DE19509404C1 - Einrichtung zum zwangsweisen Anhalten von Fahrzeugen mit elastomerer Bereifung - Google Patents
Einrichtung zum zwangsweisen Anhalten von Fahrzeugen mit elastomerer BereifungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Als ein auf Fahrstraßen einfach auswerfbares Hindernis soll gemäß der
DE-PS 6 49 349 eine derartige Einrichtung, z. B. in Form einer Spitze auf
einer Platte zum zwangsweisen Anhalten luftbereifter Fahrzeuge wenig
wirkungsvoll sein, weil solche Hindernisse vom Fahrzeugrad leicht
fortgeschleudert werden, bevor sie dessen Bereifung beispielsweise
durch Aufreißen eines innenliegenden Luftschlauches merklich beschädigen
können. Hierfür ist bei einer Einrichtung gemäß der US-PS 2 313 388 ein
Standfuß mit mehreren über seinen Umfang verteilten Dornen versehen und
kippbar ausgebildet, weshalb aber beim Auswerfen ein Umkippen in eine
wirkungslose Lage nicht auszuschließen ist. Deshalb werden von der
Polizei vorzugsweise Hindernisvorrichtungen in Form von quer zur
Fahrbahn auszulegenden, mit Nägeln o. dgl. bestückten Brettern benutzt,
sog. Autofallen, die erfahrungsgemäß aber auch vom Fahrzeug
beiseitegeschleudert werden können, wie die mit luftdurchlässigen Dornen
bestückten Matten gemäß der US-PS 2 912 229. Solche sperrigen Autofallen
sind außerdem nicht ohne Umstände zu transportieren oder benötigen
einige Zeit zum Aufbau und sind nur wirksam, wenn das Gelände ein
Umfahren nicht erlaubt. Diese Mängel soll gemäß der DE-PS 5 93 355 eine
Autofalle in Gestalt eines Scherengittersystems nicht aufweisen, bei
welchem spießförmige Zapfen mit Widerhaken versehen sind, damit sich die
Zapfen in die Radbereifung nicht nur einspießen, sondern darin auch
festhaken können mit der Folge, daß die gesamte Einrichtung (Autofalle)
von der Bereifung der umlaufenden Räder mitgenommen wird und sich dabei
jeweils zwischen der Radfelge und den festen Fahrzeugteilen verrammt.
Hierdurch wird angeblich nur die Bereifung aufgerissen und zerstört.
Selbstverständlich läßt sich aber auch nicht ausschließen, daß das
Verraten ein abruptes Blockieren der Räder zur Folge hat und damit das
Fahrzeug völlig außer Kontrolle gerät, was zu einem Unfall mit
Todesfolge der Fahrzeuginsassen und u. U. auch Außenstehender führen
kann. Dies gilt auch für ein zu verlegendes Stachelband gemäß der DE-OS
25 25 728, welches auf eine Radblockade abzielt. Für den Polizeieinsatz
ist daher auch diese Autofalle ungeeignet. Bei einem Scherengittersystem
gemäß der GB-PS 1 480 331 sollen sich zwar die Dorne aufgrund einer
Festsetzung in einem bodenseitig von einer Kappe gefaßten Gummiblock vom
System trennen können, aber diese Trennung ist naturgemäß vom vollen
Einstich im Radreifen abhängig, also nicht zu gewährleisten, und somit
ist ein Verrammen des Scherengitters nicht sicher auszuschließen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, auch mit einem einfach
und raumsparend zu transportierenden und bloß auszuwerfenden Hindernis
der eingangs genannten Gattung den Radumlauf eines (Kraft-)Fahrzeugs
wirkungsvoll dermaßen stören zu können, daß es allenfalls zu einer
allmählichen Radblockade kommen kann. Dabei soll das Hindernis
Gestaltungsmöglichkeiten für besondere Maßnahmen gegen das
Fortschleudern durch die Fahrzeugräder eröffnen.
Diese Aufgabe ist für eine gattungsgemäße Einrichtung mit dem
kennzeichnenden Merkmal des Patentanspruchs 1 gelöst. Hierdurch braucht
die Einrichtung gemäß der Erfindung auf dem Boden ausgeworfen an einer
Radbereifung bloß zur Haftung zu kommen, es kommt also nicht auf eine
besondere, die Bereifung schädigende Lage und Eindringtiefe der Dorne
an. Denn diese vermögen aufgrund der besonderen Ausbildung ihres
Standfußes, gemäß Anspruch 2 und 3 vorzugsweise aus elastomerem Material
(wie die Radbereifung) plattenförmig gestaltet oder auch gemäß Anspruch
4 in Stechrichtung offen profiliert, nicht allein in die Radbereifung,
sondern auch in die Standfüße anderer Dorne einzudringen oder sie zu
durchdringen, so daß sich an der umlaufenden Radbereifung örtlich Pakete
aus mehreren Standfüßen bilden können mit der zwangsläufigen Folge einer
mit zunehmender Paketdicke gesteigerten Störung des Rundlaufs der
betreffenden Fahrzeugräder u. U. bis zur völligen Verhinderung des
Radumlaufs. Durch Hindernisse gemäß der Erfindung wird somit nicht
abrupt, sondern allmählich die Rundlaufeigenschaft des einzelnen
Fahrzeugrades aufgehoben. Dabei läßt sich mit relativ geringem
technischen Aufwand gemäß den in den Ansprüchen 5 und 6 gekennzeichneten
Ausgestaltungen der Erfindung deren Wirkung in dem Sinne noch steigern,
daß von den insgesamt am Boden verstreuten Dornen ein möglichst großer
Prozentsatz als Hindernis am einzelnen Radreifen zur Haftung kommt.
Bei alledem ist die erfindungsgemäße Einrichtung in vielen Geländetypen
wirksam und schnell einsatzbereit.
Nachfolgend werden die Erfindung und deren Ausgestaltungen anhand von
Ausführungsbeispielen weiter erläutert. Dabei zeigt die Zeichnung in
Fig. 1 einen Abschnitt eines Radreifens mit einem darin festgehakten
Dorn,
Fig. 2 den Radreifen gemäß Fig. 1 mit einer Vielzahl derartiger Dorne,
Fig. 3 eine wirksamere Ausführungsform des Dornes gemäß Fig. 1 und 2,
Fig. 4 eine alternative Ausführungsform zu einem Dorn gemäß Fig. 1 bis 3.
Gemäß Fig. 1 und 2 werden zum zwangsweisen Anhalten z. B. von
Kraft-Fahrzeugen mit Gummibereifung 1 der (nicht weiter dargestellten)
Räder, etwa im Rahmen einer polizeilichen Straßensperrung, auf der
Fahrbahn beispielsweise aus einer Stellung abseits der Straße
ausgeworfene spitze Dorne 2 mit einem Widerhaken 2.1 und Standfuß 3 mit
dem Ziel verstreut, daß durch möglichst viele Dorne 2 an der
Gummibereifung 1 des einzelnen Rades dessen Rundlauf mit der Anzahl der
Dorne 2 zunehmend gestört wird bis zu dessen völliger Unterbindung. Dies
wird dadurch sichergestellt, daß der eine Stechposition seines Dornes 2
sichernde Standfuß 3 aus einem elastomeren Material (wie Gummi)
plattenförmig gestaltet und damit für andere dem Standfuß 3 gegenüber
biegesteife Dorne 2 (etwa aus Metall) ein- oder durchstechbar ist. Gemäß
Fig. 2 kommen beim Überrollen solcher Dorne 2 zwangsläufig nicht nur
einige mit ihrem Widerhaken 2.1 an der Gummibereifung 1 des Rades zur
Haftung, sondern eine beträchtliche Anzahl Dorne 2 haften über ihre
Standfüße 3 auch untereinander mit der zwangsläufigen Folge einer
Paketbildung aus Standfüßen 3. Damit wird der Rundlauf des Rades gestört
und letztlich unterbunden, d. h. das Fahrzeug kommt allmählich
zwangsweise zum Stillstand. Selbstverständlich ist die Hinderniswirkung
der erfindungsgemäßen Dorne 2 abhängig von deren Erfassung durch die
Gummibereifung 1, was bei einer Ausführung gemäß Fig. 2 und 3 mit
mehreren Dornen 2 je Standfuß 3 weitgehend gewährleistet ist. Eine
weitere Sicherheit für eine Erfassung läßt sich auch noch durch das in
Fig. 3 dargestellte Fangband 4 mit Stacheln 4.1 am Standfuß 3 erreichen,
welches beim Überrollen in die Gummibereifung einsticht und daran
Infolge des Radumlaufs zunehmend über die gesamte Bandlänge zur Haftung
gelangt, bis zwangläufig einer der Dorne 2 des Standfußes 3 In die
Gummibereifung 1 sticht. Nie in dieser Fig. 3 angedeutet, ist anstelle
der Plattenform auch eine Würfelform für den Standfuß 3 denkbar; ebenso
kann er selbstverständlich auch eine Kugelform aufweisen, sofern Dorne 2
In Stechposition gehalten werden.
Zudem kann die Standsicherheit noch durch am Standfuß gespreizte
Federdrahtarme o. dgl. gesteigert werden. Diese können so lang
ausgeführt werden, daß sie vom Radreifen überrollt werden, bevor dieser
In Kontakt mit dem zugeordneten Dorn kommt, wodurch dessen Standfuß
festgehalten und somit das Wegschleudern verhindert wird.
Schließlich verdeutlicht Fig. 4, daß eine Einrichtung (Hindernis) gemäß
der Erfindung auf eine Ausführungsform gemäß Fig. 1 bis 3 mit einem
massiven Standfuß 3 nicht beschränkt ist. So kann ebenso ein Standfuß 5
ein in Stechrichtung für andere Dorne 6 offenes Profil
aufweisen,beispielsweise aus aneinandergeschweißten gewellten
Federblechen als Träger von nach Art von Reißzähnen aneinandergereihten
Dornen 6. Hierbei richtet sich die Form, Anzahl, Anordnung und Position
der Dorne 6 nach der geforderten Zuverlässigkeit der Haftung an einem
Radreifen, wobei es wie im Beispielsfall gemäß Fig. 2 beim Überrollen
solcher Hindernisse am Radreifen zu einer örtlichen Paketbildung aus
Standfüßen 5 kommen kann, nämlich durch Einstechen der Dorne 6 in den
Radreifen sowie durch Verhaken von Dornen 6 in Standfüßen 5. Die
Ausführungsform gemäß Fig. 4 hat noch den Vorteil, daß der Standfuß 5
senkrecht zur Federblechebene für einen raumsparenden Transport
zusammendrückbar ist und ausgeworfen selbsttätig federnd expandiert.
Zudem ist der Standfuß 5 in Stechrichtung der Dorne 6 hoch belastbar,
wobei die Standfestigkeit gegen Wegschleudern leicht durch federnde
Laschen 7 erhöht werden kann.
Claims (6)
1. Einrichtung zum zwangsweisen Anhalten von Fahrzeugen mit
elastomerer Bereifung bestehend aus mindestens einem verstreubaren Dorn
mit wenigstens einem Widerhaken sowie einem eine Stechposition
sichernden Standfuß, dadurch gekennzeichnet, daß der Standfuß (3; 5)
für andere Dorne (2; 6) einstechbar ausgebildet ist.
2. Dorn mit Standfuß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Standfuß (3) aus einem elastomeren Material besteht.
3. Dorn mit Standfuß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Standfuß (3) plattenförmig gestaltet ist.
4. Dorn mit Standfuß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Standfuß (5) ein in Stechrichtung für die anderen Dorne (6) offenes
Profil aufweist.
5. Dorn mit Standfuß nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Standfuß (3; 5) mehrere Dorne (2; 6) aufweist.
6. Dorn mit Standfuß nach Anspruch 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß am Standfuß (3) ein mit Stacheln (4.1) versehenes
Fangband (4) angeschlossen ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995109404 DE19509404C1 (de) | 1995-03-15 | 1995-03-15 | Einrichtung zum zwangsweisen Anhalten von Fahrzeugen mit elastomerer Bereifung |
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Publications (1)
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| DE (1) | DE19509404C1 (de) |
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