DE19539247C2 - Vorrichtung zur Behandlung von Fleischstücken - Google Patents
Vorrichtung zur Behandlung von FleischstückenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Anspruches 1 Unter dem Begriff "Fleisch" wird hierbei rotes
oder weißes Fleisch, Geflügel, Fisch oder derartige Fleischbe
standteile enthaltende Produkte verstanden.
Eine derartige Vorrichtung ist aus der SU 891 047 bekannt. Bei
dieser bekannten Vorrichtung wird eine flüssigkeitsdicht ver
schließbare, mehreckige Trommel, die zur Aufnahme der
Fleischstücke - beispielsweise zum Pökeln - dient, in Drehung
versetzt, wobei eine Massage des Fleisches durch die Ecken
des Behälters bei dessen Drehbewegung erfolgt. Die Behand
lung des Fleisches wird dadurch intensiviert, daß sich der Behäl
ter mit Exzentern auf Rollen abstützt, so daß bei der Drehbewe
gung des Behälters aufgrund der Exzenter eine vertikale Hub
bewegung oder Schwingbewegung des Behälters verursacht
wird.
Weiterhin sind gattungsähnliche Vorrichtungen, beispielsweise
aus der DE 31 38 995 C2 oder aus der EP 391 492 A1 bekannt.
Diese bekannten gattungsähnlichen Anordnungen weisen flüs
sigkeitsdichte Behälter auf, welche mit einer Lake gefüllt werden
und zur Aufnahme der Fleischstücke dienen. Eine Fleischbe
handlung erfolgt durch ein mechanisches Rühren oder Kneten
der Fleischstücke, indem entweder ein mit einer Wendel verse
hener Rührstab in den feststehenden Behälter eingetaucht wird
oder indem der Behälter selbst an seiner Innenseite wendelartig
ausgebildete Knetflügel aufweist, wobei eine Drehung des
schräggestellten oder liegenden Behälters die Fleischstücke mit
Hilfe der Knetflügel aus der Lake heraushebt und aus relativ
großer Höhe in die Lake zurückfallen läßt.
In beiden bekannten Vorrichtungen erfolgt die Behandlung des
Fleisches durch relativ langsam laufende Drehbewegungen, um
eine Beschädigung des Fleisches zu verhindern. Die einzelnen
Impulse, die dem Fleisch vermittelt werden, werden durch Be
wegungen des Fleisches über mehrere Zentimeter oder Dezi
meter erreicht.
Um das Eindringen der Lake in die Fleischstücke zu erleichtern,
werden die bekannten Behälter evakuiert. Bei der Behandlung
des Fleisches entsteht im Behälter eine erhebliche Wärme, die
abgeführt werden muß.
Bei den bekannten Behältern ist nachteilig, daß die Behälter
einen hohen konstruktiven Aufwand erfordern, um angesichts
der Drehbewegung entweder des Behälters oder des in den Be
hälter eintauchenden Rührwerkes eine ausreichende Abdich
tung für die Evakuierung zu gewährleisten. Ein drehbarer Behäl
ter erfordert zusätzlichen konstruktiven Aufwand, um eine Küh
lung des Behälters zu ermöglichen. Im Behälter fest angeordne
te Knetflügel erschweren die Reinigung des Behälterinneren.
Durch die erhebliche Intensität der Einzelimpulse bei den gat
tungsgemäßen und auch den genannten gattungsähnlichen
Vorrichtungen sind Beschädigungen des Fleisches nicht auszu
schließen, wobei derartige Beschädigungen in Form von Fa
serablösungen oder Fettablösungen auftreten. Diese abgelösten
Bestandteile erschweren die Reinigung der Behälter und können
durch das Verstopfen von Ein- bzw. Auslaßöffnungen den ord
nungsgemäßen Betrieb der bekannten Vorrichtungen behin
dern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Vorrichtung dahingehend zu verbessern, daß diese sowohl ein
fach und preisgünstig aufgebaut ist als auch eine schonende
Behandlung der Fleischstücke ermöglicht.
Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird mit den Merkmalen des An
spruchs 1 gelöst. Die Unteransprüche 2 bis 8 gestalten den Gegenstand
nach Anspruch 1 weiter aus.
Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, anstelle von Im
pulsen mit großer Amplitude und geringer Frequenz Behand
lungsimpulse mit vergleichsweise hoher Frequenz, dafür aber
reduzierter Amplitude zu verwenden. Die Erfindung geht von
der Überlegung aus, daß derartige Impulse mit geringer Ampli
tude die Fleischstücke schonen, so daß die nachteiligen Verlet
zungen der Fleischstücke vermieden werden können. Die Er
höhung der Impulsfrequenz bewirkt eine Intensität der Fleisch
behandlung, die mit der Behandlungsintensität in den bekannten
Vorrichtungen vergleichbar ist, so daß insgesamt keine längeren
Behandlungszeiten erforderlich werden und die Vorrichtung die
gleiche Produktivität aufweist wie bekannte Vorrichtungen.
Als Schwingungserzeuger kommen elektrodynamische, elektro
motorische, piezzokeramische oder andere Elemente in Frage.
Diese können außen am Behälter angeordnet sein, wie dies
beispielsweise von Rüttelmotoren bekannt ist.
Die Dämpfungswirkung der Behälterwandung kann jedoch ver
mieden werden, wenn die Schwingungserzeuger im Behälterin
neren angeordnet sind, so daß sie unter Zuhilfenahme der Lake
als Übertragungsmedium auf die Fleischstücke einwirken kön
nen und einen direkteren Energieeintrag in die Fleischstücke
ermöglichen.
Der bzw. die Schwingungserzeuger können als Tauchelemente
ausgebildet sein, die außerhalb des Behälters in einer Ruhestel
lung angeordnet sind und die, wenn der Behälter mit Lake und
Fleischstücken gefüllt ist, in das Behälterinnere eingetaucht
werden. Auf diese Weise kann die Behälterwandung glattwandig
ausgebildet werden und der Behälterinnenraum kann zum Be
schicken bzw. Entleeren sowie für die Reinigung frei zugänglich
sein.
Die verwendete Schwingungsfrequenz richtet sich nach der zu
behandelnden Fleischsorte (rotes Fleisch, weißes Fleisch, Ge
flügel, Fisch oder Produkte, die aus derartigen Fleischsorten
bestehen oder sie enthalten) sowie gerätespezifischer Parame
ter und kann im Bereich von 30 Hz bis zum Ultraschallbereich
liegen.
Eine Durchmischung der Fleischstücke kann vorgesehen sein,
um eine gleichmäßige Bearbeitung sämtlicher Fleischstücke zu
ermöglichen und Abschattungen von schlecht "beschallten" oder
"bestrahlten" Bereichen auszugleichen. Vorteilhaft kann eine
derartige Durchmischungsanordnung ohne bewegliche Bauteile
aus Düsen ausgebildet sein, die die Lake umwälzen und durch
ihre Anordnung eine Bewegung des Behälterinhaltes bewirken,
so daß sämtliche Fleischstücke gleichmäßig den Schwingungs
impulsen ausgesetzt werden.
Die Schwingungserzeuger selbst können ebenfalls zur Durch
mischung der Fleischstücke verwendet werden und in Art eines
Schwingförderers den Transport der Fleischstücke bewirken.
Gegebenenfalls kann diese Förderwirkung gemeinsam mit den
genannten Düsen kombiniert werden, so daß die Intensität der
Düsen gering gehalten werden kann und sich eine möglichst
große Schonung für die Fleischstücke ergibt.
Erfindungsgemäß wird eine schonende Behandlung der Fleisch
stücke ermöglicht, da nur geringe Amplituden einwirken und
mechanische Einwirkungen, wie sie durch Knethaken, Knet
flügel od. dgl. bekannt sind, für das Einbringen der Bearbei
tungsimpulse nicht erforderlich sind und allenfalls zur Durch
mischung der Fleischstücke dienen können. Dementsprechend
kann eine Zerfaserung der Fleischstücke, eine Ablösung von
Fettbestandteilen sowie eine Schaumbildung innerhalb des Be
hälters vermieden werden.
Der konstruktive Aufwand der Vorrichtung ist vergleichsweise
gering, da kein Antrieb und keine Lagerung für einen rotieren
den Behälter oder rotierende Rührwerke notwendig sind. Die
Behälterform kann nahezu beliebig gewählt werden und dem
entsprechend preisgünstig, beispielsweise als zylindrisches
Bauteil hergestellt werden. Die Abdichtung des Behälters für die
Evakuierung kann auf einfache Weise erfolgen, da keine Durch
führung drehender Teile erforderlich ist. Spiralförmige, wendel
förmige oder schneckenförmige Rührwerke bzw. Knetbleche
können kostensparend entfallen.
Die Behälterinnenwände können glatt ausgebildet sein, so daß
eine zeitsparende Reinigung mit sehr guten Reinigungsergeb
nissen möglich wird.
Die Kühlung des feststehenden Behälters kann auf einfache und
preisgünstige Weise durchgeführt werden.
Der Steuerungsaufwand für die Bedienung der Vorrichtung kann
vereinfacht werden, da keine Motorsteuerung für einen Drehan
trieb des Behälters benötigt wird.
Der Behälter kann entweder feststehend ausgebildet sein und
durch Körbe beschickt werden, wobei Einlaß- und Auslaßlei
tungen für die Lake zum Befüllen bzw. Entleeren des Behälters
vorgesehen sind. Wahlweise kann der Behälter jedoch auch
kippbar ausgestaltet sein, so daß die Entleerung des Behälters
durch die Kippbewegung erfolgen kann.
Um die erzeugten Schwingungen zur Behandlung der Fleisch
stücke nicht unnötig zu dämpfen und um im Interesse einer
möglichst geringen Geräuschentwicklung den Eintrag von
Körperschall in das Gebäude zu vermindern, kann der Behälter
frei schwingend gelagert sein, z. B. auf Gummiböcken oder
hängend.
Mit der erfindungsgemäß ausgestalteten Vorrichtung können
aufgrund der schonenden hydrodynamischen Behandlung sämt
liche Fleisch-, Fisch- oder Geflügelsorten behandelt werden.
Claims (8)
1. Vorrichtung zur Behandlung von Fleischstücken, mit ei
nem Behälter zur Aufnahme der Fleischstücke, wo
bei der Behälter flüssigkeitsdicht ausgebildet ist und
über eine Beschickungsöffnung für die Fleischstücke
verfügt, sowie mit einer Anordnung zum Einbringen von
Impulsen zum Massieren oder Kneten der Fleisch
stücke, wobei die Anordnung Schwingungserzeuger um
faßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungser
zeuger mehrere Schwingungen pro Sekunde erzeugen,
wobei die Amplitude der Schwingungen im Millimeterbe
reich oder im Bereich von Millimeterbruchteilen liegen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
Schwingungserzeuger, die fest mit der Behälterwandung
verbunden sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwingungserzeuger an der Außenseite des
Behälters angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch in
das Behälterinnere ragende Schwingungserzeuger.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Schwingungserzeuger aus einer Ar
beitsstellung im Behälter in eine Ruhestellung außerhalb
des Behälters beweglich gelagert sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsfrequenz
im Bereich von 30 Hz bis zum Ultraschallbereich liegt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Anordnung von zum Durch
mischen der Fleischstücke dienenden Flüssigkeitsdüsen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Schwingungs
erzeuger zum Durchmischen der Fleischstücke ausgebil
det sind.
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