DE19508944A1 - Selbstlenkvorrichtung - Google Patents
SelbstlenkvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Selbstlenkvorrichtung,
insbesondere für eine Landmaschine, mit mindestens einer
Ortungsvorrichtung ins besondere einer Erntegutkanten-
oder Reihenortungsvorrichtung, deren Ortungssignal(e)
einer Regelvorrichtung zugeführt ist, die mindestens ein
Lenkhydraulikstellsignal an eine elektrisch gesteuerte
Lenkhydraulik von lenkbaren Rädern der Landmaschine derart
abgibt, daß eine jeweilige Ortungssignalabweichung von
einem vorgegebenen Ortungskriterium, insbes. einer
Getreidekanten-Seitenlage, minimiert wird.
Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE-A-21 09 744
bekannt. Bei dieser Vorrichtung werden Ortungssignale
unmittelbar auf Steuermittel für die Lenkhydraulik
gegeben, so daß nur in sehr grober Weise eine Einhaltung
eines vorgegebenen Lenkkriteriums möglich ist.
Es ist Aufgabe der Erfindung eine erhöhte Genauigkeit der
Lenkung zu erreichen, auch wenn erhebliche die Lenkung
beeinflussende Betriebsänderungen auf das Fahrzeug
einwirken.
Die Lösung der Aufgabe besteht darin, daß die
Regelvorrichtung das Ortungssignal periodisch
digitalisiert und über eine digitalfunktionale Verknüpfung
der Ortungssignalabweichung von dem Ortungskriterium das
Lenkhydraulikstellsignal in einem Bereich nahe Null etwa
proportional und von dort jeweils zunehmend progressiv
erzeugt und an die Lenkhydraulik abgibt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Durch das Hinzunehmen weitere Eingangssignale in die
Regelvorrichtung wird die Regelcharakteristik vorteilhaft
beeinflußt. Weiterhin ist es vorgesehen, solche
Eingangssignale der Regelvorrichtung zuzuführen, welche
für die Sicherheit bedeutsam sind, so daß die
elektronische Regelvorrichtung dann außer Funktion gesetzt
wird, wenn diese entweder durch entsprechende
Bedienschalter oder auf Grund einer Fehlermeldung
abzuschalten ist. In diesem Sicherheitslenkzustand erfolgt
eine unmittelbare Steuerung der Hydraulik vom Lenkrad aus.
Zur Vereinfachung der Anpassung an unterschiedliche
Lenkbedingungen, dies kann eine Umrüstung des Fahrzeuges
betreffen oder dessen Einsatz in unterschiedlichen
Umgebungsbedingungen, ist es vorteilhaft vorgesehen, daß
die Regelvorrichtung über Fuzzyfizierungsregeln und
zugehörige Parameter gesteuert wird und die erzeugte
Lenksteuergröße über Defuzzyfizierungsregeln und
entsprechende Parameter in die Lenkhydraulikstellsignale
transformiert wird. Hierdurch ist es relativ einfach, über
qualitative Angaben die Steuervorgänge quantitativ in
bestimmter Weise vorzugeben.
Die Fuzzyfizierungsregeln und Parametern werden ebenso wie
die Defuzzyfizierungsregeln und Parameter über eine
Eingabevorrichtung entweder unmittelbar in die
Regelvorrichtung eingegeben oder über einen
Zentralprozessor, welcher mit der Regelvorrichtung
kommuniziert, bereitgestellt. Auch können sie in
elektrisch programmierbare Speicher, z. B. EPROM oder
EEPROM, eingespeichert werden.
Die verschiedenen Eingangssignale werden vorteilhaft
jeweils digitalisiert und in der Regelvorrichtung nach
ihrer Nullpunktlage und ihrer Bereichsgröße normiert.
Hierzu werden die jeweils äußersten Eingangssignale durch
entsprechende Auslenkung erzeugt und dabei ein Lernvorgang
der Normierungsgröße über die Eingabevorrichtung erregt.
Ebenso wird die Mittellage der verschiedenen Sensoren nach
deren Einstellung als Nullpunktlage erzeugt und von der
Regelvorrichtung gelernt.
In entsprechender Weise werden auch die
Defuzzyfizierungsparameter der Lenkhydraulik entsprechend
durch einen Lernprozeß erzeugt. Es hat sich hierfür
besonders vorteilhaft erwiesen, das Linksstellsignal und
das Rechtsstellsignal der Regelvorrichtung im Bereich nahe
der zugehörigen Nullpunkte überschneidend zu normieren,
wodurch ggf. ein verzögertes Ansprechen der Ventile in
seiner Auswirkung weitgehend eliminiert wird und ein
weitgehend proportionaler Durchgang der erbrachten
Stellfunktion zu Lenksteuergröße erreicht wird.
Im praktische Betrieb hat es sich beim Betrieb von einem
Mähdrescher vorteilhaft erwiesen, die Lenksteuergröße auf
einen oberen und einen unteren Grenzwert zu normieren, so
daß die Lenkhydraulik nicht die größtmöglichen Lenkwinkel
automatisch ansteuert.
Weiterhin hat sich vorteilhaft erwiesen, in der
Regelvorrichtung eine statistische Auswertung der
Lenksteuergröße vorzunehmen und die Genauigkeit der
Lenkung auf Grund der statistischen Parameter zu
beurteilen und abhängig davon, eine schrittweise Variation
der Fuzzifizierungsparametern vorzunehmen, so daß eine
Optimierung der Lenkung sukzessiv erreicht wird.
Als geeignet für die Beurteilung der Lenkgüte haben sich
als statistische Größe die Amplitudenstreuung, der
Amplitudenspitzenwert und auch der Spitzenwert der
Regelzeitkonstante erwiesen. Besonders vorteilhaft ist es,
eine Relativierung der Eingangssignale in Bezug auf die
Fahrgeschwindigkeit vorzunehmen, so daß die Lenkung
bezüglich des zurückgelegten Fahrweges erfolgt und die
Auslenkungen in dem einzuhaltenden Sollfahrwegbereich
bleibt und weitgehend unabhängig von der Geschwindigkeit
ist.
Für die Sicherheitsüberwachung der Regelvorrichtung ist es
vorgesehen, daß das periodische Signal des funktionalen
Betriebes auf eine externe Vorrichtung gegeben wird, die
das periodische Signal leichrichtet und einem
Sicherheitsrelais zuführt, dessen Schaltkontakt in Reihe
mit weiteren Sicherheitskontakten den Links-
Rechtssteuerventilen ihre Stromversorgung zuleitet, so daß
diese Ventile, wenn sie stromlos sind, federbelastet in
den sicheren, geschlossen Zustand versetzt werden.
Die digitale Steuerung ist in einem handelsüblichen 8-Bit-
Mikroprozessor leicht zu verwirklichen. Die Ein- und
Ausgabedaten und auch die durch Selbstoptimierung
erzeugten Parameter werden zweckmäßig in einem
Speichermedium abgelegt oder auch für eine spätere
Wiederverwendung unter ähnlichen Betriebsbedingungen
ausgegeben.
Die Regelvorrichtung kann mit verschiedenartigen
Ortungsvorrichtungen zusammenarbeiten deren Ortungssignale
in jeweils angepaßter normierter Form auswerten. So hat es
sich für einen Mähdrescher als günstig erwiesen, drei
Teilortungsvorrichtungen so anzuordnen, daß eine das
Stoppelfeld, eine zweite das Getreidefeld und eine dritte
die Getreidekante anvisiert, wobei die Signale der ersten
und der zweiten Teilortungsvorrichtung jeweils den
Normierungsbereich begrenzen und das dazwischenliegende
Signal des dritten Teilortungssensors auf diesen Bereich
bezogen, als das Ortungssignal weiter verarbeitet wird. Es
lassen sich auf diese Weise sowohl optische, insbesondere
infrarote, als auch akustische Sensorsignale auswerten.
Die Ortungsvorrichtung, welche die Getreidekante abtastet,
ist vorteilhaft so eingerichtet, daß sie einen Bereich
erfaßt, der mehrere Meter vor dem Schneidwerk der
Erntemaschine liegt, da diese andererseits an ihren
rückwärts gelegenen Rädern gelenkt wird und deshalb eine
Abweichung vom vorgesehenen Fahrweg nur nach einem
größeren zurückgelegten Fahrweg ausgeglichen werden kann.
Bei dieser Anordnung hat es sich als günstig erwiesen, das
Ist-Signal des Radstellwinkels als Eingangsgröße in die
Regelvorrichtung einzuführen, so daß praktisch
vorausschauend aus diesem Signal der spätere Weg der
Erntemaschine berücksichtigt wird. Hierzu hat es sich als
vorteilhaft erwiesen, ein zweidimensionales Kennlinienfeld
zu erstellen, dessen Eingangsgrößen das Ortungssignal und
das Radstellwinkelsignal sind und dessen Inhalte jeweils
die passende Lenksteuergröße bilden. Dieses Kennlinienfeld
wird nach und nach in seinen Eintragungen für eine
optimale Lenkung optimierend variiert.
Auch die Signale von bekannten mechanisch-elektrischen
Reihenabtastern, die an Maiserntern Verwendung finden,
lassen sich als Ortungssignale in der Vorrichtung
auswerten.
Anhand der Fig. 1 bis 7 sind vorteilhafte
Ausgestaltungen dargestellt.
Fig. 1 zeigt ein Übersichtsbild eines Mähdreschers mit
Fuzzy-Lenkvorrichtung;
Fig. 2 zeigt einen Bildausschnitt eines Maisernters;
Fig. 3 zeigt ein Funktionsschaltbild der Fuzzysteuerung;
Fig. 4 zeigt eine Teilfunktionsdarstellung;
Fig. 5 zeigt Normierungsfunktionen der Stellsignale;
Fig. 6 zeigt ein Getreidekantenabtaster mit
Bezugsortungsvorrichtungen;
Fig. 7 zeigt eine Sicherheitsschaltung.
Fig. 1 zeigt einen Mähdrescher (1) mit einem Mähwerk
(MW), welcher an einer Getreidekante (GK) eines
Getreidefeldes (GF) unter Einhaltung einer möglichst
geringen Abweichung von einer vorgegebenen
Getreidekantenseitenlage (GKS) automatisch gesteuert
entlangfahren soll. Oberhalb des Mähwerkes (MW) ist eine
Ortungsvorrichtung (OV) angeordnet, deren Ortungsstrahl
(OST) auf die Getreidekante (GK) orientiert ist, und deren
Ortungssignal (OS) einer Regelvorrichtung (ST) zugeführt
ist. Im vorgegebenen Beispiel ist die Regelvorrichtung
(ST) über einen genormten Datenbus (CAN) mit einem
Zentralprozessor (ZP) verbunden, über den auch die übrigen
Steuerprozesse des Mähdreschers überwacht werden. Hierzu
sind an dem Zentralprozessor eine Eingabetastatur (ET) und
eine Ausgabevorrichtung (AV) vorgesehen. Weiterhin nimmt
der Zentralprozessor von den Vorderrändern (VR) ein
Geschwindigkeitssignal (VS) auf und von dem Lenkrad (R)
Lenkradsignale (LRS). Von der Regelvorrichtung (ST) wird
die Lenkhydraulik (LH) mittels eines Linkssteuerventiles
(LV) und eines Rechtssteuerventils (RV) angesteuert, deren
hydraulischen Ausgänge die vorhandene Lenkhydraulik
beaufschlagen, die den Einschlag der Hinterrädern (HR)
bewirkt. An der Lenkvorrichtung wird ein
Radstellwinkelsignal (RWS) abgenommen und der
Regelvorrichtung zugeführt. Die Lenkstellventile (LV, RV)
sind federbelastet selbstsicher ausgeführt, so daß sie bei
Stromausfall geschlossen sind. In diesem Zustand wird die
Lenkung unmittelbar über die bekannte hydraulische
Steuerung vom Lenkrad (R) aus vorgenommen. In der
Bedienerkabine sind außerdem ein Hand-, ein Fuß- und ein
Sicherheitsschalter angeordnet, deren Signale der
Lenkstellventilanordnung aus Sicherheitsgründen zugeführt
sind und ebenfalls der Regelvorrichtung zugänglich gemacht
sind.
Es läßt sich erkennen, daß der Vorausabstand (VA) mit dem
der Ortungsstrahl (OST) die Getreidekante (GK) abtastet, in
etwa dem Abstand der Vorderräder (VR) von den Hinterrädern
(HR) entspricht. Auf diese Weise ergibt eine
Winkelabweichung der Mähdrescherachse zur Getreidekante,
die sich in dem Ortungssignal als Teilkomponente
darstellt, ein Äquivalent zu dem Radstellwinkelsignal.
Diese Winkelkomponente des Ortungssignales überlagert die
Komponente der Seitenabweichung der Richtungsachse des
Mähdreschers von dem vorgegebenen Sollweg, d. h. die
Komponente, die die Getreidekantenseitenlage (GKS)
erbringt.
Fig. 2 zeigt ein weiteres Beispiel einer
Ortungsvorrichtung an dem Erntewerk eines Maisernters
(1*). Dort sind in bekannter Weise Fühler (RA1, RA2) an
den Schneidwerkträgern so angeordnet, daß deren Enden eine
Maisreihe (MR) abtasten und an Sensoren (OVM) jeweils bei
unsymmetrischer Auslenkung entsprechende Ortungssignale
für eine Rechts- oder Linkskorrektur abgeben.
Fig. 3 zeigt ein schematisches Schaltbild der
Regelvorrichtung, die insbesondere eine
Fuzzyregelvorrichtung (FST) ist. Diese besteht aus einem
Fuzzyregelinterpreter (FRI), der aus den Eingangssignalen
die Lenksteuergröße (LSG) erzeugt, welche in einem
Defuzzyfizierungsinterpreter (DFI) in die eigentlichen
Lenksteuersignale (SHL, SAR) umgesetzt wird.
Als Eingangsgröße ist ein Ortungssignal (OS) vorgesehen,
welches über einen Ortungssignalnormierer (NO) durch
Normierungsparameter (NP) umgesetzt, dem Interpreter (FRI)
zugeführt wird. Außerdem wird das Radstellwinkelsignal
(RWS) über einen zugehörigen Normierer (NL) dem
Interpreter (FRI) zugeführt. Die Fuzzyregeln (FR) und
zugehörige Fuzzyparameter (FP) werden von der
Eingabevorrichtung über den Datenbus (CAN) in den
Interpreter eingegeben und dort abgespeichert. Die aus dem
Ortungssignal (OS) und dem Radstellwinkelsignal (RWS)
erzeugte Lenksteuergröße (LSG) wird mittels der
Defuzzyfizierungsregeln (DFR) und zugehöriger
Defuzzyfizierungsparameter (DFP) umgewandelt und in
Normierern der Lenkungssteuersignale (NDL, NDR) in Links-
Rechts-Steuersignale (SHL, SHR) der Lenkhydraulik (LH)
umgewandelt. Die Lenkhydraulik (LH) arbeitet auf die
Hinterräder (HR) und wird durch ein Linkssteuerventil (LV)
und ein Rechtssteuerventil (RV) jeweils mit einem Magneten
elektromagnetisch gesteuert betätigt. Die
Normierungsvorgaben (NV) und die Defuzzyfizierungsregeln
(DFR) und die Defuzzyfizierungsparameter (DFP) werden
beispielsweise ebenfalls über den Datenbus (CAN) aus dem
Zentralprozessor (ZP) eingespeist und eingespeichert.
In einer weiteren Ausbaustufe werden weitere
Eingangssignale nämlich ein Lenkradstellsignal (LRS) über
einen zugehörigen Normierer (NLR) weiterhin ein
Geschwindigkeitssignal (VS) über einen Normierer (NV) und
ein Mittenstellsignal (MS) über einen Normierer (NM) in
den Interpeter (FRI) eingegeben. Außerdem werden für die
Sicherheitsabfrage Schaltersignale von einem Handschalter
(HS) und einem Fußschalter (FS) und einem Notschalter (NS)
in den Interpreter (FRI) eingespeist.
Die Normierungsparameter (NP) für die Normierung der
Eingangssignale werden ebenfalls zweckmäßig aus dem
Datenbus (CAN) übernommen.
Die Ortungsvorrichtung (OV) kann entweder unmittelbar ihr
Ortungssignal (OS) in den Normierer (NO) einspeisen oder,
wie dargestellt, bereits digitalisiert über den Datenbus
(CAN) weiterführen. Die anderen Sensoren welche die
Eingangsgrößen erzeugen, liegen im allgemeinen in dem
Mähdrescher verteilt und geben ihre Signale über
zugehörige Digitalisierer und Rechner weiter.
Selbstverständlich können die Normierer jeweils zugehörig
unmittelbar dort im Sensorbereich installiert sein.
An den gelenkten Hinterrädern (HR) befindet sich ein
Lenkradstellungssensor (LSS), dessen Radwinkelsignal (RWS)
in geeigneter Weise als Eingangssignal benutzt wird.
Fig. 4 zeigt ein Beispiel der Fuzzyfizierung der
normierten Ortungssignale (NOS) und des normierten
Radwinkelsignales (NRWS) über jeweils zugeordnete
Datenfelder, deren Ausgangsdaten jeweils über eine
Fuzzyverknüpfung (MIN) an weitere Datenfelder (INFERENZ)
zwecks Defuzzyfizierung geleitet werden, wodurch die
Links- und Rechts-Lenkhydraulikstellsignale (SHL, SHR)
ausgangsseitig abgegeben werden.
Fig. 5 zeigt ein Beispiel der Umsetzung der
Lenksteuergröße in den beiden Normierern, die sich als
besonders zweckmäßig erwiesen hat. Hierbei werden die
beiden Stellsignale der Lenkventile, das Linksstellsignal
(SHL) und das Rechtsstellsignal (SHR) um den Nullpunkt
herum in einen Überdeckungsbereich (UB) überschneidend
ausgegeben, so daß die Ansprechschwelle der hydraulischen
Stellventile dabei berücksichtigt ist.
Weiterhin sind die beiden Stellsignale (SHL, SHR) jeweils
auf einen Grenzwert (GW1, GW2) beschränkt, so daß keine
extremen Lenksteuerausschläge der Räder auftreten können.
Die Größe des Überdeckungsbereiches (UB) und der
Grenzwerte (GW1, GW2) können im praktischen Betrieb
festgelegt und optimiert werden.
Fig. 6 zeigt eine Ortungsvorrichtung, die sich
insbesondere bei Ultraschall- und Infrarotortung bewährt
hat. Hierbei ist an dem Mähdrescher (1) am Schneidwerk
nahe der Getreidekante (GK) eine Ortungsvorrichtung mit
drei Teilvorrichtungen vorgesehen, von denen die erste
Ortungsteilvorrichtung (OV1) das bereits abgeerntete
Stoppelfeld erfaßt, die zweite Ortungsteilvorrichtung
(OV2) in das Getreidefeld (GF) gerichtet ist und die
dritte Ortungsteilvorrichtung (OV3) die Getreidekante (GK)
erfaßt. Die drei Teilortungsvorrichtungen lassen sich
auch, insbesondere bei optischer Ortung, mittels einer
Sensorzeile darstellen, von der jeweils ein Abschnitt über
ein geeignetes Fokussiersystem den drei Feldbereichen
zugeordnet ist. Die beiden Signale der außenliegenden
Ortungsbereiche werden als Referenzsignale für die obere
und untere Normierungsgrenze des Signales des in der Mitte
gelegenen Ortungsbereichs genutzt, wodurch eine immer
gleichbleibende Empfindlichkeit, trotz schwankender
Eingangssignaldifferenzen, gesichert ist.
Fig. 7 zeigt eine Sicherheitsschaltung (SS). Die
Spannungsversorgung der beiden Lenksteuerventile (LV, RV)
welche mit den Lenksteuersignalen (SHL, SHR) angesteuert
werden, wird über eine UND-Schaltung, d. h. eine
Serienschaltung von sicherheitsrelevanten Kontakten
geführt. Hierzu ist ein Ruhekontakt eines Notschalters
(NS) ein Arbeitskontakt eines Fußschalters (FS), ein
Arbeitskontakt eines Handschalters (HS) und ein
Arbeitskontakt (SK) eines Sicherheitsrelais (SR)
vorgesehen. Letzteres wird über ein periodisches
Betriebssignal (PS) von der Regelvorrichtung (ST)
angesteuert, indem es über einen Trennkondensator (C) auf
eine Gleichrichterbrücke (GB) gegeben wird und somit
gleichgerichtet das Sicherheitsrelais (SR) beaufschlagt.
Wenn die Regelvorrichtung nicht mehr periodisch arbeitet
oder aufgrund der Auswertung von Steuerkriterien eine
automatische Lenkung nicht mehr vorgenommen werden soll,
wird das Sicherheitsrelais (SR) nicht mehr bestromt und so
die Stromversorgung der hydraulischen Lenkventile (LV, RV)
abgeschaltet, so daß diese durch Federkraft geschlossen
werden. Die Ausgestaltung der Regelvorrichtung (ST), die
das periodische Betriebssignal erzeugt und die
Schaltschwelle des Sicherheitsrelais (RS) sind so
ausgebildet, daß auch bei Ausfall eines Bauteiles incl.
des Kondensators (C) oder eines Brückengleichrichters das
Relais (RS) abfällt und so die Sicherheitsschaltung die
Abschaltung der Automatik bewirkt.
Es hat sich gezeigt, daß bei herkömmlichen Mähdreschern
etwa 60% der Aufmerksamkeit des Fahrers für das Lenken der
Maschine beansprucht wurde. Die Lenktätigkeit ist deshalb
besonders anstrengend, da das Lenken mit den Hinterrändern
eine relativ lange Vorhaltezeit benötigt, bis eine
seitliche Lageänderung des Mähdreschers zur Getreidekante
auftritt, und danach muß durch ein entsprechendes
Gegensteuern wieder die Geradeausfahrt herbeiführt werden.
Das automatische Lenken ermöglicht bei praktisch völliger
diesbezüglicher Entlastung des Fahrers dadurch im
allgemeinen ein schnelleres Fahren und eine annähernd
vollständige Auslastung der Schneidwerksbreite bis auf
einen Sicherheitsrestabstand von 10 bis 20 cm.
Der Aufbau der Regelvorrichtung mittels eines digitalen
Rechners ermöglicht die völlige Integration des
Lenksystems in die übrige digitale Steuerung des
Mähdreschers. Durch einfache Parametrisierung und durch
eine Bedienung von der zentralen Bedienungskonsole der
Erntemaschine werden die jeweils notwendigen Regeln und
Parameter dem Prozessor vorgegeben; die Regelvorrichtung
selbst ist in ihrer Grundstruktur völlig neutral. Auch die
unterschiedlichsten Ortungssysteme lassen sich durch
einfache Parametrisierung und Normierung der Signale
anschließen, und es ist keine spezielle hardwaremäßige
Auslegung der Regelvorrichtung hierfür erforderlich. Durch
die Verwendung der Fuzzylogik lassen sich leicht weitere
vorhandene Zusatzinformationen in die Steuerung
einbringen, soweit diese für eine weitere Optimierung des
Regelvorganges nützlich erscheinen. Durch die automatische
Optimierung erhalten diese weiteren Informationen jeweils
die ihnen zukommende Relevanz.
Claims (26)
1. Selbstlenkvorrichtung, insbesondere für eine
Landmaschine (1), mit mindestens einer Ortungsvorrichtung
(OV), insbesondere einer Erntegutkanten- oder
Reihenortungsvorrichtung, deren Ortungssignal(e) (OS)
einer Regelvorrichtung (ST) zugeführt ist, die mindestens
ein Lenkhydraulikstellsignal (SHL, SHR) an eine elektrisch
gesteuerte Lenkhydraulik (LH) von lenkbaren Rädern (HR)
der Landmaschine (1) derart abgibt, daß eine jeweilige
Ortungssignalabweichung von einem vorgegebenen
Ortungskriterium, insbes. einer Getreidekanten-Seitenlage,
minimiert wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Regelvorrichtung (ST) das
Ortungssignal (OS) periodisch digitalisiert und über eine
digitalfunktionale Verknüpfung der Ortungssignalabweichung
von dem Ortungskriterium das Lenkhydraulikstellsignal
(SHL, SHR) in einem Bereich nahe Null etwa proportional
und von dort jeweils zunehmend progressiv erzeugt und an
die Lenkhydraulik (LH) abgibt.
2. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Regelvorrichtung (ST) als weitere
Eingangssignale ein Radstellwinkelsignal (RWS) von den
lenkbaren Rädern (HR) und/oder ein Geschwindigkeitssignal
(VS) eines Geschwindigkeitssensors und/oder ein
Lenkradstellungssignal (LRS) eines Lenkrades (R) und/oder
ein Mittenstellersignal (MS) sowie Schaltersignale (HS,
NS, FS) eines Handbetriebsschalters und/oder eines
Notschalters und/oder eines Fußbetriebsschalters zugeführt
sind und diese Eingangssignale unmittelbar oder
gruppenweise zusammengefaßt einem vorzugsweise
zweidimensionalen Kenndatenfeld periodisch adressierend
zugeführt sind, dessen Kenndaten die Regelvorrichtung
unmittelbar oder transformiert als die
Lenkhydraulikstellsignale (SHL, SHR) abgibt.
3. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Regelvorrichtung (ST) das
periodische Ortungssignal (OS) mittels
Fuzzyfizierungsregeln gemäß Fuzzyfizierungsparametern (FP)
in eine Lenksteuergröße (LSG) transformiert und diese nach
Defuzzyfizierungsregeln gemäß Defuzzyfizierungsparametern
(DFP) in das/die Lenkhydraulikstellsignale (SHL; SHR)
transformiert.
4. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß wenn mindestens eines der
Schaltersignale (HS, NS, FS) eine AUS-Stellung oder
Not-Stellung signalisiert, nur das Lenkradstellungssignal
(LRS) und nicht das Ortungssignal (OS) einen Beitrag zur
Lenksteuergröße (LSG) erbringt.
5. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fuzzyfizierungsregeln und -
parameter (FP) und/oder die Defuzzyfizierungsregeln und -
parameter (DFP) von einer Eingabevorrichtung (ET) in die
Regelvorrichtung (ST) eingeladen und dort gespeichert
werden oder in einem elektrisch ladbaren Programmspeicher,
einem EPROM oder EEPROM, abgespeichert sind.
6. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die periodisch von
der Regelvorrichtung (ST) aufgenommenen Eingangssignale
(OS, LRS, RWS) über mehrere der Perioden in der
Regelvorrichtung (ST) zwischengespeichert werden und
zusätzlich einen Beitrag zur Lenksteuergröße (LSG), ggf.
durch die Fuzzyfizierung, erbringen.
7. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingangssignale
(OS, LRS, RWS) jeweils in Eingangsgrößen umgewandelt und
in der Regelvorrichtung (ST) nach ihrer Nullpunktlage und
ihrer Bereichsgröße normiert werden, wozu jeweils
Normierungsparameter (NP) der Regelvorrichtung (ST) über
die Eingabevorrichtung (ET) zugeführt werden oder bei
jeweils vorgegebenen Abweichungen vom Ortungskriterium und
in ihrer Nullpunktlage durch eine Bedieneranweisung von
der Regelvorrichtung (ST) übernommen werden.
8. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Transformation
oder Defuzzyfizierung der Lenksteuergröße (LSG) in ein
Linksstellsignal (SHL), das ein zugeordnetes
Linkssteuerventil (LV) beaufschlagt, und ein
Rechtsstellsignal (SHR), das ein Rechtssteuerventil (RV)
beaufschlagt, erfolgt, von denen die Lenkhydraulik (LH)
links- bzw. rechtslenkend beaufschlagt ist.
9. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Linksstellsignal (SHL) und das
Rechtsstellsignal (SHR) in der Regelvorrichtung (ST)
jeweils in einem Bereich nahe deren Nullpunkten einander
in einem Überdeckungsbereich (UB) überschneidend normiert
sind.
10. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Regelvorrichtung (ST) das
Linksstellsignal (SHL) und das Rechtsstellsignal (SHR)
dann, wenn das Ortungssignal (OS) einen Beitrag zur
Lenksteuergröße (LSG) erbringt, auf vorgegebene Grenzwerte (GW1, GW2)
normiert sind, die jeweils unterhalb von
Stellsignalen für die jeweils maximal möglichen Lenkwinkel
liegen.
11. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Regelvorrichtung (ST) die
Normierungsvorgaben über die Eingabevorrichtung (ET)
erhält.
12. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Regelvorrichtung (ST) die Lenksteuergröße (LSG) bezüglich
ihrer Amplituden und/oder Regelzeiten über eine Anzahl der
Perioden statistisch auswertet und abhängig von einer so
gewonnenen statistischen Größe die Normierungs- und/oder
Fuzzyfizierungsparameter (NP, FP) schrittweise variiert
und abhängig von einer Änderung der folgend ermittelten
statistischen Größe zur jeweils vorhergehend ausgewerteten
statistischen Größe die Normierungs- und/oder
Fuzzyfiziorungsparameter (NP, FP) jeweils weiter derart
schrittweise variiert, daß eine Verringerung der jeweils
betrachteten statistischen Größe zu erwarten ist.
13. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die statistische Größe die
Amplitudenstreuung und/oder der Amplituden-Spitzenwert
und/oder der Regelzeitkonstanten-Spitzenwert ist/sind.
14. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die periodischen
Signalauswertungen mittels des Geschwindigkeitssignales
(VS) auf einen Fahrwegabschnitt normiert erfolgen und die
zu verringernde statistische Größe der
Amplitudenspitzenwert relativ zum zugehörigen
Fahrwegabschnitt ist.
15. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß von dem Lenkrad (R)
rechts- und linksdrehendwirkende hydraulische
Steuerverbindungen unmittelbar zu der Lenkhydraulik (LH)
führen und die Links-Rechts-Steuerventile (LV, RV) jeweils
wenn sie stromlos sind geschlossen sind und ihre
Stromversorgung nur über eine Sicherheitsschaltung (SS)
aktiviert ist.
16. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sicherheitsschaltung (SS) aus
einer UND-Schaltung des Handschalter-Ein-Signals (HS)
und/oder des Fußschalter-Ein-Signales (FS) und/oder des
Notschalter-Aus-Signales (NS) und/oder eines
Regelvorrichtungsüberwachungssignales (SU) besteht.
17. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 16, dadurch
gekennzeichnet, daß das
Regelvorrichtungsüberwachungssignal (SU) von einem Kontakt
eines Sicherheitsrelais (SR) gebildet ist, das durch ein
kapazitiv aus der Regelvorrichtung (ST) ausgekoppeltes,
periodisch wechselnd ausgegebenes Signal (PS)
gleichgerichtet und gefiltert, eine Ansprechschwelle des
Sicherheitsrelais (SR) etwas überschreitend angesteuert
ist.
18. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch
gekennzeichnet, daß das kapazitiv ausgekoppelte Signal
(PS) über eine Gleichrichterbrücke (GB) auf das
Sicherheitsrelais (SR) geführt ist, über dessen
Schaltkontakt (SK) die Stromversorgung der Links-
Rechtssteuerventile (LV, RV) führt.
19. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Regelvorrichtung (ST) ein 8-bit-Mikroprozessor ist.
20. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Regelvorrichtung (ST) mit einem digitalen Nachrichtenbus
(CAN) verbunden ist, der mit mindestens einem weiteren
Prozessor (ZP) verbunden ist, der die Eingabevorrichtung
(ET) umfaßt und deren Eingabedaten programmgesteuert
aufbereitet als die Fuzzyfizierungsregeln (FR) und/oder
-parameter (FP) sowie die Defuzzyfizierungsregeln (DFR)
und/oder -parameter (DFP) und die Normierungsparameter
(NP) und Normierungsvorgaben (NV) der Regelvorrichtung
(ST) zuführt.
21. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 20, dadurch
gekennzeichnet, daß die Regelvorrichtung (ST) die
jeweiligen Fuzzyfizierungsparameter (FP) und
Defuzzyfizierungsparameter (DFP) sowie die
Normierungsparameter (NP) und Normierungsvorgaben (NV)
sowie ggf. die gewonnenen statistischen Größen an den
weiteren Prozessor (ZP) ausgibt, der diese
programmgesteuert aufbereitet auf einer Anzeigevorrichtung
(DV) ausgibt.
22. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der Landmaschine
(1), insbes. einem Mähdrescher, drei
Teilortungsvorrichtungen (OV1-OV3) angeordnet sind, von
denen eine erste auf das Stoppelfeld, eine zweite auf das
Getreide und eine dritte auf die Erntegutkante (GK)
gerichtet ist und jeweils die Differenz der Ortungssignale
der ersten und zweiten Teilortungsvorrichtungen (OV1, OV2)
die Bereichsgröße und der Mittelwert der beiden genannten
Ortungssignale die Nullpunktlage für das Ortungssignal der
dritten Teilortungsvorrichtung (OV3) ergibt.
23. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Teilortungsvorrichtungen aus drei Abschnitten einer,
vorzugsweise optischen, Sensorzeile bestehen, die Signale
aus verschiedenen Raumwinkeln erfassen.
24. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ortungsvorrichtung (OV; OV1-OV3) der Landmaschine (1) um
einen solchen Vorausabstand (VA) vorauseilend die
Erntegutkante (GK) abtastet, so daß die
Ortungssignalabweichung von einem als Ortungskriterium
vorgegebenen Vergleichswert teils einen Erntegutkanten-
Seitenversatz (GKS) und teils einen jeweils bestehenden
Fahrtrichtungswinkel zur Erntegutkante (GK) repräsentiert.
25. Selbstlenkvorrichtung nach Anspruch 24, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ortungssignalabweichung von dem
vorgegebenen Vergleichswert und das Radstellwinkelsignal
(RWS) jeweils adressierend dem zweidimensionalen
Kenndatenfeld zugeführt sind, das die Lenksteuergrößen
(LSG) dadurch ausgibt.
26. Selbstlenkvorrichtung nach einem der vorstehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Ortungsvorrichtung (OV; OV1-OV3) mindestens einen
Infrarotsensor, eine Ultraschallsender-Empfängeranordnung,
einen Laserentfernungsmesser oder mechanische
Reihenabtaster enthält.
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