
schütterungen am Gebäude, insbesondere im Nahbereich
der Erschütterungsquelle auftreten.
Die DE-PS 508 380 beschreibt eine Vorrichtung zum Schutz
von Gebäuden vor Erschütterungen, die durch das Erdreich
übertragen werden, mit einem im Erdreich angeordneten
und gegen das Erdreich von gegenüberliegenden Wänden
begrenzten Luftschlitz, dessen Fußpunkt gegen eindrin
gendes Grundwasser und/oder Erdreich abgestützt ist.
Die den Luftschlitz begrenzenden Wände werden von Tafeln
gebildet, die in einem Rahmen aus T-förmigen Halte
leisten lose eingesetzt sind. An den Rahmen greifen
Anker an, die nach entgegengesetzten Seiten in das
Erdreich hineingehen und den auf die Tafeln einwirkenden
Druck des angrenzenden Erdreiches auffangen. Zur Errich
tung der Wände, die sich in eine beachtliche Tiefe
von 10 m und mehr in die Erde erstrecken können, sind
große Baugruben erforderlich, um ein Zuschütten des
Luftschlitzes während des Einsetzens der Tafeln in
die Rahmen zu verhindern.
Aus der US-PS 5 173 012 ist weiter eine Vorrichtung
zum Schutz von Gebäuden vor Erschütterungen bekannt,
die durch das Erdreich übertragen werden. Bei dieser
Vorrichtung bestehen die den Schlitz im Erdreich begren
zenden Wände aus Beton und ist der Schlitz mit einem
Dämmwerkstoff gefüllt. Zur Errichtung der Betonwände
sind ebenfalls Baugruben mit erheblichen Abmessungen
erforderlich.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, einen unendlich langen
Luftschlitz von erheblicher Tiefe ohne große Baugrube
im Erdreich als Dämmelement von Gebäuden vor Erschütte
rungen bereit zu stellen.
Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Wandkonstruktion
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 dadurch gelöst, daß
die den Luftschlitz begrenzenden Wände Elemente einer
Schlitzwand sind, in der der Luftschlitz zwischen zwei
Spundwänden ausgebildet ist.
Mit dem nach der Erfindung zwischen den beiden wandarti
gen Elementen einer Schlitzwand vorgesehenen Luft
schlitz, dessen Dicke von schwingungstechnischen Gege
benheiten abhängt und der am Fußpunkt gegen eindringen
des Grundwasser und Erdreich abgesperrt sein kann,
werden die von der Erschütterungsquelle ausgehenden
Transversalwellen nicht und die Longitudinalwellen
stark gedämmt auf das gebäudeseitige Schlitzwandelement
auftreffen. Dabei gewährleisten die wandartigen Schlitz
wandelemente, deren zum Luftschlitz weisenden Flächen
in Horizontalrichtung zickzackförmig verlaufen können,
nicht nur die Standfestigkeit des Luftschlitzes, sondern
vermindern aufgrund der mehrfachen Wellenreflexion
auch den Transmissionsgrad der Erschütterungen, deren
Fortpflanzungsgeschwindigkeit sehr unterschiedlich
ist und deren Amplitudenspektrum im Bereich von etwa
3 Hz bis 85 Hz liegt. Dabei können insbesondere bei
sehr hohen Luftschlitzen zur Einhaltung von deren Dicke
im Luftschlitz sich horizontal erstreckende Distanz
leisten vorgesehen sein, die sich an den gegenüberlie
genden Erhebungen der den Luftschlitz begrenzenden
Spundwände abstützen und unter schwingungstechnischen
Gesichtspunkten dimensioniert sind.
Zum Herstellen des erfindungsgemäß die Erschütterungen
abschirmenden Luftschlitzes in einer Schlitzwand dient
ein Abschalelement, das während des Gießens des Betons
der Schlitzwand die Stirnseite eines Schlitzwandab
schnittes begrenzt und mit zwei Spundwandschlössern
an den jeweiligen Endbohlen der Spundwände gehalten
ist, zwischen denen der Luftschlitz gebildet wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zum Schutz von
baulichen Anlagen vor Erschütterungen wird noch anhand
der Zeichnungen beschrieben. Es stellen dar:
Fig. 1 einen schematischen Vertikalschnitt längs
der Linie B-B der Fig. 2 durch zwei
zwischen einer Erschütterungsquelle und
einer baulichen Anlage angeordnete Beton
wände mit einem innen liegenden Luft
schlitz,
Fig. 2 einen schematischen Horizontalschnitt
längs der Linie A-A der Fig. 1 in größe
rem Maßstab,
Fig. 3 bis 8 Horizontalschnitte der schematisch darge
stellten einzelnen Phasen der Herstellung
der in Fig. 1 und 2 beschriebenen Elemente
in Schlitzwandbauweise.
Zwischen dem Fundament 1 eines Gebäudes 2 und einer
unterirdischen Erschütterungsquelle 3, z. B. einem
Schnellbahntunnel, sind zwei Betonwände 4 vorgesehen.
Zwischen den Betonwänden 4 ist ein Luftschlitz 5, der
von zwei Spundwänden 6 begrenzt wird und am Fußpunkt
durch ein Stahlblech 7 gegen eindringendes Grundwasser
und Erdreich verschlossen ist, ausgebildet. Um zu ver
hindern, daß der auf die Betonwände 4 einwirkende Erd
druck den Luftschlitz 5 zusammendrückt, sind in densel
ben sich horizontal erstreckende Distanzleisten 8 einge
fügt, die sich an gegenüberliegenden Erhebungen der
Spundwände 6 abstützen. Nach oben wird der Luftschlitz
5 durch ein elastisches Fugenband 9 abgedichtet.
Zur Herstellung der vorstehend beschriebenen und in
den Fig. 1 und 2 dargestellten Betonwände 4, zwischen
denen ein Luftschlitz 5 ausgebildet ist, werden in
einen ersten Schlitzabschnitt 10 im Erdreich von der
Länge A-B, der mit einer Bentonitsuspension gefüllt
ist (Fig. 3), zwei Spundwände 6 eingesetzt, die den
Luftschlitz 5 begrenzen und sich im wesentlichen über
die gesamte Länge des Schlitzabschnittes 10 erstrecken
(Fig. 4). In den Luftschlitz 5 sind sich horizontal
erstreckende Distanzleisten 8 eingefügt, die sich an
gegenüberliegenden Erhebungen der Spundwände 6
abstützen, an deren Endbohlen 11 mit Spundwandschlössern
12 zylindrische Abschalelemente 13 gehalten sind. Die
Abschalelemente 13 erstrecken sich über die gesamte
Höhe der Spundwände 6 und begrenzen den Schlitzwandab
schnitt 10, der zwischen den Spundwänden 6 und dem
Erdreich bei gleichzeitigem Abpumpen der Bentonitsuspen
sion mit Beton gefüllt wird (Fig. 5), wodurch ein zwi
schen zwei Betonwänden 4 angeordneter Luftschlitz 5
erhalten wird.
Nach dem Aushärten des Betons und Ausheben eines weite
ren an das rechte (Fig. 5) Abschalelement 13 angrenzen
den und mit Bentonitsuspension gefüllten Schlitzab
schnittes 20 von der Länge B-C im Erdreich wird das
Abschalelement 13 von den Endbohlen 11 der Spundwände
6 gelöst. An die freien Enden der Endbohlen 11 werden
nunmehr zwei neue Spundwände 6 angefügt, zwischen denen
ebenfalls ein Luftschlitz 5 mit horizontalen Distanz
leisten 8 vorhanden ist. Im rechten Endbereich (Fig.
7) des Schlitzabschnittes 20 wird an den Endbohlen
11 der Spundwände 6 wieder ein zylindrisches Abschalele
ment 13 befestigt und der Schlitzabschnitt 20 angrenzend
an den Schlitzabschnitt 10 zwischen den Erdreich, den
Spundwänden 6 und dem Abschalelement 13 mit Beton ge
füllt (Fig. 8), so daß ein neuer Abschnitt der den
Luftschlitz 5 begrenzenden Betonwände 4 erhalten wird.
Weitere Abschnitte der Betonwände 4, zwischen denen
ein Luftschlitz 5 vorgesehen ist, werden in gleicher
Weise hergestellt.
Claims (4)
1. Wandkonstruktion zum Schutz von Gebäuden vor Er
schütterungen, die durch das Erdreich übertragen
werden, mit einem im Erdreich angeordneten und
gegen das Erdreich von gegenüberliegenden Wänden
(4) begrenzten Luftschlitz (5), dessen Fußpunkt
gegen eindringendes Grundwasser und/oder Erdreich
abgesperrt ist, zwischen der Erschütterungsquelle
(3) und dem Gebäude (2), dadurch gekennzeichnet,
daß die Wände (4) Elemente einer Schlitzwand sind,
in der zwei Spundwände (6) den Luftschlitz (5)
begrenzen.
2. Wandkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die zum Luftschlitz (5) weisenden
Flächen der wandartigen Betonkörper (4) in Horizon
talrichtung zickzackförmig verlaufen.
3. Wandkonstruktion nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen den Spundwänden (6) im Luft
schlitz (5) sich horizontal erstreckende Distanzleisten
(8) vorgesehen sind.
4. Abschalelement zum Herstellen einer Wandkonstruktion
nach Anspruch 1, das während des Gießens des Betons
der Schlitzwand die Stirnseite eines Schlitzwandab
schnittes (10, 20) begrenzt und mit zwei Spundwand
schlössern (12) an den jeweiligen Endbohlen (11)
der Spundwände (6) gehalten ist, zwischen denen
der Luftschlitz (5) gebildet ist.
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP2642031A1 (de) | 2012-03-22 | 2013-09-25 | Keller Holding GmbH | Verfahren zum Herstellen einer Abschirmanordnung zum Abschirmen von Erschütterungen im Boden sowie Vorrichtung hierfür |
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Citations (3)
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| DE508380C (de) * | 1928-03-22 | 1930-09-27 | Julius Baggesen | Vorrichtung zur Verhinderung der Fortpflanzung von Erschuetterungen im Erdboden |
| DE530625C (de) * | 1927-05-17 | 1931-07-30 | Julius Baggesen | Vorrichtung zur Abhaltung von Erschuetterungen, die vom Strassenbetrieb herruehren, an Gebaeuden |
| US5173012A (en) * | 1989-07-15 | 1992-12-22 | Clouth Gummiwerke Aktiengesellschaft | Ground-borne noise and vibration damping |
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1995
- 1995-02-10 DE DE19504363A patent/DE19504363C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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| DE19504363A1 (de) | 1996-02-08 |
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