DE19509209A1 - Anordnung zum synchronisierten Antreiben mehrerer Achsen an Kämmaschinen - Google Patents
Anordnung zum synchronisierten Antreiben mehrerer Achsen an KämmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zum
synchronisierten Antreiben mehrerer Achsen an Kämma
schinen mit mehreren elektrischen Einzelantrieben, die
von einer elektronischen Steuereinheit über Stromrich
ter Stellinformationen zu Lage- und Drehzahlwerten
erhalten.
Es ist grundsätzlich bekannt, auch an Textilmaschinen,
für den Antrieb von zyklisch schwingenden Elementen mit
relativ hoher Zyklusfrequenz Einzelantriebe vorzusehen.
Derartige Antriebe werden bezüglich ihres Bewegungspro
grammes gesteuert angetrieben und führen mit hoher
Präzision und Rückmeldung das vorgegebene Programm aus.
Solche Antriebe sind u. a. durch die EP 0360 064 A1 und
EP 374 723 A2 auch an Kämmaschinen mit schwingendem
Zangenaggregat bekannt.
An diesen Maschinen wurde vorgeschlagen, die lage
stabilen Abreißwalzen und die Speisewalzen durch
Einzelantriebe anzutreiben.
Diese Einzelantriebe werden über Winkelpositionssignale
der Hauptwelle gesteuert und mit deren Drehbewegung
synchronisiert.
Mit den heute handelsüblich angebotenen Steuervorrich
tungen für Antriebsmotoren, denen Lageprogramme vorge
geben werden, ist es möglich, die Einzelantriebe sehr
genau einer vorgegebenen Größe folgen zu lassen.
An Kämmaschinen, insbesondere aber Wollkämmaschinen,
sind nach wie vor noch eine große Zahl von Einzelaggre
gaten anzutreiben, die wegen der auftretenden Massen
kräfte bei geforderter hoher Präzision nur mit kompli
zierten mechanischen Getrieben hinsichtlich ihres Bewe
gungsspieles angetrieben werden können.
Das sind zum Beispiel Zahnradgetriebe mit exzentrisch/
elyptischen Rädern, das sind Planetengetriebe komplizi
ertester Form mit schwingenden Antriebsgliedern und
dergleichen mehr.
Diese Getriebe müssen wegen der auftretenden Beschleu
nigungen sehr stabil ausgeführt werden.
Für ihre Unterbringung steht nur ein sehr begrenzter
Platz zur Verfügung. Oftmals greifen die Getriebe
einzelner Baugruppen ineinander. Sie überlagern sich
und sind durch das Wartungspersonal nicht oder nur
äußerst schwer zu erreichen.
Es ist daher geboten, beim erreichten Stand der An
triebstechnik, mit lagegesteuerten oder -geregelten
Motoren die Mehrzahl der Antriebe für einzelne Baugrup
pen der Kämmaschine auszustatten.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß dann, wenn alle Aggre
gate einem vorgegebenen Bewegungsgesetz folgen, unter
den wirkenden Beschleunigungskräften die Durchbiegungen
und Lagerspiele der verbleibenden Getriebeelemente
solche negative Wirkungen haben, daß ein synchrones
Zusammenarbeiten aller Arbeitselemente bei üblichen
Geschwindigkeiten nicht gewährleistet ist.
In Abhängigkeit von der jeweils eingestellten und
erreichten Drehzahl der Einzelantriebe kam es an den
unterschiedlichsten Stellen der Maschine zu Havarien
und zu Zerstörungen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Antriebs
anordnung für Kämmaschinen vorzuschlagen, die geeignet
ist, eine Vielzahl von Einzelantrieben an der Maschine
so zu koordinieren, daß beschleunigungsbedingte Über
lastungen und Fehlkoordinierungen weitgehend vermieden
werden.
Dabei soll die Synchronität aller Antriebe im erforder
lichen Maße beibehalten werden. Der Aufwand zur Reali
sierung dieser Aufgabenstellung soll niedrig sein.
Der gesamte Energiebedarf für die Steuerung und den
Betrieb der Einzelantriebe soll ein vertretbares Maß
nicht übersteigen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in An
spruch 1 definierte Anordnung gelöst.
Durch die dem Drehmomentenverlauf innerhalb jedes
Zyklusses eines für die Maschine charakteristischen
Antriebes angepaßte Drehzahl und die Verwendung seiner
Lage-IST-Werte für die synchrone Ansteuerung der ande
ren Antriebe wird die Gesamtbelastung des Netzes und
der wichtigen Aggregate der Maschine auf ein vertretba
res Maß reduziert.
Überraschenderweise konnte durch Versuche nachgewiesen
werden, daß auch dann Havarien präzis zusammenwirkender
Aggregate der Maschine in den üblichen Drehzahlberei
chen mit Sicherheit vermieden werden konnten, wenn die
mittlere Drehzahl des ersten Antriebes um die Höhe der
Elastizität gesteigert wurde.
Mit der Ausgestaltung des ersten Antriebsmotors als
Motor mit elastischer Drehmomentenkennlinie nach An
spruch 2 und dessen Ansteuerung, ohne interne Drehzahl
regelung, wird bei geringsten Kosten ein optimales
Antriebsverhalten aller Einzelantriebe erreicht.
Vor allem an lagegeregelten Servoantrieben werden die
resultierenden Massenkräfte auf ein Minimum zurückge
führt.
Sämtliche Antriebe folgen bei den üblichen Drehzahlen
einer sogenannten weichen Antriebsbewegung.
Durch die Gestaltung des Antriebes nach Anspruch 3 kann
man auch Belastungsspitzen anderer lagegeregelter
Antriebe für die Gestaltung der Führungsdrehzahl nut
zen.
Es ist auch möglich, andere Drehmoment-Drehzahlverhält
nisse vorzugeben, als es die entsprechende Kennlinie
des ersten Antriebsmotors erlaubt.
Die Zuordnung des ersten Antriebsmotors nach Anspruch 4
und 5 hat sich an Kämmaschinen in besonderer Weise
bewährt.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn man für diesen
sogenannten Masterantrieb eine Baugruppe wählt, die
noch eine relativ große Zahl von Schwingantrieben
besitzt, die in herkömmlicher Weise durch koordinierte
Kurvenformen von einer Exzenterwelle abgeleitet werden
und an der für die Maschine charakteristische Beschleu
nigungs- und Verzögerungsverhältnisse mit erheblichen
Massenkräften wirken.
Durch den elastischen, bzw. den elastisch gesteuerten
Antrieb dieses extrem belasteten Aggregates werden auch
die Programme der lagegeregelt nachgeführten Baugruppen
auf Bewegungsgesetze zurückgeführt, denen dort die
mechanischen Elemente problemlos folgen können.
Die Auswahl der Antriebe der ersten Gruppe nach An
spruch 6 führt zu einem Optimum der Kosten für die
Antriebsanordnung bei präziser Ausführung der Antriebs
bewegung.
Mit der Gestaltung der Einzelantriebe nach Anspruch 7
wird das Antriebskonzept der Maschine in einfacher Art
komplettiert. Es werden weitgehende Antriebsoptimierun
gen erreicht.
Die Kopplung der Rundkammwalze mit der relativ leichten
Kämmlingswalze und deren synchroner Antrieb mit diskon
tinuierlicher Umfangsgeschwindigkeit gewährleistet
einmal die Einsparung eines Einzelantriebes und zum
anderen eine besonders wirkungsvolle Antriebsbewegung
der Kämmlingswalze.
Der dargestellte Antrieb der Abzugswalzen vermeidet
eine Schwingbewegung großer Massen.
Der Schwingantrieb für das Transportband über Kurbel
und lagegeregelten Motor läßt eine optimale Anpassung
der Bewegungsform an die anderen beteiligten, bewegten
Kämmelemente zu.
Mit der Verwendung einer zweiten Gruppe von drehzahl
gesteuerten Motoren nach den Ansprüchen 8 und 9 wird
eine komplexe Optimierung der Kämmaschine erreicht.
Der gegenwärtig erreichte Stand der Antriebstechnik
wird konsequent für die Realisierung aller Antriebe der
Kämmaschine genutzt.
Eine zentrale Einstellung aller Parameter der Maschine
wird möglich.
Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausfüh
rungsbeispieles näher erläutert werden. In den dazuge
hörigen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen stark vereinfachten Querschnitt durch
die Maschine mit der schematischen Zuord
nung der Einzelantriebe,
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Weg-
Zeit-Schaubilder der Antriebsbewegungen
einzelner Aggregate, des mittleren
Drehmomenten- und Drehzahlverlaufes des
ersten Antriebsmotors und
Fig. 3 eine schematische Darstellung des Steuer
systems der Maschine in einem Blockschalt
bild.
Die Kämmaschine besitzt den Grundaufbau einer
Wollkämmaschine.
Bei dieser Wollkämmaschine werden von einem
Vlieswickel, der auf Wickelwalzen gelagert und von
diesen angetrieben wird, Vliesschichten einem, im
wesentlichen lagestabilen Zangenapparat 11 zugeführt.
Dieser Zangenapparat 11 stellt in rhythmischer Folge
jeweils einen Faserbart zur Verfügung und klemmt ihn an
seinem zuführseitigen Ende.
Dieser Faserbart wird durch einen diskontinuierlich
rotierenden Rundkamm 2 gekämmt. Nach dem Kämmen wird
dieser durch den sogenannten Unterschieber 13 (Bestand
teil des Zangenapparates 11) aus der Kämmzone gehoben,
mit seinem freien Ende auf das zurückgeführte Ende des
bereits gekämmten Vlieses lötend aufgelegt und in den
Klemmspalt der Abzugswalzen 3 gezogen.
Ein schwingend angetriebener Fixkamm 12 greift in das
hintere Ende des Faserbartes. Die Abzugswalzen 3 ziehen
die Fasern des Faserbartes durch die Nadeln des Fixkam
mes 12 und lösen ihn von dem zugeführten Vlies.
Nach Vollendung dieses Vorganges wird über die Speise
walzen 5 und die bewegten Elemente des Zangenapparates
11 und des Speiseapparates 14 ein neuer Faserbart in
Kämmposition gebracht und der Vorgang wiederholt sich.
Die Abzugswalzen 3 werden zu diesem Zweck mit einer
Pilgerschrittbewegung angetrieben.
Dem Rundkamm 2 ist eine Bürstwalze 8 zugeordnet, die
die ausgekämmten Kurzfasern aus der Garnitur des Rund
kammes 2 entfernt. Diese Bürstwalze 8 wird ihrerseits
durch die Kämmlingswalze 21 gesäubert, die ggfs. mit
einem Hacker oder Abstreifer und mit einem Saugluftstrom
zusammenwirkt.
Das gelötete Vlies wird von den Abzugswalzen 3 über das
Transportband 31, das an diesen Maschinen Manchon oder
Wagen genannt wird, einem Trichter zugeführt.
Das Transportband wird ebenfalls mit einer Pilger
schrittbewegung angetrieben.
Der genannte Trichter faßt das Vlies in Verbindung mit
einem Lieferwalzenpaar 6 zu einem Faserband zusammen.
Dieses Faserband wird über Führungsrollen einem Dreh
werk 7 zugeführt, mit dessen Hilfe das Faserband
zykloidenförmig oder auf andere Weise in einem Sammel
behälter (Kanne) speichernd abgelegt wird.
Bei einer derartigen Maschine ist es notwendig, zur
Sicherung des Kämmvorganges, die Abzugswalzen 3 mit
ihren Lagern und mit ihnen das endlose Transportband 31
mit seiner Führung im Rhythmus des Kämmvorganges schwin
gend zum Klemmpunkt des Zangenapparates 11 und von
diesem weg zu bewegen.
Für diese äußerst komplizierten Bewegungen der Einze
lelemente sind nach der Erfindung synchronisiert
gesteuerte Motoren 10, 20, 30, 40 vorgesehen.
Diese Motoren 10, 20, 30, 40 müssen so ausgelegt werden,
daß sie die vorgegebenen Bewegungsgesetze bei Kamm
spielzahlen von 200 bis 250 pro Minute synchronisiert
lagegenau steuern können.
Unter den Bedingungen der Kämmaschine wird für die
motorischen Einzelantriebe folgendes Konzept vorge
schlagen:
Die Bewegungen des Zangenapparates 11, die Schwingbewe gung des Unterschiebers 13, die Schwingbewegung des Speiseaggregates 14, und die Schwingbewegung des Fix kammes 12 werden von einer Exzenterwelle 1 gesteuert, der in an sich bekannter Weise Kurvengetriebe, mehr gliedrige Koppelgetriebe und/oder Zahntriebe für die genannten Arbeitselemente zugeordnet sind.
Die Bewegungen des Zangenapparates 11, die Schwingbewe gung des Unterschiebers 13, die Schwingbewegung des Speiseaggregates 14, und die Schwingbewegung des Fix kammes 12 werden von einer Exzenterwelle 1 gesteuert, der in an sich bekannter Weise Kurvengetriebe, mehr gliedrige Koppelgetriebe und/oder Zahntriebe für die genannten Arbeitselemente zugeordnet sind.
Dieser Komplex von Arbeitselementen wird über die
Exzenterwelle 1 von einem ersten Antriebsmotor 10 ange
trieben, der als Masterantrieb bezeichnet werden kann.
Dieser erste Antriebsmotor 10 ist im vorgegeben Bei
spiel ein Asynchronmotor mit einer geneigten Drehzahl-
Drehmoment-Kennlinie.
Diesem ersten Antriebsmotor 10 sind Stellmittel zur
Vorgabe einer bestimmten Drehzahl zugeordnet.
Nach einem ersten Beispiel geben diese Stellmittel dem
Motor eine bestimmte Spannung vor, bei der sich eine
bestimmte mittlere Drehzahl einstellt.
Ein Regler zur Sicherung der vorgegebene Arbeitsdreh
zahl ist nicht vorgesehen.
Die tatsächliche Drehzahl 17 (Diagramm n 1 - in Fig. 2)
stellt sich auf der Basis des jeweils wirkenden Drehmo
mentes 16 (Diagramm OMEGA 1 in Fig. 2) nach der Drehmo
ment-Drehzahl-Kennlinie des ersten Antriebsmotors 10
ein.
Die momentane Drehzahl 17 ist daher im wesentlichen
direkt abhängig von dem jeweiligen, aufzubringen Dreh
moment 16.
Der prinzipielle Verlauf des Drehmomentes dieses ersten
Antriebsmotors 10 kompensiert mit den durch ihn verur
sachten Beschleunigungs- und Verzögerungsverlauf -
zumindest teilweise - den Drehmomentenverlauf des
Rundkammes 2, der Abzugswalzen 3 und der Schwingbewe
gung des Transportbandes 31.
Durch diesen Tatbestand ist die auf diese Weise pulsie
rend angetriebene Exzenterwelle 1, mit an ihr abgenomme
nen jeweiligen Lage-IST-Werten, dafür predestiniert,
den Ablauf der Programme für den Motor 20 des Rundkam
mes 2, den Motor 30 für den Antrieb der Abzugswalzen 3
und den Motor 40 für den Schwingantrieb 4 des Trans
portbandes 31 (Wagen) zu steuern.
Diese, dem ersten Antriebsmotor synchron nachgeführten
Motoren 20, 30, 40 sind vorzugsweise mit einer feldorien
tiert geregelten Synchronsteuerung versehen, die auf
der Basis der aktuellen Lage-IST-Werte des ersten
Antriebsmotors 10 modifizierte Lage-Sollwerte für jeden
dieser Motoren 20, 30, 40 bereitstellt.
Ein so gestaltetes Antriebskonzept sichert, daß die
einzelnen Arbeitselemente im Synchronlauf auch bei
hohen Kämmspielzahlen zuverlässig der vorgegebenen
Bewegungsbahn synchronisiert folgen.
Für diese lagegerecht nachgeführten Antriebe werden
vorzugsweise folgende Zuordnungen verbleibender mecha
nischer Getriebeglieder definiert.
Der Rundkamm 2 wird über Zahnräder oder Zahnriemen mit
der Kämmlingswalze 21 direkt gekoppelt. Der Motor 20
wird vorzugsweise innerhalb des Rundkammes angeordnet.
Man spart so massenbehaftete Übertragungsglieder.
Er führt eine pulsierende Drehbewegung innerhalb jedes
Zyklusses aus. Vergleichen sie die Kurve 22 in Fig. 2.
Die Drehzahl des Rundkammes 2 schwankt innerhalb einer
Umdrehung um den Faktor 2, 25 beiderseits einer gedach
ten mittleren Drehzahl.
Die Abzugswalzen 3 werden von einem ortsfest gelagerten
Motor 30 angetrieben. Seine Drehbewegung wird über den
gedachten Pol (Viergelenkgetriebe 41, 42, 45,) der
Schwingbewegung der unteren Speisewalze 3, die ihr
Lager an der Koppel 45 hat, über ein Zahnriemengetriebe
32 auf die Abzugswalze 3 übertragen.
An der Koppel 45 wird auch das Transportband 31 ge
führt. Diese Baueinheit nennt man den "Wagen".
An der Koppel wird die Drehbewegung der unteren Abzugs
walze 3 mit bekannten Mitteln auf die dort angeordneten
Walzenkombinationen weitergeführt.
Der Schwingantrieb 4 für das Transportband 31 an der
Koppel 45 (den Wagen) wird vorzugsweise über einen
Kurbeltrieb 43, 44, 46, 47 erzeugt.
Die notwendige Rastphase kann bei einem einfachen,
nicht dargestellten Kurbelschwingenantrieb durch die
periodische Anpassung der Drehzahl des Motors 40 -
ähnlich dem Antrieb für den Rundkamm 2 - verwirklicht
werden.
Diese drei genannten Antriebe werden, wie bereits
erwähnt, dem ersten Antriebsmotor 10 in Abhängigkeit
vom jeweiligen technologischen Programm lagegerecht
nachgeführt.
Die Antriebe dieser ersten Gruppe sind mit einer soge
nannten Rückmeldung ausgestattet. Das heißt, daß die
durch die Motoren 20, 30, 40 ausgeführten Stellgrößen
erfaßt, mit den vorgegebenen Sollgrößen verglichen und
die Motoren zu einer Korrekturbewegung veranlaßt
werden.
Diesen Einzelantrieben kann dabei je eine Ansteuerein
heit 91 zugeordnet werden, die Speicher für Bewegungs
programme besitzt, die in jedem Kammspiel wiederholt
werden.
Auf diese Weise wird der BUS zwischen Leitrechner 90
und Ansteuereinheit 91 weitgehend entlastet.
Für den Antrieb der in der Regel gleichförmigen Antrie
be für die Speisewalzen 5, für die Lieferwalzen 6 sowie
für den Antrieb des Drehwerkes 7 und den Antrieb der
Kämmlingswalze 8 werden drehzahlsteuerbare Motoren 50,
60, 70, 80 eingesetzt.
Für deren synchrone Ansteuerung werden die Lage-IST-
Werte des ersten Antriebsmotors 10 erfaßt und durch den
Leitrechner 90 oder dezentrale Steuereinheiten 91 in
Drehzahl-SOLL-Werte für die genannten Antriebseinheiten
umgeformt.
Die für die Einzelantriebe eingesetzten Motoren können
eine sehr unterschiedliche Bauweise aufweisen.
Günstig ist, wenn der erste Antriebsmotor 10 für den
Antrieb der Exzenterwelle 1 einer deutlich geneigten
Drehmoment-Drehzahl-Kennlinie bei steigender Drehzahl
folgt.
Für die Gestaltung der lagegeregelten Antriebe, die als
dynamisch sehr hoch beanspruchte Antriebe ausgebildet
werden müssen, werden vorzugsweise feldorientierte,
lagegeregelte Synchronmotoren 20, 30, 40 (Servomotoren)
eingesetzt.
Die Antriebsmotoren 50, 60, 70, 80 der dritten Gruppe sind
einfacher und kostengünstiger in ihrem Antriebskonzept.
Für ihre Auswahl ist wichtig, daß sie in vertretbaren
Toleranzen der Drehzahl der Hauptwelle mit vorgegebener
Über- oder Untersetzung folgen.
Das elektrische Gesamtschema der Motorzuordnung ist
schematisch in Fig. 3 dargestellt.
In dem bisher beschriebenen Beispiel wurde darauf
aufgebaut, daß der erste Antriebsmotor 10 eine fallende
Drehmoment-Drehzahlkennlinie hat, die nahezu automa
tisch die Drehzahl dem Niveau der Drehmomente anpaßt.
Diese Form der Anpassung kann man auch durch ein,
gegebenenfalls empirisch ermitteltes Programm ersetzen.
Mit diesem Programm kann man Einflüsse, die sich aus
dem Bewegungsablauf der lagegeregelten, nachgeführten
Motoren 20, 30, 40 ergeben, mit berücksichtigen und
eine optimale Gestaltung der Beschleunigungen aller
Antriebe realisieren.
Es ist hier auch möglich, den Faktor der Proportionali
tät zwischen Drehmoment und Drehzahl, bzw. Winkelge
schwindigkeit, in anderer Form zu wählen, als es die
Kennlinie des ersten Antriebsmotors 10 vorgibt.
Bei Versuchen wurde ermittelt, daß es nicht darauf
ankommt, die Drehzahl auf einen bestimmten, absoluten
Wert zu reduzieren.
Vielmehr wirken sich die zur neuen Drehzahl führenden
Beschleunigungs- und Verzögerungsverhältnisse und ihre
gegenseitige Überlagerung in den Antrieben der Kämma
schine in diesem positiven Sinne aus.
Beispielsweise wird eine Verzögerung des ersten An
triebsmotors 10 automatisch auch zu einer Verzögerung
der nachgeführten Antriebe führen.
Deren technologisch bedingte Beschleunigung gegenüber
anderen Elementen wird durch die Überlagerung mit der
Verzögerung der Leitbewegung zu deutlich niedrigeren
absoluten Beschleunigungswerten führen.
Aus der Fig. 2 ist zum Beispiel zu erkennen, daß in dem
Bereich, in dem sich die Zange 11 schließt (Diagramm
S11 linker Abschnitt) und unter Aufbringung großer
Kräfte den Faserbart klemmt.
In der gleichen Phase sind Speiseapparat 14 und Fixkamm
12 erheblich belastet. Dieser Sachverhalt führt zu einer
Verzögerung der Drehbewegung des ersten Antriebsmotors
10. Dieser Verzögerung folgt auch der Motor 20 des
Rundkammes 2.
Der Rundkamm 2 wird in dieser Phase entsprechend der
Kurve 22 (Diagramm S2) aus technologischen Gründen
gegenüber anderen, am Kämmvorgang beteiligten Elementen
in maximaler Weise beschleunigt.
Die Überlagerung der Verzögerung der Grundbewegung mit
der technologisch bedingten Beschleunigung des Arbeits
elementes - hier Rundkamm 2 - führt zu deutlich nied
rigeren, absoluten Beschleunigungen ab den Arbeitsele
menten.
Ein ähnlicher Vorgang ist nach dem Abschluß des Rund
kämmens zu erkennen. Die Vielzahl der sehr schnell
auszuführenden Bewegungen beim Anlegen, Fixkämmen und
Abreißen des rundgekämmten Faserbartes und beim Bereit
stellen eines neuen Faserbartes im Bereich des Zangen
aggregates 11, für deren Antrieb die Exzenterwelle 1
zuständig ist, führen wieder zu einem hohen Drehmoment.
Die Drehzahl des ersten Antriebsmotors 10 verzögert
sich erneut.
Dieser Verzögerung folgt auch der Motor 20.
Die extreme Verzögerung, die zu diesem Zeitpunkt der
Rundkamm 2 aus technologischer Sicht ausführen muß,
reduziert sich in ihrem absoluten Wert deutlich.
Die durchgeführten Versuche haben ergeben, daß die
erwünschten, oben beschriebenen Wirkungen tatsächlich
eintreten. Es sind deutliche Drehzahlsteigerungen
möglich.
Eine genaue Definition der gegenseitigen Beziehungen
ist jedoch noch nicht in jedem Falle möglich.
Die Vielzahl der parallel zueinander ablaufenden Pro
zesse und die nicht in jedem Falle genau definierten
gegenseitigen Einflüsse lassen eine exakte Deutung der
Ursachen für die positiven Wirkungen noch nicht zu.
Sicher ist jedoch, daß die Verzögerungs- und Beschleu
nigungsvorgänge, die dem veränderlichen Drehmoment in
einem Kämmspiel folgen, die wesentlichste Ursache für
die Vermeidung schlagartiger Bewegungsabläufe an den
Arbeitselementen sind.
Das Gesamtantriebskonzept bietet neben den eingangs
geschilderten Vorteilen zusätzlich noch neue Möglich
keiten der beliebigen Anpassung der Bewegungsformen
bestimmter Arbeitselemente an bestimmte textiltechnolo
gische Bedingungen.
Mit der Speicherung mehrerer, im Voraus bestimmter
Programmabläufe für bestimmte textile Materialien in
einem zentralen Programmspeicher (z. B. des Leitrechners
90) kann man in Bruchteilen von Sekunden, gegebenen
falls durch Tastendruck oder durch Informationen ge
zielt eingesetzter Sensoren den Kämmvorgang den optima
len textiltechnologischen Bedingungen anpassen.
Ein sehr entscheidender Vorteil dieser Antriebsanord
nung ist außerdem, daß die Lärmbelästigung, die durch
die Vielzahl der mechanischen Getriebe verursacht
wurde, in ganz extremer Weise eingeschränkt werden
kann.
Verbunden sind mit dieser neuen Antriebsanordnung auch
Vorteile hinsichtlich der maximalen Arbeitsgeschwindig
keit auf der Grundlage der reduzierten, zu bewegenden
Massen, die den mechanischen Getrieben anhaften.
In der Summe wird es praktisch möglich sein, die
Arbeitsgeschwindigkeit der Kämmaschinen in Größenord
nungen von 25 bis 30% zu steigern.
Bezugszeichenliste
1 Exzenterwelle
10 Antriebsmotor (Masterantrieb)
11 Zangenapparat
111 Zangenbewegung
12 Fixkamm
13 Unterschieber
14 Speiseapparat
15 Führungswelle
16 Drehmoment-Winkel-Kurve
17 Drehzahl-Winkel-Kurve
2 Rundkamm
20 Motor (lagegeregelt)
21 Bürstwalze
22 Weg-Winkel-Kurve
3 Abzugswalze
30 Motor (lagegeregelt)
31 Laufband
32 Zahnriemengetriebe
33 Weg-Winkel-Kurve
4 Schwingantrieb
40 Motor (lagegeregelt)
41 Schwinge
42 Schwinge
43 Kurbel
44 Koppel
45 Koppel
46 Schwinge
47 Schwinge
5 Speisewalze
50 Motor (drehzahlgeregelt)
6 Lieferwalze
60 Motor (drehzahlgeregelt)
7 Drehwerk
70 Motor (drehzahlgeregelt)
8 Kämmlingswalze
80 Motor (drehzahlgeregelt)
9 Leitrechner
91 Ansteuereinheit
. . . Drehwinkel
S2 Weg - Rundkamm, Umfang
S3 Weg - Abzugswalze, Umfang
S11 Weg - Zange, Schließbewegung
. . . 1 Drehmoment, erster Antriebsmotor
n 1 Drehzahl, erster Antriebsmotor
10 Antriebsmotor (Masterantrieb)
11 Zangenapparat
111 Zangenbewegung
12 Fixkamm
13 Unterschieber
14 Speiseapparat
15 Führungswelle
16 Drehmoment-Winkel-Kurve
17 Drehzahl-Winkel-Kurve
2 Rundkamm
20 Motor (lagegeregelt)
21 Bürstwalze
22 Weg-Winkel-Kurve
3 Abzugswalze
30 Motor (lagegeregelt)
31 Laufband
32 Zahnriemengetriebe
33 Weg-Winkel-Kurve
4 Schwingantrieb
40 Motor (lagegeregelt)
41 Schwinge
42 Schwinge
43 Kurbel
44 Koppel
45 Koppel
46 Schwinge
47 Schwinge
5 Speisewalze
50 Motor (drehzahlgeregelt)
6 Lieferwalze
60 Motor (drehzahlgeregelt)
7 Drehwerk
70 Motor (drehzahlgeregelt)
8 Kämmlingswalze
80 Motor (drehzahlgeregelt)
9 Leitrechner
91 Ansteuereinheit
. . . Drehwinkel
S2 Weg - Rundkamm, Umfang
S3 Weg - Abzugswalze, Umfang
S11 Weg - Zange, Schließbewegung
. . . 1 Drehmoment, erster Antriebsmotor
n 1 Drehzahl, erster Antriebsmotor
Claims (10)
1. Anordnung zum synchronisierten Antreiben mehrerer
Achsen an Kämmaschinen
- - mit mehreren elektrischen Einzelantrieben,
- - die von einer elektronischen Steuereinheit über Stromrichter Stellinformationen zu Lage- und Drehzahlwerten erhalten,
dadurch gekennzeichnet,
daß für ein hoch belastetes, hochdynamisch anzutreiben des Aggregat (1), mit einem für die Maschine charak teristischen Drehmomentverlauf, ein erster Antriebs motor (10) mit Lage-IST-Wertgeber vorgesehen ist,
daß mindestens einer ersten Gruppe weiterer Aggregate (2, 3, 4) der Kämmaschine je ein Antriebsmotor (20, 30, 40) pro Aggregat (2, 3, 4) zugeordnet ist, der mit je einer feldorientiert geregelten Steuerung ausgestattet ist, die auf der Basis der aktuellen Lage-IST-Werte des ersten Antriebes (10) dem Antriebsmotor (2, 3, 4) Stellgrößen als Lage Soll-Werte zuweist, und
daß die Drehzahl des ersten Antriebsmotors (10) in Abhängigkeit von lagebezogenen Drehmomentgrößen veränderbar ist.
daß für ein hoch belastetes, hochdynamisch anzutreiben des Aggregat (1), mit einem für die Maschine charak teristischen Drehmomentverlauf, ein erster Antriebs motor (10) mit Lage-IST-Wertgeber vorgesehen ist,
daß mindestens einer ersten Gruppe weiterer Aggregate (2, 3, 4) der Kämmaschine je ein Antriebsmotor (20, 30, 40) pro Aggregat (2, 3, 4) zugeordnet ist, der mit je einer feldorientiert geregelten Steuerung ausgestattet ist, die auf der Basis der aktuellen Lage-IST-Werte des ersten Antriebes (10) dem Antriebsmotor (2, 3, 4) Stellgrößen als Lage Soll-Werte zuweist, und
daß die Drehzahl des ersten Antriebsmotors (10) in Abhängigkeit von lagebezogenen Drehmomentgrößen veränderbar ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Antriebsmotor (1) eine Drehmoment-
Drehzahl-Kennlinie mit fallender Tendenz aufweist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet,
daß dem ersten Antriebsmotor (10) eine lageabhängige Drehzahlregelung zugeordnet ist.
daß dem ersten Antriebsmotor (10) eine lageabhängige Drehzahlregelung zugeordnet ist.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet,
daß der erste Antriebsmotor (10) der Exzenterwelle
(1) einer Gruppe von Schwingantrieben zugeordnet ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Exzenterwelle (1) Kurvenscheiben für die Bewe
gungen
- - der Elemente des Zangenapparates (11),
- - der Elemente des Speiseapparates (14),
- - des Unterschiebers (13) und
- - des Fixkammes (12) aufweist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Gruppe lagegeregelter Motoren (20, 30, 40)
umfaßt:
- - den pulsierend angetriebenen Rundkamm (2),
- - die im Pilgerschritt angetriebenen Abzugswalzen (3) und
- - den Schwingantrieb (4) des Wagens (Transport band 31).
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet,
daß der Motor (20) für den Rundkamm (2) innerhalb des Rundkammes (2) angeordnet ist und die Bürst walze (21) mit dem Rundkamm antriebsverbunden ist,
daß der Motor (30) für die Abzugswalzen (3) im Bereich eines Schwingpoles der unteren Abzugswalze (3) angeordnet ist und seine Antriebsbewegung über ein Zahnriemengetriebe (32) auf die untere Abzugs walzen (3) überträgt und
daß der Motor (40) für den Schwingantrieb des Transportbandes (31) über ein kurbelgetriebenes Koppelgetriebe (43, 46, 47, 44) mit der einer der Schwingen (41, 42) der Schwingführung verbunden ist.
daß der Motor (20) für den Rundkamm (2) innerhalb des Rundkammes (2) angeordnet ist und die Bürst walze (21) mit dem Rundkamm antriebsverbunden ist,
daß der Motor (30) für die Abzugswalzen (3) im Bereich eines Schwingpoles der unteren Abzugswalze (3) angeordnet ist und seine Antriebsbewegung über ein Zahnriemengetriebe (32) auf die untere Abzugs walzen (3) überträgt und
daß der Motor (40) für den Schwingantrieb des Transportbandes (31) über ein kurbelgetriebenes Koppelgetriebe (43, 46, 47, 44) mit der einer der Schwingen (41, 42) der Schwingführung verbunden ist.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet,
daß an der Kämmaschine eine weitere Gruppe von
drehzahlgeregelten Motoren (50, 60, 70, 80) für den
Antrieb weiterer Aggregate (5, 6, 7, 8) vorgesehen ist,
deren Drehzahl-SOLL-Werte aus den aktuellen Lage-IST-
Werten des ersten Antriebsmotors (10) abgeleitet
sind.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet,
daß die weitere Gruppe drehzahlgeregelter Motoren
(50, 60, 70, 80) umfaßt,
- - einen Motor (50) für die Speisewalzen (5),
- - einen Motor (60) für die Lieferwalzen (6)
- - einen Motor (70) für das Drehwerk (7) und
- - einen Motor (80) für den Antrieb der dem Rundkamm (2) und der Bürstwalze (21) zugeordneten Kämmlingswalze (8).
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19509209A DE19509209A1 (de) | 1994-04-07 | 1995-03-17 | Anordnung zum synchronisierten Antreiben mehrerer Achsen an Kämmaschinen |
| PCT/DE1995/000463 WO1995027817A1 (de) | 1994-04-07 | 1995-04-03 | Anordnung zum synchronisierten antreiben mehrerer achsen an kämmaschinen |
| EP95915748A EP0754253A1 (de) | 1994-04-07 | 1995-04-03 | Anordnung zum synchronisierten antreiben mehrerer achsen an kämmaschinen |
| IN163BO1995 IN181722B (de) | 1995-03-17 | 1995-04-06 |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4412022 | 1994-04-07 | ||
| DE19509209A DE19509209A1 (de) | 1994-04-07 | 1995-03-17 | Anordnung zum synchronisierten Antreiben mehrerer Achsen an Kämmaschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19509209A1 true DE19509209A1 (de) | 1995-10-12 |
Family
ID=6514850
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19509209A Withdrawn DE19509209A1 (de) | 1994-04-07 | 1995-03-17 | Anordnung zum synchronisierten Antreiben mehrerer Achsen an Kämmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19509209A1 (de) |
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1995
- 1995-03-17 DE DE19509209A patent/DE19509209A1/de not_active Withdrawn
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|---|---|---|---|
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